Hallo Paul
@Paul6415 ,
ich möchte Dich auf eine weitere Möglichkeit für astronomische Bobachtungen aufmerksam machen. EAA = Electronic Assisted Astronomy. Dabei wird mit Hilfe einer Kamera am Teleskop und einer Software laufend Fotos mit kurzer Belichtungszeit von wenigen Sekunden automatisch zusammengerechnet und an einem Computerbildschirm oder Smartphone Display live angezeigt. Du erhältst dabei innerhalb von wenigen Sekunden, zehn, zwanzig Sekunden bereits farbige Bilder von allen Deep Sky Objekten, also Galaxien, Nebel, Planetarische Nebel, Asteroiden und, und, und ... je nach dem wie lange Du den Stacking-Prozess laufen lässt, um so mehr Details werden sichtbar.
Du kannst mit EAA bereits in der ersten Nacht Galaxien in Farbe sehen und Suchtpotential auf viel mehr öffnen. Ich habe letztes Jahr im April mit einem kleinen Newton auf einer gebrauchten Montierung begonnen. Eigentlich ist bei EAA die wichtigste und ausschlaggebende Komponente die Kamera. Da man mit Kurz-Zeitbelichtungen arbeitet braucht es aber keine gekühlte Kamera. Auf Grund der Kurzzeit-Belichtungen ist eine azimutale Montierung für EAA auch völlig ausreichend. Goto, auf das man nicht verzichten möchte, kommt quasi als Standard bei diesen Ausführungen mit und man kann sogar ein zu Beginn jeder Beobachtungsnacht Zeit- und Nervensparendes Autoalignement nachrüsten.
Natürlich ist bei einem nach oben offenen Budget keine Grenzen gesetzt. Mit unter tausend Euro kann man nicht die Qualität und vor allem auch nicht den Komfort eines EAA Setups für zwei, drei oder fünftausend Euro erwarten und erreichen. Aber mit knapp tausend Euro ist sicherlich ein guter Einstieg möglich.
Ich konnte von Beginn an, bereits in den ersten Nächten schöne Live Beobachtungen an allen mir zugänglichen DSO ausführen. Ich habe mir zu Ende der Beobachtung immer das finale Stacking-Ergebnis als JPG Datei abgespeichert und aufgehoben. Dabei zeigt sich ein weiterer Vorteil von EAA. Mit Ende der Beobachtung bin ich fertig. Ich habe sofort und ohne jegliche weitere, Stunden- oder Tagelange Bildnachbearbeitung ein fertiges Bild. Außerdem sind die fertigen Stack Photos MByte-mäßig nicht viel größer als Smartphone Aufnahmen und man ist nicht auf Terra-Byte große Datenspeicher angewiesen.
Ich habe mir letztes Jahr zu Beginn eine ungekühlte Kamera gekauft die zugleich einen großen Sensor und eine große Auflösung bietet. Damit fällt es dann sehr leicht mit einem 5" Newton mit 650mm Brennweite kleinere Objekte wie Galaxien zu beobachten aber auch größere Objekte wie Sensor-füllende Nebel.
Hier zwei Beispiel. Als erstes eine typische
Galaxie, M51. Auf Grund des großen Sensor hat man hier viel "Weltraum" um das eigentlich Zielobjekt.
Hier ein Beispiel für einen typischen Nebel, der
Rosetten Nebel. Und wenn man genau hinschaut, ist der Nebel nicht vollständig abgebildet. Es fehlen einige Teile, besonders links oben. Gleiche Kamera, gleiches Teleskop. Du kannst vielleicht damit erahnen wie groß der Nebel im Vergleich zu der oben gezeigten Galaxie ist und bekommst damit eine Vorstellung wie weit die Extreme nicht nur im Universum sind sondern auch in der Anforderung für die Ausrüstung reichen können.
Ich gehöre nicht zu den Leuten die Photonen in den Augen spüren können und müssen. Ich will nur schöne Beobachtungen machen und es reicht mir völlig die farbigen Bilder die mein EAA-Setup mir aus dem Weltall herunter zaubert auf einem schnöden Bildschirm ganz bequem, Mückenfrei im Sommer und im warmen Wohnzimmer im Winter zu genießen. Das spricht einen weiteren Vorteil von EAA an. EAA kann remote gesteuert werden und man kann es auch aus der Großstadt heraus unter den entsprechend "Licht-verschmutzten" Bedingungen der heutigen Wohnungs-Zivilisation machen und muss nicht erst an besondere Plätze dazu fahren.
Ich habe jetzt bewußt vermieden Namen, Marken, Zahlenangaben zu Auflösung, Preise und, und hier zu benennen. Ich denke als Einsteiger ist man anfangs damit komplett überfordert. Mir war nur wichtig zu vermitteln, dass es zwischen reiner visueller Astronomie und HighEnd Astrofotografie noch viel Zwischenraum gibt und man selbst mit überschaubaren Budget viel sehen und erleben kann.
In Farbe!
Viel Freude bei der Vorbereitung für Deine ersten astronomischen Beobachtungen - MünchenBeiNacht - Ewald