Die Marssaison 2022 ist eröffnet ;)

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Canonist

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Hallo zusammen.

Es ist nicht meine erste Marsbeobachtung nach der Konjunktion. Schon vor ein paar Wochen konnte ich den roten Planeten am vormittäglichen Taghimmel auffinden. Aufgrund des niedrigen Standes, schlechten Seeings und seiner geringen Größe war auf dem Bildergebnis bei unter 5" noch nicht viel Sinnvolles zu sehen.

Anders am Ostermontag. Zum einen, weil ich recht früh anfangen konnte und damit noch von ruhigerer Luft profitierte, zum anderen, weil Mars inzwischen rasch an Höhe und ebenso an scheinbarer Größe gewinnt. Inzwischen 5,5". Da geht schon so manches, immerhin war ich ihm im letzten Frühjahr noch bis unter die 4"-Marke gefolgt.

Ich habe diesmal sowohl die Ansicht mit Süden unten wie eine mit Süden oben nebeneinander gestellt. Mir geht es gewohnheitsgemäß so, dass ich mit Norden oben nichts anfangen kann, bei S oben aber sofort Vertrautes entdecke...

Nachdem im letzten Frühjahr nach der stark südgeprägten Opposition Mars im Blick wieder Richtung Nord kippte und im Mai letzten Jahres dann auch mal blickweise die Nordpolkappe im Nordwinter sichtbar wurde, ist er nun wieder deutlich auf Süd gekippt. Tatsächlich lässt das Bild vom Montag bereits eindeutige Details unterscheiden. So das Mare Sirenum mit dem Sinus meridianii daran. Daneben der Zipfel des Oxia Palus und darunter (bei Süd oben) - schon wieder weitestgehend außer Blick gekippt - der Niliacus Lacus. Auch das Mare Erythraeum ist nicht zu übersehen.

Bedeutsamstes Detail aber ohne Zweifel die inzwischen aus einem winzigen Eisrest wieder auf fast volle Größe angewachsene Südpolkappe, deren Abtauen wir Richtung Opposition im Herbst 2022 dann wieder verfolgen können.

Für mich ist damit die Marssaison 2022 endgültig eröffnet. Mal sehen, wie lang die gesamte Kampagne damit diesmal werden kann. Im besten Falle weit mehr als ein Jahr.
Wir können ja wieder einen Sammelthread daraus machen, dann wird's vermutlich rekordverdächtig lang :)

CS
Rudolf
 

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    marstab180422.jpg
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Moin,
lange nix mehr von dir gelesen. Ich hatte voriges Jahr mal in deinen Beobachtungsbüchern (bzw. den PDFs) gestöbert, das ist schon eine imposante Zusammenstellung geworden, v.a. die Details zu den Kometen fand ich beeindruckend:y:, das ist ja ein Bereich, mit dem ich mich noch nicht befasst habe.
Aber back to (Mars-)Business:
Wir können ja wieder einen Sammelthread daraus machen,
Dann stelle ich auch mal ein paar Marse aus meiner Produktion hier ein. Ich jage der roten Kugel schon seit März hinterher, obwohl die unchristlich frühe Zeit nicht so meins ist. :sleep: Es hat natürlich was, den beginnenden Tag zu erleben, inkl. Vogelgezwitscher, aber allzu relaxed gehts es dann doch nicht zu, man muss sich beeilen, um eine Blau-Kanal Aufnahme in den Kasten zu bekommen, bevor es zu hell wird. Durch den ebenfalls früheren Sonnenaufgang hat sich das Beobachtungsfenster auch bislang nicht merklich vergrössert. Die Bedingungen sind naturgemäss i.d.R. mau, nur einmal, am 28. März war es mal ausnahmsweise gut. (Das Bild hatte ich aber schon hier eingestellt).
Grosse globale Action, die mit 6" Öffnung feststellbar wäre, ist anscheinend grad keine los, lediglich die SPC bietet einige Abwechslung. Ganz einheitlich weiss ist sie nicht (mehr?) und erscheint je nach Längengrad leicht anders. Das ist in den gering aufgelösten Aufnahmen natürlich nur vage erkennbar, wird aber durch Vergleich mit Bildern aus grössern Eimern verifizierbar. Bei den Mini-Marsen ist zudem die RGB-Komposition schwierig, und wird vermutlich je nach Monitor m.o.w gut 'rüberkommen. Aber es wird ja nun mit jedem Tag besser :)

mars_04_22.jpg

[6" ED Apo, ASI 178MM+ADC, Astronomik RGB Filter]

-cb
 
Wo zum Teufel habt ihr plötzlich den Mars wieder her... ? :unsure::oops: *gäähn*
Um diese unchristlichen Uhrzeiten... Jesus.

Muss wieder mal Stellarium auf Spätmitternacht (vormittag) stellen und siehe da: Juppi, Weh-Nuss, Mars, Sat-Urn.
Im Grauen des Morgens, niedrig wie die Pest...

das ist Leidenschaft. :y:

lg
Niki
 
Hallo Rudolf,
heute war ich überrascht, als ich deinen aktuellen Mars sah - für die noch schwierigen Bedingungen ein gutes Ergebnis! Deine Erläuterungen finde ich ebenfalls sehr interessant.
Hallo -cb,
deine Marsbeobachtungen sind natürlich ebenso interessant.
Ich bin schon gespannt, welche Beobachtungen folgen werden.
 
Ja, schau mal an.
Ich hätte vielleicht doch gleich "Sammelthread" drüberschreiben sollen ;)
Da sind also doch auch schon andere interwegs. Super!
Und der Captain sogar in Farbe. Daran habe ich ich am Tage noch nicht gemacht, es wäre gleichwohl gegangen, so wie die einzelnen Farbfilter rüberkamen. Leider hatte ich bei der Aufnahme oben schon Zeitdruck, denn das war kurz vor dem Meridiandurchgang, und da muss ich das Teleskop umschlagen. Danach ist das Auffinden mangels Anker (im Moment noch die Venus) schwieriger.
Die Dokumentation der Polkappe lohnt es schon allemal, und es kann ja ab jetzt eigentlich nur stetig besser werden.
Weiter so, freue mich auch mehr Bilder.
LG
Rudolf
 
Moin,
damit der Fred nicht einschläft, mal wd. ein Update. Ist leider immer noch schwierig, Mars morgens abzulichten. Da die Sonne schnell höher steigt, wird trotz früherem Mars-Aufgang das Beobachtungsfenster nicht merklich grösser.
mars_2022-04-28_enh.jpg


Interessant ist weiterhin die unterschiedliche Erscheinung der SPC mit der Rotation, auf der aktuellen Mars-Seite ist sie deutlich weniger intensiv, was auch höher aufgelöste Bilder bestätigen.
-cb
 
Es ist mal wd. Zeit für den nächsten Mars-Update. Mars ist mittlerweile "richtig gross" geworden (naja...), bei um die 6" sind nun auch ein paar mehr der klassischen Landmarks auch mit kleineren Röhren auflösbar. In der obersten Reihe z.B. erkennt man vage Olympus Mons als leicht helleren Punkt im ob. linken Bildviertel (am aufälligsten im G-Kanal). In der untersten Reihe zeichnet sich schwach der dünne Bogen unterhalb v. Sinus Meridiani ab (ob. recht. Bildviertel). Die Südpolkappe zeigt sich weiterhin ziemlich variabel. Ebenfalls ganz unten, im B-Kanal Bild, ist auch eine ungleiche Dichte erkennbar.
Es wurde (und wird) zudem in letzter Zeit an mehreren Stellen Staub aufgewirbelt :), leider waren die lokal begrenzten Ereignisse immer dann, wenn hier das Wetter schlecht oder die betreffende Mars-Seite nicht sichtbar war. In den Bildern vom 14. und 17. kann man aber wahrscheinlich noch die Überreste davon erkennen (geringerer Kontrast bedingt durch Atmosphärentrübung).
mars_05_22.jpg

-cb
 
Der nächste Mars-Update. In den letzten Wochen waren die Bedingungen interessanterweise ziemlich konstant. Leider konstant schlecht. Immerhin, es gab etliche Gelegenheiten für Mars-Aufnahmen, der Morgenhimmel gen Osten war jedoch dunstig, durchziehende Wolken störten mal mehr, mal weniger, und die Luft war ziemlich turbulent.
Am 2. Juni gab es endlich mal eine Ausnahme, eine kurze Hochdruckphase sorgte für klarere und ruhigere Luft, so dass ich das erste Mal wieder mit längerer eff. Brennweite (d.h. auch höherer Oversampling-Rate) aufnehmen konnte. Ich habe auch mal einen Versuch mit der 178 MC gemacht, also direkt in Farbe (1. Reihe). Es geht durchaus, wobei aber die Mono-Aufnahme mit Filtern (2. Reihe) doch spürbar subtiler daherkommt. Der Blau-Kanal büsst natürlich bei Tageslicht deutlich an Kontrast ein.
mars_2022-06-02_enh.jpg

Zum ersten Mal ist die SPC in ihrer Grösse weitgehend realistisch erfasst, auf dieser Seite ist sie schon recht weit zurückgegangen. Ansonsten sieht grad alles normal aus, d.h. kein Staub unterwegs. In d. unteren Reihe liegt Syrtis Mayor am linken (f-) Rand, in der rechten Hälfte ist die Spitze des Mare Cimmerium erahnbar. Auffallend ist noch die merkliche Helligkeit von Hellas (in d. unteren Reihe am f-Rand, so zw. 7-8 Uhr) , v.a. im Rot-Kanal. Das hat U.U. mit abgesetzten Staub nach den vergangenen Stürmen dort zu tun?
Mars kommt auch sehr schlank daher, mit aktuell 87% ist er schon recht nah am geringsten Beleuchtungsgrad (85% im August).
-cb
 
Hallo zusammen.
Na, dann leg ich mal nach, damit das Feuer am Brennen bleibt ;)
Heute morgen hatte ich nach Wochen voller Arbeit und ohne Chancen auf Beobachtung endlich wieder Zeit. Und oh Wunder, der Himmel war klar und blau. Nicht stahlblau, aber gut genug, um mal einen Marsversuch zu starten. Jupiter habe ich als Anker benutzt. Den konnte ich gut in meinen neuen "Digitalsucher" bringen und von da zu Mars hüpfen.
Das Seeing war morgens noch einigermaßen gut, bevor die Hitze des Tages anrollte. So habe ich am C14 mit der 2xBarlow sowie Filterrad sogar eine RGB-Reihe hinbekommen.
Anbei das Ergebnis von 10:13 MESZ. Süden oben.
Die Polkappe schmilzt bereits deutlich ab und zeigt Ungleichheiten. Im Süden (oben rechts) ist Wolkenbildung sichtbar am Morgenrand.
Links verschwindet gerade Solis Lacus. Acampsis und Phoenicius Lacus sind als zwei Punkte erkennbar über Daedalia geht es nach rechts weiter zum sehr dunkel erscheinenden Mare Sirenum. Unten ist klar der Olympus Mons erkennbar. Selbst einige kleinere Albedounterschiede in der Tharsisebene sind in Marskarten wiederzufinden.
Das Bild ist ein IRR-RGB, heißt RGB aus normalem RGB-Filtersatz und als zu ca 35 Prozent untergemischte Luminanz eine Bildkombination aus IR und R-Filter.
LG
Rudolf
 

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    2022-06-18-0810_816_IRR_RGB_s_up.jpg
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da wir von Planeten sprechen.
Habe meine Farbkamera nicht mehr. Kann man Planeten (oder Mond) auch mit der Mono und RGB Filtern aufnehmen?

Ich habe einmal den Mond mit einer Farbkamera aufgenommen, aber ich kann mich erinnern, ich hatte nicht viel Zeit, da mir der Mond immer aus dem ROI herauslief (trotz Lunare Nachführung). Daher befürchte ich wird RGB mit der Mono zeitlich noch schwieriger..
CS, Daniel
 
Hallo Daniel.
Mein Bild ist mit einer Mono-Kamera aufgenommen, der ASI290MM. Dazu ein RGB-Filtersatz.
Monokameras haben bei Planeten sogar Vorteile, die Auflösung ist in der Regel besser. Dafür der Aufwand dreifach größer.
LG
Rudolf
 
Mal wd. ein Update von mir. Aktuell ist es hier schwierig, früh morgens steht Mars direkt über dem Hausdach, und es ist erstaunlich, wieviel Konvektion da von der Tags zuvor aufgeheizten Fläche sogar am Ende der Nacht noch wirbelt. Die Nacht zum 21. war aber ausnahmsweise recht kühl, und somit die Restwärme morgens geringer.
mars_2022-06-21_enh.jpg

Viel besonderes ist grad nicht los auf dem Mars. Die Atmosphäre scheint immer noch etw. getrübt. Die SPC ist auf dieser Seite noch recht ausgeprägt. Durch den Randartefakt ists auch schwierig zu beurteilen, ob es evtl. schon Anzeichen für eine NPH gibt? Zumindest ein wenig ist die Helligkeit des B-Bildes im Norden auffällig, während bei R und G sogar der Randartefakt an der Spitze dunkler wird.
-cb
 
Hallo zusammen.

Anbei der Mars von heute Vormittag gegen 10 Uhr MESZ.
Das Seeing war sehr wechselhaft, es gab aber kurze, scharfe Momente. RGB gelang so einigermaßen, Blau war allerdings sehr schwierig.
Es ist die erste Beobachtung dieser Opossitionsrunde mit geteilter Gabelbucht - und noch so manchem Detail mehr.
Besonders beachtenswert ist die Polvergrößerung: Es scheint mir, als eine Teilung der Kappe erkennbar wäre. Mal sehen, ob sich das in nächster Zeit verifizieren lässt.
CS
Rudolf
 

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    marstab020722.jpg
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Und nun auch der 3. Juli.
Details von gestern bestätigen sich, was auch für die Teilung der Polkappe gilt. Sie dazu auch eigenes Thema.
CS
Rudolf
 

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    marstab030722.jpg
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Und hier auch der 3. Juli, nur früher. Und dann noch der 4. und 5. Am 4. waren die Bedingungen am besten. Man erkennt Syrtis Mayor am linken Rand nach und nach wegdrehen. Die SPC ist recht exzentrisch geschrumpft, auf dieser Seite ist nur noch wenig davon zu sehen. Ca. 1 Monat zuvor (Post #8) war sie noch deutlich grösser. Der Randartefakt macht's weiterhin schwer zu beurteilen, ob ein NPH sichtbar ist. Bei der visuellen Beobachtung erscheint der Nordrand jedenfalls aufgehellt.

mars-2022-07-345dk.jpg


-cb
 
Hallo zusammen.

Bei Mars habe ich derzeit einen ungefähren Vierwochenrhythmus. Nach einer Aufnahme Anfang Juli nun wieder eine im August. Vermutlich kommt die nächste dann auch erst September, weil nun bald drei Wochen Urlaub folgen...
Der Größenzuwachs macht sich bemerkbar. Gomer Sinus ist nun schon wieder leicht aufgelöst. Die Südpolkappe ist inzwischen so klein, dass sie hier praktisch nicht mehr zu sehen ist. Sie ist zudem exzentrisch, die noch sichtbaren Eismassen liegen mehr auf der anderen Seite. Dafür sind Wolken bzw. Dunstbildungen zu sehen, vor allem am Morgenrand und bis in den Norden (unten in meinem Bild!).
Auf jeden Fall wird das ein interessanter Herbst, denn Jupiter und Mars stehen dann für uns sehr hoch am Himmel. Mars marschiert übrigens zur Zeit direkt auf das Goldene Tor zu, sieht auch ohne Teleskop sehr schön.
CS
Rudolf
 

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Bekomme Lust meine beiden IS-Kameras wieder flott zu machen. Mal einen XP-Rechner aufsetzen...

Welche Brennweite nehmt ihr für Planetenvideos, as Long as possible?

CS Jörg
 
Hallo Jörg,
so lang wie geht ist schon mal ein guter Ansatz. Mein Bild ist bei rund f:36 entstanden. Manche halten das für jenseits von Gut und Böse. Mich schert das nicht, solange die Kombination gut funktioniert :))
Und das tut sie ja offensichtlich. Erreicht wird das im Übrigen mit der guten alten Okularprojektion und einem ausziehbaren Projektionsadapter, so kann ich die Vergrößerung nach Belieben bzw. Seeing variieren.
Die beste Kombination muss man für die eigene Zusammenstellung aber selbst finden. Das hängt von allen Komponenten zusammen ab.
LG
Rudolf
 
Hi Rudolf,

ok, dann schau ich mal nach den Chipgrößen, rechne mir die Bildfelder aus und wie ich mit meinem Geraffel da voran komme.

CS Jörg
 
Moin zusammen.

Der Thread braucht mal wieder "frisches Marsblut"; bitte sehr:
Heute ein Bild des Mars vom 11. Oktober abends um 22:53 UT, also an sich schon am 12. morgens 1:53 MESZ.

Da das Seeing ziemlich gut war, zu dem Zeitpunkt geschätzte 7/10, habe ich die ganz lange Brennweite genutzt. Am C14 mit 2xBarlow und ADC aufgenommen bei (laut Firecapture) etwa 13 m Brennweite, tatsächlich wird es vllt. etwas weniger gewesen sein, so bei f:32 - f:34.
20 % aus 30.000 frames wurden gestackt. Kamera: ASI485MC.

Im Gegensatz zu manch anderen bereits gezeigten Bildern neige ich eher zu einer zurückhaltenderen Farbdarstellung, wie sie auch dem Eindruck am Fernrohr näher kommt. Da wirkt die Marsscheibe nicht unbedingt kräftig rot, sondern mehr blass orange. Die Staubsturmwolken sind auch eher geblich-ocker, denn rot. Hier in Resten zu sehen im Hellas-Becken (noch besser auf vorher aufgenommenen Bildern, wo Hellas mittiger stand), dort aber vornehmlich nur noch durch die sehr helle Farbe, es sind bereits wieder Boden-Albedodetails im Hellas-Becken erkennbar, also nur noch eine sehr "staubige Luft".

Als dichter Staubsturm aber unzweifelhaft rechts über Noachis und dem südlichen Pandorae Fretum. Da sogar unterscheidbar nach verschiedenen Sturmabschnitten.Interessant ist der südliche Teil rechts am Rand. Da erstreckt sich der Staubsturm noch bis weit an die Polkalotte. Die dunkle Linie daran entlang sieht fast aus wie ein "Wolkenschatten". Allerdings sprechen die Beleuchtungsverhältnisse eher dagegen. Generell zeigt der gesamte Morgenrand, dass sich noch viel Staub in der Atmospäre befindet.

Ganz im Norden (unten) Eisnebel, der aber ebenfalls an sich sehr fein differenziert erscheint und nicht so kräftig wie in manch aktueller RGB-Abmischung.

Die feinen Bodenalbedounterschiede im Bereich zwischen der Syrte und dem Sinus meridianii sind real und kein hochgerechnetes Rauschen, sie kommen in den Aufnahmen davor und danach in gleicher Form vor.

CS
Rudolf
 

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Hallo,
ich möchte diesen schönen Thread weiterführen. Der Thread kann ja nicht so kurz vor der Opposition einfach enden.
Mars am 02.11.2022, Mare Sirenum + Mare Cimmerium,
Daten: 8" F7,5 Dobson, BW 4500 mm, IR Cut, ASI 224 MC, AS3, Registax, Fitswork, musste zwischen aufziehenden Wolken aufnehmen

Mars021122RegF.jpg

und eine kleine Animation ( nicht ganz perfekt, an den Details arbeite ich noch ) :

Mars021122Ani5.GIF


Viele Grüße Jan
 
Ich setze mal fort.
Meine letzte Mars-Aufnahme mit dem 16'' Dobson, 2,67x Düring Barlow und ZWO ASI 178 MC.
Die etwas andere Farbe im Vergleich zu euren Bildern kommt vielleicht daher, dass ich bei Mars immer einen Baader Neodymiumfilter verwende (visuell und fotografisch).

Grüße, Mario
Mars 16'' 27-10-22.jpg
 
Hallo zusammen.
Schön, dass es hier weitergeht, dann kick ich den Ball mal wieder ins Feld ;)
Eindrucksvolles Bild, Mario. Die Farbe finde ich durchaus angemessen, aber warum muss es um den Faktor 3 zu groß sein. Es würde schärfer wirken als es ist, wenn es kleiner, also eher in den 100% dargestellt werden würde, wie es aus dem Cam kam? So erinnert es ein wenig an "leere Vergrößerung".
CS
Rudolf

PS: Warum dieses Filter?
 
Hallo zusammen.
Schön, dass es hier weitergeht, dann kick ich den Ball mal wieder ins Feld ;)
Eindrucksvolles Bild, Mario. Die Farbe finde ich durchaus angemessen, aber warum muss es um den Faktor 3 zu groß sein. Es würde schärfer wirken als es ist, wenn es kleiner, also eher in den 100% dargestellt werden würde, wie es aus dem Cam kam? So erinnert es ein wenig an "leere Vergrößerung".
CS
Rudolf

PS: Warum dieses Filter?
Ich weiß nicht, warum das Forum es so groß darstellt und auch nicht, wie ich das ändern könnte.
Überall sonst und auch auf meinem PC ist das Bild viel kleiner.

Ich verwende den Neodymiumfilter immer bei Planeten, visuell wie fotografisch, da ich das Gefühl habe, dass die Bilder damit besser werden.
Einbildung oder Realität, ich mag den Filter einfach an Planeten.

Mario
 
Hallo Mario,
Ich weiß nicht, warum das Forum es so groß darstellt und auch nicht, wie ich das ändern könnte.
Überall sonst und auch auf meinem PC ist das Bild viel kleiner.
Vielleicht, weil Du es hier in den Beitrag direkt eingebaut hast, wobei es auf die Spaltenbreite hochskaliert wurde? Versuch doch mal, das Bild nur anzuhängen, dann wird es zu 100% der original dpi gezeigt.
Ich verwende den Neodymiumfilter immer bei Planeten, visuell wie fotografisch, da ich das Gefühl habe, dass die Bilder damit besser werden.
Einbildung oder Realität, ich mag den Filter einfach an Planeten.
Laut Baader:
  • Der Effekt des Elements Neodymium als Filtermaterial ist sehr beeindruckend. Als Beimischung zu optischem Glas steigert es Kontraste, verstärkt den roten Farbanteil im Bild (besonders bei Mars u. Jupiter) und es dunkelt gleichzeitig nachts denjenigen Spektralbereich ab, der besonders unter Straßenlampenlicht leidet, und der am stärksten für das nächtliche "Skyglow" verantwortlich ist.
Kann man machen, aber einen Gefallen tust Du Dir gerade bei Mars nicht unbedingt. Rot ist eh genug da, und die Farbkamera da auch gut empfindlich. Es dann noch überzugewichten geht zu Lasten vor allem des Blauanteils, und da haben die MC's ohnehin schon Probleme. Ausgeglichenere Farbgebung wäre wohl eher ohne dieses Filter zu erwarten. Allerdings muss dann separat ein UV/IR-Sperrfilter vor die Kamera, sonst gibt's schiefe Farben.
CS
Rudolf
 
Nun aber auch noch ein substanzieller Beitrag:

Hat zwei Tage gedauert, bis ich meine Märse aus der Nacht vom 4. auf den 5. November zusammenschraubt hatte. Nun kommen sie anbei.
An sich, wie so oft in den letzten Wochen, stand eine Beobachtung gar nicht unbedingt zu erwarten. Immer sind mindestens tagsüber Wolken im Spiel, abends auch hohe, die sichtbar dämpfen, aber die jahrzehntelange Erfahrung sagt ja auch, dass dies durchaus für gutes Seeing stehen kann (aber lange nicht muss!).
Einen Versuch ist es dann aber immer wert, mal nachzuschauen.

Tatsächlich war das Seeing das beste seit Langem am Mars, gleichwohl immer noch viel besser als eine 5/10. Es waren aber immerhin schon beim Fokussieren Details erkennbar und das Scharfstellen brauchte diesmal nicht so lange wie sonst, obwohl es bei fließendem Seeing immer noch schwierig genug war.

Drei R-G-B-Komposite binnen etwas mehr als 30 Minuten hab ich zustande bekommen. Es sind genaugenommen R-RGB's, ich habe das Rot zart in den nicht von meteorologischen Erscheinungen betroffenen Bereichen selektiv als Luminanz genutzt

Direkt mittig im letzten Bild ist oben Solis Lacus. So aufgelöst habe ich das alles seit zwei Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen. Und endlich ist sogar Detail in der Nordpolregion zu sehen. Die weißen Flecken rotieren sichtbar mit, was die Frage aufwirft, ob es nur Eiswolken sind oder vielleicht sogar schon Poleis.

Der gelbliche Morgenrand deutet darauf hin, dass immer noch global Staub in der Atmosphäre ist. Das lässt sich an einem generell kontrastgeschwächten Eindruck des gesamten Planetenbildes ablesen. Ganz oben im Süden sind immer noch vereinzelt dichtere Staubgebiete auszumachen Bei der Darstellung dieser Phänomene sind die R-G-B-Komposite klar im Vorteil gegenüber Farbdirektaufnahmen. Da kommen Staub wie Eiswolken nicht so deutlich zum Tragen, wie man an Thomas' Bild ganz gut im Vergleich sehen kann.

Ein erster Vergleich mit Marskarten 2020 zeigt zudem, dass es durch den Staubsturm möglicherweise zu kleineren Veränderungen in der Albedostruktur gekommen ist. Das wird aber in den kommenden Wochen noch deutlich besser zu untersuchen sein.
CS
Rudolf
 

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    marstab_221104.jpg
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Kann man machen, aber einen Gefallen tust Du Dir gerade bei Mars nicht unbedingt. Rot ist eh genug da, und die Farbkamera da auch gut empfindlich. Es dann noch überzugewichten geht zu Lasten vor allem des Blauanteils, und da haben die MC's ohnehin schon Probleme. Ausgeglichenere Farbgebung wäre wohl eher ohne dieses Filter zu erwarten. Allerdings muss dann separat ein UV/IR-Sperrfilter vor die Kamera, sonst gibt's schiefe Farben.
CS
Rudolf
Danke Rudolf!
Ich fotografiere einfach sehr selten und wenn, dann einfach mal rasch mit der ZWO ASI 178 MC wie hier.
Sonst bin ich fast nur visuell unterwegs. Mehr als 1-2 Marsbilder pro Saison sind es nicht.

Aber, wenn ich mal wieder fotografiere, versuch ich dran zu denken.

Mario
 
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