Kollimation / Optimierung Ritchey-Chretien-Teleskop

@ Eberhard, das war eine Antwort auf die Bemerkung von Pitufo bezüglich der Fähigkeiten von mechanischer Bearbeitung in Fernost.

Und ich habe nich von Rauhigkeit geschrieben, sondern von einer Höhentoleranz.
 
Hallöchen,
Bemerkung von Pitufo bezüglich der Fähigkeiten von mechanischer Bearbeitung in Fernost.
Beim nächsten mal wenn ich wieder etwas auseinander baue und mit Messuhr analysiere versuche ich mal nen kurzes Video hier hochzuladen. Da redet man nicht mehr von mikrometern oder zehntel wie hundertstel, dann kann das auch mal 2mm sein, habe da daheim so ein Teil rumliegen, ich glaube das waren 2.5mm gegeneinader versetzt was eigentlich Null sein sollte. :censored:

Bei diversen Adaptern und Hülsen gab es doch schon Beispiele mit hochgeladenen Videos mit so nem Teil auf Drehbank eiernd.

Oh bitte hier jetzt nicht das Flamen anfangen. Das war ein so informativer Thread, bislang.
Gebe ich dir vollkommen recht. :y:

Ah by the way ich verkaufe so Dinger nicht und stell sie auch nicht her, habe so Dinger bestellt bei den bekannten Quellen und dumm aus der Wäsche geguckt. :rolleyes:

Clear skies,
- Martin
 
Da redet man nicht mehr von mikrometern oder zehntel wie hundertstel, dann kann das auch mal 2mm sein, habe da daheim so ein Teil rumliegen, ich glaube das waren 2.5mm gegeneinader versetzt was eigentlich Null sein sollte. :censored:
Und genau das war der Grund für meinen Ansatz. Ich stelle die Bestmögliche Verbindung zwischen den Gelenkpunkten von Hauptspiegel und Fangspiegel her. Im Grunde ist das nichts Anderes als die Abrollmethode, nur in umgekehrter Reihenfolge und mit viel weniger Aufwand. Also erst den Fangspiegel genau auf o.g. Achse ausrichten und dann den Hauptspiegel auf den Fangspiegel ausrichten.
 
Hallo Bernhard,

Nah anstelle sich zu keilen wie man zu oft sieht im Forum, da man gleich gebaute Gerätschaft hat ist es immer wilkommen auf einem gemeinsamen Punkt zu kommen.
Wie bekannt sind 6"er wie 8"er von den Justage Möglichkeiten Tupfegleich so was ich schon in der Hand hatte und zerlegt habe.
Hinten hat man den HS in seiner, ich taufte das Gussteil "Wanne" ;), wo der OAZ direkt sich bei jeglichen verstellender Justageschrauben mit bewegt. Seitliches Verschieben des HS ist nicht vorgesehen.
Vorne wie bekannt die Spinne mit ihren 4 haltenden versenkten Schrauben unterm Blechtubus im Gussteil sitzt der FS in seiner Halterung.
Hat man jetzt geeignete Backen an einer Drehbank wo man die FS Guss Halterung mal wo der Tubus aufsitzt leicht einspannen kann findet man sofort raus wo man das nachzustellen hat. dabei hat man wirklich Sachte zu arbeiten mit der Spannung der Schrauben dass das nicht zu locker sitzt oder bis zum Knacken in die Tonne geht. Das ist eine Risikoreiche Hundsgemeine Sache das Ding zu zentrieren, wie auch Sinnlose Aktion. Ein Alptraum^3 wenn's knallt. Chinesischer Guss, ist zu wohle bekannt viel zu viel Löcher zu haben. habe schon einige Teile nachgedreht und weiss was unter der Farbe da auf einem wartet wenn man mal 2Zehntel "abdreht"(nach der Farbe bitte angemerkt). Hat mich immer an den köstlichen Schweizer Tilsitter Käse erinnert.
Ja ich glaube der Vergleich ist da wirklich passend zu doch für meinen persöhnlichen Geschmack an Käse. (Roquefort nein Danke).
Hinten an der "Wanne", ich frage mich wie die das einspannen im allen Ernstes, wo der Stahltubus "lobbrig" draufliegt, sitzen dann die drei Gewinde die die Finale Zentrierung des OAZ-HS vorgeben gegenüber des Tubus. Also muss man die Tubus Referenz abgefräste Nut besser mal beiseite legen.
Um kleine Daten anzugeben bei meinem RC6" von Omegon(2019 zweite Version = GSO), ist der HS nach oben ~0.7mm versetzt mit ~0.6mm nach Rechts, und der FS ~0.4mm nach oben wie 0.1mm nach Links, immer von hinten vom Tubus Richtung Weltall gesehen.
Wie das justiert wird von Fabrik aus habe ich auch solangsam einen Verdacht. Nichts was man unter jeglicher Kollimation verstehen würde im Sinne eines RC's.
Dank das der HS mit dem festen OAZ gegenüber den FS einstellbar ist kriegt man das auch eingestellt. Wer es besser haben will~für Astrofoto(Kegel entfernen) muss dann halt unterlegen an den Halteböcken mit den Shims, viel Spaß, das wird nicht in einer Nacht gemacht, seitens Herstellers muss ich eher denken das man auf PHD setzt.
Abrollen ist also durchaus mechanisch Möglich, optisch wird das gleich noch mal ein anderes par Schuhe, wo man doch besser am HS mit dem OAZ anfängt das die beiden Jungs zusammentreffen..........

Diese M90 Tilter sehe ich persöhnlich als totalen Quatsch in folgendem zum Ausrichten auf den Tubus, ausser man will sich das einhandeln was die Optiken ausserhalb des Optimums im Zentrum so hergeben, was nicht viel sein kann.

Clear skies,
- Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin,
also mit Deinen Ausführungen in Sachen Käse hast Du mich jetzt mehr getroffen als mit allen anderen Kommentaren. Ich bin Käsefreak und habe das Glück, in 20 Minuten an meinen französischen Quellen für Rohmilchkäse zu sein (incl. Roquefort). Meine Meinung über in Deutschland erhältlichen Käse deckt sich ziemlich mit Deiner bezüglich chinesischem Guss.

Noch eine Bitte: Nenne die Taiwanesen nicht Chinesen. Ethnisch stimmt das schon, mental und sozial gar nicht. Ich verbringe seit 28 Jahren einen Grossteil meines Lebens in Taiwan, weiss also Bescheid.

Und jetzt zum Al-Guss: Ich kenne dort einige Druckgiesser von innen, und die sind hervorragend. Selbst Magnesiumguss für kleinere Getriebe beherrschen die so, dass keinerlei Nacharbeit notwendig ist, nicht für Presssitze für Kugellager und auch nicht bezüglich der Achsabstände. Aber klar, ich kenne auch einige fürchterliche Buden, die gibt es da immer noch.

Jetzt noch mal zum Kollimieren: Ich habe die Abrollmethode verstanden, sehe aber trotzdem nicht den Vorteil zu meiner Methode. Eher den Nachteil des Zeitaufwandes und des Baus von entsprechenden Vorrichtungen. Aber wenn ich mal zu viel Zeit habe, werde ich das ausprobieren. Wie gesagt, meine Methode sieht am Stern gut aus (kann ich jetzt gerade wegen Dauersauwetter und unzureichender Sichtweite gerade nicht belegen.

Was den Tiltadapter angeht: Dessen Anbringung ist ganz sicher nicht trivial. Mir schwebt da eher eine Lösung vor, wie sie in dem Link zu Anfang des Threads gezeigt wird. Die ist logisch, allerdings in der Ausführung viel zu aufwändig. Ein Konzept habe ich bereits, kann es allerdings mangels Drehbank nicht realisieren. Gegebenenfalls muss ich da warten, bis ich wieder in Taiwan bin, da finde ich bei unseren Lieferanten bestimmt noch irgendwo ein manuell zu bedienendes Schätzchen.
 
Hallo!
An sich habe ich mir immer vorgenommen, Wege zu beschreiten, die ohne das Zerlegen des Teleskops auskommen. Speziell das Abschrauben des Fangspiegels habe ich immer vermieden, um den Spiegelabstand nicht bei der Remontage zu verändern. Durch das Platesolving ist das aber heute ja kein so extremes Problem mehr. Die zweite Neuerung der letzten Jahre ist der Einsatz eines 3D-Druckers, der mich auch schon länger in seinen Bann gezogen hat. Damit kann man sehr gute und passgenaue Hilfen drucken.
Insofern ist die Idee, eine Laserhalterung zu drucken, die man fast auf Hauptspiegelebene einsetzen kann schon eine gute Idee. Ich habe mich weder mit der Laser-durch-Fangspiegelhalterungsbohrung-Methode, noch mit dem Abrollen näher beschäftigt. Beides schien mir zu aufwändig. Aber ich vermute auch, dass bei den RCs damit eine sehr solide Basis für eine spätere Feinjustage geschaffen werden kann, weil man den Hauptspiegel nicht nur über sein Bild im Fangspiegel beurteilt und justiert, sondern weil seine Lage im Tubus bzw. in der Hauptspiegelhalterung direkt eingestellt wird. Damit ist ein wesentlicher Freiheitsgrad des Gesamtsystems auf einen guten Wert festgelegt.
Wenn man mit dem Laser durch das Loch der Fangspiegelhalterung peilt muss dann aber doch der Laser richtig kollimiert sein (was natürlich sowieso keine schlechte Idee ist) und der Laser ganz gerade in seiner Halterung stecken, die wiederum auch nicht verkippt sein darf. Muss man sich dem nicht besonders widmen? Wie ist das gelöst? Das sieht man auf den Fotos leider nicht gut. Überhaupt würden mich weitere Ansichten der Modelle interessieren.
Sagen wir aber, das sei erledigt. Der Fangspiegel ist mit dem Laser ebenfalls ausgerichtet. Dann sagst du:
Jetzt mit den Einstellschrauben des Hauptspiegels die Kollimation beenden.
Warum das? Der Hauptspiegel sollte doch jetzt schon präzise ausgerichtet sein?

Nehmen wir den Fall an, dass man sich für die Abrollmethode schön zentrierte Halterungen für ein einfaches Holzgestell gedruckt hat und so also das Teleskop geschmeidig rollen kann.
Verstehe ich es richtig, dass man dann den Laser (egal ob dieser nun kollimiert ist, oder nicht) von außen so auf den Randbereich des HS richtet, dass der Lichtpunkt aus dem Tubus heraus auf eine Wand fällt? Dreht man den Tubus nun und ruht dieser Laserpunkt, dann weiß man, dass der Spiegel genau gerade in der Halterung sitzt. Das stimmt so, oder?
Ich will keinen Streit provozieren, aber auch wenn man für das Abrollen die Achse des Systems gut finden, und ein bisschen mehr basteln muss, scheint mir die Methode weniger fehleranfällig. Zustand und genaue Position des Lasers sind ja egal. Außerdem kann der Fangspiegel bleiben wo er ist und man muss sich um den Spiegelabstand nicht nochmal gesondert sorgen.

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,
die Crux ist, dass der Hauptspiegel weder optisch noch mechanisch genau zentrisch montiert ist. Die mechanische Zentrierung ist genau der Punkt, weswegen ich etwas mit der Abrollmethode hadere. Wenn der Hauptspiegel verschiebbar wäre, hätte ich damit weniger ein Problem.
Andererseits ist auch die Mittenmarkierung am Fangspiegel eher Dekotation. Bei mir ist das so, dass wenn ich den FS probehalber rotiere, sich der reflektierte Laserpunkt nicht bewegt, die FS-Markierung sich aber in einem Kreis bewegt. Also beachte ich die Mittenmarkierung einfach nicht mehr.
Die Genauigkeit des Lasers spielt bei meiner Methode m.E. eine untergeordnete Rolle. Wenn er nicht zu sehr aussermittig das Gehäuse verlässt, stimmt das ausreichend gut. Allerdings ist mein Laser gut zentriert.
 
Ich will keinen Streit provozieren, aber auch wenn man für das Abrollen die Achse des Systems gut finden, und ein bisschen mehr basteln muss, scheint mir die Methode weniger ...
Hallo Sebastian,
alle Methoden haben natürlich etwas mit persönlichen Erfahrungen zu tun. Die Aufnahme des kleinen, leichten Tubus ist aber kein Hexenwerk, vielleicht hilft dir bei der Entscheidung dieser Link:


Die Abrollmethode ist so alt wie die Spiegelsysteme, man muss sie nur (er-)kennen. ;) Macht man das öfter, weiß man die Methode zu schätzen.
LG Eberhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen,
nachdem ich meine 3D-gedruckte Laseraufnahme überarbeitet habe (die Bohrung für die Aufnahme des Lasers war etwas zu eng und von Hand aufgeweitet, der Laser deshalb wohl nicht ganz orthogonal zur Fassung) geht die Einstellung jetzt noch schneller und präziser. Aber zwei Baustellen habe ich noch, beide konstruktiver Art:

1) Die Kontermuttern anzuziehen ohne die Justierung zu verändern ist schwieriger, als die Justierung selbst (RC 8"). Meine Vermutung ist, dass die Federn um die Justierschrauben zu schwach sind, um den Schrauben komplett zu folgen, und deshalb die Justagelage beim Kontern verändert wird.

2) Ein grösseres Problem als die mechanische Genauigkeit der Alugussteile ist wohl die des Carbontubus. Dieser Gedanke kam mir heute früh, und quick and dirty nachgemessen (Zollstock, einen Messschieber für diese Länge habe ich nicht) finde ich eine Längendifferenz von ca 1,5mm. Ich werde im Laufe des Tages mal versuchen, das genauer zu messen.

Das führt natürlich zur Verkippung von Haupt- und Fangspiegel (deshalb wird dann justiert), aber wie kann ich dann den Mittelpunkt des Kamerasensors finden?

Randbemerkung: Wenn ich den Auftrag bekäme, die Stirnseiten eines Carbontubus innerhalb einer einer Rechtwinkligkeit und Parallelität von 0,3mm zu bearbeiten, würde mir vermutlich nicht viel einfallen, vor allem, da auch die Zylinderform des Tubus ziemlich ungenau ist (spielt für die Funktion keine Rolle, für die Bearbveitung schon).
Vermutlich wird hier also ein Blechtubus wesentlich besser abschneiden. Das Blech selbst kann problemlos mit einer Parallelität der Schnittkanten von 0.2mm geschnitten werden. Wenn die Schnittkanten nach dem Rollen und vor dem Falzen noch mal gerichtet werden, ist das perfekt.

Hat jemand einen Blechtubus übrig?
 
Hi,

finde ich eine Längendifferenz von ca 1,5mm
Das führt natürlich zur Verkippung von Haupt- und Fangspiegel (deshalb wird dann justiert), aber wie kann ich dann den Mittelpunkt des Kamerasensors finden?
Im schlimmsten Falle bei einem komplett dejustierten System, das dann schwere Sicheln und "T" Sterne zeigt liegt die mechanische Mitte wenn man sich das mal vorstellt ausserhalb des Sensors. Bei Voller Brennweite mit allen M90ziger Verlängerungsringen kann das selbst knapp an der 2" Aufnahme streichen der ersuchte Punkt. Abbildung wäre damit sehr schlecht im ganzen Sternenfeld.
Aber mit einem Cheshire visuell über HS und FS kriegst du das rasch wieder aufeinander abgestimmt. Wenn Tilter vorhanden lass den erstmal weg.

Wie schon mehrfach gesagt bin ich gar kein Freund von dem Tilter an den M90ziger Ringen, ich finde es besser persöhnlich den HS auf den OAZ mittels Laser optisch auszurichten, was halt erfordert das Alu-Gussteil mal schnell rauszulupfen und gegen die Wand zu richten.
Einmal getan ist man wenigsten auf diesem Punkt aus dem Schneider und der Rest der Arbeit kann dan folgen.

Ein grösseres Problem als die mechanische Genauigkeit der Alugussteile ist wohl die des Carbontubus. Dieser Gedanke kam mir heute früh, und quick and dirty nachgemessen (Zollstock, einen Messschieber für diese Länge habe ich nicht) finde ich eine Längendifferenz von ca 1,5mm. Ich werde im Laufe des Tages mal versuchen, das genauer zu messen.
Schon ziehmlich sehr viel :oops:, wundert mich aber nicht bei so was bei mir schon durch die Hände gegangen ist, aber persöhnlich würde ich nichts desdo Trotz es wagen den Tubus einfach gerade zu machen da sicher keine Garantie vom Händler da ist. Man kann zwar immer nachfragen aber daheim beim DIY rektifieren bin ich schneller als mir Lösungen eventuell angeboten werden.

Persöhnlich bin ich es schon richtig leid bei den Deutschen Händler zu reklamieren, das ist immer ein hin und her und ich nix verstehen(wollen!) von Maßen, Erfahrungsgemäss muss man denen in korrekten Amtsdeutsch schildern was Sache ist. Abwimmeln ist das erste was man gerne macht bei denen.

Wie man am besten solch Material abschneidet habe ich zwar keine praktischen Kenntnisse, mein erster Anlauf wäre einfach auf den Küchenstein mit Nass Schleifpapier und nem rechten Winkel aufstellend.
Gut bei den Bohrungen wirds dann hapern, die müssen nachgeschnitten werden, und für die Stabilität wäre es unverzichtbar oben wie unten Schienen zu haben, kannst dir gut vorstellen wie das zieht das Rückteil mit den ganzen Ringen und den "Imager train" dran :affemund: (siehe "Thread" Lustige Wörter :whistle:) , plus EAF u.s.w.

Selbst schon beim 6" RC ohne Schiene oben kann solch Gewicht mit dem korresponden kräftigen Hebel ohne zusätzliche Stabilisierung oben beim normalen Verschrauben des Stahltubus, die Justierung hin sein.

Anderseits da du vom 8" RC sprichst der das deine ist könntest du das auch mal auf einer simplen Vorrichtung mechanisch abrollen und mittels der Schrauben die den Tubus halten gerade ansetzten das Gussteil des HS/OAZ wie die Spinne, solange du genügend Spiel hast in den Löchern des Tubus wie der Schienen/Halterungsböcken sollte da schon einiges gehen um das gerade zu kriegen.
Sollte da noch zu viel "Luft" sein zwischen Tubus und dem Rest, ist schon quasi vorprogrammiert das es "knacken" wird....

Solltest du den Tubus abschneiden oder abschleifen an der Stirn, prüfe vorher bei nominaler Brennweite des Instrumentes ob du eigentlich genug Platz hast zwischen der Spinne und der FS Halterung, normalerweise sollten da um die 6mm Spiel sein.
Auch sicher hinten bei den Justierschrauben des HS kannst du sicherlich noch nen guten Millimeter bis zwei klauen.

Das wäre die einfachste Lösung, wenigsten fransen da nicht die Löcher aus wie beim Carbontubus.
Leider werden bei den "Preisgünstigeren"(!!) Carbon Tubus solche Punkte wie die Löcher leider halt nicht entsprechend vorsorglich verstärkt/mit einberechnet von Grund auf?
Wenn ich dabei noch sehe wie solche Sachen aus Fabrik aus ohne passenden Unterlagscheiben mit gerade mal zwei Millimetern zum Rand auch noch schief und nicht rechtwinklick zur Oberfläche Schrauben reingejagt werden wundert es mich echt nicht warum viele an dieser Stelle knacken. _jungeschlagen:
Darum möchte ich dir Mitteilen eher mit viel Acht mit solchen Materialien umzugehen, muss nicht schiefgehen, kann aber sehr leicht "knacken" ohne das man das direkt sieht, bei dieser Natur der Materialien und viel zu wenig "Fleisch" des öfteren an solchen Stellen.

Bei meinem OOOUK Carbontubus am 5.5" Mak z.B. kann ich beim betrachten der realisierten Arbeit von Fabrik aus mir nur noch mit den Händ an den Kopf greifen: wie kann man nur so einen Sei** zusammen schustern/designen :censored:

Clear skies,
- Martin
 
Guten Morgen,
nachdem ich meine 3D-gedruckte Laseraufnahme überarbeitet habe (die Bohrung für die Aufnahme des Lasers war etwas zu eng und von Hand aufgeweitet, der Laser deshalb wohl nicht ganz orthogonal zur Fassung) geht die Einstellung jetzt noch schneller und präziser. Aber zwei Baustellen habe ich noch, beide konstruktiver Art:

1) Die Kontermuttern anzuziehen ohne die Justierung zu verändern ist schwieriger, als die Justierung selbst (RC 8"). Meine Vermutung ist, dass die Federn um die Justierschrauben zu schwach sind, um den Schrauben komplett zu folgen, und deshalb die Justagelage beim Kontern verändert wird.
Ja, können die Federn sein. Meine Erfahrung sieht aber eher so aus, dass die gesamte Spiegelhalterung nicht stabil genug ist, d. h. sobald man kontert verspannt und verzieht sich das alles.

2) Ein grösseres Problem als die mechanische Genauigkeit der Alugussteile ist wohl die des Carbontubus. Dieser Gedanke kam mir heute früh, und quick and dirty nachgemessen (Zollstock, einen Messschieber für diese Länge habe ich nicht) finde ich eine Längendifferenz von ca 1,5mm. Ich werde im Laufe des Tages mal versuchen, das genauer zu messen.

Das führt natürlich zur Verkippung von Haupt- und Fangspiegel (deshalb wird dann justiert), aber wie kann ich dann den Mittelpunkt des Kamerasensors finden?
Das ist genau das große Problem bei den günstigen RCs: Die geringe mechanische Genauigkeit führt dazu, dass die mechanische und die optische Achse nicht zusammenfallen. Ich würde, bevor ich am Carbontubus rumschleife oder den Tubus austausche, aber nachmessen, ob der Versatz auch für den Fangspiegelhalter gilt - es könnte ja sein, dass der Tubus nicht ganz zylindrisch ist, aber die Löcher trotzdem korrekt gebohrt sind. Falls die mechanische Achse wirklich verkippt ist, kann man bestenfalls noch die optische Achse parallel dazu ausrichten. Das führt dann dazu, dass der schärfste Punkt nicht in Sensormitte ist. Die Verringerung der Schärfe dadurch ist aber überschaubar - wichtiger ist, dass man nicht rein mechanisch ausrichtet. Dann hat man einen relativen Versatz zwischen Haupt- und Fangspiegel und da wird's bei 0.1mm schon nicht mehr beugungsbegrenzt. Der Mittenpunkt des Sekundärspiegels sitzt übrigens hoch wahrscheinlich richtig, nämlich im optischen Zentrum des Sekundärspiegels - nicht davon kirre machen lassen, dass er nachgemessen nicht mittig ist. Also, Vorgehen wie folgt, auch bei schlechtem Tubus:

- Mit Laser den Auszug auf den Sekundärspiegelmittelpunkt ausrichten und den Laser auch benutzen, um den Sekundärspiegel grob auszurichten, falls notwendig.
- Den Rest mit der DSI-Methode unter'm Stern: Zunächst Koma auf der Achse entfernen, dann Astigmatismus im Feld "balancieren". Wichtig ist, beides nicht vollständig zu korrigieren, sondern sich iterativ ranzutasten. Die Methode sollte auch bei völliger Fehljustage in 5-7 Schritten konvergieren.


Randbemerkung: Wenn ich den Auftrag bekäme, die Stirnseiten eines Carbontubus innerhalb einer einer Rechtwinkligkeit und Parallelität von 0,3mm zu bearbeiten, würde mir vermutlich nicht viel einfallen, vor allem, da auch die Zylinderform des Tubus ziemlich ungenau ist (spielt für die Funktion keine Rolle, für die Bearbveitung schon).
Vermutlich wird hier also ein Blechtubus wesentlich besser abschneiden. Das Blech selbst kann problemlos mit einer Parallelität der Schnittkanten von 0.2mm geschnitten werden. Wenn die Schnittkanten nach dem Rollen und vor dem Falzen noch mal gerichtet werden, ist das perfekt.

Hat jemand einen Blechtubus übrig?
Die Blechtuben sind halt dünnwandig, wabbelig und nicht temperaturstabil - das macht's auch nicht besser.

Wenn man sich die Details der 6"- und 8"-RCs anschaut, wirken die Celestron EdgeHD wie Premiumware...
 
Also mit manueller Bearbeitung von CFK habe ich Erfahrung, das ist nicht das Problem. Ist halt im Wesentlichen eine Sauerei. Mein altes Rennrad hat eine Lenker-Vorbau-Einheit, welche ich selbst gemacht habe. Ist heute noch leichter als alles, was auf dem Markt ist, und hat weit über 100 000km auf dem Buckel inclusive Alpenpässe.

Das grösste Problem ist die Rechtwinkligkeit der Stirnseiten. Da muss ich mir erst mal eine Schätzvorrichtung mit rechtem Winkel und Anschlag bauen. Dann sehen wir weiter.

Ok, muss heute erst mal für drei Tage raus zum Brötchen verdienen. Dann gebe ich mich da noch mal dran.
 
Hallo,
Das grösste Problem ist die Rechtwinkligkeit der Stirnseiten. Da muss ich mir erst mal eine Schätzvorrichtung mit rechtem Winkel und Anschlag bauen.
Ich denke dabei bei solchen Sachen immer in der Küche auf dem geraden nivellierten Granitstein.
Ruckzuck mache ich mir da eine Halterung dran mit ein par Schraubzwingen und nen rechten Winkel hoch gestellt.

Viele solcher Sachen bei krummen Dingern konnte ich so lösen auf dem Stein mit einem sehr guten rechten Winkel aus dem Metallbreich und Schleifen in der Achter. Kann man auch mal die Messuhr anbringen, ab einem gewissen Maß kann man doch sagen,"ist doch gut in Bezug was noch kommt"
Nicht selten sieht man mich in der Küche mit dem Teleskop um Schienen auszurichten für den Null Punkt.
Für Nass Schleifarbeiten hatte ich mal habe ich immer unterm Astrotisch so eine Steinplatte parat, beim Steinmetz kriegt man solche Sachen normalerweise recht günstig und sehr gut gerade.
Selbstverständlich ist eine Drehbank nen Tick genauer bei den Hundersteln und einfacher, aber wenn es ein Ei ist ziehe ich doch meine altmodische Methode vor.

Clear skies,
- Martin
 
Hallo Martin,
so einfach ist das halt nicht immer. Ich habe keine Küche mit nivelliertem Granitstein, und ich habe auch keinen Platz mehr um eine Platte vom Steinmetz unterzubringen. Ausserdem ist der Tubus ohne Ringe schon recht leicht verformbar, da schlägt mir dann die Verbiegung beim Schleifen ein Schnippchen.

Zuletzt hat der Tubus zumindest aussen erhebliche Abweichungen von der Zylinderform, zumindest so gross, dass ich die Winkligkeit der Stirnseiten zum Zylinder nur schwer definieren kann.

Es bleibt mit nichts Anderes übrig, als mit meinen Bordmitteln erst mal zu versuchen, alle Abweichungen zu definieren und mich dann an die Nacharbeit zu begeben.
 
Hallo allerseits,

ich bin dabei, ein GSO RC8 einzurichten. Als Nächstes steht die Kollimation an. Ich wollte mal fragen, bei welchen der verschiedenen Methoden das innere Blendenrohr (das bei mir evtl. verlängert wurde) stört und abgenommen werden muss? Ich meine, dass ich das bei irgendeiner Kollimationsmethode gelesen habe, nur finde ich den Bericht jetzt nicht mehr wieder.

CS Johannes
 
Ja, wenn das Rohr verlängert ist
ist es auf jeden Fall beim TSKOLLI ein Problem.
Justierteleskop von TS: Ja, kann passieren das es stört, die Empfehlung ist das Blendrohr dafür zu entfernen.
Ocal: weiss ich nicht genau, müsste dort aber auch so sein.

DSI Methode und holografischer Laser gehen immer

VG
Torsten
 
Hallo,
zum TS-Justierteleskop (und ggf. andren Geräten): Statt des Lichtrings kann man die tubusseitigen Halter der Fangspiegelspinne als Referenz nehmen. Das ist in der Anleitung auch beschrieben.

Viele Grüße

Markus
 
Super vielen Dank für die Infos. Dann werde ich mein Glück bald mal versuchen. Das Blendrohr möchte ich ungern ausbauen. Das dürfte ja auch nur gehen, wenn man den Fangspiegel vorher ausbaut. Ich wüsste zumindest nicht, wie man sonst drankommen sollte. Naja und dann müsste man es hinterher wieder reinsetzen und eben den kollimierten Spiegel wieder rausnehmen. Nicht wirklich zielführend :)
 
Nun ja, das Blendrohr kann man auch im Tubes belassen. Lies Dir mal die o.g. Anleitung durch, die dürfte ein paar Fragen beantworten.
Die Anleitung schaue ich mir noch an, klar, ich wollte ja nur sagen, dass es sonst ziemlich unsinnig wäre mit einer Kollimation... Wahrscheinlich habe ich mich etwas unklar ausgedrückt.

@ Christian:

Auch wenn ich das Blendrohr nun wohl drinlassen werde, finde ich es schon interessant, wie du das entfernt bekommst.
Ich habe mal vorsichtig meine Hand versucht, an der Spinne vorbeizuschieben und festgestellt, dass das wohl zu eng ist.

CS Johannes
 
Hallo, Johannes,
ja, das ist das Problem, bei den Achtzöllern: Bei einigen geht es, bei anderen nicht. Ich weiß nicht, ob sich außer der Teilbarkeit noch etwas geändert hat, aber so isses eben.
 
Hallo zusammen,

ich habe mir jetzt die Anleitung für den OCAL für die RC-Justage angeschaut und das bei Noctutec verlinkte Video angesehen.
Entweder habe ich es irgendwie übersehen oder es wird nicht beschrieben, wie man den Okularauszug mit dem Tilt-Adapter einstellt.
Ich bin quasi schon hier hängengeblieben. Daher stelle ich die womöglich dumme Frage, kann man (sinnvoll) mit dem OCAL den Okularauszug einstellen?
Wenn das geht, würde ich vermuten, dass man den Offset erstmal so einstellt, dass ein Kreis konzentrisch zum Tubus oder Okularauszug (falls mit Baffle sichtbar) ausgerichtet wird und dass man dann so die Tiltschrauben stellt, dass das Kreuz in die Mittenmarkierung zeigt.
Stimmt das so in Etwa? Oder ist es sinnvoller, diesen Part mit einem präzisen Laser zu machen?

CS Johannes
 
Hallo Johannes,

mit dem Ocal musst Du erst mal den OAZ abschrauben ebenso beim TSCOLLIT, die Tiltingplatte entweder auf Null (hängt vom Teleskop ab ob werkseitig ein Tilter montiert ist) stellen oder abschrauben falls möglich. Dann erst den HS dann den FS justieren, daran denken wenn der HS justiert ist die Druckschrauben wieder anziehen und dann ggf. iterativ den Justierprozess wiederholen. Wenn fertig den Tiltingadapter (ggf. auch Verlängerungshülsen) und OAZ montieren, dann den OAZ mit dem Tiltingadapter auf den FS justieren. Ein guter Laser ginge auch! Beim TSCOLLIT ist es ungefähr ähnlich allerdings wird hier erst der FS justiert und dann der HS, den Rest wie beim OCAL.

CS
Alex
 
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