Das hat aber nichts mit der aktuellen Wirtschaft und Geldpreisentwicklung zu tun sondern mit Technologiefortschritt. Da muss man differenzieren.
Vor 20 Jahren konnte man ein Haus an der Stadtgrenze für 350.000,- kaufen und heute?
Die Inflation wird nicht "angetrieben", sondern ist eine mathematische Notwendigkeit die sich aus der Geldmengenausweitung ergibt. Die "Ersparnisse" sind die Millarden Euro und Dollar, welche die EZB und die Federal Reserve Bank pro Monat druckt und in den Markt wirft. So steigen Geldmenge und Aktienkurse.
Die Geldmengenausweitung aber, kann nur bedingt vermieden werden, da sie durch das Vorhandensein von Zins und Zinseszins automatisch passiert. Die Geldmenge muss also wachsen, das Geld somit immer weniger wert sein und zwar überall wo es auf Geld Zinsen und Zinseszinsen gibt. Also Weltweit.
Nur die Geschwindigkeit der Geldvermehrung ist von Land zu Land verschieden. So ergeben sich temporäre Unterschiede zwischen den Währungen.
Der Effekt ist Anfangs nicht wahrnehmbar, denn die Wirtschaft wächst in der Regel auch und die Löhne steigen ebenfalls. In Phase zwei merkt man aber die Preissteigerungen, denn der Zins und Zinseszinseffekt ist exponentiell. So langsam aber sicher können Lohnsteigerung und Wirtschaftswachstum nicht mehr mithalten, das nennt man dann Inflation. In Phase drei beschleunigt sich die Inflation immer schneller. In immer kürzeren Abständen kommt es zu immer höheren Preissteigerungen. Das Ende der Geschichte ist meistens eine Währungsreform. Es gibt aber auch alternative Möglichkeiten, die aber letztendlich alle auf dem Rücken des Endverbrauchers ausgetragen werden. Massive Geldentwertung. Arbeitslosigkeit. Armut. Unruhen. Rechtsextremismus. etc. Die Politik wird Schuldige präsentieren (z.B. Ukrainekrieg) denn das verstehen die Menschen noch. Aber die wahren Gründe sind allein dem Geldsystem immanent. Verschuldung, Zinsen und Zinseszinsen.
Darum war der US Dollar bis 1973 an Gold gebunden. So war er gedeckt. So war Substanz hinter der Währung. Darum wurden Münzen im Mittelalter in Gold geprägt. Nach dem Auflösen des Goldstandards basieren die Währungen nur noch auf Vertrauen. Der Innere Wert des Geldes entspricht heutzutage letztentlich dem Papier auf dem es gedruckt ist.
LG, Daniel
Leute,
genau so ist es.
Die Inflation wurde von Krall, Sinn und anderen Wirtschaftswissenschaftlern für 2019 erwartet. Diese gestandenen Wirtschaftler wurden stark und unprofessionell angegriffen, weil lange nichts passiert ist. Sie mussten natürlich Recht behalten. Meine Interpretation: Die Inflation kam damals nicht, weil China billige Waren nach Europa geschwemmt hat. Deswegen blieben die Preise unter Kontrolle. Das Problem der Geldmenge durch die EZB/Fed blieb so verborgen musste aber irgendwann doch durchbrechen.
Was mir nicht klar ist, ist die Geschichte mit dem Zins und Zinseszins. Simpel gesagt soll Geld ja Sachwerte präsentieren. Geld wird durch Zins exponentiell erzeugt und durch Inflation exponentiell entwertet. Es ist ein intrinsisch instabiles System, das eben geregelt werden muss. Dafür gibt es die Bundesbank/EZB. Die Grundlage sind Sachwerte, und diese können aber auch erzeugt oder abgenutzt und verbraucht werden und müssen neu gekauft oder repariert werden. Das sollte doch eigentlich funktionieren. Wie geht das zusammen? Warum gibt es Probleme?
Gold ist jedoch kein stabiler Wert. Es ist essentiell wertlos. Man kann es nicht essen oder gar das Hinterteil damit abwischen. Wenn die Menschen nicht mehr an Gold glauben, verliert es automatisch an Wert und andere Dinge werden wertvoller. Zum Beispiel war früher Platin immer teurer als Gold. Es wurde als das edelste Metall angesehen. Heute ist Platin billiger als Gold. Komisch, nicht? Versteht das jemand hier?
Jedoch hat Gold das gleiche Problem wie die Kryptowährungen: Die Menge ist beschränkt und der Preis volatil. Goldwährung war i.O. solange Waren mit viel manueller Arbeit hergestellt wurden und die Bevölkerung nicht so stark wuchs (Es wird ja auch immer ein bisschen Gold gefördert). Da unsere Waren von Maschinen massenhaft produziert werden, kann man die Goldmenge nicht mehr ausreichend an den stark angestiegenen Warenverkehr anpassen. Das hat mit unter die Probleme vor dem schwarzen Freitag verursacht: Zuerst wurde die Geldmenge rigoros klein gehalten, um den Wert der Reichsmark gegen Gold nicht zu schmälern. Geld war Mangelware, Waren gabs im Überfluss, konnte man aber nicht kaufen. Die Reparationen für den 1. WK haben alles wesentlich verschärft: Menschen sind verhungert, die meisten Geschäfte mussten schließen, große Banken gingen pleite weil sie kein Geld mehr hatten. Dann hat igendwann die Reichsbank angefangen Geld ohne Grenzen gedruckt. Die Folgen sind bekannt.
Letztendlich ist unser gesamtes Wirtschafts- und Finanzsystem eine Angelegenheit des Glaubens, des Vertrauens. Es ist so stabil wie der Mensch stabil in seinem Verhalten ist. Ich finde dieses System deswegen gut, weil wir nichts Besseres haben und es funktionieren kann, wenn es gut gesteuert wird(!). Es ist eine Mischung aus Psychologie und Mechanik der Mengenerhaltung mit Transport, clever. Die Erfahrung von mehreren hundert, wenn nicht tausenden von Jahren stecken drin, das kann man nicht einfach wegwischen und durch eine vermeindlich bessere Lösung ersetzen. Immerhin funktioniert es wenigstens streckenweise. Es funktioniert nicht, wenn die Regeln mißachtet werden, was immer wieder passiert. So zahlen wir jetzt die Rechnung für den politisch gewollten Billigzins, von dem allerdings viele auch profitiert haben (z.B. Häuslebauer). Das Gesetz von Angebot und Nachfrage hat jedoch dafür gesorgt, dass die Immo-Preise dramatisch gewachsen sind. Der Billigzinseffekt war dann wieder weg. Hat Draghi das einkalkuliert?
Ehrlich: Viele Leute verdienen doch nicht wirklich das Geld, was sie monatlich überwiesen bekommen. Versucht mal als Selbstständige 5000€/Monat zu verdienen. Schauen wir doch mal das Heer an Beratern, Lobbyisten, Wirtschaftsprüfern, Verwaltungsmitarbeitern und Staatsdiener an. Die Meisten könnte man doch entbehren, oder? Deren Väter haben vielleicht noch als Fachkraft im Werk nützliche Maschinen produziert (Mehrwert). Jetzt fehlen angeblich diese fleißigen Fachkräfte plötzlich in weniger beliebten Branchen, wen wundert es. 50% eines Jahrganges soll studieren. Bildung ist ja immer gut, doch was studieren sie und welche Jobs werden sie dann verrichten? Logisch nur, dass Draghi - ehemaliger Goldman-Sachs Banker - die Geldlawine angeheizt hat. Es könnte jetzt zu einer Korrektur kommen.
Andererseits ist auch die Frage legitim, was wir denn mit so vielen Waren und Maschinen anfangen sollen, wenn man die jungen Leute wieder in die Produktion schicken würde. Durch moderne Produktionsmethoden entsteht oft auch Überproduktion. Sollen wir wieder zur Handarbeit zurückfallen?