hi,
(Tipp vorweg: kopieren und von Google Übersetzer vorlesen lassen, ist lang)
hab heute mal die Gelegenheit gehabt einen Mewlon 180 zu vermessen, habe sehr viel mit Abständen in Form von umlenkoptiken und Adaptern sowie Okularen mit verschiedenen Steckhöhen (doppelsteck, standart 1,25" mit normalen Adapter auf 2" sowie Standard 2" Okularit möglichst kleiner feldblende) getestet, natürlich jedes mal auf ∞ fokussiert.
Die Ergebnisse sind wie folgt:
knapp 62mm abschattung, bei allen Tests, im Internet wird der Fangspiegel mit 54mm angegeben, die restlichen mm sind dann sehr wahrscheinlich der blendkragen, das dieser nicht mit zur obstruktion gerechnet wird obwohl dieser genauso dazu beiträgt ist mir allgemein ein Rätsel.
Die Öffnung liegt bei wiederkehrenden 182mm, also mehr als angegeben,
jetzt kommt der Haken:
ich habe mit dem beidseitig auf 2" adaptierten t2 Zenitprisma von Baader gearbeitet, dieses prisma hat vorallem einen Vorteil: einen sehr kurzen optischen Weg bei einem recht großen freien durchlass.
Adaptiert man ein 2" Okular (in dem Fall 28mm 56°) oder gar ein doppelsteck per 2" (10mm Baader Hyperion)
so kommt man auf 182mm
nimmt man nun ein 1,25" und einen Standard Adapter auf 1,25" (9mm effektive Baulänge, 10mm 50° Okular)
so sind es bereits 181mm.
die 182mm haben sich als Maximum erwiesen, das doppelsteck bringt normal deutlich mehr raus als 2" Standart, die 181mm später scheinen dann quasi einen Schwellenwert zu überschreiten ab dem es beginnt zu vignettieren.
mit einem 2" Zenitspiegel ohne okular bei axialem Durchblick kann man bereits den ganzen Spiegel nichtmehr überblicken,
allerdings kann man durch leichtes innerhalb der 2" Öffnung hin und her bewegen des Auges (nicht drehen sondern wirklich hin und her mit Kopf und so) letztendlich den gesamten spiegel Sehen, man kann es sich wie ein optisches Mosaik vorstellen.
Bei der Messung mit dem 2" Okular kann man deshalb den Grundsatz warum man ein Okular mit möglichst kleiner Feldblende verwenden sollte nachvollziehen, dort werden natürlich durch die doch noch Recht große feldblende von etwa 1,25" Durchmesser die 182mm angezeigt obwohl diese von einem Punkt in der Mitte aus garnicht einsehbar sind.
Die feldblende liegt übrigens etwa auf der Höhe vom Übergang steckhülse -okularkörper also auch da wo man ohne okular mit dem Auge etwa ist.
Wie sich das ganze jetzt von Auflösung und Lichtsammelvermögen her auswirkt weiß ich nicht, im Prinzip kann man aber von keinem Punkt aus den gesamtem Spiegel überblicken sondern nur ca 170mm
sofern man also die Möglichkeit hat das ganze kurz zu adaptieren hat man sogar etwas mehr als die angegebene Öffnung von 180mm, ist man zu weit raus werden es weniger, wie bei eigendlich allen cassegrain Typen.
Die Abbildung jetzt unabhängig vom Test ist übrigens sehr gut, selbst in total übertriebener Übervergrößerung lässt sich das Teleskop gut scharf stellen, anders herum hat man mit einem 2" Weitwinkel Okular ein randscharfes Bild, also die Qualität ist auf jeden Fall da, immerhin weiß man wo das ganze Geld hingeflossen ist, die 2" Klemmung ist nichtmal eine Ringklemmung ?
der Test war etwas ausführlicher als sonst da ich bei einem doch Höherpreisig angesiedelten Teleskop etwas ernster an die Sache rangehe und schon genau wissen wollte ab wann welcher Punkt erreicht wird, umso schöner das man die angegebene Öffnung auch effektiv nutzen kann mit einem minimalen Kompromiss.
Etwas schade finde ich wie bereits erwähnt das im Internet nur der reine Fangspiegel Durchmesser von 54mm und 30% angegeben wird, das mag zwar Stimmen jedoch ist vom Blendkragen kein Wort, und dann sind eben letztlich doch 62mm und 34%.
mit freundlichen Grüßen
Florian