4" ED Refraktor für Mond, Jupiter, Doppelsterne und helle DS: welcher?

Das ein F8 Triplet mit OK4 farbreiner ist sollte nicht verwundern.
Ob man den SD125 deswegen aber als nicht besonders farbrein hinstellen sollte ist doch sehr fragwürdig.
Erst mal sollte man bedenken das im von dir gezeigten LSA Diagramm vom F8 Triplet nur ein kleines Spektrum von 480 bis 644nm gezeigt wird.
Beim SD125 sind es 436 bis 680nm!!!
Der SD125 sieht allein deshalb schon deutlich schlechter aus.
Würde man auch beim SD 125 lediglich 480 bis 644nm zeigen sähe das LSA Diagramm viel besser aus und der Unterschied zum Triplet wäre entsprechend geringer.

Man sollte bei der Beurteilung der Farbkorrektur auch einen Praxisbezug herstellen und nicht stur nach Ausmaß urteilen.
Vernünftig wäre der Bezug zum Beugungsscheibchen und da liegt der SD 125 mit RC 1,1 an der Grenze zum Voll APO.
In Anbetracht dessen ist deine Behauptung er wäre nicht besonders farbrein nicht gerechtfertigt.

So etwas würde ich bei RC Werten größer 2 oder 3 sagen aber nicht bei RC1,1
Und man erkennt die recht gute Farbkorrektur des SD125 auch am Polystrehl von 0,95.
Ja das F8 Triplet mit OK4 kommt vielleicht auf Polystehl 0,98 aber der Unterschied wird in der Praxis zumindest visuell kaum noch zu bemerken sein.

Grüße Gerd
 
Hallo zusammen Hallo Gerd,
So ist es. Also der Farbfehler vom TS125 SD ist so gering und für mich zumindest mit Prisma absolut nicht sichtbar im Fokus auch nicht bei knapp über 300 Fach. Und das kann das Ding. Es ist daher für mich eine absolute Empfehlung. Damit, sollte ich nicht zufällig im Lotto gewinnen und mir ein TSA 120 dann über den Weg laufen, der dann vielleicht so 5 Prozent besser ist, bis auf meine Tage beobachten. Es ist ein wunderbares Instrument. Hätte ich bessere Bedingungen und einen fixen Platz so würde Dein APM 152 noch super dazu passen.

Das mit den Beugungsscheibchen ist halt wirklich speziell. Ich hab ja auch ein paar Achromaten gehabt unser anderem den Vixen 102 m und den Vixen NA 120. Der war damals so teuer in Relation zur Kaufkraft wie heute vielleicht ein TSA 120. Sehr scharf ja, sehr ebenes Bildfeld, ein 4 Linser aber bei guten Bedingungen keine Chance gegen den TS125. Auch keine gegen den TS 115 Dreilinser. Da war mal ein Kollege am Berg und wir konnten 1:1 vergleichen.

Aber der NA 120.hat absolut symmetrische Beugungsfiguren gezeigt intra und entrafokal, während der Farbfehler kaum besser als beim 102 M war. Wer diese Teleskope noch kennt, da war ein langsames Duplett vorne und ein Korrektor/Reducer hinten vor dem Oklularauszug fix eingebaut. Meiner hatte 120mm Durchmesser und die gingen bis 140 mm.
Bei gutem Bedingungen also ist der TS 125 Welten besser, allerdings kann ich mich auch nicht erinnern, dass der so seeinganfällig war.

Ich hab gestern Jupiter kaum scharfstellen können und ich glaube nur einmal mit Blaufilter den GRF gesehen zu haben und bin mir nicht ganz sicher. Weil vielleicht diese enge Fokus Toleranz das ausmacht.

Off topic: Sirius war geil, war auf der Suche nach der B Komponente und fand ein Kaleidoskop vor. Ein kleiner Kugel Sternhaufen, der in allen Regenbogenfarben schillerte und das dynamisch und gleichzeitig. Sehr hübsch wirklich aber naja die B Komponente fand ich nicht 🤣🤣🤣.

Aber wie gesagt sonst kann der Jupiter auflösen, dass man meint man sei Luke Skywalker und fliegt gerade daran vorbei 😉🤣. Also das Ding ist nach wie vor meine Empfehlung für ein Upgrade oder besser eine Ergänzung zum 76er absolut.

LG
Franz

IMG_20250119_144926.jpg
 
Der TS SD 125 erreicht bei Optimierung der Lage der Schnittweiten mittels 60mm Glasweg Polystehl 0,95.
Hallo Gerd,
was würdest du als Glasweg empfehlen?
Das müsste ja dann schon ein 2" Prisma sein, oder würde das auch mit einem Binokularansatz ohne GWK funktionieren?
Ich denke ein paar Millimeter mehr oder weniger Glasweg spielen keine große Rolle?
LG
 
Off topic: Sirius war geil, war auf der Suche nach der B Komponente und fand ein Kaleidoskop vor. Ein kleiner Kugel Sternhaufen, der in allen Regenbogenfarben schillerte und das dynamisch und gleichzeitig. Sehr hübsch wirklich aber naja die B Komponente fand ich nicht 🤣🤣🤣.
OT: Sirius B kommt in unserem 115/1000 Triplet von 50x bis 200x, bei gutem bis sehr gutem Seeing, 49° N.
 
Hallo Gerd,
was würdest du als Glasweg empfehlen?
Das müsste ja dann schon ein 2" Prisma sein, oder würde das auch mit einem Binokularansatz ohne GWK funktionieren?
Ich denke ein paar Millimeter mehr oder weniger Glasweg spielen keine große Rolle?
LG
Hallo Quanten,

beim 125er SD Apo kann man das nicht pauschalisieren ich weiß von mehreren Exemplaren die schon mit wenig Glasweg einen Blausaum zeigen und mit ZS recht farbrein abbilden. Ich orientiere mich da lieber an der Praxis bzw. dem konkret vorhandenen Apo als an irgendwelchen Rechnungen die auf pauschalen Annahmen basieren.

Viele Grüße Felix
 
Meiner ist schon ein paar mehr Jahre bei mir. Kann schon sein, dass die auch bei dem Modell ein wenig Feintuning später betrieben haben. Prismen sind ja nicht mehr ganz so "in".
Fast jeder nimmt einen Zenitspiegel, weil doch außer ein paar Unentwegten wie ich kaum jemand rein visuell beobachtet.

Aber wie gesagt beim meinem TS würde es mir sicher auffallen. Beim Lacerta 72 f6 beispielsweise kommt so viel Farbe ins Spiel dass das auffällig ist und auch bereits Detail kostet. Da ich nur Prismen habe, nehme ich ein kleines altes Vixen Prisma, da bleibt das im Rahmen und fast unmerklich.

Naja und eigentlich muss man schon sagen dass wir in einer echt guten Zeit leben was Teleskope angeht. Das C8 hat damals als billigste Variante Celestar, die ich hatte 1 1/2 normale bis gute Monatslöhne gekostet. Und garantiert wurden 80 Strehlpunkte. In der Zeit hat Birkmayr geschrieben, dass eine Optik die beugungsbegrenzt abbildet im Massenmarkt schon richtig gut und selten ist. 😉 Und heute bekommt man schon super Geräte im Vergleich sehr günstig. Ist ein sehr schönes Teleskop, der Auszug besser als bei den früheren Taks und ich glaube auch das mit der Serienstreuung ist nicht mehr wie früher, ich weiß von keinem einzigen schlechten 125er.

LG
Franz
 
Hallo Gerd,
was würdest du als Glasweg empfehlen?
Das müsste ja dann schon ein 2" Prisma sein, oder würde das auch mit einem Binokularansatz ohne GWK funktionieren?
Ich denke ein paar Millimeter mehr oder weniger Glasweg spielen keine große Rolle?
LG

Ich hatte das Design an echte Messdaten eines realen Exemplares angenähert.
Dieses Exemplar lag aber sehr nah am Herstellerdesign.
Ich bin dann auf 65mm BK7 Glasweg gekommen um Polystrehl 0,951 zu erreichen.
Das kann bei anderen Exemplaren mit anderen Glasschmelzen aber anders sein.
Und ja ein paar mm mehr oder weniger sind da nicht so entscheidend.
Zumal das genaue Maß ja eh vom konkreten Exemplar abhängt.

Grüße Gerd
 
Hallo Franz,

manchmal ist es halt auch etwas kulturbedingt.

Wenn man mal auf CN schaut benutzt doch die gefühlte Mehrheit der ED/APO Besitzer Zenitprismas, die experimentieren halt mehr herum, viele Kollegen im deutsprachigen Raum halten sich eher an feste Regeln ohne es zu probieren und das Vorurteil Prismas würden per se mehr Farbe generieren hält sich weiterhin hartnäckig.

Es gibt ja den mittlerweile den viel zitierten Test von Bill Paolini der sich viel Zeit genommen hat Prismen gegen Spiegel zu testen und er kommt zu dem Ergebnis das ein Prisma am Planeten und hier speziell an Jupiter einen leichten Schärfe und Kontrastvorteil bringt, soweit ich erinnere hatte er das Baader BBHS Prisma favorisiert.
Ich kann das grundsätzlich aus eigener Anschauung bestätigen, bei meinen Tak 60 FS Q (f/10) und 76 DCU mit 1,6x Extender (f/12) hat das Tak-Prisma oder wahlweise das Baaderprisma beide in 1,25 Zoll gegenüber einem sehr guten Intes 1,25 Zoll einen Hauch mehr Kontrast am Mond und Planeten, sehr feine Details werden etwas besser hervorgehoben.
Bei lichtschwachen Objekten kann ich allerdings keine Unterschiede erkennen, außer vielleicht das der Spiegel hier sogar etwas transparenter wirkt.
Bei der Variante ohne Q-Modul (f/5,9) und ohne 1,6x Extender (f/7,5) fügt das Prisma einen Hauch Farbe ein, in diesen Konfigurationen bevorzuge ich etwas den Spiegel, speziell bei f/5,9, die f/7,5 Version ist für mich mit Prisma noch gut brauchbar.

M.E. sollten die meisten Teleskope ab f/8 mit einem Prisma gut klarkommen, man muss es halt im Zweifel ausprobieren ob das Teleskop damit funktioniert oder ob doch zu viel Farbe beigefügt wird, generell kann man aber per Ferndiagnose keine allgemeinverbindliche Aussage treffen ob jetzt ein Prisma oder Spiegel besser funktioniert.

Grundsätzlich muss man aber sagen, die optischen Unterschiede sind nur bei guten bis sehr guten Bedingungen sichtbar und man sollte sich genügend Beobachtungsnächte Zeit nehmen bevor man in Eindeutigkeit verfällt, allein die Wechselzeit von Prisma auf Spiegel und umgedreht kann schon kurze Seeingeffekte hervorrufen und das visuelle Gedächtniss ist ja auch keine statische Fotoaufnahme.

An meinen 4 und 5 Zöller verwende ich übrigens den Baader BBHS Spiegel, einfach weil ich hier auch gerne 2 Zoll Okulare verwende und ich nicht nochmal 500,- Euro in ein Prisma investieren möchte das in bestimmten Situationen vielleich (oder auch nicht) marginal besser funktioniert.
Probeweise könnte ich hier natürlich noch das Tak 1,25 Zoll-Prisma verwenden um Vergleiche mit dem Baader 2 Zoll Spiegel zu machen, diese Option habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Letztlich bleibt aber festzuhalten, ein sehr guter Zenitspiegel sollte an jedem Teleskop gut funktionieren, es ist halt die sichere Variante, so wie wir es in unserem Kulturraum mehrheitlich bevorzugen.

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,

ich kann deine Erfahrungen nur bestätigen.
Ich besitze sowohl das 2" BBHS-Zenitprisma als auch den 2" BBHS-Zenitspiegel.
Am Apo (ES127) ist das Prisma bezügl. Schärfe und Kontrast an Planeten ganz klar vorne.
Das liegt zum großen Teil wohl daran, dass der (geringe) Restfarbfehler des ES127 durch das Prisma komplett eliminiert wird.
Für DeepSky bevorzuge ich jedoch den Spiegel, der holt ein bisschen mehr Grenzgröße raus. Bei Sternhaufen sehe ich Sterne, die im Prisma nur noch zu erahnen sind im Spiegel deutlich besser, Nebelstrukturen sind deutlicher und haben eine größere Ausdehnung.
Am C11EHD jedoch fällt es mir schwer, zwischen Prisma und Spiegel an Planeten einen Unterschied zusehen.
Der Deepsky-Vorteil des Spiegels ist aber auch hier erkennbar.

VG
Günter
 
Dann stellt sich auch noch die Frage, ob jemand überhaupt in der Lage ist, einen Unterschied z.B. zwischen einem TS 99% dielektrisch Zenitspiegel und einem Baader BBHS Zenitspiegel zu erkennen. Ich kanns leider nicht.
 
Hallo Horst,

Du hast ja ED mäßig ja fast dieselbe Kombo, den 125 SD und den 72 Lanthan SD wie beim Faden zu den Anfängerfragen gut zu sehen, bei mir ist der kleine SD 72er halt mit Kurzflinte. 🤣.

Aber dazwischen auch den 4" Lanthan womit wir Mal wieder beim ursprünglichen Thread wären. Wie ist Deine Einschätzung diesbezüglich. Wäre der ein (oh Gott zusätzlicher) Sweet Spot zwischen den beiden? Nutzt Du es häufig. Der Hintergrund ist dass ich vielleicht 10 Mal den Kleinen rausstelle und dann einmal den Großen.

Irgendwie hätte ich gerne manchmal ein bisschen mehr Öffnung ohne gleich den 5 Zöller samt entsprechender Monti aufbauen zu müssen. Und falls Mal zufällig Geld übrig ist, Teleskope kann man nie genug haben.

Obwohl der 102 f11 SD reizt mich auch ungemein 🤣🤣🤣. So ein wunderschönes Rohr.

Also das ist wohl echt pathologisch, mehr als ein Fernrohr zu brauchen. 😉

LG
Franz
 
Hallo Franz,

Ja, das ist so eine Art Sweetspot...
Jetzt habe ich den 4" noch nicht so lange, und üblicherweise nutzt man ein neues Teleskop erstmal immer häufig.
Und es ging mir ähnlich wie Dir: Den 3" hat man schnell mal rausgekramt und wenn es nur für ein halbes Stündchen ist. Beim 5" überlegt man schon 2x...

Und hier kommt jetzt der 4" ins Spiel. Der ist auf seiner Twilight 1 "Grab and Go" genug um wie der 3" auch für kurze Einsätze rausgeholt zu werden. Er ersetzt quasi den 3" ohne dabei unbequem zu werden.
Für die Twilight 1 aber am Rande dessen, was ich als perfekt ansehen würde.

Gruß Horst
 
Meine bescheidenen Beobachtungen zum Thema Prisma oder Spiegel sind wie folgt.
Bei den Zweilinser Semi-Apochromate kann ein Prisma durchaus eine Verbesserung der Farbsituation bringen, dass Bild wirkt evtl. "weißlicher", wobei ich auch schon den Eindruck hatte, so ganz "APO" ist das immer noch nicht, gerade wenn mit Caf2 Triplets verglichen wurde.
Bei den "echten" APOs und bei Spiegelteleskopen, brachten Prismen durch die Bank z.T. Farbfehler oder Farbtönungen mit wärmeren Farbtönen ins Bild, von gelblich, rötlich bis braun.
Bei großen 2" Prismen oder Binokular Ansatz ohne GWK merkte man z.T. schon die Blauabsorption des Glaskörpers, was sich wie gesagt in einem wärmeren Farbton zeigte.
Öffnung, Vergrößerung und Austrittspupille spielen dabei auch eine Rolle.
Bei kleinen Öffnungen mit niedrigem Auflösungsvermögen und in der Übervergrößerung, wo Farbkontraste in Hell- Dunkelkontraste übergehen und das Bild eh nur noch gelblich-bräunlich wirkt, sieht man den Einfluss eines Prisma bzw. der CA dann auch nicht mehr.
Bei größeren Öffnungen wo Farbkontraste auch besser aufgelöst werden, kann der Einfluss eines Prisma auf die CA schon deutlicher sichtbar werden.
LG
 
Bei größeren Öffnungen wo Farbkontraste auch besser aufgelöst werden, kann der Einfluss eines Prisma auf die CA schon deutlicher sichtbar werden.
Moin,

ich hatte das Tak-Prisma mal am Vixen FL 102/900, da ist mir auch bei über 200x noch nichts negatives aufgefallen.

Gut, probeweise könnte ich das Tak-Prisma mal am 130/1200 TMB testen, spätestens die Größe sollte ja ausreichen.

Andreas
 
Interessante Diskussion hier bezüglich pro und contra Prisma oder Spiegel. Ich nutze am TS 102/11 SDP eigentlich nur den Spiegel (den weißen Baader 2“Clicklock) und dieser funktioniert soweit wunderbar. Zumindest wäre mir noch nichts negatives aufgefallen.
Jetzt wo hier über Prismen diskutiert wird, ist mir eingefallen, dass ich in der alten Grabbelkiste ja noch ein 2“Prisma herumliegen habe, habe das allerdings schon ewig nicht mehr verwendet. Es ist auch kein Baader BBHS sondern ein Omegon Amiciprisma, d.h. Eigentlich für terrestrische Beobachtung mit eher geringer Vergrößerung gedacht. Einen vergleichbaren Glasweg wie das Baader hat das Ding aber auch. Werde das mal im Vergleich am Refraktor testen, wie sich das denn so macht. Und dazu werde ich noch einen Quercheck am TV NP101 machen.
 
Interessante Diskussion hier bezüglich pro und contra Prisma oder Spiegel
Dem kann ich mich nur anschließen! Versuche mit meinem Achromaten (Zeiss C 50/540) und dem AS 63/840 hatten ergeben, dass sich die Intensität von Farbsäumen deutlich verringerte, wenn mit Zenitprisma beobachtet wurde. Bei der akribischen Planung der Zeiss Optiken ist es auch sehr wahrscheinlich, dass der Einsatz eines Prismas schon in der Phase der Berechnung der Optik eingeplant wurde.

Viele Grüße

Peter
 
Interessante Diskussion hier bezüglich pro und contra Prisma oder Spiegel.
Hallo Walter,

stimmt, über die Zenitprismenoption wird halt relativ wenig diskutiert weil eine große Mehrheit wohl davon ausgeht das ein Zenitspiegel immer die bessere Wahl ist.

M.E. hängt es von der Primäroptik und/oder der Brennweite ab ob ein Prisma funktioniert, analog dazu, Okulare können in unterschiedlichen Teleskopen auch mehr oder weniger gut funktionieren, ich erinnere da an das legendäre TMB Supermonocentric das bei f/6 kaum zu gebrauchen ist aber ab ca. f/8 zur "Bombe" wird.

Bei einem sinnvollen Vergleich zwischen Spiegel/Prisma sollte halt auch etwas auf die Chancengleichheit geachtet werden, so wie Spiegel nicht alle die gleiche optische Qualtiät haben ist das bei Prsmen natürlich genauso.
Aber das Omegon Amiciprisma kann Dir vielleicht schon mal einen Eindruck geben, vielleicht gibt es ja sogar eine positive Überraschung, Versuch macht kluch...

Andreas
 
Hallo Sternfreunde,
vor etlichen Jahren hatte ich mal ein baader-amici-Prisma (kein BBHS) an meinem TSA120 benutzt. Das Ergebnis war ziemlich unerfreulich. Die Sternpünktchen waren deutlich aufgeblasen. Ich habe das Prisma sofort entsorgt.

Gruß Sternenhundklaus
 
Hallo,

ein Amici-Prisma ist bauartbedingt einem "normalen" Zenitprisma für die mittel- bis hochvergrößernde astronomische Beobachtung hoffnungslos unterlegen.
Deswegen ist der Versuch, von dem Verhalten eines Amici-Prismas auf das Verhalten eines regulären Zentprismas zu schließen, zum Scheitern verurteilt.
Ich habe selbst ein Amici-Prisma von WO und das ist nur bei der Minimalvergrößerung halbwegs zu gebrauchen, auch an Instrumenten, die mit "normalem" Zenitprisma bestens performen.

VG
Günter
 
ich benutze auch den BBHS-Baader-Spiegel, würde aber lieber ein Prisma nutzen wegen des aufrechten Bildes. Da ich aber seit kurzem den Gutekunst-ADC habe frage ich mich gerade, ob der ADC nicht eventuelle Nachteile eines Prismas vollständig ausgleichen kann. Vielleicht kann da jemand etwas zu schreiben ?
 
ich benutze auch den BBHS-Baader-Spiegel, würde aber lieber ein Prisma nutzen wegen des aufrechten Bildes. Da ich aber seit kurzem den Gutekunst-ADC habe frage ich mich gerade, ob der ADC nicht eventuelle Nachteile eines Prismas vollständig ausgleichen kann. Vielleicht kann da jemand etwas zu schreiben ?
Du meinst wegen des „aufrechten Bildes“ das BBHS Amiciprisma? Ein solches dreht ja das Bild in die „richtige“ Richtung. Allerdings:
ein Amici-Prisma ist bauartbedingt einem "normalen" Zenitprisma für die mittel- bis hochvergrößernde astronomische Beobachtung hoffnungslos unterlegen.
Deswegen ist der Versuch, von dem Verhalten eines Amici-Prismas auf das Verhalten eines regulären Zentprismas zu schließen, zum Scheitern verurteilt.
So habe ich das auch in Erinnerung. Werde aber mein Omegon Amiciprisma mal testen wenn ich wieder Zeit habe.
Und ja, ein ADC hat natürlich auch einen Glasweg, allerdings viel weniger als so ein Prisma, würde auf 1/10 setzen. Daher hw. kein „merklicher“ Effekt durch den Glasweg.
 
Es gibt ein interessantes Test-Review auf der Baader Homepage(siehe unten). Sagt natürlich nix über das Funktionieren eines ZS oder Amici am eigenen Teleskop mit eigenen Okularen aus. Muss man halt probieren. Baader hat auch ein Astro Amici für höchste Vergrößerungen im Angebot, kostet halt.
 

Anhänge

Man muß halt aufpassen, ein normales Prisma nicht mit einem Amici-Prisma zu verwechseln. Das sind bekannter Massen 2 ganz andere Hausnummern...

Gruß
Horst
 
Hallo zusammen,

bezüglich Prisma oder ZS habe ich den Eindruck das einige ihre Beobachtungen zu sehr verallgemeinern und Unterschiede immer nur auf die Bauart also Prisma oder ZS zurückführen.

Ich gebe zu bedenken das auch die Qualität eine große Rolle spielt.
Wenn man also abseits des Farbfehlers zb. mit dem Prisma einen Vorteil bemerkt dann muss das nicht daran liegen das es ein Prisma ist sondern es kann genauso gut daran liegen das es qualitativ besser als der zum Vergleich verwendete ZS ist.
Wäre das Prisma qualitativ schlechter als der ZS würde man die gegenteilige Beobachtung machen.
Mir kommt die Betrachtung der Qualität hier viel zu kurz.
Ein ZS kann auch schnell mal unter Verspannung leiden, ein Prisma ist da nicht ganz so empfindlich.

Bevor man hier also eine Wissenschaft aus ZS versus ZP macht sollte man lieber mal ZS+ZP hoher Qualität versus ZS+ZP geringerer Qualität betrachten.

Nebenbei bemerkt ein Glasweg beeinflusst auch die sphärische Korrektur.
Das macht sich aber nur bei schnellen Teleskopen und größerem Glasweg wirklich bemerkbar.

Zum Farbfehler.
Ein Glasweg verlängert Blau und verkürzt Rot.
Es kommt damit auf die Lage der Schnittweiten an ob ein Glasweg von vor oder Nachteil ist.
Bei einem Doublet fällt normalerweise grün FH Linie e am kürzesten F und C fallen weiter wobei optimalerweise F etwa halb so weit wie C hinter e liegen sollte.

Fällt F aber kürzer als e dann bringt ein geeigneter Glasweg Vorteile.

Fällt F mit e zusammen dann wird ein moderater Glasweg keinen großen Unterschied machen.
F rückt dann zwar etwas von e weg aber solange das innerhalb der Wellenoptischen Schärfentiefe ist fällt das nicht auf und C rückt dafür ja näher an e heran.

Fällt F deutlich länger als e bringt ein Glasweg Nachteile.
F rückt dann noch weiter weg und das gibt einen Blausaum.
C rückt zwar weiter an e ran aber da unsere Augen bei F etwa doppelt so Lichtempfindlich wie bei C sind wiegt der vergrößerte Fehler bei F schwerer.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

ich gehe mal davon aus, dass mein BBHS-Zenitprisma und mein BBHS-Zenitspiegel qualitativ gleichwertig sind.
Ich habe den BBHS-Zenitspiegel auch gegen zwei(!) in meinem Besitz befindliche TeleVue Everbrite getestet und da tendiere ich zum leichten Vorteil für den BBHS.
Deswegen kann ich wohl ausschließen, dass meine hier geschilderten Ergebnisse Spiegel vs. Prisma auf unterschiedliche Qualität zurückzuführen sind.

VG
Günter
 
Hallo Günter,

ich hatte mich ja auch nicht speziell auf dich bezogen.
Und bei dir ging es ja auch um eine deutliche Veränderung der Farbkorrektur, ich bezog mich ja ausdrücklich auf Unterschiede abseits der Farbkorrektur.
Ich lese auch oft von Unterschieden in Kontrast und Schärfe ohne das bezüglich Farbkorrektur nennenswerte Unterschiede zu bemerken sind und dann wird gerne mal gesagt ein ZP bildet prinzipiell kontrastreicher ab und hier kann es natürlich dann auch am Qualitätsunterschied liegen und nicht daran ob es nun ein ZP oder ein ZS ist.

Und bezüglich Farbkorrektur ist die gemachte Beobachtung eben auch nur für das betreffende Teleskop gültig, bei dir eben für dein Exemplar des ES127.
Bei anderen Exemplaren kann es auch ganz anders aussehen.
Die für den APO verwendeten Glasschmelzen haben hier Einfluss und mit einer anderen Charge sieht das schon wieder anders aus als bei deinem Exemplar.
Darum mein Hinweis hier nicht zu verallgemeinern.

Grüße Gerd
 
@Gerd_Duering
Hallo Gerd,
vielleicht könntest du dein Wissen auch zum Amici Prisma teilen. Ob hier im Forum jemand das Baader BBSH Astro Amici Prisma besitzt?
Hallo zusammen,

zwei Astrokollegen von meinem Stammtisch (mit langjahriger Erfahrung in der Mondbeobachtung, auch hier im Forum aktiv) und ich nutzen das Baader Amici Prisma regelmäßig zur Mondbeobachtung. Dabei hilft das Amici Prisma insbesondere auch der Orientierung mit dem Mondatlas. Ich nutze es dabei an einem Vixen ED 102 S (f9) und einem Takahashi FS 78 (F8). Beide Geräte wurden auf der optischen Bank getestet und zeigen, für ihre jeweilige Bauart/Glassorten, eine sehr gute Abbildung ohne visuell erkennbare Fehler.

Meistens nutze ich das Amici Prisma mit einem Binoansatz und Glaswegkorrektor, weshalb bei der Beurteilung der Abbildungsqualität noch weitere Komponenten hineinwirken.

Bauartbedingt zeigen kleinere helle Objekte ( z.B. Jupiter) in der Bildmitte Artefakte im Sinne eines unschönen hellen Streifens. Planetenbeobachtung fällt damit komplett aus. Bei der Mond- und Sonnenbeobachtung wie auch bei der Landschaftsbeobachtung tagsüber ist davon dann aber nichts mehr zu sehen. Die Vergrößerung ist bis zur 0.5 Austrittspupille (weiter gehe ich nicht) problemlos möglich und im Vergleich zum Televue Everbrite Spiegel oder zum Baader einfachen/kleinen T2 Prisma fallen mir - in der Praxis - keine negativen Effekte auf.

Die intra- und extrafokale Sternabbildung habe ich damit allerdings auch noch nicht getestet, werde ich bei Gelegenheit aber nachholen.

Liebe Grüße

Stephan
 
@Gerd_Duering
Hallo Gerd,
vielleicht könntest du dein Wissen auch zum Amici Prisma teilen. Ob hier im Forum jemand das Baader BBSH Astro Amici Prisma besitzt?

Der Stephan hat ja bereits alles gesagt.
Die Besonderheit beim Amici Prisma ist die Dachkante.
Es ist anspruchsvoll diese mit der nötigen Präzision zu fertigen und sie erzeugt einen Spike.
Für Seitenrichtige Abbildung gibt es aber auch noch andere Bauformen ohne Dachkante und damit ohne Spike.

Das Bauernfeind-Prisma wäre hier zu nennen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernfeind-Prisma

https://forum.astronomie.de/threads/2-bauernfeindprisma-von-rodenstock-bw-optik.336904/

Leider scheint es da aktuell nichts neu zu geben.
Baader hatte wohl mal eines im Programm.

Grüße Gerd
 
Also wenn "Cost no object" gelten würde, dann wäre dieses Gerät hier wohl eine Überlegung wert:
Die technischen Date die auf dieser Webseite dargestellt sind, sind ja, soweit ich das beurteilen kann, allerfeinst, zumindest das beste, was ich bisher im 4"-Bereich so gesehen habe.
 
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