Ich meinte auch hauptsächlich die Kreissegmente
Hallo Frank
Meinst du Kreissegmente oder Ellipsensegmente? Erstere sind für den Selbstbau einfacher herzustellen. Ich habe das mit einer Oberfräse und einem selbstgemachten Kreisanschlag gemacht. Man dann das aber auch mit der Hand sägen, die Unebenheiten so gut es geht mit der Raspel wegmachen und den Rest ausgleichen, in dem man einfach ein dünnes Blech oder einen Kunststoffstreifen drauf klebt oder schraubt. Letzteres gleicht eigentlich so ziemlich alles aus, was du vorher verbockt hast.
Meine wird mit einen EQ1 Motor über eine Polyacrly Zahnstange angetrieben, die ich einfach auf das Kreissegment geklebt habe. Als Laufräder habe ich Kinderinlineskate Rollen für 6,99€ genommen. Gut, das kann ich nicht so empfehlen. Die sind zu elastisch, sodass man den Dobson nicht mehr so präzise ausrichten kann. Visuell ist das nicht dramatisch. Aber bei 3-4m Brennweite ist es eine Herausforderung den Planet präzise auf dem kleine Sensor einer Planetenkamera zu positionieren. Da sind Rollen für diese Möbelroller besser. Die sind härter, aber immer noch weich genug um Unebenheiten auszugleichen.
Die Motorsteuerung des EQ1 ist etwas fummelig. Dafür hat das Teil für wenig Geld schon eine integriert. Ich hab die Steuerung abgelötet und durch etwas eigenes ersetzt. Das muss man aber nicht unbedingt. Was auch erstaunlich gut funktioniert hat, war einfach ein kleines Handrad auf das Geschwindigkeitshebelchen zu kleben.
Meine Plattform hat in Summe 150€ gekostet. Das ginge aber auch für weniger als die Hälfte, wenn man statt Kugellager für das Südlager eine Kugelkopfschraube und einfaches Sperrholz aus der Restekiste oder dem Sperrmüll verwendet. Der Rest hat zusammen keine 50€ gekostet, wovon der größte Teil für den Motor drauf ging.
Bei 400x bleibt ein Planet bei mir locker 5-10min im Bildfeld eines Plösslokulars, wenn ich das einigermaßen ausrichte und einstelle. Wie lange man den Planet stabil halten kann, liegt weniger daran, wie präzise die Plattform gebaut ist. Auf einen mm kriegt man das sogar über eine Schablone mit der Handsäge genau hin. Bei 50cm Radius des Segments sind das 0,2%. Das entspricht am Himmelsäquator einer Drift von 2"/min. Für deine Anforderungen reicht also Handarbeit locker aus.
Das Problem bei der Drift ist eher, dass man den Motor deutlich weniger genau einstellen kann. Selbst mit meiner PWM Steuerung geht das nur auf 1-2% genau. Aber selbst 2% führen im ungünstigstens Fall zu 20" Drift pro Minute. Damit steht der Planet mit 400x nach 5min immer noch im Okular.
Die größte Driftquelle ist aber die Einnordung. Mit dem Kompass und Wasserwaage aufstellen reicht visuell aus. Auf 1-2° kriegt man das so hin. Es reicht sogar, wenn man sich eine Markierung macht und daran grob auf den Polarstern ausrichtet. 5° Abweichung führen zu 80"/min Drift. Das sind in deinen 5min 10 Jupiterdurchmesser. Da lohnt es sich etwas genauer zu arbeiten. Hört sich aber schlimmer an als es ist. Denn erstens kompensiert man durch die Regelung des Nachführmotors den RA Anteil automatisch und zum anderen ist das immer noch Gold im Vergleich zu der Schubserei beim Dobson. Die Ausrichtung hat also wesentlich mehr Anteil an der Drift als selbst der übelste Selbstbau mit zwei linken Händen und der Handsäge.
Letzten Endes habe ich meine Konstruktion durch Nachdenken und eine selbst überlegte Einnordungsroutine so genau hingekriegt, dass sie über einen kompletten Durchlauf des Kreissegments von über einer Stunde nur ca. 2' driftet. Den meisten Effekt hat tatsächlich die Einstellung des Motors und das präzise aufstellen. Die Genauigkeit des Baus ist sekundär. Da musst du schon echt grob murksen, dass das deswegen nichts wird.
Was dennoch nicht so gut funktioniert sind Langzeitbelichtungen. Theoretisch sollte ich zwischen 10 und 30s aufnehmen können. Praktisch ist es so, dass die Plattform "rau" läuft. Da ist irgendwo eine Resonanz drin, sodass ein Stern z.B. bei 10s einmal komplett unscharf ist und beim nächsten Frame sauber definiert. 1-2s gehen. Darüber bekomme ich immer mehr Ausschuss. Ich vermute, das liegt an den weichen Inlinerrollen. Die gleichen zwar sämtliche Unebenheiten aus und sorgen für einen homogenen Lauf, aber offenbar ermöglichen sie auch einen Übertrag von Schwingungen vom Motor auf die Plattform.
Hier sind ein paar Beispiele, die ich mit der Plattform gemacht habe:
nicht der begnadete Handwerker
Das ist alles Übung. Als du das erste mal dein Musikinstrument in den Händen gehalten hast, hast du dich sicher auch nicht so gut angestellt wie heute

Jeder der eine leserliche Handschrift hinbekommt, hat genug Feinmotorik um das hinzukriegen.
Grüße
Joachim