Hallo Tom,
die Seite kenne ich. Ich glaube ich hab mal was von 50k gelesen als Preis. Mit 0,1e- Ausleserauschen ist das natürlich ein Wort. Die Pixel sind da wohl auch relativ groß, sodass das perfekt zu großen Blenden und Brennweiten passt. Mit sowas bist du schon nach ein paar Sekunden hintergrundlimitiert. Damit ist natürlich leicht Kirschen essen.
Eine für viele schon nicht bezahlbare ASI533 hat mehr als 10x höheres Ausleserauschen und gilt da schon als sehr gut. Mit den kleinen Pixeln muss man allerdings mit der Blende runter. Blende 6 rum würde ich für ideal halten, bei sehr gutem Seeing vielleicht bis Blende 7 oder sogar 8. Wenn man mit der Blende noch weiter runter geht, verliert man Auflösung, was ja gerade das Ziel beim Lucky Imaging ist.
Das Problem ist, dass man bei so hohen Blenden nur relativ helle Objekte abgelichtet bekommt, da schwächere Strukturen sonst im Regenrauschen untergehen. Die ASI533 erzeugt nach meinem Empfinden sehr viel Regenrauschen. Woran das liegt, habe ich aber noch nicht verstanden.
Ich habe vor einiger Zeit mal ein wenig experimentiert. Es ist generell so, dass der FWHM Werte der Sterne leicht mit der Belichtungszeit abnehmen. Das sind aber keine Quantensprünge. Der Unterschied zwischen 2 min und 10sek sind vielleicht 10%. Da beim Addieren der Bilder die normalen Deepsky Stacker keine Deformationen berücksichtigen gehen dieser 10% Vorteil beim Stacken wieder verloren. Man muss also definitiv aussieben beim Stacken. Aber auch wenn man nur die besten Frames stackt und dann nur die hellen Bereiche damit überlagert, weil für den Rest Signal fehlt, ist der Effekt nicht so mega extrem, wie man vielleicht erwartet. Es ist aber definitiv da. Er ist aber auch mit geguideten Aufnahmen da.
Unter der Annahme, dass es sich bei allen Effekten um näherungsweise statistische Effekte handelt, kann man die erreichebare Auflösung für eine Aufnahme berechnen, in dem man alle Effekte quadratisch addiert:
Auflösung = Wurzel(Teleskopauflösung^2+Seeing^2+(2xGuiding RMS)^2)
- Die Teleskopauflösung spielt bei uns eigentlich kaum noch eine Rolle, wenn die Auflösung etwas unter 1" geht. Ab 10" dürfte man meiner Meinung keinen Unterschied mehr sehen.
- Das Guiding kann man komplett eleminieren, wenn man so kurz belichtet, dass man keinerlei Verlust mehr hat. Bei mir sind das etwa 10s bei 1m Brennweite. Ab da spielt der Schneckenfehler keine Rolle mehr.
- Das größte Problem ist das Seeing wie oben beschrieben. Hier war es so, dass man diese Effekte erst eleminieren kann, wenn man unter 1s Belichtungszeit geht. Bei meinem Versuch war aber ca. 1/3-1/5s ein Stern phasenweise als punkt und nicht als verschwommener Fleck zu sehen. Ich hätte vom Bauchgefühl gesagt, dass so aber 1/8-1/10s so viele dieser Bilder dabei sind, dass es einen Sinn macht. Das ist allerdings außer Reichweite.
Bei Gain 360 kann ich vielleicht 5s belichten, bevor ich die selbe Sättigung erhalte wie bei 2min und Gain 100. Drüber kann ich nicht mehr gehen. Drunter aber auch nicht, da mir sonst die schwachen Bereiche im Ausleserauschen versacken. Was bleibt sind helle Planetarische Nebel wie das Beispiel, das Franz oben verlinkt hat. Der Kern des Katzenaugennebels wäre ein anderes Beispiel.
Wo ich gerade beim Katzenaugennebel bin...den habe ich letztes Jahr mit 3 verschiedenen Methoden aufgenommen. Geguidete Duoband-Aufnahmen mit normalen Belichtungszeiten bei Gain 100, Geguidete Aufnahmen mit 120s mit L Filter und dasselbe nochmal mit 45s nachdem ich gemerkt habe, das bei 120s der Kern schon in der Sätttigung ist, dann noch ungeguidete Aufnahmen bei Gain 340, Belichtungszeit weiß ich nicht mehr, aber auf jeden Fall <10s.
Lustigerweise waren die kurz belichteten Bilder am schlechtesten. Am besten waren die 45s Bilder, aber weniger wegen der Auflösung und mehr wegen weil der Kern optimal belichtet war. In den Außenbereichen waren die Duoband-Bilder genauso gut. Es hängt als mehr von den Gegebenheiten ab als von der Belichtungszeit. Was bei Lucky Imaging raus kommt, hängt extrem vom Seeing ab. Selbst bei mittelmäßigem Seeing würde ich immer guiden. Natürlich sollte man sein Guiding so Griff haben, dass der RMS irgendwo <=1" ist. Bei gutem Seeting hatte ich gerne mal <0,5" RMS. Damit spielt das Guiding in der Gleichung oben bei meinem Instrument keine Rolle mehr. D.h. aber auch dass ich dann mit Lucky Imaging selbst bei bestem Seeing nur noch dann einen Vorteil habe, wenn ich massiv aussiebe.
CS Joachim
PS: ich vergaß noch zu erwähnen. Wenn man z.B. AS3 überzeugen könnte, Deepsky-Bilder zu stacken, dann würde man Deformationen im Bild durch das Seeing herausgerechnet bekommen. Mir ist es noch nicht gelungen. Allerdings hat Peter Bressler in seinem SuW Artikel erwähnt, dass es geht. Falls jemand einen Tipp hat...