Hallo Jan,
Was ich beschreibe sieht in stärkster Ausprägung so aus
http://de.wikipedia.org/wiki/Bodenfrost
http://de.wikipedia.org/wiki/Nebel#Niederschlag_an_Oberfl.C3.A4chen
(Bodennebel)
und sollte auch in schwächerer bis unmerklicher Ausprägung so hinreichend bekannt sein, dass ich mich nicht zwingend in eine Beweislast begebe.
Aus der Praxis kann ich dazu quasi taufrisch von der bereits erwähnten Beobachtungswoche berichten, dass wir streckenweise Nebel im Tal hatten, der die wenigen Strolichtquellen aus dem Ort wohltuend dämpfte und zerstreute. An dem Platz kommt dieser Nebel häufig bodennah bis auf die Wiese und es passierte zwei oder drei Mal, dass wir mit den Beinen sichtbar im Nebel standen und über uns einen genialen Anblick der Milchstraße betrachteten. Der Nebel fließt dann fast immer genau so schnell wieder ab, wie er gekommen ist.
Die Enttäuschung ist übrigns beiderseitig, denn es ist schon bemerkenswert, dass ich Beispiele aus der Teleskoppraxis bringe und Du mir irgendwelche Keksdosendeckel oder sonstige Einwände vor die Füße wirfst zu denen explizit ich dann was erklären soll.
Ich denke, Du bist zu sehr Deiner Notwendigkeit verhaftet, die Vorteile Deiner guten(!) Schüsselteleskopidee von ANDEREN bestätigen zu lassen und siehst in den Keksdosen einen Beweis den ja auch auf Deine Bitte hin der Felix überprüft, sogar mit richtigen Spiegeln. Es funktioniert nicht so richtig, daher soll er Deiner Meinung nach künftig Abstand vom Boden und vom Geländer nehmen, was auch ich für eine gute Idee halte (siehe oben).
Nun gut, bleiben wir bei Deinen Keksdeckeln und da könntest Du ja auch selbst mal quer denken und Dir Erkenntnisse erarbeiten.
Mal ein paar Ansätze (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Diese Deckel haben in der Regel einen hochgezogenen Rand und die "spiegelnde" Fläche ist innen. So ergibt sich eine (wenn auch flache) "Schüssel" die sowohl himmelwärts gerichtet als auch umgekehrt auf den Boden gelegt eine stauende Wirkung haben kann die sich zu möglichen Strahlungseinflüssen addiert.
Ich würde also mal den Rand abschneiden oder plattklopfen und die Scheibe flach auflegen.
Der Hinweis auf den eventuell vorhandenen Keksfettfilm ist ebenfalls eine ernstgemeinte Möglichkeit.
Es gibt sicher auch einen Unterschied zwischen gewachsenem Boden und künstlich befestigen Oberflächen.
Weiter vermute ich, dass kleine Flächen zwischen Bebauung ebenfalls nicht repräsentativ sein können, eine freie Wiesenfläche mit ungehinderten Einflüssen von allen Seiten wird abweichende Ergebnisse zeitigen.
An meinem normal gedämmten und isolierten Haus (Hochlochziegel) ist im Winter zu bemerken, dass die Schneehöhe bis zu einem Abstand von ca. 2-3 Metern deutlich schneller abnimmt als 15 Meter weiter auf der Wiese. Sehr ausgeprägt kann man das an der Südseite bemerken.
Hochlochziegel nehmen Wärme (Sonneneinstrahlung) gut auf und speichern sie, geben sie natürlich zeitverzögert nach innen wie auch nach außen wieder ab. Da könnte also ein Zusammenhang bestehen.
Der langen Rede kurzer Sinn ist, dass man vieles mehr zu bedenken hat, wenn man gewillt ist das Thema wirklich zu ergründen und zu belastbaren Aussagen über die Ursachen der beobachteten Sachverhalte zu kommen. Da kann Fixierung auf ein Wunschergebnis sehr hinderlich sein.
Ich selbst habe diese Fragen schon seit Jahren immer wieder gestellt, lange bevor Du Deine Schüssel gebaut hast und seitdem gehen die Ergebnisse über Spekulationen und ein paar Einflussfaktoren als mir vorher bekannt nicht hinaus.
Ich bin auch übrigens nicht der Erfinder des "Isotubus", ich nutze ihn nur, weil bei Kurt zu lesen war, dass er funktioniert.
Gruß
*entfernt*