APM 82 vs APM 120 / 100 / 70 und die Sehfeld (FOV) Frage

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Michael, puuh ich versuche es einmal.
Eines vorweg, auch mich interessiert der Unterschied ED / SD APM 100er Bino sehr. Nur sollte eines klar sein, da müsste man schon mit selben Okularen an beiden parallel schauen (abwechselnd schauen) und dann auch verschiedene Objekte anschauen. Hoffen wir dass irgendwann jemand beide Geräte zur Hand hat und so freundlich ist seinen Vergleich zu posten.

1)
Bei höheren Vergrößerungen also z B 50 Fach+ , wieviel Sekunden ungefähr benötigt die Manfrotto N12 nach dem anregen
bis sie das Zittern aufhört. Ich überlege nämlich, ob da die APM Gabel nicht besser wäre bzw diese schneller ausschwingt oder gar nicht erst zu zittern anfängt bei der Beobachtung.
Über 61x habe ich bisher an dem Bino nicht geschaut (Schande ich weiss..)
Die Vibrationen machen sich hauptsächlich dann bemerkbar, wenn man mit den Augenhöhlen zu sehr an den Okularen klebt, weil dann die Körperbewegung (z.B. Atmung) auf das System übertragen wird. Das wird bei der APM Gabelmontierung wohl nicht anders sein (Vermutung). Löse ich mich aber vom Okular, so bemerke ich so gut wie gar kein Nachschwingen (bei 61x). Was Schwingungen angeht, spielt aber ein Stativ generell wohl eine weitaus grössere Rolle als die N12..

2)
Wen Du einen hellen Stern einstellst und ihn dann wieder unscharf stellst also einmal intra und einmal extrafokal
wird Dir dann das Sternrnscheibchen im unscharfen Zustand kreisrund angezeigt oder verzerrt es dergestalt das der Stern nicht mehr rund (unscharf) sondern mit Schweif , Zacken o. ä gezeigt verzeichnet wird?
Schweif, Zacken o.ä. sind mir intra- oder extrafokal noch nicht aufgefallen. Ich werde aber nächstes mal gezielt darauf achten und dir dann nochmals Bescheid geben.

3)
Was konntest Du bislang an Jupiter für Details erkennen ( bei Hochvergrößerung z B die beiden roten Hauptbänder Äquator, die beiden Polkappen,GRF und evtl Einzelheiten in den Äqutorialbändern) ?
Mit 61x mindestens die beiden Hauptbänder am Äquator. Rest weiss ich jetzt nicht mit Sicherheit.
Auch hier muss ich einmal gezielt darauf achten.

4)
Wenn Du den Sternhaufen Persei h und chi schaust, kommen da die unterschiedlichen Sternfarben sehr schön raus
(brillante Farben und leuchtkräftig) ?
Werde ich bei Gelegenheit mal anpeilen und dann berichten.

5)
Bist Du insgesamt zufrieden mit dem Glas oder würdest Du doch lieber auf das neue SD 100 Glas upgraden, da dieses
noch farbreiner sein soll im visuell anwendbare Bereich bis ca 130 Fach sogar farbrein abbilden soll.
Oder würdest Du sagen das 100 ED APO bildet schon auch bei Hochvergrößerung an den Sternen und Jupiter
farbrein genug ab?
Oder gibt es da an (Mond bei Hochvergrößerung) Kratern oder Mondrand bei Hochvergrößerung zu einem blauen oder gelben Rand bzw Saum?
Ich bin mit dem Glas insgesamt sehr zufrieden. Der grösste Unterschied zur SD Version soll in der Farbreinheit liegen. Da finde ich meinen HD aber auch schon ziemlich gut. Ja, man sieht einen minimalen Farbsaum am Mond aber das stört mich gar nicht, ist doch auch schön. Ich bemerke keinen Schärfeverlust deswegen. Ausserdem, wenn ich mir den Mondrand anschauen möchte, dann fokussiere ich ihn doch in die Mitte vom Sehfeld :) An den Sternen sehe ich keine Farben. Wie das Ganze >61x aussieht kann ich dir leider nicht sagen. Generell denke ich aber auch, das mit den Farben ist auch Geschmacksache..

Bei einer Neuanschaffung würde ich zum SD greifen. Aber upgraden würde ich nicht, dafür sind die Unterschiede zu klein (Quelle APM ;-).

LG, Sebastian
 

Michael1

Mitglied
Hallo Sebastian,

vielen Dank für Deine Antworten auf meine Fragen.

Vielleicht erhalte ich ja von anderen Usern noch zu den Punkten 1), 2) und 4) weitere Antworten.

Zu 1) Du sagtest das Du so gut wie gar kein Nachschwingen fest stellst - das ein leichtes zittern doch gegeben ist oder/und bei Wind zittert es aber doch, kannst Du nicht ausschließen - so deute ich das mal.
Für mich stellt sich die Frage daher schon ob die APM Gabel oder der Manfrotto N12 für mich die ruhigere Monti ist - ist so für mich nicht eindeutig geklärt.
Übrigens auch die Ioptron AZ Pro ist eine Möglichkeit nur leider kann man die mit der großen Grundplatte wohl nicht an ein Kurbelstativ Berlebach oder Manfrotto 161 adaptieren.

Zu 2)
Gut wenn Du beim fokussieren noch nicht drauf geachtet hast, wissen wir natürlich noch nicht genau wie es sich darstellt.

Zu 4)
Der Persei Sternhaufen hat Sterne verschiedener Farben, dass macht ihn u.a. auch so sehr begehrlich zu beobachten.
Da soll das Glas unterschiedliche und intensive Sternfarben zeigen- Sterne die richtig funkeln und leuchten, oder geht das erst ab 6" Refraktor??. Vielleicht kann einer dazu was sagen der es ausprobiert hat mit dem Glas.

A)
Zum Schluss, Mond am Rand oder auch Betrachtung in den Mondkratern und dort die Fehlfarbe an den Kanten Säume.
Kann das einer von euch quantifizieren dergestalt z B , wenn der Mond eine Murmel ist mit vlt 30 mm Durchmesser
beträgt dieser Blausaum ungefähr am Rand ca einen 1/2 Millimeter und an Kratern auf der Mondoberfläche dasselbe oder ggf auch gar kein Saum im Hochvergrößerungsbereich sagen wir mal bei 90-100 Fach. Falls das Jemand von euch mal ausprobiert hat.

B)
Sind am Mond in Plato 4 kleine Krater sichtbar mit dem Glas, von der Öffnung/Auflösung müsste das hinkommen.

Bin Wiedereinsteiger und möchte kein großes Gerödel mehr, daher mit einem Handgriff nach draußen stellen und Spechteln
Mond, Jupiter, Saturn und ein paar Sternfeldbeobachtungen usw. .
Denke ein richtiges Teleskop für z B Detailbeobachtungen am Mond, M 42 und andere Galaxien und Nebel wird es wohl nicht mehr werden.
Ein Fernglas ist mal eben schnell mit einem Handgriff rausgestellt braucht keine Kolli wenns einmal richtig eingestellt ist und man kann quasi sofort loslegen,
sofern es nicht aus dem warmen Wohnzimmer nach draußen wenn es Winter ist gestellt wird.
Und 2,8 Grad GesFeld ist ja schon was am Bino.

Also sofern aus der Userschaft noch einer was weis zu den angegebenen Fragen wäre es sehr nett wenn er dazu hier etwas posten könnte. Antworten sind auf jeden Fall herzlich willkommen zu dem Thema/Fragen.

Vielen Dank und

VG

Michael
 

Demokrat

Mitglied
Für mich stellt sich die Frage daher schon ob die APM Gabel oder der Manfrotto N12 für mich die ruhigere Monti ist - ist so für mich nicht eindeutig geklärt.
Übrigens auch die Ioptron AZ Pro ist eine Möglichkeit nur leider kann man die mit der großen Grundplatte wohl nicht an ein Kurbelstativ Berlebach oder Manfrotto 161 adaptieren.
Hallo Michael,

ich denke, ein N12 und eine Gabel sind wohl sehr ähnlich - beide besitzen nicht viel Masse, die Gabel dürfte steifer sein, der N12 ist in der Friktion einstellbar und dämpft ganz gut, denke ich. Bei Wide Field ist das sowieso egal, je länger die Brennweite, desto steifer sollte alles sein, klar.

Die AZ geht wohl schon auf ein Kurbelstativ, wenn man den MiniPier (Säulenverlängerung) dazunimmt, oder direkt aufs Stativ, wenn man das Stativ ins Wasser stellt. Dann braucht man ja die 3 Nivellier-Schrauben nicht. Ausgegoren ist wohl keine der Lösungen, fummelig oder starr, aber die direkte Verschraubung an ein Berlebach wäre sicher die steifste Variante. Ob man AZ mit Goto beim WideField braucht, sei dahingestellt - solange ich mit meinen 24er Panos gucke, braucht ich kein Goto. Bei 150 - 180 x wäre es nett, aber dazu nehme ich nicht das Bino. Da wird es haarig mit Verkippungen in den Okularhalterungen. Bei mir bleiben eigentlich die 24er drinnen.

Schwingungen sind daher bei mir auch kein Thema.
Für Jupiter und Saturn nehme ich auf die Schnelle meist einen 150er Mak, der wiegt auch nix.
Das Bino ist für mich eher das Weitfeld-Gerät.

lg
Niki
 

Michael1

Mitglied
Hallo Niki,

danke auch Dir für Deine Einschätzung zur Manfrotto N12.

Wenn es ein APM 100 Bino wird beabsichtige ich nicht bis 150-180 Fach zu vergrößern.

Aber wenn es das Bino wird, wird es auch mein einziges Scope sein (ich bezeichne es für mich als Scopeersatz)
Daneben werde ich mir kein weiteres Scope kaufen.

Aber ich möchte schon in der Spitze um 100 Fach vergrößern um z B den Mond im entsprechenden Detail
/Auflösung zu sehen.
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Nur der Vollständigkeithalber und auch nur zur Nebeninfo u zum Hintergrund, es ist noch nicht 100%ig gewiss ob es nicht vlt. auch der Refraktor APM SD APO 140 auf azimutalen Monti wird. Das Gewicht der Kombi wäre auch noch verträglich um in einem Handgriff raus getragen zu werden und mit Binoansatz wären da auch schöne Betrachtungen möglich.
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In diesem Thread geht es mir aber rein weg nur um das ED APO Bino 100 APM und meine Fragen hierzu .
Damit möchte ich so gut es geht die im Vorpost genannten Fragen klären und nichts darüber hinaus, keine neuerlichen
Fragen danach aufwerfen !!

Vielen Dank noch einmal für Deine infos und schönes Woe

Michael
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Michael, war heute Nacht draussen und mit 24mm und 9mm Okularen geschaut.

2)
Wen Du einen hellen Stern einstellst und ihn dann wieder unscharf stellst also einmal intra und einmal extrafokal
wird Dir dann das Sternrnscheibchen im unscharfen Zustand kreisrund angezeigt oder verzerrt es dergestalt das der Stern nicht mehr rund (unscharf) sondern mit Schweif , Zacken o. ä gezeigt verzeichnet wird?
Habe weder extra- noch intrafokal die genannten Phänomene beobachtet. Die Sterne werden einfach nur unscharf.

3)
Was konntest Du bislang an Jupiter für Details erkennen ( bei Hochvergrößerung z B die beiden roten Hauptbänder Äquator, die beiden Polkappen,GRF und evtl Einzelheiten in den Äqutorialbändern) ?
Mehr als die beiden Hauptbänder konnte ich nicht erkennen (9mm)

4)
Wenn Du den Sternhaufen Persei h und chi schaust, kommen da die unterschiedlichen Sternfarben sehr schön raus
(brillante Farben und leuchtkräftig) ?
Ja, die Sternfarben kommen schön raus (Persei h + chi). Auch brilliant.
Schön blau und brilliant z.B. heute Nacht auch die Plejaden.
Aber hier spielt generell auch die Qualität der Okullare eine Rolle..

6)
Kann man in Plato bei Hochvergrößerung wirklich je nach Seeing bis zu 4 kleine Krater mit dem Glas sehen, oder geht das nur mit dem 120 APM Bino?
Mond kommt erst ab ca. 1Uhr als Sichel raus. Insofern hierzu keine Angaben.
Zu 1) Du sagtest das Du so gut wie gar kein Nachschwingen fest stellst - das ein leichtes zittern doch gegeben ist oder/und bei Wind zittert es aber doch, kannst Du nicht ausschließen - so deute ich das mal.
Nein zu Wind kann ich nichts sagen. Habe bei Wind noch nicht beobachtet.

Zu 4)
Der Persei Sternhaufen hat Sterne verschiedener Farben, dass macht ihn u.a. auch so sehr begehrlich zu beobachten.
Da soll das Glas unterschiedliche und intensive Sternfarben zeigen- Sterne die richtig funkeln und leuchten, oder geht das erst ab 6" Refraktor??.
Warum soll das erst ab 6" gehen? Farben werden dargestellt. Ich sehe alles von brilliant blau (z.B. Vega) über gelb und orange bis orange-rot. Dass ein Takahashi oder ein TEC Fluorid APO das besser können ist klar.
Auch hier wieder generell: Nicht nur das Teleskop sondern auch die Okular Qualität, spielt eine große Rolle.

Das 100er APM Bino ist für mich ein guter Kompromis aus Gewicht (Transportierbarkeit), Sehfeld und Vergrösserung.
Für höhere Vergrösserungen (>100x) ist er meiner Meinung nach nicht mehr wirklich empfehlenswert. Ich sehe bereits zwischen dem 24mm und dem 9mm Okular einen deutlichen Unterschied an Helligkeit.
Zum Beobachten von Planeten gibt es viel bessere Möglichkeiten als ein Bino.
Aber für Widefield ist er sehr sehr gut.
LG, Sebastian
 

Michael1

Mitglied
Hallo Sebastian,

vielen Dank für Deine Mühe, dass hilft mir schon weiter. (y)

In einem anderen Thread will ein Beobachter mit dem SD 100 APO APM Bino am Jupiter auch eine Menge an Details in den Jupiterbändern selbst gesehen haben. Auf meine Nachfrage dazu hatte er sich auch nicht mehr gemeldet.
Daher habe ich hier bei Dir dazu auch einmal nachgefragt. Und Deine Auskunft zu Jupiter ist so wie ich das erwartet
und mir in der Theorie auch gedacht habe. Aber es hätte ja sein können, dass das Glas das doch schafft.


Es gibt ja durchaus Beobachter die aufgrund ihrer Sehstärke sehr viel mehr sehen als der Durchschnittsbürger. Ich habe nur einen Visus von gerade 1, das ist allenfalls Durchschnitt. Daher würde ich wohl auch nicht mehr als 2 Bänder sehen können.

Dann hast Du schon ein schön eingestelltes Glas. Ich hatte mir auch mal vor einiger Zeit eins kommen lassen, das machte
bei Intra/Extrafokaleinstellung seltsame Schweife an den Sternen, die waren wenn man unscharf machte einfach nicht rund die Sterne.
Bei Hochvergrößerung sah ich ein Doppelbild, hab es dann zurück geschickt. Vielleicht habe ich auch die Okulare nicht richtig gedreht und das Doppelbild wäre verschwunden, aber auch bei defokussierten Stern war die Abbildung ja nicht ordentlich. Man hätte das Glas wohl wenn ich es zurück geschickt hätte zum korrigieren nochmals eingestellt, aber ich hatte in dem Moment einfach irgend wie die Nase voll. Auch die kleine Einarmmonti die ich dazu hatte (auf Manforrto 075 Dreibein)
war bei Vergrößerung um die 60 Fach nicht mehr zitterfrei sondern zitterte lang und heftig. Daher auch meine so nachhakende Nachfrage zittert die Manfrotto N12 oder nicht, weil eine Alternative zur APM Gabel ist sicher nicht schlecht aber die Alternative sollte dann auch mindestens genauso gut sein wie die APM Gabel. Sonst muss man die APM Gabel nehmen, Alternativlos.
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Vielleicht hat einer von den Usern die APM Gabel in Gebrauch und kann wegen des Zitterverhaltens etwas Info beisteuern.
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Ich denke zu Plato 4 Krater darin kann man auch vergessen, dass wird das Glas nicht zeigen, jedenfalls nicht bei Visus 1,0.

Ja Vega ist eigentlich rein weiss, bläulich wär eine Farbveränderung m. E. .
Größere Geräte können unterschiedliche Sternfarben meine ich besser wiedergeben, Ausnahme ist wohl z B ein Takahashi
Refraktor ab 120 mm.

Ich sehe das Glas auch als eine gute Kompromisslösung an, wenn es darum geht mit 100 mm Öffnung Binokular ein Gerät zu haben das 2,8 Grad GesFeld hat, man hochvergrößert kann auf wohl gut 100 Fach wenn es ordentlich Kolliminiert ist und ein schöner Allrounder sein soll.
Ich suche etwas das ich in einem Handgriff komplett montiert raus stelle und dann beobachten kann, ganz unkompliziert
ohne langes Aufbauen und Einstellen sowie Stundenlanges auskühlen usw etc pp, dass erfüllt so ein Glas.

Ein bis maximal 5,5 " Refraktor käme aber auch vlt in Betracht würde so auf ca 25 KG kommen mit einer kleinen Monti, das ginge auch noch um es in einem heraus zu stellen mit Bino natürlich, nur dann werden die Ges-felder dramatisch kleiner, wer will das beim spazierkecken Inder Milchstrasse schon als reiner Gelegenheit- und Genussspechtler.

Ich wünsche he Dir noch einen schönen Sonntag und nochmals recht herzlichen Dank für Deine Mühe.

VG

Michael

N.S. Ich denke es werden mehr Leute eine alternative zum z B 6" Refraktor oder 10-20 Zoll Newton u dergleichen
große Teleskope suchen. Von den Usern die älter werden und aus zeitlichen Gründen nicht mehr raus fahren wollen, von zu Hause etwas spechteln wollen schnell und unverbindlich ohne viel aufbauen und abbauen, einstellen und ggf noch tunen der Geräte damit sie im optimalen Bereich laufen. Die einfach nur das Gerät in einem Handgriff mal eben raus stellen und einen Augenblick auskühlen lassen und dann mal für eine Zeit am Himmel spazieren gehen wollen ohne große Umstände eben.
Kurz Mond und Planeten und ein paar offene Sternhaufen abgeschwenkt und schnell wieder rein zum Spielfilm.
Meines Erachtens wird diese Zielgruppe wachsen und zunehmen.
Leider muss man wenn Mans es mit dem 100 Bino macht auch ordentlich Abstriche machen, vlt. mit dem 120er weniger
Abstriche, aber dazu hat auch noch Niemand mal genau gepostet, dergestalt mit dem 100er siehst Du Plato ohne Krater und mit dem 120er in Plato 4 Krater oder auf Jupi siehst Du mit dem 120er Polarregionen, GRF und 4 Bänder zzgl weitere Details in den Bändern. Eine solche Beschreibung und ein solch an mehr Leistung würde m. E. sehr viele User sofort überzeugen
auf das 120er zu gehen, wenn es auch vom Preis her schmerzlich ist. Aber so .....:(
 
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Demokrat

Mitglied
Bei Hochvergrößerung sah ich ein Doppelbild, hab es dann zurück geschickt. Vielleicht habe ich auch die Okulare nicht richtig gedreht und das Doppelbild wäre verschwunden, aber auch bei defokussierten Stern war die Abbildung ja nicht ordentlich. Man hätte das Glas wohl wenn ich es zurück geschickt hätte zum korrigieren nochmals eingestellt, aber ich hatte in dem Moment einfach irgend wie die Nase voll. Auch die kleine Einarmmonti die ich dazu hatte (auf Manforrto 075 Dreibein)
Das Bino kann man kollimieren, die Linsen sitzen in Exzenterfassungen. Meines sollte von Wellenform bis 180 x kollimiert sein, aber schon mit 8mm Delos ist das eine Spielerei mit Doppelbildern. Da muss man die Okulare in den Aufnahmen drehen bis es passt... das tu ich mir nicht an, schlicht und einfach. Ich stell das Zeug nicht auf, um mich zu ärgern. Und auch nicht, um alles möglichst dunkel zu sehen. Mir macht es Spaß mit hellem Widefield, da kommt dann das "Aaaahhhh", bei Jupiter und 150 x kommt nur ein "Hmmm". ;)
Aber das liegt in der Natur der Sache. Wer 100x will, muss mit den Okus herummachen, bis auch die optischen Achsen der Okulare fluchten (für Deine Augen zumindest!). Das Bino kann da auch nichts dafür, wenn die Okulare nicht genau zur Hülse fluchten.

Daher würde ich wohl auch nicht mehr als 2 Bänder sehen können.
Ich seh jedenfalls nicht mehr. Planeten mit Bino ist für mich eher fad.

lg
Niki
 

Michael1

Mitglied
Hallo Niki,

danke für Deine klar stellenden Worte.

Dann weiß ich noch nicht ob ich mir das Bino kaufe. Man kann zwar theoretisch bis 100 Fach gehen aber spaß macht es am Mond und Planeten wohl keinen. Da leistet dann ein z B ED Refraktor mit 100 mm Öffnung dann doch deutlich mehr am Mond/Planeten und nicht nur das gleiche wie das Fernglas? Schade muss ich sagen.

Das Fernglas ist dann etwas besser als andere Ferngläser aber doch nicht so universell wie ich dachte.

Dafür ist es dann schon sehr teuer bei der Einschränkung und auch kein Allrounder, meine ich mal.

Dann passt auch ein anderes noch gutes 100er Fernglas mit Festvergrößerung 25 oder 30 x 100 oder in der Art für spazierkucken in der Milchstraße und mal einen Blick auf den Mond werfen ohne viel zu erwarten.

Will man mehr sehen ist ein Fernrohr doch unumgänglich.

Großes Nachdenkkäffchen für mich von Nöten. Da werde ich wohl doch eine Weile dran knabbern, was ich künftig mache.
Ich denke Du hast mich auf den Boden der Tatsachen geholt.

Danke und
VG :)

Michael
 

Miquel Prado

Mitglied
In einem anderen Thread will ein Beobachter mit dem SD 100 APO APM Bino am Jupiter auch eine Menge an Details in den Jupiterbändern selbst gesehen haben. Auf meine Nachfrage dazu hatte er sich auch nicht mehr gemeldet.
Daher habe ich hier bei Dir dazu auch einmal nachgefragt. Und Deine Auskunft zu Jupiter ist so wie ich das erwartet
und mir in der Theorie auch gedacht habe. Aber es hätte ja sein können, dass das Glas das doch schafft.


Es gibt ja durchaus Beobachter die aufgrund ihrer Sehstärke sehr viel mehr sehen als der Durchschnittsbürger. Ich habe nur einen Visus von gerade 1, das ist allenfalls Durchschnitt. Daher würde ich wohl auch nicht mehr als 2 Bänder sehen können.
Hallo Michael, Sehstärke wird eigentlich mit der Okulareinstellung wieder "scharfgestellt". Aber Faktoren Wie Seeing, Lichtverschmutzung und Höhe fdes Objektes über dem Horizont spielen auch eine grosse Rolle. Unter optimalen Bedingungen sieht man mit dem ED Bino auch bei 61x bestimmt mehr als nur die beiden Bänder. Darauf würde ich wetten.

Dann hast Du schon ein schön eingestelltes Glas.
Das hoffe ich. War auch nicht billig! Habe ich extra zusätzlich justieren lassen (bis 183x)

..war bei Vergrößerung um die 60 Fach nicht mehr zitterfrei sondern zitterte lang und heftig. Daher auch meine so nachhakende Nachfrage zittert die Manfrotto N12 oder nicht
Nein, da zittert auch bei 61x bei mir nichts nach.

LG
PS
Vega war rein weiss :)
 

Michael1

Mitglied
Hallo Sebastian,

Deine Aussagen machen mir wieder etwas mehr Mut....naja mal sehen......

Dann wird man wohl das Glas auf 183 Fach tunen lassen müssen, damit es intra und extrafokal auch runde Sternscheibchen zeigt mit dann entsprechender Abbildungsleistung und Auflösung auch was die Feinheiten angeht an Mond und Planeten.
Vorbedingung sonst wird das nichts.

VG

Michael
 

Demokrat

Mitglied
Da leistet dann ein z B ED Refraktor mit 100 mm Öffnung dann doch deutlich mehr am Mond/Planeten und nicht nur das gleiche wie das Fernglas?
Nein. Jein. Ein Fernrohr braucht keine 2 Achsen kollimiert. Und Du musst auch nicht Deinen Kopf so halten, dass Deine Augachsen ebenfalls kollimieren. Das ist das "Anstrengende" im Vergeleich zum Mono-Rohr. Du musst bequem sitzen, den Kopf unverkrampft ruhig halten und dann ist ALLES GUT.

as Fernglas ist dann etwas besser als andere Ferngläser aber doch nicht so universell wie ich dachte.
Auf jeden Fall ist kein Gerät "universell"... wenn man darunter versteht, das es eines gäbe, das alles kann.


Dann passt auch ein anderes noch gutes 100er Fernglas mit Festvergrößerung 25 oder 30 x 100 oder in der Art für spazierkucken in der Milchstraße und mal einen Blick auf den Mond werfen ohne viel zu erwarten.
Nein. Der 45° oder 90° Einblick macht mehr Sinn, als ein "normales" Bino. Schau mal auf ALT 65 oder 80 Grad länger etwas an, ohne einen Liegestuhl zu konsultieren. Das APM Bino macht m.E. mehr Sinn, gehört auf ein Kurbelstativ und ein Sessel gehört auch dazu.


Will man mehr sehen ist ein Fernrohr doch unumgänglich.
Eher: Will man anderes anders sehen. Planeten mit 250 x oder Dinge mit Filter und ohne "Beidaugenzwang"... bei mehreren Beobachtern muss auch das Bino ggf. wieder verstellt werden - also kommt drauf an: alleine: kein Problem. Mit 5 Besuchern: dumm. Jeweils 2 x scharfstellen, Augenabstand ändern, Sitzposition anpassen - und da man das alles nicht macht, weil alle faul sind, hat man nicht immer den vollen Genuss. Also: Bino ist ein Spezialinstrument, meinem Verständnnis nach. ;)

lg
Niki
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Michael,
jedes Objekt (oder Objektart) hat sein Teleskop. So viel habe ich zumindest schon mal gelernt.

Ein 120mm Fluorid Refraktor hat vielleicht eine high-end Optik, aber so viel mehr Vergrösserung als mit dem 100er Bino bekommst du leider nicht, weil die Austrittspupille auch schnell wieder zu klein wird. Meiner Meinung nach, sind teure (und schnelle) Refraktor Teleskope besonders in der Astrofotografie gut einsetzbar, aber auch nur bis zu einer bestimmten Brennweite.
Ansonsten ist ein >150mm Fluorit ein nettes Spielzeug für Millionäre und natürlich auch für Sternwarten.

Willst du Vergrösserung, dann Dobson, Mak oder SC etc.

Du musst dir vor allem überlegen, was dir am wichtigsten ist. Weil alles wirst du nicht unter einen Hut bringen können.
Was hälst du von der Idee, APM 100 APO für wide field und ein 150mm Mak für Planeten. Dazu eine GoTo Montierung die vielleicht sogar beides gleichzeitig tragen kann. Kennt jemand eine solche Montierung mit eingebautem Akku?
(währe auch für mich interessant)
Lg
Sebastian
 
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Michael1

Mitglied
Danke euch für eure Antworten. Möchte aber nur noch ein Scope für alles kann dann nicht alles hervorragend aber von allem
etwas und da dachte ich bislang z B an ein APM 100 ED APO Fernglas, nun komme ich ins grübeln und weis einfach noch nicht, hab ja noch Zeit wir werden sehen was es zum Ende des Jahres wird. Bin selbst sehr gespannt.

@ Sebastian, kannst die hier nehmen => Teleskop-Express: iOptron MiniTower PRO - GoTo-Montierung für Teleskope bis 15 kg

VG

Michael
 

Michael1

Mitglied
Ich will ja nicht das letzte Wort haben...aber

....ist schon recht, aber Du kannst da anschließen via Zigarettenanzünderstecker eine Powerbox (kleine 12 Volt Batterie)
und die bei Bedarf mit aufs Feld nehmen, die ist je nach Ausführung auch noch mit einer Rotlichtlampe bestückt
ca 15x30x30 cm klein mit Tragegriff. Da hast Du dann Deine Stromversorgung für unterwegs.

Kleine Akkubatterien in Handgröße reichen von der Kapazität m E nicht aus für eine solche Montierung um mehrere Minuten am Stück nachzufühlen, denen geht der Saft aus, da brauchst schon die Kapazität einer Motorradbatteriegröße (Powerbox).

VG

Michael

N.S. Nur kurz zu meinen Werdegang, seit ca 50 Jahren Astrohobby angefangen mit 114 Newton, dann über SC 10, SC11 und mehrere C14" Celestron über 150MAK, undvon 14 -17,5 Zoll Newton war schon einiges dabei.
Hobby über 5 Jahrzehnte betrieben nicht am Stück sondern teils mit mehrjährigen Pausen.
Was habe ich noch nicht gemacht u.a. Bino am Teleskop und Refraktoren. Zur Zeit habe ich keinen Astrokram mehr.
Alles weitere zu meinen evtl neuen Ambitionen stehen im meinen vorigen Posts hier im Thread -
 
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praktikant

Mitglied
Hallo in die Runde,

ich habe ein APM 100ED 90 Grad und bin damit sehr zufrieden. Ich benutze das Fernglas am liebsten mit den APM 12.5 HiFw Okularen aber auch mit den 24er UF und auch mit 5mm Radian wenn es sich anbietet. Montiert ist das Bino auf einem Berlebach Uni 17 mit Kurbelsäule und der Zentralarmmontierung von APM.
Mit den 24ern und entsprechenden Filtern gehen ausgedehnte Nebel wie Nordamerika oder Rosettennebel unter dunklem Himmel sehr gut. Die 12.5 sind super für Sternhaufen und Galaxien aber auch für den Mond. Die Radian sind mit AP 1mm schon grenzwertig für meinen Geschmack was die Farbwiedergabe angeht. Zum ab und zu Planetenschauen geht das schon aber der Farbfehler ist an Mond und Planeten deutlich zu sehen. Wir reden hier immer noch über zwei f5 ED Doublett Optiken mit Prismen, wer farberein sucht ist hier falsch.
Zum direkten Vergleich habe ich einen 105 f9,5 Fluorit Triplett der auf der optischen Bank bei 800 fach noch farbrein ist und einen 152f8 der auch ein echter APO ist. Ich hatte auch mal die zweilinsige ED Version davon. Jedes Teleskop hat seinen Himmel... aber hier nun mal ein direkter Vergleich an beliebten Objekten.
Planeten: Die beiden APOs zeigen keine falschen Farben oder Farbsäume und der 6 Zöller schlägt den 4 Zöller natürlich um Längen in der Auflösung. Das Bino ist dafür nicht gemacht und man muss einfach mit deutlich sichtbaren Bildfehlern leben. Trotz guter und stabiler Kollimation meines Binos würde ich nicht wesentlich über 100 fache Vergrößerung gehen. Damit geht der GRF, mehrere Bänder und Mondschatten am Jupiter, die Cassiniteilung im Saturnring, die Polkappe beim Mars und die Phasen von Venus und Merkur. Beim AOM 4 Zöller geht nicht viel mehr nur halt ohne Farbe und mit wesentlich mehr Kontrast. Durch die höheren Vergrößerungen sind Details leichter zu erkennen. Bei den 6 Zöllern gehen neben den Mondschatten auch die Monde selbst vor Jupiter und mehr Bänder, auf dem Saturn sind auch mehrere Bänder erkennbar, Mars zeigt Oberflächenstrukturen. Der ED kühlt in der Hälfte der Zeit aus zeigt aber am Jupiter und an der Venus auch Farbe und schon bei leichtem Seeing sehe ich Farbsäume.
Doppelsterne: Nur mal zum Testen auf Epsilon Lyrae, auch das geht mit dem Bino aber macht keinen Spaß. Hier sind die echten APOs klar im Vorteil und man kann die Bildfehler durch die Umweltbedingungen in der Praxis von denen durch die optische Auslegung und Verarbeitung unterscheiden. Bei den EDs geht das nicht so einfach.
Mond: Das beste Bild zeigt der 4 Zoll APO, harter Kontrast, keine Farbe - wie im Lehrbuch. Der 6 Zöller APO kommt dicht danach dann aber erstaunlicherweise das Bino noch vor dem 6 Zoll ED. Mit den 12.5er Okularen gibt sich ein schönes Gesamtbild des Mondes je nach Einblick mit deutlichem gelbem oder violetten Farbsaum aber durch das beidäugige Sehen doch schon spektakulär und ästhetisch.
offene Sternhaufen und die Andromedagalaxie: h&chi ist in allen Teleskopen sehr schön anzusehen. Die Refraktortypischen nadelfeinen Sterne vor dunklem Himmel und das ist genau der Punkt: Durch den besten Kontrast ist mir der 4 Zoll APO auch hier am Liebsten. Das Bino schneidet aber auch hier nicht schlecht ab und ist mir lieber als beide 6 Zöller. Ich habe auch einen Binokularansatz für die APOs aber den benutze ich nur für unser Sonnensystem. Bei Deep Sky sind die Binoansätze für mich zu dunkel, das echte binokulare Sehen spielt hier seinen wesentlichen Vorteil aus. Für die Andromeda ist mir das Bino am Liebsten und dafür das Paradeobjekt schlechthin.
Kugelsternhaufen, kleinere Nebel und schwächere Galaxien: Die beiden 6 Zöller sind hier die Gewinner aber auch die stinken gegen größere Optiken gnadenlos ab - hier zählt einfach die Öffnung. Die Messierobjekte sind für das Bino aber machbar und in den helleren Objekten finden sich einige Details. M13, M51 oder M27 zeigen mit den 5mm Radian schon erstaunlich viele Details aber schon ein guter 6 Zoll Newton zeigt mehr.
ausgedehnte Nebel: Objektiv hat das Bino keinen wesentlichen Gesichtsfeldvorteil gegenüber den anderen Optiken, da es nur 1,25 Zoll Okulare aufnimmt. Durch die beidäugige Beobachtung wirken die knapp 3 Grad am Himmel subjektiv mehr. Der Nordamerika- oder der Pelikannebel kommen in dunklen Nächten und mit geeignetem Filter sehr schön zur Geltung und das Bino ist hier mein klarer Favorit.

Das Bino schlägt sich also auch gegenüber Topoptiken nicht schlecht und hat auf jeden Fall seinen Himmel. Die Stärke des Binos sehe ich in der Widefieldbeobachtung, die Schwäche bei allem was hohe Vergrößerungen erfordert. Wesentlich sind neben den optischen Gesichtspunkten aber auch die einfache Orientierung am Himmel, das schnelle Schwenken und Durchwandern des Himmels und die schnelle Einsatzbereitschaft des Binos. Das Berlebach Stativ mit der Kurbelsäule verbessert die Ergonomie noch mal deutlich. Für den schnellen Blick und für Streifzüge am Himmel ist das Bino super. Als Universalgerät sehe ich es aber nicht, dafür produziert es bei hohen Vergrößerungen zu viele Bildfehler. Wer bei ähnlichem Budget den Allrounder sucht ist optisch mit dem 6 Zöller ED besser bedient. Mechanisch bedeutet ein 6 Zoll Refraktor aber schon einen riesen Aufwand verglichen mit einem 4 Zoll Fernglas.
Die echten APOs sind teure, hochgezüchtete Spezialisten und stellen keine Alternativen zum Kauf dar, dienen aber als Referenz was pro Öffnung möglich ist. Objektiv ist keines der Geräte einem 10 Zoll Dobson gewachsen, weder von Preis/Leistung, absoluter optischer Leistung noch mechanischem Aufwand. Daher sind die genannten Linsenoptiken meiner Meinung nach ehr für fortgeschrittene Beobachter die genau wissen was ihnen eine Optik wie zeigen soll und weniger für Anfänger geeignet.
Ich denke die Großferngläser sind für Genussbeobachter und Linsenfans schöne Alternativen und das 100mm APM ist für mich preislich als auch vom Handling das attraktivste Angebot.
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Praktikant, ein sehr schöner und informativer Bericht!
Vielen Dank!

Benutzt du die Filter (am Bino) nur am 24UF oder auch bei kleineren Okular Brennweiten?
Darf man fragen welche Filter du da nimmst?

Interessant auch, dass du die APM 12.5 Hi-FW verwendest. Du hast nicht zufällig einen Vergleich zu anderen Okularen gleicher Brennweite, z.B. Baader Morpheus oder den Docter?

Lg, Sebastian
 

marcus_z

Mitglied
Hallo Markus, nein leider nicht. Ist bestimmt toll.
Wolltest du bemerken, dass es dort egal ist wenn die Austrittspupille klein ist?
Lg
Lambert Spix gibt für Mondbeobachtungen AP 0,65mm (Krater) bis 0,4mm (Rillen) als förderliche Vergrößerung an. Am Mond vergrößere ich am Refraktor in der Regel bis AP 0,5mm, je nach Seeing. Das bedeutet dass selbst ein 60mm Refraktor auf förderliche Vergrößerungen kommt bei dem Dein Bino u.U. schon Doppelbilder erzeugt.
Übrigens kann der 60mm Refraktor auch die Komponenten von Epsilon Lyrae trennen - entsprechende Qualität natürlich vorausgesetzt.
 

Michael1

Mitglied
Hallo Praktikant,

Deine Infos sind ein Glücksfall für mich. Genau auf die Erfahrungen die Du hier postest habe ich gehofft.
Vielen Dank für Deine Mühen mir und uns hier einen doch recht umfassenden Einblick gegeben zu haben was mit dem
ED APO 100 APM möglich ist und was im Vergleich zu Refraktoren der 4 und 6" Klasse.
Deine Infos sind für mich sozusagen Gold wert.
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Meine Frage an Dich ist aber wie schätzt Du Deine Sehkraft ein? Liegst Du mehr im Durchschnitt von der Sehleistung oder tendiert Deine Sehleistung mit oder ohne Brille eher in Richtung z B 120 % ?
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Denke für meine Anwendung ist das 100 APM Bino dann doch genau richtig. Wenn auch der ambitionierte und verwöhnte Sternfreunde wie Du einen Allrounder eher bei einem 6" Refraktor für ähnliches Budget sieht, kommt für mich als Priorität dazu, dass ich für das schnelle unverbindliche Spechteln ein Grab und Go Scope suche , dass ich in einem Handgriff rausstellendes kann das sehe ich persönlich mit dem 100 Bino von APM als gegeben an . Mit einem separaten, zusätzlichen leichten Reisestativ sogar mit auf Reisen im Auto mit nehmen kann.
Ein 6" Refraktor ist mir schon zu groß und mal eben raus stellen und Spechteln ist dann auch mit etwas mehr Aufwand verbunden als im schnellen Bino .

So wie ich es jetzt sehe nach Deinem Bericht wird für mich letztlich noch die Frage im Raum stehen, ist das neue 100 APM Bino als SD Optik in der Lage bis 100 Fach
(so würde ich es gerne betreiben) am Mond ohne Farbsäume aus zu kommen.
Denke da wird so noch keiner Erfahrungen posten können.

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Vielleicht kann Herr Markus Ludes sich zu diesem Punkt äußern SD APO 100 APM Bino am Mond bei 100 Fache Vergrößerung ohne visuell sichtbaren Saum ?
Falls ein Saum noch sichtbar sein sollte um welchen Betrag ist der gemindert gegenüber dem 100 ED APO Bino z B im
Verhältnis der Mond wäre eine Murmel mit 30 mm Durchmesser wie dick/stark ist der Saum am Rand ,
z B ca 1 mm stark ?
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VG

Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

praktikant

Mitglied
Also der Reihe nach...
Sebastian, ich nutze die APM OIII Filter und Lumicon UHC. Die Lumicon sind sehr gut, die APM Filter sind ok, könnten aber etwas bessere Transmission haben. Ich nutze die OIII an nur den 24er Okularen die UHC auch mit den 12.5ern.
Ich hatte die APM UWA 110 Grad Okulare, das war aber am Bino vom Einblick nicht gut und zu geringer Augenabstand. Die 18er UF verhalten sich wie die 24er und beide sind sehr angenehm am Bino. Im direkten Vergleich finde ich die UF gleichwertig oder besser als die Panoptic. Ich nutze auch Takahashi LE 7.5 die sehr gut für kleinere Messierobjekte sind. Auf dem BTM könnte ich noch Omegon LE Okulare testen, die waren deutlich angenehmer als die APM UWA. Für genaue Infos zu den Okularen hab ich hier im Forum mal was zu den Hi FW gepostet, sonst empfehle ich cloudynights, da gibts ausführliche Berichte.
Michael, freut mich wenn es hilfreich ist, was ich schreibe. Meine Sehkraft ist maximal Durchschnitt, ich bin auch nicht übermäßig farbempfindlich. Ich habe aber eine große Abneigung gegen Koma und gewölbte Bildfelder, was mich von Spiegeln weggebracht hat. Zum Thema SD versus ED kann ich nicht viel beitragen außer dass es schlichtweg nicht möglich ist einen 2 Linser mit f5 wirklich farbrein zu bauen. Wenn du mit etwas Farbe leben kannst ist das ED bis 100 fach in Ordnung. Eine Alternative zum SD wären ggf. Baader Fringe Killer. Ich würde von der neuen Glaskombination nicht mehr Effekt erwarten als von den Filtern, ehr weniger. Das schließe ich aus Erfahrungen mit anderen EDs. Das APM ED Bino ist zum Beispiel etwas farbreiner als der alte Vixen ED 114 und bei dem waren Planeten mit dem Fringe Killer bis 150 fach ok. Beim 152 f8ED brachte der Fringekiller keine Verbesserung. Mit dem Bino selbst hab ich es nicht probiert, vielleicht hat Jemand anderes Erfahrungen.

Übrigens habe ich die Version mit 28mm freier Öffnung auf der Okularseite. Ich habe keine Probleme mit Geisterbildern oder Reflexen. Als Stativ würde ich auf jeden Fall eines mit Kurbelsäule nehmen, das ist viel angenehmer als ständig das Stativ zu verstellen. Der Montierungskopf ist Geschmacksache, die Zentralarmmontierung finde ich ausreichend stabil.

Grüße Alex
 

Demokrat

Mitglied
Michael,

ich denke, Du wirst das 100er Bino sowieso kaufen, denn Du willst es einfach. Du magst es, Du magst Deine Vorstellung, es zu verwenden, also ist alles gut. Die meisten Diskussionen hier dienen zur Bestätigung des eigenen Entschlusses. ;) Auch wenn man die Planeten mit anderen Instrumenten wesentlich besser beobachten kann - alles ist und bleibt letztlich subjektiv. Manche mögen jetzt an die Physik und AP und und und erinnern, ich denke, ohne dass man selbst die nötigen Erfahrungen macht, ist es auch stets ein wenig sinnlos, andere Meinungen 1:1 auf sich zu übertragen.

Ich habe meines gekauft, weil ich selbst wissen wollte, was Sache ist und wozu es taugt. Ich kaufte es nicht unter der Prämisse, dass es das letzte und einzige und wahre Schnellspechtelgerät ist, denn das ist es für mich absolut nicht. Wenn jemand das aber so einordnen möchte, kann er das gerne. Die eigenen Erwartungen kannst Du wohl nur mit Durchgucken verorten. Sonst ist es wie die Frage: "Wie schmeckt Kaffee", und aus den Antworten versuchst Du Dir dann den :coffee: Geschmack vorzustellen.

Der eine findet einen dunklen und kleinen Jupiter fantastisch, ich finde ihn fad. Nichts, worauf ich länger als eine Minute geucken möchte. Einer findet AP 1mm schrcklich, ein anderer 0,5mm perfekt. Nachdem ich weder Deine Augen, noch dein Gehirn, noch Deine Erwartungen in mir habe, ist es letztlich schwer, so sagen, was für Dich Sache ist.

Ich würde es jedoch tatsächlich kaufen, weil Du es willst. Das zählt. Und mit dem, was es nicht gut kann, leben. Das gilt natürlich auch für jede andere Entscheidung. Auch ein Mak oder Refi kann nicht alles, auch ein Dob nicht. Auch der "User" kann nicht alles. Insoferne halte ich es für wichtig, mal selbst irgendwo durchzugucken, oder das Zeug einfach aus Lust und Spaß zu kaufen, weil man es haben möchte. :D(y)

lg
Niki
 

Michael1

Mitglied
Hallo Alex,

vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen/Informationen zum Thema APM Bino und alles was
damit im Zusammenhang steht.

Die Ferngläser dieser Firma faszinieren mich einfach und ich glaube es geht nicht nur mir so.

Ich denke die Fülle an Fragen und Informationen die dieser Thread zu den APM Gläsern bedient wird noch auf Jahre
wertvolle Hilfe sein für all Diejenigen, die Antworten suchen auf Ihre Fragen zu den APM Gläsern.

Vielen Dank und liebe Grüße.

Michael :) (y):)
 

sunspot

Mitglied
Hallo Michael,

ok – dann gebe ich auch einmal meine Erfahrungen bekannt – die sich übrigens zu 95% mit denen von „Praktikant“ decken.

Für das Schnellspechteln nehme ich als Universalgerät allerdings überwiegend einen TMB 4.5“ Apochromat auf einer Giro3 Montierung und einem Berlebach Uni 18 Stativ. Weshalb dieser Apo und nicht der APM100 ED Apo mit 45 Grad Okularaufnahme ?

Ich möchte hier zuerst auf das Großfernglas eingehen, da Du ja damit am Meisten zu liebäugeln scheinst !

Kurz noch zu den Okularen und der Montierung für dieses Bino:
Anfangs hatte ich dieses Gerät auf einer Vixen Gabelmontierung HF1 und einem Carbonstativ von Triton gepackt; dieses Stativ verwende ich für Fernreisen ins südliche Afrika wenn das Bino mitkommt. Daheim benutze ich ein komfortables Manfrotte Stativ mit Kurbelsäule. Mittlerweile habe ich die Vixen Montierung wieder veräußert und mir stattdessen zum Messepreis die innenliegende Einarmmontierung zugelegt. Diese ist deutlich leichter, kompakter, trägt das Bino klaglos und das Glas lässt sich damit wunderbar feinfüllig in der Höhe schwenken.


Folgende Okularpärchen kommen zum Einsatz:
TV PanO 24mm / TV Nagler 16mm T6 / TV Delos 12 und 8mm

So – nun aber zum Thema. Solange du großflächige Objekte beobachtest spielt dieses Glas seine Stärken voll aus – seien es ausgedehnte Nebel oder prächtige Sternhaufen – dies ist die Paradedisziplin. Sehr angenehm ist es hier mit beiden Augengleichzeitig beobachten zu können – der Seheindruck ist genial und es lässt sich deutlich entspannter Spechteln.

Wenn es aber um Planeten, Kugelhaufen, PN’s handelt sieht die Sache ganz anders aus.

Wie bereits erwähnt kannst du ohne weiteres mit entsprechenden Okularen 100-fach und noch mehr vergrößern – aber das Resultat ist bekannt. Hatte sogar seinerzeit zwei TV Nagler Zooms ausprobiert – ich fand es alles sehr enttäuschend.
Und hier spielt der 4.5“ Apo seine Universalität voll aus. Große Felder und schwache Vergrößerungen (z.B. mit dem 31er Nagler und Pentax XW40) sind genauso machbar wie hohe und höchste Vergrößerungen – wenn es das Seeing zulässt 200-fach und noch mehr.

Allerdings sollte man eines nicht vergessen – Kugelhaufen und viele Glx benötigen entsprechende Öffnungen um wirklich brillant zu wirken. Da nützt ein absolut farbreiner, bestens korrigierter Edel-Apo mit 99% Definitionshelligkeit auch nichts.
Da mir Planeten erst ab 200-fach und möglichst binokular Spaß machen, ich gerne auch noch höher vergrößere kommt hier ein APM 150er ED-Apo zur Anwendung. Für mich aber kein „Grab- und Go“ Gerät mehr – dafür ist es mir einfach zu sperrig und zu schwer.

Resümee: trotz manchmal vollmundiger Werbeaussagen ist der 100 ED Bino KEIN so gutes Instrument für Planeten – da fehlt bei einem Zweilinser mit f5.5 einfach die technische Machbarkeit einer farbreinen Abbildung und der eingeschränkten Vergrößerungsfähigkeit. Es ist und bleibt ein Fernglas und die Öffnung ist limitiert.
Dafür ist es recht handlich – relativ leicht und bietet ein unbeschreibliches Sehvergnügen in seiner Paradedisziplin.

Wer hiermit unter wirklich dunklem Himmel die Sternhaufen des südlichen Himmels, die Magellanschen Wolken mit Ihren unzähligen DS Objekten oder gar den Eta-Carina Nebelkomplex abfahren konnte wird sich glücklich schätzen ein solches Gerät dabei gehabt zu haben.

Als Ergänzung zu einem großen Dobson einfach genial – aber als alleiniges Gerät keinesfalls. Dafür ist es zu spezialisiert auf einen Teilbereich des Universums.
 

Michael1

Mitglied
Hallo sunspot,

danke Dir für Deine Einschätzung und Informationen zum Thema.

Das gibt in jedem Fall noch einmal einen etwas anderen Sichtwinkel.

Mir ist bewusst, dass ein f 5,5 Fernglas mit Prismen gewisse Einschränkungen hat was das praktische Auflösungsvermögen bei einer 100er Optik betrifft. Das kann nicht gleich einem 4" APO oder sehr guten ED sein m. E. da die Prismen im Spiel sind wie auch die Brennweite f5,5, gut der Farbreinheit und Auflösung sind da Grenzen gesetzt.

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Also mir sind auch gerne noch weitere Meinungen zum Thema herzlich willkommen.
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Zu 100% bin ich noch nicht festgelegt, aber fast .

Grab und go kann aber vielleicht auch bedeuten ein Refraktor 5 oder 5,5" f7 auf Azimuthaler Monti ?, obschon das dann schon etwas schwerer wird als ein APM Bino und auch ausladender zum mal eben raus stellen.

Also Grab und Go ist für mich die Bedingung und absolut gesetzt, daran mache ich das neue Scope für mich fest.

Des Weiteren natürlich so gut es geht einen Allrounder nehmen, da muss ich natürlich Abstriche machen.
Muss mir selbst klar werden , wo da meine Präferenz liegt.
Von der Handhabung und Möglichkeit Binobetrachtung ist es das Bino.

Mit einem richtigen Refraktor sieht man aber am Planeten und Mond mehr. Schon klar hab ich verstanden.

Es wird eine schwierige Bauentscheidung werden.

VG

Michael
 

marcus_z

Mitglied
Michael, es gibt noch den Weg ein Bino-Teleskop mit Matsumoto EMS zu wählen. Das ist aber preislich eine ganz andere Nummer. Dafür kann das dann auch den Hochvergrößerungsbereich...
 
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