FrankFeustel
Neues Mitglied
Meine erste Begeisterung für diese neue Software (die zunächst sehr groß war) ist verschwunden. Die Ergebnisse sind fast zu schön, um wahr zu sein. Und wie das oft in solchen Fällen ist: dann sind sie vermutlich auch nicht wahr.
Was meine ich genau damit? Ich habe inzwischen den Eindruck, dass BXT Bildinformationen rekonstruiert, die in meinem Original nie vorhanden waren. Sie stammen stattdessen vom Hubble-Weltraumteleskop. Einen starken Hinweis darauf sehe ich in meinem angehängten Beispiel von NGC2903:
Bild 1 zeigt das Original (300% Vergrößerung).
Bild 2 zeigt das Ergebnis einer „herkömmlichen“ Deconvolution.
Bild 3 ist das Ergebnis von BXT und offenbart unglaublich beeindruckende Details. Wow!
Folgende Beobachtungen sind mir dabei (unangenehm) aufgefallen:
(1) Beim Hin- und Herblinken zwischen Bild 2 und 3 bewegen sich durch BXT einige Strukturen gegenüber ihrem Ursprungsort. Das sollte nicht so sein. Die normale Deconvolution zeigt diesen Effekt gar nicht.
(2) Die rekonstruierten Informationen sind so detailliert, dass kaum nachvollziehbar ist, wie sie in meinem verwaschenen Originalbild tatsächlich verborgen gewesen sein sollten.
Was ich denke, was BXT wirklich macht:
Die KI erkennt, dass sie gerade NGC2903 vor sich hat. Nun rekonstruiert sie anhand früher gelernter hochauflösender Bilder von Hubble wie mein Bild hätte aussehen können. Wie der Software-Autor korrekt verspricht, werden keine Sachen „erfunden“, sondern nur Details rekonstruiert, „die real vorhanden sind“. Ja, die sind real vorhanden - am Himmel, aber eben nicht in den Originaldaten meines Fotos. Dort ist nämlich nur unscharfer Matsch drin - wegen schlechten Seeings, schlechten Guidings, der gigantischen Obstruktion meines RCs und noch zehn anderer Unzulänglichkeiten.
Nach meinem Verständnis beschreibt der Software-Autor diese Funktionsweise sogar auf seiner Webseite: „[BXT] … brings an additional source of information to guide the process: knowledge of the structures and patterns typically present in real, high-resolution astronomical images. BlurXTerminator's neural network was trained using extremely high resolution images acquired by instruments such as the Hubble and James Webb space telescopes.“ Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Die Motive, die Astrofotografen ablichten, sehen immer gleich aus, sind also fest definiert und lassen sich dadurch aus anderen Fotos rekonstruieren. Bei Tageslichtfotos gelingt dieser Trick nicht, weil auf jedem Urlaubsfoto andere kleine Hosenschei?er eine Sandburg bauen, welche auch nie gleich aussieht.
Weiter schreibt der Autor: „It ‚understands‘ what astronomical structures actually look like at finer scales than can be resolved using amateur equipment“. Den letzten Satz unterschreibe ich zu 100%. Ich verstehe das so, dass ich in meinem Bild letztendlich Daten von Hubble zu sehen bekomme. Ich habe größten Respekt für die Programmierleistung des Autors. So detailreich sahen meine Fotos noch nie aus. Ich fände das trotzdem sinnfrei. Wenn ich Hubble-Daten bearbeiten möchte, dann kann ich sie mir auch von der NASA-Webseite herunterladen. Lieber stehe ich zu meinen matschigen Bildern, weil es halt meine eigenen sind.
Satirischer Schlusskommentar: Werden in den Foren schon bald tonnenweise verwackelte Handy-Fotos auftauchen, die dank KI-Software auf Hubble-Niveau gebracht wurden? Ich hoffe nicht. Sonst würde ich meine Astro-Ausrüstung am nächsten Tag verkaufen.
Was meine ich genau damit? Ich habe inzwischen den Eindruck, dass BXT Bildinformationen rekonstruiert, die in meinem Original nie vorhanden waren. Sie stammen stattdessen vom Hubble-Weltraumteleskop. Einen starken Hinweis darauf sehe ich in meinem angehängten Beispiel von NGC2903:
Bild 1 zeigt das Original (300% Vergrößerung).
Bild 2 zeigt das Ergebnis einer „herkömmlichen“ Deconvolution.
Bild 3 ist das Ergebnis von BXT und offenbart unglaublich beeindruckende Details. Wow!
Folgende Beobachtungen sind mir dabei (unangenehm) aufgefallen:
(1) Beim Hin- und Herblinken zwischen Bild 2 und 3 bewegen sich durch BXT einige Strukturen gegenüber ihrem Ursprungsort. Das sollte nicht so sein. Die normale Deconvolution zeigt diesen Effekt gar nicht.
(2) Die rekonstruierten Informationen sind so detailliert, dass kaum nachvollziehbar ist, wie sie in meinem verwaschenen Originalbild tatsächlich verborgen gewesen sein sollten.
Was ich denke, was BXT wirklich macht:
Die KI erkennt, dass sie gerade NGC2903 vor sich hat. Nun rekonstruiert sie anhand früher gelernter hochauflösender Bilder von Hubble wie mein Bild hätte aussehen können. Wie der Software-Autor korrekt verspricht, werden keine Sachen „erfunden“, sondern nur Details rekonstruiert, „die real vorhanden sind“. Ja, die sind real vorhanden - am Himmel, aber eben nicht in den Originaldaten meines Fotos. Dort ist nämlich nur unscharfer Matsch drin - wegen schlechten Seeings, schlechten Guidings, der gigantischen Obstruktion meines RCs und noch zehn anderer Unzulänglichkeiten.
Nach meinem Verständnis beschreibt der Software-Autor diese Funktionsweise sogar auf seiner Webseite: „[BXT] … brings an additional source of information to guide the process: knowledge of the structures and patterns typically present in real, high-resolution astronomical images. BlurXTerminator's neural network was trained using extremely high resolution images acquired by instruments such as the Hubble and James Webb space telescopes.“ Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Die Motive, die Astrofotografen ablichten, sehen immer gleich aus, sind also fest definiert und lassen sich dadurch aus anderen Fotos rekonstruieren. Bei Tageslichtfotos gelingt dieser Trick nicht, weil auf jedem Urlaubsfoto andere kleine Hosenschei?er eine Sandburg bauen, welche auch nie gleich aussieht.
Weiter schreibt der Autor: „It ‚understands‘ what astronomical structures actually look like at finer scales than can be resolved using amateur equipment“. Den letzten Satz unterschreibe ich zu 100%. Ich verstehe das so, dass ich in meinem Bild letztendlich Daten von Hubble zu sehen bekomme. Ich habe größten Respekt für die Programmierleistung des Autors. So detailreich sahen meine Fotos noch nie aus. Ich fände das trotzdem sinnfrei. Wenn ich Hubble-Daten bearbeiten möchte, dann kann ich sie mir auch von der NASA-Webseite herunterladen. Lieber stehe ich zu meinen matschigen Bildern, weil es halt meine eigenen sind.
Satirischer Schlusskommentar: Werden in den Foren schon bald tonnenweise verwackelte Handy-Fotos auftauchen, die dank KI-Software auf Hubble-Niveau gebracht wurden? Ich hoffe nicht. Sonst würde ich meine Astro-Ausrüstung am nächsten Tag verkaufen.