Probleme mit Star Adventurer und MGEN - Einnorden/Scheinern/Polar Alignment

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Hallo Dietmar,

Danke, dann scheine ich ja doch nicht hoffnungslos daneben zu liegen :)

Ich kann natürlich auch länger belichten, wenn das für die Fehlersuche hilfreich ist.
Was schlägst Du vor?

Beste Grüße und CS
Norbert
 
Für meine Einnordungstests habe ich immer 2 Stunden Zeitraffer erstellt, so 1 Bild alle 40 Sekunden. Am Film kann man dann gut die Drift sehen und auch den Schneckentanz. Mit den einzelnen Bildern lässt sich der dann auch gut vermessen.

Bei meinem Skyguider habe ich dabei festgestellt, dass er oft nach 1 Stunde völlig abschmiert. Dann hat sich wohl das Gewicht zu sehr verlagert.

Ein weiterer Fehler dieser Montierung fiel mir auch nur durch diese langen Tests auf: Es macht keinen Unterschied, ob ich Stern- oder Sonnentempo einstelle. Er läuft immer auf Sonnentempo. Die Sterne im Zeitraffer ziehen immer leicht nach Westen.

Gruß Helmut
 
Hallo Norbert,
ich würde direkt auf die Belichtungszeit gehen,
die Du anstrebst. Wenn noch ein Fehler vorliegt,
dann wird er sich zeigen. Nur so.
Eine 10 Sekunden-Aufnahme wird in jedem Fall Top.
Da steckt aber kein Erkenntnisgewinn drin, denn das ging
ja schon vorher. Bis 90 Sekunden, wenn ich mich richtig erinnere.

Grüße

Dietmar
 
Hallo Dietmar und Helmut,

oh sorry, ich habe mich vertan - ich meinte natürlich nicht 10 Sek. sondern 10 Minuten :)
Davon mache ich dann so ca. 6 Aufnahmen in Serie.
Das sollte doch für die Fehleranalyse reichen - oder?

Beste Grüße und CS
Norbert
 
.......ja, so wird ein Schuh draus.......

Grüße

Dietmar
 
Hallo allerseits,

das Zeitfenster vom Wetter heute Nacht hat leider nicht gereicht alle geplanten Tests durchzuführen. So musste der Durchlauf ohne die beiden Kugelköpfe ausfallen. Ich bin mir relativ sicher, dass die Kugelköpfe unschuldig sind. Denn sonst dürften die Striche der ersten Aufnahme nicht gleichmäßig rund sein. Pünktlich kurz vor 02 Uhr zog es (wie angekündigt) zu und ich musste abbrechen.

Den MGEN in der Dunkelheit mit dem Smartphone zu fotografieren ging schief.
Polaris blieb während der 3 Stunden Testphase "einigermaßen" auf dem Kreis, aber nicht mehr so konstant, wie ich es vor der Strichplatten Justierung gewohnt war.
Natürlich war das Stativ (halb ausgezogen) anständig im Wasser, das Setup war nach meiner Kenntnis gut ausbalanciert, Batterieren waren neu und ich habe nach bestem Wissen mit der IPhone-App eingenordet.

Die Artefakte (also Strichspuren) haben sich geändert und natürlich kann man auf einem SA bei der Belichtungszeit mit 200mm keine runden Sterne erwarten. Allerdings ist die Qualität auch bei relativ kurzen Belichtungen von beispielsweise 140 Sek. nicht zufriedenstellend.
Diesmal ist der Unterschied zu SA alleine und SA mit MGEN deutlicher. Die merkwürdig verzogenen Strichspuren vom SA ohne MGEN sind bei allen sechs Fotos nahezu identisch, was wohl auf das Schneckenspiel hindeutet. Das hat der MGEN vermutlich gut glatt gebügelt.

MGEN Kalibrierung, wie immer, 100%

Im Vergleich zu dem viel kritisierten Balkontest, sind die Stiche jetzt länger und sehen prinzipiell gleich aus. Was mich zu der Vermutung verlockt, dass der nicht optimale Balkonuntergrund "nicht" das Thema war, da die Belichtungszeit und alle anderen Parameter bei dem letzten Balkontest identisch waren. Ich habe mich bezogen auf die Strichlänge also verschlechtert.

Der Betonuntergrund war diesmal über jeden Zweifel erhaben! Es war nahezu windstill.
Alle Aufnahmen wurden identisch 6x wiederholt und ich habe jeweils die letzte, also die sechste genommen. Insofern liegt zwischen jeder Aufnahme im Anhang eine Stunde.
Ein horizontaler Versatz nach rechts (also Richtung Osten) ist deutlich sichtbar.

Belichtungszeit 10 Min. (600 Sek.), f/3.2, ISO 400.
Minimal im RAW-Konverter angepasst und ansonsten unbearbeitet.
In Originalgröße als sRGB, JPG-8 exportiert.

So richtig weitergekommen bin ich also nicht. Was meinen die Experten?

Beste Grüße und CS
Norbert
 

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Guten Morgen Norbert,
kurze Frage zum 3. Bild: wie lang hast Du belichtet?
Du hast mit Fernauslöser gearbeitet, und Dich während
der Belichtung nicht genähert. Ist das richtig?
Der Verzug im 3. Bild ist nicht mehr auf eine Kreisbahn,
sondern verläuft quer zur Rotation.
Die Nachführung selbst erscheint beim ersten Hinsehen gut.
.......Erstmal Kaffee..........

Grüße

Dietmar
 
Moin,

das Schneckenspiel sollte keine Rolle spielen solange etwas Ungleichgewicht herrscht. Der Periodische Fehler sollte vom Mgen ausgeglichen werden. Ein paar Posts vorher war von genau ausbalanciert die Rede, das ist natürlich Quatsch. Auch wenn der Star Adventurer einen schwachen Antrieb hat, so ist er doch in der Lage das zwingend benötigte Ungleichgewicht anzutreiben.

Du schreibst weiter das die Qualität bei 140 Sekunden nicht so gut wäre wie bei längeren Belichtungszeiten. Bist Du Dir da sicher das 2 x 140 Sekunden nicht ähnlich gut sind wie 1 x 280 Sekunden? Du hast eine ungekühlte Kamera, da spielt dann irgendwann das Dunkelstromrauschen eine Rolle. Das Ausleserauschen moderner Kameras dagegen ist sehr gut, was also eher für kürzere Aufnahmen spricht.

Ich lese hier schon die ganze Zeit mit. Ich betreibe auch eine SA zusammen mit einer Eos M3a, 100L 2.8, 200L 2.8 usw. Ich hatte auch schon den Mgen dran um zu spielen, aber einen wirklichen Sinn sehe ich dabei nicht, da nur eine Achse guidbar. Zudem muß der Mgen an der großen Montierung arbeiten und zwei möchte ich mir nicht leisten. Was ich eigentlich sagen will: wieso machst Du nicht kürzere Aufnahmen und addierst die dann? Das Ergebnis wird sich kaum von längeren Belichtungszeiten unterscheiden. Du hast von einer 50Mpix Kamera gesprochen. Eine 5DS? 5DSR? Wie auch immer, die Kameras kommen mit kurzen Belichtungszeiten hervorragend zurecht. Auch mit kurzen Belichtungszeiten bist Du damit problemlos Hintergrundlimitiert. 120 Sekunden bei 200mm ist doch ein ordentlicher Wert für den SA. Da kommt einiges auf den Sensor.

Gruß Markus
 
Wurden die Bildern in der Reihenfolge 1 - 3 - 2 Aufgenommen?

Für mich sieht das nach Bildfelddrehung aus. Also nicht genau oder auf den falschen Stern eingenordet.

Gruß Markus
 
Hallo,

ich schließe mich da Markus an, was die Auswanderung in den drei Bildern angeht.

betreffend das ausbalancieren - es sollte, auch das wurde schon angemerkt, immer ein leichtes Ungleichgewicht herrschen, damit das Setup nicht zwischen den Schneckenflanken pendelt, was den mech. Fehler unnötig betont, üblicherweise in Richtung Gegengewicht.

CS
Jörg
 
Noch eine Frage Norbert! Da ich dann auch keine Vorschläge mehr liefern kann, war es dann meinerseits.

".... und ich habe nach bestem Wissen mit der IPhone-App eingenordet."

Wie hast Du die genau senkrechte Ausrichtung der N/S-Linie des Fadenkreuzes ermittelt? Denn die ist bei der App-Methode zwingend notwendig und darf für die Ausrichtung nicht verändert/verstellt werden.

Gruß
Frank
 
hallo Norbert,

danke für die Testbilder, SA allein liefert kurze Striche, während SA + MGEN eine Bildfelddrehung zuätzlich zu den Strichen zeigt.
Siehe dazu die beiden Bilder die ich anhänge, welche nur die Bildecken und das Zentrum zeigen.

Bei 2 Achsen Guiding heisst das, der Leitstern ist irgendwo ausserhalb des Bildfeldes und die Einnordung ist ungenau. Bei nur RA Guiding kann ich das ad hoc nicht so genau sagen wie das aussieht - aber jedenfalls passt es nicht. In der Ecke links unten sind die Bilder mit und ohne MGEN ähnlich, beim MGEN ist dann nur eine Bildfeldrotation zusätzlich zu sehen. Der Leitstern muss ungünstig gewählt sein - bitte auch nicht den Polarstern als Leitstern nehmen der bewegt sich kaum in RA. Wie sind denn die Korrekturen am MGEN gelaufen, immer nur eine Richtung, oder? Es ist wirklich günstiger wenn du ein Gebiet weitab vom Pol zum Test nimmst - beim nächsten Mal unbedingt Äquatornähe wählen.

Deine Strichplatte ist nun zweifellos gut justiert, bravo! Wohin platzierst du den Polarstern auf dem Kreis? Du sagst, er blieb nicht so gut auf dem Kreis während der Zeitspanne der Session - das ist ein Hinweis auf entweder ungenaue Einnordung oder eine Instabilität im Setup. Er muss punktgenau auf dem Kreis bleiben, das ist wichtig.

Schade, dass es ohne die beiden zusätzlichen Köpfe nicht geklappt hat. Das hätte ich zu allererst probiert, um den Verdacht auszuschließen oder zu bestätigen. Meine Vermutung ist eine Instabilität - schon weil du sagt der Polarstern bewegt sich wenn du nur die RA Achse berührst. Eine Stelle am SA wo man aufpassen muss ist die AZ Verstellung an der Polhöhenwiege. Hier hat man die beiden Schrauben an der Seite, welche in Langlöchern laufen und die Verstellung erlauben, aber den Kopf sicher halten sollen. Das ist mechanisch natürlich nicht möglich, man muss etwas Spiel erlauben sonst kann sich nichts bewegen. Ich habe das gelöst indem ich die Schrauben fest anziehe und damit die AZ Verstellung an der Polhöhenwiege komplett deaktiviere. Stattdessen verstelle ich den Azimut am Stativbein, man kann das recht feinfühlig machen inden man das Ende eines Stativbeines im Millimeter Bereich verschiebt. Schau dir diesse Sache jetzt einmal genau an.

lg Tommy
 

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Hallo Dietmar,
wie beschrieben, ist jedes Bild mit 600 Sek. belichtet, also auch Bild 3.
Ja, ich habe (wie immer) mit Funkfernauslöser gearbeitet.
Ich sass gemütlich im ersten Stock (etwas 15 m entfernt) während unten auf der Einfahrt (neben dem Garten) das Setup vollkommen ungestört gearbeitet hat.
Der andere Verzug von Bild 3 lässt (meiner Meinung nach) darauf schließen, dass der MGEN dafür verantwortlich ist, denn sonst wurde ja (im Verhältnis zu Bild 2) nichts geändert.

Soviel Kaffee kann ich garnicht mehr trinken ;-)
*******************
Moin Markus,
bezogen auf Deinen 1. Absatz sind wir uns einig.

Nein, ich habe geschrieben:
Allerdings ist die Qualität auch bei relativ kurzen Belichtungen von beispielsweise 140 Sek. nicht zufriedenstellend.

Die Striche sind natürlich deutlich kürzer, aber selbst mit dieser Belichtungszeit könnte ich nichts anfangen. 2x 140 Sek. habe ich nicht getestet und kann dazu auch keine praktische Aussage machen. Im Grund habe ich auch 140 Sek. nicht vorsätzlich getestet, sondern das war schlicht zufällig der Abbruch der 7 Aufnahme. Was ich damit sagen will ist, dass ich ja nun wirklich keine Belichtungszeit in der Praxis von 600 Sek. mit runden Sternen vom SA+MGEN erwarte, aber dass selbst 140 Sek. nicht zu einem verwertbaren Ergebnis führen.

Bitte lass uns Diskussionen um die Kamera, Dunkelstrom und sinnvolle praktische Anwendungen (an dieser Stelle) mal außen vor lassen, denn wir reden hier „vorrangig“ von einem Test zur Fehlersuche im Bezug auf SA mit MGEN.

Ja, wie ebenfalls im Eingangstext steht, benutze ich eine 5DsR und ich weiß (als Fotograf) was ich will.

Nein, die Bilder wurden in der Reihenfolge aufgenommen wie sie beschriftet und beschrieben sind.

Ein kleiner Versatz ist auch darauf zurückzuführen, dass die Einnordung (zwischen den Sequenzen) minimal korrigiert habe, aber wenn ich mir die RAWs jeder 6er Sequenz ansehe, verschiebt sich jedes folgende Bild (wie ebenfalls beschrieben) etwas nach recht (also Richtung Osten).

Garantieren kann ich garnichts, aber ich mir zu 99,9% sicher, dass ich auf Polaris eingenordet habe.

Hier geht es (wie ebenfalls sehr oft beschreiben) ausschließlich um den SA und es war beim letzten Test windstill.
*******************
Hallo Jörg,
wie Du auf Bild 3 siehst, wurden der Schneckentanz vom MGEN gut erkannt und entsprechend korrigiert.
*******************
Das grundsätzliche Problem wurde bisher weder erkannt noch gelöst.
Wer hat, bezogen auf die Fehlerquelle, einen hilfreichen Lösungsansatz?

Eine Bitte habe ich noch, bitte bleibt dicht beim Thema, schweift möglichst wenig ab und lest Euch erst den Text durch, bevor Ihr Fragen stellt, die in dem Text schon beantwortet sind.

Beste Grüße und CS
Norbert
 
Hallo Tommy,

ja, die Bildfelddrehung bei SA + MGEN ist mir natürlich auch aufgefallen. Das kann natürlich auch von einer kleinen Korrektur der Einnordung her kommen.
Ebenso stimme ich Dir natürlich zu, dass da etwas nicht passt - die große Frage ist nur was?

Einnordung, wie von der iPhone-App vorgeschlagen auf den mittleren Kreis, sowas von genau, dass ich das min. 10 mal kontrolliere und einfach nicht besser machen kann.
Leider kann ich das Nachts schlecht mit dem Handy fotografieren.

Richtig, vor der Justage der Strichplatte war die Genauigkeit der Einnordung über die Zeitachse von mehreren Stunden eindeutig besser gewesen als jetzt, aber die Abweichung ist minimal.

Also gut, der nächste Test wird dann komplett ohne Kugelköpfe gemacht. Das Setup stand beim letzten Test megastabil und mir fehlt die Vorstellungskraft, wie man das noch optimieren sollte. Ich vermute deshalb, dass der Fehler woanders liegt.

Tommy, Du kennst doch den SA und seine Stabilität im schlaf und Du weißt doch ganz genau, dass man garnichts am Setup auch nur berühren darf, ohne dass sich etwas verstellt. Das ist alles (soweit ich das auch von Leidensgenossen kenne) auch bei mir im grünen Bereich.

Das mit der Azimut-Verstellung mache ich übrigens (wenn ich nicht auf Reisen bin und das Sachtler-Stativ drunter habe - wie im Test) genauso wie Du. Die beiden Schrauben von den Langlöchern der Polhöhenwiege sind „sehr fest“ angezogen und für die AZ-Justierungen benutze ich den hervorragenden Drehteller des Stativs.

Bitte glaube mir, dass ich mir das gesamte Setup bezogen auf die Stabilität jetzt min. 100 mal „ganz genau“ angesehen habe.

Also wenn da nicht bald etwas wirklich erhellende rumkommt, neige ich dazu, den ganzen Kram einzupacken und Dich besuchen zu kommen. Denn so über Forum/Internet und Co. kommen wir offensichtlich nicht wirklich weiter und fangen an uns im Kreis zu drehen (nach 165 Beiträgen).

Bei Deiner Erfahrung vermute ich, dass Du in 5 Min. den wirklichen Fehler gefunden hast, aber das geht offensichtlich nur, wenn Du das ganze Geraffelt praktisch vor Dir hast.

Daher meine konkrete Frage, kommt so ein Besuch von mir für Service bei Dir überhaupt in Frage?

LG und CS
Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Ungleichgewicht sollte also nach Osten ziehen, während dann die RA-Achse gen Westen vorwärts schreitet


Hallo Okke, in meinen Augen ist das maschinenbaulich und theoretisch egal, ob die linken Zahnflanken oder die rechten Zahnflanken der Schnecke im Eingriff mit dem Schneckenrad stehen. In beiden Fällen wird das Schneckengewinde mit einer Andruckkraft beaufschlagt. :)

Dadurch kann das Umkehrspiel in beiden Fällen vermieden werden.

lg
Niki
 
Einnordung, wie von der iPhone-App vorgeschlagen auf den mittleren Kreis, sowas von genau, dass ich das min. 10 mal kontrolliere und einfach nicht besser machen kann.

Ich denke leise auch mal daran, ob man die Darstellung am iPhone nicht mit falschen Parametern füttern kann... etwa, ob ein Zenitspiegel verwendet wird, um Polaris anzupeilen... wenn man Oben / unten oder links / rechts spiegeln kann, dann wäre auch die genaueste Einnordung falsch. Überprüfst Du das auch mit "Kochab" ein wenig, wo vom Polarstern aus Dein "Norden" letztlich liegt?

lg
Niki
 
Hi Niki,
ausschließen tue ich ja vorsätzlich generell nichts, weil irgendwo muss ja der Fisch begraben sein, aber das würde ja bedeuten, dass ich mit der gleichen App, der gleichen Methode und den gleichen Parametern seit über einem Jahr falsch Einnorde ;-)
Wenn so ein Fehler vorliegen würde, würde Polaris nicht (jedenfalls vor der Justierung) mehrere Stunden genau auf dem Kreis bleiben - oder?
Ich gestehe, dass ich Kochab mal gelernt habe, aber in der Praxis wenig anwende und somit ein bisschen aus der Übung bin. Aber darauf werde ich beim nächsten Test mal wieder genauer achten.
Da sich die Striche ja überwiegend horizontal nach Osten ausdehnen, liegt die Vermutung natürlich nahe, dass der Fehler bei der Einnordung im falschen Azimut liegt. Also muss da ja irgendwo (entweder am SA oder in der iPhone-App) ein falscher Offset verantwortlich sein.
Ich bekomme nur leider nicht raus, wo sich diese grundsätzliche Fehlerquelle versteckt.

Und obwohl das natürlich alles wichtige Hinweise sind - der grundsätzliche Fehler liegt definitiv woanders. Die (zugegebenermaßen langsam nervtötende) Frage ist nur - wo?
LG
Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tommy, Hallo Niki und die Anderen,
das ist zwar hier Norberts Thema, doch mich interessiert das sehr,
und ich möchte bei der Analyse der Bilder gedanklich auch mitkommen.
Daher drängel ich mich mal mit einer Frage in eigener Sache hier rein:
Wo seht Ihr in Bild 2 und 3 eine Bildfelddrehung?

Für mich ist in Bild 1 eine perfekte Bilddrehung zu sehen,
mit Strichen, die die Form von Segmenten eines Kreises haben.
Genau so, wie es bei einer Aufnahme mit stehender R-Achse zu erwarten ist.

In Bild 2 sehe ich diese Rotation nicht mehr. Und auch nicht in Bild 3.
Hier sind die Sterne zwar verzogen, aber nicht mehr kreisförmig,
sondern alle in eine Richtung. Einen solchen Verzug würde ich
nicht einem Fehler zuordnen, bei dem es um Rotation geht,
sondern eher einem Impuls, einem Anstoßen, dem Absenken eines Stativbeins,
oder sonst irgendwas in dieser Richtung.
(Norbert, wenn Du mitliest: ich meine das nur exemplarisch)

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich, neben der Behandlung von Norberts
Problem, diesbezüglich aufklären könntet.
Das Lesen in Bildern finde ich sehr spannend, aber nur dann,
wenn ich auch die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,
nur mal so nebenbei, das absenken eines Stativbeines kannst Du getrost und sicher "ausschließen".
Für alle anderen Erklärungen warte ich mal lieber auf die Meinung der erfahrenen Fachleute :)
CS
Norbert
 
Norbert, davon gehen ich doch aus.
Nicht ohne Grund schrieb ich (nur für Dich) daß ich das
nur exemplarisch meine. Stellvertretend für alle Ursachen,
die bei jedem Aufbau vorkommen können.
Dein Stativ hatte ich noch nie auf dem Plan.

CS

Dietmar
 
Bei statischen Kräften ja, bei dynamischen nicht mehr. In einem potenziell oszillierenden System schon gar nicht!

Verstehe ich nicht, Okke. Ob ich einen Schubbetrieb auf der linken Gewindeflanke oder auf der rechten Flanke einer Schnecke habe ist eigentlich völlig gleichwertig. In einem Fall zieht die Schnecke das Schneckenrad mit - sagen wir - 5 Newton, im anderen Fall schiebt das Schneckenrad die andere Flanke mit 5 Newton.

Da das Ganze ein unheimlich langsamer und kriechender Prozess ist, muss man mir das mit den dynamischen Kräften bitte erklären. :unsure:
Die einzige Bewegung sind m.E. die Gleitreibungswiderstände der Zahnflanken, und die sind konstant und gleichmäßig. Eine dynamische Änderung von Relativgeschwindigkeiten kommen bei einem solchen System, das sich völlig gleichmäßig dahinwurschtelt ja nicht vor...

Die Vor und Nachteile eines Zug- oder Schubbetriebes sind wohl statistischer Natur, je nachdem, wo der Wind angreift, kann mal das Eine, mal das Andere gerade richtig sein. Wird in Richtung Flankenspiel geblasen, dann lenkt das System samt Teleskop aus, oszillierend ist das dann aber auch nicht, sondern hält so lange an, wie die äußere Kraft das Flankenspiel ausnützen kann.

Kommt der Wind von der anderen Seite, dann verstärkt sich nur die Kraft auf die bereits belastete Zahnflanke und nix passiert. Also kann man das ja vorher nicht wissen, bzw, wenn man es ahnt, sollte man das Ungleichgewicht entsprechend wählen... :)

lg
Niki
 
hallo Norbert,

was mir noch dazu eingefallen ist: Auf Bild 2 sieht man kurze Strichspuren, die überall im Bild gleichlang und horizontal verlaufen. Das kann kein periodischer Fehler in RA oder Schneckenspiel sein, denn dann müssten die Striche kurze Kreisbögen um den Pol wie in Bild 1 sein!
Es ist eine ziemlich lineare seitwärts Bewegung, wo irgendwas im Setup sich bewegt. Das kannst du auch tagsüber ohne Sterne testen - das Bild bleibt dann nicht ortsfest wenn du zwei Bilder in zeitlichem Abstand vergleichst. Knips irgendwas.

hallo Dietmar, in Bild 3 sieht man links unten dieselben Striche wie in Bild 2, aber unten rechts, oben links und besonders oben rechts sind sie länger und radial zu einem Zentrum - da ist somit auch Bildfelddrehung dabei.

Bei meinem SA kann ich durchaus nach der Einnordung nochmal RA aufmachen und das Bildfeld nochmal einrichten. Dabei verändert sich die Polausrichtung nicht. So stabil sollte es schon sein.

Natürlich kannst du kommen und ich sehe mir das Gerödel an, und vielleicht finde ich etwas. Du kannst aber mal indoors testen wie oben angeregt, und das nächste Mal nicht den Pol als Zielgebiet nehmen. Guiding nahe dem Pol ist wegen der geringen absoluten RA Bewegung schwieriger. Du hast auch noch nicht gesagt, wie der MGEN gearbeitet hat - in so einem Fall lohnt es sich, die Bewegungen zu beobachten oder ein Guidingfile mitzuschreiben.

Ich bin auch der Ansicht dass die RA Schnecke das Zahnrad am besten schieben soll, denn auf die Bewegung des Motors ist Verlass. Wenn das Übergewicht auf der Westseite liegt, kann es auch funktionieren - aber dann verlässt man sich auf die Leichtgängigkeit der Achse und dass kein zähes Fett die mal stoppt bis sie wieder der Schwerkraft folgt.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

bezogen auf Bild 2, aber da sind doch kurze Kreisbögen - siehe Anhang Bild 2a aus der Ecke oben rechts auf 200%, oder sehe ich das falsch?
Die weichen, glatten Bögen auf Bild 1 sind (nach meiner Erfahrung) klassische Star Trails. Mit Bild 1 (also starr auf dem ausgeschalteten SA) soll ja nur bewiesen werden, dass das Setup genauso ruhig steht (inkl. der Kugelköpfe), als wenn ich das gleiche Fotos auf einem stabilen Stativ aufgenommen hätte.
Bild 3 zeigt sehr deutlich, dass der MGEN arbeitet, denn die Striche sind glatt, gerade und haben eine andere Richtung - siehe Anhang 3a (gleicher Ausschnitt wie 2a).

Entschuldige, aber Deinen Testvorschlag für tagsüber habe ich noch nicht ganz verstanden.
Meinst Du irgendein Motiv ohne MGEN, aufgenommen vom laufenden SA in Sternengeschwindigkeit mit kurzer Belichtung als Timelapse?
Oder das gleiche mit langer Belichtungszeit und massivem ND-Filter?
Gibt es Motive, die sich dafür besonders eigenen wie z. B ein Testchart?
Oder lieber ein weit entferntes Motiv mit einer definierbaren Mitte?
Ich bitte um Aufklärung, denn noch verstehe ich nicht worauf Du hinauswillst.

Das öffnen der RA auf dem SA nach dem einnorden hat bei mir auch schon mal geklappt, ohne das sich erneut die Einnordung feinjustierten musste, aber das war eher Zufall. In der Regel muss ich nach jeder Änderung am Setup neu die Einnordung fein justieren, auch wenn es gelegentlich minimal ist. Dazu reicht z. B. Battereiwechsel, Objektivwechsel, Speicherkartenwechsel, neue Ausrichtung und machmal schon eine andere Einstellung an der Kamera, aber wenn das Setup nicht berührt wird und kein übermäßiger Wind geht, steht das ganze ruhig (siehe Bild 1).

Auf dem letztes Testprogramm stand ebenfalls ein Test Richtung Süden, aber da kamen leider die Wolken dazwischen. Das generell die Ausrichtung nach Norden nicht so viele Fehler aufzeigt ist klar. Ich habe das so gemacht, weil mir das so von Euch empfohlen wurde und weil man dadurch evtl. Einnordungsfehler dingfest machen könnte. Gut, zukünftig teste ich nicht mehr Richtung Polaris.

Ich habe ja den MGEN noch nicht so lange. Für mich ist das Teil noch Neuland. Deshalb brauche ich Nachhilfe am MGEN - sorry.
Wo stelle ich das mitschreiben des Guidingfile ein und wo finde ich den pix/s Wert?
Auslesen kann ich das Guidingfile am Mac leider noch nicht.

Ob wie und wann ein Besuch bei Dir möglich ist, sollten wir lieber per eMail direkt…

LG
Norbert
 

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Hallo Tommy,
zu Deiner Frage nach px/s habe ich folgendes in der Anleitung gefunden:
Kalibrations Bildschirm
- die Korrekturgeschwindigkeiten für RA und DEC werden oben rechts in pixel/Sekunde angezeigt (px/s)
Demnach war/ist der letzte Wert: RA 1.24 px
LG
Norbert
 
Hallo Tommy,
gerade nochmal anhand der Bilder kontrolliert.
Dieser Wert: RA 1.24 px, offensichtlich der letzte der gestrigen Tests inkl. MGEN (um 02:36 Uhr), was nach 240 Sek. abgebrochen wurde, betraf dann schon einer Ausrichtung nach Süden auf K Oph - 27 Oph im Schlangenträger
(240 Sek. 100% crop aus der Mitte - siehe Anhang)
Da sind die Striche dann senkrecht und nicht mehr gerade.
Das zweite Bild (K_Oph-600) mit fast gleichen Ausschnitt hat ebenfalls eine Belichtungszeit von 600 Sek.
Was man noch so alles findet :)
LG
Norbert
 

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