Viel Öffnung für Deep Sky

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Hallo zusammen,

nachdem hier schon mehrere Alternativen vorgestellt wurden, möchte ich nebenbei noch auf eine weitere Alternative aufmerksam machen. Hatte ich kurz in der anderen Diskussion vorgestellt. Damit beobachte ich regelmäßig im Großraum Stuttgart und natürlich auch auf der Schwäbischen Alb. Auf dem ITV 2016 war dieses auch bereits zu sehen. Die Jahre davor war ich dort mit dem 18" Goto mit Zambuto-Optik. Ist vielleicht ebenso für den Fragesteller ganz interessant...

22" F3,3 Transportabel, komplett einsatzfähig in 10-15 Minuten.

Viele Grüße
Werner
 
Erstes Update: Im Garten bei Bortle 9 zwischen 3 Na-Dampflampen und ohne Streulichtschutz am Mond alle Rillen in Gassendi, sowie Rimae Prinz bei Pickering 5 und schlechter. Der 6" Apo zeigte anschließend nichts dergleichen - Top Spiegel!
 
Hallo Steve,

Bei näherer Betrachtung komme ich zu dem Schluss: Dein erster Gedanke war doch der Richtige. Ist doch eigentlich doof so ein Riesendobson. Die paar Mondrillen mehr oder weniger - das ist doch wie Falten zählen vor dem Badezimmerspiegel. Also ich würde sagen sieh zu dass du den sperrigen Hobel wieder los wirst, und sei es für kleines Geld. Einfach PN an mich, ich kümmere mich darum.

VG Klaus
 
Und auch innerlich die Abneigung gegen einen Dobson überwunden?

Viel Spass und Gruß
Horst
 
Herrlich! Ich freu mich, dass das so passend hingehauen hatte.
Und dann gleich first light unter 3 Strassenlaternen mit solch feinem Genuss!

Aus Timm's Beobachtungsbericht nebenan: "
M42 ist in großen Dobsons eine Pracht und zeigt neben dem grünen Schimmer zarte braunrote Töne.
Filtern braucht man eigentlich nicht, aber der Kontrast wird im OIII extrem hoch und im H-Beta-Filter kommen viele sonst unsichtbare Details zum Vorschein. "
Dann wirst Du wohl jetzt einige blaue Wunder erleben, Mensch. Naja, nicht blau, aber farbig eben!
Traumhaft!

Viel Freude und jede Menge clear skies! Auf die schnelle und bequeme Weise im Garten - und erst recht an Deinen dunkleren Standorten. :giggle:
 
Hallo Steve,
da hast Du definitiv die bestmögliche Entscheidung getroffen !
Timms Dobsons sind sehr gut und der Spiegel des 21ers kommt aus der Hand eines meisterhaften Spiegelschleifers. Wie mein 16":cool:.
Gruß aus dem Remstal.
 
Sodele, komme gerade von Kettenacker zurück, wo der 21"-Klose-Dob seine richtige DS-Taufe erhalten hat. Schockierend war mal wieder die Helligkeit an diesem ja angeblich dunkelsten Ort Baden-Württembergs. Das SQM-L zeigte minimal 21.13 mag/arcsec2 im Zenit, also einen bescheidenen Wert, den man auch in Welzheim regelmäßig hat. Die IR-Temperatur des Bodens war mittig der Session 3°C, die im Zenit -27°C.

Im Okularauszug steckte ein Paracorr II, der wiederum mit einem Ethos 21 mm, einem Docter 12.5 mm oder einem Ethos 8 mm bestückt wurde. Dies ergab 117x, 196x oder 307x. Das Seeing war ziemlich mäßig - Sirius flackerte wie eine Kerze im Wind.

Begonnen wurde mit M42/43, der schon im 21 mm Ethos einen atemberaubenden Anblick bot. Allein die Schwingen zogen sich endlos, teilten sich und zeigten Struktur. Ihre Farbe war schwach braunrot. Die Huygens-Region war überreich strukturiert und leuchtete in blassem Pastellgrün. Im Nebel waren etliche schwache Sterne sichtbar. Das Trapez zeigte schon bei 117x immer 5, manchmal 6 Sterne. Bei 196x waren immer 6 Trapezsterne zu sehen, außer bei gelegentlichen Windböen, die das Teleskop in Schwingungen versetzten. M43 war deutlich braunrot und zeigte sehr deutlich das Staubband.

NGC 2024 war ohne Filter und mit Alnitak im Bildfeld ein auffälliges Objekt. Die zentrale Staubstruktur zeigte klar ihre Verästelungen. IC434 war mit Hbeta-Filter deutlich auszumachen. Der Pferdekopfnebel zeigte sich bei 117x als daumenförmige Ausstülpung von erheblicher Größe.

Sharpless 279 war schwächer als M43, aber immer noch deutlich erkennbar und strukturiert.

Der Telrad wurde nun auf NGC891 gerichtet. Im 21 mm Ethos war nichts zu sehen. Die Position wurde im Deepsky-Reiseatlas gecheckt - stimmte. Ein erneuter Blick ins Okular zeigte die Galaxie in der Feldmitte, und zwar so schwach, dass ich sie glatt übersehen hatte. Obwohl sie an der Wahrnehmungsgrenze lag, bildete ich mir ein, das Staubband beim Antippen des Tubus zu sehen.

Weiter ging es mit M1 - ein problemlos zu findendes, aber unscheinbares Objekt. Im 21 mm Ethos sah es wie ein Wattebausch aus. Mit OIII-Filter im Docter 12.5 und Ethos 8 zeigten sich deutliche Strukturen im Nebel, die ich so noch nie gesehen hatte. Öffnung ist nur durch Öffnung zu ersetzen.

Als ich vor dem Kauf mit Timm Klose beobachtete, hatten wir versucht, M79 zu finden, was uns aber nicht gelang. Den Kugelsternhaufen suchte ich nun auf. Um den Dob mit Paracorr II und Ethos 21 in der Balance zu halten, hing ich eine Bleigel-Batterie an einem Höhenrad auf. Der Kugelsternhaufen stand in 15° Höhe in der enormen Horizontaufhellung. Trotzdem zeigten sich im Ethos 8 mm einige Dutzend aufgelöste Sterne vor dem Nebel.

Zwischenzeitlich ging ich immer wieder zum M42/43-Komplex zurück, dessen Anblick im 21" einfach unglaublich ist.

Es kamen dann noch ein paar Galaxien an die Reihe. Den Anfang machten M81/M82. Die Flächenhelligkeit von M82 war enorm. Es waren deutliche Strukturen in der Galaxie zu erkennen. Bei M81 konnte ich die Spiralarme nicht sehen. Es war allenfalls zu erahnen, dass außerhalb der Kernregion noch etwas ist.

Schließlich war M51 aus der gröbsten Horizontaufhellung herausgeklettert. Schon bei 117x waren die beiden Spiralarme zu erkennen. Bei 196x im Docter konnte ich sie deutlich von ihrem Entstehungsort am diffusen Kern in ihren Windungen verfolgen. Die Brücke zu NGC5195 war mehr zu erahnen als zu sehen.

Den Schlusspunkt machte NGC4565. Das Staubband war zwar im Prinzip schon im 21E auszumachen, richtig eindeutig wurde es aber erst im 8E. Im Endeffekt musste man aber sagen: Das waren keine Galaxie-Bedingungen.

Was man allerdings auch sagen muss: Der 21"-Klose-Dob ist eine Granate, wie ja auch zu erwarten war. Deswegen bin ich sehr froh, ihn ergattert zu haben.

CS
SteVe

PS: Ach ja, den NGC 2158 bei M35 habe ich auch noch mit dem 8E in einige Dutzend Einzelsterne aufgelöst. Beim Treffen mit Timm hatte ich den irgendwie nicht gefunden.

PPS: Der Spiegel braucht so etwa 1 h, um auszukühlen und seine Leistung zu bringen. Nicht schlecht für einen rein passiv gekühlten 21"-Spiegel. Ich möchte mal wissen, wie sich die 50 mm dicken China-Teile verhalten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Steve,

urgs das hört sich ehrlich gesagt was die Galaxien betrifft gar nicht mal so berauschend an. Klar, Farben in M42 habe ich noch nicht gesehen, Pferdekopf bisher immer Fehlanzeige (habe aber auch keine H-Beta-Filter). Das Staubband in NGC 891 ist aber nach meiner Erinnerung schonmal augenfällig gewesen mit 12 Zoll. Steht aber im Moment auch wohl nicht so günstig. M81 habe ich auch schon ähnlich gesehen wie du es beschreibst. Ein dunkler klarer Himmel ist durch Öffnung wohl leider doch nicht zu ersetzen.

Welche Strukturen gab es in M1 denn zu erblicken? Auch feine Filamente?

VG
Klaus
 
Hallo Steve,

freut mich zu lesen, das du deine Entscheidung diesen Dobson zu kaufen nicht bereut hast. Bei der Himmelsqualität sollte man aber nicht vergessen, das der Mond noch zu ca. 65% beleuchtet war und gegen 00:15 aufgegangen ist. Da kann der Himmel nicht dunkler sein. War gestern an meinem Standort und hatte auch dort einen SQL Wert von 21,20 mag/arcsec2. Bei der gestrigen Himmelsqualität messe ich um Neumond ca. 21,50 mag/arcsec2. Hört sich nach keinem großen Unterschied an, macht sich aber fotografisch und visuel enorm bemerkbar.
Ich denke, daß auch an Galaxien um Neumond mehr geht und der goße Dobson zeigen kann, was in ihm steckt.

Gruß und CS
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Schöner Bericht! Und offenbar hattest Du keine besondere Mühe, mit dem Dobson umzugehen. Wie würdest Du das Handling insgesamt (Transport, Aufbau, Beobachtung) mit Deinem früheren Setup vergleichen?

Viele Grüße,
Sebastian
 
Schöner Bericht! Und offenbar hattest Du keine besondere Mühe, mit dem Dobson umzugehen. Wie würdest Du das Handling insgesamt (Transport, Aufbau, Beobachtung) mit Deinem früheren Setup vergleichen?

Viele Grüße,
Sebastian

Das Handling insgesamt ist etwa so aufwendig wie dasjenige meines C11 auf CEM60. Um den Dobson aufzubauen, sind folgende Schritte erforderlich: 1. Untere Hälfte der EQ-Plattform mit Kompass nach Norden ausrichten und mit Doppelwasserwaage nivellieren. 2. Obere Hälfte aufsetzen. 3. Rockerbox aufsetzen. 4. Spiegelträger mit Höhenrädern aufsetzen. 5. Spiegel einsetzen und mit Deckel schützen. 6. Die unteren 4 Doppelstangen einstecken und festklemmen. 7. Mittelring einsetzen. 8. „Ziehharmonika der oberen 8 Stangen einsetzen. 9. Hut aufsetzen und festklemmen. 10. Zwei Satbilisationstangen von den Höhenrädern zum Ring anbringen. 10. Stangen verschrauben. 11. Okularauszug anschrauben. 12. Spiegelschutz entfernen und Teleskop kollimieren.

Beim C11 sieht das so aus: 1. Stativ aufstellen und mit Wasserwaage nivellieren. 2. Montierung aufsetzen und grob nach Norden ausrichten. 3. Gegengewichtsstange anschrauben und Gegengewichte installieren. 4. C11 aufsetzen und in RA / Dec ausbalancieren (dazu Taukappe und verwendetes Zubehör installieren). 5. Stromversorgung herstellen. 6. Position von Polaris abfragen und im Polsucher entsprechend einrichten. 7. 3-Star-Alignment durchführen.

Der Klose-Dob ist mechanisch und ergonomisch sehr gut. Es gibt keinerlei Probleme im Umgang damit, obwohl es sich um ein 21“-Gerät handelt. Bei China-Geräten, deren Rockerbox alleine das Doppelte wie mein ganzer Dobson wiegt, könnte das anders sein.
 
...aber nicht vergessen, das der Mond noch zu ca. 65% beleuchtet war und gegen 00:15 aufgegangen ist. Da kann der Himmel nicht dunkler sein. War gestern an meinem Standort und hatte auch dort einen SQL Wert von 21,20 mag/arcsec2. Bei der gestrigen Himmelsqualität messe ich um Neumond ca. 21,50 mag/arcsec2. Hört sich nach keinem großen Unterschied an, macht sich aber fotografisch und visuel enorm bemerkbar.
Ich denke, daß auch an Galaxien um Neumond mehr geht und der goße Dobson zeigen kann, was in ihm steckt.

Ja, gestern war einfach kein Galaxien-Himmel. Es war viel zu hell. Der Hauptspiegel leuchtete vom Umgebungslicht wie ein Flakscheinwerfer, und dieses Licht stammte nicht von irgendwelchen Lampen oder Gebäuden in der Nähe. Der Horizont allein war schon unglaublich aufgehellt. Der Restschnee am entfernten Waldrand leuchtete wie ein phosphoreszierendes Notausgang-Schild. Ich kenne den Unterschied zwischen SQM-L 21.2 und 21.5. Es ist der sprichwörtliche zwischen Tag und Nacht. Bei SQM-L 21.5 und den Galaxien in Zenit-Nähe erwarte ich wesentlich bessere Resultate.
 
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