Ich halte es für einen vom cleveren Markus Ludes erfundenen Mythos, dass kleine Sehfelder in irgendeiner Form günstig seien für die Planetenbeobachtung. Ich glaube, er hat damals seine "weltbesten Planetenokulare" mit Wellensittichaugenlinsen so vermarktet (TMB Supermonocentric ).
Na ja die Monos sind schon ein Extremfall, das SGF ist hier ja noch mal deutlich kleiner als bei Orthos und die TMB Supermonocentric waren ja auch sehr sehr teuer.
Na ja sie wurden in Deutschland hergestellt von einer Firma in Berlin die zwar absolute Spitzenqualität liefert aber leider auch zu extrem hohen Preisen.
Hier gab es wenn ich die Preise noch richtig in Erinnerung habe auch keinen Preisvorteil gegenüber den Naglern.
Damit wäre in dem speziellen Fall natürlich ein gewichtiges Argument für die einfache Bauform hinfällig.
Es gibt ja aber auch andere Okulare mit einfacher Bauformen die an F11 sehr sehr gut sind und lediglich 1/5 des Preises eines Naglers kosten.
Da stellt sich dann natürlich schon die Frage warum man das 5 Fache für ein Nagler bezahlen soll obwohl das sogar noch schlechter ist, auch wenn der Nachteil des Naglers nur gering sein mag.
Die vielen Linsen und letztlich auch der extreme Preis ergeben sind beim Nagler ja nur wegen des großen SGF das ich am Planeten gar nicht brauche.
Jupiter ist jee nach Entfernung um die 50“ groß, das sind 0,013°
Ein Ortho mit 42° SGF zeigt bei 200 flacher Vergrößerung 0,21° wahres Feld.
Das ist 16 mal größer als Jupiter.
Das sollte doch nun wirklich dicke reichen.
Ich brauche da kein Nagler das mir dann bei 200fach ein 32 mal so großes Feld zeigt
Und da brauche ich auch nicht den 5 fachen Preis für das Nagler zum Fenster rauswerfen nur damit das Feld dann bei 200fach 32 statt 16 mal so groß wie Jupiter ist.
Wer ernsthaft Planeten beobachtet und sich da auf Details auf deren Oberfläche konzentriert der braucht kein gigantisches Feld um den Planeten drum rum das nur ablenkt und im ungünstigen Fall auch noch Streulicht einfängt.
Das der Dobson Schubser das mangels Nachführung anders sieht muss einem mit ordentlicher Nachführung nicht interessihren.
Im Übrigen lässt auch ein Nagler am Feldrand nach.
Optimalerweise beobachtet man immer auf der Achse, auch beim Nagler.
Planeten mangels Nachführung am Feldrand eines Naglers beobachten zu müssen ist also sowieso nur ein Kompromiss und den muss jemand mit Nachführung nicht eingehen.
Mehr Linsen haben meiner Ansicht nach auch keinen negativen Einfluss, denn die paar wenigen % Helligkeitsverlust durch die mittlerweile nahezu perfekten Vergütungen, fallen bei der Planetenbeobachtung gar nicht ins Gewicht. Es müssen nicht wenige, sondern gute Linsen sein!
Es geht hier nicht nur um den reinen Lichtverlust sondern um den Kontrastverlust durch Streulicht an jeder Glas/ Luftfläche.
Ein Okular ist nah am Fokus wo das Licht entsprechend konzentriert ist und Streulicht umso intensiver zum Tragen kommt.
Gerade bei so hellen Objekten wie Planeten.
Es kann zb. auch zu internen Reflexen zischen den Linsen kommen die im Gesichtsfeld landen.
Außerdem stellt jede Linse eine potentielle Fehlerquelle dar und je mehr potentielle Fehlerquellen man einbaut umso schwieriger wird es unterm Strich eine hohe Qualität zu erreichen.
Die beste Linse ist die die gar nicht vorhanden ist denn die ist immer perfekt.
Grüße Gerd