Ich gehe oft raus, also es sollte gut zum transportieren sein (also zu Fuß). Lebe auch in einer Stadt, also diese Info ist sicherlich relevant.
Was ist für dich die Belastungsgrenze in kg? Wie weit musst du es tragen? Ist es möglich mehrmals zu gehen und den Rest bis dahin alleine stehen zu lassen?
Sowas wie einen Seestar für Planeten gibt es nicht. Und es braucht praktisch zwingend eine Nachführung. Also Teleskop plus Montierung plus Stativ plus Stromversorgung plus Kamera und Laptop. Selbst die kleinsten Modelle kriegt man so nur schwer auf einen Rutsch getragen. Und auch das nur, wenn man einen Rucksack, Rollkoffer oder so was in der Art hat, der speziell darauf abgestimmt ist.
Von Gewicht und Maßen fällt zu Fuß eigentlich alles außer einem kompakten, leichten Cassegrain System raus. Die sind aber geschlossen, d.h. sie brauchen lange zum Auskühlen.
Automatische Nachführung ist meiner Meinung Pflicht. Im Prinzip geht das auch ohne, aber ich denke 99% der Leute haben an sowas dann keinen Spaß. Vor allem nicht als Anfänger wenn man vom Seestar kommt. Man kann sich aber auch ein Set mit nachgeführter Montierung und einem 4-5" Maksutov holen. Mit 5" sieht man mehr, dafür wackelt es deutlich mehr wenn man unbedingt im Budget bleiben will. Newton geht im Prinzip auch. Ist günstiger, muss aber jedes mal justiert werden und man braucht noch eine gute Barlow Linse um die Brennweite zu verlängern.
Wenn man etwas Komfort braucht, fallen mir bei dem Budget eigentlich nur die günstigeren Modelle aus der Nexstar Serie oder vielleicht der Skymax Serie ein. Vielleicht nicht den Achromat, sondern die kleinen Maksutovs oder SCs.
Vielleicht sowas in der Art aus der Skymax Serie von Skywatcher. Das ist ein 4 Zöller und das sieht so aus, als ob man das noch einigermaßen getragen bekommen kann. Was das Teil taugt, kann ich aber nicht sagen. Es ist auf jeden Fall azimutal montiert. D.h. wenn du Videos von Mond und Planeten aufnimmst, dreht sich das Bild. So 1-2min wird man aufnehmen können. Ab da werden die Stacker vielleicht Probleme machen. Dafür ist das Bild gleich eben und die Brennweite ist nativ schon so, dass man direkt die Kamera reinstecken kann. Es bleibt sogar noch genug Budget für eine günstige Planetenkamera. Ohne letzteres macht das meiner Meinung auch keinen Spaß. Mit Handy oder Consumer Cam hat das alles seine Grenzen. Mit ersterem muss man Okularprojektion machen und das ist komprimiert, bei letzterem sind die Videos komprimiert oder man bekommt nicht ausreichend schnell genug Bilder zusammen.
Als 5" gibt es den Skymax auch auf einer äquatorialen Montierung. Aber da ist wieder das Budget eng.
Mit einem 4-5" Maksutov Cassegrain kann man schon ordentlich was erreichen bei Mond und Planeten. Man sollte dem Teleskop aber mindestens eine Stunde zum Auskühlen geben. Solange sich die Teile nicht an die Umgebung angepasst haben, bleibt das Bild schwammig.
Für Mond und Planetenfotografie gibt es aber noch keine Vollkasko Lösungen wie den Seestar. Das muss man noch weitestgehend selber machen. Letzten Endes ist das Teleskop gar nicht mal so entscheident für das was hinten bei raus kommt. Wenn man bei der Aufnahme und vor allem Bildbearbeitung weiß, was man tut, kann man aus jedem Kinderteleskop fantastische Bilder herauszaubern. Irgendwann limitiert einem halt die Auflösung, wenn die Öffnung klein ist. Dafür kann man die aber auch an den meisten Tagen nutzen. Mit größeren Teleskopen wird es irgendwann nur zu einer Jagd nach dem wenigen Tagen mit dem besten Seeing. Abgesehen davon muss man die Bleiklötze dann auch noch jedes mal rumschleppen. Im eigenen Garten oder mit dem Auto mag das ok sein, aber zu Fuss kannst das vergessen.