SpaceX zum Mars

Nochmal Nochmal Nochmal :love:
 
Auf jeden Fall.
Aber ein dickes Problem von dem Design ist die Thermalkontrolle unter der Heckschürze.
Normalerweise gucken Triebwerke weit aus allem raus, damit die Wärme abgestrahlt werden kann.
Im Starship Fall (und noch viel mehr bei Superheavy) geht das nicht.
Mal sehen wie/ob sie das in den Griff bekommen.
 
Ich hatte zwischendurch doch immer mal einen leichten Herzhüpfer, da nach und nach die Raptor-Triebwerke ausgestiegen sind (unter aggressivem Re-Gimbaling der anderen Triebwerke) weiß jemand, ob das vorgesehen war, oder ob die Bruchlandung damit zusammen hängt, dass am Ende nur 1/3 der Triebwerke noch funktionstüchtig war?
Aber was rede ich? Am Ende sind wir alle noch gleich schlau und die nächsten Tage und Kommentare von SpaceX werden Licht ins Dunkle bringen... Spätestens wenn Scott Manley uns alle erleuchtet, wissen wir mehr :LOL:
 
Welche Höhe ist denn erreicht worden :unsure:
Gibt es da Erkenntnisse :D
 
Punkt genau war die "Landung" ;)
 
Ich denke bis auf die zu hohe Vertikalgeschwindigkeit beim Aufsetzen war der Flug gut. Ich vermute dass das Abschalten der Raptoren schon Absicht war, die Hover-Phase sah ja nicht irgendwie ungeplant aus, und "punktgenau" war der Flug ja auch. Mal sehen was man die kommenden Tage hört.

Was mich beeindruckt hat - der Flieger ist ja letztlich ne leere Wursthülle aus dünnem Niro-Blech, aufgesetzt auf einem Schubgerüst. Auf das Thema thermische Belastung wurde ja auch schon hingewiesen. Das waren 3 Maschinen, das wird ja noch massig mehr.

Dass man das Teil dann so rumschwenken kann mit dem drin rumschwappenden Treibstoff, der Druckpunktverlagerung vom Schubmodus auf den Gleitflug und retour - das ist schon sehr beeindruckend.

Ich hätte gewettet (mein Tip daher "2"), dass das das Hauptproblem wird und sich die Knackwurst dabei zerlegt. Aber wie man sieht haben sie das bei niedriger Geschwindigkeit im Griff. Bei einem echten Reentry wird das natürlich nochmal ne ganze Nummer härter. Aber ich sehe da nach dem Erlebnis heute auch eine gute Chance dass sie das auch schaffen.

CS
Jörg
 
Ja, wie immer sehr schönes Video von Scott Manley.

Der Grund warum das Schwabbern imTank kein Problem war, ist vielleicht ganz simpel dass die Tanks weitgehend leer waren. Die Dampfwolken während des Fluges waren vermutlich von abgeblasenem Treibstoff.

Guten Morgen
Thorsten
 
Ja,

wenn man das Video von SpaceX sieht erkennt man, dass der austretende Schwaden seitlich im Bereich der Verkleidung austritt. Deswegen vermutlich auch der kleinere Tank im Kopf des Geräts, damit man sich damit nicht rumschlagen muss. Um so mehr finde ich aber die Stabilität des Teils beachtlich. Dann kann ja nur noch eine Druckbeaufschlagung die Festigkeit liefern.

CS
Jörg
 
Hallo!

Der Grund warum das Schwabbern imTank kein Problem war, ist vielleicht ganz simpel dass die Tanks weitgehend leer waren.

Das glaube ich auch. Und der Resttreibstoff wurde verwendet, um den Schwerpunkt in eine Position zu bringen, die eine stabile Fluglage für den „Wiedereintritt“ sichert.

Das Lande„problem“ würde ich auf unausgreifte Software schieben. Bisher sind sie immer mit einem Triebwerk gelandet. Das funktioniert oder es funktioniert nicht, da braucht man sich keine weiteren Gedanken machen. Bei dreien gibt es aber viele Kombinationen von einem oder zwei nicht oder nur teilweise funktionierenden Aggregaten. Und danach sah es hier aus. In dem Livestream den ich verfolgt habe wurde auf die grüne Flamme von einem der drei Triebwerke hingewiesen, mit der es nach der zweiten Zündung gebrannt hat. Das sah nicht gesund aus. Die Software scheint das aber nicht erkannt zu haben und hat wie gewohnt versucht, im allerletzten Moment mit vollem Schub zu bremsen, was ja am wenigsten Treibstoff benötigt. Dabei hätte warscheinlich ein einziges Triebwerk für die Landung genügt.

Grüße
Maximilian
 
Man bedenke, dass das System vier Tanks hat:
Zwei grosse (1x CH4, 1x O2) für den Start, die waren dann wohl leer, und zwei kleine, die sog. "Header Tanks", für die Landung.
Und diese Header Tanks schwappen nicht während des Freifalls weil sie eben noch voll sind, und der Ox-Tank, der ja in der Nase ist, sorgt für die Balance. Und als die sich dann während des Landing Burns leerten, konnte offenbar der Druck nicht aufrecht erhalten werden. Oder so ähnlich.

Gruss
Thorsten
 
Moin,

die grüne Flamme sieht nach Kupfer aus, ich vermute, so ist es ja auch dem SpaceX-Tweet zu entnehmen, dass die Treibstoff-Versorgung da irgendwie gezickt hat, der Brennkammerdruck hat nicht mehr gepaßt, es kam zu sowas wie ner Rückzündung und das Triebwerk hat sich selbst zerstört.

Wenn ich mal annehme dass die Dinger ähnlich wie die Ariane-Triebwerke einen Kupferkern mit Treibstoffkanälen und aufgalvanisierten Nickelschichten und anderen galvanischen Schichten aufweisen könnte ich mir erklären wo das Kupfer herkommt.

Ich denke das Steuersystem war dann mit dem Fehlerbild überfordert und anstelle das fehlerhafte Triebwerk abzuschalten hat man versucht mit den drei Triebwerken zu landen - bumm. Ich denke auch ein Raptor hätte das möglicherweise auch allein gepackt, 200t Schub habe ich irgendwo um Kopf, und zwei brannten ja soweit man sehen konnte einwandfrei.

CS
Jörg
 
Hallo!

...die grüne Flamme sieht nach Kupfer aus, ich vermute, so ist es ja auch dem SpaceX-Tweet zu entnehmen, dass die Treibstoff-Versorgung da irgendwie gezickt hat, der Brennkammerdruck hat nicht mehr gepaßt, es kam zu sowas wie ner Rückzündung und das Triebwerk hat sich selbst zerstört.

Könnte sein. Leider ist über das Innenleben des Raptor nicht viel bekannt. Eine andere Möglichkeit ist Stickstoff, der über Reaktionsprodukte die Flamme ebenfalls grün färben kann. Wenn ich diverse Diagramme im Internet (von denen man natürlich nicht weiß, wie nah sie der Realität wirklich kommen) anschaue, dann sehe ich da eine Druckbeaufschlagung mit Stickstoff. Wenn also vorzeitig eine Treibstoffkomponente ausgeht und statt Methan (oder Sauerstoff) eine Mischung mit Stickstoff in die Brennkammer gelangt, dann könnte es auch grün leuchten. (Meine „Reaktionskinetik“ Vorlesung liegt leider schon viele viele Jahre zurück...)

Ich glaube sowieso, dass sie sich mit dem Raptor ein Drachenei ins Nest gelegt haben. Die bisherige Space X Philiosphie, alles so einfach wie möglich zu machen, dafür um den Preis eines etwas reduzierten Wirkungsgrades, haben sie damit deutlich durchbrochen. Das scheint von den Zahlen her zwar ein phantastisches Triebwerk zu sein, aber es ist doch sehr sehr nahe an der Grenze des technisch machbaren. 300 bar Brennkammerdruck. Weltrkord. Niki Lauda würde jetzt seine rote Kappe ziehen... Erinnert mich stark an das Space Shuttle. Dessen Haupttriebwerkwerke werden für alle Zeiten den Gipfel des Olymps darstellen. Näher an das thermodynamische Optimum wird man mit einem chemischen Raketentriebwerk nie wieder kommen. Leider hat seine Komplexität zu einem unproportional hohen Anteil an den immensen Kosten des Shuttle Programms geführt und ist für die unzähligen Projekt- und Startverzögerungen ursächlich verantwortlich (allerdings nicht für die Unfälle). Da sehe ich beim Raptor eine gewisse Parallele...

Grüße
Maximilian
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

ähnliches habe ich schon an mehreren Stellen gelesen. Zum einen die "Messlatte" Space-Shuttle-Haupttriebwerk und die sehr anspruchsvolle Technik des Raptor. Man wird sehen, ich denke jetzt geht es erstmal ans Auswerten. Die technischen Daten die bekannt sind sind ja recht dünn. Zum Shuttle findet man etwas mehr, aber die Details muss man vermutlich erstmal an den passenden Stellen suchen.

CS
Jörg
 
Hallo,

um mal kein SpaceX-Bashing zu machen, technisch war das eine bemerkenswerte Leistung, auch wenn der Abschluß nicht geklappt hat. Aber Tests und Testflüge sind dazu da die Grenzen auszuloten. Das kann man nur, wenn man sie auch überschreitet - etwas was Manager und Politiker bei der Bewilligung von Geldern nie verstehen werden. Da muß alles auf Anhieb klappen, sonst gibt es keine Finanzierung. Auch ein Grund, warum Kosten aus dem Ruder laufen.
Aber ich sehe es auch ähnlich wie beim Space Shuttle. Der Weg in den Orbit und zurück ist noch lang. Da kann viel schiefgehen. Und um das von vorne bis hinten verlässlich und wiederverwendbar zu bewerkstelligen muß noch viel getüftelt werden. Was auch die Kosten treibt. Wie Jörg schreibt, kommt im wesentlichen eine leere Wursthülle mit superkomplizierten Triebwerken zurück, deren Überholung in einen verlässlich wiederverwendbaren Zustand viel Geld und Zeit verschlingen kann. Dann kommt noch der ganze Wiedereintritt und der thermische Schutz dazu - schaun mer mal.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo!

Aber Tests und Testflüge sind dazu da die Grenzen auszuloten. Das kann man nur, wenn man sie auch überschreitet - etwas was Manager und Politiker bei der Bewilligung von Geldern nie verstehen werden. Da muß alles auf Anhieb klappen, sonst gibt es keine Finanzierung. Auch ein Grund, warum Kosten aus dem Ruder laufen.

Ja und nein. Das sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen. Space X macht Testflüge mit vielen unerprobten Komponenten, die dann zumeist mit spektakulären Feuerbällen enden. Die konventionelle Herangehensweise in der Raumfahrt ist es aber (zumindest gewesen), Testflüge erst dann zu machen, wenn alle Komponeten ausgetestet sind. Siehe Apollo und Space Shuttle. Apollo hatte keine nennenswerten Fehlschläge, auch nicht in der Testphase. Und beim Shuttle gab es systembedingt überhaupt keine Möglichkeit, einen Test mit etwas anderem als dem fertigen bemannten System durchzuführen: „Failure is not an option“, wie es bei der NASA schon 20 Jahre davor in anderem Zusammenhang geheissen hat.

Welcher der beiden Wege der schnellere und kostengünstigere ist wird die Geschichte zeigen. Bisher wissen wir nur, dass der konventionelle Weg lang und kostenintensiv ist. Und Space X ist erst am Anfang seines Weges, auch wenn Herr Musk nicht müde wird, anderes zu twittern.

Grüße
Maximilian
 
Ok, Apollo hatte zumindest einen "nennenswerten" Fehlschlag: Apollo 1. Aber ok, nicht im Flug.
Edit: Stimmt Heiko, Apollo 13 natürlich auch.

Aber der eigentliche Grund, warum SpaceX sich diese "destruktive" Vorgehensweise erlauben kann und die anderen nicht ist ganz einfach, weil SpaceX von vornherein das Thema Massenfertigung mit im Konzept hat. Schon bei den Prototypen und insbesondere auch bei den Motoren. Das ist meiner Meinung nach der entscheidende (und weitgehend total unterschätzte) Vorteil der Philosophie von SpaceX.

Gruss
Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Nennenswert würde ich nicht in Klammern setzen, wenn drei Menschen dabei gestorben sind.

*entfernt*
 
Hallo!

Aber der eigentliche Grund, warum SpaceX sich diese "destruktive" Vorgehensweise erlauben kann und die anderen nicht ist ganz einfach, weil SpaceX von vornherein das Thema Massenfertigung mit im Konzept hat.

Das ist aber nicht neu. Die Anfänge der bemannten Raumfahrt (hüben wie drüben) basierten auf massenfertigungstauglichen Raketen (die auch in großen Stückzahlen und über viele Jahre produziert wurden), weil deren eigentlicher Einsatzzweck die wechselseitige mehrfahre thermonukleare Vernichtung war. Und genau dafür mussten sie von Anfang an auf 100% Zuverlässigkeit aller Komponenten ausgelegt sein.

Und was den Unfall von Apollo 1 angeht: Es ist natürlich tragisch, dass er Opfer gefordert hat. Das waren aber nicht die einzigen. Es sind einige Astronauten bei Trainingsflügen mit Flugzeugen ums Leben gekommen (der prominenteste was Juri Gagarin) und eine unbekannte Zahl von Arbeitern von Gerüsten gefallen oder unter den Gabelstapler geraten. Trotzdem würde ich diese Unfallsopfer nicht als Fehlschläge des jeweiligen Raumfahrtprogramms bezeichnen wollen.

Grüße
Maximilian
 
Bei beidem gebe ich dir Recht. Aber die zivile Raumfahrt, zumindest heutzutage, macht halt nur diese mühsame Einzelfertigung in Handarbeit, zumindest zum grossen Teil.

Thosten
 
Moin,

wenn ich mir ansehe wie NASA und ESA aktuell laufen denke ich ist der Ansatz schon völlig anders, und, nicht zu vergessen, bei Falcon hat es wunderbar funktioniert. Die Dinger fliegen und landen verläßlicher als bei uns hier der Nahverkehr. Da hat man auch anfangs geunkt. Der Weg ist sicherlich noch steinig, aber bei der Menge Testobjekte die SpaceX derzeit parallel baut denke ich wird die Lernkurve steil sein. Und es gibt sicher noch eine Menge spannende Videos für uns Zaungäste... ;) :whistle:

CS
Jörg
 
Hallo zusammen,

mein persönliches Problem bzw. meine Frage zum Starship ist, ob dieser Landevorgang jemals so sicher gestaltet werden kann, dass man damit guten Gewissens auch Astronauten transportieren kann.

Es ist ja absolut unerläßlich, daß die Triebwerke ganz am Ende während der letzten Sekunden wirklich zu 100% genau funktionieren und auch bei der komplizierten Steuerung des Schwerpunkts mit dem Rest-Treibstoff in den Tanks bzw. durch die Steuerflächen darf einfach nichts schiefgehen.

Irgendwie frage ich mich ja doch, ob man nicht doch die Flügelchen ein bißchen größer bauen sollte, so daß das Raumschiff nach dem Wiedereintritt einfach wie ein lifting body konventionell landen kann, ohne daß dafür zwingend die Triebwerke wiedergezündet werden müssen und das mit höchster Präzision innerhalb von wenigen Sekunden vor dem Aufsetzen.

Für einen Raumfrachter ist das sicher genial, was SpaceX da baut.

Aber nicht umsonst haben sie doch auch bei Crew Dragon die Landung auf Land wieder verworfen und durch eine Wasserung ersetzt. Dabei ist es da schon alles viel einfacher, weil die Kapsel durch Fallschirme gebremst wird und auch nicht in den letzten Sekunden vor der Landung noch herumgedreht werden muß.

LG
Thomas
 
Hallo Thomas,

wenn ich es richtig verstanden habe, übt Elon Musk für Mond- und Marslandungen damit. Da geht es nicht anders. Aber Deine Bedenken hätte ich bei Passagierflügen auch.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo!

mein persönliches Problem bzw. meine Frage zum Starship ist, ob dieser Landevorgang jemals so sicher gestaltet werden kann, dass man damit guten Gewissens auch Astronauten transportieren kann.

Zwölf sind immerhin auf diese Weise schon weich auf dem Mond abgesetzt worden. Und das schon vor 51 Jahren.

Beim Starship muss das wohl so funktionieren, denn es soll sowohl auf der Erde als auch auf anderen Himmelskörpern auf diese Weise landen. Mit drei Triebwerken ist da schon einiges an Redundanz vorhanden.

Grüße
Maximilian
 
Ja, Apollo war da schon wirklich gut.

Das Starship hat den Vorteil, dass, bevor man da Leute reinsetzt, die unbemannte Version wahrscheinlich schon hunderte von Landungen auf dem Buckel haben wird. Insbesondere von den Tankerflügen. Oder man macht einfach jeden Tag ein dutzend Flüge so wie der gestern, und das für einige Wochen. Kostet ja im Prinzip nur den Treibstoff und die gecrashten Vehikel. Dann kann man sowas wie Statistik machen und entscheiden wer mutig genug ist... :)

Gruss
Thorsten
 
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