Hi,
Freitag Abend war ich mit dem Auto unterwegs, nach Sonnenuntergang war es überraschend klar. Der übliche Großstadtsmog nicht zu sehen, also runter auf den nächsten Parkplatz außerhalb Ludwigsburg und nach Westen geguckt. Mond gefunden am blauen Himmel. Von da mit dem Auge senkrecht runter zum Horizont, Arm ausgestreckt, Daumen und kleinen Finger abgespreizt, 2/3 der Strecke abgeschätzt und sehr langsam von diesem Punkt nach oben geblickt. Nix.
Zurück zum Auto, leichte Jacke gegen warmen Anorak getauscht, wieder raus in den schneidenden Wind. So langsam wurde der Horizont goldfarben, rötlich, braun...
Gegen 19:25 Uhr dann Erfolg. Da war was. Freisichtig ein Pünktle. Praktischerweise 5 oder 6 Monddurchmesser links oberhalb von nem Sendemast am Horizont. Das half enorm, die Augen auf Unendlich zu fixieren.

10 Minuten konnte ich zugucken, wie der Punkt schräg tiefer sank. Ganz langsam schälte sich auch ein sehr kurzer Schweif raus.
Die Augen begannen im eisigen Wind zu tränen. Dann erkannte ich den Komet auch auf dem Display meiner Kamera. Gegen 19:37 Uhr verschwand der Komet in nem Wolkenband.
So langsam traten die ersten Sterne hervor und ich bewunderte einfach nur die Aussicht.
Nach 5 Minuten sollte er unterhalb der Wolkenbank stehen. Gesehen hab ich da nix mehr. Aber die Kamera zeigte mir, wie er aus der Wolkenbank austrat und ich konnte bei immer längerer Belichtungszeit (zum Schluß 6 Sekunden bei 800 ISO ) den Kometen bis etwa 2,5 Grad über dem Horizont noch verfolgen.
Wow. Ein echt schöner Anblick und völlig unerwarteter Erfolg. Stativ und Foto im Auto, ein echter Glückstreffer.
Der erste freisichtige Komet seit langem für mich...
Als ich Kamera und Stativ zum Auto zurücktrug, merkte ich erst, wie ausgekühlt ich war. Die Finger waren ganz steif - ich hab die Kamera nimmer vom Stativ gebracht. Also das ganze zusammengeschoben und so auf die Rückbank gelegt. Gaaanz vorsichtig heimgefahren und zu Hause erstmal 2 Stunden aufgewärmt...