C/2022 E3 (ZTF)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas jeanc
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Hoffe, dass auch das feature jetzt da ist, ansonsten ist das irgendeine Konfigurationssache in der SW, wüßte jetzt nur nicht wo.
Wenn ich den DSS öffne, ohne irgendwas geladen zu haben, ist die Komet-Stacking Option schon präsent.
 
ABER trotz der neusten Version habe leider wieder das gleiche Problem o_O Die Funktion "Komet" fehlt ...???
 

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Unter Optionen Einstellungen in DSS unten links kann man es auswählen. Bin jetzt gespannt, dachte ich schon, es geht nur bei mir nicht ... mal schauen
 
Hallo Witold,
du musst dem Programm eben mitteilen, das dein Bild einen Kometen enthält. Dazu wählst du ein Bild deiner Bilderliste light aus. Komet anklicken!! Danach findest du auch den Reiter Komet in der stacking Auswahl. Den Download hättest du nicht gebraucht.
VG Frank
 
Hallo Joachim,
wie Thomas das gemacht hat, würde mich auch interessieren. Ich bin nach dieser Anleitung vorgegangen:
Ich hab's mal ausprobiert. Das DSS Ergebnis sieht allerdings noch schlimmer aus als das von Siril.

Wenn Du in Pixinsight das Stacking machst, kannst Du dir ja auch die Rejection Maps ausgeben lassen.
Pixinsight habe ich leider nicht. Die einzige Freeware, die ich kenne, mit der ich sowas machen kann, ist eine Dev Version von Siril. In dem aktuellen Nightly ist das Feature allerdings noch nicht stabil. Es geht ja nur um den Ionenschweif. Der Rest ist hell genug, dass die Artefakte kleine Probleme machen. Mal sehen ob ich den Ionenschweif nicht mit einer Maskentransformation ausblenden kann. Dann hätte ich eine Korrekturebene, mit der ich die Artefakte entfernen kann.

Wenn gar nichts mehr hilft, lasse ich über die registrierte Sequenz starnet laufen. Das läuft zwar 24h, aber dann ist das Problem erledigt.

Im Moment schauen wir wohl gerade von vorne in den Staubschweif hinein. Daher die asymmetrische Form. Bin mal gespannt wie sich das in den nächsten beiden Wochen entwickelt, wenn man den Staubschweif wieder mehr von der Seite sieht. Das müsste dann auch visuell zu sehen sein.
 
Gestern Abend war es an der Hollandische Kuste schon aufgeklart, und konnte ich mit dem Skywatcher Startravel 150/750 Refraktor ein gutes bild von dem Komet bekommen. Skizze hinter 17ES 92 gr (45x) mit SWAN und CLS Filter. Der SWAN machte weinig Unterschied aber gab etwas mehr Kontrast. Bei langer anschauen konnte ich etwas Grune Farbe sehen. Wunderschon!

Komeet C 2022-E3 31 jan 2023 150 f5 refractor.jpg
 
Habe bisschen rumgespielt und die Artefakte zum Großteil weggekriegt. Als Werkzeug habe ich eine Maske genommen in der ich vorher mit Hintegrundextraktion den Kometen möglichst vollständig entfernt habe. Ganz perfekt ist die Korrektur allerdings nicht.
1675284095378.png

Hier ist das Ergebnis. So richtig tief reinzoomen darf man nicht, ich wollte da aber auch nicht so arg mit dem Weichzeichner rein. Ich denke, wenn man das Bild vor der Hintergrundextraktion etwas weichzeichnet geht die Korrektur noch etwas besser.

261x10s mit einem 80mm Apo und der ASI533MC, ohne Kühlung, ohne Guiding.
Sonntagabend_Session1.jpg
 
Mein erstes gelungenes Ergebnis mit DSS auf Kometen nachgeführt. Ein starker Ausschnitt aus einem Bild gewonnen mit Nikon D800a durch ein 300mm Objektiv am 21.01.2023 bei Blende f/5,6 ohne Darks nur mit einer rudimentären Bearbeitung. Gestackt 9x 40 und 6x30 Sekunden bei ursprünglichen 3200 ISO: Macht Mut damit weiter zu arbeiten :)
Komet_4.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

ich habe nun nach (ewig) langem Experimentieren auch endlich einen Weg gefunden, den Kometen so darzustellen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wichtig war mir die Teilungen im Ionenschweif herauszuarbeiten. Die Aufnahme ist vom letzten Sonntag zwischen ca. 21 und 22 Uhr. Insgesamt wurden 366 Bilder à 10 Sekunden verwendet. Aufgenommen habe ich mit einem 80mm Apo bei 390mm Brennweite und einer ASI533.

Korrigiert habe ich mit zwei Stufen. Zuerst habe ich aus dem Stack auf die Sterne eine Sternmaske erstellt und diese dann von allen Bildern auf der Sequenz als Bias abgezogen. Sterne entfernen mit Starnet auf die ganze Sequenz kann kein Freeware Tool, das ich kenne. Die Krücke entfernt die Sterne aber auch so ganz gut, führt allerdings zu Überkorrektur. Das kommt wohl daher, dass ich die Sternmaske aus linearen Daten erzeugen muss, Siril dazu aber das Bild zuerst strecken und dann wieder stauchen muss, weil Starnet nicht gut mit linearen Daten funktioniert. Deshalb habe ich dann nochmal aus dem überkorrigierten Stack mit Hintergrundextraktion den Kometen so gut wie es ging entfernt und das Negativ davon addiert. Damit sind die Artefakte fast komplett verschwunden. Funktioniert übrigens auch ganz gut bei Regenrauschen. Dieses mal ist der Komet auch richtig rum ;)

Sonntag_Session2.jpg


Der eigentliche Ionenschweif ist relativ schmal und gabelt sich irgendwann. Um den Ionenschweif gibt es noch einen schwachen Halo, der eine räumliche Trennung zum Ionenschweif aufweist. Das finde ich ausgesprochen interessant. Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass der Ionenschweif ein eigenes elektromagnetisches Feld besitzt. Der Staubhalo wird wohl entweder daher kommen, dass die Ionen durch das Feld einen Staubanteil mitziehen oder der Staub aus den Ionen selbst gebildet wird, sobald diese wieder Bindungen eingehen oder rekombinieren.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Joachim.
Ein optisch und bearbeitungstechnisch sehr schönes Ergebnis, zu dem man nur gratulieren kann.
Deine Ausführungen beinhalten aber einen (vielleicht unbewussten) Widerspruch, auf den ich an der Stelle gern hinweisen möchte.
Du sprichst davon, dass es Dir unter anderem wichtig war, die Struktur des gespaltenen Ionenschweifes herauszuarbeiten.
Dem entgegen läuft indes die seeeehr lange Integrationsdauer von über einer Stunde.
Bei eigenen Beobachtungen habe ich fgeststellen können, dass bereits zwei nur fünf Minuten auseinanderliegende Aufnahmen bereits Veränderungen im Ionenschweif nachweisen ließen. Seither fasse ich maximal fünf Minuten in einem Bild zusammen. Bei Dir ist zwöfmal soviel überlagert, was zwangsläufig zu einer erheblichen Detailverschmierung führen muss, die man genaugenommen auch an der "Glattheit" des Ionenschweifes erkennt.
Es geht also nur das eine oder andere: Detailtreue muss kurzbelichtet werden, "schöne" Bilder eher länger.
CS
Rudolf
 
Deine Ausführungen beinhalten aber einen (vielleicht unbewussten) Widerspruch, auf den ich an der Stelle gern hinweisen möchte.
Eigentlich hatte ich schon so aufgenommen, dass ich die maximal mögliche Auflösung erreichen kann. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Ionenschweif so schwach ist. Die hatten ja geschrieben, dass der durch den Schatten des Erdmagnetfelds eingebrochen ist. Dachte aber dass da schon wieder mehr zu sehen ist.

Eine Stunde brauche ich mit meinem Setup für den Schweif, sonst kann man damit nicht arbeiten. Nach 5 Minuten sieht man so gut wie nichts. Der Schweif hat selbst nach einer Stunde in der Mitte ein SNR von nur ca. 1, die Teilungen und der Halo noch weniger. Das ist dann sowieso verschwommen, weil ich so stark entrauschen muss. Mehr als eine Stunde bringt es allerdings auch nicht, weil der Schweif dann immer strukturloser wird. Ich denke der Schweif bewegt sich mit ca. 1-2'/h. Das habe ich aus dem Unterschied zu einer Serie vom Vortag abgeschätzt. Deine Schätzung mit den 5 Min passt da ganz gut dazu.

Mehr geht erst wieder, wenn der Ionenschweif kräftiger wird. Ist jetzt aber nicht so, dass ich mit dem Bild unzufrieden wäre. Glaube nicht, dass ich da nochmal nachlege. Wenn dann schaue ich mir den Abgang es Kometen wohl eher visuell an.
 
Und wenn du einfach 30 Minuten auf den Kern registrierst und mit max stackst? Keine Bildbearbeitung vorher! Das müsste doch um Welten besser werden, auch wenn die Sterne etwas strichig daherkommen. Den ganzen Hokuspokus mit Bildbearbeitung verschlechtert doch eher alles?
VG Frank
 
Hallo Peter,

ja, ich denke ich weiß wo das herkommt. Zum einen hat meine Korrektur mit der Hintergrundextraktionsmaske etwas überkorrigiert an den dunklen Stellen des Schweifs und zum anderen war mir der Hintergrund zu fleckig und die Ränder rausgefranst mit unschönen Nullpixeln. Das habe ich mit so einer Transformation behoben:
1675533384071.png

Dadurch wird der Hintergrund natürlich heller und man verliert Signal. Um den Kometen rum ist das egal, um den Ionenschweif nicht. Deshalb habe ich diesen Bereich davon ausgespart. Normalerweise hätte man mit der selben Maske den Hintergrund um den Kometen wieder absenken müssen. Habe ich übersehen. Die Zwischenebene mit der Maske habe ich wieder gelöscht. Das korrekt zu reproduzieren kriege ich nicht mehr hin. Müsste ich komplett neu machen und ob ich das dann besser hinbekomme ist fraglich. Die dunklen stellen kommen ja ganz am Anfang schon rein durch die Überkorrektur mit der Hintergrundextraktion des Kometen und wird nur noch verstärkt. Das lasse ich so wie es ist. Das ist eh alles grenzwertig mit den vielen Korrekturen. Besser kriege ich das nicht hin, höchstens anders.

Das hier ist die Korrekturmaske für die zweite Korrektur, die ich mit Graxpert erzeugt habe. Da sieht man wo die Überkorrektur herkommt.
1675536265105.png

Und das ist die Autostretch Preview nach dem Stacken der mit dem Sternmaskenbias korrigierten Sequenz und nach der Ebnung.
1675536529950.png

Für die die es interessiert, so sieht das unbearbeitet in der Autostretch Preview aus, wenn ich einfach alles ohne Outlier Rejection auf den Kometen stacke. Ich denke, da sieht man auch wie gut die provisorische Korrektur funktioniert und wie wenig Signal verloren geht dabei.
2023-02-04T11.32.03.png


Grüße,
Joachim
 
Hier ist ein maßstabsgetreuer Vergleich, damit mal ein Gefühl dafür kriegt, wie groß der Komet am Himmel ist. Ist ein ganz schöner Brocken und eher weich im Vergleich zu Deepsky Objekten.

Die Aufnahme des Orionnebel habe ich am selben Abend gemacht. Einfach das Teleskop vom Komet weggeschwenkt auf den Orionnebel und in Nina die Snapshot Funktion auf 10s, Loop und Speichern gestellt und übers Abendessen laufen lassen. Kein Guiding und nichts. So einfach kann Astrofotografie sein.

Gestreckt ist das übrigens mit dem neuen Stretching Tool in der Dev Version von Siril 1.1. Das Tool ist zwar am Anfang etwas sperrig, aber ein riesen Schritt nach vorne.
1675610139288.png
 
Bitte seid gnädig mit mir, das ist meine erste Kometen-Aufnahme ;) Als gestern nach Monaten endlich mal klarer Himmel war, konnte ich immerhin zwei Stunden Aufnahmen sammeln (WO ZenithStar 80 ED II, Optolong UHC Filter, Canon EOS 60Da). Die Daten sehen trotz Vollmond ganz passabel aus, in der Nachbearbeitung werd ich aber nochmal mit etwas mehr Ruhe rangehen (ich war hibbelig, ob ich was brauchbares aufnehmen konnte). Vor allem die Integration aus Sternen-Stack und sternlosem Kometen-Stack passt noch nicht (massive Stufung an den Rändern da auf den Kometen nachgeführt). Tips willkommen =)

C2022E3_PI_PS_v1.jpg
 
N'Abend zusammen.
Schöner "flyby" vor wenigen Stunden: ZTF met ATLAS; und wenn man sich die beiden Bilder so anschaut, sieht's fast aus, als schaue der Große auf den Kleinen und umkreise ihn beobachtend... ;)

RASA 11, ASI533MC pro, 3, bzw. 2 Felder zusammengefügt, jede Aufnahme nur 3 - 4 min lang.
CS
Rudolf
 

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Ein zweiter Anlauf, die Daten zu bearbeiten. Gefällt mir schon besser.

 
Das sieht besser aus.
Allerdings glaube ich, dass der aufgehellte Teil oberhalb der nach rechts abbiegenden Staubschweifes deutlich zu hell daher kommt. Hast Du den bewusst aufgehellt oder so gelassen? So gut wie keine andere Aufnahme zeigt am 5. noch einen so aufgefächtern Schweifbereich, selbst Michael Jägers Aufnahmen nicht.
CS
Rudolf
 
Zuletzt bearbeitet:
Das sioeht besser aus.
Allerdings glaube ich, dass der aufgehellte Teil oberhalb der nach rechts abbiegenden Staubschweifes deutlich zu hell daher kommt. Hast Du den bewusst aufgehellt oder so gelassen? So gut wie keine andere Aufnahme zeigt am 5. noch einen so aufgefächtern Schweifbereich, selbst Michael Jägers Aufnahmen nicht.
CS
Rudolf
Den Streifen gerade nach oben meinst du? Im "rohen" Kometen-Stack ist er schwach vorhanden und ich habe ihn minimal aufgehellt in der Bearbeitung oben.
Bildschirm­foto 2023-02-07 um 11.32.24.png
 
Generell sieht man an dem Bild, dass Du eine sehr ungleichmäßig ausgeleuichtete Fläche hast. Schon von daher würde ich dem hellen Bereich misstrauen. Hier mischen sich wahrer Schweif und Hintergrundaufhellung in fataler Weise. Hast Du Flats benutzt?
 
Generell sieht man an dem Bild, dass Du eine sehr ungleichmäßig ausgeleuichtete Fläche hast. Schon von daher würde ich dem hellen Bereich misstrauen. Hier mischen sich wahrer Schweif und Hintergrundaufhellung in fataler Weise. Hast Du Flats benutzt?
Ja, habe ich, an dem MasterFlat ist aber für meine Begriffe nichts auffälliges.
 
Frank, Du siehst doch aber in dem Bild oben deutlich, dass es Zonen von Aufhellung gibt, wo keine sein sollten. Der gesamte linke Rand zum Beispiel und erkennbar durch die gesamte Bildmitte. Ebenso zum rechten (nicht ganz sichtbaren) Rand hin. Das Feld ist alles andere als "eben", da gibt es große Unregelmäßigkeiten. Wenn man dann noch so ins Trübe fischt, wie das zur Zeit beim schwachen Schweif nötig ist, ziehst Du solche ungleichmäßigen Ausleuchtungen erheblichst mit hoch und sorgst für Aufhellung, wo an sich keine war...
Nochmals der Hinweis: Am 5. zeigt mir keine Aufnahme, die ich bislang von dem Tag gesehen habe, eine derarttige Schweifauffächerung. Alle haben nur den abgebogenen Staubschweif. Wie sollte der Unterschied zu erklären sein, zumal Du weder eine besonders exponierten Standort (Alpengipfel z.B.) noch eine besondere Ausrüstung benutzt hast?
 
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