An welcher Stelle werden künstlich erzeugte Sterne zum Beispiel nun tatsächlich eingefügt. Denn auch normale Deconvolution arbeitet schon mit Statistik, dass heisst eigentlich auch nur gut geraten
Diesmal aber nur kurz (hahaha):
Mir sind bei meinem kleinen Test gestern Abend eben ein paar Dinge aufgefallen, die sich mit einer Deconvolution nicht erklaeren lassen. Hier mal ein Beispiel, wo man's extrem sieht:
Schau' dir mal die beiden markierten Sterne im linken Orginalbild an. Danach das "verwaschene" Bild in der Mitte (da laeuft alles schoen gleichmaessig ab) und dann das Ergebnis des Star Sharpening dieses Bildes mit BlurExterminator (in diesem Fall in den voreingestellten Werten). Einfach mal schauen, wie der obere markierte Stern extrem geschaerft wird, der darunter liegende dagegen kaum (wie auch die meisten anderen Sterne in diesem Ausschnitt).
Hier sieht man schon deutlich, die PSF (=Aufloesung) veraendert sich voellig heterogen und offenbar ganz verschieden im Bild.
Das Problem ist einfach, diese CNN Dinger werden nun mal mit Daten trainiert und eben nicht explizit algebraisch geschrieben. Ich koennte jetzt dem Autor mailen und den Fragen, mit was fuer Trainingsdaten der mit der Option "sharpen Stars" der jetzt welchen Zweck beabsichtigt hat und was das CNN-Ding dementsprechend eigentlich haette machen
sollen. Aber selbst der koennte mir (abgesehen von einem validierenden Test, siehe oben) nicht explizit sagen, was das Ding nun tatsaechlich
macht.
Was hier aber nach einem Test ganz klar nicht stattfindet, ist eine gleichmaessige Deconvolution ueber das ganze Bild (oder wenigstens noch gleichmaessig ueber alle Sterne), sondern ein Mischmasch mehrerer selektiver Operationen.
Wie kann Ich beschreiben, was mir daran jetzt nicht passt? Hm, vielleicht so rum:
Eines der Hauptkriterien bildgebender Systeme ist eine gleichmaessige Aufloesung (PSF/MTF) ueber das gesammte Bildfeld, eine Hauptvorraussetzung fuer eine realitaetsgetreue detailreiche
Objektwiedergabe. Daher strebt das Design und auch die EBV zur Korrektur eines solchen Systems an, dieses Ziel zu erreichen. Denn mit einem Astrographen soll "beobachtet" werden, was da tatsaechlich da ist und nicht "Malen nach Zahlen" gespielt werden.
Man kann ja mal einsinken lassen, was "keine Off-Axis Aberrationen" bei Astrographen eigentlich heisst, wozu z.B. Flats gemacht werden und warum das alles in der (Profi-)Astronomie wichtig ist ...
Wenn jetzt ein Algorithmus anfaengt ganz selektiv an einigen Bilddetails herumzumurksen, aber gleich nebendran an anderen Objekten gleicher Morphologie dagegen gar nicht, dann sind wir aus dem Bereich eines "bildgebenden Systems" und dessen Bildverarbeitung mit dieser Eigenschaft einfach 'raus und auf der Ebene von selektivem Photoshop angekommen.
Das Bild da oben ist nach der Schaerfung der Sterne weder astrometrisch noch photometrisch zu gebrauchen, die Magnituden der Sterne untereinander stimmen nicht mehr (also daher keine "Astrofotografie" mehr, sondern "Astroart"). Selbiges ist bei einem Bild das einer auskallibriertem Deconvolution unterworfen wurde nicht der Fall (obwohl es auch da Artefakte geben kann, richtig).
Und sicher, sowas mache Ich bei meinen "pretty Pictures" selber auch (Scheixx Seeing Nacht: Dann wenigstens EZ-Star Reduction, um etwas zu retten), aber dann ganz bewusst und Ich weiss wann Ich die Grenze von Astrofotografie zu Astroart ueberschreite.
Wie dem auch sei, da koennte man jetzt wieder kleinteilig streiten, wo genau die Grenzen liegen, aber belassen wir es einfach mal dabei: Ich haben kein grundsaetzliches Problem mit BlurXTerminator, aber Du hast gefragt, was mir an "Star sharpen" von StarXTerminator konkret nicht passt ...
No big deal ...
Gruss & CS