US Rückkehr zum Mond

Ein „Hallo“ in die Runde!

Im Kontext der Raumfahrt kann über viele Aspekte kontrovers diskutiert werden. Diese Diskussionen sind wichtig und notwendig! Brechen wir aber alles auf einen Nenner herunter, geht es darum, dass Menschen andere Himmelskörper betreten oder betreten sollen. Genau dieser Schritt, diese Neugier macht uns Menschen aus. Vor 50.000Jahren besuchten wir Nachbarhöhlen, vor 500 Jahren umsegelten wir die Erde, um neue Kontinente zu betreten – heute durchsegeln wir das Sonnensystem oder besser, beginnen mit dieser Reise. Genau diese Neugier macht uns Menschen im positivsten Sinne zu dem, was wir sind – dem Homo sapiens sapiens! Wie beschrieben, die vielzähligen Probleme dürfen nicht ausgeblendet werden, aber, wir Menschen sind Entdecker, sonst säßen wir immer noch in den Höhlen. Und wie Felix es bereits schrieb, da der Mensch ein Kulturwesen ist, können wir voneinander lernen, uns wertschätzen und gemeinsam die Zukunft -auf allen Ebenen- anpacken.

Viele Grüße
Christoph Lohuis

www.avgb.de (Sternwarte und Planetarium Neuenhaus)
 
Hallo,
Brechen wir aber alles auf einen Nenner herunter, geht es darum, dass Menschen andere Himmelskörper betreten oder betreten sollen. Genau dieser Schritt, diese Neugier macht uns Menschen aus. Vor 50.000Jahren besuchten wir Nachbarhöhlen, vor 500 Jahren umsegelten wir die Erde, um neue Kontinente zu betreten – heute durchsegeln wir das Sonnensystem oder besser, beginnen mit dieser Reise. Genau diese Neugier macht uns Menschen im positivsten Sinne zu dem, was wir sind – dem Homo sapiens sapiens! Wie beschrieben, die vielzähligen Probleme dürfen nicht ausgeblendet werden, aber, wir Menschen sind Entdecker, sonst säßen wir immer noch in den Höhlen.
Diese Gebetsmühle habe ich in meinen 60+ Jahren schon oft rotieren sehen. Da ist was Wahres dran, aber einfach so stehen lassen möchte ich es auch nicht. Den Mond haben wir bereits besucht. Diese Neugier ist befriedigt, der Umstand, dass sich in den letzten 55 Jahren niemand mehr die Mühe gemacht hat, diesen Ort ein zweites Mal zu bereisen, zeigt doch eindrücklich, dass sich der Aufwand nicht lohnt. (Um bei meinem Beispiel von oben zu bleiben: Es fährt doch auch niemand ein zweites Mal nach Bielefeld :p ).

Der Aufwand, Menschen zum Mond zu bringen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Menschheit wird davon keinen Schritt weiter gebracht. Bei einer Mission zum Mars mag das anders sein, das ist wenigstens Neuland. Und dass wir den Mond nicht als „stepping stone“ für einen Flug zum Mars brauchen, hat uns die Gebetsmühle des Herrn Musk jetzt 10 Jahre lang gepredigt. Kürzlich hat er seine Meinung zwar geändert, aber nur, weil er erkannt hat, dass er sich mit einem Zeitplan ein bisschen verkalkuliert hat...

Grüße
Maximilian
 
Eine komische Sache beschäftigt mich gerade. Heute Nacht, vielleicht eine halbe Stunde nach TLI, war die im Tracking angegebene Geschwindigkeit bei um die 15.000 MPH. Also recht weit weg von ca 25.000 MPH, die man zum Verlassen des Erdorbits braucht. Aktuell werden ca 4.500 MPH angezeigt, abnehmend.
Sind denn die Angaben so daneben?
 
Hallo Maximilian, wie beschrieben, kann über einzelne Aspekte der Raumfahrt kontrovers diskutiert werden - da bin ich ganz bei dir (Soll es erst wieder der Mond sein? Warum ist man 55 Jahre dort nicht mehr hingeflogen?, u.a.). Dem Grundtenor, hier nur Gegenargumente zu suchen, kann ich aber wenig abgewinnen. Würde jetzt der Mars im Fokus stehen, würde dieses ebenfalls kritisiert. Es ist halt komplex, da die Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen geführt wird (technisch, politisch, anthropologisch, u.a.). Meine Darstellung besitzt sich auf den Kern und hier bleibe ich dabei - vom Grundsatz ist es die Neugier, der Entdeckergeist und nicht der Kosten-Nutzen-Faktor (der natürlich auch zentral ist und/oder es in Zukunft noch viel mehr wird), der uns antreibt. Warum kaufen sich Astrofotografen eine Ausrüstung für viel Geld, wenn die Bilder doch auch kostenlos im Internet verfügbar sind :cool: - der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, oder auch nicht...

Und auf den Thread zurückzukommen. Wenn Artemis 2 ein weiterer Schritt ist, dass Menschen wieder auf dem Mond landen und danach tiefer ins Sonnensystem vordringen - es würde mich freuen! Ich verfolge diesen Thread seit Beginn und bin für die Vielzahl Informationen (teils sehr aktuellen) sehr dankbar.

Ganz viele Grüße
Christoph
www.avgb.de (Sternwarte und Planetarium Neuenhaus)
 
Hallo McPIX,

Leider kann ich da nur vermuten, will aber trotzdem die möglichen Ursachen nennen.
Im Interview sagten die Astronauten, dass sie die ganze Zeit in einem Orbit um die Erde bleiben. Dieser ist natürlich so elliptisch,
dass er den Mond mit einbezieht.
Weiters erwähnten sie, dass an einem Punkt der Reise der Mond anfängt zu "ziehen", also schliesse ich daraus, dass momentan die
Erde überwiegend zieht und Orion abbremst, bis dann der Mond "übernimmt". Deswegen wirds wohl gerade langsamer.
Was die absoluten Zahlen angeht, verstehe ich das auch nicht so richtig. Ich dachte, es ist am effizientesten, wenn ein Raumfahrzeug
am schnellsten Punkt einer Umlaufbahn beschleunigt wird.
Die Route von Orion ist aber auch komplex, um immer wieder sichere Abbrechpunkte zu haben.
Allerdings sind sie nach dem TLI im "Apollo13-Modus" und der kürzeste Weg zurück führt um den Mond.

CS,
Henning
 
Ja Henning,
das gebremst werden bis zum Punk, an dem die Gravitation des Mondes übernimmt, ist klar und war ja auch bei Apollo immer so. Mich wundert halt die eigentlich zu geringe Fluchtgeschwindigkeit.
 
Hallo,
Meine Darstellung besitzt sich auf den Kern und hier bleibe ich dabei - vom Grundsatz ist es die Neugier, der Entdeckergeist und nicht der Kosten-Nutzen-Faktor (der natürlich auch zentral ist und/oder es in Zukunft noch viel mehr wird), der uns antreibt.
Für mich ist die Vernunft die herausragende Eigenschaft unserer Spezies. Neugier und Entdeckergeist haben wir auch, die haben wir in der Vergangenheit auch gebraucht und werden sie weiterhin brauchen, aber beides gehört in die Kategorie „Trieb“ und „Instinkt“. Und da bin ich doch froh, dass die meisten von uns nach 50.000 Jahren Entwicklungsgeschichte von der Vernunft dominiert werden. An einem becrewten Flug zum Mond ist nichts Vernünftiges.

Grüße
Maximilian
 
Nach Wiki:

In dem Wert 11,2 km/s für die Erde (am Äquator), der zweiten kosmischen Geschwindigkeit, ist wieder die Rotationsgeschwindigkeit der Erde nicht berücksichtigt. Auch muss für Flugbahnen zum Mond die Fluchtgeschwindigkeit nicht vollständig erreicht werden, denn der Lagrange-Punkt L1 (zwischen Erde und Mond) liegt nicht bei r = ∞. ...
Bei den Apollo-Missionen betrug die Geschwindigkeit beim Wiedereintritt 10,8 km/s. Im Falle der Apollo-Mission wäre ein Wert höher (oder gleich) als 11,2 km/s nicht möglich, da die Raumkapsel sonst aus einer viel größeren Entfernung hätte „Anlauf“ nehmen müssen (nämlich r = ∞ ).

11,2 km/s = 40.320 km/h = 25.053 miles/h.
 
Eine komische Sache beschäftigt mich gerade. Heute Nacht, vielleicht eine halbe Stunde nach TLI, war die im Tracking angegebene Geschwindigkeit bei um die 15.000 MPH. Also recht weit weg von ca 25.000 MPH, die man zum Verlassen des Erdorbits braucht. Aktuell werden ca 4.500 MPH angezeigt, abnehmend.
Sind denn die Angaben so daneben?
Die Fluchtgeschwindigkeit hängt ja vom bereits erreichten Abstand ab:

v_e = SQRT (2GM/d)

Der von dir erwartete Wert von 25.000 MPH = 11.2 km/s gilt für Starts von der Erdoberfläche mit d = 6.371 x 10^6 m.

Bis zum Translunar Injection (TLI) befand sich Artemis-II in einem stark elliptischen Orbit mit einer variablen Bahnhöhe zwischen 271 km im Perigäum und 70135 km im Apogäum. Der TLI-Burn erfolgte im Perigäum am 2. April um 23:56 UT. Die Fluchtgeschwindigkeit wäre dort v_e = 10.956 km/s.

Die von JPL Horizons erwartete Geschwindigkeit von Artemis-II im Perigäum war mit v = 10.00 km/s etwas niedriger als die Fluchtgeschwindigkeit. Da das Raumschiff nach der Passage am Mond ja wieder zur Erde zurückkehren soll, wäre eine höhere Geschwindigkeit auch nicht sinnvoll.

Mit zunehmendem Abstand sinkt die Relativgeschwindigkeit gegenüber der Erde dann immer weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt (Fr. 03. April/15:00 UT) beträgt sie in einem Abstand von 155 000 km nur noch 1.85 km/s. Bis zur Passage am Mond wird das auf einen minimalen Wert von 0,4 km/s absinken und dann wieder ansteigen.

Das sind also alles Werte unter der Fluchtgeschwindigkeit.

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Maximilian, wie beschrieben, kann über einzelne Aspekte der Raumfahrt kontrovers diskutiert werden - da bin ich ganz bei dir (Soll es erst wieder der Mond sein? Warum ist man 55 Jahre dort nicht mehr hingeflogen?, u.a.). Dem Grundtenor, hier nur Gegenargumente zu suchen, kann ich aber wenig abgewinnen. Würde jetzt der Mars im Fokus stehen, würde dieses ebenfalls kritisiert. Es ist halt komplex, da die Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen geführt wird (technisch, politisch, anthropologisch, u.a.). Meine Darstellung besitzt sich auf den Kern und hier bleibe ich dabei - vom Grundsatz ist es die Neugier, der Entdeckergeist und nicht der Kosten-Nutzen-Faktor (der natürlich auch zentral ist und/oder es in Zukunft noch viel mehr wird), der uns antreibt. Warum kaufen sich Astrofotografen eine Ausrüstung für viel Geld, wenn die Bilder doch auch kostenlos im Internet verfügbar sind :cool: - der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, oder auch nicht...

Und auf den Thread zurückzukommen. Wenn Artemis 2 ein weiterer Schritt ist, dass Menschen wieder auf dem Mond landen und danach tiefer ins Sonnensystem vordringen - es würde mich freuen! Ich verfolge diesen Thread seit Beginn und bin für die Vielzahl Informationen (teils sehr aktuellen) sehr dankbar.

Ganz viele Grüße
Christoph
www.avgb.de (Sternwarte und Planetarium Neuenhaus)


Das sehe ich auch so, die Neugier ist es, die den Menschen antreibt, nicht der Profit. Allerdings kann und muss man diskutieren, ob man verantworten kann, diese Neugier auch zu befriedigen. Ich habe da auch meine Zweifel. Die Faszination über das Verschieben technischer Grenzen und die Frage, was das für unser Leben bedeutet, hält sich bei mir die Waage. Die Raumfahrt und ihre Forschunf auf medizinischem und technischen Gebiet hatte aber schon einigen mittelbaren Nutzen für die Menschheit. Daher ist das nicht per se nur Geldvernichtung zur Befriedigung mancher Egos. Dass man mit dem Geld auch Sinnvolleres anstellen könnte, ist unter dem Aspekt auch eher zu verneinen, insbesondere, wenn man sich vergegenwärtigt, wieviel Geld auf der Welt tatsächlich destruktiv verwendet und verschwendet wird, damit meine ich nicht nur Kriege, aber die an erster Stelle. Die Frage nach dem Risiko für die Raumfahrer stellt sich auch nur bedingt, solange es Menschen gibt, die alles tun würden, um ins All fliegen zu können. Niemand wird gezwungen.

LG Olaf
 
Ich verstehe nicht, welche Neugier?

Leute, warum plappert ihr einfach das allgemeine leicht zu entlarvende Narrativ nach? Klingt wie "cut-paste" aus den 60er Jahren, nicht?
Vielleicht habt ihr es verpasst, doch Menschen WAREN bereits mehrfach auf dem Mond, und es hat sich sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich NICHT gelohnt.
Man hat weder Erdöl (logisch!) noch Gold noch sonst irgendetwas gefunden, das sich lohnen würde dort zu fördern und aufwändigst zur Erde zu bringen.
Wir haben auf unserer guten alten Erde alles was wir brauchen, und - ehrlich - der Mond ist wirklich kein Ort, wo ich es gemütlich finde.

Damals galt der Mondflug der Demonstration der Überlegenheit des Westens und des freiheitlich demokratischen Systems gegenüber dem Sowjetsystem.
Aber heute?
Waren nicht schon Sonden auf dem Mars? Dort scheint es nicht viel besser zu sein. Die Begeisterung für jeden Sandhügel in einer völlig öden Wüstenlandschaft kann ich einfach nicht teilen. Ich hätte mir da exotische Pflanzen, Seen und Flüsse gewünscht, dann würde ich das verstehen.

Was kann man auf dem Mond oder Mars noch mehr entdecken, indem man Menschen in unbequem-steifen Raumanzügen für echt viel Steuergeld dahin schickt und dafür in den sicheren Tod schickt? Das ist genauso unvernünftig wie die Kriege, die jetzt wieder überall aus ebenso fadenscheinigen Gründen angefangen werden.

Mars ist viel zu schwierig für mindestens weitere 100 Jahre, sogar Musk hat das wohl endlich(!) begriffen.
"Entdeckungen" zu erwarten ist wohl eine Rechtfertigungs-Phantasie für die gigantischen Ausgaben.
Gehts also nur um Angeberei oder langweilen sich die Oligarchen zu sehr?

Übrigens: Teflon wurde nicht fürs Apollo-Mondprogramm erfunden. Es war eine Zufallsentdeckung eines Dupont-Wissenschaftler lange bevor das Apollo-Programm begann. Mythen über Mythen...
 
Es geht um die menschliche Natur, zu der Neugier und das Verschieben von Grenzen gehört. Das teilt der Mensch auch mit intelligenten Tieren. Er folgt hier einem natürlichen Trieb, den er allerdings durch vernünftiges Denken eindämmen könnte, was den Tieren nicht möglich ist. Das passiert ja auch, finanzielle und politische Entscheidungen setzen der Befriedigung der Neugier Grenzen. Mir geht es nicht darum, das Verhalten der NASA und anderen Raumfahrtbehörden zu bewerten, dazu fehlt mir die Kompetenz, ich suche nur nach Erklärungsansätzen, warum der Mensch überhaupt Raumfahrt betreibt.

Das kann man gut begründet als unvernünftig ablehnen, aber komplett nutzlos ist es nicht, weil die Forschung dazu vielerlei Fortschritt auf diversen Wissenschaftsgebieten als Nebeneffekt gebracht hat. Auf dem Mars sehe ich übrigens auch in den nächsten paar Jahrzehnten keinen (westlichen) Menschen, vielleicht sogar nie, weil die demokratischen Gesellschaften dazu Nein sagen werden. Bei China und Indien bin ich nicht so sicher. Der Mensch macht langfristig das, was er kann.
 
Hallo Maximilian,

genau hier drehen wir uns im oben beschriebenen Kreis. Natürlich ist der Mensch ein Vernunft begabtes Wesen - dieses impliziert auch unsere Bezeichnung zum Homo sapiens sapiens. Und bekanntlich schließt Vernunft die Neugier nicht aus, sonst könnten wir unsere Schulen schließen :). Ich glaube, ich verstehe dich sehr gut. Unsere Analyse zur Raumfahrt wird wahrscheinlich ähnlich sein, die Interpretation fällt hingegen sehr unterschiedlich aus. Aus diesem Grund sind Diskussionen im Allgemeinen sowie an diese Stelle so wichtig - es gibt eben kein s/w! "An einem becrewten Flug zum Mond ist nichts Vernünftiges." und genau das ist die Frage der Interpretation.

Hallo fuetti,

auch deiner Analyse kann ich zum Teil folgen, wobei die dann erwähnten Aspekte zu Rohstoffen, Teflon, Krieg, u.a. an dieser Stelle aus meiner Warte wenig zielführend sind - da nicht Kern der Diskussion. Deine Aspekte sind sehr relevant (siehe oben), an dieser Stelle treffen sie aber nicht des "Pudels Kern" oder anders, die Intention von Raumflügen, die hier gerade diskutiert wird. Es geht nicht darum, ob Menschen auf dem Mond waren (oder ob dieses sinnvoll war, ist oder sein wird), sondern, dass wir es wieder machen und vielleicht in Zukunft noch weiter ins Sonnensystem hinaus reisen. Ich wiederhole mich gerne, ich kann fast alle Kritikpunkte an der "bemannten" Raumfahrt nachvollziehen und viele davon teile ich auch. Aber Neugier als Narrativ zu beschreiben, um bemannte Raumfahrt zum Mond nicht zu legitimieren, ist mir dann doch zu einfach. Ob die Artemis-Missionen zielführend sind, wird die Zukunft entscheiden und letztlich habe ich keine Ahnung. Ich finde es spannend, dass die Crew von Artemis 2 auf dem Weg zum Mond ist - was daraus wird... - vielleicht ein Sprungbrett in den Weltraum, vielleicht auch überhaupt nichts. Nichts zu unternehmen, bedeutet Stillstand und entspricht nicht der menschlichen Natur.

P.S. Sorry Thorsten, wollte nicht vom Thema abkommen! Die Flugdauer bis zum Mond lässt diese kurze Seitendiskussion ggf. zu :cool:.

Ganz viele Grüße
Christoph

www.avgb.de (Sternwarte und Planetarium Neuenhaus)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht um die menschliche Natur, zu der Neugier und das Verschieben von Grenzen gehört.
Ja, das ist manchmal positiv, manchmal tödlich.
Das teilt der Mensch auch mit intelligenten Tieren.
Richtig, selbst Insekten sind unwahrscheinlich neugierig und erkunden den gesamten erreichbaren Raum. Die meisten sterben dabei jedoch.
Er folgt hier einem natürlichen Trieb, den er allerdings durch vernünftiges Denken eindämmen könnte, was den Tieren nicht möglich ist.
Dem stimme ich nicht zu. Viele Tiere schätzen Risiken durchaus auch ab. Jede Katze schätzt das Risiko eines Sprungs von einer hohen Mauer sehr genau ab. Manche verschätzen sich und müssen sterben. Das Gleiche gilt für Vögel. Mäuse sind hierbei besonders leichtsinnig und viele fallen in Wassertonnen oder springen von Dächern und landen als Briefmarken. All dies ist keine Theorie, sondern das habe ich selbst erlebt, oder von Nachbarn erfahren.
Stammen wir nicht von einer Art Maus ab? ;-)
Das passiert ja auch, finanzielle und politische Entscheidungen setzen der Befriedigung der Neugier Grenzen. Mir geht es nicht darum, das Verhalten der NASA und anderen Raumfahrtbehörden zu bewerten, dazu fehlt mir die Kompetenz, ich suche nur nach Erklärungsansätzen, warum der Mensch überhaupt Raumfahrt betreibt.
Oben habe ich Erklärungen vorgeschlagen. Sicher gibt es viele weitere Faktoren. Man könnte wahrscheinlich eine Psycho-Promotion dazu schreiben.
Das kann man gut begründet als unvernünftig ablehnen, aber komplett nutzlos ist es nicht, weil die Forschung dazu vielerlei Fortschritt auf diversen Wissenschaftsgebieten als Nebeneffekt gebracht hat.
Das ist eben so ein Narrativ, das nicht belegbar ist. Ich nannte das Beispiel Teflon. Raumfahrt hat meines Wissens wenig Neues gebracht, was nicht ohnehin entwickelt worden wäre und zwar sehr viel billiger oder das schon existierte. Der Steuercomputer der Apollos z.B. (Es gibt dazu coole Restaurierungsvideos bei youtube) sind beeindruckend und waren exorbitant teuer, jedoch wenig nützlich für die Computerentwicklung damals, da für ein einziges Problem gebaut: Navigation im Weltall. Völlig nutzlos für andere Anwendungen. Sicher wurden manche Technologien entwickelt, jedoch waren diese meist zu speziell, um für andere Anwendungen nützlich zu sein. Das selbe sehe ich auch bei Teilchenbeschleunigern. Da wird dieses Argument auch immer wieder genannt, doch Beispiele sind rar. Das halte ich jedoch genausowenig für überzeugend, wie für die Raumfahrt. Ich kann auch verstehen, dass man die Gelder, an denen Jobs und Karrieren hängen, ja irgenwie rechtfertigen muss. So entstehen Narrative und oft auch Mythen. Doch müssen andere dafür Steuern zahlen und sind vielleicht gar nicht "amazed". Ist das gerecht? Bist Du bereit dafür jeden Monat 100€ weniger zu verdienen (Keine Ahnung wie viel es wirklich ist) Vielleicht sollte man für solche "Prestige"-Projekte dem Steuerzahler eine "Opt-Out"-Möglichkeit schaffen: Die, die das wollen sollen dafür bezahlen, die anderen jedoch nicht. Das wäre gerecht, und dann sehen wir, wieviel Neugierde dann noch bleibt ;-)
Auf dem Mars sehe ich übrigens auch in den nächsten paar Jahrzehnten keinen (westlichen) Menschen, vielleicht sogar nie, weil die demokratischen Gesellschaften dazu Nein sagen werden. Bei China und Indien bin ich nicht so sicher. Der Mensch macht langfristig das, was er kann.
Nein, kein Mensch wird in unserer Lebenszeit hin- und zurückfliegen. Da bin ich 100% sicher. Ich habe an anderer Stelle hier auch schon genau begründet, warum ich das denke.
 
Naja, ich bin kein Naturwissenschaftler, daher muss ich mit einer Portion Naivität drauf vertrauen, dass ich nicht permanent medial angelogen werde. Auf der ISS finden jeden Tag Experimente statt, die für das Leben auf der Erde eine Relevanz haben. Ob das alles Feigenblätter für exorbitante Geldverschwendung einer Blase von Physik- und Chemie-Nerds, begleitet von ein paar Ingenieuren, sind, kann ich nicht überprüfen. Ich glaube, dass die Raumfahrt gewisse Forschungen beschleunigt hat bzw. Gelder bereitgestellt hat,
die ohne die Motivation Raumfahrt nicht bereitgestanden hätten. Aber das kann auch alles Schönrednerei sein, ändert nicht viel daran, dass der Mensch tut, was ihm möglich ist und er diese Möglichkeiten auslotet. Das findet auf der Erde auch statt, bei Extrembergsteigern zum Beispiel. Reinhold Messner hat das ja oft sehr einleuchtend erklärt: Es ist völlig nutzlos, was er machte, aber er machte es, weil er es konnte und Grenzen ausloten wollte. Er hat aber sein Tun selbst finanziert und war nur sich selbst verantwortlich. Da ist die NASA natürlich unter größerem Rechtfertigungsdruck.

Der Unterschied zum Tier ist nicht der Überlebenstrieb, den hat jedes Lebewesen. Ich meinte das Abwägen des Todesrisikos gegen ein höheres Ziel der Gesamtgemeinschaft. Jeder Astronaut ist sich des Risikos bewusst, und er geht es trotzdem ein. Ich würde in so ein Gerät nie einsteigen, mir sind schon Flugzeuge zuwider. Da endet meine Neugier. Aber es gibt eben auch andere Menschen, die andere Prioritäten und weniger Sicherheitsbedürfnis haben. Das liegt eben in der Natur des Menschen. Was machbar ist, wird irgendwann gemacht, Bedenkenträger haben das langfristig noch nie verhindert.

CS Olaf
 
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Hier mal ein Visualisierung der relativen Geschwindigkeiten anhand von Artemis 1. Als Bahnverlauf ist bei Artemis 2 ebenfalls eine freie Rückkehrbahn gewählt.
 

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Was kann man auf dem Mond oder Mars noch mehr entdecken, indem man Menschen in unbequem-steifen Raumanzügen für echt viel Steuergeld dahin schickt und dafür in den sicheren Tod schickt? Das ist genauso unvernünftig wie die Kriege, die jetzt wieder überall aus ebenso fadenscheinigen Gründen angefangen werden.
Was man entdecken kann weiß man erst wenn man es entdeckt hat. Das ist eine grundlegende Eigenschaft der Grundlagenforschung und einer der Gründe warum die vor allem vom Staat und nicht von Privatfirmen finanziert wird.
In diesem Sinne halte ich es mit dem leider schon verstorbenen Mondforscher Paul Spudis:
"We go to the Moon to learn how to live and work productively on other planetary bodies."

"so unvernünftig wie Kriege":
Das sehe ich exakt umgekehrt. Statt in Kriege sollten wir unsere Energie lieber in Raumfahrt stecken. Die Technologien haben einige Ähnlichkeit, aber nur bei Kriegen bringen sie Leid und Zerstörung.

Warum Elon Musk jetzt plötzlich zum Mond will.
Ich denke nicht dass er "eingesehen" hat dass das mit dem Starship nicht mehr klappt. Sehr wohl natürlich dass es langsamer als gedacht geht, und vor allem dass diese blöden Startfenster nur alle 26 Monate die Sache ziemlich verkomplizieren. Zum Mond kann man im Prinzip jeden Tag fliegen. Er ist zwar kein "Stepping-Stone" zum Mars im Sinne einer Startrampe, aber "üben" kann man dort enorm viel. Landen von Starships zum Beispiel. Der eigentliche Grund für Musk dürfte aber sein, dass er Rechenzentren im Weltall installieren will, in riesigen Mengen. Und das Material dafür holt er am besten... vom Mond!

Frohe Ostern!
Thorsten
 
Das Apollo Programm hat selbstverständlich jede Menge an Technologie und Prozessen entwickelt und vorangetrieben. Man denke nur an die Saturn V. Es hat ein halbes Jahrhundert gedauert, eine größere Rakete zu bauen. Die Nutzlast der Saturn V ist im Regelbetrieb noch nicht getoppt, auch nicht von der SLS und das Starship muss erst noch zeigen, ob es operativ sicher fliegen kann. Selbst das Starship hat gerade mal 150t LEO gegenüber den 140t LEO der Saturn V. Bei etlichen Komponenten des Apollo Programms wurden Materialien, Designs und Prozesse entwickelt, die es vorher nicht gab. Gerade die Prozessentwicklung, Qualitätsmanagement und ähnliches wird häufig massiv unterschätzt. Allein das Program Management mit all den Teilprojekten war eine Mammutaufgabe. 400000 Mitarbeiter und 20000 Firmen haben daran mitgewirkt und deren Arbeit musste koordiniert werden.

Artemis wird ebenso neue Technologien hervorbringen und bestehende vorantreiben.

Viele Grüße,

Günther
 
Das Foto auf das ich im Vorfeld am meisten gespannt war!
Mare Orientale!

Fake-Bild von der Moderation gelöscht.
(Von diesem TwiX)

Man stelle sich vor, der Mond wäre um 90° gedreht im Tidal Lock gelandet.
Dann gäbe es da mitten drauf ein großes Auge das starr auf die Erde glotzt.
Und mit der Libration leicht eiert.
Welche Geschichten und Mythen das wohl hervorgebracht hätte?

----
Jetzt (Sonntag Abend) schon 80% der Strecke und 70% der Zeit zum Mond zurückgelegt.
In der Nacht von Montag auf Dienstag die grösste (kleinste?) Annäherung.

Gruss
Thorsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ok, das Foto dürfte Fake sein.
Aber verdammt gut gemacht, die Beleuchtung passt gut.
Mods, wenn ihr wollt könnt ihr es löschen.

Sorry.
Gruss
Thorsten
 
Glaub so nah kommen die garnicht an den Mond rann?
 
Glaub so nah kommen die garnicht an den Mond rann?
4.070 Meilen = 6.550 Kilometer während der größten Annäherung.


Der grobe Ablauf für heute Nacht (Zeiten in MESZ), wenn ich da richtig übersetzt hab:

19:56 Uhr - Apollo 13 aufgestellte Distanz zur Erde (1970) wird übertroffen

20:45 Uhr - Beginn des Mondvorbeifluges

Ab hier: nächster Tag (07.04.2026, MESZ)

01:02 Uhr - Orion erreicht den geringsten Abstand zum
Mond (4.070 Meilen = 6.550 km)


01:07 Uhr - Orion erreicht die maximale Entfernung von
der Erde (252.760 Meilen = 406.800 km)


Link zum offiziellen NASA Livestream:

Viele Grüße,
Peter Maier
 
Nachdem ich - wie viele wohl - seit Monaten, wenn nicht Jahren, diesem Flug entgegengefiebert habe und auch seit dem Start jeden Tag ausgiebig verfolge, macht sich bei mir inzwischen leider mehr als Ernüchterung breit.
Ich kann einfach nicht fassen, dass bei einer so langfristig durchgeplanten Mission, die Unmengen an Geldern verschlungen hat inklusive europäischen Einsatz, so dermaßen dilletantische Aufnahmen der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Das ging schon bei der Live-Übertragung des Starts mit völlig planlosem Hin- und Hergeschalte der Kameras los, die noch dazu die wichtigste Phase (Stufentrennung) komplett ausgelassen hat und hält bis heute an, wo wir schon wieder irgendwelche überbelichteten Schrottaufnahmen im Live-Stream sehen. Gestern hatte ich zwischenzeitlich mal kurz Hoffnung, als wir endlich mal eine schön belichtete Erdsichel mit klar lesbarem Raumschiff-Exterieur sahen - aber heute schon wieder nur Schrottbilder. Jedes Grundschulkind mit Iphone in der Hand könnte bessere Aufnahmen hinbekommen, jede halbwegs brauchbare Action-Cam verfügt über Belichtungsautomatiken etc., um solche ausgebrannten Bilder zu vermeiden. Es ist wirklich erbärmlich. Noch dazu sitzen in dieser Kapsel 4 Menschen, die mit irgendwelchen Kameras versuchen, freihändig durch das spiegelnde Fenster hochauflösende Aufnahmen zu machen (neulich hatten sie noch den Tipp bekommen, doch bitte das Licht in der Kapsel zu dimmen, um unnötige Reflektionen zu vermeiden...). Das macht wirklich sprachlos.

Ich hoffe wirklich SEHR, dass sie wenigstens beim anstehenden Vorbeiflug und Höhepunkt der Mission nicht nur bahntechnisch die Kurve kriegen!

Aus Beobachtersicht war dieser Flug-Zeitraum (Termin wurde ja zweimal verschoben) wahrscheinlich auch nicht unbedingt der Präferierteste, wenn man sich die Mondphase anschaut und sieht, dass sie im Vorbeiflug größtenteils einen unbeleuchteten Mond im Fenster haben werden. Einzig wirklich interessantes Detail wird wohl das Mare Orientale sein - wenn auch aus einer Entfernung von weit über 6500 Kilometern. Aber auch das ist ja für das Artemis-Programm eigentlich völlig irrelevant. Viel hilfreicher müsste doch eigentlich sein, knapp über die Südpolregion zu fliegen, wo doch die potentiellen Landezonen sein sollen...

Aber was weiß schon ich - ich bin ja nur der kleine Laie, der am Monitor sitzt und ab und zu mal den Mond durch sein großes Gartenfernrohr beobachtet! ;-)

Viele Grüße und trotzdem einen spannenden Mondabend/-nacht heute, wer es verfolgen kann!

Peter Maier
 
Übrigens, falls sich jemand grad wundert, warum das simulierte Bild / Visualisierung nicht mit dem aktuellen Realbild im Livestream übereinstimmt: Die Außenbordkamera zeigt gerade ein spiegelverkehrtes Bild! Warum auch immer... _jungeschlagen:
 
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