Tino_Benkenstein
Mitglied
Hallo Mischa,
sorry, ich konnte die letzte Woche leider nicht antworten. Nein ich bin nicht beim DLR, ich arbeite beim Fraunhofer IOF in Jena. Wir sind aber in sehr regelmäßigen Abständen mit den jeweiligen Raumfahrtorganisationen und Forschungseinrichtungen in Kontakt und auch die klassische ergebundene Astronomie beglücken wir auch mit e-Beam-geschriebenen optischen Gitter und CGHs für diverse Spektrometer und Teleskope, beispielweise für CUBES oder für den M2-Spiegel fürs ELT. Oft stellen wir aber wichtige optische Spektrometer-Komponenten und Module für die einschlägigen Satellitenbauer, wie Leonardo, Thales, OHB usw. her. Das GALA-Laseraltimetermodul von Juice hat übrigens eine Arbeisgruppe einer Nachbarabteilung gefertigt, meine Arbeitsgruppe hat dafür ein wichtiges CGH zur Spiegelvermessung und Korrektur geliefert.
Wir haben uns aber alle zusammen den Start im Stream angeschaut und einen kleine Sekt geschlürft.
Bei Euclid waren glaube ich auch einige Sachen bei uns in Diskussion, aber ich sitze nicht so zentral und kümmere mich eher um die Technologie, dass hier nicht so viel mitbekommen habe.
Derzeit haben wir wieder einiges an Spektrometer-Flughardware für ein paar kommende prominente Erdbeobachtungssatelliten der SENTINEL-Reihe in der Mangel und es ist schon ein ziemliches hartes Brot mit den extremen Dokumentationsanforderungen, bzgl PA, QM und Qualifikation. Selbst wenn etwas Unkritisches schief geht, hat man gleich ein ordentlichen Batzen Mehrarbeit und Zeitverzug. Ich kann mich noch an stundenlange Diskusionen um eine M4 oder M5 Schraube erinnern, oder einen "vermuteten Spuckfleck" auf einer Entspiegelung eines Prismas, nachdem es aus der Beschichtungsanlage kam. Wir haben schon gewitzelt, ob wir alle noch einen Gentest machen müssen, ...
Da sehnt man sich schon ein bisschen nach "New Space", wie es SpaceX propagiert. Einfach mal machen. Andererseits, falls eine M- oder L-Mission wegen einer billigen Schraube schief geht, wird sich der Steuerzahler bestimmt auch sehr freuen.
Meist hat man aber bei einer großen Mission sowieso einige Stellen, wo man einfach nur die Finger kreuzen kann. Da kann alle "Hochtechnologie" super funktionieren und es hängt an irgendwas Klitzekleinen. Wie beispielweise bei GAIA, wo ein fransig abgeschnittener Sun-Shield einiges an Streulicht und ein deutlich schlechteres SNR verursacht hat. Da war wohl die Büro-Schere etwas stumpf ...
Vg Tino
sorry, ich konnte die letzte Woche leider nicht antworten. Nein ich bin nicht beim DLR, ich arbeite beim Fraunhofer IOF in Jena. Wir sind aber in sehr regelmäßigen Abständen mit den jeweiligen Raumfahrtorganisationen und Forschungseinrichtungen in Kontakt und auch die klassische ergebundene Astronomie beglücken wir auch mit e-Beam-geschriebenen optischen Gitter und CGHs für diverse Spektrometer und Teleskope, beispielweise für CUBES oder für den M2-Spiegel fürs ELT. Oft stellen wir aber wichtige optische Spektrometer-Komponenten und Module für die einschlägigen Satellitenbauer, wie Leonardo, Thales, OHB usw. her. Das GALA-Laseraltimetermodul von Juice hat übrigens eine Arbeisgruppe einer Nachbarabteilung gefertigt, meine Arbeitsgruppe hat dafür ein wichtiges CGH zur Spiegelvermessung und Korrektur geliefert.
Wir haben uns aber alle zusammen den Start im Stream angeschaut und einen kleine Sekt geschlürft.
Bei Euclid waren glaube ich auch einige Sachen bei uns in Diskussion, aber ich sitze nicht so zentral und kümmere mich eher um die Technologie, dass hier nicht so viel mitbekommen habe.
Derzeit haben wir wieder einiges an Spektrometer-Flughardware für ein paar kommende prominente Erdbeobachtungssatelliten der SENTINEL-Reihe in der Mangel und es ist schon ein ziemliches hartes Brot mit den extremen Dokumentationsanforderungen, bzgl PA, QM und Qualifikation. Selbst wenn etwas Unkritisches schief geht, hat man gleich ein ordentlichen Batzen Mehrarbeit und Zeitverzug. Ich kann mich noch an stundenlange Diskusionen um eine M4 oder M5 Schraube erinnern, oder einen "vermuteten Spuckfleck" auf einer Entspiegelung eines Prismas, nachdem es aus der Beschichtungsanlage kam. Wir haben schon gewitzelt, ob wir alle noch einen Gentest machen müssen, ...
Da sehnt man sich schon ein bisschen nach "New Space", wie es SpaceX propagiert. Einfach mal machen. Andererseits, falls eine M- oder L-Mission wegen einer billigen Schraube schief geht, wird sich der Steuerzahler bestimmt auch sehr freuen.
Meist hat man aber bei einer großen Mission sowieso einige Stellen, wo man einfach nur die Finger kreuzen kann. Da kann alle "Hochtechnologie" super funktionieren und es hängt an irgendwas Klitzekleinen. Wie beispielweise bei GAIA, wo ein fransig abgeschnittener Sun-Shield einiges an Streulicht und ein deutlich schlechteres SNR verursacht hat. Da war wohl die Büro-Schere etwas stumpf ...
Vg Tino