H-Alpha Sonne im Acuter Elite Phoenix 40/400

Einen guten Jahresanfang Euch allen, mit einem Schuss von gerade eben. Das Jahr beginnt schon mal nicht schlecht :)

Sonne-2025-01-01.jpg
 
hallo,
könnte man dann den Etalon nicht hinter einer Telezentrik in einem größeren Refraktor betreiben ?
cs Alex
Natürlich, da es ein Front-Etalon ist, hat er keine Kolli-Linsen vor/nach dem Etalon, ist nur wie immer bei solchem Gebastel die Frage der Adapter / Gewinde usw. ..
Außerdem scheint im Etalon auch ein ERF bzw Rotfilter verbaut zu sein ..
Das Etalon irgendwo anders im Strahlengang z.b. nach ner Telezentrik zu verbauen sollte grundlegend funktionieren, mit den Etalons des kleinen Lunt LS40 haben das ja genug Leute ebenfalls gemacht
 
Hallo zusammen,
könnte man dann den Etalon nicht hinter einer Telezentrik in einem größeren Refraktor betreiben ?

zwei Probleme sehe ich dabei:
-das Etalon hat eine zentrale Obstruktion und
-das mechanische Druck-Tuning erfolgt vielleicht (?) nicht über den Rand des Etalons, sondern wie bei Coronado üblich über einen zentralen Zapfen der evtl. an dem roten ERF befestigt ist.
D.h. dann aber auch, dass das Etalon nur zusammen mit dem ERF verwendet werden könnte und dieses nicht zur Helligkeitssteigerung weggelassen bzw. durch einen anderen Filter ersetzt werden könnte.

Ciao Werner
 
Ich denke nicht, dass das möglich ist, da der Etalon eine erhebliche zentrale Obstruktion hat. Für solche Umbauten, bei denen der Filter hinten in einem großen Teleskop verwendet wird, braucht man Etalons ohne zentrale Abschattung.

Mario
 
hallo Mario,
kannst du das näher erläutern? Warum funktioniert das Etalon vorne mit Obstruktion , aber nicht hinten ?
Grüße Alex
 
Hallo Alex,

kannst du das näher erläutern? Warum funktioniert das Etalon vorne mit Obstruktion , aber nicht hinten ?

'bin zwar nicht Mario, trotzdem eine kurze Antwort:

Bei der Obstruktion vor der Optik wird nur jeweils das Zentrum eines Strahlenbündels (visuell unauffällig) abgeblendet.
In Fokusnähe werden durch die Obstruktion ganze Strahlenbündel ausgeblendet. D.h. Du siehst die Obstruktion in Form einer schwarzen/dunklen Scheibe (mit mehr oder weniger undeutlichem Rand) im Gesichtsfeld.

Ciao Werner
 
Habe heute auch mein Acuter bekommen.
Leider noch keine Sonne gehabt zum Testen, aber morgen schaut sie bestimmt mal durch die Wolken.
Vom Ersten Eindruck her, ist das Teil gar nicht mal so schlecht. Das Etalon ist massiv gebaut und auch der Tubus ist aus dickem Aluminium. Da ich aber ohnehin das 72 ED nutzen will, ist es nicht weiter von Bedeutung.
Der Aufbau des Zenitspiegels ist mir aber auch nicht so ganz klar. Da sitzt kein klassisches Blickingfilter drin. Am Eingang ist ein normales IR Filter aufgeschraubt und der eigentliche Spiegel ist eher gelb gehalten. Also wie das Prisma im PST. Zum Schluss ist noch ein unbekannter Filter verbaut. Er schimmer blau/grün und ist sehr durchlässig. Also kein rote Färbung wie bei Coronado oder Lunt zu sehen.
Wenn das nur ein Interferrenzfilter oder etwas gegen Spiegelungen ist, dann könnte man damit ja mal Versuche am S50 machen.

Tino
 
Der unbenannte Filter im Zenit-Spiegel ist ein KG3-Wärneschutz-Filter sowie ein dünner noname UV/IR-Cut, den brauchts, da sonst mit monochromen cams ohne eignen uv/ir-cut kein scharfes Bild möglich ist, da die gesamte Filter/Beschichtungs-Kombi im Acuter wohl nicht komplett dicht ist und irgendnen Teil des Spektrums noch durch lässt, die erste Serie der Acuter hatte wohl den uv/ir-cut noch nicht beiliegend, mittlerweile schon ..
 
hallo,
könnte man dann den Etalon nicht hinter einer Telezentrik in einem größeren Refraktor betreiben ?
cs Alex
Hallo Alex.
Nur der Vollständigkeit halber....

Wenn man ein Etalon nach dem OAZ hinter einer Telezentrik betreiben möchte, ist auch entscheidend dass man ein Öffnungsverhältnis von 1:30 oder höher erreicht.
Egal ob Luftspaltetalon oder beheiztes Mica Etalon.

Was natürlich zur Folge hat dass dann nur ein recht kleiner Teil der Sonne abgebildet wird.

Die Öffnung der Telezentrik sollte auch so groß wie das Etalon sein.... zumindest nicht wesentlich kleiner... , ein 50 - oder 60mm Frontetalon würde sonst nur zum Teil genutzt.

Auf die zusätzlich zum Blockingfilter notwendigen Energieschutz- bzw. UV / IR- Blockingfilter wurde eh' schon hingewiesen.

VG Hermann
 
So, first light für mein Acuter an der Sonne. Was soll ich sagen? Kein Vergleich mit dem PST.
Das Bild ist sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, Protuberanzen sind ebenso gut zu sehen wie die Oberflächendetails.
Leider ist die Sonne schon wieder hinter den Wolken verschwunden, sodass ich mit der Kamera nicht schnell genug war.
Ich schau nachher mal genauer rein, nicht dass da nur ein Dia drin ist ;-)
Habe gestern schon mal einen Adapter gezeichnet für das Etalon am Skywatcher 72ED.
t725 (1).png
Werfe jetzt mal den Drucker an und hoffe auf Sonne. Wenn das am Skywatcher auch so gut aussieht, wird das mein neues H-Alpha Setup.
Als nächsten Schritt werde ich das Ding mal mit nem Adapter am Seestar befestigen und schauen, ob das funktioniert.
Das wäre natürlich der Oberhammer. Ein automatisches H-Alpha Teleskop ;-)

Tino
 
Hallo zusammen,

Wenn man ein Etalon nach dem OAZ hinter einer Telezentrik betreiben möchte, ist auch entscheidend dass man ein Öffnungsverhältnis von 1:30 oder höher erreicht.
Egal ob Luftspaltetalon oder beheiztes Mica Etalon.

leider recht eine Öffungszahl von 30 bei Luftspaltetalons nicht. Sie muss tatsächlich sehr viel größer sein.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Luftspalt- und Mica-Etalons: der Brechungsindex des Etalonmediums. Bei den Mica-Etalons ist dieser mit ca. 1,6 sehr viel größer wie bei den Luftspalt-Etalons mit 1,0. Im Endeffekt müssen deswegen die Einfallswinkel bei Luftspalt-Etalons geringer sein. D.h. wo bei Mica-Etalons 1:25-30 ausreichen, muss man bei Luftspalt-Etalons mindestens bei 1:40 arbeiten, um den Bandpass nicht zu breit werden zu lassen.

Diese und noch viel mehr Infos z.B. auf Christian Viladrich pages:
home page viladrich

Ciao Werner
 
Hallo Oliver. Das Acuter scheint keinen Blockingfilter im klassischen Sinne zu besitzen.
Im Zenithspiegel sind scheinbar nur IR und UV Filter verbaut. Wenn das wirklich so ist, dann sollte das auch am S50 funktionieren.

Tino
 
Das hat schon einen Blockfilter, irgendwie muss ja das einzelne Unterferenz-Max selektiert werden, nur scheint der 8mm Blockfilter, welcher im Zenit-Spiegel sitzt, nur in Summe mit dem Rotfilter des etalon sowie mit dem uv/ir-cut komplett dicht zu sein, heißt: er ist in Bereichen außerhalb IR wohl wieder offen, deswegen wirkt er so durchlässig grün/blau .. das gab es bei einigen PST Blockfiltern allerdings auch schon.. ich hab hier welche, die sind definitiv grünlich.. wichtig ist ja nur, dass der Blockfilter zusammen mit den ganzen anderen Filtern und Beschichtungen in Summe dicht ist bzw nur den einen halpha peak durch lässt.. daher bin ich mir sehr sicher, dass das etalon ALLEINE ohne Blockfilter nicht zu benutzen ist um die Sonne auf der Halpha Linie zu fotografieren.. denke du würdest dir vlt sogar den sensor killen können, je nach Öffnung, wenn du den Blockfilter Zenit-Spiegel weg lässt...
 
Hallo Oliver. Das Acuter scheint keinen Blockingfilter im klassischen Sinne zu besitzen.
Im Zenithspiegel sind scheinbar nur IR und UV Filter verbaut. Wenn das wirklich so ist, dann sollte das auch am S50 funktionieren.

Tino
Hallo Tino.
Vorsicht!
Das kann ich mir nicht vorstellen, dass da kein Blockingfilter verbaut ist....
Von der Funktonsweise her schon nicht, und auch nicht von der Anordnung.
Die Blockingfilter sind sehr teuer, und werden deshalb im Zenitspiegel eingebaut, damit man mit dem kleinen Durchmesser auskommt.
Das Frontetalon an einem anderen Teleskop nur mit UV und IR Sperr Filter zu betreiben kann dir das Augenlicht kosten.
Unbedingt nur mit der originalen Zenitspiegeleinheit mit allen integrierten Filtern verwenden.

Ohne genaue Kenntnis, und ohne Freigabe von Hersteller/ Händler würde ich niemals die Zenitspiegel-Einheit durch was anderes ersetzen oder weglassen.

VG Hermann
 
Ich werde es einfach ausprobieren. Schließlich schaue ich ja nicht ins S50 hinein.
Selbst ohne Blockingfilter sollte da nicht viel passieren. Hatte ich mit meinem PST Umbau auch schon an der Kamera und sie hats mehrere Minuten überlebt.

Ich denke mir auch dass im Zenithspiegel noch ein Blockingfilter sitzt, wie auch immer der beschaffen ist. Klassisch rot, isser jedenfalls nicht.
Wenns nicht funktioniert, dann muss ich mir was anderes einfallen lassen. Wollte einen meiner S50 ja ohnehin zum H-Alpha Teleskop machen. Da wird dann wohl ein extra Blockingfilter her müssen, der fest ins Teleskop integriert wird.

Tino
 
welche Filter-Aufnahme hat denn das S50? .. die "normalen" Halpha-Filter fuer Astrofotografie liegen im Bereich von 3 bis 7nm .. die Blockfilter haben 6-8A (also 0.6 - 0.8nm) soweit ich weiss - deswegen sind die so [zensiert]teuer, Beispiel: die Lunt b600 haben nen 6mm Filter und kosten 700,- Euro .. die B1200 schon 1300,- Euro .. ich bezweifle, dass du einen sooo engbandigen Blockfilter in dein S50 eingebaut bekommst .. die Acuter Blockfilter gibt es einzeln bis jetzt jedenfalls auch nicht zu erwerben, kann man das 8mm Teil aus dem Zenitspiegel ausbauen? ... Test mal :)

Jonas
 
Hallo zusammen,

Ich denke mir auch dass im Zenithspiegel noch ein Blockingfilter sitzt, wie auch immer der beschaffen ist.

der Filter okularseits dürfte definitiv der schmalbandige Blockfilter sein. Dieser Filter blockt nur ca. +/- 50-100nm um den ca. 0,6A-Durchlaß (656,28nm). Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er ziemlich "durchlässig" aussieht. Alles neben dem Bereich von ca. 550...600-700..750nm
muss durch andere Filter geblockt werden.


Zu Coronado-Zeiten war dieser Blockfilter auf einem tiefrot erscheinenden RG610/630 aufgebracht. Das RG alleine sorgte für eine Blockung vom UV bis ca. 550-600nm und wurde auch als "Eingangs"-ERF vor dem Scope/Etalon verwendet. Zusätzlich wurden bei Coronado weitere Bereiche (UV und >700nm) sehr sicher (>= OD 5.0) durch das (leider korrosiionsanfällige) ITF geblockt.
Meines Wissens hat bisher nur Coronado mit einer Messung über den ganzen relevanten Spektralbereich (ca. 300 bis 2500nm) eine sichere Blockung (>OD 5) für die visuelle Beobachtung für ihre Geräte nachgewiesen.

Berichte über Durchlaß-"Lecks" bei den neueren Scopes sind da nicht gerade vertrauensbildend ...

Ciao Werner
 
hallo Werner,
f 40,5 könnte man erreichen wenn man einen 4“ FH mit f 13,5 mit der Baader TZ3 kombiniert.
Die hätte mit 46mm freiem Durchlass auch genug um den Etalon auszuleuchten.
Ergibt dann mit einem 30er Plössel 135x Vergrößerung, das wäre gerade noch nutzbar bei gutem Seeing….
Gruß Alex
 
Hallo Alex,
f 40,5 könnte man erreichen wenn man einen 4“ FH mit f 13,5 mit der Baader TZ3 kombiniert.
Die hätte mit 46mm freiem Durchlass auch genug um den Etalon auszuleuchten.

die f 40 sind eher die Untergrenze für Luftspaltetalons. Besser wären noch größere Öffnungszahlen.
Dann sind aber die Vergrößerungen auch mit sehr langbrennweitigen Okus schon sehr hoch.

Außerdem übersieht man bei der Telezentriklösung sehr leicht, dass man einen wesentlich größeren Block-/Bandselektionsfilter benötigt.
Nach der Telezentrik müsste dieser den Durchmesser des Etalons haben => in 2 Zoll schon sehr teuer!!!
Vor der Telezentrik müsste dieser bei der Baader TZ3 und obigem Refraktor (f/13,5) auch immerhin noch mindestens einen Durchmesser von ca. 22mm für ein voll ausgeleuchtetes Feld haben. Der Brennpunkt des vorgeschalteten Refraktors kommt von der Vorderkante der TZ3 ca. 92mm innerhalb der Telezentrik zu liegen. Abgesehen von der zentralen Obstruktion des Etalons funktioniert die Telezentriklösung auch wegen dem kleinen Blockfilter des Acuter also nicht.
Etwas günstiger bzgl. des nötigen Blockfilterdurchmessers sind die Verhältnisse bei der "Short-"Variante der TZ3, der TZ3S, wenn man die 250mm backfocus der TZ3 nicht braucht. Da liegt der Brennpunkt nur ca. 43mm innerhalb (entsprechend kleiner ist Durchmesser des Strahlenbündels an der Eingangsseite).
Aber der 8mm Acuter-Filter wäre auch hier nicht groß genug.

Ciao Werner
 
So, heute noch mal die Filterei am Skywatcher 72ED ausprobiert.
Funktioniert tadellos und macht ein super Bild. Die Gleichmäßigkeit des Bildes erstaunt mich schon sehr.
Von mir gibts eine ganz klare Empfehlung für dieses Teleskop, selbst in der Originalvariante.

Tino
 
Warum eigentlich am skywatcher 72ed? Hat der nicht 420mm Brennweite? .. du switcht also vom Acuter mit 400mm Brennweite auf den skywatcher mit 420mm Brennweite, bei gleicher Öffnung von 40mm, die wird ja durch das etalon begrenzt..
 
Hallo Jonas.

Ja, das liegt einfach daran, dass ich nicht noch ein Teleskop haben will, was wieder Platz weg nimmt.
Die 20mm Brennweitenunterschied merkt man ja quasi gar nicht und das Bild ist im Grunde identisch.
Der Acuter ist ja eigentlich ein 80/400 mm Achromat.
Den Skywatcher habe ich in der Vergangenheit immer schon für Sonne im Weißlicht und für den Mond verwendet.
Da hier noch Platz im Koffer ist, kann das Etalon und der Spiegel ruhig noch mit rein, und man hat mehr Raum für andere Dinge. In meinem Arbeitszimmer, oder sollte ich besser Arbeitskabuff dazu sagen, kann man schon kaum noch treten. Da ist alles was zusätzlich Platz braucht, einzusparen. Man schafft ja trotzdem immer mehr Mist an, nicht nur Astrozeugs. Mache auch noch viel mit Elektronik, 3D Druck und Amateurfunk.

Tino
 
Zuletzt bearbeitet:
Neuer Tag, neuer Schuss.
Inzwischen mit einer SvBony SV705 ausgestattet (von hier aus dem Marktplatz ;) ) und dank des größeren Sensors endlich den ganzen Sonnenball erfasst:

12_57_00_lapl6_ap2_conv500-20a.jpg
 
Werfe jetzt mal den Drucker an und hoffe auf Sonne. Wenn das am Skywatcher auch so gut aussieht, wird das mein neues H-Alpha Setup.
Als nächsten Schritt werde ich das Ding mal mit nem Adapter am Seestar befestigen und schauen, ob das funktioniert.
Das wäre natürlich der Oberhammer. Ein automatisches H-Alpha Teleskop ;-)

Tino
Hallo Tino,

hast du irgendwelche Information bzgl des Anschlusses des Ethalons - z.b. welches gewinde?

Viele Grüße
Matthias
 
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