KayAlf
Aktives Mitglied
Hallo zusammen...gerade kürzlich habe ich einem Forenmitglied - mittlerweile ist auch er im Stuhlkreis der Selbsthilfegruppe aufgenommen - mal die Möglichkeiten der Beroflex Wundertüten verklickert und im Nachgang gedacht, das halten wir doch mal für die Nachwelt fest, weil es öfter Fragen dazu gibt und ich jetzt auch endlich mal offen über meinen Fetisch (*) sprechen will. Rumprotzen mit Okularen kann doch jeder, Varianten der Low-Cost-Einstiegsdroge sind das einzig Wahre...
(*) Wiktionary 'Fetisch' : kultischer Gegenstand, dem besondere Eigenschaften zugesprochen werden, im 18. Jahrhundert von französisch fétiche entlehnt, das auf portugiesisch feitiço „Zauber, Zaubermittel“ zurückgeht
Bekanntlich gibt's von der originalen Beroflex Wundertüte 2 Versionen, die etwas längere der 1. Generation und die kürzere der 2. Generation, diese sogar in verschiedenen Kleidchen...das klassische kleine schwarze und die (bei Kälte sehr angenehme) Latex-Version in tarn-grün.
Nachbauten der Wundertüten gibt's auch...aber das ist wie Kekse ohne 52 Zähne. Bei einem weißen Hanimar (Hanimex-Version) bin ich dennoch schwach geworden, die weiße Farbe hat was für sich...leider nicht die optische Performance, die liegt merklich hinter dem Beroflex.
Hier die maximale Eskalationsstufe eines Hanimar mit Carl Zeiss Jena Winkeltubus-/Binokombination vom CZJ Mikroskop für 30 mm Okulare, diese sind stilecht vom Rollei / Docter Notarem 10x40B (f ok = 13 mm):
Weitere wesentliche Unterscheidungsmerkmale der Beroflex Wundertüten:
Gen1: Filtergewinde 72mm, ehr einfarbige, meist bräunlich schimmernde Vergütung, weit nach hinten herausragende Zerstreuungslinse, deren Durchmesser größer als bei Gen2 ist
Gen2: Filtergewinde 67mm, mehrfarbig schimmernde Vergütung, hintere Zerstreuungslinse kleiner als bei Gen1 und nicht so weit hinter der Stativschelle herausstehend
Die Genialität der Wundertüte / Adaptionen ohne Ende:
Beide Wundertüten enden im Originalzustand auf T2 Gewinde (Siehe 1. Bild), also M42x0,75 mit 55mm Auflagemaß (Abstand des unendlich-Fokus zur Gewindeanlagefläche des T2-Gewindes). Diesen etwas mageren Backfokus kann man auf einfachste Art um locker 85mm vergrößern, indem man das hintere leere Tubusstück der Wundertüte gleich hinter der Stativschelle abschraubt. Und zum Vorschein kommt ein M48x0,75 Gewinde, mit dem man allerlei sinnvolle Dinge adaptieren kann:
1,25" Zenitspiegel / Zenitprismen...Baader Zenitspiegel und -prismen...Amici-Prismen...2" Spiegel und bestimmt noch vieles mehr, was sich irgendwie im erweiterten Backfokus von ca. 140mm unterbringen läßt...das Beroflex ist damit sogar Bino-tauglich.
Wenn man erstmal angefangen hat, die Möglichkeiten der Wundertüte richtig auszuloten, bemerkt man irgendwann die schmerzliche Schwachstelle des Beroflex...die Stativschelle. Diese ist ab einer gewissen Gewichtsklasse (z.B. 2" Zenitspiegel und 2" 40 mm Rodenstock Gigant) nicht mehr stabil genug, sie wackelt auf dem Tubus, egal wie fest sie angezogen wird. Aber auch da gibt's für den versierten Bastler mit 3D-Drucker Abhilfe (mein nächstes Projekt). Hier der Entwurf einer Doppelschelle auf Vixen-Schiene mit zusätzlichem Handgriff:
Wer bis hier durchgehalten hat, wird im 2. Teil mit konkreten Ausbaustufen angefixt. Gerne gebe ich zu den einzelnen benötigten Adapterringen Hinweise, wenn jemand mit der Auswahl der benötigten Teile bei den bekannten Händlern (z.B. hier) nicht klar kommt.
Noch ein Hinweis: Die hier gezeigten Ausbaustufen sind alle funktionsfähig, Unendlich-Fokus wird problemlos und mit genügend Reserve erreicht.
Wir sehen uns gleich im 2. Teil,
viele Grüße Kay
(*) Wiktionary 'Fetisch' : kultischer Gegenstand, dem besondere Eigenschaften zugesprochen werden, im 18. Jahrhundert von französisch fétiche entlehnt, das auf portugiesisch feitiço „Zauber, Zaubermittel“ zurückgeht
Bekanntlich gibt's von der originalen Beroflex Wundertüte 2 Versionen, die etwas längere der 1. Generation und die kürzere der 2. Generation, diese sogar in verschiedenen Kleidchen...das klassische kleine schwarze und die (bei Kälte sehr angenehme) Latex-Version in tarn-grün.
Nachbauten der Wundertüten gibt's auch...aber das ist wie Kekse ohne 52 Zähne. Bei einem weißen Hanimar (Hanimex-Version) bin ich dennoch schwach geworden, die weiße Farbe hat was für sich...leider nicht die optische Performance, die liegt merklich hinter dem Beroflex.
Hier die maximale Eskalationsstufe eines Hanimar mit Carl Zeiss Jena Winkeltubus-/Binokombination vom CZJ Mikroskop für 30 mm Okulare, diese sind stilecht vom Rollei / Docter Notarem 10x40B (f ok = 13 mm):
Weitere wesentliche Unterscheidungsmerkmale der Beroflex Wundertüten:
Gen1: Filtergewinde 72mm, ehr einfarbige, meist bräunlich schimmernde Vergütung, weit nach hinten herausragende Zerstreuungslinse, deren Durchmesser größer als bei Gen2 ist
Gen2: Filtergewinde 67mm, mehrfarbig schimmernde Vergütung, hintere Zerstreuungslinse kleiner als bei Gen1 und nicht so weit hinter der Stativschelle herausstehend
Die Genialität der Wundertüte / Adaptionen ohne Ende:
Beide Wundertüten enden im Originalzustand auf T2 Gewinde (Siehe 1. Bild), also M42x0,75 mit 55mm Auflagemaß (Abstand des unendlich-Fokus zur Gewindeanlagefläche des T2-Gewindes). Diesen etwas mageren Backfokus kann man auf einfachste Art um locker 85mm vergrößern, indem man das hintere leere Tubusstück der Wundertüte gleich hinter der Stativschelle abschraubt. Und zum Vorschein kommt ein M48x0,75 Gewinde, mit dem man allerlei sinnvolle Dinge adaptieren kann:
1,25" Zenitspiegel / Zenitprismen...Baader Zenitspiegel und -prismen...Amici-Prismen...2" Spiegel und bestimmt noch vieles mehr, was sich irgendwie im erweiterten Backfokus von ca. 140mm unterbringen läßt...das Beroflex ist damit sogar Bino-tauglich.
Wenn man erstmal angefangen hat, die Möglichkeiten der Wundertüte richtig auszuloten, bemerkt man irgendwann die schmerzliche Schwachstelle des Beroflex...die Stativschelle. Diese ist ab einer gewissen Gewichtsklasse (z.B. 2" Zenitspiegel und 2" 40 mm Rodenstock Gigant) nicht mehr stabil genug, sie wackelt auf dem Tubus, egal wie fest sie angezogen wird. Aber auch da gibt's für den versierten Bastler mit 3D-Drucker Abhilfe (mein nächstes Projekt). Hier der Entwurf einer Doppelschelle auf Vixen-Schiene mit zusätzlichem Handgriff:
Wer bis hier durchgehalten hat, wird im 2. Teil mit konkreten Ausbaustufen angefixt. Gerne gebe ich zu den einzelnen benötigten Adapterringen Hinweise, wenn jemand mit der Auswahl der benötigten Teile bei den bekannten Händlern (z.B. hier) nicht klar kommt.
Noch ein Hinweis: Die hier gezeigten Ausbaustufen sind alle funktionsfähig, Unendlich-Fokus wird problemlos und mit genügend Reserve erreicht.
Wir sehen uns gleich im 2. Teil,
viele Grüße Kay








