Goodbye Mars (Sammelthread)

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Guten Abend Allerseits,

habe heute leider erst ab kurz vor zehn so richtig starten können und hier noch schnell mein Ergebnis. Dank Eurer Tips bin ich mal mit dem Gain auf 350 und die Belichtung auf knapp 10ms. Dann noch an der Farbbalance gedreht, wie von Rudolf beschrieben. Was ich leider noch nicht gefunden habe, wie ich die Ränder dann noch mit der unscharfen Maske bearbeite. Naja da schaue ich morgen nochmal in Ruhe, wird ja erstmal wieder wolkiger..

27.04.2021 19:57 UTC (Mewlon 250 bei f/36, Zwo MC224, Astronomik L-1, 9.25ms, Gain 350, FC, AS3, Registax, Winjupos)
Mars_270421_1957_Res.jpg


CS Eike
 
@Eike Die Frage der eff. Brennweite war hier schonmal Thema, im Zusammenhang mit der Frage 'wieviel Oversampling soll's denn sein'. Aktuell liege ich bei ca. F 34, mit Okul. Projektion. Darauf hatte es sich irgendwie eingependelt, Versuche mit 2x (zu wenig) od. 5x (zu viel) Barlow brachten jeweils schlechtere Ergebnisse.
Anbei noch die Aufnahme v. 26. Ist mal wd. so'n Fall, während der Aufnahme denkt man, jau, das wird gut, und danns stellt sich's doch schwierig raus, daraus einen passablen Mars zu basteln. Und andernmals denkt man,naja, bei dem Seeing kommt eh nix raus, und dann lässt sich mit den Daten doch überraschend was gutes bewerkstelligen.
Visuell kam sowohl NPC wie auch der Dunst im Süden gut 'rüber am 26., im RGB Bild dagegen sieht man zwar beides, aber nicht so besonders auffällig. Ist natürlich langsam auch schwierig , auslösungsbedingt. Dafür kommt der Dunst am Morgenterminator etwas zur Geltung. Und es kommt mir vor, dass Acidalium abhängig v.d. Rotation, bzw. Lichteinfall, nach und nach dunkler erscheint.
Heute (27.) ware jetzt nochmal bessere Bedingungen, ab morgen ist ja erstmal Wetterumschwung angesagt. Hoffentlich regnets auch mal, ist hier schon langsam trocken wie auf dem Mars...
mars_2021-04-26_enh.jpg

-cb
 
Guten Morgen,

@Carsten
Hast Du schonmal versucht kürzere Serien zu filmen (max 120s) und dann mit Winjupos zu addieren? Bei 5min pro Serie hast Du vermutlich schon viel Rotation mit drin pro Bild.

CS
Eike
 
Hallo Eike,
zu Oppositonszeiten habe ich das gemacht, d.h. auch die einzelnen Farbkanäle aus kurzen Serien zusammengesetzt (meist 2 a 2-3 min), der Aufwand lohnt sich aber bei einem 4.7" Mars mit 6" Öffnung nicht mehr. Selbst ein 22" Mars kann ja 5min od. mehr rotieren, bis die Verschiebung in die Nähe von 0.5" kommt. (ca, soweit ich m. erinnere, kann man ja nachrechnen).

Zum Vergleich kommt hier mn. Aufnahme vom 27., habe mich da gleich mal dran gemacht, weil es schon gestern abend interessant aussah im Livestream. Die bänderartigen Strukuren auf der Nordhälfte sind auch auf deinem Bild zu sehen, was das genau ist (Wolken? Staub?) , darüber kann man halt nur spekulieren. Die NPC scheint auf dieser Seite weiter nach Süden zu reichen, sich erscheint wohl nicht nur aufgrund d. wesentlich besseren Bedingungen auffälliger. Um den Südpol sowie am Morgenterminator ist Dunst zu sehen. Ist jetzt wohl mn. beste Aufnahme der aktuellen Serie, man sollte eigentich nur noch bei gutem Seeing aufnehmen :)
mars_2021-04-27_enh.jpg

-cb
 
Guten Morgen zusammen (darf man um 1 Uhr wohl schon sagen).
Bis spät in die Nacht habe ich nun noch die beiden letzten Tage nachgeholt, während es draußen mit Niesel wohl mal ein paar Tage Beobachtungsruhe einläutet.
Den 25. und den 27. kann ich noch bieten, ich pack beide mal zusammen.
Am 25. war das Seeing nochmal gut. Es gab mindestens für eine kurze Zeit richtig viel Detail. Auffällig ist zuletzt, dass sich an beiden Tagen östlich des Mare Acidalium breitere Morgendunstfelder bildeten. Da sie in mehreren Bildern auftauchen, dürften sie als gesichert gelten.
Die NPC ist deutlich (auch Damian Peach bezeichnet sie in seinem wieder schönen, aber auch irgendwie komisch anmutenden Bild vom 24.4. in der Japan ALPO jetzt so).
Auch im Süden gibt es immer wieder Dunst, wobei am 25. zwei Wolkenflecken in der Depressio Erythraea und Argyre I auffällig waren.
Sonst nichts Besonderes.
Am 27. kippte das Seeing merklich vor dem heranrückenden Wetterwechsel (im Westen standen schon hohe Wolken). Den Unterschied sieht man deutlich zum 25. April. Trotzdem war es noch erstaunlich viel, was da rauszuholen war. Das war so ein Moment, wo man beim Livebild schon abwinkt, aber es steckt dann doch mehr drin...
Die nächsten Tage dienen dann hoffentlich mal der Abarbeitung. Habe noch eine gute Woche Sonne, zwei Mondabende sowie Venus und Merkur rumliegen...
CS
Rudolf
 

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    marstab_27042021.jpg
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Guten Morgen,

Klasse wie viele Details man trotz der geringen Größe immer noch verorten kann. Ich habe noch einiges an Rohmaterial, dem ich mich nun über das Wochenende mal widmen kann. Am 29.04. konnte ich noch ein paar Serien aufnehmen. Mal schauen was rauskommt.
Hat jemand vom Euch einen eigenen Vergleich von Aufnahmen bei ähnlicher Größe des Mars aus den vergangenen Jahren?

Ich schaue immer mal bei der Alpo Japan Gruppe rein, da sind ja auch irre Aufnahmen drin. (Carsten übermittelt ja auch regelmäßig :) )

Schönen Feiertag
CS
 
noch eine Frage an die Bildbearbeitungs Spezialisten:

Verstehe ich es richtig, daß ich bei der Nachbearbeitung bei den Kurven im Histogramm jeweils die Rot, Grün und Blau Anteile deckungsgleich zusammenbringen sollte? Oder gibt es einen Verlauf der Histogrammkurve nach der ich mich richten sollte? Und wie sieht bei einer Planetenaufnahme der ideale Verlauf des Histograms aus?

Sorry, im Bereich der Bildbearbeitung bin ich noch nicht so versiert.

VG und CS
Eike
 
Moin,
ja, am 29. hat es hier überraschend aufgeklart, allerdings habe ich aus zeitlichen Gründe die Gelegenheit verstreichen lassen. Die Sterne haben sehr gefunkelt, war auch sehr windig, d.h. Seeing wird wohl nich besonders gewesen sein. Aber viell. hätte es kurze Ausnahmen gegben..

Bzlg. Aufnahmen aus früheren Jahren: ein paar habe ich, u.a. von 2018, aber ich war damals noch nicht so weit, dass man da nennenswert was drauf sehen konnte. Dann kam 2018 auch der grosse Staubsturm, und dann war's erstmal ganz aus. So lange bin ich ja auch noch nicht dabei, seit Ende 2016, und m.o.w. bin ich erst ab Mitte 2020 langsam soweit gekommen, einigermassen brauchbare Ergebnisse zu erzeilen. Steckt schon eine lange und steile Lernkurve dahinter.

Was die Abmischung der R, G & B Kanäle anbelangt, mache ich das schlicht nach Gefühl,mit dem Ziel, dass es wenigstens ganz grob mit dem visuellen Eindruck vergleichbar ist, den ich beim Blick durchs Okular hatte. Man sieht ja schon unterschiedliche Gesamteindrücke, mal ist Mars richtig blass, fast gelblich, mal schön satt orange und kontrastreich. Wobei in den bearbeiten Bildern die dunklen Flächen immer dunkler 'rüberkommen als visuell. Natürlich sind auch meine Monitore nicht kalibriert, d.h. da ist noch viel Spiel dabei.
Die relativen R,G.B Helligkeiten verhalten sich bei meinen Filtern ungefähr wie 1 : 0.7 :0 .2. Wenn ich aber das so in die Durchschnittshelligkeiten der R,G,B S/W Bilder umsetze, kommt Blau bei der RGB Komposition so gut wie gar nicht mehr zur Geltung, d.h. i.d.R. pimpe ich Blau immer etwas, um evtl. vorhandene Atmosphäreneffekte sichtbar zu halten. Auch versuche ich, alle Kanäle weitgehend gleich zu schärfen, Blau immer mit etwas gröberen Radien, weil dort leider der Noise höher ist, aber zugleich h auch mit etw. stärkerer Amplitude, um die meist schwächeren Konrtraste etwas hervorzuholen. Irgendwann hat sich daraus ein Workflow entwickelt, wie ich "meine Marse" rendere, der zwar quantitativ nicht kalibiert ist, aber im Durchschnitt dann doch pi mal Daumen vergleichbare Resultate erzeugt. Es dauert einfach Zeit, bis man da seinen eigenen Voodoo etabliert hat. Mnachmal liest man dann - wie z.B. hier in diesem Fred - dass andere es in bestimmten Aspekten (z.B: was Oversapmling-Rate od. Gain-Einstellungen abelangt, o.ä.) ganz ähnlich handhaben, also kanns dann nicht ganz verkehrt sein :)
Was die Gain/BZ Einstellungen für die Aufnahme anbelang, habe ich mal aufgeschnappt, dass das Histogramm ca. bis 70% reichen sollte, hier geht es ja hauptsächlich darum, Ausbrennen der hellen Stellen zu vermeiden, und doch den Dynamik-Umfang der Aufnahme so gross wie möglich zu halten.

Lange Rede kurzer Sinn: einfach viel Ausprobieren!
-cb
 
Tach zusammen.
Was für ein Mistwetter da draußen; gut nur, um mal was abzuarbeiten...
Carsten hat das schon ziemlich gut so beschrieben, wie ich es auch halte. Das mit RGB zur Deckung bringen war, als ich davon schrieb, anders gemeint. Nicht die Histogramme, sondern die Ebenen. In PS kann ich R, G und B als SW-Ebenen einzeln betrachten. Dabei fällt oft auf - gerade bei Direktfarbaufnahmen - dass sie nicht sauber übereinanderliegen, z.B. durch atmosphärische Refraktion. Aber auch bei den Mono-Bildern einer RGB-Serie muss ich nachjustieren, die Stackergebnisse aus AS3 sind nicht automatisch alle perfekt zentriert.
Die Histogramm schaue ich mir an sich gar nicht an, sondern nur die Ebenenauszüge sowie das Gesamtbild. Der Processing-Workflow hat sich über längere Zeit entwickelt und ist immer feiner geworden. Entscheidend ist, wie sich das Ergebnis entwickelt, wenn ich die Regler ein bisschen nach hier oder nach da verschiebe.
Völlige Gleichheit aller Ergebnisse erreiche ich dabei auch nicht, das kann noch besser werden. Aber selbst Damian Peach hat schon mal Unterschiede in seinen Bearbeitungen. Es hängt dabei Vieles von den Umständen ab. Vor allem bei schlechtem Seeing kommen die Farben anders, weil einzelne Auszüge, meisten B oder G, dann deutlich schlechter sind.
Die 70 Prozent Gain kann ich bestätigen, hat Damian Peach vor zwei Jahren in Bremervörde auch so vorgetragen. Ist aber auch nur eine Faustregel, bei Merkur sieht das, erst recht am Taghimmel, oft anders aus.
Aus den Vorjahren habe ich natürlich Vergleichsbilder. Die waren Anfang 2020 aber keinesfalls so gut wie die jetzigen. Schon allein deswegen, weil die ASI290MM erst nach der Marszeit kam. Die letzten Bilder bis hinab von 4" habe ich noch mit der ASI224MC aufgenommen, schon daher kann es nicht genausogut sein.
CS
Rudolf
 
Guten Morgen.
Nachdem das Wetter bei mir nun seit fast zwei Wochen eine Beobachtung verhindert hat, gibt es was Neues, um unseren rekordverdächtigen Thread ein bisschen weiter fortzuschreiben.
Gestern Abend (7.5.) sah es so aus, als wolle es aufklaren. Ich also in die Sternwarte, es war noch recht hell, und Mars gesucht. Schwierig und gelang zunächst nicht (wie sich noch herausstellte, weil ich vergessen hatte, das C14 vor der letzten Ruhestellung wieder auf visuelle Suche umzufokussieren...)
Dann wurden die Wolken aber leider wieder mehr.
Mit Glück habe ich den schwachen Mars dann in einer Lücke bereits im Sucher ausmachen können. So habe ich ihn wenigstens ins Hauptrohr bekommen. Aufnahmekonfiguration dran, scharfstellen, sah ganz ordentlich aus. Sofort Syrtis Major zu sehen und Polkappe. Der Blick an den Himmel machte mir dann aber Megastress, denn die Lücke begann bereits, sich wieder zu schließen und es kam von Westen eine große kompakte Wolke.
Deshalb habe ich sowas wie eine Notaufnahme gemacht: IR685 mit 10.000 frames, dann ganz schnell Grün mit nur 5000 frames. Währenddessen kamen schon die ersten Wolkenfetzen durch. In den verbleibenden Lücken habe ich noch Blau gemacht, ebenfalls knappe 4000 frames und damit weniger als die Hälfte des Üblichen. Danach war dann definitiv Sense und 15 Minuten später fing es sogar aus der Wolke heraus an, leicht zu regnen...
Trotz dieses Notprozederes hab ich ein verwertbares Ergebnis erhalten.
Klar dominant Syrtis Major. Nach rechts schon der Arm des Mare Sirenum. Darüber scheint es im Hellas Becken Dunst zu geben. Wie anders jetzt durch die veränderte Achslage auch der Blick auf das Ganze aussieht! Während der Opposition haben wir noch fast direkt ins Hellasbecken geschaut.
Die NPC ist deutlich da, darüber liegen Dunkelgebiete, die links (zumindest nach einer meiner Karten) als Nilosyrtis bezeichnet werden (ganz links) mittig wohl Boreosyrtis, der dunkle Fleck rechts unterhalb Syrtis Major vielleicht auch als Meroe Insula.
Heute oder erst Recht am Sonntag wird's vielleicht besser werden. Mal sehen, ob dann bei den aktuellen 4,5" noch mehr geht.
CS
Rudolf
 

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Was für ein Kampf für so einen Mini-Mars :) Aber gut ist er schon geworden, sieht auch langsam wd. runder und fetter aus, der Gute. Wettermässig hatte ich die letzte Zeit hier einige Gelegenheiten, die ich jedoch aus anderen Gründen dann nicht nutzen konnte. Langsam steht er nun auch wriklich ungünstig für mich. Mal sehen, veill. versuche ich es heute abend nochmal. Aber auch falls von mir keine Bilder mehr kommen, freue ich mich weiterhin auf Beiträge aus anderen Röhren. Viele Atmosphärenphänome konnte ich mit mn. 6" noch länger als gedacht erfassen, nun wird es aber endgültig eng für mich. Wohl dem, der einen grösseren Eimer hat. D.h. Vermutlich dürfte Rudolf irgendwann demnächst die "Ehre des letzten Posts" zu Teil werden. Denk dran, am Ende das Licht auszumachen, wenn du demnächst den Thread "schliesst" :):)
-cb
 
Guten Morgen Zusammen,

@Rudolf: Für eine "Notaufnahme" sieht das schon Mega aus, ich hatte die Tage auch noch ein paar Aufnahmen, die noch sortiert und bearbeitet werden müssen, aber es wird schon immer schwieriger. Auf der anderen Seite macht es total Spaß das Maximum aus seiner Ausrüstung rauszuholen und viel Freude, wenn man wieder ein kleines Detail rausgekitzelt hat :cool: .

Guten Start in die Woche allen.
CS
Eike
 
Das schlechte Wetter und er Regen tun der Natur hier gut, wenn ich auch die durch Baumschnittarbeiten entstandene geniale Sichtlücke W / NW dadurch nicht ausnutzen kann. Gerade in diesen Tagen wäre es schön gewesen, laufen doch Venus, Merkur und Mars nacheinander hindurch. Echt schade. Merkur fehlt mir noch in meiner "Sammlung"
Der heutige Mars mit der so deutlichen Polkappe ist vom 02.05.

V.G. Holger
 

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Merkur fehlt mir noch in meiner "Sammlung"
Mir auch. Zumindest als halbwegs brauchbare Aufnahme, ein paar Versuche hatte ich schon mal gemacht i.d. letzten Jahren, aber mehr als eine stark vom Seeing verwischte Sichelgestalt noch nicht auflösen können. Aktuell konnte ich ihn wenigstens mit dem Fernglas aus den Dachfenster ein paar mal sehen, kurz vor dem Untergang. Aber ich sehe es ähnlich, der Regen war/ist wirklich dringend mal nötig..
-cb
 
Guten Morgen.
An sich wäre ich ja jetzt lieber am Gederner See beim ITV...
So aber sitze ich wieder daheim und habe einen freien Tag zum Auswerten. Und da gibt es noch einiges vom vergangenen Sonntag, 9. Mai, nachzutragen, an dem ich mal das Hobby so richtig von morgens bis abends (klingt fast schräg für einen Astroamateur, oder?) ausleben konnte.
Mars habe ich dabei schon kurz nach dem Mittag aufgesucht. Kann mich nicht erinnern, dass ich ihn mal so früh am Tag und zugleich so klein ins Rohr geholt habe. Mit den neuen Steppermotoren, die mir erst seit einem Jahr an der alten Monti zur Verfügung stehen, geht das aber ziemlich einfach. Zumal bei der aktuellen Konstellation, wenn man sich von Sonne über Venus und Merkur bis Mars durchhangeln kann. Über die Beobachtung der drei Planeten am Sonntag habe ich ja schon in einem eigenen Thread berichtet.
Nun also noch konkret zur Marsbeobachtung, die über den Tag verteilt vier Bilder erbracht hat.
Die erste Beobachtung litt noch unter schlechtem Seeing, trotzdem ist auch da schon genug erkennbar. So die weite Tharsis-Ebene, unten das Boreum Mare, rechts kommt gerade Elysium um die Ecke und oben liegt das Mare Sirenum.
Wie immer wurde das Seeing später am Nachmittag deutlich besser. In der zweiten Aufnahme springt einen das Elysium links unten förmlich an. Oben liegt links das Mare Cimmerium, rechts schon das Mare Tyrrhenum sowie Syrtis Major. Die NPC ist unübersehbar und umgeben vom dunklen Band der Utopia und des Nilosyrtis. Im Süden oben scheint es dunstig zu sein, das ist aber diesmal nicht so sicher zu sagen, weil die Grünbilder zwar recht ordentlich waren, Blau aber eher katastrophal.
Das dritte Bild entstand gleich im Anschluss und zeigt die gleichen Details minimal weiter rotiert.
Nach einer Pause gab es dann noch ein viertes Bild, da nahm die Seeingqualität schon wieder ab. Interessant erscheint ein heller Fleck an der großen Syrte, der auf Karten als Lybia markiert ist. Er ist auf der dritten wie vierten Aufnahme gleichermaßen zu erkennen.
Soviel vom Sonntag, das "Abenteuer Mini-Mars" geht weiter (wenn mal wieder freier Himmel kommt...)
CS
Rudolf
 

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Hi zusammen.
Nachdem das Wetter im Moment ja nicht gerade freundlich mit uns umgeht, bleibt etwas Zeit zum Nacharbeiten. Da lag noch ein Mars vom 14. Mai herum, den ich jetzt nachtragen will. Das Seeing war eher lausig beim abendlich überraschenden Aufklaren. Das Wolkenloch hielt dann auch gerade so lange, dass ich meine vier Farbaufnahmen (RGB plus IR) machen konnte, dann war Sense. Hat mich dann schon erstaunt, dass aus dem Geblubber noch was Sinnvolles rauzuholen war.
Zu sehen sind das Mare Cimmerium, Tyrrhenum und Syrtis Major sowie die NPC mit Nilosyrtis daran.
Mal sehen, wann mal wieder was geht. Pausen steigern dann immer ein bisschen die Spannung, was man danach noch zu sehen bekommt.
Heute Abend gibt es erstmal ein Altenmünsteraner Bier - in memioriam Violauensis.
Prost.
CS
Rudolf
 

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Und weiter geht's:
Am 23. Mai gab es mal wieder Gelegenheit, Mars abends noch ein gutes Stück vor Dämmerung aufzusuchen und abzulichten. Leider wird das Seeing zunehmend schlechter - einmal durch die derzeit unglaublich turbulente Wetterlage, zum anderen durch den tieferen Stand des Mars.
Trotzdem konnte ich einen RGB-Lauf absolvieren, gerade noch rechtzeitig, bevor es noch schlechter wurde und gar keinen Sinn mehr machte.
Zu sehen ist die "langweilige" Seite des Mars. Das Mare Sirenum steht nun schon seit weit am oberen (südlichen) Marsrand. Leider konnte ich mangels zweiter Aufnahme keine Bestätigung für die hellen Flecken bekommen. Ich geh mal davon aus, dass sie realer Natur sind.
Wetter ließ sich so keines festhalten, allenfalls die NPC ist gerade noch erkennbar.
CS
Rudolf
 

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Hallo Rudolf,

ich lese da im Stillen so mit ...... einfach unglaublich, was Du/Ihr da noch hinbekommt mit Euren
großen Teleskopen. Da wirkt sich das theoretische Auflösungsvermögen von ca. 0,35 `` voll aus.
Toll :):y::y::y:
Viele Grüße Michael
 
Hallo zusammen.
Dieser Thread darf nicht sterben!
Deshalb wird es Zeit für Neues.
Das gab es an sich zwischendurch schon mehrfach, aber angesichts zahlreicher anderer Belastungen und Freizeitstress blieb gerade mal genug Zeit zum Datensammeln, aber nicht zur Auswertung.
Mindestens das jüngste Bild muss dann aber doch mal raus, damit es weitergeht.
Ja, er ist noch da und lässt sich auch bei gerade mal noch 4 Bogensekunden noch beobachten, unser roter Nachbar. Zuletzt kam ich dazu am 13. bei allerdings ziemlich mäßigen Seeingbedingungen. Anders als sonst war in R so gut wie gar nichts möglich, einfach kein Fokus zu finden, bei dem Gehüpfe und Verwaschen der Minischeibe. Also gleich auf IR 807, da ging es noch, auch wenn das Auflösung kostet. G war gerade noch so lala, B an sich nur als Ebene verwendbar, aber ohne jeden Beitrag zu Details.
Im Ergebnis sehen wir links oben Syrtis Major, abzweigend nach rechts den Sinus Sabaeus, beides nach der Herbstzeit ungewohnt von Norden her betrachtet. Unten die NPC und Boreo Syrtis drumherum. Mehr war nicht drin. Bleibe trotzdem weiter dran, mal sehen, bis wohin ich noch komme.
CS
Rudolf
 

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    Mars_212905_213917_130621_IR-IRGB.jpg
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Hallo, Marisaner.
It's not over yet. High noon over Perseverance!

Er ist noch da, der Mars. Zwar nur noch am Taghimmel halbwegs gut zu beobachten, und das zunehmend nur noch im Rotbereich, aber eben immer noch sichtbar. Zur Zeit gut mit Hilfe der nahen Venus anfahrbar. Im Okular aber war der 1,8 mag schwache Fleck gestern bei leicht milchigem Himel schon herausfordernd, ich habe ein paar Minuten gebraucht, ihn zu finden. Tatsächlich sind danach mehrere Aufnahmen gelungen. Am besten ging - trotz erheblicher Luftunruhe - Rot. IR-Pass war auch gut, aber minimal schlechter aufgelöst. Grün ist schon sehr schwierig, ging aber gerade noch, Blau fast gar nicht mehr. Einfach zu schwach und nur noch minimaler Kontrast zum Hintergrund. Ich denke, das war wohl mein letzter Farbversuch. In Mono werde ich noch ein wenig weitermachen.
Was ist zu sehen? Natürlich Syrtis Major mit dem Mare Tyrrhenum, ungewohnt hochstehend durch den Nordkipp. Anfangs oben links noch der Rest vom Mare Cimmerium, der Tritonis Sinus. Nach rechts von Syrtis das Mare Sirenum und ganz unten an der Polkappe Nilosyrtis mit Boreosyrtis. Die drei Aufnahmen bestätigen die jeweiligen Features in der Weiterdrehung.
Dies war mein wohl kleinster Farbmars bislang und der zweitkleinste Mars überhaupt, den ich je aufgenommen habe. Bei den Bildern muss man sich mal vor Augen halten, dass Uranus daneben fast genau so groß wäre! Mein kleinster Mars bislang liegt bei 3,66", das hier waren 3,73. Anfang August wäre die neue Rekordmarke zu erreichen, dann werden die 3,66 unterschritten. Mal sehen, ob dann noch was geht.
CS
Rudolf
 

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Hi,
er ist also tatsächlich noch da. :) Vor mir versteckt er sich leider, habe die nähe zur Venus auch versucht auszunutzen- aber ohne Erfolg :(. Kein Mars zu sehen. Richtung Westen ist es spätnachmittags hier immer sehr diesig, die Dunstglocke Frankfurts macht mir da wohl einen Strich druch die Rechnung. Hinzu kommen Gebäude, die das Beobachtungsfenster einschränken, merke ich jetzt auch bei Venus, die rapide an Höhe verliert.
D.h. wahrscheinlich gibts keinen Beitrag mehr von mir in diesem Fred :(.
Richtung Südosten sind die Verhältnisse besser hier, viell. gibts dann Ende d. Jahres ja einen neuen Fred "Hello Mars"... Schau'n wir mal ..
-cb
 
Hallo,
nun, es soll keiner sagen, ich hätte es nicht zumindest probiert. aber letzte Woche war wd.typisch, es gab einen (mit Abstrichen evlt. auch 2) Tag/e mit relativ klarem Himmel, und genau zu diesen konnte ich wg. Terminen nicht beobachten/aufnehmen. Gestern (Fr.) war es dann wieder so diesig, dass es für Venus grad so gereicht hat. Die schafft es ja mittlw. gut, sich durchzusetzen. Vom Mars nix zu sehen ...
Vielleicht wird es kommende Woche besser wenn Tiefdruckgebiete durchziehen, solange genügend grosse Wolkenlücken dabei sind. Dann ist das Seeing zwar lousy, aber die Trübung meist geringer.
-cb
 
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