Alte/Uralte Ferngläser

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Hallo Mike,

sicher, evtl. sieht man mit solchen "Kostbarkeiten" nicht so gut,
aber unter Umständen wird man damit besser gesehen. ;)

Nein, diese Gläser haben schon was, keine Frage.

Man achte auf: "Elegante Form" hmmm, weibliche Ansprache....!
 

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Hier mal ein Bild des Klassikers Zeiss Jena 10x50 Jenoptem.

Sowie eine Abbildung aus :"Himmelswunder im Feldstecher", 1. Auflage aus 1938 (!). Eine art Parallelogramm-Montierung.

Grüße

Mike
 

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So, da es hier um alte Gläser geht, will ich meine beiden Schätzchen auch mal vorstellen:

1) Revue 8x40 Weitwinkel 9° 158m/1000m
Sehr schönes scharfes und helles Bild. Eigentlich ist das Bild zu groß, als dass man alles sehen könnte :D. Tagsüber sieht man nur Farbsäume, wenn man wirklich bei vollem Gegenlicht Zweige oder ähnliches anschaut.
Leider ist das Bild im unteren Teil leicht verzerrt. Linien werden zu Bögen. Auch die Randschärfe ist nicht optimal. Aber dafür hat es ja auch nur einen Spottpreis gekostet.
Bis auf die Verzerrung gefällt mir das Glas sogar besser als ein gutes Steiner Nighthunter. Aber das will mir natürlich keiner glauben.


2) Tasco 10x50 No 311 96m/1000m
Groß, schwer, scharf und hell. So könnte man es wohl beschreiben.
Ich habe mir das nur geholt, weil es so günstig war und ich sehen wollte, wie sich mein 8x40 zum 10x50 schlägt.
Das Bild gefällt mir wirklich gut. Nur verzerrt es leider noch viel viel mehr als das Revue und die Randschärfe ist noch schlechter. Aber in der Mitte ist das Bild durchaus annehmbar. Schaut man sich allerdings einen Vogel an und bewegt ihn in die untere Hälfte, so sieht der Vogel ziemlich unförmig aus (kleiner Kopf und riesen Körper).


Im Vergleich zu einem 10x25 Swarovski fallen die Gläser natürlich nicht so toll auf, aber bei der enormen Preisdifferenz muss man halt damit leben. Mehr Qualität kostet eben auch mehr Geld.

Grüße Uli
 
Hallo Uli,

danke für Deinen Beitrag!

das mit der Randunschärfe bei Deinem Revue ist normal. Ich finde bei diesen Weitwinkelgläsern überwiegt das große Sehfeld, auch wenn man es nicht komplett nutzen kann. Selbstverständlich bis zu einem gewissen Grade, im wahrsten Sinne des Wortes. Das heißt, mindestens 50% des Sehfeldes sollten für meinen Geschmack scharf abbilden.

Ich kenne Gläser, die man als alles andere als weitwinkelig bezeichnen kann, und deren scharf abbildender Bereich sich auf 1/3 des Sehfeldes beschränkt.

Gruß

Mike
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
50% scharfes Sehfeld haben beide locker!

Für das, wofür ich sie nutze, langen sie dicke! Da würde mir ein neues Glas auch nicht viel mehr bringen. Das einzig negative ist, dass beide Gläser nicht wasserdicht sind. Darum hab ich dann beim Beobachten immer meinen Rucksack mit wasserdichter Hülle dabei. Fängt es dann das Nieseln an, verschwinden die Gläser schnell im Rucksack, aber was solls ...

Gruß Uli
 
nachdem ich das Thema entdeckt habe , stelle ich euch hier mal mein lieblingsglas und ständigen begleiter vor. ein tchechisches militärglas 6x30 mit strichplatte(stört echt nicht und ist sehr praktisch) und einzelokular-Fokussierung aus dem jahre 1953.
die Optik ist sehr sauber und knackscharf, außerdem wiegt es sehr wenig.leider findet man im weltnet sehr wenig darüber , vielleicht kann mir jemand den Hersteller nennen. habe die Vermutung , das eventuell zeiss Optik verbaut sein könnte.

da ja der rest hier schon verarbeitet wurde an die 1000 mal , erspare ich euch die restlichen bilder meiner Sammlung , es sei denn , es besteht Interesse?

zur Sammlung gehören zur zeit:
baigish komz (?)mp 2 monokular
baigish komz (?)mp 4 mit auslieferungsschein und Gebrauchsanweisung auf deutsch aus dem jahre 1976 (wohl ehemalige sowjetische Besatzungszone)
Revue 8x30
Revue 7x35 ww
Revue 7x50 (4202)
Revue 8x40
Eschenbach Luna compact ww 8x30
Eschenbach derby Club 8x30
Eschenbach consul ww 8x30
hensoldt-wetzlar 8x30 bw mit strichplatte

gruß,
peter
 

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Hallo Peter,

so wie Ralf meine auch ich dass es sich bei Deinem 6x30 um ein Meopta handelt.

Bezüglich weiterer Bilder, natürlich besteht da Interesse!
Immer her damit..

Gruß

Mike
 
Das alte Deltrintem (vor 1947)

Zitat von selenograph:
Hallo Michael,

als großer Fan von Zeiss Jena Ferngläsern sage ich DANKE für deine Mühe. :super:
Übrigens, zum Vergleich den Katalog von 1952 findet man HIER und den letzten aus DDR-Zeiten (1990) HIER.

Hallo Ralf,

der Katalog von 1952 ist auch deshalb interessant, weil er eine Skizze des alten Koenig-Okulars des Deltrintem enthaelt (Bild 9). Das ist ja ein orthoskopisches Okular, mit etwas modifizierten Linsenradien! Damit ist bewiesen, dass die Orthoskopen, falls entsprechend ausgelegt, durchaus auch fuer weite scheinbare Sehwinkel (nahe 70 Grad) geeignet sind (die Lehrbuecher reden ja immer davon, dass dieser Okulartyp nur max. 50 Grad zulaesst).

Ich habe solch ein altes Deltrintem (Serien Nr. 2198453), das offenbar unverguetete Okulare hat, aber bereits einfach verguetere Objektive (letztere koennten spaeter nachgeruestet worden sein). Das Bild ist recht hell - kein Wunder bei diesem Okular, in dem ja fast alle Linsen verkittet sind. Auch ist dessen Randschaerfe besser als bei der spaeteren Version mit Erfle Okularen. Die Verzeichnung ist gering, es gibt einen Globuseffekt.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Das alte Deltrintem (vor 1947)

Hallo Holger,

danke für den Hinweis auf das alte Deltrintem mit König-Okularen. Deine Erfahrungen bezüglich der Abbildung sind sehr interessant. Von der besseren Randschärfe der 4-linsigen König-Okulare gegenüber den 5-linsigen Erfle-Okularen hatte ich schon einmal gelesen. Gerade bei der Sternabbildung sollte sich dies positiv bemerkbar machen. Die Argumentation im Katalog, bezüglich der reduzierten Durchmesser der Zerstreuungskreise, scheint mir gerade deshalb bei der Sternabbildung nicht ganz schlüssig. Mit der stärkeren Verzeichnung der Erfle-Okulare wollte man wohl den Globuseffekt beim Schwenken des Fernglases verringern.

Die Okularkonstruktionen von Albert König scheinen ja sehr vielfältig zu sein. Beginnend mit dem dreilinsigen Design von 1919 und 55°sGf bis zu etlichen viellinsigen Weitwinkelkonstruktionen mit großen Gesichtsfeldern.
Auch andere Hersteller haben früher König-Okulare in ihren Ferngläsern verwendet, wie hier z.B. beim Swift Newport MK1.
Gibt es eigentlich heute Ferngläser mit König-Okularen?
 
Re: Das alte Deltrintem (vor 1947)

Hallo,

bringen König Okulare nicht eine recht starke Bildfeldwölbung ein? Ich kenne das vom Tal König Astrookular.

Grüße
Andreas
 
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Re: Das alte Deltrintem (vor 1947)

Hallo Ralf,

ich kenne kein modernes Fernglas mit Koenig-Okularen - heute braucht man ja immer Brillentraeger-Eignung, das gelingt mit diesen Okularen wohl nicht so leicht.

Stimmt, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann erwaehnt A. Koehler auf seiner Webseite, dass die Umstellung auf neue Okulare bei allen CZJ Fernglaesern aufgrund des Globuseffekts erfolgte.

@Andreas: Es gab mehrere Bauweisen mit dem Namen "Koenig", daher mag es sein, dass manche davon mehr Bildfeldwoelbung hatten als andere. Beim alten Deltrintem war die Woelbung noch ertraeglich.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Das alte Deltrintem (vor 1947)

überlege mir gerade auf ein 7x50 glas von Alpina Deluxe bei ebay mitzusteigern. sieht sehr sauber und gepflegt aus. kennt einer die marke?
weitere Aufschrift:

hard coatet lenses 7x50 (rechts)
alpina deluxe coatet optics.

 
Hallo Frank,

eine klasse Sammlung hast Du da.
Mit so vielen Gläsern kann ich nicht mithalten, bei weitem nicht.

Kennst Du diese Gläser ganz genau, also deren Schwächen, Vorzüge etc., also explizit am Sternhimmel?
Das wäre mal interessant.

Gruß

Mike
 
Hi Mike,

ja, da hat sich im Laufe der Zeit doch einiges angesammelt.

Bzgl. Kenntnis der Gläser unterscheide ich zwei Gruppen: Die eine hat sammlerischen Wert, wo es hauptsächlich darum geht, bauliche Besonderheiten zu erkennen, die Herstellung zu datieren, Ungewöhnliches bzw. Neues zu entdecken. Dies sind die alten Zeiss-Gläser, also etwa bis ins Jahr 1920. Hier interessiert mich die Qualität des Durchblicks erst sekundär, da andere Dinge mehr zählen (siehe oben). Die Grenze zu der zweiten Gruppe, ziehe ich bei dem alten Deltrintem, was evtl. aus der allerersten Serie stammen könnte.

Aber auch die ersten Zeiss-Gläser mit Erfle-Weitwinkelokularen (Delturis, Delturisem, etc.) sind am Himmel absolut brauchbar. Das grosse Sehfeld bei klaren Nächten ein Traum: ohne besonderers Ziel einfach auf den Himmel draufhalten und abgrasen.

Bei der zweiten Gruppe achte ich sehr wohl auf den Durchblick und die optische Qualität. Dies sind die neueren Zeiss (Pentekarem, Dekarem, Binoctem, Binoctar, Deltrentis, Deltrintem, Silvamar usw) aber auch die Leitz, die Nikons und die ganzen Japan Exporte. Über die Zeissens ist sicher schon viel geschrieben, und es sind nach wie vor exzellente Gläser, die höchstens in Punkto Randschärfe gegenüber moderneren Ferngläsern das Nachsehen haben.

Herausheben möchte ich das Leitz Binuxit und das Huet 8x30, was gnadenlos scharf in der Mitte ist.

Auch das ältere erste Nikon der E Serie ist nach wie vor ein schönes Glas.

Was immer wieder überrascht, sind die Japan-Exporte. Wirklich klasse ist das Zenith 7x35 Weitwinkel, was ich täglich in der Hand halte: Tolles Einsichtverhalten, geringe Randunschärfe, kaum merkbare CA, so gut wie keine Verzeichnungen, wunderbare Mittenschärfe, schöner Kontrast. Am Himmel geben sich die alle meiner Meinung nach nicht sooo viel.

Vor gut drei Monaten waren Mond, Mars und Venus relativ eng beisammen. Da habe ich mir das 8x40 Revue Weitwinkel geschnappt (für etwa 9 Euro in der Bucht) und hatte alle drei Kandidaten wunderbar zusammen gehabt in einem Blick. Fantastisch!
 
Hallo Frank,

was interessantes zur Nikon E (8x30) Serie;

(Scrollen bis zum Video von Simon S. A rundown of the Nikon E binoculars)

http://m.youtube.com/results?q=Nikon E Binoculars&sm=3

Ich kann mir denken, sehr interessant die alten Zeiss Ferngläser. Und definitiv, die nicht so alten sind immer noch absolut exzellent, trotz Randunschärfen. Man muss hier einfach anders gucken.

Das Binuxit ist wirklich sehr scharf, kenne ich das Glas. Auf einer Messe konnte ich es mal mit absoluten Spitzengläsern vergleichen.

Gruß

Mike










 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mike,

danke für den Link. Dieses Video von Simon kannte ich bereits; es macht aber immer wieder Spass, es anzuschauen.

Die Sammlung von ihm ist nicht von schlechten Eltern.
 
Hallo Frank,

deine Sammlung wächst ja stetig und die Präsentation auf deiner flickr-Seite finde ich echt Klasse. :super: Da habe ich sogar Gläser entdeckt, die du mir weggeschnappt hast, z.B. ein Delturisem. :/ Aber inzwischen habe ich auch ein schönes Exemplar bekommen. Meine Sammlung ist allerdings längst nicht so umfänglich wie deine. Mein besonderes Interesse liegt auch bei den Gläsern von Carl Zeiss Jena und anderen schönen Porros.

Bei mir gibt es auch eine ähnliche Zweiteilung. Viele der Gläser werden von mir regelmäßig benutzt, zum einen, weil sie optisch immer noch sehr gut sind, oder weil der Blick durch die Gläser mich besonders begeistert und berührt. Zu diesen Gläsern gehört das Octarem, Dodecarem, die Nobilems, Pentekarem und natürlich das Septarem Super S und einige andere mehr.
 
Hi Ralf,

dankeschön.

Was ich an flickr etwas schade finde, ist, dass man einen flickr-Account haben muss, um Kommentare abzugeben; das erschwert etwas den Austausch bzw. Diskussion, falls man über das eine oder andere Glas stolpert und gerne einen Kommentar abgeben möchte. Auf der anderen Seite hat man über flickr schon die "Homepage-Platform" vorgegegeben und kann gleich loslegen.

Zitat von selenograph:
Da habe ich sogar Gläser entdeckt, die du mir weggeschnappt hast, z.B. ein Delturisem. :/
Ooops ... :pfeif:

Zitat von selenograph:
Mein besonderes Interesse liegt auch bei den Gläsern von Carl Zeiss Jena und anderen schönen Porros.
Ja, die haben schon was. Für mich wirken Porros in ihrer Form und Gestalt als auch Haptik einfach zeitlos.

Zitat von selenograph:
Bei mir gibt es auch eine ähnliche Zweiteilung. Viele der Gläser werden von mir regelmäßig benutzt, zum einen, weil sie optisch immer noch sehr gut sind, oder weil der Blick durch die Gläser mich besonders begeistert und berührt. Zu diesen Gläsern gehört das Octarem, Dodecarem, die Nobilems, Pentekarem und natürlich das Septarem Super S und einige andere mehr.
Ja, das kann ich absolut nachvollziehen. Ich habe kürzlich ein sehr altes Zeiss D.F. 95 erworben. Das Teil ist sowas von knackscharf, klar und kontrastreich, dass man es einfach nicht glauben will, dass es knapp 120 Jahre auf dem Buckel hat.
Das Octarem, Dodecarem und die Nobilems sind ja auch eine Klasse für sich - prima, dass Du sie hast. Das Septarem gehört zu meinen Lieblingsgläsern. Die 7x40 mit dem grossen Gesichtsfeld ist der Hammer; man kann förmlich in das Bild hineinkriechen.

Demnächst werden noch einige neue Gläser auf die flickr-Seite hinzukommen ... :)
 
Hallo Freunde klassischer Ferngläser,

aus gegebenen Anlass möchte ich diesen schönen Thread noch einmal nach oben holen, um hier ein Zeiss Delactem 8x40 vorzustellen. Es gehört zu den ersten Weitwinkel-Ferngläsern die Carl Zeiss Jena Anfang der 1920er Jahre hergestellt hat. Zuerst als Delactis mit Okular-Einzeleinstellung und ab 1929/1930 auch als Delactem mit Mitteltrieb. Seit gut drei Wochen besitze ich nun dieses Fernglas aus dem Jahr 1930 und der Blick durch dieses begeistert mich auch heute noch. Heinrich Erfle hat für das Fernglas ein wunderbares Okular gerechnet. Setzt man das Fernglas an die Augen, hat man sofort diesen weiten, ruhigen und entspannten Blick. Das Gesichtsfeld beträgt dabei beeindruckende 154 m auf 1000 m und überflügelt damit das moderne Zeiss SF 8x42. Es liegt perfekt in den Händen und bringt Dank Messing satte 1216 g auf die Waage. Es ist zweifellos eines der besten Weitwinkelgläser der Fernglasgeschichte.
 

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Hier noch das Zeiss Delactis 8x40 mit Okular-Einzeleinstellung.
 

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Hallo Ralf,

ein prachtvolles Glas in einem schönen Zustand.
Glückwunsch dazu!
 
Hallo Ralf,

mit dem Zeiss Jena 8x40 hatte ich leider noch nicht das Vergnügen. Sicher ein tolles Beobachtungserlebnis. Ist denn die Randunschärfe erträglich?

Welches Zeiss Jena ich auch sehr interessant finde ist das Telar/Telarem 18x50. Es hat immerhin auch ein sG von über 66°.

Gruß

Mike
 
Hallo Mike,

die Randunschärfe ist vorhanden, aber beim freihändigen Gebrauch für mich unerheblich, da man das Beobachtungsobjekt automatisch ins Zentrum rückt. Die Mitte ist in einem großen Bereich sehr scharf und der Übergang zur Randunschärfe verläuft harmonisch, d. h. wenn man wie gewöhnlich in die Mitte schaut, nimmt man sie kaum bewusst wahr. Das Besondere ist für mich das gute Einblickverhalten (natürlich ohne Brille). Wahrscheinlich ist auch die größere Austrittspupille gegenüber dem Deltrintem 8x30 und dem Delturisem 8x24 hier von Vorteil.

Durch ein Telarem 18x50 konnte ich bisher nur einmal kurz schauen. Wenn ich mich recht erinnere, war der Austrittspupillenabstand recht unkomfortabel, ähnlich dem Pentekarem 15x50.
 
Hallo Ralf,

ich denke Dein Einblickverhalten und Deine wahrgenommene Randunschärfe beim 8x40 entspricht in
etwa meinen Erfahrungen mit dem Jenoptem 10x50. Auch wenn man beide Gläser natürlich nicht vergleichen kann. Der Austrittspupillenabstand bei Deinen 8x40ern scheint laut den Bildern schon recht großzügig. Wieviel sind es, 15mm schätzungsweise?

Gruß

Mike
 
Hallo liebe Feldstecherfreunde,
ich habe von der Materie keine Ahnung, aber den Thread interessiert mitgelesen.
Ich habe nämlich selbst ein Erbstück unbekannter Provenienz von einem Großonkel aus der ehem. DDR - vielleicht ist das schon ein Hinweis auf die Herkunft des Glases. Es ist auf dem linken Prisma mit "Standard" in Schreibschrift gekennzeichnet, rechts steht 8x30 und darunter in Rot 131m/1000m und darunter in Weiß Na P-450191.
Eine Ledertasche ist auch dabei, die Ledertrageriemen sind leider schon vom Zahn der Zeit zernagt.
Ich benutze das leicht angstaubte Glas gerne zur Himmelsbeobachtung, es zeigt ein deutlich schärferes und angenehmeres Bild als ein 8x30 Revue aus den 90ern.
Vielleicht was hier ja jemand mehr über dieses Glas - ich hatte hier vor einiger Zeit schon mal gefragt, aber keine Antwort bekommen. Im Netz finde ich auch nichts.
Viele Grüße und guten Rutsch!
Martin
 

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Hallo Zusammen,

auch ich würde gerne ein älteres Fernglas vorstellen. Mir ist es kürzlich gelungen ein Hartmann Porlerim 10x50 zu erwerben. Ich habe auch nach ausführlicher Suche im Netz so gut wie nichts über diese spezielle Modell herausgefunden.

Link zur Grafik: http://up.picr.de/31169326an.jpg

Link zur Grafik: http://up.picr.de/31169327pm.jpg

Link zur Grafik: http://up.picr.de/31169328ll.jpg

Link zur Grafik: http://up.picr.de/31169329jr.jpg

Link zur Grafik: http://up.picr.de/31169330bu.jpg

Von der Optik her ist es in sehr gutem Zustand, äusserlich hat es Gebrauchsspuren und es hat sich ein wenig Staub an den geschmierten Stellen angesammelt.

Ich hatte vor diesem Exemplar ein "no-name" Porro aus japanischer Herstellung, dieses dient für mich als Fernglas Neuling als mein einziger Vergleich.

Das Hartmann Fernglas ist nur etwa 700 g schwer und liegt sehr gut in der Hand. Dies ist ein deutlicher Komfort-Gewinn zum etwa 1 kg schwerem japanischen Porro. Das Hartmann ist im Vergleich fast schon zierlich.

Über das Alter des Hartmann habe ich nicht viel herausbekommen. Laut einer kurzen Firmen Historie von Dr. Gijs van Ginkel wurde die erste Serie der Hartmann 10x50 Porlerim 1936 eingeführt. Laut dieser Publikation war es ab 1948 durch die Besatzer nicht mehr erlaubt "Made in Germany" aufzudrucken. Auch wurde die Nachkriegs Produktion mit den Modellen 8x30 und 7x35 wieder aufgenommen. Die nachfolgende 10x50 Serie wurde jedoch mit Bernina benannt. Es erscheint mir daher schlüssig das das gezeigte Fernglas aus einer Produktion von vor 1948 stammen kann.

Ein weiteres Indiz kann eventuell die Beschichtung der Gläser sein. Die Objektive schimmern in einem sehr schwachen Blau. Auf Bildern von Gläsern der Bernina Serie ist dieses Blau deutlich stärker ausgeprägt. Bei der Benutzung hat man tagsüber an starken Kontrast Übergängen leichte Farbsäume, des Nachts sieht man bei starken Lichtquellen (Laternen, Mond) schon wenn diese außerhalb des Gesichtsfeld liegen Reflexionen.

Dennoch ist das Hartmann 10x50 Porlerim ein positiver Qualitätssprung von meinem japanischen Porro. Die Farbwiedergabe ist natürlicher und auch die Schärfe ist besser. Es ist nicht randscharf, jedoch zeigt es über geschätzte 70% des Feldes ein knackiges Bild. Es ist gut kalibriert und zeigt kein Doppelbild am Stern. Durch das leichtere Gewicht ist es besser zu halten und macht mir am Nachthimmel sehr viel Spaß. Das Bild erscheint mir auch "offener" als bei meinem Vergleichsglas.

Es steht eventuell noch eine professionelle Wartung/Reinigung an, da ich dieses Glas sicherlich behalten werde. Es ist sicherlich nicht auf dem Stand der Technik aber bei mir ist auch eine emotionale Bindung von Belang, da ich mein erstes Lebensjahr in Steindorf (Firmenstandort) verbracht habe, und bis zum 18. Jahr in Wetzlar groß geworden bin.

Viele Grüsse aus Lausanne,
Jan

PS: Über weiterführende Informationen wäre ich sehr erfreut.
 
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