Hallo,
Statt ein Vermögen in zweifelhafte Hardware zu versenken, kann man auch gleich die Daten kaufen:
Telescope Live Review
Das war jetzt hoffendlich nicht erst gemeint, oder...?
Ich habe mir den Artikel durchgelesen und mal das Nutzungsverhalten meiner eigenen Garten-Sternwarte zugrunde gelegt:
Im letzten Jahr habe ich in 86 Nächten beobachtet, d.h. Photometrie von Kleinplaneten mit meinem 14"-Newton gemacht! ...o.k. im Sommer sind die Nächte kürzer als im Winter, es waren auch einige halben Nächte mit dabei ... im Schnitt würde ich aber sagen, dass es so um die 5h bis 6h pro Nacht waren. Für die Photometrie belichtet man recht kurz (je nach Helligkeit des Objektes waren es im Mittel vielleicht so um die 60s Belichtungszeit pro Einzelbild. Bei 10s Auslesezeit meiner Kamera, wären das also so um die ~300 Minuten Belichtungszeit pro Nacht.
Da ich mit meinen Kleinplaneten nicht auf "Standardobjekte" zurückgreife und auch immer aktuelle Bilder benötige, würde ich also also wahrscheinlich in die teuerste User-Kategorie (250,- $/Monat) fallen und meine Bilder wären alles "Advanced Requests". Im Text steht leider nicht, welche Teleskopgröße wie teuer pro Minute ist, aber ich denke mal ein 14"er fällt schon in die genannte große Teleskopkategorie (2,80 $/min). Da ich bei jeder Mondphase beobachte, gehe ich mal von einem durchschnittlichen Mondlicht-Discount von 25% aus.
Macht also zusammen:
12 x Monatsbeitrag = 3000,- $
86 Nächte à 300 Minuten Belichtungszeit = 25.800 Minuten à 2,80 $ = 72.240,- $
...wegen Mondlicht (-25%) komme ich dann auf satte 54.180,- $
Da ich gerade eine Kostenaufstellung der Sternwarte für Gebäude- und Hausratversicherung gemacht habe, kann ich sagen, dass sich selbst meine Sternwarte (3m ScopeDome, 10 Micron GM2000 HPS II, 14"-Newton f/3.3, SBIG ST-10 XMe CCD-Kamera,...) im letzten Jahr bereits mehr als rentiert hat!
Mein Fazit zu
solchen Remote-Lösungen:
Ganz nett, wenn man mal hier und da ein Bild bearbeiten will!
Betreibt man die Amateurastronomie aber auch nur ein wenig ernsthafter geht das ganz schön in's Geld.
...und davon mal abgesehen: Wenn jeder nur noch Archivbilder runterläd und bearbeitet, werden "Kurzzeit-Phänomene" (die auch heute noch vielfach von engagierten Amateuren entdeckt werden, wie Kometen, Supernovae, Veränderliche, etc.), in Zukunft wohl deutlich seltener entdeckt werden. Dann hätten nämlich alle nur noch denselben Orionnebel und die gleiche Andromeda-Galaxie...
Nur so als Gedanke...
Viele Grüße,
Axel