Astroausflug in die Rhön - endlich dunkler Himmel!

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

nachdem ich eine halbe Ewigkeit mit der Verarbeitung meiner Daten verbracht habe, konnte ich nun endlich zu Ergebnissen kommen, mit denen ich größtenteils zufrieden bin.

Anfang des Jahres entstand die Idee, im Sommer einmal in die Rhön zu fahren, um endlich mal wieder unter einem schönen, dunklen Himmel fotografieren zu können. Nach einer langen Zeit der Planung, Standortauswahl, Objektauswahl und Equipment-Verbesserung konnte es dann endlich losgehen. Die Wettervorhersage sagte für den 2. August ab 23:30 klaren Himmel voraus, also ging es los in die Rhön!

Da meine Objekte tendenziell eher im Osten und Süden lagen, habe ich mich gegen den ausgeschriebenen Beobachtungsplatz entschieden, und bin stattdessen zur Arche-Rhön gefahren. Dort war die Lichtverschmutzung im Süden deutlich schwächer, dafür jedoch im Norden ausgeprägter. Eine Richtung, die mich aber nicht interessiert hat.

Vor Ort angekommen, war ich mehr als begeistert. Die Horizontsicht war besser, als ich es erwartet hätte und die Abgelegenheit war beeindruckend. Hier ein Rundum-Panorama des Standortes:
1662914562649.png


Zuerst kommen jetzt die Bilder, die ich in der Nacht aufnehmen konnte. Am Ende schreibe ich dann noch etwas zu der verwendeten Ausrüstung und den Bedingungen vor Ort. Unter die Bilder schreibe ich nur, mit welchem Setup und wie lange belichtet wurde, woraus genau das Setup besteht, ist unten erläutert.

Während ich noch mein Doppelsetup aufgebaut habe, konnte ich mit dem Weitfeldsetup bereits eine erste Aufnahme der Milchstraße anfertigen:

Milchstraße.jpg


Weitfeldsetup; 175x13s

Nachdem ich dann auch das Doppelsetup aufgebaut hatte, konnte ich endlich voll loslegen und habe mich als Erstes an einige Gasnebel im Kepheus gemacht, unteranderem den Elefantenrüsselnebel und den Fledermausnebel:
Elefantenrüsselnebel.jpg

Doppelsetup; 200da: 31 Lights, D7500a: 25 Lights

Als Nächstes wollte ich dann ein etwas dunkleres Objekt in Angriff nehmen, nämlich den Sterntrichternebel:
Sterntrichternebel.jpg

Doppelsetup; 200da: 38 Lights, D7500a: 23 Lights

Hierbei machte sich der dunkle Himmel dann richtig bezahlt. Sowohl die schwachen Ausläufer vom IFN, als auch den eigentlichen Sterntrichternebel hätte ich aus dem heimischen Garten vermutlich nur mit absurd langen Belichtungszeiten sichtbar machen können. Allerdings ist der Nebel selbst unter diesem Himmel nicht allzu hell geworden.

Zum Schluss der Nacht habe ich dann noch ein Bild der Andromeda-Galaxie und Dreiecksgalaxie aufnehmen können:
Andromeda-Widefield.jpg

Doppelsetup; 200da: 18 Lights, D7500a: 18 Lights

Neben den beiden Galaxien hatte ich diese Gegend vor allem wegen des schwachen IFN im Hintergrund ausgewählt. Leider kam mir die Dämmerung dazwischen, sonst hätte ich gerne noch weitere Bilder dieser Gegend anfertigen können. Dennoch kann man den IFN in der rechten Bildhälfte schon leicht erkennen, auch wenn ich mich beim Strecken wegen des Rauschens und der extrem hohen Dynamik etwas zurückhalten musste.

Während der ganzen Zeit hat mein Weitfeldsetup fleißig weiter Bilder aufgenommen.

Zuerst habe ich auf die Gegend rechts vom Perseus gehalten, und dabei die Andromeda-Galaxie, h&chi Persei sowie eine ganz schwache Dreiecksgalaxie draufbekommen:
Perseus.jpg

Weitfeldsetup; 135x13s

Kurz vor Sonnenaufgang habe ich dann wieder in die gleiche Richtung gehalten und dabei den Fuhrmann im Visier gehabt:
Fuhrmann.jpg

Weitfeldsetup; 136x13s

Zum Abschluss konnte ich in der Dämmerung noch diese Aufnahme anfertigen:
Bild-von-hinten.jpg


So viel zu den Aufnahmen. Ich hoffe, sie gefallen euch!

Nun wie angekündigt noch ein paar Worte zu der verwendeten Ausrüstung und den Bedingungen:

Das Doppelsetup besteht aus folgender Ausrüstung:
  • Kameras: Canon EOS 200da und Nikon D7500a
  • Objektive: Canon EF 50mm 1.8 STM, Nikorr AF-S 50mm 1.8G
  • Nachführung: EQ3 ohne Guiding, Parallelmontierung beider Kameras
Alle Aufnahmen mit dem Doppelsetup wurden jeweils bei F/3.5 und ISO 1600 120s belichtet.

Das Weitfeldsetup besteht aus einer nicht modifizierten Canon EOS 100d mit 18-55mm Kit-Objektiv auf einem einfachen Stativ, ohne jegliche Nachführung. Aufgenommen habe ich bei ISO 6400 und F/3.5.

Die Kalibrierung sämtlicher Aufnahmen beider Setups erfolgte mit Darks, Flats und Bias. Das Doppelsetup habe ich alle 2 Bilder manuell gedithert.

Der Ort ist, wie bereits erwähnt, sehr abgelegen. Man kann einige Dörfer in der Umgebung erkennen, aber wie ich nachts sehen konnte, haben die direkt in der Nähe liegenden kaum erwähnenswerte Beleuchtung.

Die Lichtverschmutzung, die auf den Aufnahmen am Horizont zu erkennen ist, war zumindest für mich nicht mit sichtbar.

Auch wenn ich nicht gerade ausgiebige Erfahrungen mit visueller Beobachtung habe, konnte ich eine visuelle Grenzgröße von 6,72 Mag erreichen. Anhand der Aufnahmen konnte ich die Himmelshelligkeit mittels ASTAP zu 21,1 mag/“^2 bestimmen.

Insgesamt war die Nacht für mich ein voller Erfolg. Ich hoffe, das bald einmal wiederholen zu können!


CS Gerrit
 
Hallo ihr drei,

Danke für eure Kommentare!

CS Gerrit
 
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