klassische Nachtsichtgeräte am Sternenhimmel ... und etwas Technik

Eisenmeteorit

Aktives Mitglied
Hallo Nachteulen :) ,

gerade weil Christopher in einem anderen Beitrag auf die Verwendung eines Nachtsichtgerätes aufmerksam macht, Fujinon mit seiner Day/Night-Erweiterung einen Schritt in diese Richtung geht und ich ebenfalls ab und an einen Restlichtverstärker für den Nachthimmel verwende, mache ich mal eine eigene Beitragsreihe dazu auf.

Und weil ich persönlich auch gerne in die Geräte schaue, beginne ich einfach einmal mit einer meiner Basteleien:

Vor ein paar Jahren konnte ich über die Kleinanzeigen ein Konvolut an Einzelteilen erstehen, dessen Bildwandlerröhre bekannt war weil sie in einem alten Infrarot-Fernrohr der Bundeswehr (Fero 51) verbaut wurde.
Dieses Foto zeigt die Bestandteile des Kaufs:
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Einmal ein Kunststoffgehäuse mit Zwischenoptik, in das eine Wandlerröhre der Gen. 0 eingeschoben wird. Diese Röhre ist für den nahen IR-Bereich empfindlich und benötigt für den Normalbetrieb einen Infrarotstrahler. Die Bildauflösung des Sichtschirms ist bei dieser Röhre sehr gut (Daten können im Netz ermittelt werden) und so können auch Planeten, die das Sonnenlicht reflektieren, als sehr helle Objekte -an der Venus sogar überstrahlt- gesichtet und fokussiert werden.
Im Gehäuse, direkt hinter der Linsengruppe, befindet sich ein Metallring, an dem die rote Ader (mit der Hochspannungsbuchse) verlötet ist. Dieser Ring stellt dann den Kontakt zur Kathode der Telefunken Infrarot-Bildwandlerröhre 6914 her.
IMG_8040.JPGIMG_8037.JPGIMG_8033.JPG

Die benötigte Beschleunigerspannung der Röhre von 16kV erzeugt eine Hochspannungspatrone, die, laut Unterlagen, mit 1,25 Volt DC und einem sehr geringen Strom im mA-Bereich betrieben wird. Hier bietet sich als Stromversorgung also ein 1,2V-Akku (AA/AAA) oder eine1,5V-Batterie an.
IMG_8124.JPG

Das Gehäuse der Röhre, Okular und Objektiv gehören nicht zum Fero 51. Deshalb war ich neugierig und das Angebot für mich auch so interessant.
Das Okular stammt von Leitz Wetzlar, hat eine Feldlinse von 60mm Durchmesser und eine stark konkav gewölbte Augenlinse. Ich war gespannt, was diese Optik, die wahrscheinlich den kompletten Schirm der Röhre abbilden sollte, später leisten würde.
IMG_8126.JPGIMG_8125.JPG

Hier das 70 mm lange Messingobjektiv -ebenfalls von Leitz -, vorne mit einem IR-Durchlass versehen und von vorne bis hinten mit Linsen bestückt.
Ich habe dieses Teil noch niergendwo gesehen und kann nichts zu den technischen Daten schreiben.

IMG_8129.JPG

Auf einer optischen (Selbstbau)-Bank habe ich alle Komponenten platziert und den optimalen Abstand zueinander ermittelt.
Nun war ich auf der Suche nach einem Gehäuse ....

(ich schreibe heute Abend weiter)

CS
Frank
 
Oje, das Thema ist ja bereits "abgefrühstückt" worden .... guten Morgen Herr D. _affeaugen:
Egal, jetzt habe ich es angefangen und nun müsst ihr da auch durch ==> Altersstarrsinn! Ich mache es kurz:

Keine Drehbank, keinen 3D-Drucker, aber einen Kärcher-Sauger im Keller. Ein Stück aus dem Saugrohr herausgeschnitten, ein altes Gehäuse von Conrad E. angeklebt ...
IMG_8130.JPGIMG_8131.JPGIMG_8132.JPG

lackiert ...
IMG_8133.JPGIMG_8134.JPG

den Gewindering für das Objektiv mit Stiftschrauben fixiert. Dahinter sieht man die Linse des Wandlergehäuses.
IMG_8135.JPG

HV-Patrone, Spannungsversorgung, Schalter und Taster (für einen einmaligen Aufladeimpuls) in dem Kästchen untergebracht. Das zweite Foto zeigt sehr schön die wellenförmige Streckenverlängerung des Hochspannungssteckers. Damit kein Spannungsüberschlag erfolgen kann, wird die mögliche Kriechstrecke "künstlich" verlängert.
IMG_8137.JPGIMG_8136.JPG

....
 
....

das Objektiv mit einem Dichtring versehen, das Okular in einem für mich genauen Abstand eingesetzt und ebenfalls abgedichtet
IMG_8138.JPGIMG_8142.JPG

und das ganze etwas hübsch gemacht. Das kleine Loch in der Objektivabdeckung erlaubt auch eine Benutzung am Tage. Die abgezogene Abdeckung wird über den Klettpunkt am Gerät geparkt.
IMG_8139.JPGIMG_8140.JPGIMG_8144.JPGIMG_8141.JPGIMG_8146.JPG

Obwohl nur für IR empfindlich, sind die Planeten gut auszumachen ... was natürlich nur ein Test war.
Ein anderes Gerät welches ich nutze, ist für die Himmelsbeobachtung in Bezug auf die Sternenzahl wesentlich besser geeignet.

Viele Grüße
Frank
 
Lieber Frank

keineswegs ist das Thema abgefrühstückt! Im Gegenteil: selbst auf Cloudy Nights, wo ich seit einem halben Jahr ständig im Night Vision Astronomy Board unterwegs bin, habe ich keinen so feinen Selbstbaubericht gesehen.

Und bei allem Respekt muss ich sagen, dass im vom Jochen verlinkten Thread nur Bilder von Himmelsobjekte gezeigt werden, die in jedem guten 12-Zöller ohne Night Vision (NV) besser kommen. Eine Diskussion über wesentliche Stärken und Schwächen von Night Vision gibt es in den deutschsprachigen Foren bisher kaum. Es ist auch schwierig zu sagen, in welches Brett sie gehören würde. Hier im Fernglas-Brett macht es so lange Sinn, wie man NV als "handgehaltenes Beobachtungsgerät" betrachtet, was Du ja offenbar tust.

Beste Grüße, Christopher
 
Danke Christopher,

visuell beobachte ich natürlich auch lieber ohne Elektronik im Strahlengang, aber schon Mitte der 90er hatten mich die Trödelmarkgeräte auch am Nachthimmel überrascht. Auch wenn das grüne Bild außerhalb der Bildmitte immer undeutlicher wurde, war die Zahl der Sterne doch beeindruckend.
Für die Meteorbeobachtung hatte ich eine umgebaute binokulare Gen 1 Brille, nichts Besonderes, aber günstig und interessant.
"Günstig" ist aber auch nach wie vor meine Vorgabe, obwohl ich auch schon durch richtig gute Restlichtverstärker mit neuen hochempfindlichen Röhren schauen durfte.
Und nein, bei den Preisen ist das Bessere keine Konkurrenz für das Gute!

Einen guten Kompromiss aus Auflösung, Randschärfe und Anschaffungspreis bietet meiner Meinung nach aber das ältere Zeiss 5,6x60. Es ist schon sehr beeindruckend, die an meinem Himmel vermeintlich sternfreien Regionen ins Visier zu nehmen. Gerade die lichtschwachen Sterne werden wirklich punktförmig dargestellt und ich verliere in der Fülle tatsächlich den Überblick.
Die Beobachtung auf einem Stativ bring noch mehr Gewinn. Denn der Nachzieheffekt, also das kurzzeitige Nachleuchten des Sichtschirms und die damit verbundene Unschärfe, fällt weg und der Orionnebel zeigt trotz 5,6-facher Vergrößerung seine Form und ist nicht nur ein Fleckchen. Eine intakte Röhre ist natürlich Voraussetzung.

Nun möchte ich mehr am Himmel sehen. Habe Deine Beiträge und Versuchsreihen auf CN gelesen und bin .... überfordert.
Also, mein NG hat eine gute 2+ Röhre und 60mm Objektivdurchmesser.
Das Objektiv ist fest verbaut (angeblich spritzwassergeschützt); das Okular ebenfalls.
Was könntest Du empfehlen?

Viele Grüße
Frank
 
Nur noch was zum Bastelobjekt: Die Vergrößerung ist 1x, das Gesichtsfeld tatsächlich 90°.
Das Foto habe ich gerade, bei mäßig bewölktem Himmel, durch das 1,5mm Loch in der Abdeckkappe mit dem Handy gemacht, wobei visuell der Bereich der Unschärfe etwa ab 50% des Radius beginnt. Visuell ist die Verzerrung auch wesentlich geringer. Man muss aber in das Okular hineinkriechen ...

Viele Grüße
Frank

20230423_161147.jpg
 
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Einen guten Kompromiss aus Auflösung, Randschärfe und Anschaffungspreis bietet meiner Meinung nach aber das ältere Zeiss 5,6x60. Es ist schon sehr beeindruckend, die an meinem Himmel vermeintlich sternfreien Regionen ins Visier zu nehmen. Gerade die lichtschwachen Sterne werden wirklich punktförmig dargestellt und ich verliere in der Fülle tatsächlich den Überblick.
Die Beobachtung auf einem Stativ bring noch mehr Gewinn. Denn der Nachzieheffekt, also das kurzzeitige Nachleuchten des Sichtschirms und die damit verbundene Unschärfe, fällt weg und der Orionnebel zeigt trotz 5,6-facher Vergrößerung seine Form und ist nicht nur ein Fleckchen. Eine intakte Röhre ist natürlich Voraussetzung.

Nun möchte ich mehr am Himmel sehen. Habe Deine Beiträge und Versuchsreihen auf CN gelesen und bin .... überfordert.
Also, mein NG hat eine gute 2+ Röhre und 60mm Objektivdurchmesser.
Das Objektiv ist fest verbaut (angeblich spritzwassergeschützt); das Okular ebenfalls.
Was könntest Du empfehlen?

Lieber Frank,

was meinst Du konkret mit "mehr am Himmel sehen" - welche Himmelsobjekte? Am Teleskop oder weiterhin handgehalten? Mehr Feld als bisher, oder mehr Vergrößerung? Oder geht es Dir um Filterempfehlungen für das 5,6x60? Wenn Letzteres - kennst Du das Öffnungsverhältnis des Objektivs des Zeiss 5,6x60?

Gruss, Christopher
 
Wie die Verwendung eines Fernglases Christopher, das 5,6x60 entweder mit oder ohne Stativ.
Und mit dem "mehr" meine ich tatsächlich einen Filtervorschlag für ausgedehnte Objekte. Ich werde mich aber erst einmal tiefer in den von Dir verlinkten CN-Bereich "Nachtsicht-Astronomie" einlesen. Das ist ja eine interessante Fundgrube ....
Das Öffnungsverhältnis kenne ich (noch) nicht.

Viele Grüße
Frank
 
Aha, dann empfehle ich für H-alpha Objekte den Baader H-alpha 6,5nm CMOS Filter in 65x65mm quadratisch-ungefasst. Wenn Du den vor dem Objektiv anbringst wirst Du sehr beeindruckt sein, was plötzlich bei den galaktischen Nebeln alles geht. Vor allem, wenn Dein Objektiv nicht wesentlich langsamer als f/2 ist. Wenn langsamer fängt die Szintillation reinzuhauen und wird irgendwo um f/4 kritisch.

Für allgemeine Kontraststeigerung in Sternfeldern empfehle ich einen japanischen R60 Filter, z.B. von Hoya, in 72mm Schraubfassung (entsprechendes Gewinde vorne vor's Objektiv anbringen). Kann auch an Galaxien den Kontrast erhöhen. Und für besonders rotlastige Galaxien oder Sternhaufen kann ein R72 Filter interessant sein.

Diese Filter benutze ich alle gerne als Frontfilter an meinem Zeiss 125mm f/2 Objektiv. Für H-alpha bevorzuge ich sogar den ganz engen 3,5nm CMOS Filter - aber ob der für Dein Gerät taugt weiss ich nicht mit Sicherheit.

Beste Grüße, Christopher
 
Lieber Frank, in 6,5nm ist der Baader 65x65mm H-alpha Filter nicht so krass teuer wie man meinen könnte. Mit 360 EUR ist er billiger als ein Astronomik 2-Zoll 6nm H-alpha Filter. Dein Zeiss 5,6x60 Nachtsichtgerät hat ihn verdient! Wo es richtig teuer wird ist bei 3,5nm.

Die japanischen Rxx Filter sind echt preiswert. Meine kosteten gebraucht 30 EUR pro Stück in 72mm Fassung, neu werden ca. 50 EUR pro Stück fällig.

Übrigens geht es bei den Bezeichnungen des R60 Filters drunter und drüber. Olympus und Nikon nennen ihn R60. Aber Hoya nennt ihn R1 oder auch 25A. Die Transmissionskurven der R60/R1/25A Filter sehen identisch aus. Die Zahlen 60 bzw. 72 weisen auf den Punkt in der Transmissionskurve hin, an dem sie die Hälfte ihrer maximalen Transmission erreichen: 600nm bzw. 720nm. Die max. Transmission wird jeweils etwa tiefer im Roten erreicht und ist laut veröffentlichte Kurven um 95% herum.

Beste Grüße, Christopher
 
Vielen Dank Christopher,

nach den Recherchen liegt die Brennweite meines Objektivs bei 125 mm bis 140 mm (140 mm, nach einer "Faustformel" für 25 mm pro 1-fache Vergrößerung).
Das wären dann f/2.1 bis f/2.3, also eigentlich gut geeignet für Deine Empfehlungen.
Nun habe ich hier noch einige Kodak Wratten Filterfolien, auch für den roten und nahen IR-Bereich, und werde sie mal testen. Die Formgebung meines 5,6x60 entstammt leider der "Design Selection", was bei senkrechter Objektivlage und dazu geneigtem Fernglaskörper eine kleine Herausforderung für die Filteraufnahme bedeutet. Aber wie bei meinem Canon 12x36 IS klebe ich wohl einfach ein Gewindering ein.

Und nächsten Monat ist ja wieder ATT-Tag, vielleicht bietet Baader ja einen Messerabatt auf den Alpha-Fiter an, .... mal sehen.

Herzliche Grüße
Frank
 
Na dann wünsche ich viel Erfolg mit der Filteradaption. Wirklich schade, dass das Gehäuse nicht plan mit dem Objektiv ist.

Was die Brennweite betrifft: Das aktuelle Modell "Victory NV 5,6x62" nennt die Brennweite auf dem Objektiv: 125mm f/2,0. Ich habe das Objektiv abgenommen (C-mount macht's möglich) und an einem anderen Gen2+ Nachtsichtgerät angebracht. Die resultierende Vergrößerung am anderen Gerät scheint mir kleiner zu sein als am Victory NV. Daher vermute ich, dass es okularseitig beim Zeiss Gerät eine geringfügige Nachvergrößerung von etwa Faktor 1,1 gibt. Aus alledem würde ich vermuten, dass Zeiss schon beim Vorgängermodell ein Objektiv mit 125mm verwendet hat, dann wärst Du bei f/2,1, ein guter Wert für H-alpha.

Beste Grüße
Christopher
 
Na dann wünsche ich viel Erfolg mit der Filteradaption. Wirklich schade, dass das Gehäuse nicht plan mit dem Objektiv ist.

....

Den Erfolg konnte ich jetzt am Wochenende verwirklichen Christopher. Und ich bin wirklich froh, dass es so gut funktioniert hat.
Eine Woche zuvor gab es ja am Baader-Stand auf der ATT sowie auf der Homepage von Astroshop (durch Deinen fürsorglichen Hinweis) die beiden Grundsteine für meine Bastelei.
Baader hatte u.a. die H-alpha 7nm Filter in 65x65 mm als Auslaufmodell sehr stark reduziert und im Astroshop konnte ich das neuere Modell mit 6,5nm ebenfalls "günstig" erwerben. Beide als Narrowband-Ausführung.

Ich schreibe mal etwas langgezogen weiter, ... weil ich es schon lustig finde.
Nun gab es ja eine Hürde bei der Filterhalteradaption an meinem Nachtsichtgerät. Keinen nutzbaren Gewindering am Objektiv und keine Planlage durch das "tolle" Design der Gummifront möglich. Lediglich eine Innenwandung in der Gummifront ist verfügbar; die aber oben nur 3 mm und unten 7 mm tief ist. Den einzigen parallelen Bezugspunkt zum Objektiv bildet eine 1 mm tiefe Nut, die allein für die Objektivkappe gedacht ist.
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Mein Ziel war es nun, einen leichten, sicheren und den vollen Objektivdurchmesser (60 mm) nutzenden Halter zu bauen.
Ich möchte den Zeitaufwand bei TOOM und DM gar nicht zusammenrechnen ... von Kosmetikdosendeckel, Unterputzdosen, über Metallprofile und Kunststoffrohre, bin ich in der Lacke- und Farben-Abteilung hängen geblieben. Der Deckel eine bestimmten Ralley-Lack Sprühdose passte tatsächlich wie A. auf E. Hinter mir wurden gerade Regale eingeräumt, und die Frage, ob man mir helfen könne, war ja doch irgendwie berechtigt; ich interessierte mich mehr für die Deckel als für die Farbe. :whistle:
Der Deckel passt mit seinen 61 mm Innendurchmesser nicht nur exakt in die Öffnung, nein, er hat am Rand auch noch einen Steg von genau einem Millimeter. Der Deckel schnappt ein und sitzt! Unglaublich!
IMG_8226.JPG

Als Halter für den quadratischen Filter wollte ich erst die Baader-Filterdose nutzen. Habe im Baumarkt dann aber eine etwas dickere Filzplatte gesehen und diese durch Verkleben (mit einem passenden Zwischenraum für das Filterglas) zusammengepappt. Das Ganze wieder mit Klettbandstreifen aufgewertet, sieht der Halter nun so aus:
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Auf der ATT gab es von Baader kostenlos kleine, sehr flexible Klettbänder, wovon eines nun als Abdeckung für die Filteröffnung dient. Damit ich den Filter auch wieder gut entnehmen kann - er sitzt ja nicht locker im Filzfach - drückt ihn eine Kunststoffschraube von unten etwas aus dem Schacht heraus.
IMG_8225.JPG

Und weil nichts entsorgt wird: .... Der andere Teil des Dosendeckels dient als Staubschutzkappe
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Das ganze Teil wiegt nur 23 Gramm und ich warte jetzt auf einen klaren Nachthimmel.
Die Farbdose habe ich natürlich gekauft .... ich schwör ...

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

bei Deiner Suche nach einem passenden Adapter musste ich schmunzeln.

Wenn ich versuche jemanden zu erklären, weshalb ich mir ein Leben ohne Drehbank nicht vorstellen kann und diese mindestens einmal die Woche auch für irgendeinen banalen Kleinkram "benötige", stoße ich meist auf Unverständnis :)

Grüße Jochen
 
Hallo Frank,

bei Deiner Suche nach einem passenden Adapter musste ich schmunzeln.
Bisschen OT, aber: Die Okulare des Miyauchi 22x60 sind natürlich die gleichen wie die des 37x100 - bis auf die Steckhülse. Die 22x mit dem kleinen Steckdurchmesser passen (natürlich zufällig) in die der Hexoral-Gurgellösung beiliegende Dosierkappe. Die passt in das 100er, ähem.

csm
 
Hallo Frank,

das ist ja eine tolle Geschichte! Fantastisch, der umlaufender Ring, der in die Nut schnappt. Und sehr schlüssig, alles superleicht zu gestalten, damit es in der Anwendung nicht aus der Nut fällt.

Jetzt hoffe ich nur, dass das Ganze den erhofften visuellen Gewinn erbringt. Ich benutze das Objektiv des Zeiss NV 5,6x62 Nachfolgemodells an einem anderen Nachtsichtgerät-Grundkörper zusammen mit Baader's 65x65mm Filter (CMOS 6,5nm und CMOS 3,5nm, man gönnt sich ja sonst nichts) und finde es absolut fantastisch, was damit alles handgehalten bei 5facher Vergrößerung erreichbar wird. Ich benutze übrigens den anderen Grundkörper (von einem Bushnell Wolf 3S, ebenfalls Gen2+) weil ich das Zeiss-Grundgerät klobig in der Hand finde. Im Gegensatz zu Deinem Modell ist beim aktuellen Modell das Objektiv einfach mittels C-Mount in das Gerät verschraubt, läßt sich also locker abnehmen und woanders verwenden. Es ist für Rot/Infrarot optimiert, was absolut auffällt in H-Alpha.

Gerade erst letzte Woche sah ich damit Nebel nördlich von Deneb, die nirgends kartiert sind, nicht einmal in Bracken's Astrophotography Sky Atlas. Jetzt werde ich wohl im Nachgang zu manchen Beobachtungen den LBN (Lynds Bright Nebulae) Katalog studieren müssen, um den gesehenen Objekten einen Namen zuordnen zu können. Falls Du Bracken's Atlas nicht hast empfehle ich ihn sehr für die H-Alpha Beobachtung. Er enthält nicht alles, geht aber immerhin ein Stück über andere Atlasse hinaus in der Nebeltiefe.

Grüße Christopher

PS: Was meinst du mit "H-alpha 7nm Filter in 65x65 mm ... das neuere Modell mit 6,5nm ... Beide als Narrowband-Ausführung"? 7nm ist doch Schmalband per se?
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für Hinweis Christopher. Wurde der "Bracken" nur als Taschenbuch herausgegeben? Mit "nur" meine ich es aber nicht abwertend.

Baader unterscheidet seine beiden 6,5 nm Varianten einmal als Narrowband (langsamer als f/3.4) und als Highspeed (schneller als f/3.4). Ich habe die Narrowband- Version mit f/10 bis f/3.4. Natürlich sind beides Schmalbandfilter. Kann sein, dass es bei der immer noch erhältlichen 7 nm Version diese zwei Varianten nicht gab/gibt.

Nun befinden sich unsere Filter ja vor dem Objektiv und deren f/- Werte sind an dieser Position erst einmal nicht so aussagekräftig. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass in Abhängigkeit des Einfallwinkels Unterschiede zu erkennen sind; es bei einem Weitwinkelobjektiv also Probleme geben könnte.
Mein Basteladapter verursacht keine Vignettierung und so hoffe ich, mit einem f/10 Filter richtig zu liegen.

Viele Grüße Frank
 
Ja, als Besitzer einer Drehbank hat man auf einmal ganz viele Freunde :)

Grüße Jochen
 
Danke für Hinweis Christopher. Wurde der "Bracken" nur als Taschenbuch herausgegeben? Mit "nur" meine ich es aber nicht abwertend.

Baader unterscheidet seine beiden 6,5 nm Varianten einmal als Narrowband (langsamer als f/3.4) und als Highspeed (schneller als f/3.4). Ich habe die Narrowband- Version mit f/10 bis f/3.4. Natürlich sind beides Schmalbandfilter. Kann sein, dass es bei der immer noch erhältlichen 7 nm Version diese zwei Varianten nicht gab/gibt.

Nun befinden sich unsere Filter ja vor dem Objektiv und deren f/- Werte sind an dieser Position erst einmal nicht so aussagekräftig. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass in Abhängigkeit des Einfallwinkels Unterschiede zu erkennen sind; es bei einem Weitwinkelobjektiv also Probleme geben könnte.
Mein Basteladapter verursacht keine Vignettierung und so hoffe ich, mit einem f/10 Filter richtig zu liegen.
Ja, den Bracken gibt es meines Wissens nur als Taschenbuch. Die Druckqualität ist aber sehr gut.

Du vermutest richtig bzgl. Blauverschiebung in Abhängigkeit vom Einfallswinkel. Ich habe das ausführlich in der Praxis untersucht und berichte darüber hier, leider auf Englisch: Testing preshifted H-alpha filters for front mounting on handheld night vision devices showing large true fields
Ich untersuche dort die Wirkung von Preshift-Filter mit 6,5nm und 3,5nm Halbwertsbreite (HWB) im Vergleich zu Non-Preshift und filterlos, bei Frontfilterung an Objektive mit 41°, 21° und 14° Feld. Dein Objektiv zeigt 8° Feld - da ist die Blauverschiebung kein Thema mehr, selbst bei 3,5nm HWB.

Grüße Christopher
 
Das ist eine gute Info Christopher und ich bin wirklich gespannt, was am Himmel sichtbar wird. Und es sieht tatsächlich so aus, als wenn ich mit den Parametern des NSG auch für die H-alpha Beobachtung Glück gehabt habe.
Für alle, die so ein Teil in Erwägung ziehen .... es muss nicht immer teuer sein. Ich konnte das Zeiss 5,6x60 bei einem Händler für Jagdzubehör für 290€ erwerben. Zwar gebraucht, aber in einem einwandfreien Zustand und mit klarem hellen Bildwandler.

Ich muss den Filterhalter momentan aber noch unbestückt lassen, weil ich ein Klettband mit Sekundenkleber fixiert habe. Und solange das Zeug nicht vollständig ausgetrocknet ist, gibt es Nebelschwaden auf dem Filterglas und nicht im All.

Viele Grüße
Frank
 
Ich muß zwischenzeitlich meine Aussage zum Einfallswinkel revidieren. Ich habe sie als "recieved wisdom" von Cloudy Nights übernommen und meine Beobachtungen schienen sie zu bestätigen. Gerade heute jedoch kontaktierte mich Uwe Pilz mit fachlich begründeten Einwänden. Ich bin mittlerweile derart verunsichert, daß ich meine eigenen bisherigen Erklärungen zum Wirkmechanismus von Preshift-Frontfilter zurückziehe und mich künftig darauf beschränken werde, das was ich beobachte auf der Erscheinungsebene anekdotisch zu berichten ohne Erklärungsversuche.

Langer Rede kurzer Sinn: In der H-Alpha Frontfilterung können Preshift-Filter sehr gewinnbringend sein, müssen es aber nicht. Ich kann kein Erklärungsmuster anbieten sondern nur sagen: Versuch macht kluch.

Beste Grüße
Christopher
 
Nur noch was zum Bastelobjekt: Die Vergrößerung ist 1x, das Gesichtsfeld tatsächlich 90°.
Das Foto habe ich gerade, bei mäßig bewölktem Himmel, durch das 1,5mm Loch in der Abdeckkappe mit dem Handy gemacht, wobei visuell der Bereich der Unschärfe etwa ab 50% des Radius beginnt. Visuell ist die Verzerrung auch wesentlich geringer. Man muss aber in das Okular hineinkriechen ...

Viele Grüße
Frank

Den Anhang 325179 betrachten

Leute, wenn ich solche Bilder hier sehe ...


Ich will jetzt ganz allgemein vor einer derart verschwenderischen Anwendung klassischer Nachtsichtröhren warnen: DIE FOTOKATHODEN IN DIESEN RÖHREN ALTERN EXTREM SCHNELL: Je länger und je intensiver die Röhre bei angelegter Hochspannung dem Licht ausgesetzt wird, desto schneller degeneriert die Kathode. So toll man damit auch besispielsweise mit Filter den Pferdekopfnebel bei Mondlicht bestaunen kann, spätestens in ein paar Jahren wird das Zeugs fast blind sein. Zumal die meisten im Handel erhältlichen Röhren ja nicht neu sind.
 
Wenn es um die in diesen Beiträgen genannten Anwendungen geht, irrst Du dich.
Gehe besser auf die Bedingungen ein, unter denen diese Aufnahmen gemacht wurden bzw. gemacht werden.
 
Wenn es um die in diesen Beiträgen genannten Anwendungen geht, irrst Du dich.
Gehe besser auf die Bedingungen ein, unter denen diese Aufnahmen gemacht wurden bzw. gemacht werden.
Wir haben derartige Röhren, Filter und Objektive bereits vor 35 Jahren astronomisch angewendet. Einstufige, mehrstufige, Microchannel-plates, Nachtsichtbrillen, alles durch. Die Dinger haben wir heute noch: In der Museumsvitrine für ausgemusterte Geräte! Aber wenn du davon so begeistert bist will ich dich nicht abhalten unsere Erfahrungen zu wiederholen.
 
Ich, lieber serenus, bin bis jetzt noch nicht in den Genuss einer Begeisterung gekommen, denn ich habe den Himmel ja noch gar nicht mit dem hier vorgeschlagenen Filtersystem beobachtet. Hättest Du aber auch herauslesen können.
Du bist aber gerne eingeladen, Deine Himmelsbeobachtungen mit Deinen/Euren NSG, mit oder ohne Filter, zu teilen. Daraus können wir bestimmt lernen.
Ich würde mich jedenfalls freuen und dafür habe ich den Faden ja auch eröffnet.

Und meine Bilder zum Selbstbau ... meine Güte, es ist eine alte Gen 0 Röhre .... das Foto aufgenommen durch ein 1,5mm Loch im Objektivdeckel.
Diese "Testlöcher" haben fast alle Geräte. Was soll ich dem Teil da zumuten?

Viele Grüße
Frank
 
Ich muß zwischenzeitlich meine Aussage zum Einfallswinkel revidieren.
Lieber Christopher,

Du beziehst Dich hier doch allein auf die PreShift Variante, also auf Filter mit "eingebauter" Rotverschiebung.
Zwei Dinge dazu: Ich verwende ja die ungeshiftete Version. Für mich also Entwarnung!?
Dann, ... könntest Du kurz darstellen, was Uwe dazu meint? Also, warum die Filterleistung der PreShift Filter, bei einem identischen Erfassungswinkel hinter oder vor dem Objektiv, möglicherweise nicht vergleichbar ist?
Alle Infoseiten von Baader habe ich dazu gelesen.

Viele Grüße
Frank
 
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