Plejaden EBV sehr schwierig

Oder beim Stacken ist etwas schief gegangen. Bei einer Stunde Belichtungszeit müsste wesentlich mehr sichtbar sein - trotz schlechtem Seeing und Lichtverschmutzung.
 
Hmmmm, vielleicht ist mein Standort doch lichtverschmutzter als angenommen, oder die Nacht doch weniger optimal als gedacht.

Gruß,
Holger
Hallo Holger,

nein, ich lebe im Dreieck Köln/Leverkusen/Düsseldorf. Du wohnst sicher nicht lichtverschmutzter. Du bekommst ansonsten ja auch die dollsten Ergebnisse hin, dass die Plejaden nicht klappen, ist mir ein völliges Rätsel. ;)

LG Olaf
 
Danke Olaf, dass beruhigt.

Naja bleibt noch die Transparenz, vielleicht ja doch nicht so gut wie gedacht.
Aber ich habe die Plejaden ja schon häufiger aufgenommen, die waren immer problematisch, bzw. vom Nebel kaum etwas zu sehen.

Ich werde demnächst auch mal 2x2 Binning aktivieren und die Belichtungszeit erhöhen, nur testweise ob da dann was im Livebild zu sehen ist.

Gruß,
Holger
 
Nachtrag:

ich hatte ja an dem Abend eigentlich mit meinem neuen Projekt: Blasennebel mit 135mm Sonnar begonnen. (ab ca. 20 Uhr)
Dann stand Saturn mit der Titan Verfinsterung im Fokus, also Deepsky gegen 23:30 Uhr abgebrochen aber die gut eingenordete Monti stehen gelassen.

Tja und dann gegen 00:30 Uhr konnte ich den Plejaden nicht widerstehen, schließlich stand die Monti noch da, außerdem konnte ich so noch die Zeit bis zum Jupiter sinnvoll nutzen. Ich wollte da eh länger aufbleiben.

So stehen jetzt 2 Objekte auf meinem Plan.
Früh am Abend der Blasennebel und später die Plejaden.

Beim Blasennebel ist H-Alpha mit Rotfilter/ OIII und eine Sequenz mit Asi120mc geplant.
851 x 15 Sek. mit Rotfilter sind da jetzt schon zusammengekommen und da konnte man schon im Livebild hellere Teile des Nebels schwach erkennen und so ist auch bei der Berabeitung mehr zu sehen:
blasennebel-111024-rg610.jpg

Ist nur ein Zwischenstand, noch nicht komplett bearbeitet aber schon auf Anhieb besser als bei den Plejaden.

Naja, mal sehen wie es da weitergeht. Ich sehe aber schon wieder den Konflikt mit den Planeten auf mich zukommen.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

also das Sonnar135 zeigt bei F5.4 anders als das 55mm Objektiv keine schlechtere Sternabbildung / Halos nur mit IR-Cut Filter.
Ich habe das zwar noch nicht bei den Plejaden getestet aber bei M33:
gelb&Ir-Cut
Zielbild-m33gelb-135mm-271024h.jpg

nur IR-Cut
Zielbild-m33ircut-135mm-311024h.jpg

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,
der Gelbfilter hat einen Verlängerungsfaktor von 1,5x.
Ebenso leistet ein leichter Gelbfilter gute Ergebnisse an einem Achromaten, da er den Blauanteil eliminiert.
Das bläuliche Leuchten der Plejaden Nebel ist polarisiertes Licht! Es schwingt nur in einer Ebene. Richtig gut kann in diesem Fall nur ein Spiegel solches Licht einfangen. Bei mir kommt auch erst jenseits von 2h BLZ etwas Nebliges zum Vorschein.
VG Frank
 
Hallo,

Richtig gut kann in diesem Fall nur ein Spiegel solches Licht einfangen.
Anscheinend, denn gestern Nacht konnte ich nur mit IR-Cut ordentlich nachlegen:
831 x 15 gain 150 ircut
Hier das vorgestretchte Summenbild aus fitswork:
Zielbild-plejaden-021124-ircut.jpg


Vielleicht ein wenig mehr Nebel aber leider auch deutlich größere Halos bei den hellen Sternen.
Mal sehen wie starnet später damit klar kommt. Die Sterne werde ich wohl eher aus der Gelbfilter Aufnahme verwenden.
Dann alle Summenbilder addieren und entsternt bearbeiten aber viel Hoffnung habe ich ehrlich gesagt nicht mehr.
Wahrscheinlich werde ich nicht noch mehr Zeit verschenden und keine weiteren Lights sammeln.
Da suche ich mir lieber ein neues besseres Objekt aus.

Gruß,
Holger
 
Nachtrag:
Tja, starnet kommt mit den Halos nicht gut klar:
Zielbild-plejaden-021124-ircutos.jpg

Habe dann die Sterne + Halos über Ebenen mit der Gelbfilter-Aufnahme eliminiert.

Tendenz bleibt bei hellen Sternen im Bild doch lieber mit gelb aufnehmen.

Nachtrag: Habe gerade erste Bearbeitungsschritte versucht und das ist totaler Mist.
Vielleicht versuche ich es nochmal ganz ohne Starnet und wenn das dann immer noch nichts wird waren die vielen Stunden gestern für die Tonne !

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
So, mir reicht es jetzt:
Zielbild-plejaden-021124-ircut_2mix-fitsworkg1crop3mist.jpg

Das ist doch der letzte Mist !

Ich stehe kurz davor alle Plejaden Dateien in den Papierkorb zu verfrachten.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,
ich kann deinen Frust gut verstehen! Hast du nicht einen kleinen Spiegel? Versuch vll merope, da ist das Blau ja am stärksten.
VG Frank
 
Hallo Frank,

ja den 76/300mm Selbstbau, gerade mal in Stellarium nachgesehen. Puh, ganz passen die dann nicht auf den kleinen Sensor.

Egal, jetzt habe ich gerade wieder das 400mm Beroflex im Einsatz. Ziel: Kokonnebel mit Rg610 Rotfilter.

Die klaren Nächte sind ja rar gesät, da will ich eigentlich nicht so viel Lehrgeld zahlen und hoffe, dass sich der Kokonnebel mehr lohnt.

Gruß,
Holger
 
Ach Holger,
der November ist eher Grotte! Pack dich warm ein! Lieber paar Socken mehr und Mütze nicht vergessen.
VG Frank
 
Hallo Holger,
hallo Leute,
ich will jetzt hier keine 300 Posts lang diskutieren, wie im anderen Forum, aber in der Deep-Sky-Fotografie geht es um Öffnung! Wie viel Öffnung hast du Holger ? 25mm! (bisschen mehr als mein Handy) Wie viel Öffnung hat der Kollege mit dem besseren Bild ?
Wenn du z.B. ein Auto abbilden möchtest und du hast 10 Bildpunkte zur Verfügung, ... geht nicht.
Hast du aber 50, dann bekommst du schon die Umrisse eines Autos hin. Hast du 500 erkennst du, dass es ein Sportwagen ist. Die Anzahl der detektierten Photonen macht das Bild. Deswegen haben wir lange Belichtungszeiten und/oder große Öffnungen.
Die anderen Faktoren kommen noch dazu: Vergütung, Lichtverschmutzung, Tau usw. und der Gelbfilter schluckt blau.
Und die Plejaden sind blau.
Viele Grüße
ralf
 
Ja aber den habe ich doch zuletzt weggelassen und daran lag es nicht.

Ja exakt, das ist die Öffnung meiner Aufsatzblende und so komme ich auf F5.4 und ich dachte das Offnungsverhältnis ist da entscheidend und die größere Öffnung mit entsprechender Brennweite liefert mehr Details.

Die anderen Faktoren kommen noch dazu: Vergütung, Lichtverschmutzung,
Das denke ich inzwischen auch, dass besonders der bläuliche schwache Nebel im Umgebungslicht untergeht und mein Vorstadthimmel der Hauptgrund ist.

Deswegen haben wir lange Belichtungszeiten
Das ist mir auch aufgefallen. Es heißt zwar häufig: Es kommt nur auf die Gesamtbelichtungszeit an
Aber es ist schon auffällig, dass bei den tollen Plejadenaufnahmen hier im Forum die Einzelbelichtungzeit weit über 1 Minute liegt.

Ich hatte zuzletzt bei 15 Sek. und Gain 150 schon recht große fast ausgebrannte Sterne.
Wie gehen dann z.B. 180 Sek. im aktuellen Plejaden Bild in der Galerie ?
Ist dann eigentlich der Nebel schon im Livebild zu sehen ?

Spielt da meine zwar rauscharme Asi462mm mit recht kleinen Pixeln und niedriger full well capacity eine wichtige Rolle ?
Ich könnte noch auf gain 80 runter gehen, ab da ist der HCG Mode aktiv und reduziert das Ausleserauschen deutlich.
Und dann, auch wenn es meine Nachführung kaum hergibt, testweise die Belichtungszeit auf 30-60 Sek. erhöhen.

Außerdem nehme ich für eine bessere Weiterverarbeitung mit virtualdub im Avi Format auf, also 8bit.
Aber ob da 12bit SER wirklich so viel mehr Nebel zum Vorschein bringt ?
Kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem kommt ja bei anderen Objekten genug auf dem Sensor an, nur die Plejaden zicken da so rum.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger,
nicht ganz. Es kommt tatsächlich bei einem einzelnen Gerät fast nur auf die Gesamtbelichtungszeit an. Die Einzelbelichtungszeit kann sehr klein werden. Voraussetzung ist: Du musst hintergrundlimitiert sein und, das Ausleserauschen deiner Kamera muss gering sein. Dieses addierst du nämlich jedes Mal mit beim Stacken. Aber unsere modernen Kameras haben sehr geringes Ausleserauschen.
Die Gesamtbelichtungszeit ist aber ja der "Trick", dass wir ganz schwache Details nach dem Stacken aus unserem Bild herauskitzeln können. Das hört sich profan an, -lange Belichtungszeit = tieferes Bild. ABER: der Grund ist ja der, dass wir so mehr Photonen sammeln können.
Welche Möglichkeit gibt es noch, mehr Photonen zu sammeln? Größere Öffnung!
Füllst du eine Badewanne mit einem Schnapsglas, brauchst du länger als mit nem Eimer.
Dein Vergleichsbild ist mit 5-facher Öffnung gemacht = 25 Mal so viele Photonen. Da spielt Bildbearbeitung dann keine Rolle mehr.
Ich habe dazu in "Astronomie das Magazin" einen recht ausführlichen Artikel geschrieben, Heft 43.
Viele Grüße
ralf
 
Tja, starnet kommt mit den Halos nicht gut klar:
Gibt es denn ein anderes Programm, welches Sterne und Hintergrumd besser trennen kann?

Ich versuche mich seit drei Monaten mit der Astrofotografie uund habe mir u.a. die Plejaden mit den Nebeln vorgenommen. Ich arbeite mit Siril und meine jetzigen Erkentnisse sind die, dass bei lichtschwachen Objekte es schon besser ist, eine höhere Belichtungszeit der Einzelaufnahme als viele Einzelaufnahmen mit niedriger Belichtungszeit zu haben. Bei den Plejaden habe ich es am gleichen Abend mal mit 1s, 2s und 5s (Bresser 90/500 und Sony Alpha 6000 normal) aufgenommen und die gestackten Serien mit StarNet getrennt. Die Hintergründe erreichten dann Min/Max Werte von 18,830 (1s), 59,1140 (2s) und 58,10131. Damit ist bei 5s die meiste Dynamik zu erkennen.
Mit den 5s habe ich so einigermaßen die Nebel herausbekommen, dass Laien mich für diese Bilder etwas bewundern ;)

An anderen Abenden habe ich mit höhere Belichtungszeiten (10s, 15s) aufgenommen. Damit waren die Sterne aber derartig überbelichtet und die Halos so groß, dass die Starless Bilder nicht zu verwenden sind.

Gibt es Tipps, was ich verbessern könnte?

BTW: Ich habe eine Celestron SLT (azimutal) Nachführung: 20s Einzelbelichtung und 1h Gesamtbelichtung sind damit bereits grenzwertig

BTW2: Es beruhigt mich, dass andere ähnliche Probleme haben und ich mich als Anfänger nicht ganz so doof anstelle

Viele Grüße
Thomas
 
Gibt es Tipps, was ich verbessern könnte?
Du solltest das Bild posten. Sonst sieht man ja nicht, wo das Problem ist.

Nach 10-15s kann jedenfalls nichts so ausgebrannt, dass es riesen Halos erzeugt. Wenn man zu lange belichtet gehen Pixel in die Sättigung. Das ist aber erst mal nicht schlimm bei Sternen. Man streckt die Bilder ohnehin so weit, dass das später nicht auffällt.

Mein Bild weiter vorne im Thread habe ich 5min pro Frame belichtet. Das Bild habe ich einfach durchgestreckt, keine Sterne rausgemacht oder so. Da sieht man überhaupt keine Halos, obwohl selbst schwächere Plejadensterne auf 100% waren. Wenn größere Halos auftreten hat das andere Gründe.
 
Hallo,

das bestätigt Ralfs Aussage. Mehr Öffnung zeigt auch bei ähnlichem Öffnungsverhältnis mehr Nebel als mein 135mm Objektiv mit 25mm abgeblendeter Öffnung.

Deine Optik zeigt sehr große Halos / Blau-Schwäche. Starnet kommt damit nicht klar.
Auch wenn der Gelbfilter etwas blau schluckt bin ich mir fast sicher, dass das bei mir nicht der Hauptgrund für das schwache Signal ist sondern die kleine Öffnung.

Ich halte bei meinen alten Objektiven einen Gelbfilter für einen guten / günstigen Kompromiss um die Halos zu verringern.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,
nimm doch mal den Spiegel und probiere es an Merope.
VG Frank
 
Noch ein Nachtrag: ohne Sternentfernung und nur Stretchen habe ich dies bekommen:
Das ist auch so in etwa das, was man in einer viertel Stunde erwarten kann.

Wegen der Sterne würde ich auf dein Teleskop tippen. Das ist ein Achromat mit f/5,5. Achromaten werden so korrigiert, dass zwei Wellenlängen den selben Brennpunkt haben. Das ist in der Regel Grün und Gelb. Je weiter gegen Blau desto mehr weicht der Brennpunkt ab. Da kommen meiner Meinung die massiven blauen Halos her.


Laut dem Conrady Kriterium ist ein Achromat farbrein, wenn Blendenzahl/Öffnung in " >5, Sidgwick sagt 3. Bei dir ist das Verhältnis 1,5. Dein Achromat ist ein Refraktor zur Beobachtung großer Felder. Bei höheren Vergrößerungen kostet der Farbfehler Kontrast. Fotografisch wirkt sich das deutlich stärker aus als visuell. Daher gehe ich davon aus, dass das meiste deiner Halos Chromatische Aberration deines Objektivs ist.

Dazu kommt aber noch, dass deine Sterne dreieckig sind. Das spricht für eine verspannte Optik.

Außerdem hast du mit der APS-C Kamera ein relativ großes Feld. Durch die Bildfeldwölbung werden Sterne in den Ecken nicht sauber abgebildet. Je kleiner die Blendenzahl desto stärker der Effekt. Bei dir ist der Effekt nicht symmetrisch. Entweder ist dein Objektiv nicht richtig zentriert oder deine Kamera ist verkippt. Wegen der starken Deformation der Sterne kann ich aber nicht erkennen, was von beiden es ist.

Gegen die Halos hilft evtl. ein Filter. Fringe Killer oder ähnliches. Aber dein Achromat ist schon so kurz, dass ich nicht weiß wieviel davon korrigierbar ist. Außerdem filterst du bei den Plejaden halt den blauen Streulichanteil weg, der die Plejaden ausmacht. Du kannst es auch mal mit abblenden versuchen. Dann wird es aber schnell dunkel.

Der Fokus hat meiner Meinung auch noch etwas Luft nach oben. Der 90/500 hat keine Mikrountersetzung für den Okularauszug. Da ist es bei f/5,5 schon fast Glücksache, das genau zu treffen. Das wirkt für die restlichen Probleme wie ein Katalysator.

Mehr Öffnung zeigt auch bei ähnlichem Öffnungsverhältnis mehr Nebel als mein 135mm Objektiv mit 25mm abgeblendeter Öffnung.
Mehr Öffnung erzeugt mehr Details aber nicht mehr Tiefe bei gleicher Blende. Das kann man ganz einfach nachrechnen. Ich habe einen 12" f/5 und einen 2" f/5. Beide liefern pro Zeit das selbe SNR. Das ist auch logisch. Der 12" sammelt zwar 36x mehr Licht. Er hat aber auch die 6fache Brennweite und bildet 6x so groß ab. Das selbe Objekt verteilt sich also auf die 36fache Fläche. Das gleicht die 36x mehr Licht genau wieder aus. Die Energiestromdichte bleibt gleich. Das SNR hängt also alleine von der Blende ab. Der 12"er liefert dir halt die 6fache Auflösung...wenn das Seeing stimmt. Was man mit der größeren Öffnung machen kann, ist beim gleichen Maßstab viel größere Pixel nehmen oder binnen um so das SNR zu erhöhen. Bei einem 12" f/5 hat man mit den heutigen Kameras bei 2x2 Binning eigentlich kaum Auflösungsverluste, braucht aber nur die Hälfte der Belichtungszeit.

Wenn das nicht so ist, dann liegt es an etwas anderem. Das würde sonst den Energieerhaltungssatz und den ersten Hauptsatz der Thermodynamik widerlegen. Dafür würde man definitiv den Nobelpreis bekommen. Das würde praktisch sämtliche Energieprobleme der Welt lösen.
 
Hallo Joetaiga,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Gibt sie mir doch sehr gute Hinweise in welche Richtung ich mein Equipment entwickeln muss, um die Fotos zu verbessern. Ich gelange auch zu der Erkenntnis, dass das benutzte 90/500 eher in die Kategorie Spielzeug gehört. Scharf gestellt habe ich schon mit einer Bathinow Maske. Mit einem Celestron Maksutov 127/1500 bekomme ich runde Sterne. Dieses Teleskop ist allerdings mindestens 4mal lichtschwächer und die Nebelausbeute damit gering sowie die Plejaden passen nicht in das Gesichtsfeld.

Viele Grüße
Thomas
 
Mehr Öffnung erzeugt mehr Details aber nicht mehr Tiefe bei gleicher Blende.
Hallo Joachim,
du hast völlig recht, aber in der üblichen Wahrnehmung wird das falsch verstanden, weil eben das sinnvolle Sampling nicht bedacht ist. Du hast es ja weiter unten angeführt.
Leider kommt man dann leicht zu dem Schluss, dass man mit einem f/4 Teleskop in gleicher Zeit tiefer belichtet, als mit einem f/5 Teleskop ohne die Öffnung oder Pixelgröße zu betrachten. Und das stimmt eben nicht automatisch.
VG ralf
 
Ich gelange auch zu der Erkenntnis, dass das benutzte 90/500 eher in die Kategorie Spielzeug gehört.
Überlege dir einfach mal das der 90/500 kostet. Dann ziehst du da noch die Mehrwertsteuer ab, die Marge des Zwischenhändlers, den Transport von China, die Kosten für Entwicklung, Design und Management. Da bleiben deutlich weniger als 100€ für die Produktion. Davon müssen zwei Linsen mit Fassung produziert werden, ein Okularauszug, der Tubus und Rohrschelle. Dann ist da noch Zubehör wie Sucher, Sternkarte und Okulare und so weiter dabei. Da kann man keine ordentliche Qualität erwarten. Das kommt dann halt so aus der Fabrik raus, wie es ist.

Ich habe mir vor einiger Zeit mal ein 114/500 in einer ähnlichen Preisklasse gekauft. Da hat schon alleine die Brennweite nicht gestimmt. Die lag bei 448mm. Die Justage war mehr als 1cm daneben. Das ist bei der Blende der Tot jeder Beobachtung. Der Okularauszug hat das ganze eigentlich unbrauchbar gemacht. Das war einfach ein Röhrchen, bei dem durch Fett und so eine Knusperfolie dafür gesorgt wurde, dass es nicht im Auszug rumfällt. Das Teil hatte aber trotzdem 2mm Spiel. Bei einem System, das auf <1mm genau Justiert sein muss, damit es sauber abbilden kann, kann man das eigentlich vergessen. Ich war überhaupt nicht in der Lage, das stabil zu justieren. Der Auszug hat sich schon durch den Justierlaser verbogen. Ja, da sieht man was durch, aber daneben war mein 60mm ED Apo, den ich gebraucht für wenig mehr gekauft habe, eine regelrechte Erleuchtung.

Erstaunlicherweise war der Spiegel aber richtig gut. Den habe ich an einem künstlichen Stern getestet. Das war tatsächlich ein Parabolspiegel und ich konnte nichts groß feststellen. Meiner Meinung war der mindestens beugungsbegrenzt.

In deinem Fall könnte man theoretisch den Farbfehler eliminieren, in dem man mit einem Schmalbandfilter arbeitet. Aber bei der generellen Sternabbildung ist es das Geld nicht wert. Das Minimum mit dem man eine ordentliche Abbildung ist ein kleiner ED Apo mit stabilem 2" Auszug und einem passenden Flattener. Sowas findet man gebraucht für ein paar 100 Euro. Die kurze Brennweite ist gutmütig in der Nachführung.

Mit sowas habe ich z.B. das hier aufgenommen. Ohne Guiding auf einer alten Montierung. Alles gebraucht gekauft inklusive Kamera und Laptop. Da bin ich tatsächlich sogar mit der Sternabbildung unzufrieden. Der Flattener hat nicht gepasst. Bis APS-C kann man damit aber ordentliche Bilder machen.

Das geht zwar auch mit Minibudgets so wie bei Holger, aber das ist immer ein Kompromiss. Man muss sich da halt auch gut mit EBV auskennen und Holger macht das schon sehr lange. Aus deiner Aufnahme kann man sicher noch mehr machen. Aber ganz kompensieren kann man die Defizite der Ausrüstung auch damit nicht.
 
Hallo,

ich habe mir das gerade nochmal genauer angesehen. Dein Bresser ist wahrscheinlich das AC 90/500 für ca. 170 Euro Neupreis.
Wahrscheinlich optisch nicht besser als meine alten Objektive.
Gegen die blauen Halos hilft bei mir 1) Abblenden 2) Gelbfilter+Ir-Cut 3) Schmalbandfilter bei entsprechenden Objekten
3) geht bei Plejaden nicht aber liefert bei entsprechenden Nebeln echt erstaunliche Ergebnisse.
OIII Filter musste ich mir extra zulegen aber für H-Alpha verwende ich sogar nur die Kombi Rotfilter+IR-Cut und das bringt schon so viel mehr.

ABER:
Ich habe eine kleine Astrokamera, da zeigen sich mit den alten Objektiven noch nicht so schnell verzogene Sterne in den Ecken obwohl selbst bei dem kleinen Sensor das zum Rand hin etwas auffällt. Ich weiß nicht wie viel man da vom Bild beschneiden müsste wenn ich die an meiner Canon 1000D verwenden würde.
Wobei, ich habe mir da kürzlich einen Adapter zugelegt (z.B. für den Kometen). Hatte da 55mm und 135mm Objektiv verwendet, muss ich mir nachher nochmal ansehen.
Der Okularauszug hat das ganze eigentlich unbrauchbar gemacht.
Das könnte bei deinem in Kombination mit der großen Kamera auch ein Problem sein.
Dein Bild oben zeigt verzogene Sterne aber nicht zu allen Rändern gleich, sondern eher nach oben rechts.
Wie stabil ist eigentlich die Kamera an dem Okalarauszug ?

Die Probleme habe ich mit den Objektiven nicht, die sind ja fest verbunden.

Gruß,
Holger
 
Gibt sie mir doch sehr gute Hinweise in welche Richtung ich mein Equipment entwickeln muss, um die Fotos zu verbessern. Ich gelange auch zu der Erkenntnis, dass das benutzte 90/500 eher in die Kategorie Spielzeug gehört. Scharf gestellt habe ich schon mit einer Bathinow Maske. Mit einem Celestron Maksutov 127/1500 bekomme ich runde Sterne. Dieses Teleskop ist allerdings mindestens 4mal lichtschwächer und die Nebelausbeute damit gering sowie die Plejaden passen nicht in das Gesichtsfeld.

Hängt natürlich auch viel vom Budget ab und ob Planeten / Mond auch interessant für dich sind. Der Mak würde sich dafür recht gut eignen aber nicht die Kamera.
Da wäre eine kleine Astrokamera ein günstiges Upgrade und Deepsky kann man damit auch machen natürlich mit der Einschränkung des kleinen Sensors.
Bei z.B. 500mm passen die Plejaden nicht mehr drauf aber viele andere kleinere Objekte. Planeten & Mond mit dem Mak erst recht.
Die Asi664mc bietet für ca. 400 Euro noch den größten Sensor in der Preisklasse, wäre mein Vorschlag.
Dazu noch ein 1,25" Astronomik L3 Sperrfilter. Die meisten Astrokameras haben Klarglas also brauchst du sobald Glas mit ins Spiel kommt einen UV/IR Sperrfilter.
Der L3 wäre da sinnvoll um die Abbildung des Bressers eventuell etwas zu verbessern.

War nur so ein Gedanke, falls das Budget knapp ist und der Mak gleichzeitig für Mond / Planeten genutzt werden soll.

Gruß,
Holger
 
Hallo Joetaiga, Hallo Holger,

vielen Dank für eure sehr nützliche Hinweise. Ich habe mich und mein Equipment hier im Forum mit einigen Einsteigerfragen vorgestellt. Die Fragen dort sind alle geklärt. Inzwischen arbeite ich mehr mit Siril und mein NexStar Steuerprogramm habe ich um eine 'Nach-Alignment' Methode ergänzt, so dass ich die interessierenden Objekte recht gut ins Zentrum des FoV bekomme (Cartes du Ciel schickt die Sternkoordinaten als scheinbare (oder apparent oder true of date) an das Teleskop, NexStar benötigt diese aber im J2000). Für die Bestimmung der aktuelle Blickrichtung nutze ich eine erstes Foto und dann All-Sky-Plate-Solver oder nova-astrometry.net welche mir die J2000 RA, DEC Koordinaten liefern

Mein Einstieg in die Astro-Fotografie startete mit der 'Forderung' zunächst die vorhandenen Dinge zu verwenden, um zu sehen, was kann ich damit erreichen. Und danach dann das Equipment zu erweitern. O.k. das Bresser 90/500 war Lehrgeld und kostete 169€. Wobei für Sonne und Mond werde ich es schon noch verwenden.

Für Planeten nehme ich das 127/1500 mit der veLOX und 2xBarlow. Zumindest habe ich damit beim Saturn schon die Lücke vom Ring zum Planet gesehen (Cassinische Teilung nicht, da der Ring nicht schräg genug steht). Die Jupiter Struktur ist ebenfalls gut erkennbar. Nachbearbeitung erfolgt hier mit AutoStakkert und RegiStax6.

Die Kamera + Objektiv wird nun allein (ohne Teleskop) auf die Montierung geschraubt und hier habe ich vor Sternbilder total aufzunehmen um auf den Fotos die Leitsterne zu erkennen. Gut, hier genügt ja auch ein normales Stativ, als Nachführung ggf. Minitrack LX3

Ich erweitere mal den Spruch: 'Jedes Teleskop hat seinen Himmel' auf 'Jedes Foto-Equipment führt zu brauchbaren Astro-Fotos'

BTW: Es ist bald Weihnachten und da schenke ich mir einen Zwo SeeStar, damit ist es mir einfacher, von anderen Beobachtungsorten Sky-Objekte aufzunehmen.

Viel Grüße
Thomas
 
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