Astrofotgrafie - Teleskop Entscheidung

Miquel Prado

Mitglied
Seit Wochen bin ich in intensiver Meditation darüber versunken, welches Teleskop ich mir wohl für die Astrofotografie zulegen möchte.
Trotz besseren Wissens, suchte ich natürlich nach der Eierlegenden Wollmilchsau :), mit dem Ziel, dass sie zumindest 2 oder 3 meiner Bedürfnisse befriedigen kann.
Die da wären, geringes Gewicht (bis 10 kg) und trotz Fotografie-Schwerpunkt, auch visuell für "höhere" Vergrösserungen einsetzbar.
Also Montierung würde ich es gerne zunächst mit einer HEQ-5 Pro versuchen. Kamera Canon EOS 6Da. Guiding mit Guidingscope. Überwiegend DS Fotografie.
In der Engeren Auswahl sind noch:

- Lacerta (no name) Newton, 200x800 oder 250x800
Nachteil: ein wenig zu groß.. Und ich weiss nicht, ob das die HEQ-5 noch packt..

- Meade LX200 ACF UHTC 203/2032
Nachteil: Das Öffnungsverhältnis auch mit Reducer noch bei >7,5..

- TS-Optics TSAPO71Q - TSQ-71ED - f/4.9
Ich weiß, das wäre für den Anfang für mich sicherlich die beste Wahl, aber der hat "nur" 347mm Brennweite..

Die Wahrscheinlich ist groß, dass ich mich für den TSAPO71Q entscheide, wofür ich das Visuele Beobachten aber opfern müsste :cry:

So, jetzt ist mir aber der Takahashi FC-100DL (900mm, f/9) und der FC-100DC (740mm, f7.4) über den Weg gelaufen. Ich weiß, preislich in einer anderen Liga. Aber der Vorteil den ich hier sehe ist die hohe visuelle Vergrösserung (besonders beim DL) und für die Fotografie ist mit einem Reducer ein Öffnungsverh. von f/5.9 erreichbar.
Das Tubusgewicht von 3,8kg und das Öffnungsverh. von f/5.9 müsste mit der HEQ-5 Pro doch noch gut funktionieren, oder?

Das wäre auch schon meine Frage.
Hat jemand einen Takahashi FC-100DL fotografisch im Einsatz?
Oder wäre hier die DC Version vielleicht noch besser (immerhin 1kg leichter und 12cm kürzer)?

Aber wie gesagt, ich tendiere eher zum DL, da ich dann visuell auch mehr vergrössern kann..

Bin auf eure Meinung sehr gespannt!
Viele Grüße
Sebastian
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Sebastian,

mit eierlegenden Wollmilchsäuen ist das so eine Sache. Die können alles, aber nichts richtig.
Wenn ich mir Deine Auswahl anschaue, dann hast Du da Brennweiten von 347 bis 2032 mm drin. Mach Dir mal mit einem Blickfeldtool bewußt, wie unterschiedlich da das Blickfeld ist und was Du denn aufnehmen willst. Zusätzlich willst Du visuell eine hohe Vergrößerung. Mit einem Teleskop allein bekommst Du das kaum hin.
Da Du anscheinend auch relativ hochpreisig einsteigen willst, überlege Dir doch mal, ob es es nicht sinnvoller ist, statt einem teuren Edelapos jeweils ein Teleskop "niederer" Herkunft für Widefield, eins für Narrowfield und Planeten und dann noch eins fürs Visuelle zu kaufen. Fotografisch ist für DS auch eine niedrige Öffnungszahl sinnvoller.

Gruß

Heiko
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Heiko, ja ich weiß.. Habe eben den Preis für den Takahashi Reducer gesehen, da ist mir die Lust an FC-100DL erst einmal vergangen..
Dann für rein Visuell vielleicht doch lieber irgendwann mal einen Tak Mewlon 210..

Wenn ich mir Deine Auswahl anschaue, dann hast Du da Brennweiten von 347 bis 2032 mm drin.
Eben, deswegen ja die Idee mit dem Reducer.

Von TS Optics ist mir auch der TS86SDQ aufgefallen. 464mm Brennweite und f/5.4 klingt doch vernünftig.
Der ist für den Anfang bestimmt auch nicht schlecht. Ich denke damit kann man schon viele Objekte abbilden. Irgendwie muss man ja anfangen.. :)
Grüße, Sebastian
 

noideaforaname

Mitglied
Hi,

Ich werfe mal das William Optics Red Cat 250mm in die Runde. Von der Brennweite her liegt es definitiv unter den von dir genannten, du hast aber damit ein Sorglospaket, was Anfangs von Vorteil ist. Nur der passende Adapter für Canon fehlt und muss zusätzlich gekauft werden. Und die Abbildungsqualität ist sehr gut. Visuell soll es auch Klasse sein, was ich noch nicht getestet habe.

Sicher, Objekte wie die Whirlpool- oder Feuerrad-Galaxie sind klein, mit der richtigen EBV und z.b. Drizzle beim Stacking lässt sich da noch einiges rausholen und nette Bilder zaubern.

Ich dachte zuerst auch, viel hilft viel und muss sein... wurde aber zwischenzeitlich anders belehrt.

Gruß

Ralph
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Ralph, vielen Dank für den Hinweis, das Red Cat ist sehr interessant, zumal es ein Petzval Design ist.
Da wäre mir aber Öffnung und Brennweite zu klein. Aber du hast völlig recht, es gibt einige große Objekte da wären 464mm Brennweite schon viel zu viel. Aber ich denke mir, besser ich versuche es dann eventuell mit einem Reducer als die Brennweite zu erhöhen. Und ansonsten, na ja, man muss ja nicht gleich "alle" Objekte fotografieren.. Das ist ja dann sowieso wahrscheinlich eine Aufgabe für Jahrzehnte :) Aber danke für den Tipp!
Grüße
Sebastian
 

openfuture

Mitglied
Hallo Sebastian,
als Allrounder würde ich zu Beginn zu einem Newton anfangen. Allerdings hast Du recht, die HEQ5-pro ist mit ziemlicher Sicherheit unterdimensioniert zum Fotografieren. Mir ging es ähnlich wie Dir vor ca. 5 Jahren, und ich habe mit einem 150/750er Skywatcher Newton auf einer EQ5 angefangen. Bei den Montierungen bin ich inzwischen bei Nummer drei und vier angekommen, da mir sowohl die EQ5 als auch die AZ-EQ5 irgendwann mal nicht mehr zuverlässig waren. Meine Teleskope habe ich hingegen noch alle.

Wenn Du also gleich mit einem richtig tollen Newton einsteigen willst, dann nimm Dir einer stärkere Montierung - z.B. die AZ EQ6GT. Die kann den 8-Zöller sicher tragen und hat mit dem Riemenantrieb den Vorteil, wenig Backlash (Getriebespiel) zu haben.

Bei den kleinen APOs schränkst Du Dich schon ziemlich ein. Im Sommer sind die super, da gibt es viele große Nebel zu fotografieren. Aber Galaxien, Sternhaufen oder Planetare Nebel - eher Fehlanzeige.

Ach ja: und heb Dir noch etwas Budget für das ganze Gerümpel drumherum auf: Koma-Korrektor, Guiding-Kamera und -Teleskop, Halterungen, Abstandsringe, ...

Viel Spaß und berichte vom Ergebnis
Wolfgang
 

Maddin75

Mitglied
Hallo Sebastian

Darf ich fragen, weshalb die HEQ-5 Pro? Für Astrofotografie wird ganz generell die stabilste Montierung empfohlen, die man sich leisten kann. Da haste mit „12 kg - je nach Anwendung“ sehr schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Eine Nummer grösser (EQ6R.. iOptron CEM60..) böte von der Montierung her ganz neue Möglichkeiten.

CS Martin
 

woody_ee

Mitglied
Bin mit meiner Kombi (100mm f7 Refraktor an HEQ-5) recht zufrieden, ist aber schon knapp das Maximum das ich dieser Montierung zumuten möchte.
Heißt
1. die Lacerta-Newtons brauchen wohl eine NEQ-6 od. Ähnliches.
2. bleibt alles zu Hause am Balkon oder musst Du ins Feld - die Schlepperei wir da zum Thema; kann ein Argument für einen 80mm-Apo sein.
3. die noch schwerere 6D(a) bringt noch mehr Hebel, insofern ein kürzerbauender Fotorefraktor von Vorteil, der wäre nur für visuell bei max. Vergrößerung (um die 200x) weniger ideal (so weit zum Thema Eierlegendewollmilchsau).
4. und auf keinen Fall auf das Guiding vergessen, egal ob EQ-5 oder -6.
5. Aha ja, und Vignettierung - wäre für den Vollformat-Chip ein Argument für einen 3"-OAZ.

Viel Spass beim Grübeln, es bleibt immer ein Kompromiss!
Aber das ist ja der Witz an dem Hobby ;)
CS
 

Miquel Prado

Mitglied
Darf ich fragen, weshalb die HEQ-5 Pro? Für Astrofotografie wird ganz generell die stabilste Montierung empfohlen, die man sich leisten kann. Da haste mit „12 kg - je nach Anwendung“ sehr schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.
Hallo Martin, einfache Frage einfache Antwort. Gewicht und Geld.
Die HEQ-5 Pro hat eine max. Zuladung von 15kg. Die EQ6GT kann 20kg. Machen 5 kg wirklich DEN Unterschied. Die CEM60 ist bestimmt super, aber ist mir für den Anfang zu teuer..
Danke und Grüße
Sebastian
 

Miquel Prado

Mitglied
@ Wolfgang
J ich weiß, die Montierung kann nicht stabil genug sein..
Ich hatte eben gehofft, die HEQ-5 würde auch noch gehen, wenn ein Newton z.B. nicht mehr als 9kg wiegt..
Und ausserdem ist die HEQ-5 noch einfacher zu schleppen.
Darum samle ich eure Meinungen. Um am Ende bicht die Falsche Entscheidung zu treffen.
Vielen Dank, Sebastian
 

Miquel Prado

Mitglied
1. die Lacerta-Newtons brauchen wohl eine NEQ-6 od. Ähnliches.
2. bleibt alles zu Hause am Balkon oder musst Du ins Feld - die Schlepperei wir da zum Thema; kann ein Argument für einen 80mm-Apo sein.
3. die noch schwerere 6D(a) bringt noch mehr Hebel, insofern ein kürzerbauender Fotorefraktor von Vorteil, der wäre nur für visuell bei max. Vergrößerung (um die 200x) weniger ideal (so weit zum Thema Eierlegendewollmilchsau).
4. und auf keinen Fall auf das Guiding vergessen, egal ob EQ-5 oder -6.
5. Aha ja, und Vignettierung - wäre für den Vollformat-Chip ein Argument für einen 3"-OAZ.
Hallo Woody,
1) ja, das denke ich inzwischen auch.
2) muss in die Natur..
3) Schwere 6d, ja, hoffe mit dem TS86SDQ würde es noch gehen..(?)
4) ja klar, Guiding macht spass (wenns funktioniert). Habe das ASIAIR im Auge, weil weniger Kabelsalat und es beherrscht jetzt auch das Einnorden..
5) Da weiss ich noch nichts darüber. Lese ich das erste mal.. Daher guter Punkt.. Kannst du das näher ausführen? Ist Vignettierung ein Problem wenn man keinen 3" OAZ hat?
Schönen Gruß
Sebastian
 

MeisterDee

Mitglied
Ich hatte eben gehofft, die HEQ-5 würde auch noch gehen,
wenn ein Newton z.B. nicht mehr als 9kg wiegt..
Hallo Sebastian,

das Gewicht des Teleskops ist nicht das einzige Kriterium bei der
Bemessung der Montierung. Auch die Bauform ist wichtig.
Ein Newton bringt mit seiner Baulänge Hebelwirkungen,
die nicht zu unterschätzen sind. Daneben stellt ein Newton
mit seiner relativ großen Windangriffsfläche deutlich mehr
Unruhe in den Aufbau, verglichen mit Refraktoren und Cassegrains.
(Auch bei nur sehr geringen Luftbewegungen.)

Nicht vergessen solltest Du das Zubehör, Kamera, Sucher,
Leitrohr und so weiter.

Stelle mal eine HEQ5 neben eine AZ-EQ6. Du wirst sehen
dass der Unterschied größer ist, als die 5 Kg Traglast auf dem Papier.
Das Achsenkreuz der 6 ist deutlich stabiler, die Polhöheneinstellung ist wie
aus einer anderen Welt, die Motoren sind kräftiger und das Edelstahl-Dreibein
hat Rohre mit größeren Durchmessern, was auch sehr viel ausmacht.
Unsere HEQ5 trägt gut einen 80mm APO,
auch mal den 107mm APO mit Carbontubus.
Wir hatten auch schon den 8“ Ritchey-Chrétien (auch Carbon) drauf.
Damit ist aber auch definitiv Schluss mit der HEQ5.

Visuell mag da mehr gehen, aber selbst da nervt es, wenn beim Fokussieren
oder Anfahren gewartet werden muss, bis sich der Wackeldackel beruhigt hat.
Bei Fotografie bringt Dir jeder Kompromiss bezüglich Montierung
in der Regel nur Verdruss.

Tendierst Du aber eher zum kleinen (aber feinen) Refraktor,
bist Du mit der HEQ5 sehr gut bedient,
Schwachpunkt ist zwar auch hier das Dreibein,
was sich jedoch bei kleinen Belastungen kaum auswirkt.
Außerdem gibt es ja auch noch die Berlebachs........

CS

Dietmar
 

joetaiga

Mitglied
Der FC 100 kommt mit Reducer, der Montierung, Guiding, Adapter, Kamera und co schnell auf 6-7k Euro. Wenn ich so ein Budget hätte, würde ich ein Gutteil in die Montierung stecken und genauso einen Teil auf die Seite legen und warten, ob mir das überhaupt Spaß macht. Klein anfangen scheint zwar überbewertet, macht aber Sinn ;)

Außerdem würde ich noch etwas in den Komfort stecken. Dein Alutubus zieht sich über Nacht z.B. gerne zusammen, wenn es kälter wird. Dass dein Teleskop aus dem Fokus geht, wenn sich die Temperatur um 2-3°C ändert, ist dir sicher noch nicht bewußt. Wird es aber werden. Dann schlampern mit der Zeit immer mehr Kabel herum. Dagegen muss man was machen, sonst sieht man das später auf dem Bild. Das kann echt nerven :)

Eine Nummer größer wäre die EQ-6. Ich habe die EQ6-R. Das ist ein ganz schöner Klotz und wenn der nicht auf der Betonsäule wäre, hätte ich sicher keine Lust sowas morgens um halb 6 rumzuschleifen oder noch besser in den Kofferraum zu wuchten. Kommt auch drauf an, wie du körperlich drauf bist. Ich selbst arbeite und baue gerne im Garten, bis 50kg macht mir eigentlich nichts aus, aber halt nicht morgens um halb 6. Es gibt natürlich auch leichtere Montierung mit ähnlicher Tragkraft. Aber die kosten wieder mehr.

Wenns eine eierlegende Wollmilchsau gibt, dann ist das sicher der 6" f/5 oder f/6 Newton. Lichtstark, ordentlich Brennweite für Galaxien aber nicht soviel, dass man kein einigermaßen großes Feld hätte, kostet nicht viel, hat keinen großen Hebel, ist leicht, kurz, Barlow dran und der löst auch ordentlich was bei Mond und Planeten auf.

Mankos wären, dass bei max. APS-C Schluß sein wird und ein Newton gerne justiert werden will.

Ich selbst habe mit einem großen, langsamen Apo angefangen zu fotografieren. Auch nicht optimal, aber ich hatte den halt schon. Und den habe ich auch nicht, weils Sinn macht, sondern weil ich einfach schon immer einen haben wollte. Vorher hatte ich nur Spiegel. Will sagen, irgendwo ist es auch immer eine Bauchentscheidung. Fakten sind relativ. Man kann nicht alles bis in letzte Detail klären. Schon gar nicht im Forum, man muss sich das auch in echt angucken. Mein großer Apo ist zwar sperrig aber mir machts damit einfach Spaß, weil ich das Ding mag. Das muss man auch im Hinterkopf behalten. Man muss nur darauf achten, dass alle Komponenten miteinander funktionieren.

VG, Joachim
 

Andimaterie

Mitglied
Hi Sebastian,
wie groß ist Deine Vorerfahrung in der Astrofotografie?
Ich bin seit vielleicht zwei Jahren dabei, seit zwei Monaten etwa mit 200-800 (f4, Skywatcher Quattro) und kann Dir sagen - dasss ist ein Brett. f4- ganz schön heikel hinzukriegen. Wenn noch relativ neu dabei - lieber was mit f5 und aufwärts. Ich habe den skywatcher Quattro auch schon auf einer HEQ5 betrieben, nur einmal, auf einem T-Treffen, auf fettem Baader Hartholzstativ. Es ging. Denke aber, grenzwertig.
TS-Optics TSAPO71Q - kenne ich nicht aus eigener Erfahrung. Habe 'gemischtes' gehört. Aber auch schon gute Aufnahmen gesehen.
Also: Ich habe mit HEQ5 + Newton 150/750 angefangen und f inde das auch heute noch einen idealen Einstieg!
Viel Erfolg - und Spaß
Andreas
 

woody_ee

Mitglied
Ist Vignettierung ein Problem wenn man keinen 3" OAZ hat?
Zur Vignettierung gibt es sicher berufenere Poster als mich.

Aus meiner Erfahrung: ich sehe schon am APS-C-Chip meiner 60D einen deutlichen Lichtabfall in den Ecken mit meinem 2"-Flatener, lässt sich noch halbwegs in der Bildbearbeitung (mit Flats) rauskorrigieren.
Ein Foto-APO mit zumind. 2,5"-Flatener und entsprechendem OAZ leuchtet das sich besser aus, ist halt wieder schwerer.
Ich glaube auch, je schneller das Objektiv, umso stärker die Vignette bei gleichem Flatener.

Soll aber KEIN Argument gegen die 6D sein, wird sehr rauscharm beschrieben, und notfalls kann man ein Crop des zentralen Bereiches des Vollformat-Chip verarbeiten!

CS, Woody
 

NGC_2024

Mitglied
Zum TS-Optics TSAPO71Q :
Ich kenne jemanden, der benutzt den mit einer Sony A7S (Vollformat).
Das Teil funktioniert...

Gruß Norbert
 

Bikerwaldi12

Mitglied
Hallo
Explore Scientific 127mm ED APO. Brennweite mit 2,5" Reducer 666 mm bei ca. f5,5 oder mit 2,5" Flattener bei 952mm Brennweite und f7,5 zum fotografieren, und ohne Reducer 952 mm Brennweite zur visuellen Beobachtung. Gewicht ca. 7,5 kg. Muss nicht justiert werden und wird auch von einer HEQ5 fotografisch und visuell noch gut getragen. Gibt es mit fcd1 Glas für ca. 1500 Euro oder mit höherwertigen fcd100 Glas für ca. 2100 Euro. Reducer kostet ca. 350 Euro. Ich bin mit dem Teleskop sehr zufrieden.
VG Walter
 

Miquel Prado

Mitglied
Hmmmm ja, EQ6-R muss wohl sein..

Was wäre denn ein qualitativ wirklich guter 6" Newton?

@Walter
Brennweite 666 klingt bestialisch gut..
Spass bei Seite, den ES 127mm schaue ich mir mal an. f5.5 klingt gut und der Preis hält sich noch im Rahmen. Danke für den Tipp!

Oha, ja dann hab ich wieder was zum grübeln :)
Vielen Dank an euch alle!
LG, Sebastian

PS
Das mit Aluminium oder Carbon Tubus hatte ich auch noch gar nicht auf dem Radar..
Was man alles beachten muss..
 
Zuletzt bearbeitet:

Maddin75

Mitglied
Also HEQ-5 geht ja schon, wie hier bereits mehrfach aus der Praxis bestätigt. Nur nicht mit allzu grossen Teleskopen. Wenn du Montierung & Teleskop(e) sowohl fotografisch wie auch visuell nutzen möchtest, dann muss die Montierung eine Nummer grösser sein.

Noch was zum Preis.. wie aus deinen zahlreichen Postings unschwer zu entnehmen ist, bist du schwer vom Astrofieber infisziert, hast schon ordentlich Zeit und Kohle investiert und du bist ernsthaft gewillt, astrofotografische Ergebnisse zu erzielen. Da wäre es doch schade, nicht noch etwas zu warten um für eine etwas grössere Montierung zu sparen. Die einzigen Gründe für eine sehr leichte Monti wäre der innere Schweinehund, Mobilität (zB muss weit getragen werden) oder gesundheitliche Einschränkungen.

Hier noch ein Video, welches ein paar interessante Montierungen der „EQ-6R-Klasse“ miteinander vergleicht. Welche Vor-/Nachteile wie zu gewichten sind, ist subjektiv.

CS und weiterhin gute „Meditation“ ;)
 

Der_Peter

Mitglied
...
Die einzigen Gründe für eine sehr leichte Monti wäre der innere Schweinehund, Mobilität (zB muss weit getragen werden) oder gesundheitliche Einschränkungen.

Hier noch ein Video, welches ein paar interessante Montierungen der „EQ-6R-Klasse“ miteinander vergleicht. Welche Vor-/Nachteile wie zu gewichten sind, ist subjektiv.

CS und weiterhin gute „Meditation“ ;)
Ich kenne noch einen Grund für eine leichtere Montierung:
Habe mir beim ersten Auspacken meiner EQ6-R einen leichten Hexenschuss geholt, weil ich das Gewicht unterschätzt hatte und sie nicht wie einen schweren Bierkasten, sondern kniend und nach vorne gebeugt aus dem Schaum pfriemelte und anhob. Für meine Dämlichkeit kann die EQ6-R natürlich nichts, aber im Vgl. zu meiner EQ5 ist sie echt sauschwer...
Aber wie Maddin schon sinngemäß "sagte", ist das auch eine Frage der beabsichtigten Mobilität.

Und zum Öffnungs- oder Auflösungswahn:
Anhand der "Qualität" eines Bildes (Darstellung des Objekts, Sternabbildung, Farbe der Sterne, passender Hintergrund etc.) kann zumindest ich nicht feststellen, mit welcher Öffnung das jeweilige Bild entstanden ist. Eher lässt sich von der bekannten Größe des Objekts und seinen Details auf Brennweite und Größenordnung der Belichtungszeit schließen. Die "Qualität" eines Bildes liefert mir zusätzlich einen Indikator für die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten des Astrofotografen bei der Bildbearbeitung.
 

openfuture

Mitglied
Was wäre denn ein qualitativ wirklich guter 6" Newton?
Zum Beispiel ein TS-Optics UNC 150 mm f/5.
Das mit Aluminium oder Carbon Tubus hatte ich auch noch gar nicht auf dem Radar..
Was man alles beachten muss..
Ich bin auch für einen Carbon-Tubus. Mein GSO-Tubus war aus zu dünnem Blech und hat sich schlicht unter der Last einer Moravian G2 mit externem Filterrad leicht gebogen, was zu Problemen mit dem Focus geführt hat. Ich habe ihn durch einen Carbontubus ersetzt und bin seitdem happy. Mit Deiner 6D ist das vermutlich weniger ein Problem, aber Du bist gleich auf der sicheren Seite.

VG
Wolfgang
 

openfuture

Mitglied
Am besten mal bei Teleskop-Service anfragen. Meiner Meinung nach kannst Du aber sehr wohl mit 2" mit Vollformat fotografieren. Flats brauchst Du sowieso und damit kannst Du die leichte Vignettierung ausgleichen. Aber nur zur Sicherheit: Vignettierung hast Du immer, das ist kein spezifisches Problem mit 2" und Vollformat.

Und stimmt, damit könntest Du auch eventuell die HEQ5 einsetzen. Aber wenn die 5er, dann würde ich eher auf die AZ-EQ5 gehen. Die hat Riemenantrieb und damit meiner Meinung nach deutlich weniger Backlash. Ich hatte den Vergleich zwischen EQ5 und AZ-EQ5, und letztere war viel besser. Lediglich bei Zenith-nahen Objekten habe ich den Backlash nicht in den Griff bekommen. Seit ich die Avalons habe, ist das Thema vorbei.

Natürlich geht Backlast-Freiheit auch mit einer reinen Zahnrad-Konstruktion, aber das läuft dann eben auf die teuren Montierungen aus USA oder Europa raus...

VG
Wolfgang
 
Zuletzt bearbeitet:

openfuture

Mitglied
Muss gegenüber dem ES 127mm ED APO aber wahrscheinlich öfters nachjustiert werden und hat mehr Seeing Probleme.
Dafür ist der Newton doppelt so lichtstark! Ob man öfter nachkorrigieren muss, schwer zu entscheiden. Auf der einen Seite ein Carbon-Tubus mit normalem (etwas temperatursensiblen) Spiegel, auf der anderen Seite ein Alutubus. Andererseits, F7,5 ist vermutlich in Summe etwas gutmütiger.

Bei einem 150er Newton hat man übrigens nicht wirklich Seeing-Probleme. Auskühlen lassen muss man alle Optiken, aber bei den Größen ist das nicht wirklich ein Problem.

Tja, wie immer, ist gibt nicht das Teleskop schlechthin. Aber vielleicht auch nicht schlimm, dann "muss" man sich eben mehrere zulegen :)

VG
Wolfgang
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Wolfgang, ist der TS-Optics UNC 150mm Newton doppelt so lichtstark wie der ES 127mm (den es übrigens auch als Carbon Tubus gibt) ? Ich dachte der Unterschied in der Öffnung wäre 18%

Ist der TS-Optics UNC 150 f/5 auch für Vollformat Kameras geeignet?

VG, Sebastian
 

NGC_2024

Mitglied
Hallo Sebastian,

Zur Lichtstärke:
der ES 127mm hat F/7,5, der Newton F/5.
7,5*7,5 = 56,25 und 5*5=25.
(man muss die Quadrate der "Blenden" zueinander im Verhältnis setzen)
Da der Newton etwas Licht durch die Obstruktion und die Spiegelungen verliert ist es als ungefähr Faktor 2.

Gruß Norbert
 

Miquel Prado

Mitglied
Danke Norbert!
aber mit Reducer bin ich beim 127er auch bei f/5 (nicht f/7,5)..

Ich überlege auch, vielleicht den 102er ES APO zu nehmen, und habe dann noch eine ähnliche Frage.
Angenommen ich belichte M31 mit dem 127mm APO mit Reducer: Das wären dann 666mm bei f/5
Das Gleiche dann mit dem 102mm APO ohne Reducer: Das wären dann 714mm bei f/7

Und jetzt einmal abgesehen davon, daß die M31 mit dem 127er auf dem fertigen Bild ein klein wenig kleiner wäre,
Und auch abgesehen davon, dass ich mit dem 102er wegen f/7 länger belichten müsste,
gäbe es zwischen dem 102er und dem 127er bei den fertigen Bildern einen Unterschied in der Bild Auflösung (Schärfe)?
Und wo kann ich mit mehr Rauschen rechnen?

VG, Sebastian

PS
Ist der TS-Optics UNC 150 f/5 auch für Vollformat Kameras geeignet?
 

woody_ee

Mitglied
... gäbe es zwischen dem 102er und dem 127er bei den fertigen Bildern einen Unterschied in der Bild Auflösung (Schärfe)?
Und wo kann ich mit mehr Rauschen rechnen
Meine bescheidene Meinung: es macht keinen Unterschied, insbesondere nicht bei der rel. hellen Andromeda-Galaxie.

Was recht interessant ist, auf Astrobin z.B. nach M31 zu suchen; dieses Portal bietet tolle Möglichkeiten nach verschiedenen Kriterien (Zielobjekt, verwendetes Teleskop, Kamera, ..) zu filtern. Mein Eindruck ist dann immer, dass super Aufnahmen weniger von der Gerätschaft und viel mehr von Erfahrung und Ausdauer des Hobbyastronomen abhängen.

Wo Objektiv-DM und Brennweite einen signifikanten Unterschied machen, mMn, ist in der Planetenfotografie. Details auf der Marsoberfläche sind mit den leistbaren Refraktoren sowohl visuell wie auch fotografisch nur bedingt darzustellen.
Mondtransite vor dem Jupiter habe ich beispielsweise noch nicht wirklich mit meinem Equipement geschafft visuell aufzulösen, Schattentransite am Jupiterscheibchen gehen gerade noch so.
Detto epsLyr C/D gut zu trennen, A/B mehr ein ovales Scheibchen in meinem ES (alles mit 6-3mm Naglerzoom).
Als Beispiel mein nächstes 'Projekt': die Krater innerhalb von Plato - kann ich da noch etwas erahnen?

CS, Woody
 
Oben