Neuzugang: Zeiss 20x60S

Vielleicht sollte ich mir ein kaputtes 20x60S beschaffen und als Aufbewahrungshülle für meine anderen Ferngläser ausschlachten. So kann ich Mitleid erregen und laufe nicht Gefahr dass jemand meine "schönen" Gläser stibitzt ;-)
Spaß beiseite. Das 20x60S stand mal auf meiner Liste, aber wegen diverser Eigenschaften ganz weit am Rand.
 
Moin,

hier die Chance eines zu einem, denke ich, wirklich guten Preis zu kriegen.
Und da der Verkäufer ein langjähriger und aktiver For ist ist, ist das eBay KA Risiko ebenfalls eliminiert:


Gruß
Florian
 
Das Zeiss aus dem Marktplatz ist schon weg. Spricht wohl auch für die Qualität des Glases. Vll wäre ja eine:r hier aus dem Thread... :)

Gruß
 
Wer zu spät kommt den bestraft das Leben :)

Bei solchen Angeboten darf man nicht lange fackeln, ich glaube das Zeiss war nach 15 Minuten schon weg, man kann den Thread halt erst nach 24h aktualisieren.

Grüße Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, bei der Hype, die hier dafür betrieben wird, ist das keine Wunder
Möglicherweise ist an dem ganzen "Hype" ja was dran ;)

Ich kanns nicht beurteilen, habe nie durch eines geschaut.
Ich hätte es mir um ein Haar gekauft, einzig um mir ein eigenes Bild im Vergleich zum Canon 15x50 zu machen.
Solch einen Spaß muss man sich aber auch erst mal leisten können :) Ist bei mir leider nicht der Fall.
Trotzdem lese ich gerne hier die manchmal auch enthusiastischen Erfahrungsberichte der anderen Forist:innen und denke manchmal drüber nach, wie es wohl sein mag, durch eines zu schauen.

Vielleicht erhellt uns dee Neubesitzer des o.g. Exemplars ja auch mal hier mit seinen Eindrücken...

Gruß
Florian
 
Solch einen Spaß muss man sich aber auch erst mal leisten können :) Ist bei mir leider nicht der Fall.
Wie viele Optiken hast du denn dieses Jahr schon gekauft? Was hindert dich daran bei einem Fachhändler/Astro-Treffen darum zu bitten durch ein 20x60S schauen zu dürfen, und bei Gefallen auf ein Gebrauchtangebot zu sparen?
Dann muss es nicht beim Lesen von Beobachtungsberichten anderer bleiben :)
 
Ich war zwar noch nie auf einen Astrotreffen aber diese Zeiss 20x60 sind in der Astroszene doch so gering verbreitet, dass ich bezweifle dort eine große Chance zu haben durch eins zu schauen.
Die Händler führen sowas doch gar nicht, da den Neupreis niemand bezahlen mag.
Die Gläser die in der Astroszene landen sind praktisch alle vom Gebrauchtmarkt.

Und die paar Gläser sind in den Händen von Freaks, die es auch mal wagen trotz der Unkenrufen theoretisierender Schwarzmaler auch mal etwas abseits des Mainstreams auszuprobieren.
Hier im engeren Kreis hat Christopher den Anfang gemacht, dadurch war für mich das Eis gebrochen und nun steht schon das dritte Glas im Raum.

Ich denke der neue Besitzer wird sich bei Zeiten hier schon noch outen - oder hat er das schon? :)
Dann gibt es in diesem Thread ja immerhin 3 Eindrücke von Besitzern des Glases, wobei Christopher und ich uns ja bezüglich der Beurteilung einig sind ;-)
Vielleicht findet der neue Besitzer es ja aber auch völlig unbrauchbar und Rolf sieht seine Vorurteile bestätigt.
Wir werden es wohl bald wissen...

Grüße Jochen
 
Wie viele Optiken hast du denn dieses Jahr schon gekauft?
Immer ziemlich genau eine. Die dann wieder verkauft, wenns nicht gepasst hat, und dafür eine andere, alles gebraucht.

Was hindert dich daran bei einem Fachhändler/Astro-Treffen darum zu bitten durch ein 20x60S schauen zu dürfen, und bei Gefallen auf ein Gebrauchtangebot zu sparen?
Ich denke zwar manchmal daran, wie das Bild durch ein Zeiss wohl ist. Ernsthafte Kaufabsichten hege ich allerdings nicht. ;)
Kam eventuell falsch über. Glaube auch nicht, dass ein Fachhändler hier eines führt. Richtige Astroläden gibts bei mir, soweit ich weiß, eh nicht, lediglich Fotoläden.
Ich finde einfach den Gedanken, etwas teures nur mal zum Vergleichen/Anschauen zu erwerben, ohne es behalten zu wollen, etwas befremdlich. Ist aber natürlich meine subjektive Meinung und auch nicht negativ gemeint.

Klar, ich habe dieses Jahr auch schon, wie gesagt, paar gebrauchte Optiken gekauft. Hatte aber halt immer die Hoffnung, dass eine davon passt. War leider nicht so. Bis ich jetzt das IS 12*36 geholt habe. Das passt und bleibt bis auf weiteres mein einziges Instrument.

Gruß
Florian

Ps
Dann muss es nicht beim Lesen von Beobachtungsberichten anderer bleiben :)
Das mache ich eigentlich ganz gerne :D
 
Hallo Florian,

mit dem Canon IS hast Du ja nun wirklich mal ne grundsolide Basis.

Beim Zeiss kommt ja zum "ist es das richtige Glas für meinen Bedarf und Geschmack" auch immer noch die Lotterie des Gebrauchtkaufs dazu.
Und das in eher unbequemen Preisregionen...

Ich bin damals extra ein paar hundert Kilometer gefahren um es abzuholen, sehr vertrauenswürdiger Verkäufer, kaum benutzt und top gepflegt.
Der Test am Tag hat zu 100% gepasst und das tut er auch heute noch.
Inzwischen merke ich, dass nachts die eine Seite mehr schwache Sterne zeigt als die andere.
Es hat ne Zeitlang gedauert, bis es mir aufgefallen ist aber wenn man es weiss und darauf achtet sieht man es.

Deshalb werde ich das Glas nächstes Jahr zu Zeiss für nen Service schicken, die machen es dann wieder wie neu.
Klar kommt das nochmal auf den Kaufpreis drauf, aber das darf ein Glas nach 20 Jahren haben und inzwischen weiss ich auch, dass es mir das wert ist.
Ich habe dann immer noch ein Topglas zum halben Neupreis.

Grüße Jochen
 
Wer zu spät kommt den bestraft das Leben :)

Bei solchen Angeboten darf man nicht lange fackeln, ich glaube das Zeiss war nach 15 Minuten schon weg, man kann den Thread halt erst nach 24h aktualisieren.

Grüße Jochen

Das ist richtig, wichtige Dinge, materiell oder nicht, erfordern eine schnelle und entschlossene Anstrengung, oder sie gehen verloren. Glücklicherweise sind in diesem Fall andere ZEISS 20x60S zu finden, obwohl es ein sehr niedriger Preis war.

Grüße
José
 
Noch ein kleiner Bericht zur Nutzung des Zeiss 20x60S: Heute abend war's zum erstenmal seit Wochen schön klar und mondlos. Ich fing an, ein Teleskop aufzubauen, sah aber dann die tiefstehende Venus und setzte mich einfach in einen Gartenstuhl mit dem 20x60S ohne weiter Zeit zu verlieren bevor sie zu tief sank. Im Ergebnis blieb ich eine herrliche Stunde sitzen und konnte mir den Teleskopaufbau sparen.

Nahe bei der Venus stand der Saturn, ich bildete mir fast ein, zwischen Ringe und Scheibe schauen zu können, das war aber unsicher. Jupiter prangte, seine Monde schön in der Helligkeit und teilweise in der Farbigkeit differenziert. Neptun von Jupiter ausgehend in Sekunden gefunden, sehr schön. Mars zeigte bei 20x die Scheibengestalt ohne Details, aber die Pleiaden nebendran waren dramatisch.

Bei der Venus machte die Helligkeit eine Abschätzung der Phase schwierig. Also kramte ich die Tasche mit den grossen Frontfiltern raus. Im 3D-Druck habe ich mir Adapter machen lassen, die ganz schlank sind, nichts wiegen und dauerhaft auf dem Glas verbleiben. Mit Gelbfilter auf beiden Seiten wurde das Bild kompakter. Mit Käsemann-Polfilter ein bedeutender Gewinn: nun war die Venus gut definiert, obwohl nur 6° über'm Horizont.

Dann probehalber auf beiden Seiten Hoya 82A Filter, das sind Farbkonversionsfilter nach Wratten-Standard. Sie unterdrücken ein wenig das Rote und ziehen damit die Bildfärbung ganz leicht ins Bläuliche, jedoch so wenig, dass ich es im Bild kaum als Farbverschiebung wahrnehme. Die Transmissionskurve ist auf der Seite "Filterexperimente - Nomenklatur" der Freunde der Nacht zu sehen, dort bis "Farbkonversion" scrollen.

Nun kam die grosse Überraschung! Auf einmal war die Venus nicht nur sehr gut definiert, sondern auch die atmosphärische Dispersion wurde sofort erkennbar. Dies war zuvor weder ungefiltert noch mit Gelbfilter oder Polfilter der Fall. Mit den 82A aber war die Dispersion zu sehen: zum Horizont hin also ein rötlicher Venusrand, vom Horizont weg bläulich.

Die atmosphärische Dispersion so klar zu sehen gelingt nur, wenn das optische System praktisch apochromatisch ist. Mit anderen Worten: es scheint so zu sein, das der 82A Filter einen leichten Gelb/Orange/Rotüberschuss im Bild des Zeiss 20x60S "wegkorrigiert"!

Ein Blick zum Jupiter bestätigte die Wirkung. Auch hier war mit den 82A Filtern die Planetenscheibe wesentlich schärfer definiert als filterlos oder mit Gelbfilter.

CS, Christopher
 
Interesanter Bericht.
Mal eine Frage nebenbei, da Du ja ein Teleskop erwähnt hast.
Ist die Beobachtung mit einem Astro Fernglas ähnlich wie mit einem Teleskop doppelter Öffnung jedoch mit einem Binokularaufsatz?
 
Hallo Roonen,

Nein, es ist ganz anders. Zum Einen ist ein Handfernglas eben viel handlicher, schneller aufgebaut, wird mehr benutzt, und in einer kurzen Beobachtunssession kann eine Vielzahl von Objekten mühelos angeschaut werden mit ständigem Wechsel zwischen den Objekten. In der Stunde, von der ich in meinem Bericht erzähle, habe ich die fünf Planeten immer wieder abwechselnd besucht und dazwischen ein Dutzend Deep-Sky-Objekte angeschaut. Also in der Summe etwa 40mal ein Objekt "angefahren", über den ganzen Himmel verteilt, mehrfacher Filterwechsel eingeschlossen. Das wäre mit einem 120mm Teleskop auf Stativ nicht wirklich praktikabel in einer Stunde.

Zweitens kann ein Fernglas bei geringer Vergrößerung eine günstigere Austrittspupille (AP) für eine gegebene Anwendungssituation liefern und kann, drittens, bei geringen Vergrößerungen ein weiteres reales Feld zeigen als ein Teleskop plus Binoansatz weil der Binoansatz auf 1,25-Zoll-Okulare begrenzt ist.

Es liessen sich wohl mehr Vorteile des Fernglases anführen - und natürlich auch Vorteile des Teleskops mit Binoansatz. Jedes System hat Vor- und Nachteile. Die Systeme "Fernglas" und "Teleskop mit doppelter Öffnung plus Binoansatz" sind aber auf jedem Fall ganz anders.

Gruss, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Okay, weil ich dachte mir statt ein Astro Fernglas auf Stativ zu holen, ein Celestron 8" zb zu kaufen mit Binokularaufsatz.
Ich weiß nicht so recht wo man sich beraten lassen kann um die Richtige Entscheidung zu treffen. Das Zeiss hat halt nur 20fach
 
Okay, weil ich dachte mir statt ein Astro Fernglas auf Stativ zu holen, ein Celestron 8" zb zu kaufen mit Binokularaufsatz.
Ich weiß nicht so recht wo man sich beraten lassen kann um die Richtige Entscheidung zu treffen. Das Zeiss hat halt nur 20fach
Ein Unterschied wurde ja beschrieben, und ein C8 kann selbst mit passendem Binoansatz (also falls fokussierbar) nicht unter 60x. Das ergibt gerade mal 1° reales Feld.
 
Was ich jedoch meinte ist, wie der Unterschied zwischen einem 100mm Astro Fernglas auf Stativ mit zb 100x Vergrößerung und einem zb 8" Celestron mit einem Binokularaufsatz mit ebenfalls 100x wäre. Ist das Bild dann vergleichbar?
 
Hallo Roonen und andere - bitte diese Frage nicht weiter hier vertiefen. Roonen, wenn Du möchtest, kannst Du im "Teleskope" Board einen Thread mit dieser Frage starten. Ich werde gerne dort antworten und bin mir sicher, dass einige andere das auch in aller Ausführlichkeit tun werden.
Das hier ist ein Thread über ein ganz spezielles Fernglas, nämlich das Zeiss 20x60S. Es wäre schade, wenn es durch Completely-Off-Topic-Diskussionen verwässert würde.
Gruss, Christopher
 
In Post #137 habe ich über den positiven Effekt des Hoya 82A Filters bei der Planetenbeobachtung mit dem 20x60S berichtet. Heute nutzte ich die schöne Begegnung von Venus, Saturn und Mond um zu schauen, ob der Effekt sich erneut zeigen würde. Diesmal waren die zwei Planeten bei 10° Horizonthöhe vor leicht gelb/orangem Himmelshintergrund (Abenddämmerung). Sie standen etwa 1° auseinander am Himmel auf fast gleicher Horizonthöhe.

Die Venus überstrahlte ungefiltert erheblich. Mit dem Filter auf beiden Objektiven wurde die Überstrahlung substanziell zurückgenommen, das Planetenbild dadurch schärfer/klarer, die Phase deutlich zu sehen und zu halten.

Der Saturn war ungefiltert geisterhaft zart in der Dämmerung, die Hellligkeit der Ringe geringer als jene der Scheibe. Mit Filter stand der Planet ein wenig besser definiert da und der Eindruck zwischen Ringe und Scheibe schauen zu können, den ich schon ungefiltert hatte, wurde etwas bestimmter, allerdings weiterhin unsicher (für eine Abklärung hätte ich das Glas auf ein Stativ schnallen müssen, wollte aber wertvolle Minuten dieses himmlischen Schauspiels nicht damit verpassen).

Auch beim Jupiter, viel höher am Himmel und somit vor dunkelblauem Hintergrund, brachte der Filter ein schärferes, kontrastreicheres Bild.

Der Mond stand auf gleicher Höhe mit Venus/Saturn, etwa 5° östlich von ihnen, eine frische Sichel nur 5% beleuchtet. Mit fortschreitender Dämmerung wurde im Erdenschein auf der von der Sonne unbeleuchteten Fläche ein reiche Fülle von Albedodetails sichtbar, wunderschön. Auch - vielleicht besonders - hier bringt die 20fache Vergrößerung einen wesentlichen Gewinn gegenüber 15fach. Am Mond konnte ich keine Verbesserung durch den Filter sehen, sondern bevorzugte die ungefilterte Ansicht, die ein wenig heller war und somit die Albedodetails besser zeigte.

CS, Christopher
 
Ich hatte vor einer Weile mal eine Gelegenheit nachts durch ein 20×60S zuschauen. Das fand ich recht ernüchternd: Das Bild war bei gedrücktem Knopf nicht so zitterig, wie es bei »geparkter« Stabilisierung der Fall war, aber es hat sich immer noch reichlich bewegt. Die Stabilisierung wirkte wie ein Tiefpaßfilter, aber ernsthaft beobachten konnte ich damit nicht. Ich habe es damals auch mal mit umgedrehtem Fernglas versucht, mit dem Entriegelungsknopf auf dem Daumen. Gleiches Ergebnis. Ist das bei Euren 20×60S auch so, oder klingt meine Schilderung für Euch so, als hätte ich es mit einem Exemplar zu tun gehabt, das nicht ganz in Ordnung war?

CS
Paul
 
Zum Gruße !
Was bedeutet »geparkter« Stabilisierung?
MfG Bernd
 
Die Stabilisierung ist digital, on oder off :)

Also ich bin mit dem Stabi des 20x60 zufrieden und sehe ihn auf Augenhöhe mit dem Canon 15x50
Aber er ist anders und wenn man den Canon Stabi gewohnt ist mag er am Anfang schlechter erscheinen.

Wenn der Stabi des Canon schwächelt produziere ich kurz ein manuelles Mikrozittern, dadurch wird das Bild ruhiger und bleibt es auch wenn man mit dem Zittern wieder aufhört.
Beim Zeiss geht das natürlich nicht und es verhält sich auch bei Schwenks anders, es hat nicht dieses "Nachziehen" welches die Canons manchmal haben.
Das bedeutet aber auch, dass das Zeiss bei Schwenks oder kleinen Bewegungen die über Mikrozittern hinausgehen versucht das Objekt zu halten.
Es lässt Schwenks zu was manche als Bewegung beschreiben könnten.

Generell kompensieren die Stabis das Mikrozittern gut grobere Bewegungen werden aber zugelassen, was meiner Meinung nach auch sinnvoll ist.

Mir persönlich gefällt der Stabi des Zeiss besser, er ist "ehrlicher" und berechenbarer.
Im Gegensatz dazu würde ich den der Canons vielleicht als "schwammig" bezeichnen.

Aber ich würde den Unterschied nicht als besser oder schlechter beschreiben, anders halt und man muss sich bei jedem Glas darauf einstellen.

Grüße Jochen
 
Mit geparkt meinte ich, daß man nicht auf den Knopf für den Stabilisator drückt, dieser also nicht aktiv ist. Dann verhält sich das 20×60S ja wie ein normales Fernglas.

Danke für die Beschreibung, Jochen. Ich bin nur leider den Canon-IS nicht gewohnt, den habe ich noch nie erlebt. ;-)

Wie ist das bei Euch, wenn Ihr Jupiter anschaut? Könnt Ihr da die drei/vier hellsten Monde einfach zählen (auf einen Blick oder in weniger als zehn Sekunden), oder ist das Bild so unruhig, daß es eine Weile dauert, die Monde nacheinander einzeln auszumachen?

CS
Paul
 
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