Thema: Jupiter und Saturn mit kleinen Öffnungen

Also ich kann dazu sagen das ich nach dem zusammensetzen der Farbkanäle außer einer Nachschärfung und Tonwertanpassung nichts am Bild gemacht habe. Wobei das steuern der Farben ja letztlich auch da schon beeinflusst ist. Durch die Filter, gestackte Anzahl der Bilder (hier allerdings alle in der gleichen Anzahl) Empfindlichkeit der Kamera etc. Insgesamt sieht mein Jupiter aber ziemlich genau so "fad" aus wie er den Abend im selben Gerät auch visuell erschien.
Sebastian
 
Hi, wenn ihr auf der Suche nach den richtigen Farben des Jupiters seit, orientiert euch an den Aufnahmen von Tiziano Olivetti auf ALPO Japan. Er ist ein wahrer Meister.
CS Mike
 
Hallo,
ich finde es erschreckend, das 150mm zu den kleinen Öffnungen zählt. Für mich ist das schon groß.
Aber hier kleine Öffnungen: Das C8 zählt nicht zu den "kleinen" Öffnungen, obwohl der Trend eindeutig zu 16"-24" geht.
Alle Aufnahmen im Direktfokus mit der betagten ToYou Cam von Philips.
Teleskop_scaling.JPG


Grüsse aus dem Norden.

Martin
 
Ich finde eine Öffnung von 150mm für Jupiter als unglückliche Wahl, sehr viel besser sind etwa 190mm, da geht bedeutend mehr und man ist eher vom Seeing begrenzt als von der Öffnung.
CS Mike
 
Ich finde eine Öffnung von 150mm für Jupiter als unglückliche Wahl, sehr viel besser sind etwa 190mm, da geht bedeutend mehr und man ist eher vom Seeing begrenzt als von der Öffnung.
CS Mike

Naja, was heißt "unglückliche Wahl"? Nicht jeder hat die Möglichkeit, die Öffnung seiner Teleskope beliebig zu wählen, oder beliebig viele Teleskope unterschiedlicher Öffnung auf Halde zu legen.

Natürlich sind 190 mm besser als 150 mm, aber das ist ja nicht das Thema hier. Ich hab jedenfalls schon tolle Bilder der Planeten von einem 130 PDS gesehen und wundere mich auch darüber, was hier teilweise unter "kleiner Öffnung" verstanden wird. Wenn ich Dein Avatarbild mit dem Monster-Reflektor sehe, dann ist natürlich selbst ein 150er ein Winzling. Für Otto-Normal-Fotografierer dürfte 150 mm nicht nur Durchschnitt, sondern Überdurchschnitt sein, wenn man bedenkt, welche Montierung man dafür benötigt.

LG Olaf
 
Hallo Markus,
ich will hier jetzt nicht allzuviel herum kritisieren, aber ich finde hier fast alle Refraktorbilder farblich nicht besonders gut getroffen.
Diese rot/orange Farbtöne sehe ich einfach nicht auf Jupiter.
Mag sein, dass das der Bildbearbeitung geschuldet ist?
Farblich am nächsten dran finde ich die Bilder von Michnus/Matthias mit seinem 6" Newton und Sebastian mit seinem Schiefspiegler.
LG
Hallo Quanten,

ich finde, das Bild mit dem 140er TEC und mein entsättigtes sind farblich näher an dem genannten Hr. Olivetti dran als z.B. Michnus, wo die braunen Bänder eher schon (zumindest auf meinem Monitor) ins olivbraun gehen. So grünlich sehe ich die Farbe auf Jupiter nichtmal in meinem 14"-Newton.
 
Echt krass, was sich hier wieder für Leute in dem Thread breitmachen. Da werden dann wieder auf persönlicher Meinung basierende Standards definiert, denen gefälligst alles zu entsprechen hat. Das muss dann alles genauso sein, sonst ist das nichts. Da wird einem gesagt, dass größere Öffnungen besser sind. In einem Thread für kleine Öffnungen...echt jetzt?

Was diskutiert ihr mit diesen Leuten? Die fühlen sich gut, wenn ihr euch schlecht fühlt. Einen eigenen Beitrag mit Bildern zum Thema leisten die eh nicht.
 
Ich seh hier eigentlich auch keinen Grund für großartige Diskussionen oder gar Streit.
Hier geht es um kleine Öffnungen bis 150mm, also darf und soll doch jeder zeigen, was er mit solchen Öffnungen so auf den Sensor bekommt.
Und natürlich spielt dann jeder ein wenig mit der Bildbearbeitung rum. Warum auch nicht.
Ich habe zum Beispiel eine Farbsehschwäche und versuche es eben so irgendwie.... Das das nicht immer zu 100% passt ist mir klar. Aber das ist doch nicht schlimm.?


Das größere Öffnungen in der Regel mehr Auflösung und natürlich auch bessere Bilder bringen, ist doch klar. Solche Bilder schau ich mir auch sehr gern an und staune. Wirklich toll.
Aber darum geht es ja in diesem Thread so überhaupt nicht.

Mit ein bisschen Glück gibt es heute Abend klare Sicht. Das ist momentan das wichtigste...

Gruß Matthias
 
@ Joetaiga:
Falls du mich meinen solltest: Ich fühle mich gut, wenn ich der Astromgemeinde helfen kann.
Ich habe mit einem 25mm Fernrohr angefangen und mich dann im Laufe der Zeit hochgebastelt.
Dabei ist mir eben aufgefallen, das eine Öffnung von ca. 190mm ein guter Kompromiss zwischen Aufwand und nutzbarer Leistung für einen Planetendobson sind.
Und die Farbe betreffend: Das ist nicht mein Standard, sondern der internationale von Leuten wie Chris,Tiziano etc.
Und was eigene Bilder betrifft, wenn das Wetter passt kann ich ja mal mit 150mm hier mitmachen:)
CS Mike
 
Hallo zusammen,
nachdem ich mit einem 6" APO Zweilinser Jupiter beobachten konnte und diesen darin relativ farblos empfand, farblos in dem Sinne das die dunklen Wolkenbänder alle gleich Braun aussahen habe ich mir Gedanken über dessen Farbkorrektur gemacht.

Dieser APO wird mit einem Polystrehl von etwa 0.87 angegeben, hat jedoch eine gemessene Schnittweite von 2,4.
Vom Polystrehl etntspechen 0.87 grad noch so dem APO Kriterium.
Eine Schnittweite von 2,4 weißen diesen APO jedoch eindeutig als Semi- oder Halbapo aus, weil rot viel zu weit hinten raus fällt.

Bei Vladimir Sacek ist bei den Zweilinser "Lanthan" APOs zu lesen, dass durch die Absorption von violett und blau diese APOs für rot eine andere Gewichtung bekommen kann und das kritische Beobachter dies auch schon als rot-braun Einfärbung beobachtet haben.

Nachdem ich nun hier zwei "rötliche" Jupiter von Lanthan APOs unterschiedlicher Öffnung gesehen habe, habe ich mir die Frage gestellt, ob das ein wesentliches Merkmal dieser APOs sein könnte, oder ob das an der Bildbearbeitung liegen kann?

Nichts desto Trotz sind es beeindruckende Fotos die zeigen was mit 5" und 6" machbar ist.
LG
 
Wenn Rot zu weit draußen liegt hilft Glasweg.
Eine SWD von 2,4 ist für FPL-53 und Lanthan aber sehr schlecht für 150 F/8.
Da geht durchaus F/13000, was RC 1,3 ermöglichen würde.

LG
Olli
 
Moin!
Ich habe auch noch 2 Bilder, die allerdings schon älter sind:
1012-f4c9cbd0.jpg

1028-eaea68a9.jpg

Mak 90/1250, TiS DFK 21

Und zum Thema Jupiterfarbe:
SHO, UV-Venus, Mineral-Moon, CaK-Sonne, all das spiegelt in keinster Weise den "natürlichen" Farbeindruck des beobachteten Himmelskörpers wieder.
Warum ist das denn nun bei Jupiter so wichtig?

Beste Grüße,
Micha
 
f/13.000 bei 150mm Öffnung wären dann 1.95 Millionen mm Brennweite … läuft ! :y:
/ heißt Dividieren, nicht multiplizieren.
Damit ist die Schnittweitendifferenz von c und f zu e gemeint, nicht das Öffnungsverhältnis, was bei dieser Zahl eigentlich klar sein sollte.
F/13000 bedeutet ein dreizehntausendstel der Brennweite.
Bei 1200mm Brennweite also 92 Mikrometer.
F/8 (jetzt Öffnungsverhältnis) hat eine wellenoptische Scharfentiefe von 70my.
Ergibt einen möglichen RC Wert von 1,3 mit dieser Glaspaarung bei 150/1200.
Was ziemlich gut wäre, aber offenbar in diesem Fall leider nicht so gemacht wurde. Warum auch immer.

LG
Olli
 
Hallo,

ich habe mir das Ganze mal in Ruhe durchgelesen und muss feststellen, er simuliert zwar viel, vermutet aber nur die Partnergläser, ohne sie zu kennen - d.h. für mich ist das viel Spekulatius unter dem Deckmantel eines ingenieurswissenschaftlichen Ansatzes. Ob tatsächlich durch ein coating oder doping das violette Ende des Spektrums abgeschnitten wird? Da müsste man mal eine Spektraltransmissionsmessung durchführen. Im Übrigen hat das Auge beim photopischen Sehen (welches bei Farbwahrnehmung, zB am Planeten relevant ist) bei 450nm noch eine rel. Empfindlichkeit von grade mal 5%. Bei Kamerabenutzung würde aber das kurzwellige, violette Ende im Spektrum fehlen, was die "Rotlastigkeit" erklären würde, denn die meisten Kamer/Filter Kombinationen würden in diesem Spektralbereich noch gut sensieren.
 
Im Übrigen hat das Auge beim photopischen Sehen (welches bei Farbwahrnehmung, zB am Planeten relevant ist) bei 450nm noch eine rel. Empfindlichkeit von grade mal 5%
da hast du wohl die Werte verwechselt.
Beim skotopischen Sehen (Nachtsehen, Stäbchen, grau) liegt die Empfindlichkeit bei 450nm bei 5%. Beim photopischen Sehen (Tagsehen, Zapfen, Farbe) bei über 40 !
Der blaue Zapfen hat sein Empfindlichkeitsmaximum bei 420nm.

LG
Olli
 
ich habe mir das Ganze mal in Ruhe durchgelesen und muss feststellen, er simuliert zwar viel, vermutet aber nur die Partnergläser, ohne sie zu kennen - d.h. für mich ist das viel Spekulatius unter dem Deckmantel eines ingenieurswissenschaftlichen Ansatzes.
Und da wertest du die Aussagen eines Menschen mit ordentlich Expertise ab auf Basis welcher eigenen Expertise?
Eins der beiden Gläser wird genau benannt, das zweite ist "nur" als Lanthanglas so angegeben, und die Auswahl an sinnvollen Partnergläsern ist da nun wirklich nicht unendlich.

LG
Olli
 
Das ist aber leider von Dir falsch interpretiert, denn das sind relative "Empfindlichkeiten" der jeweiligen Farbe auf 1 normiert.
Das gewichtet nicht die einzelnen Stimuli untereinander. Dein postuliertes Auge wäre dann nämlich beim Tagsehen bei 420nm, 534nm und 564nm gleich empfindlich.
 
Das ist aber leider von Dir falsch interpretiert, denn das sind relative Helligkeiten der jeweiligen Farbe auf 1 normiert.
Das gewichtet nicht die einzelnen Stimuli untereinander.
das ist mir klar.

Die Frage ist ja aber auch, was das Hirn dahinter daraus macht.
Und das Blau ist halt genauso wichtig für einen neutralen Bildeindruck.
Nur bei gleicher Intensität aller Farben nehmen wir "weiß" wahr, obwohl der blaue Zapfen viel unempfindlicher ist und weniger Signal liefert.
Fehlende Transmission im blauen wird deshalb eben sofort als warmes oder bei starkem fehlen sogar braun bis gar gelbstichiges Bild wahrgenommen.
Ein Farbfehler im blauen ist ebenso sehr auffällig.
Und das Maximum des blauen Zapfens liegt sogar bei 420nm. Wenn also bis hinauf auf 450nm eine "Bremse eingebaut" ist, dann sieht man das.
Bestes Beispiel für mich persönlich ist da das APM UFL 30mm.
Man kann auch einfach mal den "Low Blue Light" Modus ausprobieren und selbst sehen, wie sehr diese 5% reinhauen.
Denn wie gesagt, die physiologische Empfindlichkeit der Sinneszelle ist nur die halbe Wahrheit, denn ohne den grauen Verarbeitungsapparat dahinter ist diese isolierte Betrachtung zwecklos.

LG
Olli
 
Da muss ich jetzt doch nochmal nachhaken, da ich gerade mit dieser Thematik auch beruflich zu tun habe: ich bin bei einem großen Automobilzulieferer leitender Experte für Displaytechnologie, Optik und Beleuchtung von Anzeigesystemen. Den low blue mode - ich vermute, Du meinst ein stark runtergedimmtes Blau, haut rein, ja: Denn schon beim mesopischen Sehen und noch mehr beim skotopischen Sehen die Empfindlichkeit Richtung kurzer Wellenlängen schiebt. Genau das ist der Grund, warum ich nie ein Befürworter blauer Instrumentenbeleuchtung war - im Nachtmodus (mesopisch unter 20cd/m² Leuchtdichte) stört das ungemein im Auge.
 
Die über 40% bezugen sich auf die relative Empfindlichkeit des blauen Zapfens allein, der wie gesagt sein Maximum bei 420 hat.
450nm liegen also schon auf der fallenden Flanke.
Wenn man jetzt also zB alles unter 450nm blockt, klaut man dem blauen Zapfen satte 80% seines Signals.
Ein 450nm Langpass ist entsprechend ziemlich gelb.
Also ja, die rein biologische Empfindlichkeit der Sinneszellen selbst ist im Blauen zwar recht gering, aber das Hirn wertet dieses Signal halt recht stark.
Das meinte ich mit halbe Wahrheit.
Die geringer empfundene Helligkeit durch die Wahrnehmung der Stäbchen, quasi unser Luminanzkanal, kommt noch oben drauf.

LG
Olli
 
Da V(lambda) physiologisch ermittelt wurde (durch Vergleiche von Strahlungsäquivalenten) ist in dieser natürlich die Bildverarbeitung des Gehirns mit abgebildet. Wenn ein 450nm Langpass gelb ist, hat er im Durchlassbereich keine ebene Spektraltransmission (dT<>0) und verschiebt somit den Weißfarbort. Bei extrem desaturierten Farben (weiss) sind die Mc Adams Ellipsen sehr klein, d.h. jede minimale Abweichung führt zu einem Farbstich.
(Dies ist übrigens der Grund, warum bei direkt nebeneinander verbauten Displays der Weißfarbort peinlichst genau kalibriert werden muss)
 
Schau doch mal nach Schott GG 455.

Dass die Nachbearbeitung durch das Hirn schon mit drin ist, erscheint mir nicht sinnvoll, denn die ist bei jedem Menschen etwas anders.
Generell ist übrigens auch die Wahrnehmungsgrenze unterschiedlich.
Für manche ist bei 680nm Schluss, für ander erst bei 780nm.
Der eine sieht bei 400nm nix mehr, der andere sieht auch noch 370nm als deutlich violettes leuchten.
Aus diesem Grund find ich auch die Debatte über die "korrektheit der Farbdarstellung von Jupiter" etwas Sinnfrei.
Jeder nimmt Farben anders wahr.

Zu der Arbeitsplatzbeleuchtung, ja, blau blendet. Und zwar sehr.
Und zwar mehr als nur 5%. Und es macht einen großen Unterschied in der empfundenen Blendwirkung ob man 3500K Glühlampe oder 3500K LED alter Generation (starker Blaupeak) oder 3500K moderne LED (geringer Blaupeak) hat, trotz gleicher Lumen.

LG
Olli
 
Generell ist übrigens auch die Wahrnehmungsgrenze unterschiedlich.
Für manche ist bei 680nm Schluss, für ander erst bei 780nm.
Der eine sieht bei 400nm nix mehr, der andere sieht auch noch 370nm als deutlich violettes leuchten.
Aus diesem Grund find ich auch die Debatte über die "korrektheit der Farbdarstellung von Jupiter" etwas Sinnfrei.
Jeder nimmt Farben anders wahr.
Ja man kann das Thema auch bagatellisieren.
Warum die Menschheit überhaupt so viel Energie und Zeit in die Entwicklung von immer farbreineren Teleskopen und Zubehör gesteckt hat, wenn es doch eh jeder anders sieht, bzw. keiner sieht?
LG
 
Meine Aussage stand in einem ganz anderen Zusammenhang, das hast du schon mitbekommen, oder ? ;)
 
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