Re: FS-Schatten wie und wo?
Hallo zusammen,
so lngsam lichtet sich der Nebel.
Das Buch Star Testing Astronomical Telescopes von H.R. Suiter
hilft dabei sehr, wie immer.
Also ich denke mir folgendes (alles ohne Gewähr da ich ja nur
ein ahnungsloser Amateur bin).
1) es gibt keinen "Fangspiegelschatten".
Ein Teleskop mit zentraler Obstruktion hat im Fokus ein Beugungsscheibchen
dessen zentrale Disk wegen der Obstruktion eine etwas verminderte Intensität
und eineen etwas verminderten Durchmesser aufweist,
während in den Ringen etwas mehr Intensität
vorhanden ist.
2) defokusiert man eine nicht obstruierte ideale Optik
um eine Wellenlänge so findet sich im Beugungsbild zentral
eine dunkle Stelle, ein Minimum im Beugungsbild, obwohl da
ja kein Fangspiegel im Spiel ist.
Ebenso wenn man 2 Wellenlängen defokussiert.
3) nahe am Fukus haben wir es immer mit Beugungseffekten zu tun.
4) wenn man eine obstruierte ideale Optik etwas weiter
(sagen wir 10 Wellenlängen) defokussiert findet man ein Beugungsbild
in wlechem man die Auswirkung sowohl des Defokus als auch
der zentralen Obstruktion auf das Beugungsbild wiederfindet.
Man findet dort keinen "Fangspiegelschatten".
Siehe dazu Suiter, Star testing Adtronomical Telescopes,
5. Ausgabe, S. 118 Fig 6-9
Auch im dunklen Bereich den man auf den ersten Blick als "Schatten"
deuten könnte finden sich Beugungsringe.
Im Beugunsbild eines perfekten und perfekt justierten 10" f/4,5 Newtons
mit 30% Obstruktion und ohne Spinne (oberste Reihe)
findesst sich im Fokus sowie außerhalb des Fokus
keinerlei Hinweis auf eine Abweichung des Beugungsbildes
von der Punktsymmetrie.
Nun könnte man sich überlegen ob nicht doch eine winzige Abweichung
sichtbar werden könnte/sollte, da die Eintrittspupille durch den Offset des Fangspiegels
nicht exakt punktsymmetrisch sein kann.
Ich habe mit NewtWin simuliert wie groß der Offset sein muß
und Newtinhat bei 76mm FS, 254mm f/4,5 , 310mm Tubusdurchmesser,
50mm hohem Auszug und 20mm Fokussierweg bis zum Fokus
4,5mm Fangspiegeloffset angegeben.
Ich persönlich glaube daß mn die Auswirkung dieses Offset
auf das Beugungsbild im Fokus wosie beiderseits nahe des Fokus
wirklich nicht sehen kann.
Vielleichtbhat ja jemand eine Software mit der man die Auswirkung
des Offset auf das fokale sowie intra- und extra-fokale Veugungsbild
präzise simulieren kann.
Ich selbst habe mittels Coor Berrevoets` Aberrator nachgeschaut.
Dort finde ich keine Agaben ob der Aberrator den offset berücksichtigt.
Was ich aber finde wenn ich das Beugungsbild des Sternes stark vergrößere
ist die Auswirkung des (zu) kleinen Raumes, der für die Fouriertransformation
gewählt wurde, auf das Beugungsbild des Sternes.
Hoffe mit meinen etwas windigen Ausführungen weitergeholfen zu haben.
Ach so, was ich noch vergessen hatte:
Ich selbst prüfe die Justage meines NEwtons am Stern.
Die stimmt normalerweise sehr gut (wenn ich nicht beim Transport
irgendwo heftig angeeckt bin), so daß ich immer gleich mit
300x an Polaris testen kann.
Sofern der erste Ring gleichmäßig ausgeleuchtet ist
(so wie im erwähnten Fig 6-9 im Suiter) ist die Justage perfekt.
Eine Dejustage wie in Fig 6-9 Reihe b) ist für mich indiskutabel
und wird sofort korrigiert.
Denn das sieht man am Planeten und am Stern sofort.
Gruß, Karsten