Hallo Freunde
Wenn man ein Teleskop mit 3,8 Meter Brennweite hat so wird man in Sachen Okulare schon ein gutes Stück über den Tellerrand hinaus schauen müssen wenn man noch ein brauchbar großen Himmelsabschnitt überblicken möchte. Ich erinnere dazu erst einmal an diesen
Beitrag #27.
Mit 2"-Zubehör ist man bei 3,8 Meter Brennweite auf 0,7° oder 42,5 Bogenminuten schon sehr stark eingeschränkt. Die kleinen 2"-Reducer für SC bringen da mit einem freien Durchgang von ca. 42-43mm auch keine Abhilfe. Das Gesichtsfeld mag dadurch etwas größer werden aber die Ausleuchtung ist damit miserabel. Man Benötigt hier also eine Shapleylinse die einen Bildkreis von mindestens 60mm erfassen kann. Meines Wissens liefert das nur die Shapleylinse mit 80mm Durchmesser vom Giant Easyguider. Das mag bei F12,5 gerade noch hinreichend gut abbilden denn diese Linse ist für die F10-SC-Optiken und deren Aberrationen im Feld gerechnet. Bei F20 gerät hier diese Korrektur von Koma zur Farce denn die Sterne verziehen sich zum Bildrand hin mehr und mehr zu "Einsteinbögen" oder langen "Bananen". Also bei F 12,5 mag das noch gehen bei F20 gehts nicht. Man sollte das aber mal mit einem Giant Easyguider bei F 12,5 ausprobieren. An einem C14 scheint das gut zu funktionieren.
Der bessere Weg währe aber direkt auf 3"-Okulare zu setzen. Damit lassen sich Feldblenden von bis zu 70mm realisieren das heißt hiermit sind bei 3800mm Brennweite Gesichtsfelder von bis zu 1° 03´möglich. Das ist um die Hälfte mehr als das 2"-Steckmaß her gibt. Wie solche Sachen aussehen zeigt das beigefügte Bild. Wenn der Steve hier mal was ausprobieren möchte so soll er mich mal kontaktieren. Ich bin sicher da lässt sich zum Ausprobieren etwas organisieren.
Als Okularbrennweite empfiehlt sich hier 65-75mm wie zum Beispiel die 75mm Okular-Prisma-Kombination von Rodenstock mit 65mm Feldblende und sehr angenehmen Einblick. Da spart man sich nebenbei den Zenitspiegel! Das passt vom Lichtweg her gut. Okularbrennweiten von 65-75mm realisieren 5,2-6mm Austrittspupille. Nachteil: für solch große Feldblenden gibt es leider keine Nebelfilter sondern nur Neural- und UV-Filter aus dem Fotozubehör. Eine Möglichkeit währe es den Filter hinters Okular direkt vors Auge zu platzieren.
Ein anderes Thema ist die Planetenbeobachtung. Ich kann einem erbsengroßen Jupiter nicht viel abgewinnen. Am 250er Schiefspiegler fange ich in der Regel bei mittelmäßigen Seeing mit einem 21er oder 19er Okular bei 238-263-fach also bei ca. 1mm Ap. an. Das mag jetzt für einige hier sich nach übertrieben viel anhören aber der Schiefspiegler bietet hier in Sachen Bildschärfe und Kontrast genügend Reserven und es hat sich immer wieder gezeigt, daß wenn diese Vergrößerung "nicht geht" eine Planetenbeobachtung an diesem Abend sich kaum lohnt denn außer ein paar flaue Bänder und total zerspreckelte Monde bekommt man dann nichts zu sehen. Dann ists nichts mit GRF, Mondschatten oder gar Mondtransits. Wenn doch an diesem Abend was geht lässt sich die Vergrößerung an Jupiter bis auf 385-fach steigern ohne in Sachen Schärfe oder Kontrast Abstriche machen zu müssen.
Sehr lohnenswert ist die Beobachtung mit Binoansatz. Hier ist auf einen möglichst großen freien Durchlass für große Feldblenden zu achten und möglichst kurze Lichtwege. Zu empfehlen ist hier das 32mm Prisma von Baader, das benötigt nur ca. 40mm Lichtweg. Auf Glaswegkorrektoren sollte man bei F12,5 komplett verzichten. Der Farbfehler ist bei diesem Öffnungsferhältnis unbedeutend und der kleine freie Durchlass dieser Korrektoren schränkt mehr die Ausleuchtung ein als das man da was an Lichtweg gewinnt zumal die Dinger die an sich schon lange Brennweite nochmals verlängern.
Der Ratschlag zum ADK ist zwar gut gemeint aber wir haben 3,8 Meter Brennweite und da braucht man einen möglichst großen Bildkreis, der leider durch diese ADKs mit eine freien Durchgang von 17mm (great star)-22mm zumal noch vor einem Bino also 110mm vor dem Okular unser Lichtbündel zu sehr einschränkt. Ich denke, man verliert hier mehr als das man gewinnt.
Bei 5 Meter Brennweite beginne ich eine Planetenbeobachtung am Bino mit 27mm-Okulare. Das ist nominell eine 185-fache Vergrößerung. Aber mit zwei Augen betrachtet wirkt das alles um den Faktor 1,4-fach größer. Wir haben also eine Vergrößerung die "gefühlt" wie 259-fach wirkt. Das läßt sich dann bei guten Verhältnissen bis zu 17,4mm Okularbrennweite steigern. Dann sind wir bei nominal 287-facher und gefühlt 402-facher Vergrößerung. Jupiter kommt dann so groß rüber wie eine 2€-Münze aus 30-40cm Entfernung betrachtet.
Sollte einmal die Anfangsvergrößerung mit den 27er Okularen zu heftig sein so kann ich noch auf die 31mm Hyperion Aspheric zurück greifen. Sie bringen mir mit 30mm Feldblenden das größtmögliche Gesichtsfeld was am Bino noch zu erreichen ist. Dazu ist allerdings ein Bino mit möglichst großen Prismen nötig.
Nun, es gibt auch Binos für 2"-Okulare deren Lichtweg ist alledings dermaßen lang das der Backfokus in Verbindung mit einem 2"-Zenitspiegel / Prisma kaum noch mit dem Maksutov zu erreichen ist. Man wird da mit einem Backfokus von 300-400mm rechnen müssen.
viele Grüße
Peter