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Starlink-Satelliten

HerrHonk

Mitglied
...
Können wir als Gemeinschaft was dagegen tun? (Konstruktive Vorschläge?)
Moin,
da ich gerade ein Haus baue, bin ich nebenbei auf folgenden Paragraphen des BGB gestossen.

§ 905
Begrenzung des Eigentums
Das Recht des Eigentümers eines Grundstücks erstreckt sich auf den Raum über der Oberfläche und auf den Erdkörper unter der Oberfläche.
Der Eigentümer kann jedoch Einwirkungen nicht verbieten, die in solcher Höhe oder Tiefe vorgenommen werden, dass er an der Ausschließung kein Interesse hat.


Das bedeutet, nach unten hin bis zum Erdmittelpunkt, nach oben hin bis in die unendlichen Weiten des Weltalls.
Was aber ist mein Interesse? Als Amateurastrofotograf habe ich durchaus ein Interesse den Raum über mir frei zu halten.
Ich weiß, es ist wohl illusorisch zu denken man könnte gegen diese Pläne etwas unternehmen. Interessant wäre es aber durchaus was Gerichte zu einer Flut an Klagen von Grundstückseigentümer sagen.
Also, immer raus mit den Klagen ;)

CS,
Andreas
 
Bitte erläutere deine Unbedenklichkeitsthese.

Gruß Okke
Ja Okke, Du hast ja Recht - unmöglich ist es natürlich nicht. Ich bleibe aber dabei das es sehr unwahrscheinlich ist. Warum?

1. Der absolute Großteil wird sich in so niedriger Flugbahn befinden, dass selbst im Falle eines Unfalls der ganze Schrott maximal 5 Jahre bleibt.
2. Es befinden sich derzeit nach NASA Zahlen 600.000 Weltraumschrott Objekte im Orbit --> selbst 42.000 ändern an der Gesamtzahl fast nix.
3. Der Großteil des Weltraumschrotts besteht aus den Überresten von Wegwerf-Raketen/Stufen, die SpaceX ja explizit vermeidet (im Gegensatz zu allen anderen).
4. Die Starlink Satelliten verfügen sowohl über ein aktives automatisches Ausweichsystem als auch über ein De-Orbit System --> selbst bei einer gewissen Fehlerrate wird das allermeiste entsorgt und meistens auch ein Ausweichen erfolgreich sein. (Und sas so oft zitierte ESA Ausweichmanöver wird ja auch von vielen Experten als unnötig bewertet)
5. Der Orbit ist gewaltig - die virtuelle Sphäre in einer Umlaufbahn von 1100km um die Erde hat eine Oberfläche von fast 700mio Quadratkilometern. In diesen Orbits wird SpaceX laut Plan etwa 2800 Satelliten stationieren --> das wäre dann ein Starlink Satellit (der kleiner ist als ein normaler Esstisch - die Dinger wiegen grade mal etwa 250Kg) auf etwa 250.000 Quadratkilometern (Fläche von Westdeutschland). Wie groß das Risiko von Kollisionen da sind, erst recht wenn man in Betracht zieht, dass die Orbits aller großen Objekte ja bekannt sind und auch noch ein Ausweichsystem vorhanden ist, kann ja jeder versuchen auszurechnen.
6. Der Zugang zum Weltraum hat für die USA und auch für Russland, China und inzwischen auch NATO und EU immense strategische Bedeutung. Würde das US Militär auch nur den Hauch einer Gefahr sehen, dass Ihnen dadurch der Zugang zum Weltraum verwehrt wird, hätte man ganz leicht einen Weg gefunden das zu verhindern. Aber dort will man lieber die Chancen nutzen und ist der erste Kunde. Bereits die beiden ersten Prototypen konnten eine 610Mbit Verbindung ins Cockpit einer fliegenden Militärmaschine herstellen.

Speichere meinen Kommentar und ich verspreche Dir, wenn in den nächsten 20 Jahren ein Kessler Syndrom wegen Starlink passiert, gebe ich Dir nen Bier aus ;)

LG Marcel
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

lassen wir mal die "egoistischen" Bedürfnisse von uns Astrofotografen außer acht. Tatsache ist, daß jetzt in relativ kurzer Zeit ein Vielfaches der Zahl der Satelliten der letzten 60 Jahre in die niedrige Erdumlaufbahn geschossen werden soll. Diese Kommunikationssatelliten müßen alle paar Jahre erneuert werden. Die Fehlerrate beim "De-orbiten" soll bei 5% liegen. Das heißt, alleine deswegen ist eine Akkumulation der unkontrollierten Objekte im LEO im Lauf der Jahre zu befürchten. Zusammenstöße von Satelliten gab es in der Vergangenheit schon und werden dadurch noch wahrscheinlicher. Und je größer das Objekt, umso wahrscheinlicher wird ein Zusammenstoß mit einem Trümmerstück. Wann das zu einem Kesslersyndrom führt, kann ich nicht abschätzen, aber zukünftige große Strukturen wie Raumstationen etc. werden im LEO dadurch stark gefährdet.
Und das Argument, daß das Militär intervenieren würde, wenn eine Gefahr bestünde, zieht nicht. Gerade das Militär ist daran interessiert. Es geht bei Starlink nicht darum, unterentwickelte Gebiete mit Internet zu versorgen - träumt weiter. Das könnte man auch von Satellitenplattformen im GEO bewerkstelligen. Es geht darum, die Kommunikationszeiten von Punkt zu Punkt auf der Erde zu verkürzen ohne den Umweg in den GEO. Davon profitiert die Hochfinanz, denn da geht es mittlerweile um Sekundenbruchteile bei Transaktionen. Und davon profitiert gerade das Militär, denn die können dann weltweit ihre Waffensysteme (Drohnen etc.) fast in Echtzeit steuern.
Ihr seht woher der Wind weht. Und deshalb wird Starlink und Co. kommen. Fangt besser schon mal an euch in Kurzzeitbelichtungen, Sigma-Clipping und Livestacking zu üben.

Gruß

Heiko
 

DocHighCo

Mitglied
PS: Und Marcel, ja der Orbit ist gewaltig. Aber die Satelliten bewegen sich schnell und decken dabei gewaltige Flächen ab. Ein 1m^2 großer Satellit überstreicht während einem Umlauf über 40 km^2! Wenn ich von 60000 statt 2800 Satelliten in einigen Jahren ausgehe, dann kommen wir auf nur ca. 12000 km^2 pro Satellit und die überstreicht er in nicht mal 3 Wochen. Jetzt kommt aber noch die dritte Dimension dazu etc. Also Satelliten pro Fläche ist kein gutes Maß, um abzuschätzen wie groß die Trefferwahrscheinlichkeit ist.
 

eckehardt70

Mitglied
Leider ruft das Vorhaben des durchgeknallen Herrn Musk nur noch Wut und Resignation bei mir aus und das schlimme ist ja,
das es noch enger da oben wird, weil noch viele in den Startlöchern stehen.
Andererseits ist es als Menscheit nur stringent den Weltraum zu vermüllen, wenn wir das mit allen anderen Lebensräumen auch machen. Die Frage, dürfen (wir) der das, stellt sich genau wie bei den anderen Lebensräumen auch.
Der Glaube an die beherrschbare Technik hat ja schon öfter für ein böses Erwachen gesorgt und die Wahrscheinlichkeit, dass das ausgerechnet im Weltall funktionieren sollte ist gering.
Für ein weltumspannendes Internet! Für wen? Wer macht sich die Taschen voll? Wer kann den Quatsch verhindern?
Wir als Astrorandgruppe interessieren da nicht.

Gruß und CS
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:

Bosdorfer

Mitglied
Danke Andreas ;)
Ja klingt zwar verrückt, aber unsere Gesellschaft will es ja nicht anders. Ist zwar nur deutsches Recht, aber da müsste man halt wissen was EU-Recht dazu meint.
Wir sind doch hier multiberuflich. Ist ein Antwalt unter uns? Was meint er dazu?

lassen wir mal die "egoistischen" Bedürfnisse von uns Astrofotografen außer acht.
Hi Heiko,
lass die Anführungszeichen weg - ja, egoistisch - aber volle Kanne - schließlich ist Musk auch kein Wohltäter und tut das nicht aus altruistischen Motiven. Da lasse ich mir von denen gern Egoismus vorwerfen. ;)
Ich denke Heiko hat recht - der Grund, warum einfach keine große Organisation oder ganze Länder dagegen vorgehen ist, weil Militär und Finanz dahinter stehen. Man müsste sie mit Ihren eigen Waffen schlagen - Schicken wir eine Störsender hoch. :cool:
Grüße
Rüdiger
 

anco1976

Mitglied
Hallo,

grundsätzlich finde ich es nicht richtig den Weltraum kommerziellen Interessengruppen zu überlassen und das scheinbar noch ohne Regulierung. Wollte der nicht auf dem Mars sterben? Und jetzt wieder die Blase mit der Fabrik in Brandenburg :unsure: langsam nervt der, aber richtig. Der soll sein Elektroschrott und Sondermüll auf dem Nordamerikanischen Kontinent lassen.
 
Leider ruft das Vorhaben des durchgeknallen Herrn Musk nur noch Wut und Resignation bei mir aus und das schlimme ist ja,
das es noch enger da oben wird, weil noch viele in den Startlöchern stehen.
Andererseits ist es als Menscheit nur stringent den Weltraum zu vermüllen, wenn wir das mit allen anderen Lebensräumen auch machen. Die Frage, dürfen (wir) der das, stellt sich genau wie bei den anderen Lebensräumen auch.
Der Glaube an die beherrschbare Technik hat ja schon öfter für ein böses Erwachen gesorgt und die Wahrscheinlichkeit, dass das ausgerechnet im Weltall funktionieren sollte ist gering.
Für ein weltumspannendes Internet! Für wen? Wer macht sich die Taschen voll? Wer kann den Quatsch verhindern?
Wir als Astrorandgruppe interessieren da nicht.

Gruß und CS
Thomas

Welcher Lebensraum soll den das Vakuum des Weltalls bitte sein? Richtig. Keiner. Es sei denn sie Menschheit macht es endlich zu einem.
Ohne beherrschbare Technik würdest du nicht deine Meinung (die ich jedem gerne lasse, die bei mir aber ebenso Resignation auslöst wie Herr Musk bei dir) in einem weltumspannenden Kommunikationsnetz loswerden können, sondern würdest mit der Keule uns Feuer tanzen (oder nicht mal das, Feuer birgt nämlich hohe technische Risiken). Vermutlich wärst du aber genau wie fast jeder hier bereits tot, weil die Lebenserwartung bei nicht mal 30 liegen würde.

Natürlich will auch SpaceX oder one Web oder jeder andere Satelliten Betreiber Geld verdienen. Aber es gibt noch 4 Milliarden Menschen ohne Internet auf der Welt und auch in Deutschland Millionen die keinen schnellen Internet Anschluss bekommen können, weil Digitalisierung für uns Neuland ist und wir erst mal gezweifelt haben ob sich das durch setzt. Starlink hat das Potential die Digital Divide zwischen Stadt und Land endlich zu schließen und dabei auch noch endlich Technologien rentabel zu machen, die den Weltraum viel besser erschließen können als zuvor.

Und ärgere dir kein Magen Geschwür. Es wird niemand verhindern. Deutschland kann es zum Glück nicht, und die Mächte die es können, werden einen Teufel tun. Und sobald die erste Mega Konstellation funktioniert, werden die Chinesen alleine aufgrund ihrer nationalen Ambitionen und um die Kontrolle über ihre Internet Versorgung auf dem Land nicht den Amis zu überlassen, auch eine starten.

LG Marcel
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Andreas ;)
Ja klingt zwar verrückt, aber unsere Gesellschaft will es ja nicht anders. Ist zwar nur deutsches Recht, aber da müsste man halt wissen was EU-Recht dazu meint.
Wir sind doch hier multiberuflich. Ist ein Antwalt unter uns? Was meint er dazu?

Grüße
Rüdiger
Ich bin kein Anwalt, aber ein paar Trimester internationales Recht hatte ich im Studium 😉. Der Weltraumvertrag, den fast jedes Land der Erde ratifiziert hat (auch alle EU Staaten) legt fest, das es keine territorialen Ansprüche im Weltraum geben darf. Das ist auch der Grund, warum der Mond kein US Territorium ist 😉. Sicher wird sich das in ferner Zukunft ändern, wenn jemals große Gruppen von Menschen das All besiedeln, aber noch ist das völkerrechtlicher Konsens.
Da der gängigen internationalen Definition nach der Weltraum in 100km Höhe beginnt (nach der des US Militärs sogar nach 80), unterliegt kein Satellit der territorialen Jurisdiktion eines anderen Staates. Nur ein amerikanisches Gericht könnte die Firma SpaceX aufgrund eines US Gesetzes zwingen etwas im Weltraum zu tun oder zu lassen.

LG Marcel
 
Hallo,

grundsätzlich finde ich es nicht richtig den Weltraum kommerziellen Interessengruppen zu überlassen und das scheinbar noch ohne Regulierung. Wollte der nicht auf dem Mars sterben? Und jetzt wieder die Blase mit der Fabrik in Brandenburg :unsure: langsam nervt der, aber richtig. Der soll sein Elektroschrott und Sondermüll auf dem Nordamerikanischen Kontinent lassen.
Aha?! Möchtest du also noch in hundert Jahren die Umwelt mit Verbrennern vergiften?
Das ein Deutscher Probleme mit Marktwirtschaft und Freiheit hat, wundert mich hingegen nicht mehr. Muss irgendwas im Wasser sein... Gut dass ich selten Leitungswasser trinke :D
 

Hoschie

Mitglied
Für ein weltumspannendes Internet! Für wen? Wer macht sich die Taschen voll? Wer kann den Quatsch verhindern?
Sehe ich genauso: Großtenteils Quatsch!
Sicherlich gibt es Ausnahmen, es existieren auch wirklich sinnvolle Anwendungen für das Internet. Aber die hochgepriesene Digitalisierung ist nur eine riesige Gelddruckmaschine, die Menschen, Firmen, Gesellschaft und Politik abhängig, erpressbar und angreifbar macht.
Bei mir im Büro hat die tolle Digitalisierung nichtmal vor der Kaffeemaschine halt gemacht, selbst die Milch funktioniert jetzt mit einem Kanban-System mit Barcodescanner, der 24/7 Energie verbraucht, nur weil alle zwei Wochen die Milch alle ist und sich sonst halt Jemand erbarmen musste und Neue holen. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass der ganze Rotz in einem Jahr ausgetauscht werden muss, weil er nicht mehr kompatibel zum neuesten Update ist.

Aber das sind ja nur meine persönlichen Ansichten, unsere Youngsters fahren da voll drauf ab.

CS Hoschie
 
Sehe ich genauso: Großtenteils Quatsch!
Sicherlich gibt es Ausnahmen, es existieren auch wirklich sinnvolle Anwendungen für das Internet. Aber die hochgepriesene Digitalisierung ist nur eine riesige Gelddruckmaschine, die Menschen, Firmen, Gesellschaft und Politik abhängig, erpressbar und angreifbar macht.
Bei mir im Büro hat die tolle Digitalisierung nichtmal vor der Kaffeemaschine halt gemacht, selbst die Milch funktioniert jetzt mit einem Kanban-System mit Barcodescanner, der 24/7 Energie verbraucht, nur weil alle zwei Wochen die Milch alle ist und sich sonst halt Jemand erbarmen musste und Neue holen. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass der ganze Rotz in einem Jahr ausgetauscht werden muss, weil er nicht mehr kompatibel zum neuesten Update ist.

Aber das sind ja nur meine persönlichen Ansichten, unsere Youngsters fahren da voll drauf ab.

CS Hoschie

Das Internet ist für uns alle Neuland....

Ich bin zwar mit 34 kein Youngster mehr, aber ja, das sieht so ziemlich jeder anders 😉

LG Marcel
 
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Und das Argument, daß das Militär intervenieren würde, wenn eine Gefahr bestünde, zieht nicht. Gerade das Militär ist daran interessiert. Es geht bei Starlink nicht darum, unterentwickelte Gebiete mit Internet zu versorgen - träumt weiter. Das könnte man auch von Satellitenplattformen im GEO bewerkstelligen. Es geht darum, die Kommunikationszeiten von Punkt zu Punkt auf der Erde zu verkürzen ohne den Umweg in den GEO. Davon profitiert die Hochfinanz, denn da geht es mittlerweile um Sekundenbruchteile bei Transaktionen. Und davon profitiert gerade das Militär, denn die können dann weltweit ihre Waffensysteme (Drohnen etc.) fast in Echtzeit steuern.
Ihr seht woher der Wind weht. Und deshalb wird Starlink und Co. kommen. Fangt besser schon mal an euch in Kurzzeitbelichtungen, Sigma-Clipping und Livestacking zu üben.

Gruß

Heiko
Hallo Heiko,

Ja. Das war ja genau mein Punkt. Natürlich werden solche Systeme massiv militärisch genutzt werden. Es ging mir eher um die Kessler Thematik. Gerade weil es kaum möglich ist, ohne Weltraum Systeme einen modernen Krieg zu führen, beobachtet man die Risiken in diesem Bereich sehr genau. Es gibt auch in der Bundeswehr das Weltraum Lagerzentrum, wo man sich mit dieser Thematik beschäftigt. Dort blickt man übrigens nicht mit Angst sondern nur mit Neid auf SpaceX ;)

LG Marcel
 

eckehardt70

Mitglied
Hallo Marcel,

vielen Dank für das Zerpflücken meines Beitrages, aber ich bin mir sicher, das du verstanden hast, was ich zum Ausdruck bringen möchte. Das wir nicht Vakuum leben brauchst du mir nicht zu erklären. Es ist mir aber nicht egal was da oben alles rumschwirrt.
Ich kann viele Sachen nicht verhindern, aber ich muss nicht alles gut finden, nur weil es irgend etwas mit dem Neuland zu tun hat. Klar will ich nicht ums Feuer tanzen, aber brauchst du Beispiele, wo uns als Menscheit, der Glaube an bedingungslosen Fortschritt Ärger, und das ist noch ein recht verharmolsendes Wort, eingebracht hat.
Als typisch deutscher Bedenkenträger, der die Marktwirtschaft und die Freiheit nicht versteht, möchte ich aber keinesfalls dem Fortschritt im Wege stehen. Schon gar nicht, wenn es doch funktionieren muss, mit den vielen Satelliten da oben, weil sonst der moderne Krieg ausfällt und die Kohle für Herrn Murks und andere nicht sprudelt.
Mensch Marcel, meist du das wirklich ernst, was du da schreibst? Und resignieren musst du meinetwegen nicht.

CS
Thomas
 

Achim_B

Mitglied
Aber es gibt noch 4 Milliarden Menschen ohne Internet auf der Welt...
Hallo Marcel,

Deine Technikbegeisterung in allen Ehren, aber das ist zynisch. Ob das Internet zum menschlichen Grundbedürfnis oder gar zum Menschenrecht hochstilisiert werden kann, muß jeder für sich selbst entscheiden. Bei der Nahrung hingegen gibt es da keine Diskussion. Mehr als 2,8 Milliarden Menschen (Quelle: Welthungerhilfe) leiden an Hunger oder Mangelernährung. Und das, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt und wir "nur" ein Verteilungsproblem haben. DAS wäre eines der Probleme auf der Welt, die es zuerst zu lösen gilt! Internet in der letzten Wellblechhütte (vom Problem der Finanzierung mal ganz abgesehen), aber nichts zu essen - ist das die Vision? Super! Da fällt mit doch spontan ein Zitat von Helmut Schmidt ein: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." Was haben denn diese Menschen vom technischen Fortschritt? Genau: Null komma nichts. Und dann kommt einer daher und geriert sich als der Glücksbringer, indem er "weltumspannendes Internet" verspricht. Daß das wohl eher ein Nebeneffekt ist wurde schon weiter oben dargelegt. Ich bin alles andere als technikfeindlich eingestellt, und ich sehe sehr wohl, daß es Menschen wie Elon Musk sind, die den technischen Fortschritt voranbringen. Aber bei den heutigen Möglickeiten stoßen wir schnell in Bereiche vor, in denen die Interessen sehr vieler Menschen berührt oder sogar beeinträchtigt werden, wenn mögliche Folgen und Risiken nicht bewertet werden. Wie genau das möglich ist, sei von Fall zu Fall dahingestellt. Wer das aber völlig ausblendet und alles nur unter den Gesichtspunkten Marktwirtschaft und Freiheit sieht, ist m.E. am ehesten den Fanatikern zuzuordnen.

...und auch in Deutschland Millionen die keinen schnellen Internet Anschluss bekommen können, weil Digitalisierung für uns Neuland ist und wir erst mal gezweifelt haben ob sich das durch setzt.
Ja, es ist beschämend, daß es in einem Land wie Deutschland nicht möglich sein soll, flächendeckend zumindest angemessen schnelle Internetzugänge bereitzustellen (wobei sich hier möglicherweise in den letzten Jahren auch einiges getan hat). Insbesondere für in "Internetlöchern" ansässige Firmen kann das ein echter Nachteil sein. Deine Begründung erscheint mir aber ein wenig konstruiert und im zeitlichen Zusammenhang gesehen deutlich hintendran. Daran, daß das Internet nicht wieder in der Versenkung verschwinden wird, gibt es seit vielen Jahren keinen Zweifel. Also schon lange bevor der Hype um den Begriff "Digitalisierung" einsetzte.

Starlink hat das Potential die Digital Divide zwischen Stadt und Land endlich zu schließen, und dabei auch noch endlich Technologien rentabel zu machen, die den Weltraum viel besser erschließen können als zuvor.
Auch so ein Spruch, der einem SpaceEx-Werbeprospekt entsprungen zu sein scheint ;). Brauche ich tatächlich ein Satellitennetz mit der rund fünffachen Anzahl aller derzeit im All befindlichen Satelliten zur Lösung eines Problems, das jeder Staat bei Bedarf mit vergleichsweise minimalen Kosten selbst in den Griff kriegen könnte? Oder anders gefragt: Muß man eine Kuh kaufen, wenn man ein Glas Milch trinken möchte? Ach ja - da war ja wohl auch noch was anderes außer dem "weltumspannenden Internet". Aber das steht nicht im Werbeprospekt. Und was die Technologien zur Erschließung des Weltraums angeht: Welche meinst Du damit zum Beispiel? Mir scheint Spacelink weit überwiegend auf Anwendungen auf der Erde ausgerichtet zu sein.

Gruß
Achim
 
Zuletzt bearbeitet:

MiMeDo

Mitglied
Hui, mal wieder eine wilde Diskussion. :eek:

Ein Punkt, da scheint sich offenbar keiner hier mehr daran zu erinnern:
Elon Musk macht das ganze NICHT, um sich persönlich zu bereichern.
Der ganze Starlink-Kram wird vor allem deshalb gemacht,
damit die Entwicklung von Superheavy+Starship finanziert werden kann.
Da war nämlich bisher irgendwie keine NASA oder so dran interessiert.

Und ein Aspekt der vermutlich extrem wichtig sein dürfte für das Militär:
So 'ne Starlink-Konstellation schaltet der Gegner nicht mal eben so kurz aus
wie er das mit GPS-Satelliten etc. im Prinzip machen könnte wegen deren geringer Anzahl.
Das wird zwar nie und nirgends so erwähnt, aber liegt finde ich ziemlich auf der Hand.

Viel Spass beim Weiterdiskutieren!
Gruss
Thorsten
 

Dysnomia

Mitglied
Und sobald die erste Mega Konstellation funktioniert, werden die Chinesen alleine aufgrund ihrer nationalen Ambitionen und um die Kontrolle über ihre Internet Versorgung auf dem Land nicht den Amis zu überlassen, auch eine starten.
Du liebe Güte wie blauäugig... :rolleyes:

Wahrscheinlich hast du nicht zugehört: Die Masse an Satelliten macht das Kessler-Syndrom Sternengeschichten Folge 228: Das Kessler-Syndrom
 

Hoschie

Mitglied
Ich bin zwar mit 34 kein Youngster mehr, aber ja, das sieht so ziemlich jeder anders 😉
Weiss ich doch. Wobei du mit 34 nahe dran bist an einer Generation, die offenbar schon völlig anders tickt als meine: Behütete Kindheit, immer überall hinkutschiert worden, die Eltern haben die ganzen Kommerz-Hypes mitgemacht, und mit 12 gab's endlich das eigene Handy (auch wenn es damals noch kein Smartfohn war). Starke materialistische Prägung halt.
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

wir sollten sachlich bleiben und keinen Konflikt Alt gegen Jung heraufbeschwören. Ich gehöre auch mittlerweile zur Vatergeneration von Marcel und stimme mit ihm überein, daß wir den Jüngeren keine Zukunftschancen verbauen sollten.
Aber gerade deshalb sollten wir gut überlegen, wie wir das machen. In den 60er, 70er-Jahren war der Atomhype die Zukunft - und heute? Plastik (Plaste), Individualverkehr, Ölheizung und Essen aus dem Meer galten mal als zukunftsweisend, wohlstandssichernd und als Chance für zukünftige Generationen. Heute wird die ältere Generation dafür gehaßt.
Dem Militär zu unterstellen, daß es überlegt welche langfristigen Auswirkungen und Nebenwirkungen eine kurzfristige militärische Vorteilsgewinnung hat, halte ich für blauäugig. Das war weder bei Giftgas, verbrannter Erde-Taktik, Atombomben, Agent Orange und abgereicherter Uranmunition so und wird auch beim Kesslersyndrom nicht so sein. Das Militär muß so denken. Nur der augenblickliche Vorteil zählt, denn sonst hat man morgen vielleicht verloren und ist tod. Daß man den Zugang zum Weltall in 20 oder 30 Jahren erschwert oder gar unmöglich macht, zählt heute nicht. Deshalb darf man solche Entscheidungen nicht das Militär fällen lassen.

Gruß

Heiko
 
Du liebe Güte wie blauäugig... :rolleyes:

Wahrscheinlich hast du nicht zugehört: Die Masse an Satelliten macht das Kessler-Syndrom Sternengeschichten Folge 228: Das Kessler-Syndrom
Hey. Don't shoot the messenger :D
Ich sage ja nur das es so ist. Die chinesische Konstellation heißt übrigens Hongyan und soll bis 2025 etwa 300 Satelliten umfassen.


LG Marcel
 
Weiss ich doch. Wobei du mit 34 nahe dran bist an einer Generation, die offenbar schon völlig anders tickt als meine: Behütete Kindheit, immer überall hinkutschiert worden, die Eltern haben die ganzen Kommerz-Hypes mitgemacht, und mit 12 gab's endlich das eigene Handy (auch wenn es damals noch kein Smartfohn war). Starke materialistische Prägung halt.
Ich möchte das hier nicht auf die persönliche Ebene ziehen und das ist auch kein Therapie Forum, aber glaube mir wenn ich dir sage, dass du meine Kindheit nicht gerne erlebt hättest...
Und ich habe mir auch nach meiner Kindheit alles selbst hart erarbeitet. Zur Erben Generation in einem liebevollen Elternhaus hätte ich wahrlich gerne gehört.


Und die Entscheidungen auf dieser Welt werden auch überwiegend nicht von Menschen unter 35 getroffen 😉.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, es ist beschämend, daß es in einem Land wie Deutschland nicht möglich sein soll, flächendeckend zumindest angemessen schnelle Internetzugänge bereitzustellen (wobei sich hier möglicherweise in den letzten Jahren auch einiges getan hat). Insbesondere für in "Internetlöchern" ansässige Firmen kann das ein echter Nachteil sein. Deine Begründung erscheint mir aber ein wenig konstruiert und im zeitlichen Zusammenhang gesehen deutlich hintendran. Daran, daß das Internet nicht wieder in der Versenkung verschwinden wird, gibt es seit vielen Jahren keinen Zweifel. Also schon lange bevor der Hype um den Begriff "Digitalisierung" einsetzte.

Auch so ein Spruch, der einem SpaceEx-Werbeprospekt entsprungen zu sein scheint ;). Brauche ich tatächlich ein Satellitennetz mit der rund fünffachen Anzahl aller derzeit im All befindlichen Satelliten zur Lösung eines Problems, das jeder Staat bei Bedarf mit vergleichsweise minimalen Kosten selbst in den Griff kriegen könnte? Oder anders gefragt: Muß man eine Kuh kaufen, wenn man ein Glas Milch trinken möchte? Ach ja - da war ja wohl auch noch was anderes außer dem "weltumspannenden Internet". Aber das steht nicht im Werbeprospekt. Und was die Technologien zur Erschließung des Weltraums angeht: Welche meinst Du damit zum Beispiel? Mir scheint Spacelink weit überwiegend auf Anwendungen auf der Erde ausgerichtet zu sein.

Gruß
Achim
Hallo Achim,

Starlink wird Internet mit bis zu 1gigabit pro Sekunde zur Verfügung stellen. Das ist Glasfaser Geschwindigkeit. Tatsächlich würden die Kosten jeden Haushalt alleine in Deutschland damit auszurüsten, die Kosten für Starlink weit übertreffen. Für Großstadt Bewohner macht es natürlich keinen Sinn, dort gibt es aber auch die Anschlüsse zu einem vertretbaren Preis. Die Leute bei SpaceX sind ja auch nicht blöde und geben Milliarden für etwas aus, das sich nicht lohnt. Morgan Stanley schätzt z.B. das sich durch Starlink die Valuation von SpaceX auf 120 Milliarden Dollar verdreifachen könnte.


Hinzu kommt, das die wirklich bahnbrechenden Raketen Starship/Superheavy wie von Thorsten schon angesprochen, damit entwickelt werden sollen. Es ist bereits jetzt so, dass SpaceX mehr Raketen anbieten kann, als es Nutzlast gibt. Wenn jemals eine Technologie den Weltraum wirklich in großem Maßstab erschließen soll, dann geht das nur wenn auch der wirtschaftliche Bedarf für jede Menge Nutzlast da ist.

LG Marcel
 

MiMeDo

Mitglied
Gefühlt ist die nachfolgende Generation stets verhätschelt und Weichei, das wusste schon Sokrates. So gesehen habe ich Hoffnung, schließlich ist es doch immer wieder erstaunlich, dass aus so vielen jungen Leuten letztlich was gescheites wird, obwohl sie von ihren Eltern erzogen worden sind.

Wir Alten können zwar unseren Senf dazu geben, aber die Zukunft gehört den Jungen, ob's uns passt oder nicht.

Und wir sind es gerade die am Ruder sind, wir sind diejenigen die den Planeten in einem etwas besseren Zustand hinterlassen sollten als wir das tatsächlich tun. Und es ist sehr einfach darüber zu reden (wird ja auch sehr viel gemacht), aber was wirklich substanzielles zu tun ist halt dann doch nochmal was anderes. Elon Musk mag durchgeknallt sein, aber er bringt endlich mal Bewegung in teilweise ziemlich verkrustete Strukturen. Klar, wo gehobelt wird da fallen auch Späne, aber Nichtstun und auf vermeintlichen Lorbeeren ausruhen dürfte noch schlechter sein.

Gute Nacht
Thorsten
 

ThN

Mitglied
Für astronomische Weitwinkelaufnahmen zeigen sich schon drastische Effekte:

starlink.jpg

Quelle: Dark Energy Survey

Wow!! I am in shock!! The huge amount of Starlink satellites crossed our skies tonight at
@cerrotololo . Our DECam exposure was heavily affected by 19 of them! The train of Starlink satellites lasted for over 5 minutes!! Rather depressing… This is not cool!


Quelle:
Clarae Martínez-Vázquez on Twitter und
Thomas
 

Bosdorfer

Mitglied
Na super - genau das hab ich schon erwartet - Und das sind jetzt nur ein paar. Da werden wohl kurze Belichtungen und Sigma Clipping nicht mehr helfen. Dann können wir unsere Diesel schon mal verkaufen. Vielleicht kauft ja jemand noch einen APO mit 480 mm.
Danke Elon
 

anco1976

Mitglied
Scheinbar brauch es immer Bilder, damit es auch der Letzte es kapiert was der vor hat und womit er viele Menschen auf der Welt beeinflusst und in deren private Lebensgestaltung (Hobby) eingreift. Dieser Mann ist ein "Space Terrorist" und nichts weiter. :eek:
 
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