Immer teurer und teurer...

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Ja, da Deutschland ein rohstoffarmes Land ist, sind wir auf Exporte in andere Länder angewiesen. Aber auch diese Emissionen müssen wir berücksichtigen, da sie zu unserem Wirtschaftskreislauf dazugehören. Warum sollten wir sie abziehen? Alles was den Wirtschaftsmotor Deutschland antreibt gehört dazu!
Stell dir vor, morgen gibt es dieses Land nicht mehr! Alle diese Emissionen wären ab dem Tag 0!
VG Frank

Nö die Emissionen für unsere Exporte wären nicht Null da die Länder welche unsere Waren importihren diese ja weiterhin benötigen. Dann würden sie eben nicht in DE sondern wo anders hergestellt und das würde den gleichen CO2 Ausstoß zur folge haben.
Du tust ja so als ob andere Länder nur unsere Waren importihren um uns einen Gefallen zu machen damit wir als Rohstoffarmes Land noch ein paar Euro haben um uns das nötigste kaufen zu können.
Das ist aber falsch. Die kaufen unsere Waren weil sie diese haben wollen und brauchen.

Grüße Gerd
 
Auf Länder wie Indien zu zeigen ist zu einfach... Evtl. Wollen die Leute dort erstmal flächendeckend warmes Wasser? Dieser Logik nach ist Monaco wahrscheinlich eins der umweltfreundlichsten Länder überhaupt ...

Also warmes Wasser können die Inder genauso CO2 neutral erzeugen wie ich das tue. Eine Solarthermie Anlage sollte bei der deutlich höheren Sonneneinstrahlung in Indien sogar noch deutlich mehr bringen als bei uns

Es ist keiner darauf angewiesen Kohle zu verbrennen um warmes Wasser zu haben.

Grüße Gerd
 
Also warmes Wasser können die Inder genauso CO2 neutral erzeugen wie ich das tue. Eine Solarthermie Anlage sollte bei der deutlich höheren Sonneneinstrahlung in Indien sogar noch deutlich mehr bringen als bei uns

Es ist keiner darauf angewiesen Kohle zu verbrennen um warmes Wasser zu haben.

Grüße Gerd
Die Inder haben nur leider andere finanzielle Mittel als wir um Energie zu erzeugen oder nutzbar zu machen.
 
Dann würden sie eben nicht in DE sondern wo anders hergestellt und das würde den gleichen CO2 Ausstoß zur folge haben.
Das wäre auch vernünftig, die Waren dort zu produzieren wo sie gebraucht werden! Und sie nicht um den halben Planeten zu versenden. Aber es würde auch Sinn machen, umweltfreundliche Transportsysteme zu erfinden und den Status Quo beizubehalten. Das wird die Zukunft zeigen wohin die Reise geht.

Du tust ja so als ob andere Länder nur unsere Waren importihren um uns einen Gefallen zu machen damit wir als Rohstoffarmes Land noch ein paar Euro haben um uns das nötigste kaufen zu können.
Vielleicht sind unsere Waren auch besser als andere. Made in Germany ist immer noch gefragt. Ist doch nur gut für uns!!
Hier ging es doch nur um den Wirtschaftskreislauf Deutschland mit allen Emissionen von Im und Export.
VG Frank
 
Die Inder haben nur leider andere finanzielle Mittel als wir um Energie zu erzeugen oder nutzbar zu machen.
Solarthermie muss nicht teuer sein.
Gerade in so sonnenreichen Gegenden reicht schon ein Gartenschlauch auf dem Dach.
Außerdem.

Grüße Gerd
 
Was die CO2 Bilanz betrifft kann man uns den importierten Kohlestrom aber nicht ankreiden da wir wie du ja selber schreibst im Gegenzug Ökostrom exportihren und so sogar die CO2 Bilanz unserer Nachbarländer verbessern.
Ja auf Europa bezogen schon, aber der überschüssige Windstrom den wir exportieren taucht bei uns als sauber produzierter Strom in der Bilanz auf, obwohl er nicht für uns ist (und den zu dem Zeitpunkt eigentlich auch keiner braucht) und der Kohlestrom für uns taucht anderswo als "dreckig" produzierter Strom auf, obwohl wir ihn verbrauchen. Wir sind also auf Kosten anderer die Saubermänner.
Aber ich gebe Dir Recht, daß unserere Energiepolitik zum Teil irrsinnige Blüten treibt.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo,
Ich zitiere :
Der mittlerer Temperaturanstieg der letzten 40 Jahre betrug 0,14 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

Summiert man die CO2-Emissionen der letzten 50 Jahre ( das vorher ausgestossene CO2 befindet sich zum größten Teil nicht mehr in der Atmosphäre) so stellt man fest: die USA liegen mit 261 Milliarden t vorn, gefolgt von China mit 226 Milliarden, Russland 89,7, gefolgt von Japan und Indien. Dann folgt Deutschland mit 47,7 Milliarden t, die allerdings auch die hohen Emissionen der DDR, des Staates mit den wohl höchsten pro Kopf Emissionen weltweit mitumfassen. Sollten wir auf diese Leistung nicht mit Stolz verweisen dürfen? Wäre es zuviel von einer deutschen Bundesministerin verlangt, daraufhinzuweisen, dass in den letzten 40 Jahren kaum ein anderes Land einen größeren Beitrag zur Emissionsminderung geleistet hat als Deutschland mit minus 40 % gegenüber 1990 ?
Bitte nicht nach der Quelle fragen, schreibt nur ein Prof.
Gruß *entfernt*
 
Solarthermie muss nicht teuer sein.
Gerade in so sonnenreichen Gegenden reicht schon ein Gartenschlauch auf dem Dach.
Hehe, genau, und die ganzen billig-Importe, Sky-Watschers, Seben Star Sherriffs etc. können gut zum Solargrill umfunktioniert werden (wofür sie wahrscheinlich besser taugen als für Astro-Zwecke). Und mit dem durch Energie-Autarkie gesparten Geld (inkl. gesparter CO2Abgabe) können wir uns dann auch wieder qualitiativ hochwertiges und hochpreisiges (*) Astroequipment leisten. :)

PS (*) zugegeben, muss beides nicht immer unbedingt zusammengehen...
 
bin ja mal gespannt was sich unter der neuen Regierung bei uns in Richtung Ausbau erneuerbarer Energie usw. bewegt,
also keine warmen Worte, tolle Reden, alles wir sooo teuer, Meinungen hin-her und hurra, usw.... sondern richtig hardware - messbares
 
Ja auf Europa bezogen schon, aber der überschüssige Windstrom den wir exportieren taucht bei uns als sauber produzierter Strom in der Bilanz auf, obwohl er nicht für uns ist (und den zu dem Zeitpunkt eigentlich auch keiner braucht) und der Kohlestrom für uns taucht anderswo als "dreckig" produzierter Strom auf, obwohl wir ihn verbrauchen. Wir sind also auf Kosten anderer die Saubermänner.
Aber ich gebe Dir Recht, daß unserere Energiepolitik zum Teil irrsinnige Blüten treibt.

Gruß

Heiko
Der bei uns produzierte Ökostrom vermeidet CO2 und zwar völlig egal wo er verbraucht wird!
Wir haben die nötigen Anlagen errichtet und wir haben sie zum Teil hoch subventioniert.
Die EEG Umlage mit aktuell immerhin 26,8 Milliarden reinen subventionen jedes Jahr (Erlöse an der Strombörse sind bereits abgezogen) zahlen ja wir!

Wenn wir diese Kosten tragen und den Ökostrom dann unter Preis ins Ausland verschenken hilft das A der Umwelt und ist B für den beschenkten gewiss kein Nachteil.
Mir wäre es lieber wenn man mir den Strom geschenkt bzw. zumindest günstiger abgegeben hätte anstatt ihn anderen Ländern zu schenken.
Dann würde ich nämlich mein E Auto dann laden wenn gerade viel Ökostrom im Netzt ist.
Das sogenannte Smart Charging ist technisch ja kein Problem und das gibt es ja schon.
Nur lohnt es sich für den Kunden momentan zumindest finanziell noch nicht so wirklich.


Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn wir diese Kosten tragen und den Ökostrom dann unter Preis ins Ausland verschenken hilft das A der Umwelt und ist B für den beschenkten gewiss kein Nachteil.
Mir wäre es lieber wenn man mir den Strom geschenkt bzw. zumindest günstiger abgegeben hätte anstatt ihn anderen Ländern zu schenken.
Das sehe ich genauso! Anstatt den teuer produzierten Strom ins Ausland zu verschenken, wären doch der hießige ÖPNV und die DB...dankbare Abnehmer?
Würde ein Teil der Subventionen zum WIR zurückfließen? Unvorstellbar!
Aber zurück zum Thema: "alles wird teurer und teurer" definitiv JA!
VG Frank
 
Habe ich da was von "gesundem Menschenverstand" gelesen? Ich lach mich kaput.
In meinen bald 57 Jahren ist mir dieser nur vereinzelt begegnet - solange den eigenen Interessen im Weg stehend. Aus soziologischer Sicht sind die Menschen als Gruppe nicht imstande zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen - weil wir ethnologisch nicht in diesen zeitlichen Dimensionen planen können. Darüber hinaus sind wir meisterlich im Verdrängen.
Eine äußerst ungeschickte Kombination. An sich wüßte jeder, was er zu tun und was er zu unterlassen hat.

Wir wären sicher imstande technologisch dem Klimawandel (der Umweltzerstörung usw.) erfolgreich zu begegnen, wenn wir eben nicht kurzfristige Ziele priorisieren würden. Aktuelles Beispiel ist die Angst vom Strukturwandel in den Braunkohlerevieren, u.a. um den Verlust von Arbeitsplätzen. Erinnert mich an die Panik bei dem Einzug der Automatisierung in die Produktionsstätten (Kollege "Roboter" usw.). Statt es als Chance zu sehen, wird alles mögliche am Negativen an die Wand gepinselt.
 
... und weil das so ist und wir uns so unheimlich schlecht anpassen können, sind wir auch alle schon längst an Eiszeit, Bleivergiftung und UV-Strahlung gestorben...
 
Na ja ...
Unser Planet kann nicht mehr wachsen, aber unsere Ansprüche wachsen beständig. Mit ihnen schrumpfen jedoch die verfügbaren Ressourcen.
Jegliche Form von Leben ist dissipativ, also alles andere als im Gleichgewicht.
Um seine Strukturen erhalten zu können, benötigt das Leben Energie und je komplexer es ist, umso mehr Energie ist notwendig.
 
auch alle schon längst an Eiszeit, Bleivergiftung und UV-Strahlung gestorben...
Hi!

Eiszeit ist ein schlechtes Beispiel – da wurde einfach der Siedlungsraum aufgegeben und nach Süden gewandert. Schau dir mal die Siedlungsgeschichte in Norddeutschland, zwischen Saale- und Weichsel-Eiszeit. Doggerland ist bis heute nicht wiederbesiedelt, außer du zählst die Fischer in der Nordsee auf ihren Booten dazu, die gelegentlich Siedlungsreste in ihren Netzen haben.

Ich halte es durchaus für erstrebenswert, unseren Lebensstandard zu halten und nicht auf einen Inuit-ähnlichen Lebensstil umsatteln zu müssen, weil evtl. der Golfstrom kippt. Egal wie gemütlich ein Iglo sein mag.

Und auch wenn Blei wohl doch nicht zum Untergang des alten Roms geführt hatte, war es trotzdem keine schlechte Idee, die alten Leitungen auszutauschen. Oder auf bleifreies Benzin umzusteigen.

Das Ozonloch zu schließen war ebenso keine schlechte Idee. Denn nicht vergessen: Nicht nur wir, sondern auch die gesamte Nahrungskette braucht Zeit, um sich an Veränderungen anzupassen. Das geht per natürliche Auslese, also Selektion. Was sich nicht anpasst, stirbt aus, und Populationsgrößen passen sich auch an die neuen Bedingungen an. Und wir Menschen haben eine recht lange Generationenfolge. Selbst wenn wir hier ggf. auf Iglo-Bau umsatteln können, braucht es irgendwas, was man hier jagen kann. Das gilt natürlich auch im Umkehrfall, wenn es hier zu heiß für Landwirtschaft wird und eher ein Beduinen-Lebensstil Vorbild wird. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist das Problem, zumindest wenn du ein Interesse hast, dass die aktuell vorhandenen Arten inklusive unserer eigenen erhalten bleiben.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Miquel und Niki und andere,
erlaubt mir einen Interpretationsversuch der gegenwärtigen Situation "kurz" darzustellen:
Es gab durchaus Zeiten von Geldstabilität, z.B. im 19. Jahrhundert mit einer Gold-Währung. Der Brotpreis hat sich in dieser Zeit kaum verändert. D.h. Geldstabilität ist durchaus möglich. Die aufkommende Industrialisierung hat dieses System gesprengt, da Maschinen sehr viel mehr produzieren können als Menschen. Diese Maschinen-Waren kann man aber nicht verkaufen, wenn die Geldmenge nicht entsprechend erweitert wird, was ja mit Gold nicht möglich ist. Insofern war es gut, den engen Goldstandard aufzuweichen und die Geldmenge an die Warenproduktion und die Nachfrage anzupassen und nicht an die Goldmenge. Die damals eingeführte Zentralbank sollte aufpassen, dass hier kein Ungleichgewicht entsteht.

Politik braucht immer viel Geld, die EZB (Herr Draghi) hat leider ihre von der alten Bundesbank vererbten Unabhängigkeit aufgegeben und erfüllte diesen Wunsch der Politik. Hohe Inflation war in prä-Euro-Zeiten der Weg, mit denen z.B. italienische Firmen konkurrenzfähig blieben, da dadurch die Waren billiger wurden. Draghi hat die Nullzins-Politik und die dramatische Erweiterung der Geldmenge auf die ganze EU ausgeweitet. Da die USA das Gleiche taten und das einstmals starke Deutschland Garantien für alle EU-Länder (entgegen der EU-Vereinbarungen) ausgesprochen hatte, gab es lange keine Inflation und alles schien gut zu gehen. Zudem hat China die Märkte durch günstige Waren gestützt und so den Konsum befeuert. Die billigen Waren verdeckten dabei die Inflationsgefahren für lange Zeit. Riesige Ungleichgewichte sind jedoch dabei entstanden: Es wurden massiv Immobilien gekauft von Leuten, die Geld haben und anlegen mussten, da die Banken keine Zinsen (inzwischen sogar Negativzinsen) mehr geben. Die jetzt global gehandelten Aktien sind zu starken Schwankungen ausgesetzt und zu riskant. Leute ohne viel Geld konnten Immobilien kaufen, da sie billige Kredite bekommen konnten, denn die Banken mussten das Geld verleihen, um Geld zu verdienen, die EZB gab keine Zinsen mehr. Daher die enorme Immobilienblase. Desweiteren bekamen auch Firmen billige Kredite. Viele sind faul geworden und haben die Produktion China und die Innovation den USA überlassen - die Schlimmsten werden "Zombiunternehmen" genannt. Die Produktion in D ist um ~30% die letzten 10 Jahre gefallen. Die sogenannten Fachkräfte halten bei PwC & Co und in Verwaltungen die Sessel warm, anstatt etwas herzustellen. Die Produktion wurde dermaßen vom Staat reglementiert und mit Steuern belegt, dass sie in D uninteressant wurde, dazu: Niemand mehr will und muss manuelle "schmutzige" Arbeit leisten. Die Arbeiter sind selten geworden, die SPD hat das zu spüren bekommen... Das alles verstärkt wiederum den Verfall des Geldes, denn der Gegenwert in Form von Waren, die die anderen Länder kaufen wollen, verschwindet. Ein Teufelskreis also, hier würde man vielleicht sagen: Ein schwarzes Loch und wir haben vielleicht schon den Schwarzschildschen Ereignishorizont überschritten ;-) Die Produktion weicht immer mehr der Dienstleistung. Ob das ohne Schmerz Umkehrbar ist, weiß ich nicht.

Viele Wirtschaftswissenschaftler, wie der Ex-Chefökonom der Deutschen Bank Thomas Mayer und der Ex-Chef des Ifo-Institutes Hans-Werner Sinn prophezeihen daher seit langem, dass diese Politik auf Dauer zur Inflation führen muss. Die Geldmenge müsste seit langem wieder der schwächelnden EU-Wirtschaftskraft angepasst und wertschöpfende Unternehmen entlastet werden. Die Inflation leistet das Erstere. Wer muss dafür zahlen? Die Bürger natürlich mit ihren Ersparnissen. Die politischen Probleme mit dem nicht gerade harmlosen neuen chin. Präsident und mit Putin tragen hierzu auch noch bei. Manche exprimieren schon Bedenken, wenn sie chin. Produkte kaufen möchten. Kann unsere WIrtschaft ohne Waren aus dem Land der Mitte überhaupt noch so wie bisher existieren? Eins ist klar: Die einheimische Landwirtschaft wäre im Notfall nicht im Stande alle ~80 Mio Einwohner zu ernähren. Weiterhin führen Kriegsgefahren hier in Europa, wie beim übernächsten Nachbarn Ukraine, immer zu viel Unruhe in den Märkten, ausländische Investoren verkaufen dann schnell ihre EU-Aktien, die dann abrauschen.

Corona hat die Fragilität der monopolisierten globalen Welt-Wirtschaft gezeigt, wie ja schon geschrieben wurde. Die EU versucht umzulenken und die Produktion in der EU wieder zu fördern, das wir jedoch ein paar Jahre brauchen. Es bleibt spannend!

Viele Grüße, Claus
 
die Aussage "...Diese Maschinen-Waren kann man aber nicht verkaufen, wenn die Geldmenge nicht entsprechend erweitert wird, was ja mit Gold nicht möglich ist..." ist mir völlig unverständlich. Es war doch so dass Nixen zur Finanzierung des Vietnam-Krieges die Gold-Deckung heimlich verlassen hat und als Frankreich dann seine Geld-Reserven in Gold zurück tauschen wollte hat Nixen kurzer Hand den Gold Standard "vorübergehend" für beendet erklärt.

Seit dem läuft die ungedeckte Geldmengenerhöhung und allein in den letzten 2 Jahren wurden 40% der gesamten weltweiten Dollar-Bestände aus dem Nichts von der amerikanischen Zentralbank erzeugt. Das dies und die Lieferkettenprobleme zu Inflation führen muss ist klar. Wir hatten auch in der Vergangenheit Inflation, teilweise sogar 2-stellig, nur das es damals auch Zinsen für unser Geld gab.

Wer heute seine Ersparnisse auf Konten liegen lässt oder Bausparer hat sollte sich dringend damit beschäftigen.

Das Aktien zu riskant sind kann ich nicht unterschreiben. Wenn man sich die letzten 100 Jahre ansieht war und ist nichts ertragreicher als Aktien. Selbst der Laie braucht auf nicht viel achten um seine geleistete Arbeit langfrist gegen Inflation zu sichern (z.b. durch breit diversifizierte ETF).
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen, das ist eine interessante Diskussion.

Bedankt euch bei der EZB, die die Geldmenge unvernünftig aufgebläht und gleichzeitig den negativ Zins eingeführt hat. Die Banken, die eigentlich Kredite vergeben sollten, bunkern das Geld trotzdem lieber bei der EZB und entziehen es dem Markt und lassen die Kunden lieber Negativzinsen zahlen (daher müssen sie wieder Gebühren einführen). Der Grund: Die Banken haben von der EU harsche Kontrollgesetze auferlegt bekommen und wollen nun kein Risiko mehr eingehen. Man könnte hier ein ganzes Buch schreiben... Ohne Risiko gibt es aber keine Innovation und keine Wirtschaft (außer Gastwirtschaft ;-). Selbst Landwirtschaft muss mit zahlreichen Risiken umgehen können.

Dann die Verschiebung des Arbeitsmarktes von Produktion und Innovation zur Dienstleistung. Die billigen Preise aus China, die konsequent zielgerichtete (Dumping?)-Politik, lascher Umweltschutz und der Fleiß der Chinesen haben unsere seit langem zu teure Produktion und das davon einst getragene Sozialsystem nun völlig unrentabel gemacht und unsere stolzen Werke verschwinden lassen. Die von manchen vermissten billigen und willigen Fachkräfte wärmen heute die Sessel von PwC, Goldman-Sachs, Verwaltungen etc. und verdienen sehr gut damit. Andere begnügen sich mit ALG2 auf Kosten der steuerzahlenden Mitbürger. Eine 3. Kategorie arbeitet hochbezahlt für ausländische oder globale Firmen mit Sitz im Ausland. Wo aber ist hier die Wertschöpfung fürs Land? Die EU-Wirtschaft sieht momentan nicht gut aus. Was stellen wir denn noch her außer veraltete Technologien? Einst waren wir in D Export-Weltmeister! Unsere Ex-Regierung hat es nicht geschafft eine schlüssige Zukunftsvision zu entwickeln, sondern lies Alles einfach treiben, wie schon oben richtig gesagt wurde. Wir sind getriebene geworden, defensiv nicht mehr offensiv. Die Sicherheit im Land ist auch nicht mehr gegeben. Wer will da Milliarden in neue Werke in D investieren ohne saftige "Bestechungs"gelder von der Politik zu bekommen?

Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig?

Daher konkrete Frage zur Astro:
Wäre es denn möglich ein vollständiges Astrophotographie-System für den Normalbürger erschwinglich allein aus europäischen Quellen zusammenzustellen?



Beste Grüße, Claus
 
Aber vielleicht sehe ich das zu einseitig?

Daher konkrete Frage zur Astro:
Wäre es denn möglich ein vollständiges Astrophotographie-System für den Normalbürger erschwinglich allein aus europäischen Quellen zusammenzustellen?
Finde ich schon, dass du das zu einseitig siehst.

Deutschland ist ein starkes Land. Wir neigen allerdings dazu uns nur auf die Probleme und Schwachstellen zu fokussieren. Klar gibt es Probleme, aber andere Länder, die auf dicke Hose machen, haben auch Probleme. Gerade Russland, China und co. sind Glaskanonen. Wenn deren Geschäftsmodell ein Problem bekommt, fahren die direkt an die Wand. Und wenn man sich die Situation des Normalbürgers in den Ländern anschaut, sind die noch weit weg von uns. In jeder Beziehung. Es hört sich zwar seltsam an, aber es gibt nur wenige Länder in denen es den unteren 50% besser geht als hier. Klar, ist es blöd, wenn man dazu gehört. Aber dass das Gras in Nachbars Garten immer grüner ist, stimmt auch nicht.

Wo wir beim Normalbürger sind...wen meinst du damit? Die Masse der Leute, die am rumjammern sind, wo aber gleichzeitig die Frau mit dem Hausfrauenpanzer das Kind in die Kita fährt? Oder die Unterschicht? Letzteres sind aber nicht die Normalbürger.

Der Normalbürger verdient >3k im Monat und könnte sich eine 10Micron + Tak + Vollformatkamera leisten, wenn er wollte. Es ist eher die Frage, ob er dazu bereit ist. Wenn regelmäßig ein neuer Hausfrauenpanzer her muss, oder der Wohnraum gerne etwas größer sein soll, als gut wäre, oder man jedes Jahr eine Flugreise mit allem drum und dran haben muss, dann reicht es natürlich nicht.

Wenn man sich die 10Micron und den Tak aus der Spesenkasse finanzieren können soll, dann werden es die wenigsten können. Deswegen habe ich auch keine 10Micron. 11k mit Zubehör für die kleinste Montierung sehe ich für ein Hobby nicht mehr ein. So viel anders werden meine Astrofotos wegen so einem Teil auch nicht aussehen.

Aus der Spesenkasse werden es aber auch die wenigsten finanzieren können, wenn sie sich ein vernünftiges Astrofotografie Setup aus China zulegen wollen. Dazu braucht es eine gewisse Mindestqualität, die auch bei den Chinesen ihren Preis hat. Das Chinasetup für das Bild vom Rosettennebel, das ich diese Woche gepostet habe, kommt auf 4-5k.

Übrigens glaube ich, der extreme Preis europäischer Hersteller liegt daran, dass die nur die oberste Qualitätsschiene in Kleinserien bedienen wollen. Wenn man das selbe aus Fernost haben will, ist es auch nicht viel billiger. Die Chinesen sind auch teurer geworden. Die werden sogar schneller teuer als wir hier. Das Problem ist, dass die im unteren und mittleren Qualitätssegment gar keine Konkurrenz mehr haben. Es kommt alles nur noch daher, obwohl ich nicht glaube, dass das selbe in Großserie bei uns teurer wäre.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim,
die meisten "Normalbürger" die ich kenne verdienen nicht mal 3k Brutto. Die können sich gerade ein vernünftiges Auskommen leisten in der Hoffnung, sich die bei uns auf dem Land zwingend notwendige Mobilität zu erhalten. Kein Palast zum wohnen, kein Hausfrauenpanzer, keine Flugreisen und kein überflüssiges Bares für das Hobby wie Du es so beschreibst.
 
Übrigens glaube ich, der extreme Preis europäischer Hersteller liegt daran, dass die nur die oberste Qualitätsschiene in Kleinserien bedienen wollen.
Hatte kürzlich mich zu Ferngläsern schlau machen wollen, wo denn wohl bestimmte Produkte hergestellt werden. Bezüglich Steiner fand ich dann folgenden Artikel aus 2020 mit dieser Aussage:
Usually, premium products above the price-tag of 500 Euros are manufactured in Germany. With the use of expensive machinery and complex quality control mechanisms, ...

Bestätigt also in gewisser Weise deine Annahme. Letztlich denke ich, dass eine ausgiebige Qualitätskontrolle überall auf dem Globus die Kosten für ein Produkt nach oben treibt.
Gruß Markus
 
die meisten "Normalbürger" die ich kenne verdienen nicht mal 3k Brutto.
Das Durchschnittsgehalt lag 2020 in Deutschland bei 3975 Euro Brutto. Interessanter ist der Median. Den Wert kenne ich leider nicht genau, geschätzt sollte der aber nicht unter 3k sein, wenn der Gini-Koeffizient bei etwa 0,3 liegt.


Die Reichen sind da nicht dabei. Das sind die Beschäftigten, nicht die denen das ganze Zeug gehört.

Der Median ist für mich der Normalbürger und dem geht es in Deutschland nicht wirklich schlecht. Noch nicht, denn die Verteilung entwickelt sich leider nicht zum Guten. Aber bitte nicht davon ausgehen, dass weil man selbst schlecht da steht, das bei den meisten anderen auch so ist. Wenn es mal wirklich soweit kommt, dass alle schlecht dastehen, dann gute Nacht. Eine Mittelschicht, die mehr als 50% der Bevölkerung umfasst, halte ich für eine Grundlage einer stabilen Demokratie.
 
Das Durchschnittsalter der Deutschen liegt bei 44,5 Jahren, die Größe liegt bei 173 cm und sie zahlen durchschnittlich eine Miete von knapp 8 Euro pro qm. Der "Median" bildet selten die Wirklichkeit ab - auch die Konzernmanager sind genauso Beschäftigte wie die, die Dir morgens die Brötchen verkaufen. Und über die durchschnittliche Miete würde sich so mancher Berliner oder Münchner sakrisch freuen.
Durchschnittliche klare Nächte!
 
Meiner Meinung nach liegt hier ein grundsätzliches Unverständnis vor. Nix für ungut.

Was ist der Unterschied zwischen "arithmetischem Mittel" und "Median"?
 
Beim Median sortierst Du die Einkommen nach Betrag und nimmst die Zahl, die in der Mitte steht. Beim arithm. Mittelwert addierst Du diese und teilst das Ergebnis durch die Anzahl der Werte.
 
Hi Robert,

Der "Median" bildet selten die Wirklichkeit ab - auch die Konzernmanager sind genauso Beschäftigte wie die, die Dir morgens die Brötchen verkaufen.

Ob Medien oder arithmetisches oder gar geometrisches Mittel - das läßt sich nicht pauschal sagen, wekches geeigneter ist. Beim Einkommen erscheint mir der Median am sinnvollsten.

Bsp.
10 Personen
einer ist Milliardär
neun sind Obdachlose (ohne Vermögen)

A) Aritmetisches Mittel ergibt, dass das Durchschnittsmitglied dieser Gruppe 100 Millionen an Vermögen besitzt.
B) Der Median sagt aus, dass das Durchschnittsmitglied kein Vermögen besitzt.

A) ist für alle Gruppenmitglieder falsch
B) ist für 90 % richtig

Freundliche Grüße
Christian
 
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