Testversuch - H-alpha bei Mondlicht

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe die gestrige Nacht mit grellem Mond mal genutzt, um mit einem Astronomik 6nm H-alpha Filter auf M31 zu halten. Ich bin da irgendwie trotz langer Zeit immer noch in der Findungsphase, ab wann kann ich trotz grellem Mond mit H-alpha oder SII arbeiten kann. Bisher habe ich aus der Erfahrung heraus immer so gearbeitet, dass ich bei stärker Beleuchtungsgrad ab 50% immer darauf geachtet habe, ein Objekt zu wählen, welches möglichst weit vom Mond entfernt ist. Und wenn SII zum Zuge kommt, dass auch dieser beim helleren Beleuchtungsgrad zuerst eingesetzt wird. Ich wollte aber in erster Linie den H-alpha Filter prüfen, da dieser bei mir eher zum Einsatz kommt. Letztens konnte ich Aufnahmen bei 80% von einem Objekt machen, welches 70° vom Mond entfernt war. Das hat für mich ausreichend funktioniert, ohne dass ich einen ausgeprägten Gradienten ins Bild bekommen habe. Das habe ich vorerst für mich auch als ungefähren Richtwert eingeprägt.

In der vergangenen Nacht hat der Wetterbericht vorher kurz umgeschlagen, und tatsächlich eine gute Prognose für eine klare Nacht geliefert. Aber der Mond lag doch bei einem Beleuchtungsgrad von 99,8%, was ich doch gleich für einen Versuch nutzen wollte. Ich habe hierzu M31 gewählt, da ich hier schon seit längerem weiter dran arbeiten wollte, und da M31 zu dem Zeitpunkt gerade mal 48° vom grellen Mond entfernt ist. Wenn man sich die Übersichtsaufnahme so anschaut, ist das ja eigentlich schon ein extremes Beispiel, mit der hellen Funzel am Himmel, welche nicht wirklich entfernt ist. :)

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Mein Wunsch war eigentlich, dass ich eine Nacht noch ohne den Mond einfange, oder nur mit einem sehr niedrigen Beleuchtungsgrad. Dann hätte ich einen eindeutigen Vergleich, den ich visuell darstellen könnte. Vielleicht kommt diese Gelegenheit noch, und dann werde ich das Ergebnis mit Sicherheit hier mit einer Gegenüberstellung präsentieren. Ich würde aber gerne trotzdem mal vorab das Ergebnis mit Mondlicht zeigen wollen.

Man erkennt durchaus einen Gradienten, der nicht mehr ganz so dezent ist, aber auch nicht wirklich extrem erscheint, wie ich eigentlich erwartet hätte.
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Dieser Gradient lässt sich auch problemlos glätten, wie hier zu sehen:
masterLight_BIN_1_9576x6388_EXPOSURE_300_00s_FILTER_H_mono_drizzle_2x_autocrop_integration_aut...jpg


Der Gradient selbst ist also nicht so das Problem an diesem Beispiel. Die Frage, die ich mir hier nun stelle: Inwieweit nimmt das Mondlicht einen negativen Einfluss auf das H-alpha Signal. Die Aufnahmen zeigen genau 8 Stunden (96 x 5 min) Belichtungszeit. Jetzt würde ich es spannend finden, wie 8 Stunden mit dem gleichen Setup bei einer mondlosen Nacht aussehen. Kommt das H-alpha Signal dort dann vielleicht etwas prägnanter durch? Oder würde man kaum einen Unterschied merken?

Teleskop: TSQ-100ED auf AZ-EQ6
Kamera. ZWO ASI 6200 MM Pro
Filter: Astronomik 6nm H-alpha
Bildbearbeitung: PixInsight - Nur "Automatic DBE" zum Glätten, und Statistical Strech. Mehr nicht.

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Moin,

danke fürs zeigen!
Gab ja in letzter Zeit viele Fragen in die Richtung, damit klärt sich so einiges.

Hast du zufällig auch O3 getestet?
Wäre auch Interessant zu sehen wie stark da der Einfluss ist.

Grüße
Brian
 
Hi Brian,

ich muss ehrlich sagen, dass ich mich bei OIII nicht getraut hätte. Aber ja, ein Test wäre hier auch mal interessant, da dieser Filter wohl im Vergleich zu H-alpha und SII deutlich anfälliger sein sollte. Inwieweit das in der Praxis aussehen, würde mich auch neugierig machen. Leider ist da so eine Sache mit dem Wetter, und den Chancen für weitere Tests.

Auch interessant wäre hier, inwieweit sich das bei schmalbandigeren Filtern auswirkt, wenn es z.B. 3nm anstatt meiner 6nm wären.

Ebenfalls würde mich interessieren, wie das mit Mehrlinienfiltern zu sehen ist, welche z.B. H-alpha und das kritischere OIII durchlassen.
 
Moin,

ich werd die Nacht mit nem Dualband Filter (Ha+O3) Bilder machen.
Werde die Aufnahmen zeigen sobald ich dazu komme.

Auch Andromeda. Mond ist in der Nähe.


Grüße
Brian
 
Hallo Dane,

danke für den Test, da kommt mehr an als ich gedacht hätte.
Das muss auch an dem engen Durchlass liegen.
Bei meinem Rotfilter hat der Mond noch alles überstrahlt.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

ja ich hätte auch mit schlimmeren gerechnet! Ich bin da echt guter Dinge, was den Einsatz auch bei höherer Beleuchtung des Mondes angeht. Besonders wenn das Objekt noch etwas mehr entfernter ist.

Dein Hinweis mit dem Rotfilter zeigt, dass der schmalere Durchlass wohl durchaus eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat.
 
Ich hab mein Setup grad angeschmissen.
Filter ist ein SV220 von Svbony.
Soweit ich weiß hat der 7nm.

Ich bin echt gespannt.

Grüße
Brian
 
Toi toi toi.

bei mir sieht es eigentlich auch nicht schlecht aus. Ich war eigentlich noch hin- und hergerissen, ob ich nicht weiter machen soll. Aber aktuell ist der Mond noch näher dran mit ca. 38°, und vielleicht einen winzigen hauch heller. Aber ich warte vielleicht besser mal auf weniger bis keinen Mond, um mal den Vergleich zu machen. (Ach ich bin einfach zu faul! :-D )

Ich bin auf dein Ergebnis gespannt. :y:
 
Hallo,

ich habe letztes Jahr ein paar Bicolore von Galaxien gemacht. Meiner Erfahrung ist der Hintergrund im OIII etwa doppelt so hell wie in H alpha. Das Ergebnis ist...naja...Geschmacksache. Der Schmalbandanteil ist da selbst bei meinen 12nm Filtern ziemlich heftig. Das sieht halt alles übermäßig bund und unruhig aus. Siehe unten bei M101.

Grüße,
Joachim

M101bicolorH2O.jpg
 
Hallo Joachim,

danke für deine Erfahrung. Wie stark war den ungefähr hierbei der Mond beleuchtet, und wie weit entfernt als Vergleich? Bedeutet das jetzt bei deinem Beispiel, dass der ganze türkise Anteil, der sich ja auch im Hintergrund zeigt, alles durch das Mondlicht durch den OIII gekommen ist?
 
Hallo Dane und allerseits,

da das in der Erdatmosphäre gestreute Mondlicht genauso wie das gestreute Sonnenlicht linear polarisiert ist, und zwar maximal unter 90° zur Richtung der Streulichtquelle, könnte man auch mit zusätzlichen Polarisationsfiltern arbeiten. Unlängst gab es ja einen Thread zu diesem Thema:

Anti Mondlicht

Ich weiß aber nicht, ob das praxistauglich ist, denn man zahlt vorab einen sehr hohen Preis dafür, weil man mit dem Polarisationsfilter auch sehr viel vom Signal verliert. Da ist es dann wohl besser, auf mondlose Zeiten zu warten.

Gruß, Peter
 
Der Abstand war 55 Grad, Mond war bei 98-99% in mittlerer Entfernung.

Ja, ist alles durch schmalbandfilter bei Mond durchgekommen. Meine Filter sind aber mit 12nm relativ breit. Ich wollte eigentlich die Galaxien nicht als reines Bicolor aufnehmen. Ich habe für beide auch RGB Daten. Es ging mir hauptsächlich darum ob man bei Galaxien mit sehr großen HII Regionen in diesen Gebieten diesen klassischen zweifarbigen Bicolor Look erzeugen kann. Zu manchen Jahreszeiten hat man ja kaum gasnebel und wenn dann halt nur bei Vollmond schönes Wetter ist…

War dann doch überrascht, dass da noch so viel Kontinuum drin war. Andererseits wäre mit einem normalen RGB Filtersatz ein deutlich besseres SNR zu erzielen gewesen. Auch mit Vollmond. Von daher war für mich die Schlussfolgerung, dass man auch bei Vollmond ruhig RGB machen kann, wenn sonst nichts mehr da ist. Das geht schon. Man braucht nur viel mehr Zeit und es macht nicht viel Sinn das dann mit Aufnahmen bei Neumond zu mischen.

Je kürzer die Wellenlänge desto heller wird der Hintergrund. Mit so 60 Grad abstand war bei mir der Hintergrund im Ha 6-7x so hell wie bei Neumond und bei OIII entsprechend 12-14x.

Man kann auch in der Nähe vom Mond gut mit breitbandigeren Filtern aufnehmen. Es darf nur kein Mondlicht direkt auf die Optik fallen. Das macht das Bild komplett kaputt. Aber ansonsten geht das. Es wird halt nur das SNR immer schlechter, je näher man am Mond ist. Das ist aber mit jedem Filter so. Auch mein Signal mit schmalbandfilter ist bei Neumond viel besser als bei Vollmond. RGB Filter haben grob 100nm Bandbreite. D.h. mit meinen Filtern mache ich den Hintergrund und Faktor 8 dunkler und erhöhe das SNR um Faktor 2,8. Mit einem 3nm Filter wäre es Faktor 30 bzw. beim SNR Faktor 5,5. Andersrum verliere ich bei Vollmond im RGB SNR von Faktor 2,5 bei Ha und 3,5 bei OIII. Für die selbe Tiefe müsste 6 bzw 12 mal so lange belichten. Aber nur für die schwachen Bereiche. Je heller das Objekt desto geringer der Nachteil.
 
Ich weiß aber nicht, ob das praxistauglich ist, denn man zahlt vorab einen sehr hohen Preis dafür, weil man mit dem Polarisationsfilter auch sehr viel vom Signal verliert. Da ist es dann wohl besser, auf mondlose Zeiten zu warten.
Ich habe mal gelesen, dass ca 2 blendenstufen verloren gehen. Mit meiner Optik bei ca. f/6 wäre das Faktor zwei Belichtungszeit. Das würde sich sogar lohnen…falls der Polfilter alles raus filtert.
 
Moin,

hier meine Bilder:

O3:
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O3 mit GraXpert:
WhatsApp Image 2024-09-19 at 18.46.36.jpeg
Ha:
WhatsApp Image 2024-09-19 at 18.46.45.jpeg
Ha mit GraXpert:
WhatsApp Image 2024-09-19 at 18.46.56.jpeg

Alle Bilder sind minimal gecroppt und mit den standardmäßigen Einstellungen von APP gestrachet.

Insgesamt sind es 5,3h BLZ mit dem SV220 von SVbony.

Hier ein ganz schnelles HOO:
WhatsApp Image 2024-09-19 at 19.15.26.jpeg

Bitte beachtet, dass ich so schon einen aufgehellten Himmel habe.
Trotz DNB habe ich sonst auch einen leichten Gradienten, natürlich nicht so wie jetzt mit dem Mond.
Aber er ist da.

Viele Grüße
Brian
 
Hallo zusammen,
bei ordentlichem O-III-Signal mag das gehen. Ich sammle gerade fleißig Daten auf SH2-221 und hatte aus Versehen noch mit ca. 3/4-großen Mond ca. 1,5h vor dessen Untergang O-III-Aufnahmen gemacht. War leider kompletter Ausschuss, von SH2-221 war nix zu sehen.

Zur Info: ich setze die aktuellen 3,5nm-Filter von Baader ein.

Meine Quintessenz: Finger weg von O-III, wenn der Mond scheint, und auf H-alpha konzentrieren.

VG
Wolfgang
 
Ich lasse mein Remote-Setup normalerweise auf ein Objekt laufen, bis ich der Meinung bin jetzt ist genug.
Sequenz läuft so, wenn Mond unterm Horizont LRGB, wenn Mond aufgegangen H-Alpha. Das hat um Neumond 5,5 h H-Alpha vom Cocoon Nebel mit wenig Mond eingebracht.

Aktuell läuft PI im Arbeitszimmer und ist: „measuring“, „registering“, „local normalising“ und „integrating“ in Summe 38 Stunden H-Alpha die in den letzten Tagen rund um Vollmond entstanden sind.

Mal sehen was raus kommt.

Filter ist ein Astronomik 6nm Ha.

Da ich SQM, Mondhöhe, etc. im Fitsheader habe kann ich anschließend auch mal selektiv stacken, nach SQM oder nur Mondhöhe unter x° und vergleichen (SNR und Noise) Interessiert mich selbst brennend, ob das am Ende überhaupt lohnt.

Grüße,
Alex
 
Hallo,

angeregt durch diesen thread habe ich gestern zwischen 20:45 und 22:00 MESZ (Mond 95% war bereits aufgegangen, 8°-->20° Höhe) auf die Cygnus -Region gehalten.
70 x 1 Minute mit Canon 700Da, 50mm-Objektiv @f4, ISO1600, Astronomik 12nm H-alphafilter. Das ist dabei herausgekommen (rechts beschnitten):

Cygnus H-alpha.jpg
 
Fast vergessen. Hier der kalibrierte Rohstack.
Wie beschrieben größtenteils bei Mond.
Bild ist durch Graxpert, gestreckt und leicht entrauscht und auf 2x2 verkleinert, weiter nichts.

Grüße,
Alex
 

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Benutzer von Pixinsight können sich z. B. mit dem SubframeSelector anschauen, wie das SNR der Aufnahmen aussieht.
Bei Mond schieße ich persönlich kein O3, das leidet zu sehr. Ha/S3 geht, aber lohnt sich bei richtig schwachen Nebeln nicht wirklich für mich. Das sieht man dann immer schön beim Integrieren, wie die Gewichtung in den Keller geht. Aber helle Standardobjekte machen trotzdem spaß.

CS
Thomas
 
Hallo zusammen,

danke für euren Input und die Beispielbilder. Da ist ja einiges zusammen gekommen. Ich habe gestern Nacht auch noch mal Aufnahmen gemacht. Diesmal mit 89% Beleuchtung anstatt der obigen 99%, und der Mond war diesmal anstatt 48° entfernt, nun nur noch 38° entfernt. Von der Belichtungszeit sind aufgrund einer Wolkendecke nur 6 anstatt der oberen 8 Stunden zusammen gekommen, aber das solle wohl nicht so viel ausmachen.

Diesmal ist mein Ergebnis deutlich schlimmer ausgefallen, obwohl der Mond ja im Vergleich zu vorher noch mal ca. 10% weniger beleuchtet wurde. Es sieht so aus, als würden die 10° näher dran eine deutlichere Auswirkung zeigen. Irgendwie erscheint alles etwas aufgehellt, aber auch etwas ungleichmäßig wie der Spot bei der kleinen M110 Galaxie unter M31. Irgendwie scheint sich das auch auf die Korrektur der Flats auszuwirken, den in den Ecken gibt es auch schon sichtbare Abschattungen. In meinem oberen Beispiel war nur in der rechten unteren Ecke minimal was zu sehen.

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Wenn ich es gleich wie oben glätte, kommt dann das Ergebnis bei raus. Es scheint keine richtige Korrektur mehr möglich zu sein. Jedenfalls nicht auf die schnelle mit dem einfachen Automatic DBE. Vielleicht mit anderen Prozessen und mehr Umfang.

masterLight_BIN_1_9576x6388_EXPOSURE_300_00s_FILTER_H_mono_drizzle_2x_autocrop_integration_aut...jpg


Was bei dem Ergebnis vielleicht berücksichtigt werden muss, dass bei mir in der letzten Nacht der Himmel nicht dauerhaft perfekt klar war. Es sind teilweise sehr feine Schleier durchgezogen. Wobei ich bei den Aufnahmen die mit deutlichen Unterschieden gelöscht habe. Also das sind 6 Stunden, welche durchgehend gleich aussehen.

Ein kurzer Vergleich der einzelnen Lights zeigt aber, dass hier kein signifikanter Unterschied besteht. Die leichte Aufhellung bei M110 ist schon sichtbar.

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Light_M31_300.0s_Bin1_6200MM_H_gain100_20240917-233511_0.0C_0029.jpg


Vielleicht kommt dieser ungleichmäßige Schein tatsächlich durch die Tauschutzkappe. Vielleicht ist der Mond hier mit den 38° schon so nah am Objekt, dass ein Teil seines Lichtes schon deutlich die Tauschutzkappe aufhellt. Falls ja, spielt hier vielleicht auch noch die Bauform wie Durchmesser und Länge sowie die Oberfläche der Taukappe eine Rolle. So kann das vielleicht für jeden etwas anders aussehen.

Für mich halte ich mal als persönliche Faustregel fürs Erste fest: Distanz zum stärker ausgeleuchteten Mond (ca. 80-100%) mindestens 50° oder mehr, am besten nicht darunter.

Vielleicht lässt sich anhand meines ersten Beispieles und folgenden Negativbeispieles eine simple Rechnung als Faustregel für einen Grenzwert aufbauen? 100% Beleuchtung, davon die Hälfte als Grad, in dem Fall 50° für die Mindestdistanz zum Mond. Vielleicht kann man dann bei 50% Beleuchtung tatsächlich problemlos auf 25° Distanz ran? ;) In meinem aktuellen Beispiel mit rund 90% müsste ich also mindestens 45° entfernt sein, was ich mit 38° nicht eingehalten habe, und es deswegen so aussieht. :) Spaß beiseite, ich glaube nicht, dass die 7° jetzt so entscheidend waren. :unsure::ROFLMAO:

Was aber in der Tat ein wichtiger Hinweis ist, was ich jetzt gar nicht berücksichtigt habe, ist natürlich die Helligkeit vom aufzunehmenden Objekt. Hier kommen wohl zusätzlichen Faktoren hinzu, inwieweit das aufzunehmende Licht im Mondlicht absäuft. Speziell in meinem Beispiel mit M31 stellt sich für mich hier die neue Frage, ob ich unter solchen Bedingungen auch wirklich die H-alpha Felder um M31 aufnehmen kann. Die Ha-Knötchen in M31 sind wohl deutlich stärker, und kommen hier wohl noch durch. Wie schaut es aber mit dem schwachen H-alpha Signal im Umfeld er Galaxie aus? Oder bei anderen Objekten, bei denen die H-alpha Felder deutlich schwächer sind, und dann vielleicht im helleren Hintergrund untergehen?

Ja das Thema ist wohl schon ziemlich umfangreich, und übersteigt meinen geistigen Verstand mal wieder um Längen. :D
 
der Mond war diesmal anstatt 48° entfernt, nun nur noch 38° entfernt.
Meine Erfahrung ist, dass du so nahe an den Mond herangehen kannst, bis das Mondlicht direkt auf die Optik scheint. Ab da werden die Aufnahmen unbrauchbar. Bei deinem Apo könnte das bei 38° schon der Fall sein. Du kannst ja mal versuchen über die originale Taukappe nochmal eine aus Karton zu schieben.

Ich habe meine Vollmondsession nun fertig. Bzw. das Wetter hat fertig. Der Mondabstand war immer zwischen 55° und 60°. Näher ran macht bei meinen 12nm Filtern keinen Sinn. 27,5h sind zusammen gekommen. So viel habe ich noch nie für ein Objekt aufgenommen. Aber sonst war mit dem Supermond nichts mit den klaren Nächten anzufangen. Schlimmer als Vollmond in Erdnähe geht nicht. Ok, ich hätte natürlich auch ein helleres Objekt nehmen können. Das ist schon eine Funzel. Da sehe ich auch bei Neumond nichts vom OIII in einem Single Frame.

OIII musste ich etwas sparen und das Signal war generell nicht so toll. Die Auflösung ist entsprechend schwach. Für meine Ansprüche reicht es aber. f/6,24 plus 12nm Filter ist halt auch kein Rennpferd. Dass das mit den breiten Filtern und der langsamen Optik überhaupt geht, finde ich erstaunlich. Bei f/4-5 und 3nm Filtern sollte man sowas mit der Belichtungszeit eigentlich uneingeschränkt bearbeiten können.

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Meine Erfahrung ist, dass du so nahe an den Mond herangehen kannst, bis das Mondlicht direkt auf die Optik scheint. Ab da werden die Aufnahmen unbrauchbar. Bei deinem Apo könnte das bei 38° schon der Fall sein. Du kannst ja mal versuchen über die originale Taukappe nochmal eine aus Karton zu schieben.

Richtig, das vergaß ich zu erwähnen. Eine Verlängerung der Kappe mindert Einstreungen, aber eine Seite wird trotzdem noch immer angeschien. Für diesen Anwendungsfall habe ich eine "halbe" Taukappe genommen und entsprechend ausgerichtet, so dass das Objektiv immer sicher im Schatten des Mondlichts ist. Dann gibt es auch keine Lichteinstreuungen.

CS
Thomas
 
Hallo zusammen,

das Mondlicht furch Verlängerung der Taukappe oder halbe Taukappe ist durchaus ein interessanter Aspekt. Besonders die halbe Taukappe, so, dass es eben erst gar keine Fläche im inneren des Tubus gibt, auf die das Mondlicht auftreffen kann. Falls es mal wieder so eine Gelegenheit geben wird, würde ich einfach mal eine kleine schwarze Moosgummiplatte passend zur Hälfte der Taukappe zuschneiden, welche ich provisorisch mit einem Klettband an die Taukappe anschnalle. In der Länge kann ich den Abschatter dann einfach vor und zurückschieben, was man dann einfach im Mondlicht prüfen kann.

Die gelungene Aufnahme zeigt wohl ganz gut, was bei hellem Mondlicht mit H-alpha trotz einem wohl schwachen Objekt möglich ist, und das auch noch mit etwas breiteren 12 nm Filtern. :y:
 
Meine Erfahrung ist, dass es wenig macht, wenn das Mondlicht in die Taukappe strahlt. Das macht es ja immer, wenn man näher als 90° vom Mond entfernt aufnimmt. Das war bei der Aufnahme oben auch der Fall. Ich hatte schon einen heftigen Gradienten drin. Der war aber mehr oder weniger linear und leicht korrigierbar. Den hätte ich zum Großteil direkt auf den Himmel geschoben und weniger auf Streulicht in der Taukappe.

Es darf nur kein Licht auf die Linse oder sonst irgendwas das Reflexe auf die Linse macht fallen. Sobald das der Fall ist, wird das Material unbrauchbar.
 
Ja das macht es wohl immer, was das streuen in die Taukappe angeht. Wenn man aber näher zum Mond kommt, wird aber die Fläche in der angeleuchteten Taukappe auch grösser, und somit heller. Bis eben das Licht tiefer auf den Rand der Linse um letzten Endes direkt auf die Linse aufkommt. Hier ist also dauch die Frage, in wie weit das Einfluss hat, wenn z.B. ein großer Teil der halben Innenseite der Taukappe mit Mondlicht geflutet ist, und in wie weit sich dieses Licht dann auf das Bild auswirkt.

Was das Licht auf der Linse angeht, mal ganz blöde nachgedacht. Wenn das Licht auf die Linse kommt, müsste ja der Mond ja auch fast schon im Bild drinnen sein, oder immerhin am Rand des Bildes. Außer die Taukappe ist wirklich sehr kurz? Aber irgendwo sind die Taukappen vermutlich ungefähr mal auf das Bildfeld angepasst worden? Also keine Ahnung, ich komme da aus der Fotografen Ecke, und dort werden die Streulichtblenden an den Objektiven oftmals ziemlich genau passend kalkuliert, besonders im Weitwinkel. Sobald da die Blende etwas länger ist, gibt es schon schwarze Ränder. Bei Teleskopen mit den längeren Brennweiten ist das wohl nicht ganz so penibel, vermute ich.
 
Ich habe es bei meiner nicht genau ausgerechnet, hätte aber geschätzt, dass so ab 30° rum Licht auf die Linse fallen kann. Mein Bildfeld hat ca. 2° Diagonale, der Mond 0,5° Durchmesser. Damit der Mond anfängt ins Bild zu kommen, müsste er 1,25° oder weniger Abstand haben.
 
Ja das ist schon sehr nah. Da sind wir mit den bisherigen Ergebnissen hier wohl immer ausreichend weg, wenn ich das richtig sehe.

Ich würde für mich vielleicht mal wirklich noch aus eigenem Interesse mal einen Test mit und ohne zusätzlicher Abschattung machen, um zu sehen ob sich das hier irgendwie auswirkt, was das ausleuchten der Taukappe angeht. Vielleicht ist das wirklich nicht relevant, wenn man immer ca. 50° entfernt ist.
 
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