Probleme mit Star Adventurer und MGEN - Einnorden/Scheinern/Polar Alignment

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Mir schwebte da eigentlich nur eine Kamera vor, wie bisher. Vielleicht muss das Bildfeld etwas größer sein als heute. Ich kenne den MGEN nicht und habe auch noch keinen gesehen. Die Software müsste eben 2 Sterne auswählen lassen und verfolgen. Das dürfte heutzutage doch kein Problem mehr sein.

Ja, Ideen können manchmal auch Geld und Mühen ersparen. Seit ich mit meiner Methode über die Deklinationskreise einnorde, kann ich den Dreiwegeneiger auch über den arbeitslosen Polsocher montieren. Bei meiner, ja ähnlich kleinen Montierung, kann ich zwar 4 Minuten mit 200mm belichten, aber dann habe ich 2/3 Ausschuss wegen des Schneckentanzes. Da bist du mit deinem MGEN ja besser dran.

Helmut
 
Zuletzt bearbeitet:
Die derzeit übliche Leitrohr/Guidingcam-Variante des MGEN entspricht 162mm Brennweite. Wenn das mit der Ausrichtung über 2 Sterne etwas bringen soll, müssten die (nach meiner schmalen Kenntnis) aber etwas weiter voneinander entfernt sein. Das wird dann ein derartig großes Bildfeld (vergleichbar mit 14mm Brennweite), dass darunter wahrscheinlich erheblich die Tracking-Genauigkeit leidet. Die Software ist dann wahrscheinlich das geringste Problem - aber das sind (von meiner Seite) alles nur vage Vermutungen.

Deine Methode hat echt was, aber ich bin mir nicht sicher ob ich damit ohne Laptop in freier Natur klarkommen würde. Schneckentanz macht der SA auch, wenn auch evtl. etwas weniger als Deine Monti. Zunächst muss ich den MGEN überhaupt erst mal "überreden", dass er mir wirklich hilft, aber das wird schon.

Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Vergiss meine MGEN-Fantasien. Da hatte ich einen Denkfehler wegen später Stunde. Das kann so gar nicht klappen. Um die 2 Sterne zu verfolgen, müsste er sich, und damit das ganze Setup ja gegen die Stundenachse drehen können. Damit ist diese Idee leider für Muschi.

Gute Nacht
Helmut
 
Wo!? Wo!? Woooo!?? :p
Ich frage mich seit Jahren, warum kein Mensch eine präszise, selbstjustierende Polblock-Mechanik mit der heute möglichen Elektronik baut... das ist kein Space-Shuttle, das wäre in Serie gefertigt absolut simpel. Das ist wohl nur eine Marketingfrage, denke ich. Weil dann könnten die Chinesen das übliche Standardgerödel, dass sie bzgl. Gußformen, Konstruktion und Entwicklung seit Jahren nichts mehr kostet, endlich einmotten. Doch das sind natürlich die Cash-Bringer. Also gibts deshalb so lange wie nur möglich die EQ3s und EQ5er und all das Zeug. :rolleyes: Weil es muss ja auch "einfache" Montierungen geben, und schließlich geht damit ja was.

Ich warte trotzdem auf diesen nächsten Schritt. Der ja kommen wird.
Auch wenn die Profis dann fadisiert sind, weil sie nicht mehr scheinern müssen. :D:coffee:

Jörg, wir bauen das.
Lagesensoren, Mikro-Hubspindeln, Servomotoren, ...
jedes Smartphone schafft das heute.
Und den Rest gibt es ja bereits: die Kamera, die den Himmel scannt und die Software, die weiß, wo vorne und hinten ist...

Das selbstaufstellende Stativ entwickeln wir in 10 Jahren... ;)

lg
Niki

Moin Niki,

Tatsache, irgend ein Italiener hat oder hatte das im Angebot.

Machbar ist das, es gibt elektromechanische Schubeinheiten, die sind sehr klein und kräftig, vorwiegend für den Vorrichtungsbau. Letztlich sieht dann der Polblock nur etwas anders aus weil die Antriebe rein müssen. Da wird das selbstaufbauende Stativ schwieriger :alien:,

CS Jörg
 
Danke Fee,

soweit verstanden.
Da habe ich eine Idee, weil sich ja (wie Du richtig schreibst) mit einem Kugelkopf unterm Leitrohr das feine anvisieren eines Sterns schwierig gestaltet. Dafür wäre doch ein relativ leichter Dreiwegeneiger eigentlich viel besser geeignet als ein Kugelkopf. Die Frage ist nur, ob die Größe des Dreiwegeneigers den Polsucher verdeckt oder irgendwo anstößt. Ich werde das auf jeden Fall mal probieren.
Vielleicht hat Tommy ja noch ein Ass im Ärmel :)

So langsam vermute ich, dass meine Guidingcam nicht gut ausgerichtet war und deshalb das Guiding auch ohne Scheinern nicht die erhoffte Verbesserung brachte. Ansonsten muss es ja auch Gründe geben, warum so viele Kollegen (wie z.B. Karol) mit dem gleichen Setup erfolgreich arbeiten aber damit nie Scheinern.

Beste Grüße und CS
Norbert

Hallo Norbert,

die Ausrichtung der Guiding Cam ist ja am Bild zu verfolgen, und die Ausrichtung zur Aufnahmekamera ist in gewissen Grenzen Wurst.

Das Problem ist, dass Du keine feinfühlige Verstellung hast um irgendwelche Sterne anzufahren und das hinfrickeln musst, wie Fee schreibt muss man sehr gut einnorden, dazu muss der POLSUCHER passen, damit man sich hinterher nicht zu Tode frickelt beim Scheinern. Da der SA ja niemals never und überhaupt nicht "geguidet" werden kann sondern nur den Schneckentanz ausgleicht, allenfalls noch die RA-Komponente der Drift, die aber bei den trotzdem kurzen Belichtungszeiten rel. gering sein dürfte, wenn ordentlich gescheinert wurde, ist das Einnorden mit dem Polsucher als Vorarbeit schon wichtig, wie auch Tommy schon anmerkte. Ein Spezial-Ass gibt's dazu nicht, denke ich.

CS
Jörg
 
Hi Norbert,

soweit verstanden.
Da habe ich eine Idee, weil sich ja (wie Du richtig schreibst) mit einem Kugelkopf unterm Leitrohr das feine anvisieren eines Sterns schwierig gestaltet. Dafür wäre doch ein relativ leichter Dreiwegeneiger eigentlich viel besser geeignet als ein Kugelkopf. Die Frage ist nur, ob die Größe des Dreiwegeneigers den Polsucher verdeckt oder irgendwo anstößt. Ich werde das auf jeden Fall mal probieren.

Das wäre Schritt 2 zum erfolgreichen Arbeiten. Mehr dazu weiter unten.

Schritt 1 ist die pennieble Justage Deines Polsuchers über die Inbusschrauben. Du hast geschrieben, daß sich Dein Fixpunkt sich bei einer 180° Drehung um ca. 1 mm vom Fadenkreuz weg bewegt hat. Das muß für Deine gewünschte Anwendung (200 mm Brennweite und Gewicht vom Sucher samt MGEN) viel genauer justiert sein. Die Spitze eines Strommasten oder eines Kirchturms muß wirklich ganz genau auf dem Fadenkreutz bleiben. Solange das nicht erfolgt ist, ist alles andere vergebliche Arbeit. Das muß zuerst gemacht werden.

So langsam vermute ich, dass meine Guidingcam nicht gut ausgerichtet war und deshalb das Guiding auch ohne Scheinern nicht die erhoffte Verbesserung brachte. Ansonsten muss es ja auch Gründe geben, warum so viele Kollegen (wie z.B. Karol) mit dem gleichen Setup erfolgreich arbeiten aber damit nie Scheinern.

Diese Kollegen haben Schritt 1 richtig ausgeführt.

Damit das Autoguiding richtig funktioniert, sollte die Guidingcam auf einen Stern innerhalb des Gesichtsfeldes der DSLR mit dem 200 mm Objektiv nachführen.

Schritt 2:

DSLR-Body und Sucher samt MGEN sollten gemeinsam auf einer stabilen Prismenschine/Platte sitzen und zueinander justiert sein. In einer Mondnacht nimmt man dazu am einfachsten den Mond. Den stellt man im DSLR-Sucher mittig ein, steckt ein Okular statt des MGEN in den Sucher und dreht an den Justageschrauben des Suchers, bis er da auch mittig ist. Tagsüber nimmt man dazu die Sonne (mit Baaderfolie vor dem Sucher und vor dem Fotoobjektiv!). Diese Prismenschine/Platte wird dann als "Kompletteinheit" entweder über einen Kugelkopf, einen Getriebeneiger oder die L-Schine auf den SA gesetzt.

Ohne Bild Deines Aufbaus kann ich nur vermuten, daß Du entweder 2 Kugelköpfe oder 1 Kugelkopf + L-Schine mit Drehplatte im Einsatz hattest um die Ausrichtung in Deklination für die Motive zu erreichen. Das ist zu viel "Schwablizität" und sorgt für Probleme.
 
müsste er sich, und damit das ganze Setup ja gegen die Stundenachse drehen können.

Exakt, Helmut - eine Bildfeldrotation auszugleichen ohne die Rotation der Kameraachse ist ja nicht möglich. ;)
Und das können RA und DEC Motor nicht. Und wenn man einen Rotator hat, braucht man auch keine keine parallaktische Montierung. Oder man nordet sie so miserabel ein, dass man laut AZ dazu sagen darf. :LOL:


eben - mit kleinen Aktuatoren ginge das. Die Software brauchts halt. Eine technische Herausforderung zu lösen kann ja nicht schaden, aber da sind die wenigen, großen Produzenten zu feige. Im Grunde haben sie wahrscheinlich mehr Angst davor, dass die technische Komplexität zu mehr User-Problemen führen kann, die Fehleranfälligkeit steigt, die Garantiefälle steigen... und manches Zeug nicht gekauft wird, weil sich niemand damit auskennt. Dabei wäre die Automatisierung hier ein echter Vorteil.

Da der SA ja niemals never und überhaupt nicht "geguidet" werden kann sondern nur den Schneckentanz ausgleicht, allenfalls noch die RA-Komponente der Drift, die aber bei den trotzdem kurzen Belichtungszeiten rel. gering sein dürfte, wenn ordentlich gescheinert wurde, ist das Einnorden mit dem Polsucher als Vorarbeit schon wichtig, wie auch Tommy schon anmerkte. Ein Spezial-Ass gibt's dazu nicht, denke ich.

Das ist der Punkt. Ein SA kann eigentlich nicht geguidet werden.
#96 Beiträge hat´s gebraucht, um den perfekten, kurzen Satz als Zusammenfassung nochmals hinzuschreiben! :)(y)
Aber genau das ist der Punkt. Danke.

Und Tommy ist jemand, der beim kurzen Blick in den Polsucher bereits sagen kann, ob das so passt, und weiß, wie viele Winkelsekunden das Zeug trotzdem danebenliegen kann und sein Hirn rechnet zugleich die maximale Belichtungszeit für die erwartete Missweisung bei gegebener Brennweite und gegebener Deklination des Motivs aus.

Mein Hirn muss bei so etwas nachdenken und nachrechnen, Tommys Hirn spuckt immer bereits Ergebnisse aus, der muss nicht mehr nachdenken. Tommys Frage ist also wahrscheinlich nicht: "was muss ich tun, damit ich 4 Minuten belichten kann?" Sondern: "Aha, so steht das Geraffel, da belichte ich mit einem SA bei genau diesem Objekt in genau dieser Höhe genau soundso lange." Das nennt man Erfahrung. Und auch wenn Tommy nicht zum Alkoholismus neigt: das könnte er auch um 3 Uhr Früh im Dschungel mit 3 Promille. ;):coffee:

lg
Niki
 
:eek::D(y) Danke, Stephan, is ja cool!

Für die Remote-Sternwarten gedacht, klar... da sollte der Weg zur automatisierten Einstellung nicht mehr so weit sein... (y)

lg
Niki
 
Danke Leute,
dann werde ich mich zu wiederholten male zunächst Punkt 1, also der besseren Justage des Polsuchers vor dem nächsten Test widmen.
Beste Grüße und CS
Norbert
 
Und Tommy ist jemand, der beim kurzen Blick in den Polsucher bereits sagen kann, ob das so passt, und weiß, wie viele Winkelsekunden das Zeug trotzdem danebenliegen kann und sein Hirn rechnet zugleich die maximale Belichtungszeit für die erwartete Missweisung bei gegebener Brennweite und gegebener Deklination des Motivs aus.

Mein Hirn muss bei so etwas nachdenken und nachrechnen, Tommys Hirn spuckt immer bereits Ergebnisse aus, der muss nicht mehr nachdenken. Tommys Frage ist also wahrscheinlich nicht: "was muss ich tun, damit ich 4 Minuten belichten kann?" Sondern: "Aha, so steht das Geraffel, da belichte ich mit einem SA bei genau diesem Objekt in genau dieser Höhe genau soundso lange." Das nennt man Erfahrung. Und auch wenn Tommy nicht zum Alkoholismus neigt: das könnte er auch um 3 Uhr Früh im Dschungel mit 3 Promille. ;):coffee:

lg
Niki

Mal abgesehen davon, dass er im Dschungel ob mit oder ohne Promille wohl keinen Blick auf Polaris hätte, reichen eigentlich auch meine beiden Daumenregeln aus, um sich das einfach per Dreisatz auszurechnen:

Linker Daumen (y) die 4 Minuten-Regel:
Bei 4 Minuten Belichtung ist der maximale Bildfehler etwa gleich der Polabweichung, nur in der nächstkleineren Einheit.
- Polabweichung ein halbes Grad kann einen Bildfehler bis zu einer halben Bogenminute bringen.
- Polabweichung von 1 Bogenminute gibt einen maximalen Bildfehler von 1 Bogensekunde.

Rechter Daumen (y) die 200 mm-Regel:
Bei 200 mm Brennweite wird eine Bogensekunde auf etwa 1 My abgebildet.

Mit diesen Werten, und der Pixelgröße meiner Kamera habe ich per einfacher Rechnung meine maximale Belichtungszeit für runde Sterne. Will ich noch genauer sein, kann ich die Deklination des Zielobjektes noch mit berücksichtigen. Bei 60 Grad kann ich die Belichtungszeit verdoppeln. Die Werte dazwischen werden interpoliert.

Schönen Sonntag noch
Helmut
 
Gut, du bist dann also ab jetzt für mich Tommys Bruder... :D
Da brauch ich dann schon längst 3 Daumen, ich kann mir bei 3-4 Parametern nix mehr im Kopf oder Bauch ausrechnen... :D

Und einen vierten, damit ich die Pixelauflösung der Kamera auch noch im Hinterkopf habe.
Ohne Papier oder Excel hab ich da keine Chance...

Übrigens fotografiert Tommy im Dschungel von Pyramiden oder Terrassen aus, nicht unter dem Kronendach, und machmal ist es nicht Polaris, sondern das Kreuz des Südens. Aber das kann er Dir, wenn, dann mal persönlich erzählen. ;)

lg
Niki
 
hallo,

@ Fee: dann kann man aber gleich die Scheiner Hilfe vom MGEN verwenden. Die kleine Stern Bewegung die er am Anfang braucht um zu wissen wie die Richtungen liegen, kann man praktischerweise mit den Pfeiltasten per ST4 Verbindung triggern. Dann messen und wenn man sich aucsgerechnet hat wieviele Bogenminuten das MGEN Fenster umfasst, kann man den Stern ziemlich gut um den passenden Betrag verstellen (ALT/AZ an der Polhöhenwiege). Ist wie Fahrrad fahren, hat mans einmal durch fällt man nie wieder um.

@ Norbert: Strichplatte einjustieren ist am einfachsten tagsüber, da sieht man die Madenschrauben gut.
Ich nehme gerne eine Ecke eines Fensters gegenüber. Hier eine Anleitung:

@ Helmut: Dazu brauchste aber einen Kamera Rotator der die Guidekamera auch mitdreht. Hoch/Querformat geht nicht per 2-Achsen Monti. Wir haben das schon im Ideenpool ;)

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

Danke für die Anleitung bezüglich der Ausrichtung der Strichplatte des Polsuchers vom SA. Genauso habe ich das bereits mehrfach versucht und bin immer noch nicht wirklich zufrieden.
Allerdings klingt das in der Anleitung um Lichtjahre einfacher, als das in der Praxis (jedenfalls für mich) ist. Gelegentlich ist man kurz vor dem Ziel und es ist nur noch eine winzige Kleinigkeit zu korrigieren, man löst mit extremen Fingerspitzengefühl die vermutete Madenschrauben nur ganz minimal... und Schwups - schon ist man wieder im Nirvana und fängt komplett von vorne an. So nach 2-3 Stunden gefummel wird das dann langsam lästig ;-)
Gut, so schnell gebe ich nicht auf - daher werde ich mich damit zeitnahe erneut mit beschäftigen.

LG und CS
Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leute,

ok, wenn der Begriff "Guiding" auf mein Setup nicht zutrifft - kein Problem, dann nenne wir die Hilfe des MGEN für den SA einfach "Verbesserung".

Beste Grüße und CS
Norbert
 
Hallo Norbert,

Genauso habe ich das bereits mehrfach versucht und bin immer noch nicht wirklich zufrieden.
Allerdings klingt das in der Anleitung um Lichtjahre einfacher, als das in der Praxis (jedenfalls für mich) ist. Gelegentlich ist man kurz vor dem Ziel und es ist nur noch eine winzige Kleinigkeit zu korrigieren, man löst mit extremen Fingerspitzengefühl die vermutete Madenschrauben nur ganz minimal... und Schwups - schon ist man wieder im Nirvana und fängt komplett von vorne an. So nach 2-3 Stunden gefummel wird das dann langsam lästig ;-)

ja, genau so ist es. Endloses Gefummel, es wird net besser sondern erstmal lästig. Da ist wirklich echte Feinmotorik gefragt. Und Geduld. Das hat jeder von uns Astrofotografen erlebt. Ich kann Deine Gefühle, den Frust gut nachvollziehen.

Dir bleibt wirklich nur, diese Feinmotorik zu üben. Das ist nicht in ein paar Stunden gelernt. Die Koordinierung von Auge, Hand und Kraftaufwand braucht halt Zeit. Je nachdem, wie Dein persönliches Lerntempo ist, dauert das Tage, Wochen oder Monate.

Du kannst die Übungszeit verkürzen, wenn Du folgendes beherzigst:

- wenn Du die Madenschraube gefunden hast, die Du nur noch um ne Winzigkeit "reindrehen" must um die Kirchturmspitze in die richtige Position zu bringen, dann drehe zuerst die beiden anderen Madenschrauben um eine Winzigkeit "auf", ehe Du dann die richtige Madenschraube "reindrehst". In dem Moment, wo Du gegen Wiederstand justierst, gehts schief. (= Wissen)
- beginne mit 1/4 Umdrehung und steigere Dich über 1/8 Umdrehung auf 1/16 Umdrehung. (= Übung)
- mir fällt es leichter, den Winkel möglichst genau einzuhalten, wenn ich den kurzen Teil des Inbusschlüssels in die Madenschraube stecke und den längeren Teil zwischen 2 Fingern halte. (= Erfahrung)

Als ich zum ersten Mal einen Polsucher justiert habe, hab ich insgesamt 5 Tage mit jeweils 3 oder 4 Stunden gebraucht. Heute mach ich das dank Wissen/Übung/Erfahrung in 3 Minuten. :cool:

Gut, so schnell gebe ich nicht auf - daher werde ich mich damit zeitnahe erneut mit beschäftigen.

(y) Wenn die Justage erstmal stimmt, bleibt sie stabil. Solange Du den Polsucher nicht aus dem SA rausnimmst. :)

Derzeit taugt das Wetter eh nicht fürs Fotografieren, also kannst in aller Ruhe die Polsucherjustage angehen.
 
Hallo Fee,
zu ähnlichen Erkenntnissen bin ich ebenfalls gekommen und ich gebe nicht auf :)
Dann habe ich ja noch 3 Tage a 4 Stunden Zeit - Danke für die Hinweise!
Mit 3 Minuten bist Du aber echt weltrekordverdächtig!
Beste Grüße und CS
Norbert
 
Hallo Norbert und allerseits,

inzwischen schon 110 Posts in diesem Thread und immer noch kein Ende ...

Ich verweise mal auf eine ähnliche Thematik im blauen Forum, wo es ebenfalls um Strichspuren auf Photos bei 200 mm Brennweite mit der Star Adventurer (SA) Nachführung ging:

Astrotreff - Strichspuren und perfekte Sterne

Die Quintessenz dort war, dass der SA selbst bei perfekter Einnordung der Stundenachse aufgrund des periodischen Fehlers im Stundenantrieb derart hin und hereiert, dass es bei längeren Aufnahmen ohne guiding dann unweigerlich zu Strichspuren führt.

Dass dieses Problem auch bei Dir zuschlägt, kann man ja schön an Deinem Bild 04a-ohne_guiding sehen.

Egal wo man im Frame hinschaut, man sieht eine gleichlange Strichspur von ca. 10 Pixel Länge, die zwar nicht ganz, aber im wesentlichen entlang der zeitlichen Bewegung des Himmelsgewölbes, also in Rektaszension verläuft!

Ich hänge unten ein paar annotierte Bearbeitungen von Deinen Bildern ohne Nachführung bzw. ohne guiding an, die mich jedenfalls überzeugen, dass die Ausrichtung der Stundenachse in Ordnung war.

Du musst also diesen ungleichmäßigen Lauf der Stundenachse definitiv mit einem Guider wie dem MGEN ausgleichen. Zur korrekten Bedienung und Einstellung wird sich ja Tommy nochmal melden, wenn er Zeit hat.

Mit besten Grüßen,
Peter


105733


105734


105735


105736
 
Hallo Peter,

Danke für Deine fundierte Analyse - das stützt die Theorie, dass neben der suboptimalen Aufstellung die unzureichende Genauigkeit des SA Ursache des Problems ist und der MGEN quasi die PEC dazu liefern muss.

CS
Jörg
 
Hallo Peter,

auch von mir ganz besonderen Dank für Deine fundierte Analyse!
Den Begriff "Guiding" darf ich ja nicht mehr benutzen :) , aber ich hoffe ja weiterhin, dass der MGEN mir trotzdem bei der Problematik hilft.
Und obwohl Du bestätigst, dass meine Einnordung nicht so katastrophal war, werde ich natürlich weiter daran arbeiten diese zu verbessern - was momentan in erster Linie die Justage der Strichplatte des Polsuchers betrifft.

Ansonsten habe ich eben (quick and dirty) mit dem Handy mal das SA-Setup fotografiert.
Das einzige was da noch fehlt ist der Empfänger des Fernauslösers im Blitzschuh, aber der sollte mit seinen 80g inkl. Kabel nicht kriegsentscheidend sein.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

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...und natürlich sollte das Guidescope (das, wie wir wissen, in Deinem Fall nur den Schneckenfehler korrigieren kann) sicherheitshalber auch auf das Fotomotiv gerichtet sein... :coffee:
 
Hallo Norbert,
ich sehe da viel Ausladung.
Viel Masse fern vom Drehpunkt.
Brauchst Du unbedingt den Kugelkopf unter der Kamera?
Du würdest Deinen SA ordentlich entlasten, wenn Du den weglässt.
Nicht nur die Kameramasse würde näher an den Drehpunkt kommen,
sondern auch die Masse der Ausgleichgewichte.
Kürzere Hebel bringen ein Plus an Ruhe in Deinen Aufbau.
Kriegsentscheident ist das vielleicht auch nicht, aber bestimmt ein Faktor.

CS

Dietmar


PS.
Und nenne Deine „Verbesserung“ durch MGEN ruhig weiter Guiding.
MGEN ist nun einmal ein Guider, auch dann, wenn er bei Deiner Montierung
nur an einer, statt an zwei Achsen ansetzen kann. :)
Oder hat jemand Lust aufs Haarespalten? Dann müsste derjenige Dir
wenigstens ein „Semi-Guiding“ zugestehen ! :)
 
Norbert, noch etwas fällt mir auf:
Du hast die Guidingkamera auf der anderen Seite des Drehpunktes
montiert. Ob das so sinnig ist, frage ich mich gerade.
Klar, sie belastet nicht die Kameraseite, wirkt wie ein Gegengewicht,
aber wie sich das auf das Korrekturverhalten auswirkt,
wäre mal zu überlegen.

CS

Dietmar
 
Hi Norbert,

Den Begriff "Guiding" darf ich ja nicht mehr benutzen

schreib "Autoguiding nur in RA-Achse" und alles ist in Butter. (y)

Sehr gut, daß Du die Fotos hochgeladen hast. Nun muß keiner mehr Vermutungen anstellen.

Dein Aufbau mit L-Schine und den beiden! zusätzlichen Kugelköpfen sorgt jedenfalls dafür, daß zu dem reinen Gewicht auch noch größere Hebelkräfte auftreten. Und zwar weitab der Drehachse des SA. Das ist immer schlecht. Wenn sich durch die Erddrehung das Motiv innerhalb von 2 Stunden um 30 ° weitergedreht hat, hat sich in der Zeit auch das Kräfteverhältnis stark verändert und Deine Austarierung ist u. U. nicht mehr wirksam. Zudem belastest Du mit dieser ausladenden Last sehr stark das Lager der RA-Achse. Auf Dauer tut das Deinem SA nicht gut. Ich fürchte, daß Du mit dieser Art von Aufbau fast immer etliche Ausschußbilder produzieren wirst.

Bitte schick Thommy mal diese Fotos. Mich würde interessieren, was er zu dem Aufbau sagt.

Kannst Du mir bitte erklären, warum Du einen Kugelkopf auf den Drehteller der L-Schine setzt?

Durch Lösen, Drehen und Festziehen des Tellers kannst Du ja die Deklination jedes Motiv´s einstellen. Der Teller ist ja schon sowas wie ein Kugelkopf. Damit wäre die Kamera samt schwerem Objektiv deutlich näher am SA und Du hättest weniger Hebelkräfte.

Weiter fällt mir auf, daß Du den Kugelkopf für den Sucher maximal weit am anderen Ende der L-Schine platziert hast. Der sollte so dicht wie möglich am Drehteller der L-Schine sitzen. Und die L-Schine sollte mit dem Drehteller weiter Richtung der Mitte der Prismenaufnahme des SA sitzen. Damit sitzt der Schwerpunkt dichter am SA und die Hebelkräfte werden kleiner. Um die Hebelkräfte zu minimieren, ist jeder eingesparte cm wichtig.

Das sind Dinge, die erfahrene Astro-Fotografen berücksichtigen. Und mit ein Grund, warum die längere Belichtungszeiten realisieren können.
 
Und obwohl Du bestätigst, dass meine Einnordung nicht so katastrophal war, werde ich natürlich weiter daran arbeiten diese zu verbessern - was momentan in erster Linie die Justage der Strichplatte des Polsuchers betrifft.

Hallo Norbert nochmal,

richtig, die Strichspuren laufen zwar überwiegend entlang der Rektaszension, aber etwas auch in Deklination, was bedeutet, dass die Einnordung der Stundenachse nicht perfekt war. Da die Steuerung der SA ja nur die Bewegung um die Stundenachse antreibt und keine Korrekturen in Deklination zulässt, ist eine gute Einnordung mit dem Polsucher umso wichtiger.

Gruß, Peter
 
Hallo Dietmar,

selbstredend wird bei der Fotografie das Guidescope zusammen mit der Kamera auf das Ziel ausgerichtet.
Ja, ich brauche beide Kugelköpfe, aber obwohl der Kugelkopf für die Hauptkamera bis 30kg belastbar ist, wiegt der nicht viel und es ist die kleinste Baugröße (für die Anforderung) die ich gefunden habe. Natürlich bleibt die Hebelwirkung zum Drehpunkt, das ist klar. Trotzdem kann (meiner Ansicht nach) von einer "ordentlichen Entlastung" ohne diesen Kugelkopf kaum die Rede sein ;-) Machen viele Kollegen am SA übrigens genauso, denn ohne diesen Kugelkopf ist es oft nicht möglich die Kamera vernünftig auf der Ziel auszurichten.

Es gibt am SA mit dieser Schiene einfach keine andere Möglichkeit das Leitrohr inkl. Guidingcam zu befestigen. Außerdem wirkt sie (wie Du richtig erkannt hast) gleichzeitig als Gegengewicht. Mal abgesehen davon, dass dieser Aufbau auch so empfohlen wird, habe ich das bei allen Kollegen mit dem gleichen Setup genauso gesehen.
Wichtig ist doch (meiner Meinung nach), dass Hauptkamera und Guidingcam starr verbunden sind und das ist gegeben.
Aber gut, falls es eine bessere Möglichkeit gibt, lerne ich gerne dazu. Die Frage ist doch hauptsächlich, ob das die einwandfreie Funktion des MGEN bezogen auf das Setup betrifft.

Bezüglich der Haarspalterei um den Begriff "Guiding" am SA bin ich voll und ganz bei Dir :)

Beste Grüße und CS
Norbert
 
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