Doppelsterne im kleinen Refraktor

Hallo zusammen,

weiter geht es im Karussell der Doppelsterne.
Man sagt, ja: Was für die Alten gut ist, kann den Jungen nicht schaden!"
Das soll heißen, dass farbige Doppelsterne immer gehen in kleinen Refraktoren ;):LOL::cool:

Aktuell gut beobachtbar am herbstlichen Abendhimmel ist 55 Psc:
0055_psc_stf0046_2024.11.02 (Individuell).jpg

Komponente A (5m6) strahlt so hell und leuchtend gelb, da wird B (8m5) blass vor Neid.
Ein schönes enges Pärchen, 6,6" Abstand sind ideal für kleine Refraktoren.

Der Doppelstern ψ1 Psc hat mich besonders fasziniert:
_psi1_psc_(stf0088)_2024_11_02 (Individuell).jpg

Uh, an meinem Bildschirm sehe ich es, ich hoffe nur, ihr könnt es auch sehen.
Wenn nicht, dreht etwas die Helligkeit höher und oder neutralisiert den Weißabgleich.
Die beiden Burschen sind 5m3 und 5m5 hell und haben lt. StelleDoppie die Spektralklassen B9.5V (blau-weiß) & A0V (weiß).
Und doch zeigen beide einen wunderschönen, dezenten Farbkontrast blauweiß & gelbweiß. Ich denke, das wird bewirkt durch den Komplementärkontrast.
Blau gegenüber liegt ja Orange und weil B sich nicht wehren kann bei so viel Strahlkraft, wirkt er gelblich, statt reinweiß.
Na zumindest mit meinem Ninja konnte ich mich nicht satt sehen. Bin gespannt, wie die beiden Sterne in kleinen Teleskopen wirken.

Beste Grüße

René
 
Guten Abend in die Runde,

ich bin noch recht neu beim Beobachten und hatte mir bisher nur Epsilon Lyrae mit verschiedenen Ferngläsern und einem 120/1000 Refraktor angesehen.

In der letzten Zeit habe ich diesen Thread immer mal wahrgenommen und dadurch Lust bekommen, weitere Doppelsterne anzuschauen. Vorhin habe ich die Wolkenlücken genutzt und mit Albireo losgelegt. Das war gleich ein richtig schönes Erlebnis. Gleich beim ersten Blick durchs Okular mit 31x sprang mir der Farbkontrast ins Auge und es war ein wirklich ästhetisches Bild! Ein kleiner Wow-Moment, ein bisschen wie beim ersten Blick durchs Fernglas auf die Jupitermonde. :)

Je höher ich vergrößert habe, desto geringer wurde in meiner Wahrnehmung der Farbunterschied. Liegt das daran, das bei höherer Vergrößerung weniger Licht im Auge ankommt und damit die Farbwahrnehmung insgesamt zurückgeht?

Jedenfalls habe ich dann wieder das 32mm Übersichtsokular genommen und mich an den beiden kleinen, verschiedenfarbigen Punkten gefreut.
:giggle:

Herzliche Grüße,
Felix
 
Hallo ins Allgemeine,

Ich habe hier immer nur sporadisch mitgelesen. Vielleicht wurde meine Frage irgendwo hier schon beantwortet.

Gibt es im Netz eine gute Seite mit einer Liste von Doppelsternen speziell für kleine Instumente?

Ich beabsichtige mich mit meinem "neuen" (alten) Revue Refraktor 60/700 auf dieses Feld zu wagen, bzw mal strukturiert dran zu gehen.

Viele Grüße
 
Hallo Mark.

Bei den Freunden der Nacht wirst du fündig:

https://www.freunde-der-nacht.net/beobachtungsprojekte/farbige-doppelsterne/

.. ..ganz unten auf den orangen Button klicken und die Liste herunterladen.

Auf der Seite gibt es noch weitere spannende Projekte und Infos.

René, Robert, und Christopher schreiben hier regelmäßig ihre Beiträge..... :y:
da hole ich mir Anregungen ....

VG Hermann
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hermann,

Danke. Natürlich kenne ich die Seite. Warum ist mir dort das Thema Doppelsterne entgangen...ggf muss ich dort öfters vorbeischauen.

Gefunden... und auf diesem Weg noch mal ein Danke an: Freunde der Nacht.

Eine super Einrichtung.


VG Mark
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mark,

Dein Dank soll nicht ungehört verhallen. Stellvertretend für die anderen Freunde der Nacht, sollten sie gerade nicht mitlesen, freue ich mich über Deine Worte und jene von Hermann. Wir erweitern immer wieder unsere Inhalte: Farbige Doppelsterne ist unsere neueste Rubrik. Wir verfeinern auch laufend die Inhalte der vorhandenen Rubrike. Jeden Monat gibt es einen Update unter "Start / Aktuelles".

Je höher ich vergrößert habe, desto geringer wurde in meiner Wahrnehmung der Farbunterschied. Liegt das daran, das bei höherer Vergrößerung weniger Licht im Auge ankommt und damit die Farbwahrnehmung insgesamt zurückgeht?
Hallo Felix, willkommen in der Doppelsterngemeinde! Bei hoher Vergrößerung sinkt die Austrittspupille und damit auch die Intensität der Farbwahrnehmung im Auge. Für mich persönlich gibt es eine Schwelle bei ca. 1,5mm Austrittspupille. Bis dahin ist meine Farbwahrnehmung geringfügig reduziert, danach erheblich, besonders wenn Farbeindrücke subtil sind. Deshalb achte ich darauf ein Okular dabei zu haben das im vorhandenen Teleskop 1,5mm AP liefert.

Ich erlebe auch den umgekehrten Effekt: Zum ersten Mal war das in einem 9-Zoll Doppeltelekop bei geringer Vergrößerung, da schwand meine Farbwahrnehmung von Albireo. Das führe ich auf ein "Überschwemmen" des Sehsystems mit Licht zurück, präziser kann ich das nicht beschreiben.

Gruß, Christopher
 
Hallo Mark,

Dein Dank soll nicht ungehört verhallen. Stellvertretend für die anderen Freunde der Nacht, sollten sie gerade nicht mitlesen, freue ich mich über Deine Worte und jene von Hermann. Wir erweitern immer wieder unsere Inhalte: Farbige Doppelsterne ist unsere neueste Rubrik. Wir verfeinern auch laufend die Inhalte der vorhandenen Rubrike. Jeden Monat gibt es einen Update unter "Start / Aktuelles".


Hallo Felix, willkommen in der Doppelsterngemeinde! Bei hoher Vergrößerung sinkt die Austrittspupille und damit auch die Intensität der Farbwahrnehmung im Auge. Für mich persönlich gibt es eine Schwelle bei ca. 1,5mm Austrittspupille. Bis dahin ist meine Farbwahrnehmung kaum reduziert, danach schon. Deshalb achte ich darauf ein Okular dabei zu haben das im vorhandenen Teleskop 1,5mm AP liefert.

Ich erlebe auch den umgekehrten Effekt: Zum ersten Mal war das in einem 9-Zoll Doppeltelekop bei geringer Vergrößerung, da schwand meine Farbwahrnehmung von Albireo. Das führe ich auf ein "Überschwemmen" des Sehsystems mit Licht zurück, präziser kann ich das nicht beschreiben.

Gruß, Christopher

Hallo Christopher,

Eure Seite ist eine Bereicherung des Hobbys und mir sehr viel wert!

Den Bereich "Messier und Fernglas" ist mir schon länger bekannt.

Mit den Doppelsternen will ich endlich meinen inneren Schweinehund überwinden und etwas "gezielter" beobachten.

Vor allem habe ich mir vorgenommen das mit meiner "Neuanschaffung" zu tun. Einem Revue 60/700. Mit 0,965" HM Okularen (20, 12,5, 10, 8 und 6mm). Und der original Gabelmontierung. Ich weiß, daß geht viel komfortabler.
Ich denke das sollte grundsätzlich kein Problem bei den Doppelsternen darstellen (so lange das Auflösungsvermögen stimmt - hier dann ca. 2,3" - ein paar Doppelsterne fallen da raus).

Aber grundsätzlich sollte das mit der Ausrüstung gehen, oder?

Alternativ nutze ich vielleicht den Novalux mit 1,25" Okularen.

Warum will ich das so machen? Vielleicht bin ich nostalgisch? Und der Umgang mit dem "alten" erinnert mich an meine Kindheit. Vielleicht will ich auch nur beweisen, dass es auch so geht.

Viele Grüße Mark
 
Hallo Mark,

klar geht es damit. Ich kenne auch den Wunsch zu beweisen, dass es auch mit kleinen Geräten geht. Ich hatte mal das Ziel, alles Mögliche mit einem Refraktor mit 36mm Öffnung zu schaffen. Das war leidensreich, aber auch lehrreich. Ein paar Erfolge habe ich zum VdS-Doppelsternprojekt beigesteuert, siehe hier, nach 36mm suchen: https://deepsky.vdsastro.de/de/project-double-stars.php

Im Vergleich dazu ist 60mm Öffnung richtig fett! Robert Zebahl hat übrigens Einiges mit 55mm Öffnung geleistet, auch dort hinterlegt, einfach nach 55mm suchen. Robert hat freilich Adleraugen und verwendete ein Fluorit-Apo. Um mit Deinem 60/700 seine 55mm-Beobachtungen nachzuvollziehen müsstest Du die Vergrößerung, die Robert berichtet, vermutlich mal 1,5 nehmen.

Zu guter Letzt sind dort einige 60mm-Beobachtungen von Robert, mir (Christopher Hay) und Uwe Pilz dokumentiert. Da ich ein Apo dafür verwende, und Uwe vermutlich auch, müsstest Du auch da einen gewissen Korrekturfaktor für Deinen Achromaten einrechnen.

Beste Grüße, Christopher
 
Lieber Christopher,

hab vielen Dank für Deine Antwort auf meine Frage aus dem November!

Mit dem Thema Austrittspupille muss ich mich mal eingehender befassen. :)

Wenn hier zu dem Thema geschrieben wird bekomme ich gleich wieder Lust Doppelsterne zu beobachten.

Herzlich,
Felix
 
Hallo Christopher,

Ich denke da traue ich mich mal ran. Mein Vergrößerungsbereich liegt zwischen 45 - 116 fach (am Revue 60/700 - Novalux bis 52fach). Mit einer Auflösung von ca. 2,3" . Zumindest die meisten Doppelsterne auf der FdN Liste müsste ich trennen können. Wenn auch keine Farbe zu erkennen sein sollte (Aufgrund der AP - danke für den Hinweis). Und wenn die Trennung nicht funktioniert ist das auch eine Feststellung. Hier betrachte ich den Weg als Ziel :)

Viele Grüße Mark
 
Ein paar Erfolge habe ich zum VdS-Doppelsternprojekt beigesteuert, siehe hier, nach 36mm suchen: https://deepsky.vdsastro.de/de/project-double-stars.php
Das Doppelsternprojekt ist ab sofort über folgenden Link erreichbar und wird dort weitergeführt: https://www.faint-fuzzies.de/de/project-double-stars.php

Robert Zebahl hat übrigens Einiges mit 55mm Öffnung geleistet, auch dort hinterlegt, einfach nach 55mm suchen. Robert hat freilich Adleraugen und verwendete ein Fluorit-Apo.
Bei dem 55-mm-Refraktor handelt es sich um einen einfachen, aber guten Achromaten mit 500 mm Brennweite ;)

Für das Doppelsternprojekt wäre es evtl. überlegenswert, nach Helligkeit, Helligkeitsdifferenz und Abstand filtern zu können. Falls der Wunsch groß sein sollte, könnte ich mal schauen, ob sich das gut umsetzen lässt. Ansonsten bietet das Projekt natürlich viele Anregungen.
 
Hallo Robert,

Danke für die zusätzlichen Informationen. Dann sollte ich mit meinem AC 60/700 auch bei den meisten Doppelsternen zurecht kommen.

VG Mark
 
Lieber Robert,
ich danke auch für die Klärungen. Da habe ich Dein 55er fälschlich als ein Vixen 55FL in meinem porösen Hirn abgespeichert.
Eine Filterung nach Abstand wäre mein persönlicher Wunsch!
Beste Grüße, Christopher
 
Ich hoffe, ich darf hier auf ein Projekt aus dem blauen Forum hinweisen: Farbige Doppelsterne, sehr interessant, habe viele Anregungen erhalten...:
 
Ich hoffe, ich darf hier auf ein Projekt aus dem blauen Forum hinweisen: Farbige Doppelsterne, sehr interessant, habe viele Anregungen erhalten...:
Klar darfst du. Das ist ja auch das oben genannte Projekt der FdN (siehe Link weiter oben Post # 276). Von daher 2 Foren 1 Projekt.

VG Mark
 
Ja Mark, vielen Dank für die Wiederbelebung hier.
Wir infiltrieren die Foren auf unterschiedlichste Weisen, so wie mit diesen Thread hier oder den über farbige Doppelsterne im Nachbarforum 😬. Auch mich freut es sehr, wenn wir euch damit Lust auf mehr machen und zum Nachbeobachten anregen.
Roberts Doppelsternprojekt hat im Übrigen einige unterschiedliche Filterungen, u.a. auch eine für fernglastaugliche Doppelsterne, die in jedem Fall alle mit deinem AC 60/700 tauglich sein sollten.
Ich arbeite aktuell an einer Tabelle, welche Doppelsterne bei welchem Helligkeitsunterschied noch mit Ferngläsern unterschiedlichster Vergrößerungen trennbar sind. Dabei müssten sich in der Konsequenz Aussagen treffen lassen, welche Doppelsterne gute Optiktest- bzw. Vergröerungdtest-Sterne sind. Klar, man kann das theoretisch berechnen, ich bin da aber mehr der Praktiker 😉 und die Praxis hält oft kuriose Überraschungen bereit. Wenn die Liste mal etwas vollständiger ist, stelle ich sie hier gern zur Verfügung.

Christopher, ich teile deine Erfahrungen zur Farbwahrnehmung in Teleskopen bei kleinen Vergrößerungen und großer AP. Ich denke, es ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, die das bewirken. Wie dein Argument plus geringerer Kontrast durch die große AP und ggf.. auch die geringere Vergrößerung.
Farben am besten erkennen und differenzieren kann ich meist bei einer AP zwischen 3 und 2 mm.

Viele Grüße

René
 
Hallo Rene,

ja, so ist es: ich finde alles noch schön satt und hell bei 2mm AP. Bei 1,5mm AP sehe ich eine Art Optimum zwischen Helligkeit und Vergrößerung, wobei meine Farbwahrnehmung anfängt ein wenig zu leiden.

Darunter geht es mir bei Doppelsterne "nur" noch um Vergrößerung. Bei der Frage der Trennung eines Doppelsterns geht es ausschliesslich um Vergrößerung. Und da kann es hilfreich sein, in die "Über"vergrößerung <0,5mm AP zu gehen. Doch in letzter Zeit bin ich nicht mehr so ehrgeizig, muss nicht alles knacken. Die Bildästhetik wird mir zunehmend wichtiger. Da spielt auch Feldgröße eine Rolle, und alle Regelhaftigkeit ist dahin.

Beste Grüße, Christopher
 
Moin René!

> Dabei müssten sich in der Konsequenz Aussagen treffen lassen, welche Doppelsterne gute Optiktest- bzw. Vergröerungdtest-Sterne sind. Klar, man kann das theoretisch berechnen, ich bin da aber mehr der Praktiker

Das ist schwierig. Zum einen gibt es bereits DS-Tabellen zum Fernrohrtest, wobei man sich subjektiv an immer schwierigere Kandiaten herantasten sollte. Zum anderen "sieht" jeder anders durch FG oder Teleskop. Ich hatte das letztens schon bei der Grenzgrößenbestimmung im Teleskop angemerkt. An Doppelsternen gibt es immer wieder Leute mit Adleraugen und andere, die wiederum unter gleichen Bedingungen nichts erkennen. Das ist im Grunde also genauso vage wie die noch so ausgefeilte Formel, die manche hier im Forum so gerne anführen.
Dann bleibt immer die Frage, ab wann ein DS visuell als getrennt gewertet werden kann (Rayleigh oder Dawes ist die Frage).

BTW: Bei wenig Licht schaltet das Auge bekanntlich von Zäpfchen- auf Stäbchensehen um. Das macht sich natürlich besonders bei kleinen Optiken bemerkbar. Da kann man die AP noch im Bereich 2-3 mm halten, aber die Vergrößerung wird dann zu gering, um die Trennschärfe der Optik an sich noch ausreizen zu können. Stäbchensehen bei Dämmerung bzw. Nacht hat auch noch den Nachteil, die wahrnehmbare Auflösung herabzusetzen. Man ist also durch viele Faktoren "gekniffen", was das maximal Erreichbare angeht.

Ich für mein Teil habe auch noch den Nachteil einer ausgeprägten Rot-grün-Sehschwäche, weshalb ich bei gewissen Farbunterschieden schon recht kräftige Vertreter ihrer Art brauche, um etwas wahrnehmen zu können.

Aber irgendwas ist immer...

Aber den Elan, mit kleinen Optiken von 60 mm an die Sache herangehen zu wollen, finde ich schon toll. :y:
Ich habe hier auch noch zwei japanische FH mit 60/700 mm herumstehen, genug Okulare dafür gibt's auch, also was hält mich noch davon ab?
(Frage eher rhetorisch, denn die geht auch eher an meinen "inneren Schweinehund"... :giggle: )
 
Hallo an Alle,

Wenn ich mir die Abstände der Doppelsterne in der FdN Liste ansehe, sollte die Trennung mit einem einfachen FH 60/700 grundsätzlich möglich sein. Wenn ich wegen der AP keine Farbe erkenne wäre es schade. Aber kein Beinburch. Dann experimentiere ich mit den Okularen und der AP.

Aber warum will ich nur den FH 60/700 nutzen. Tja, ich hätte nur noch einen FH 70/900 (neuerer Produktion) anzubieten.
Bei einer parallel laufenden Diskussion geht es im Forum darum, warum momentan so wenig gebraucht gekauft wird (das wird jetzt etwas OT). Das Geld hätte ich. Hier könnte ein 10" Dobson stehen.
Aber es ist ein Standort Problem. 1. Die Beobachtungszeit ist stark begrenzt. 2. Ich habe auf meinem Gelände nicht DEN Platz von wo ich freie Sicht habe auf den ganzen Himmel. Ich muss den Standort ständig wechseln. Das hat den Vorteil, dass ich auch die Straßenbeleuchtung "austricksen" kann. Das geht mit kleinem Equipment besser. 3. Ich habe mir den FH 60/700 hier von einem Bekannten bewußt besorgt um die alten Okukare (0,965") nutzen zu können. Warum soll ich das nicht tun? Irgendwie sind viele mit dem was sie haben nicht mehr zu frieden (immer schneller, höher, größer). Mir geht es oft auch so. Aber diesen " Kreis" will bzw habe ich durchbrochen.

Daher -> nutzen was man hat und sich daran erfreuen. Und erinnern wir uns an ganz früher. Waren wir mit so einem Equipment nicht glücklich :)

Falls bei mir irgendwann der Wunsch nach "mehr" kommt, bedeutet das nicht größere Teleskope, sondern eher Richtung kleinem APO.

Sorry, das war jetzt eher OT.

Jetzt fehlt nur noch freier Himmel und Beobachtungszeit :)

Viele Grüße Mark
 
Das ist schwierig. Zum einen gibt es bereits DS-Tabellen zum Fernrohrtest, wobei man sich subjektiv an immer schwierigere Kandiaten herantasten sollte. Zum anderen "sieht" jeder anders durch FG oder Teleskop. Ich hatte das letztens schon bei der Grenzgrößenbestimmung im Teleskop angemerkt. An Doppelsternen gibt es immer wieder Leute mit Adleraugen und andere, die wiederum unter gleichen Bedingungen nichts erkennen. Das ist im Grunde also genauso vage wie die noch so ausgefeilte Formel, die manche hier im Forum so gerne anführen.
Dann bleibt immer die Frage, ab wann ein DS visuell als getrennt gewertet werden kann (Rayleigh oder Dawes ist die Frage).

BTW: Bei wenig Licht schaltet das Auge bekanntlich von Zäpfchen- auf Stäbchensehen um. Das macht sich natürlich besonders bei kleinen Optiken bemerkbar. Da kann man die AP noch im Bereich 2-3 mm halten, aber die Vergrößerung wird dann zu gering, um die Trennschärfe der Optik an sich noch ausreizen zu können. Stäbchensehen bei Dämmerung bzw. Nacht hat auch noch den Nachteil, die wahrnehmbare Auflösung herabzusetzen. Man ist also durch viele Faktoren "gekniffen", was das maximal Erreichbare angeht.
Moin Micha,
meine volle Zustimmung, dass das schwierig ist und noch einige Faktoren mehr eine Rolle spielen. Den simpelsten habe ich ja noch gar nicht genannt. Das ist nämlich der, ob man mit dem FG freihändig beobachtet oder auf Stativ ;).
Was das Zäpfchen- vs. Stäbchensehen angeht, da gibt es vermutlich ebenso viele Philosophien. Die Zäpfchen lassen sich bekanntlich ja schnell wieder aktivieren. Dazu braucht es keinen Bauscheinwerfer, der einem die Erleuchtung gibt :LOL:. Und solange man nicht Sterne im Grenzbereich der Optik getrennt oder in Farbe sehen will, halte ich das für ein probates Mittel.

Hallo an Alle,

Wenn ich mir die Abstände der Doppelsterne in der FdN Liste ansehe, sollte die Trennung mit einem einfachen FH 60/700 grundsätzlich möglich sein. Wenn ich wegen der AP keine Farbe erkenne wäre es schade. Aber kein Beinburch. Dann experimentiere ich mit den Okularen und der AP.
Hallo Mark,
keine Sorge, bei den farbigen Doppelsternen haben wir grundsätzlich nur Paare in die Liste mit aufgenommen mit Abständen über 2" und Helligkeiten der B-Komponente nicht unter 9. Größenklasse.
Bei den meisten Sternen wirst du auch Farben erkennen, ein paar Kandidaten gibt es aber schon, die erst mit größeren Öffnungen dezente, aber schöne Farbunterschiede erkennen lassen.
Ein schönes Beispiel ist:
1734506927282.png

Ah, ich sehe gerade, den DS haben wir gar nicht in der Liste. Aber trotzdem ein gutes Beispiel.
Falls du Doppelsterne tatsächlich für dich entdecken solltest, du kannst dir bei StelleDoppie.it auch eigene Sternlisten nach deinem Geschmack filtern und ausdrucken.
Ansonsten finde ich deine Einstellung wunderbar. Wenn möglich, kannst du gern mal beide Optiken nebeneinander oder in zwei Nächten nacheinander mit einander vergleichen.

Viele Grüße

Rene
 
Im Prinzip will ich so viel :)

Aber was geht? Das letzte mal vor 3 oder schon vor 4 Wochen konnte ich mit dem Novalux grab&go gerade mal einen im Dunst tanzenden Jupiter mit 4 Monden und einen Mond mit Wolkenschleiern bewundern. Zur Zeit freut man sich einfach nur mal etwas "schaun" zu können. Planen sieht da schlecht aus.

Ich werde mir die möglichen Listen anschauen. Irgendwann muß man mal wieder richtig anfangen.

Daher sind solche Projekte sehr wichtig als Anregung. Danke noch mal an Alle!

VG Mark
 
Zuletzt bearbeitet:
> ob man mit dem FG freihändig beobachtet oder auf Stativ

Also, was ichbisher über tiefergehende FG-Beobachtung gelesen habe - auch die Beschreibungen in Büchern dazu - würde es für mich gar Sinn machen, an DS mit Glas freihändig heranzugehen. Allein schon der Detailgewinn bei der Stativbeobachtung ist mehrfach nachgewiesen und im Grunde auch logisch. Niemand würde auf die Idee kommen, ein Teleskop freihändig zu benutzen, um es mal überspitzt auszudrücken.
In einem Buch gibt es doch eine berühmte Vergleichstabelle dazu, daran waren AFAIR auch nur Zeiss-Gläser beteiligt. Ich muß das mal raussuchen...

Das Thema bleibt spannend.
 
> ob man mit dem FG freihändig beobachtet oder auf Stativ

Also, was ichbisher über tiefergehende FG-Beobachtung gelesen habe - auch die Beschreibungen in Büchern dazu - würde es für mich gar Sinn machen, an DS mit Glas freihändig heranzugehen. Allein schon der Detailgewinn bei der Stativbeobachtung ist mehrfach nachgewiesen und im Grunde auch logisch. Niemand würde auf die Idee kommen, ein Teleskop freihändig zu benutzen, um es mal überspitzt auszudrücken.
In einem Buch gibt es doch eine berühmte Vergleichstabelle dazu, daran waren AFAIR auch nur Zeiss-Gläser beteiligt. Ich muß das mal raussuchen...

Das Thema bleibt spannend.
Micha, Du sprichst mir aus der Seele, ich habe meine Erfahrungen vor einiger Zeit mal hier zusammen gefasst.
Was den Grenzgrößengewinn bei Sternen betrifft, kann ich Aussagen treffen. Es sind 1 bis 1.5 Magnituden!
Eine Tabelle zum Trennungsvermögen von Ferngläsern habe ich auch gemacht, ist aber nur Faustformelmäßig zusammengestellt:
1734543811899.png


Beste Grüße

Rene
 
Ha, da haben wir mal einen Disput, Rene! Du findest es ineffizient, dass ich Handferngläser ausschliesslich freihand nutze. Während ich nicht den Sinn darin erkenne, Dinge mit einem Handfernglas machen zu wollen die schon das kleinste Teleskop besser kann. Der Witz eines Handfernglases liegt in der Beweglichkeit, im freien Schwenken am Himmel. Wozu diese Beweglichkeit wegnehmen und in Konkurrenz mit dem Teleskop treten?

Es sei denn, ich wollte Felder zeichnen, die in dieser Größe nicht mit einem Teleskop realisierbar sind. Dann und nur dann würde es für mich Sinn machen, ein Handfernglas auf einem Stativ zu befestigen. Du zeichnest ja viel. Vielleicht geht es im Kern darum, und nicht nicht wirklich um die Logik "auf Stativ mehr Trennungsvermögen"? Meine Logik: wenn Stativ und superleichtes Gerät dann gleich ein kleines Teleskop, das wiederum viel mehr Trennungsvermögen liefert.

Ich gehe noch weiter: Wenn ein Fernglas auf einem Stativ befestigt wird hört es auf, ein Fernglas zu sein, und wird ein Doppelteleskop. Doppelteleskope schätze ich sehr und kenne ihre Vorzüge bestens. Gerade darum: bevor ich mit einem auf 10x oder 18x begrenztes 50mm oder 70mm Doppelteleskop mich mit den massiven Nachteilen der Geradsichtigkeit plage, schnalle ich lieber ein Doppelteleskop mit 90-Grad Einblick, freier Okularwahl und 70mm Öffnung aufs Stativ, das in allen Belangen viel mehr zeigt.

Beste Grüße, Christopher

PS: Deine obige Tabelle ist viel zu pessimistisch. Siehe hierzu z.B. meine Freihandtrennung von Psi1 Psc, die Du in Post #292 dokumentierst. 30" bei 7x - nicht 10x, wie die Tabelle nahelegen würde. Mit einem 30 Jahre alten Fernglas und 63 Jahre alte Augen, ohne Tricks, nicht vorher die Augen mit Mond oder Lampe geblitzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
> Wenn ein Fernglas auf einem Stativ befestigt wird hört es auf, ein Fernglas zu sein

Nein, warum? Ein FG ist schon durch seine geringe Vergrößerung einem Teleskop mit gleichem Objektiv-DM und optimaler Vergrößerung (0,7 bis 1,0 mm AP) auflösungstechnisch unterlegen.

Ich find' zwar immer noch nicht die Vergleichstabelle zwischen Freihand- und Stativbeobachtung, aber hatte ich eben meine beiden Bücher von Rudolph Brandt ("Himmelswunder im Feldstecher" und "Himmelsbeobachtungen mit dem Fernglas") kurz durchgeblättert. Immerhin ist die Leistungsfähigkeit eines FG bei schwacher Vergrößerung 20%, bei starker 40% unter den Werten einer stativgebundener Beobachtung - so Brandt im ersteren Buch. Zitat: "Eine 8fache Vergrößerung wird als die freihändig wirtschaftlichste bezeichnet. Gläser mit einer höheren Vergrößerung müssen, um ihre volle Leistungsfähigkeit zu entfalten, auf jeden Fall eine feste Aufstellung erhalten:"

Edit: Ha - ich hab' die angesprochene Tabelle gefunden! Seite 422 in Riekher "Fernrohre und ihre Meister" (1. Auflage 1957).
"Tafel 20: Fernrohrleistung bei Tagesgebrauch. Ermittelt ... an Ferngläsern der Firma Carl Zeiss Jena"

Beschreibung: "Es wurde ... ermittelt, um welchen Betrag die Sehschärfe des unbewaffneten Auges durch das Glas verbessert wird."
Hier mal relative Vergleichswerte für einige gängige FG-Vergrößerungen:
(-1- freihändig, -2- aufgelegt, dazu Leistung/Vergrößerung -3- freihändig -4- aufgelegt)

6x30 -1- 3,95 -2- 5,02 -3- 0,66 -4- 0,84
8x30 -1- 5,00 -2- 6,40 -3- 0,62 -4- 0,80
7x50 -1- 4,55 -2- 6,48 -3- 0,65 -4- 0,93
10x50 -1- 5,62 -2- 9,12 -3- 0,56 -4- 0,91
15x60 -1- 6,48 -2- 11,75-3- 0,43 -4- 0,78

Zitat: "Aus den ... Werten ist ... zu entnehmen, daß in der Regel den Gläsern mit höherer Austrittspupille die höhere relative Leistung zukommt."

Es wird ausdrücklich geschrieben, daß es hier um die Tageslichtleistung geht. Für Dämmerungsleistungen lagen keine Untersuchungen vor.
 
Hallo,

Es ist sicher unbestritten, dass ein FG auf Stativ bessere Beobachtungsergebnisse abliefert.

Aber viele nutzen das Fernglas ja gerade um nicht ein Stativ zu benötigen (Sternewandern). Bis 8 fach halte ich alles freihändig.

Sobald ich ein Stativ einsetzen will, also "genauer schaun will, leg ich mein FG weg und nutze meine Refraktoren zB Novalux oder den Beroflex Umbau. Da wackelt nichts und ich kann bis 83 fach vergrößern (Beroflex). Und der Aufwand ist genauso groß wie beim FG mit Stativ.


VG Mark
 
Lieber Christopher,
Ha, da haben wir mal einen Disput, Rene! Du findest es ineffizient, dass ich Handferngläser ausschliesslich freihand nutze. Während ich nicht den Sinn darin erkenne, Dinge mit einem Handfernglas machen zu wollen die schon das kleinste Teleskop besser kann. Der Witz eines Handfernglases liegt in der Beweglichkeit, im freien Schwenken am Himmel. Wozu diese Beweglichkeit wegnehmen und in Konkurrenz mit dem Teleskop treten?
Ha, da haben wir keinen Disput, hatten wir noch nie ;), nur unterschiedliche Philosophien. Ich stand vor einigen Jahren vor der Entscheidung, mir ein Doppelteleskop oder ein weiteres schönes Fernglas anzuschaffen. Es gibt da einige Argumente, die das Pendel in beide Richtungen hätten ausschlagen lassen können. Mich hat seinerzeit allerdings die doppelte Okularpalette abgeschreckt.

Danke Micha, die Unterschiede sind wirklich nicht gering zwischen freihändig und handaufgelegt.
Ich füge nun doch schon mal meine Tabelle zur Trennung von Doppelsternen bei stativgebundener Beobachtung in Abhängigkeit vom Helligkeitsunterschied beider Sterne bei, auch wenn sie gerade bei den kleinen Vergrößerungen noch nicht vollständig ist und bei den hohen Vergrößerungen noch Optimierungsbedarf besteht:
1734591931941.png

Bei 15x und 18x liege auch ich unter den Trennwerten meiner Tabelle in #295. Dort habe ich, vorsichtig wie ich bin, die Faustformel 300/Vergrößerung verwendet.
Es gibt auch optimistischere Aussagen im Netz, die von 250/Vergrößerung ausgehen, die sich mit Christophers und Steinheils Erfahrungen decken. Michas Aussage liegt da schön in der Mitte, es kommt immer darauf an ... auf den Beobachter, auf die Erfahrung, auf den Himmel ... auf die Sterne ...

So, nun zurück zu Doppelsternen im kleinen Refraktor :unsure::whistle::LOL:, Oder?

Beste Grüße

René
 
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