AIDA & DART

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Ja, angeblich soll der Rückstoß des ausgetretenen Materials einen größeren Effekt gehabt haben.

Thomas
 
Spannende Sache,

dann ist die Energieübertragung effektiver gewesen als prognostiziert. Die Zusammensetzung bzw, Beschaffenheit von dem Dudeldings war ja nur vermutet worden. Es dürfte also wenn die europäische Mission da nach dem Rechten sieht spannend werden, was sie dort vorfindet. Der Mond dürfte ganz gut was abbekommen haben und man kann vielleicht tiefer ins Innere sehen. Vielleicht kann man dann auch mehr zum Aufbau lernen.

CS
Jörg
 
Fällt der Kleine dann irgendwann auf seinen großen Bruder, wenn der Umlauf jetzt merklich gebremst wurde? Oder reicht das noch nicht und das System fängt sich wieder mit einer engeren Bahn?
 
Moin,

ich nehme an, dass sich das System mit einer engeren Bahn bereits gefangen hat, da gibt's ja keine Wartezeit, in dem Moment als der Mond langsamer wurde hat sich die Bahn automatisch neu eingerichtet, das ist ja genau so wenn man die ISS pusht hebt sich die Bahn im gleichen Moment an.

Es sei denn es gäbe einen anhaltenden Bremseffekt, der dann dazu führen würde dass sich eine Spiralbahn auf den Mutterasteroiden führen würde. Das ist aber nicht zu sehen, es wurde einmal ein Impuls auf den Mond übertragen, der einen deutlichen Effekt erzeugt hat, damit sollte das System aber wieder in sich geschlossen sein.

CS
Jörg
 
Der Effekt war am oberen Rand dessen was sie erwartet hatten, verlautete es gestern in der PK. Also sicher nicht ganz unerwartet aber doch überraschend.

Thomas
 
Durch den Aufprall ändert sich der Orbit von Dimorphos von einem ungefähr kreisförmigen Orbit mit Radius a_1, wobei

a_1 = 1.19 km

laut


zu einem elliptischen Orbit mit dem ursprünglichen Abstand a_1 im Impaktpunkt und einem kleineren Abstand a_1* genau gegenüber auf der Bahn, man sieht das z.B. in dieser Grafik:


Die große Halbachse des neuen elliptischen Orbits ist

a_2 = (a_1 + a_1*)/2

Mit den Umlaufperioden

T_1 = 11h 55min = 715min
T_2 = 11h 23min = 683min

T_2 = 0.955*T_1


und dem 3. Keplerschen Gesetz bekommt man

a_2 = 0.970*a_1

a_1* = 0.940*a_1 = 1.12 km

Der gegenüberliegende Punkt sollte daher ungefähr

a_1 - a_1* = 70 Meter

näher an Didymos liegen (bitte korrigiert mich, falls in der Rechnung etwas nicht stimmt).

Viele Grüße
Mark
 
Fällt der Kleine dann irgendwann auf seinen großen Bruder, wenn der Umlauf jetzt merklich gebremst wurde? Oder reicht das noch nicht und das System fängt sich wieder mit einer engeren Bahn?
Wenn wir noch 99(*) weitere Kabumm-Sonden da hinschicken dann klappt's vielleicht. ;)
(*) Vielleicht hat ja hier jemand Lust die "genaue" Anzahl mal auszurechnen? :cool:

Gruss
Thorsten
 
Man bekommt übrigens auch die Geschwindigkeitsänderung durch den Einschlag:

Die Bahngeschwindigkeit davor war

v_1 = 2*pi*a_1/T_1 = 174.3 mm/s.

Für die Bahngeschwindigkeit direkt nach dem Impakt ist nach dieser Gleichung


v_2^2 = v_1^2 * (2 - a_1/a_2)

v_2 = 0.9844*v_1 = 171.6 mm/s

d.h. die Geschwindigkeit ist durch den Einschlag um 2.7 mm/s kleiner geworden.

Wenn wir noch 99(*) weitere Kabumm-Sonden da hinschicken dann klappt's vielleicht. ;)
(*) Vielleicht hat ja hier jemand Lust die "genaue" Anzahl mal auszurechnen? :cool:

Gruss
Thorsten

Der Radius von Didymos ist R = 390 m. Man kann die Geschwindigkeit auf v_n verringern, so dass die Ellipse Abstände a_1 = 1190 m und R = 390 m hat, d.h. der gegenüberliegende Punkt auf der Bahn trifft Didymos. Die große Halbachse ist dann

a_n = 790 m

die Geschwindigkeit ist

v_n^2 = v_1^2 * (2 - a_1/a_n)

v_n = 0.7026 * v_1 = 122.5 mm/s.

Man müsste die Geschwindigkeit statt um 2.7 mm/s um 51.8 mm/s verringern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also "nur" 20 Einschläge.
(Vorausgesetzt alle laufen gleich ab und der Didimond überlebt die Prozedur.)
Wow. :oops:

Danke für's Nachrechnen.
Thorsten
 
Moin,

ich habe irgendwo einen englischen Beitrag gehört da wurde gesagt, dass man wohl anfangs Zweifel hatte, wie die Energieübertragung funktionieren würde, die Optionen gingen dabei wohl durchaus vom "Durchschuß", wenn der Mond zu locker und ungebunden wäre, bis hin zu dem jetzt beobachteten Effekt der nahezu perfekten Absorption.
Deswegen will man sich den Mond danach nochmal im Detail ansehen. Wirklich viel Erfahrung mit dem Kleinkram da draußen gibt es ja nicht, und offenbar gibt es eine gewisse Bandbreite dessen, was die Agglomeration solcher Haufen hergibt.
Es könnte ja z.B. auch ein verdichtetes Bruchstück eines anderen vergangenen Körpers darin quasi als Kondensationskeim liegen, die andere Alternative wäre einfach locker zusammenbackendes Gekrümel aus Teilchen, die sich langsam zusammengefunden haben.
Die Geschwindigkeit des "Zusammenfindens" scheint da durchaus eine elementare Rolle zu spielen wie fest das alles wird. Dann kommt noch dazu, was das für Material ist.
Insgesamt also eine mehr als spannende Sache, und man darf auf die Ergebnisse der Nachfolgemission gespannt sein, die uns ja wohl nähere Daten und Bilder von der Einschlagstelle liefern wird.

CS
Jörg
 
Sky & Telescope

NASA announced today at a press briefing that the Double Asteroid Redirect Test’s attempt to alter the path of an asteroid moon had succeeded beyond expectations - though not beyond hopes.

Before the DART spacecraft slammed head-on into Dimorphos, the moon of asteroid 65803 Didymos, the moon orbited its primary in about 11 hours, 55 minutes. It now takes only 11 hours, 23 minutes (plus or minus 2 minutes) to complete its orbit. The large change - 32 minutes - was within the range predicted before the impact, but at the top end of what was possible.

The mission confirmed the measurement using visible light and radar. With both ground- and space-based optical telescopes, they recorded lightcurves of the Didymos system as the two components alternately eclipsed each other: small, brief dips in brightness as Dimorphos casts a shadow on Didymos, and larger, longer dips as Dimorphos passes through Didymos’ shadow. The cadence of these dips changed with the faster orbit of Dimorphos.
 
Zur Simulation der Vorgänge beim Impact wurden auch Laborexperimente durchgeführt, indem man eine Aluminiumkugel mit großer Geschwindigkeit auf eine lose aufgehängte Platte aus dicht gepackten Kieselsteinen und Zement schoss, welche einen Geröllhaufen wie Dimorphos darstellen sollte.

Momentum Enhancement from a 3 cm Diameter Aluminum Sphere Striking a Small Boulder Assembly at 5.4 km/s

An impact experiment was performed with a target of relevance to the upcoming DART impact. In this experiment, a collection of stones that is similar to a rubble pile was the target, though it was necessary to hold the stones in place (in this case with cement) since the target was hung vertically to perform the experiment. The stones–cement target has a higher density and a lower porosity than expected for Dimorphos, with the density being 2.92 g/cm³ . A 3 cm diameter aluminum sphere was launched at a speed of 5.44 km/s , which is similar to the anticipated 6.1 km/s impact speed of DART. The stones–concrete target was completely disassembled by the impact. The target was mounted on a pendulum. The swing of the pendulum was measured and from it the momentum enhancement β = 3.4 +0.1/-1.0 was measured.
 
Der Einschlag der DART-Sonde auf dem Asteroiden Dimorphos wurde auch mit einem Computer simuliert:

Einschlag der DART-Raumsonde könnte Asteroid verformt haben

Am 26. September 2022 traf die etwa eine halbe Tonne schwere NASA-Raumsonde DART mit einer Geschwindigkeit von 6,1 km/s auf den mit Felsbrocken bedeckten Asteroiden Dimorphos.

Dieses erste Experiment zur Ablenkung eines Asteroiden durch einen «kinetischen Einschlag» war erfolgreich: Beobachtungen von der Erde aus zeigen, dass die 11 Stunden und 55 Minuten dauernde Umlaufbahn von Dimorphos um seinen Mutter-Asteroiden Didymos um etwa 33 Minuten verkürzt wurde.

Was die Forschenden noch nicht wissen, ist, wie der Asteroid als Ganzes auf den Einschlag der Raumsonde reagiert hat oder wie effizient die Impulsübertragung insgesamt war. Die Berechnung der Impulsübertragung, des sogenannten «Betafaktors», erfordert die genaue Kenntnis der Masse des Asteroiden, die dann von Hera gemessen werden soll.

Zur Ermittlung des Betafaktors ist auch eine genaue Messung des Rückstosses von ins All zurückgeschleudertem Material erforderlich. Um Dimorphos nach dem Einschlag von DART aus der Nähe betrachten zu können, müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Ankunft der ESA-Raumsonde Hera warten. Hera soll im Oktober dieses Jahres starten und Ende 2026 bei Dimorphos eintreffen.

In der Zwischenzeit hat ein internationales Forschungsteam dank Simulationen einen ersten Eindruck des DART-Einschlags gewonnen, welche mit dem Softwaresystem Bern Smoothed Particle Hydrodynamics (SPH) durchgeführt wurden. Dieses Softwaresystem wurde über zwei Jahrzehnte hinweg an der Universität Bern entwickelt und dient dazu, Kollisionen von Asteroiden, Kometen oder Planeten zu simulieren.


DART impact might have reshaped Hera's target asteroid

Gruß, Peter
 
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