Plejaden EBV sehr schwierig

komposer

Aktives Mitglied
Hallo,

ich beiße mir da gerade die Zähne aus und will jetzt erst einmal wissen ob mein Ausgangsmaterial einfach zu wenig Signal enthält oder ob das normal ist und mit entsprechend guter Nachbearbeitung der Nebel herausgearbeitet werden kann.

Die Ausgangslage:
12.10.2024 ab ca. 0:45 Uhr mit Asi462mm und Gelb&IR-Cut Filter mit dem Carl Zeiss Jena Sonnar 135mc bei F5,4 - 426 x 15 sek Lights bei gain 150 = 106,5 Minuten
Schön klare Luft bei guter Transparenz Vorstadtlage, mittlere Lichtverschmutzung.

Hier ein Light:
Deepsky_121024_010105v_f001.jpg

Ok, das da nichts zu sehen ist überrascht mich noch nicht.
Jetzt das fertige Summenbild getsackt mit fitswork:
Zielbild-plejaden-121024-gelb.jpg

Naja, schon wenig Nebel zu sehen, eher enttäuschend.
Starnet++ entsternt:
Zielbild-plejaden-121024-gelb-os.jpg

Und ein paar mal an der Kurve geschraubt:
Zielbild-plejaden-121024-gelb-os-g4.jpg


Milchige Flecken mit wenig Details / Kontrast.

Ursachenforschung:
- am Gelbfilter liegt es nicht, habe letztes Jahr mit 55mm Objektiv verglichen, kaum ein Unterschied:
plejaden-ani-test.gif


Wieso kommt so wenig Nebel auf dem neuen empfindlichen rauscharmen Sensor ?
1) Einzelbelichtung zu kurz bzw. Gesamtbelichtungszeit von 106,5 Min. reicht nicht aus ?
2) mittlere Lichtverschmutzung schon zu viel, es braucht dunlklen Landhimmel ?
3) Altes M42 Objektiv / Glas nicht für den schwachen Nebel geeignet ?
4) andere mögliche Gründe ?

Oder ist ein so schwacher Nebel samt blassen Strukturen im Summenbild normal ?
Ich habe erst einmal nur in Gimp die Farbkurve bearbeitet, also vorsichtig versucht nur den Nebel zu erhöhen.
Aber das sieht schnell unschön aus und Strukturen sind kaum vorhanden. Muss ich da anders vorgehen ?

Ich finde das bei den Plejaden echt extrem schwierig, der Nebel ist sehr schwach, vielleicht könnt ihr mir da etwas weiterhelfen oder auch beruhigen, falls das normal ist.

Gruß,
Holger
 
Hi Holger, nach meinem Gefühl scheint weniger als 2h bei F5.4 etwas zu wenig.
Ich glaub nicht, dass Glas daran Schuld sein kann. Ein schlechtes Glas erzeugt CA, Halos, gosting,... aber wohl kaum Signalverlust, denn Du kannst ja noch durchschauen, oder ;-).

Man könnte jetzt auch vermuten, dass der Gelbfilter zuviel Blau abschneidet, aber in deinem Bild sieht man ja auch keine Nebel um die Plejaden, die ja eher im grünlich rötlichen "leuchten", also auch das bestärkt mich in der Annahme, dass es einfach zu kurz ist besonders bei F5.4.

CS
tralfi
 
Danke tralfi,

ich habe noch 851 x 10 sek vom 21.10.23 mit dem Summenbild werde ich das auch noch addieren.

Sollte ich eine sternlose Version barbeiten oder lieber gleich mit Sterne ?
Was ist da üblicher / besser ?

Gruß,
Holger
 
Jetzt taucht gerade in der Bildergalerie wieder ein schönes Plejaden-Bild auf.
Mit Filter: Optolong LPro

Macht der vielleicht auch einen großen Unterscheid aus ?

Gruß,
Holger
 
Hi Holger,
ich stacke mit sirilic, dann entsterne ich in Siril und lasse mir das sternlose Bild im autostretch anzeigen.
Damit weiß man, ob sich eine Bearbeitung überhaupt schon lohnt.
CS
tralfi
 
Hi Holger,

Ich bin der Ersteller von einem der "schönen" Plejaden-Bilder in der Galerie :)
Ich hab nur mal zum Testen einen Optolong Filter verwendet und weil ich mochte was ich gesehen hab, hab ich ihn auch gelassen.

Wenn ich du wäre, würde ich es mal mit längeren Einzel-Belichtungen versuchen. Ich weiß, dass es rein theoretisch weniger bis gar keinen Unterschied machen sollte, aber du siehst dann wenigstens mal, ob du Nebel aufnimmst, oder nicht.

Hier mal der Unterschied Einzelbelichtung (180 Sek) und fertiges Bild:

Light_M 45_180.0s_Bin1_gain100_20241012-002244_-10.0C_0033.jpg
M45.jpg


Ich hoffe du bekommst das noch hin.

LG Christian
 
würde ich es mal mit längeren Einzel-Belichtungen versuchen. Ich weiß, dass es rein theoretisch weniger bis gar keinen Unterschied machen sollte, aber du siehst dann wenigstens mal, ob du Nebel aufnimmst, oder nicht.
Danke für den Hinweis.
Diese Theorie begenet mir auch häufiger im Internet und ich bin da doch misstrauisch ob das wirklich keinen Unterchied macht.
Muss ich sehen was ich da meiner selbst gebastelten Nachführung zumuten kann. Vielleicht gehen auch 30 Sek.

Hast du das Bild eigentlich ohne sternlose Version bearbeitet ?
Kann ich mir allerdings kaum vorstellen, denn die Sterne im Endergebnis sehen dem Einzelbild recht ähnlich, gar nicht aufgebläht.
Falls Du das doch ohne Entsternen hinbekommen hast, wäre es für mich sehr interessant, wie du die Sterne dabei so klein halten konntest ?

Hier kommt starnet++ mit meinem Bild nicht so richtig klar. Ihr seht das ja oben besonders gut in der etwas bearbeiteten Version.
Da tauchen dunkle Ringe um die entfernten Sterne auf. Sieht insgesamt auch nicht gut aus.
Die frühere Version habe ich damals schon ohne entsternen bearbeiten müssen.

Darauf läuft das hier wahrscheinlich auch hinaus. Mal sehen wie ich dabei die Sterne in den Griff bekomme...

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt taucht gerade in der Bildergalerie wieder ein schönes Plejaden-Bild auf.
Mit Filter: Optolong LPro

Macht der vielleicht auch einen großen Unterscheid aus ?

Gruß,
Holger
Hallo Holger

Filter bringen bei Reflexionsnebel wenig. Das meiste Signal kommt im blauen und danach im grünen.

Die plejaden sind schon ziemlich hell. Nach zwei Stunden kommt man zwar nicht auf die Staubwolken drum rum aber die Reflexionsnebel kann man schon gut durchstrecken.

Wo die plejaden stark verlieren ist bei Mondschein und generell bei lichtverschutzung im Kontinuum. Also alles was so hell ist dass das blau über den Himmel streut.

Grüße
Joachim
 
Ich habe vor einiger Zeit auch mal die plejaden aufgenommen mit nicht ganz zwei Stunden mit Blende 6,24. ich hab einen eher mäßigen bortle 4 Himmel.


Ich strecke mein Zeug nicht mit Gewalt durch aber ansonsten ist da schon alles optimal unter meinen Randbedingungen. Das ist das was man da maximal erwarten kann.
 
Danke für den Hinweis.
Diese Theorie begenet mir auch häufiger im Internet und ich bin da doch misstrauisch ob das wirklich keinen Unterchied macht.
Muss ich sehen was ich da meiner selbst gebastelten Nachführung zumuten kann. Vielleicht gehen auch 30 Sek.

Hast du das Bild eigentlich ohne sternlose Version bearbeitet ?
Kann ich mir allerdings kaum vorstellen, denn die Sterne im Endergebnis sehen dem Einzelbild recht ähnlich, gar nicht aufgebläht.
Falls Du das doch ohne Entsternen hinbekommen hast, wäre es für mich sehr interessant, wie du die Sterne dabei so klein halten konntest ?

Hier kommt starnet++ mit meinem Bild nicht so richtig klar. Ihr seht das ja oben besonders gut in der etwas bearbeiteten Version.
Da tauchen dunkle Ringe um die entfernten Sterne auf. Sieht insgesamt auch nicht gut aus.
Die frühere Version habe ich damals schon ohne entsternen bearbeiten müssen.

Darauf läuft das hier wahrscheinlich auch hinaus. Mal sehen wie ich dabei die Sterne in den Griff bekomme...

Gruß,
Holger
Hi Holger,

Also mein Workflow ist normalerweise Stacken --> BlurXterminator --> NoiseXterminator (manchmal verwende ich NoiseXterminator auch erst, wenn ich die Sterne schon entfernt habe. Ich teste immer Beides und entscheide mich dann für eines) --> Graxpert oder Auto-Dynamic-Background-Extraction --> StarXterminator --> StarStretch von SetiAstro auf das Sternen-Bild --> Sternenloses Bild Strecken und Bearbeiten --> Rescreenen von Sernenlosem Bild und Sternen-Bild --> Feinschliff

Also ja, ich bearbeite Nebel immer sternelos, weil ich sonst, wie du schon gesagt hast, die Sterne so aufblähe.

LG
Christian
 
Hallo Holger, am Öffnungsverhältnis allein kann es nicht liegen, denn mit meinem 10“ Newton war bei f/5.6 schon einiges zu sehen bei einem Schnappschuss mit nur 52 x 60s: Messier 45

Die Bedingungen waren ebenfalls richtig mies (sind es leider seitdem auch fast durchgängig geblieben hier :()

Die Bearbeitung war ohne Starnet, nur mit GHS in Siril um die Sterne nicht zu sehr auszubrennen.

SQM ist hier 21.47 mag./arc sec2 laut light pollution map.

Die Pixel der EOS haben 4,3 x 4,3µm, ich vermute die deiner neuen Kamera sind kleiner?
 
bei den Plejaden ist ein Gelbfilter suboptimal
Das wird es sein. Da blockt man meiner Meinung 80% des Signals.

Dazu noch die kurze Belichtungszeit mit den kleinen Pixeln. Das wird mit der Kamera aber nicht so extrem viel Schwund verursachen.

Ich würde es einfach mal nur mit dem IR Cut probieren und dann ganz normal RGB für die Farbe drauf legen. Also einfach ein LRGB sozusagen.
 
Hab hier mal eine Spektroskopie der Plejadensterne gefunden: https://www.schuelerlabor-astronomi...ektroskopie-des-Sternhaufens-der-Plejaden.pdf
Das Maximum des Spektrums scheint so bei ca. 500nm zu liegen. Sicher, der Gelbfilter ist nicht optimal, da er dazu führt, dass der blaue Bereich nicht durchkommt.
Ich würde aber eher auf 50% Verlust tippen.
Ich glaube, die Motivation für den Gelbfilter lag darin CA zu reduzieren. Ein Zielkonflikt.
Also doch lieber ein anderes Objektiv/Teleskop, damit man keinen Gelbfilter mehr braucht.
 
Danke für die zahlreiche Antworten.
Ich glaube, die Motivation für den Gelbfilter lag darin CA zu reduzieren.
Genau das ist der Grund. Man sieht das ja in meiner Ani oben sehr gut. Das ist bei der Sternabbildung ein riesen Unterschied, auch wenn das bei dem Test das 55mm Objektiv war. Mein IR Cut macht auch schon bei 380nm auf, nochmal kontraproduktiv bei den alten Objektiven.

Ich verwende den Baader Gelb-Filter, der macht ab ca. 470nm recht steil auf, bei 495nm ist er schon bei über 90%.
Mit dem 55mm Objektiv habe ich das dann letztes Jahr mit dem IR-Cut verglichen und extra die Plejaden ausgewählt, gerade aufgrund des hohen Blau-Anteils.
Und es war kaum ein Unterschied zu sehen, ähnlich viel Nebel aber viel bessere Sternabbildung.

Also ja, ich bearbeite Nebel immer sternelos,
Ok, aber wie ich sehe entsternst du recht spät. Das könnte ich mal ausprobieren. Oben hatte ich direkt das Summenbild entsternt. Das geht bisher eigentlich super aber hier eben nicht. Mit den Artefakten nicht verwendbar.

am Öffnungsverhältnis allein kann es nicht liegen, denn mit meinem 10“ Newton war bei f/5.6 schon einiges zu sehen
Ich habe vor einiger Zeit auch mal die plejaden aufgenommen mit nicht ganz zwei Stunden mit Blende 6,24.
Mit 24 x 5 Min. spricht vielleicht auch für längere Einzelbelichtungszeit, wobei die Asi462mm schon sehr rauscharm ist.

Bei den beiden Beispielen wurde aber eine viel größere Optik verwendet und da ist mir generell Folgendes schon bei meinem 12" F5 Dobson aufgefallen:
Bei nur 1 Sek. Belichtunsgzeit und vielleicht 20 Minuten gesamt landet bei vielen Deepsky Objekten mehr Nebel auf dem Sensor als mit kleiner Optik.
Ich meine, dass das schon einmal irgendwo diskutiert wurde. Vermutung: Bei der keinen Optik dominieren die vielen Sterne und der schwache Nebel geht darin mehr unter.
Beim 12er Dobson habe ich schon bei einigen Objekten überraschend viel von schwächeren Nebelgebieten aufnehmen können, trotz viel kürzerer Einzel- und Gesamtbelichtungszeit.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachtrag:

hier noch ein Vergleich an M31, auch mit 55mm bei F2.75.
m31-151023-test-ani.gif

Sterne besser, Galaxie ähnlich viel Signal. War jetzt zwar das 55mm Objektiv bei F2.75.
Aber das dürfte ja gegenüber dem Sonnar 135mm F5,4 egal sein.

Ich hatte ja schon mit einem Astronomik L3 Sperrfilter geliebäugelt aber bei den Testergebnissen bin ich da unschlüssig.
Nachher bringt das an Nebel / Galaxie kaum einen Unterschied gegenüber dem Baader Gellbfilter aber vielleicht schon wieder eine schlechtere Sternabbildung.

Gruß,
Holger
 
ja, über Einfluss der Größe der Optik findet man auf Youtube so Einiges.
Cuiv hatte letztens was erklärt.
Es kommt eigentlich aufs F an. Zwei unterschiedlich Brennweiten sollten bei gleichem F die Objekte "gleich hell" abbilden, jedoch in unterschiedlicher Größe.
Jedoch muss man auch bedenken, das man bei einer größeren Optik prinzipiel mehr Details sieht.
Also aus einem kleinen undefinierten schwachen Klecks bei 55mm wird etwas Schwaches aber trotzdem Strukturiertes bei einem 12zöller. Und beim Letzteren kann man auch noch binnen (bei einem 12zöller wird man dabei vermutlich kaum "Auflösung" verlieren aber SNR gewinnen).
 
Danke tralfi,

ich versuche gerade den Artefakten beim Entsternen mit starnet++ auf die Schliche zu kommen.
Es macht tasächlich viel aus wie viel das Summenbild vorgestretcht wird.
ich habe 4 Varianten getestet. Das Summenbild wird bei fitswork direkt nach dem Stacken schon etwas gestretcht.
1) Etwas dunkler, weniger Gamma
2) normal, so wie es von fitswork erstellt wurde
3) mehr gestretcht, gamma höher und noch den rechten Histogrammrand etwas weiter nach innen verschoben.
4) zusaätzlich in gimp die Farbkurve beim Nebel erhöht und beim Hintergrund gesenkt um den Kontrast zu erhöhen
Zielbild-plejaden-121024-starnet-ani.gif

Die letzte Version finde ich am besten, nur links sehe ich noch einen dunklen Kringel. Mal sehen wie ich den noch in den Griff bekomme...

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

bei 65 mm Öffnung und f4,9 hab ich das in 29 x 60 Sekunden hinbekommen. Astronomik L2 Filter, also im Grunde nur UV/IR Cut. Längere Einzelbelichtungen bringen nicht mehr Signal. Dass bei Dir so wenig ankommt, verstehe ich nicht, Mein Bild ist auch nicht entsternt worden beim Bearbeiten.

LG Olaf

IMG_3823.jpeg
 
Hi Holger,
Ja, vorstretchen ist wichtig. Wenn man aus Siril starnet anwendet erfolgt gleich ein pre-stretch. Aber dein entsternen hat auch richtig gut funktioniert. Man sieht ja gar keine Artefakte mehr.
Vermutlich sind deine Daten doch nicht so dünn. Versuch doch mal in Siril die GHS bevor Du in Gimp den letzten Schliff verpasst. Das ist wie Zauberei. Man braucht aber etwas Übung.
VG+CS
 
Hast du eine neuere Version von Siril?
Ich glaube die GHS ist seit letztem Jahr dabei. Steht im Menü irgendwo über oder unter Histogram Transformation.
 
Bei der neuesten Version ist unter dem Reiter „image processing/Bildbearbeitung“ ein eigener Auswahlpunkt „Generalized Hyperbolic Stretch“ bzw „verallgemeinerte hyperbolische Streckung“.

Die Anwendung ist auf den ersten Blick nicht sehr intuitiv. Ich habe mir damals einen Spickzettel geschrieben, als Zusammenfassung irgend eines Tutorials aus dem Internet:

1. Histogramm logaritmisch darstellen, horizontal zoomen 100%

2. SP festlegen: auf Punkt direkt links vom Maximum klicken (Skizze 1 Anhang ) -> Wert wird als SP übernommen

3. b auf Maximum (15) setzen

4. ln(D+1) justieren, wert ca auf 3 bis 4 setzen und auf „anwenden“ klicken

5. Schwarzpunkt angleichen (kann auch später erfolgen). Unter „Art der Streckung“ lineare Streckung (Schwarzpunkt) wählen, BP Wert anpassen: auf logarithmisch dargestelltem Histogramm möglichst dicht links von Start der Linie klicken ( Skizze 2 Anhang)

6. Wieder zu GHS wechseln, und wiederholt strecken bis die Kurve annähernd etwa so aussieht wie die angehängte Skizze 3 (natürlich auch unter optischer Bewertung des Ergebnisses)

Das ist natürlich nur eine Grundlage, auf deren Basis man je nach Aufnahme dann selber experimentieren muss. Aber ich denke man sieht dadurch wie GHS funktioniert.

Was wirklich total super ist: durch den „Lichterschutzpunkt“ (HP) kann man die rechte Seite des Histogramms nach dem Strecken wieder niedriger machen, um ein ausbrennen heller Bereiche zu vermeiden. Das hilft sowohl beim Strecken von sternlosen Bildern mit hohem Dynamikumfang, als auch bei der „Schnellbearbeitung“ von Aufnahmen zusammen mit den Sternen, wie dem M45 Bild was ich oben gepostet habe.

Ich finde wenn man etwas Übung damit hat kommt man viel besser zurecht als mit den alten Streck-Funktionen. Man hat deutlich mehr Kontrolle darüber was man macht, und die Ergebnisse werden entsprechend besser.
 

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Danke für die Anleitung.

1. Histogramm logaritmisch darstellen, horizontal zoomen 100%
Also Zoom Faktor 1 ?

4. ln(D+1) justieren, wert ca auf 3 bis 4 setzen und auf „anwenden“ klicken
Da kann ich vielleicht auf 0.3 gehen, ansonsten ist das viel zu hell.
War aber auch schon vor dem entsternen vorgestretcht.

Muss mich da erst einmal vertraut machen aber wunder wird es bei dem schwachen Ausgangsmaterial wohl nicht bewirken.

Gruß,
Holger
 
Ich verwende den Baader Gelb-Filter, der macht ab ca. 470nm recht steil auf, bei 495nm ist er schon bei über 90%.
Mit dem 55mm Objektiv habe ich das dann letztes Jahr mit dem IR-Cut verglichen und extra die Plejaden ausgewählt, gerade aufgrund des hohen Blau-Anteils.
Das ist eigentlich noch ganz ok für Reflexionsnebel. Meine Erfahrung ist, dass bei 500nm noch gut was durchkommt. Das meiste wird aber trotzdem verloren gehen.

Wenn das Objektiv bei 380nm schon so extrem CA zeigt, dann kann das wenn überhaupt nur mit einem Astronomik L3 funktionieren. Der macht bei 420nm auf, der L2 bei 390nm. Das ist halt keine Garantie. Wenn das Objektiv tagsüber schon Farbe zeigt, wird das aber vermutlich nicht komplett weg sein. Es sollte auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung der Qualität im Vergleich ohne Filter sein und mit dem sollte auch deutlich mehr Signal im Blauen reinkommen. Mit dem Gelbfilter hast du ja nur einen kleinen Teil blaues Licht eingefangen.

Es ist dann natürlich auch die Frage, wie das Bild mit einem normalen Blaufilter aussieht. Normalerweise spielt CA mit einer Mono und Inteferenzfarbfiltern keine große Rolle, wenn das Objektiv einigermaßen korrigiert ist. Wie das hier ist, kann ich nicht sagen.

Eine Alternative zur Luminanz ist natürlich einfach RGB aufzunehmen und dann daraus eine synthetische Luminanz zu machen. Ich mache das gerne, wenn es um maximale Auflösung geht, da mein Apo gegen Blau korrigiert ist und es gegen die CA im Roten praktisch keinen Filter gibt. Eine Stunde synthetische Luminanz ist in dem Fall ca. eine halbe Stunde echte Luminanz wert, würde ich sagen.

Ich habe auch mal meine 2h Plejaden komplett hochgezogen, damit du siehst, was im Hintergrund ist und wie der Sterne aussehen, wenn ich kein Starnet verwende. Normalerweise strecke ich den Hintergrund bei sowas nicht voll durch. Die Strukturen im Hintergrund sind mir dann zu schammig. Bearbeitet habe ich nur mit Graxpert und Siril.

Die helleren Sterne laufen dann schon etwas aus, wenn ich die nicht getrennt bearbeite. Die schwächeren sind aber intakt.

An sich muss da bei dir aber mehr gehen. Von der Technik hätte ich beide Kameras auf der selben Generation gesehen. Die Canon R hat vielleicht 10% weniger QE, aber dafür viel größere Pixel, rauscht aber wiederum mehr. Ich über den Daumen hätte ich geschätzt, dass die 462 mit 2x2 Binning etwas bessere Tiefe erreichen sollte als meine R. Ohne Binning ist die R sicher deutlich vorne, aber halt nicht so, dass man da gar nichts mehr sieht. Ich hätte erwartet, dass du nach 2h den blauen Reflexionsnebel in den Plejaden auf 100% hochziehen kann, während die braunen Dunkelwolken außen rum zumindest angedeutet sein sollten. Da ich schonmal deine Rohstacks bearbeitet habe, weiß ich, dass du schon in der Lage bist, Bilder so zu bearbeiten, dass die das zeigen, was drin ist.

Dass da weniger zu sehen ist, würde ich daher in der Reihenfolgen diesen Ursachen zuordnen:
- der Gelbfilter
- hellerer Himmel
- die kurze Belichtungszeit

Auf die kurzen Belichtungszeiten würde ich nicht mal so viel wetten. Mit der 462 bist du bei deinem Himmel sicher nach 20s rum hintergrundlimitiert. Erst recht in der Luminanz. Die Kamera rauscht ja fast nicht, dein Ruhrpotthimmel schon.

r_pp_Plejaden_crop_GraXpert_durchgestreckt.jpg
 
Hallo Holger, das habe ich etwas widersprüchlich formuliert, der Zoom Faktor muss auf 100 damit das absteigen und anschließende abfallen des linken Rands des Histogramms in der logarithmischen Darstellung zu sehen ist (also wäre der Ausschnitt 1% und nicht 100% wie ich geschrieben habe)

Streckfaktor 3 bis 4 für das erste strecken passt bei meinen Aufnahmen aber meistens. Die sind allerdings davor noch nicht gestreckt, da ich die anderen Funktionen zum Strecken nicht mehr nutze seitdem es GHS gibt.
 
Normalerweise spielt CA mit einer Mono und Inteferenzfarbfiltern keine große Rolle, wenn das Objektiv einigermaßen korrigiert ist. Wie das hier ist, kann ich nicht sagen.
Das sind ja die alten M42 Objektive, hier bei den Plejaden das Carl-Zeiss Jena Sonnar135mc.
Am Beispiel der Plejaden mit demm 55mm Auto Revuenon weiter oben sieht man die viel bessere Sternabbildung mit Gelbfilter.

Ich hätte erwartet, dass du nach 2h den blauen Reflexionsnebel in den Plejaden auf 100% hochziehen kann, während die braunen Dunkelwolken außen rum zumindest angedeutet sein sollten.

Ich habe das ja noch nicht zu Ende bearbeitet.
Hier z.B. ein Zwischenergebnis:
plejaden-121024-gelb_test.jpg

Habe nur zur Probe die Sterne wieder hinzugefügt. Links der dunkle Kringel des entsternten Bildes ist noch nicht bearbeitet.
Vielleicht macht es auch Sinn erst einmal abzuwarten und noch mehr Lights zu sammeln.
Wenn Starnet gut läuft eventuell nur mit dem IR-Cut. Die Sterne kann ich ja dann aus der Gelbfilter-Aufnahme verwenden.
Für die Farbe muss ich dann auch nochmal eine Nacht mit der Asi120mc einplanen. Ich habe zwar noch die 55mm Aufnahme aber schön ist anders.

100 Euro würde ein L3 Filter kosten aber ich befürchte fast, dass ich nacher eher enttäuscht bin, minimal mehr Nebel und schlechtere Sternabbildung.
Mal sehen, ich werde wahrscheinlich erst einmal mit vorhandenen Equipment weiterarbeiten.
Jetzt stört ja erst einmal der Mond, es wird also noch dauern und das Wetter muss ja auch noch mitspielen.

Gruß,
Holger
 
Ich hab jetzt gar nicht alles durchgelesen - man verzeihe mir also, wenn meine Antwort womöglich redundant ist…
Für die Plejaden würde ich keinen, oder max nen UV/IR-Cur falls nötig verwenden. Und dann darf das alles eigentl. kein Problem sein. Ich hab mit meiner A7iv, der modifizierten A7r, und auch mit der ASI2600 wunderbare Ergebnisse erzielt. Mit unterschiedlichsten Brennweiten. OK, die ASI462 ist vielleicht nicht die ideale Cam für Nebel und so, aber sollte auch gehen. Daher wundert mich das sehr. Ich hatte nie mehr als 1h Gesamtbelichtungszeit bislang. Für die einzelnen Frames bin ich normalerweise bei rund 60s geblieben, damit mir die hellen Sterne nicht voll ausbrennen…
 
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