klassische Nachtsichtgeräte am Sternenhimmel ... und etwas Technik

Hallo zusammen,

ich hatte ja nun einige Zeit Gelegenheit den Restlichtverstärker von Christopher an verschiedenen Orten, an verschiedenen Objekten und unter verschiedenen Bedingungen zu testen.

Ich möchte auch gleich erwähnen, dass ich nicht mit Filtern experimentiert habe.
Erstens weil ich keine hatte aber das fand ich nicht schlimm, da ich eh kein Fan vom Hantieren mit Filtern bin, ich benutze sie auch beim Beobachten mit Glas nicht.
Mir ist bewusst, dass die Verstärker gerade in Verbindung mit Filtern speziell für Nebel besonders viel leisten können, aber Nebel sind nicht wirklich meine Priorität, klar schaue ich mir gerne die bekannten "Kerzen" an, aber ansonsten haben Nebel keinen besonders großen Reiz auf mich.

Mir ging es darum herauszufinden, was so ein Verstärker denn an Galaxien zu leisten vermag.
Hier hatte ich die Hoffnung mehr zu sehen, als das mit Glas möglich ist.
Bei CN hatte ich natürlich schon gelesen, dass der Effekt da recht gering ist sich von Galaxie zu Galaxie und auch stark unterscheidet.

Sehr viel Testoptionen hatte ich nicht, da ich den Verstärker nicht hinter meinem APM 150 nutzen konnte, weil er nicht in den Fokus kam.
Deshalb nutze ich den Verstärker Handgehalten mit dem angebauten 60mm f/4.1 Refraktor.
So blieb eigentlich nur M31 von verschieden dunklen Standorten als Testobjekt, wobei ich oft mit einem Fernglas, meinst dem 20x60 Zeiss verglichen habe.

Das Auffinden von M31 mit dem Verstärker ist völlig unproblematisch, grob in die Richtung gehalten springt einen die Galaxie wie ein heller Wattebausch an.
Allerdings ist das wörtlich zu nehmen, man sieht nämlich nur den runden Kern, von der ovalen Struktur ist absolut nichts zu erkennen.
Daran ändern auch beste Bedingungen unter wirklich dunklem und mondlosem Himmel nichts.
Andererseits wird die Sichtbarkeit aber selbst durch Schleierwolken hindurch nicht schlechter :)

Ganz anders mit dem Fernglas, nicht so prominent natürlich, dafür immer in der bekannten, ovalen Form
Und das Fernglas reagiert natürlich auch sehr subtil auf die Bedingungen der Nacht.

Auf Rat von Christopher habe ich mir auch noch einen KS, in diesem Fall M13 angesehen, da der handgehalten leicht auffindbar ist.
Wieder im Vergleich mit dem Zeiss und wieder mit dem selben Ergebnis.
Im Verstärker richtig hell, im Fernglas wesentlich subtiler.

In beiden Fällen haben mir die Ansichten in den Ferngläsern besser gefallen.
Es ist weniger hell, dafür aber "feiner"
Ganz dramatisch wird es natürlich bei den umgebenden Sternen, im Fernglas nadelfein mit verschiedenen Färbungen, im Verstärker alles grün und irgendwie "unscharf"

Dazu kommt, dass mich das Nachtsichtgerät extrem blendet weil der Phosphorschirm so hell ist.
Nach der Benutzung habe ich auf dem Auge minutenlang nichts gesehen, von Fernglasnutzung ganz zu schweigen.

Für mich ist das Thema Restlichtverstärkung damit vom Tisch.
Ein in der Helligkeit regelbares, binokulares OVNI-B ist zwar mit Sicherheit nochmal was ganz anderes, aber die Unterschiede werden graduell sein.

So ein Gerät live am eigenen Auge erleben zu dürfen ist definitiv eine tolle Erfahrung, dafür mein Dank an Christopher!
Ich kann auch verstehen, dass man beim Einsatz von Filtern damit Dinge sehen kann, die einem sonst verschlossen bleiben.
Aber das ist einfach nicht meine Art der Beobachtung.
Ich mag Sternfelder mit funkelnden Sternen in verschiedenen Farben, die Muster, die aufgelösten KS etc.

Da mir diese Verstärker aber jahrelang im Kopf herumgespukt sind bin ich froh das Thema für mich nun abhaken zu können.

Grüße Jochen
 
Konventionell gebaute Restlichtverstärker, auch wenn sie aus einer aktuellen Produktionslinie stammen und womöglich sogar mehrstufig sind, sind technologisch gesehen eine veralterte Technologie (Micro-Channel-Plates). Da kommen wir nicht drum rum. Ihre Stärke liegt in der schnellen Bildfolge bei Videoanwendungen und selbst da werden sie von Halbleiterbildsensoren mit Lawineneffektdiodenpixel allmählich abgelöst. Das mögliche Frequenzspektrum ist dort höher und die "Pixel" können viel kleiner sein. Sie arbeiten eher wie moderne Astrokameras, nur eben Einzelphotonenzählend. Leider sind Letztere für uns Amateure derzeit noch unerschwinglich.

Wenn konventionell gebaute Restlichtverstärker meiner Meinung nach überhaupt einen Sinn für uns Sternfreunde machen, dann eben nur visuell mit Schmalbandfiltern, besonders in der für das Auge nachts kaum sichtbaren roten Wasserstofflinie und der seltener anzutreffenden S2-Linie. Außerdem wird mit Schmalbandfiltern auch die Fotokathode der Microchannels geschont.

An der Sternwarte Harpoint hat man das Thema deshalb schon vor mehr als 20 Jahren abgehakt.
 
Ja, Serenus, so ist das wohl.
Mit Schmalbandfiltern kann man da seine Freude haben, aber das ist nicht mein Ding.

Ob zukünftige Technologien da wirklich der Bringer sind wird sich zeigen.
Man schaut dann ja auf Bildschirme, auch wenn sie in Okularen sind.
Und da werden sicherlich massig Daten eingeblendet, die man nicht ausschalten kann.

Ich verspreche mir da nicht wirklich was davon ...

Grüße Jochen
 
Lieber Jochen,

es freut mich sehr, dass das eine interessante – und klärende! – Erfahrung für Dich sein konnte. Mit Abblenden – und/oder Rotfilter – kann man die Blendung problemlos in den Griff bekommen. Die Sterne werden dabei – sowohl mit Abblenden als auch mit Rotfilter – auch schärfer. Und ein OVNI ist von vornherein vermutlich heller und schärfer. Aber letztlich sind das alles nur graduelle Unterschiede. Die Gesamterfahrung wird wohl ähnlich bleiben, egal wieviel Optimierung man da reinsteckt.

Mir geht es ja ähnlich: Ich habe noch nicht ganz verstanden, warum die Leute Nachtsicht benutzen um KS oder Galaxien anzuschauen. Das ist so unästhetisch! Wo es dramatisch reinhaut sind H-alpha Objekte, also galaktische Nebel, die ohnehin diffus und farblos sind. Aber um das Wert zu schätzen muss man schon vorher einige Erfahrung mit gal. Nebel haben und gute Kenntnis ihrer Lage am Himmel, sonst ist es nur eine Reihung unbekannter Wattebausche.

Ich habe gestern mein zweites Gerät, das bauglich mit dem Dir ausgeliehenen ist, zum erstenmal in ein Teleskop gesteckt. Dieses ist um ein 127mm f3,8 Projektionsobjektiv herum gebaut, d.h. 127/480mm. Das gibt 19fache Vergrößerung und etwas über 2° Feld. Ohne Filter unbrauchbare Abbildung, aber mit H-alpha Linienfilter werden Sterne hinreichend scharf und die Nebel für mich super, viel besser als erwartet (eins der Nachtsicht-Mythen ist nämlich, dass H-alpha am Teleskop nur mit f3 und schneller geht, mit Reducer oder abenteuerliche afokale Aufbauten zu erreichen). Besonders vom Hocker gehauen hat mich der Anblick des Egg Nebula am Nordrand von Sh 2-54 in Serpens Cauda - ein kleines, helles Ei, eingebettet im Nebelnest.

Schaut Euch mal dieses Foto an: Foto von R. Richings von Sh 2-54 (mit eingebettetem Egg Nebula) und Adlernebel Am Okular waren durch den Filter fast alle Sterne weg, und die Nebel waren schwächer und kleiner. Aber die Szenerie, mit dem Ei in seinem Nest, unten-rechts der Adlernebel, war doch sehr beeindruckend. Und das unter einem Mag-3 Himmel, in dem kein einziger Stern in Scutum mit blossem Auge zu sehen war!

Jetzt bewege ich mich in Richtung Teleskop und verlasse damit die Grenzen dieses Brettes - Ferngläser und mobile Optiken. Es war aber sicher der richtiger Weg, erst einmal sieben Monate den Restlichtverstärker rein handgehalten mit grossen Sehfeldern zu nutzen um die Eigenheiten dieser Art der Beobachtung kennenzulernen. Wir sind ja Fernglasfreunde hier, und uns sicher einig, dass ein Einstieg in jedwede Art der Beobachtung mit fernglasartigen Instrumenten zu erfolgen hat. ;)

Beste Grüße, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich verfolge dieses Thema schon seit einiger Zeit und möchte kurz meine Erfahrungen bzgl. NV-Beobachtung schildern. Ich interessiere mich für die NV-Astronomie schon seit ziemlich langer Zeit und verfolge auch seit Jahren die Berichte auf CN. Leider hatte ich - bis jetzt -keine Gelegenheit, live mit solch einem Gerät zu beobachten.

Ich bin seit ca. 40 Jahren -fast- ausschließlich visuell unterwegs - mit Refraktoren und auch Spiegelteleskopen bis 20cm. In letzter Zeit aber hauptsächlich mit Ferngläsern von 8x42 bis 20x60. Dabei habe das Glück, einige Monate im Jahr unter einem ziemlich dunklen Alpenhimmel beobachten zu können. Meine Teleskope habe ich aber deep-sky mäßig nie wirklich ausgereizt und bis auf die Paradeobjekte hatte ich keine großen aha- Erlebnisse in dieser Beziehung. Ich bin also sicher ein unterdurchschnittlich begabter deep-sky Beobachter.

Durch die Berichte von Christopher und Uwe Pilz hier und auf CN sah ich jetzt eine Möglichkeit, mit vertretbarem Aufwand in die NV- Beobachtung einzusteigen.
Und auch die Lernkurve war Dank der beiden für mich viel steiler! Ich beobachte mit einem Bushnell Wolf 3sPlus mit 6.5nm Filter und ein 3.5nm ist auf dem Weg...

Aber wie zeigt sich nun die Beobachtung mit so einem Gerät?
Die meisten Amateurastronomen werden nie ihren ersten Anblick der Saturnringe durch ein Teleskop vergessen. Und genauso war für mich der erste Blick auf das Sternbild Schwan durch das Bushnell! Ich finde, die Aufnahmen auf CN geben nicht annähernd den visuellen Eindruck wieder. Schon viel eher eine Übersichtsaunahme wie diese (natürlich nur in grün-grau) mit viel weniger Sternen:


Die "grünen" Nebel von Cygnus, Cassiopeia, .. im Atlas Coeli von Becvar (wer ihn noch kennt), werden plötzlich reale Objekte, die man -gleichzeitig!- und ohne große Mühe beobachten kann. Und von den -drei- Teilen des Cirrus-Nebels gar nicht zu sprechen - einfach faszinierend! Ich freue mich schon auf den Orion.
Andererseits beeindruckt mich der Anblick ohne Filter überhaupt nicht - da kann ich Jochen sehr gut verstehen.

Den von manchen "befürchteten" Eindruck, auf einen Bildschirm zu schauen, habe ich überhaupt nicht. Und den Einsatz am Teleskop plane ich auch - allerdings mit einem R200SS und einem Epsilon 130.

Schöne Grüße
Hans-Peter
 
Der Blick durch das Okular des Restlichtverstärkers auf einen einfärbig grünen kleinen Bildschirm ist viel eher mit dem Bildröhrensucher uralter Fernsehkameras vor 30 Jahren zu vergleichen und hat abgesehen davon dass man sein Auge dranhält nichts aber auch gar nichts mit dem Blick durch ein echtes optisches Okular zu tun.

Da kommen die modernen spiegellosen elektronischen Kameras mit ihren hochauflösenden OLED-Suchern viel eher an rein optische Sucher heran, bis auf die störenden Dateneinblendungen.

An PC-Monitoren oder Tablets hat man hingegen mehr Freiheiten bei der Ausblendung unerwünschter Anzeigen, auch wenn der Blick auf den Bildschirm anstatt durchs Okular für visuelle Beobachter eine Umgewöhnung bedeutet. Schließlich haben doch die Profiastronomen diesen Schritt ja auch alle vollzogen. Obendrein können mehrere Leute gleichzeitig darauf gucken.

Bleibt noch die Frage nach dem echten "Live-Erlebnis", welches die rein visuellen Himmelsbeobachter bei den Astrofotografen trotz Live-Stacking immer vermisst haben.

Hier würde ich EAA mit dem extrem schnellen Astrographen RASA, bestückt mit einer rückseitenbelichteten Astrokamera als Ersatz empfehlen. Wird da die Signalverstärkung der Astrokamera stark aufgedreht sodass das Bildrauschsignal in etwa dem eines konventionellen Restlichtverstärkers entspricht, dann kann die Belichtungszeit sehr kurz gehalten werden und der "Live-Effekt" ist wieder da. Doch jetzt ist das Live-Bild eben farbig (auch die Nebel) und obendrein hoch aufgelöst. Nimmt man die Signalverstärkung wieder zurück und verlängert stattdessen die Belichtungszeit, hat man den fließenden Übergang von der visuellen Beobachtung zur Astrofotografie vollzogen.
Der kleinste RASA + Astrokamera ist zudem billiger wie so ein guter Restlichtverstärker wie ihn die Jäger am Hochstand verwenden.

Leute, was wollt ihr mehr?

P.S.
In Harpoint haben sie so einen RASA (noch dazu den Größten) und da darf ich manchmal ran. Ich sage nur: Traumhaft
 
Serenus, das mag alles technisch richtig sein, aber wir sind hier im Brett "Ferngläser". Auf Nachtsichtgeräte übertragen heisst das, wir sprechen über kleine, leichte, handgehaltene Geräte, sowie grosse Gesichtsfelder.

Hans-Peter, es freut mich ausserordentlich, dass die "Vorarbeiten" von mir und Uwe Pilz Dir den Weg ebnen konnten. Ich danke auch für Deinen detaillierten Bericht. Den Vergleich mit dem Erweckungsmoment, den viele, auch ich, am Saturn erlebt haben, finde ich gut getroffen. In meinem Fall, da November, war das der Lambda-Orionis Nebel (Sh 2-264, auch "Skalar" gennant) am Kopf des Orions. Mühelos komplett und hell zu sehen in 21° Feld bei 2x. Ein kleiner Schwenk nach Süden und Barnard's Loop in voller Ausdehnung, wunderbar.

Welches Objektiv verwendest Du, f/1,4 mit 50mm Brennweite und somit 2x? In diesem Fall kann ich wärmstens das entsprechende 75mm Objektiv empfehlen. Das ist ein grosser Sprung, macht visuell mehr aus als die Zahlen erwarten lassen. Verlangt freilich auch den grossen Baader 65x65mm Frontfilter um keine Öffnung zu verlieren.

Beste Grüße, Christopher
 
Christopher, ich verwende auch das 75mm und das Zeiss - Objektiv. Den 65x65 Frontfilter habe ich in einer Baader Sonnenfilterfassung montiert.
Deshalb musste ich ja wegen Deiner Vorarbeiten nicht ewig herumexperimentieren - das hat wirklich sehr geholfen - danke dafür!
Interessanterweise finde ich das (mein) Zeiss Victory NV viel schlechter als das Bushnell. Da haut die Szintillation viel schneller und stärker rein!
Da fällt mir noch ein Vergleich ein: Es ist wie, als ob man die Sonne immer im Weißlicht beobachte hat und sie dann das erste Mal in H-alpha sieht.
Passt irgendwie besser als der Vergleich mit den Saturnringen...

Schöne Grüße
Hans-Peter
 

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Serenus, das mag alles technisch richtig sein, aber wir sind hier im Brett "Ferngläser". Auf Nachtsichtgeräte übertragen heisst das, wir sprechen über kleine, leichte, handgehaltene Geräte.
Seitens der Brennweite (40cm) und dem Gesichtsfeld (22mm = 3.15° bestens korrigiert und 32mm = 4.6° mit leichten Abstrichen in der Bildqualität) ist der kleine RASA8 durchaus mit großen Ferngläsern vergleichbar.

In der Hand gehalten machen Ferngläser ab 7cm Öffnung am Himmel ihres Gewichtes wegen zumindest mir keine wirkliche Freude mehr, selbst mit 45°-Einblick. Ich verwendete früher einen 11x80 und einen 15x80 Bino die ich später dann nur noch mit Parallelogrammstativ nutzte.

Wenn schon Stativ, warum dann nicht gleich so wie ich es oben beschrieben habe. Wer eine geringere Brennweite und ein noch größeres Bildfeld will, könnte ja die mit lichtstarken Fotoobjektiven bestückte Astrokamera an Stelle des kleinen RASA verwenden, muss ehebliche Abstriche alleine schon in der optischen Abbildungsleistung in Kauf nehmen und darf dafür das Ding dann in der Hand halten. Gegenüber einem Nachtsichtgerät hat er wenigstens ein farbiges Bild.

Doch ich gebe zu: Der Blick auf einen Monitor, Tablet oder Smartphone ist mit "echten Ferngläsern" nicht zu vergleichen.
 
Hallo Hans-Peter,

mich macht Dein schöner Bericht richtig neugierig, habe ich doch bereits alle Vorgaben erfüllt und wäre für eine "schnelle Beobachtung" mit NSG und Wasserstoff-Filter bereit.
Aber eben nur mal "schnell" liegt mir nicht, und so wurde und wird die Zeit für Familienfeiern und Urlaub genutzt.
Danach, .... ja danach werde ich mich in eure Fußstapfen begeben und den Moment richtig auskosten.
Hoffentlich sind dann noch genügend Halpha-Regionen für mich übrig ☺

Noch etwas zum Verwendungszweck älterer Sichtgeräte:
Es war so um 1993, als hier auf den Trödelmärkten, neben anderen optischen Leckerbissen aus vergangenen Sowjetzeiten, auch binokulare NSG als Restlichtverstärker mit Gen1-Röhren angeboten wurden.
So eine Nachtsichtbrille fand damals den Weg auch zu mir und wurde natürlich am Nachthimmel ausprobiert. Ich empfand das elektronisch verstärkte Bild damals als etwas Besonderes und hatte nie einen Vergleich zu meinem Bresser Luchs 7x50 erhoben. Das NSG lieferte mehr Sterne, zwar nicht punktförmig und nur im mittleren Bereich nutzbar, aber es hatte Spaß gemacht, während der Sternschnuppenzeiten auch schwächere Meteore damit zu erhaschen.
Gerade die 1-fache Vergrößerung war mit einem großen Gesichtsfeld gekoppelt und ich hatte über alle Unzulänglichkeiten hinweg gesehen.
Ich brauche keine teure Ausrüstung um Spaß an der Sache zu haben. Und genau für so was soll diese Beitragsreihe gedacht sein.

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

da bleiben sicher noch genügend für Dich übrig ;)

Ich muss ich mich ja auch noch bei Dir bedanken, dass Du dieses schöne Thema gestartet hast. Gerade den Gedanken auch mit "etwas weniger"
Aufwand und ohne Unsummen auszugeben Spaß zu haben, finde ich wirklich super sympathisch! Sind wir doch froh über Leute, die etwas ausprobieren - so wie ihr - bereichert ihr doch unser schönes Hobby dadurch enorm. Da muss ich oft bei den Beiträgen auf CN schmunzeln: Ohne Gen 3, 4 usw. Röhren geht doch gar nichts...
Naja, grau ist alle Theorie...

Schöne Grüße
Hans-Peter
 
Interessanterweise finde ich das (mein) Zeiss Victory NV viel schlechter als das Bushnell. Da haut die Szintillation viel schneller und stärker rein!
Hans-Peter
Lieber Hans-Peter,

da sprichst Du einen Punkt an, der gerade im Bemühen, keine Unsummen auszugeben, wichtig ist. Ich habe mittlerweile Erfahrung mit sechs Geräte der Gen2+-Klasse und muss sagen, dass die Leistung der Röhre erheblich streuen kann. Darunter waren drei Bushnell Wolf 3S, zwei Zeiss Victory NV und ein Eigenbau eines Gerätereparateurs.

Die Streuung bei den Bushnells war gross. Am Besten von allen sechs war eins der Bushnells, aber eins davon war auch das schlechteste Gerät der sechs. Die zwei Zeisse waren recht konsistent. Eigentlich ist diese Stichprobe zu klein um wirklich stichfeste Folgen abzuleiten. Eine erste Hypothese auf Basis dieser Empirie wäre jedoch, dass mann bei Zeiss eher auf der sicheren Seite ist (und das feine 125mm f/2 C-Mount Objektiv mit im Paket hat), während mann beim Bushnell eine größere Chance hat ein besonders gutes Gerät zu erwischen und ein größeres Risiko eine Gurke zu erwischen.

Die Folge dessen ist, dass ich zwar nach wie vor sehr empfehlen kann, den Weg des Gebrauchtkaufs eines Gen2+-Geräts zu beschreiten - dies jedoch mit der Mahnung verbinde, mit dem Verkäufer ein Rückgaberecht bei Nichtgefallen auszuhandeln.

Auf Deine Erfahrungen mit dem Gerät am Teleskop bin ich gespannt und hoffe, dass Du positiv berichten kannst. Vielleicht sollte das in einem anderen Unterforum stattfinden als in "Ferngläser". Fragt sich nur, welches?

Beste Grüße, Christopher
 
Ich habe mein Gerät jetzt fast ein Jahr. Es ist ein modernes Gerät mit wahrscheinlich recht guter Röhre, hat aber auch paar Nachteile, die nur zum Teil überwinden kann.

Ich möchte bestätigen: Insgesamt ist der "Knaller" die h-alpha-Beobachtung. Vor allem geht das auch von städtischen Standorten aus. Barnards Loop von Leipzig aus: Einfach hinschauen. Das ist schon beeindruckend und hat etwas von der ersten Saturn-Beobachtung.

Auch ohne Filter erschließen sich Beobachtungsgebiete. Nicht so mit dem Wow-Effekt, aber ich hatte doch schöne Abende. Kugelsternhaufen und Galaxien sieht man bis fast 10 mag runter: wohlgemerkt ohne Vergrößerung. Man sieht diese Objekte eingebettet in das Sternfeld. Ich fand das reizvoll. Die einfachen Geräte haben eine automatische Helligkeitsregelung, die möglicherweise zu stark aufdreht. Ein IR-Filter für wenige Euro behebt das.

Am Teleskop habe ich jetzt die fokale Arbeit erschlossen, also das NSG als Okular. Auch ich finde Galaxien nicht sonderlich reizvoll, der helle Kern kommt durch, die schwachen Spiralarme weniger. Es gibt Geräte mit manueller Verstärkungsregelung (teuer), da könnte man vielleicht noch aufdrehen...
Aber es kommt ja nicht nur auf Ästhetik an. Auch die Zentralgebiete der meisten Galaxien lassen sich mit "Nur Glas" nur indirekt erfassen. Im Nachtsichtgerät geht das im direkten Sehen. Das erschließt andere Beobachtungsziele, nämlich der Struktur der Galaxienzentren nachzuspüren. Damit habe ich allerdings erst angefangen, ich bleibe aber dran. Es ist wie mit allem: Der Erfolg kommt nicht am ersten Tage, Erfahrung und Experimente sind nötig. Fokal ist das Bild auch nicht so hell, durch das Brennweitenverhältnis von f/3,5 oder schlechter hat man damit nicht so zu kämpfen. Weil man hier nicht sinnvoll filtern kann, hilft dunkler Himmel.

Ich habe auch mit Kometen experimentiert. Staubreiche werden etwas deutlicher, aber nicht viel. Wie bei Galaxien: Strukturen im hellen, inneren Bereich lassen sich leichter erkennen.
Gasreiche waren enttäuschend, wir haben ja gerade einen. Auch mit Swan-Band-Filter blieb das so. Bis ich auf eine Idee kam: Die Nebelfilter öffnen meist im Infraroten wieder. Dieses breite Frequenzband überdeckt die schmalbandige Filterung, sie wird damit sinnlos. Ich habe mir einen IR/UV-Sperrfilter besorgt, damit war dann auch die Gaskoma sichtbar. Noch kein Wow-Effekt, aber auch hier bleibe ich dran.


Wie Christopher sagt, ist es schwierig, für bezahlbar Geld etwas Vernünftiges zu kaufen und auf der sicheren Seite zu sein. Das ist sicher ein großes Hemmnis. Wer 1000€ für ein Okular ausgibt, probiert für 1000e auch das mal aus. Das kann funktionieren, muss aber nicht.
Ich habe samt Filtern etwa 1500e ausgegeben, das ist mir die Sache wert. Ich habe aber ein verkapptes Zielfernrohr für ein Gewehr ist. verkappt, weil es eine Weile lang verboten war. Als die Erlaubnis kam, war "verkappt" nicht mehr verkäuflich und aus 4000e wurden 1000. Der Nachteil ist das schmale Gesichtsfeld, was ich nur zum Teil ausgleichen kann. Jetzt rückblickend. Wäre was anderes besser gewesen? Wahrscheinlich nicht.

Ich habe hier für die leipziger Sternfreunde eine kleine Marktübersicht gemacht, das kopiere ich hierher. Dazu nutze ich aber einen neuen Eintrag.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
(Kopie vom Zwirn der leipziger Gruppe)
Liebe Sternfreunde, ich habe (noch mal) ein wenig zu Nachtsichtgeräten recherchiert, und möchte wegen des allgemeinen Interesses eine kleine Zusammenfassung geben. Zuerst: Es gibt ein Qualitätsmaß für Röhren, weiter in die Tiefe möchte ich hier nicht gehen. Dies beschreibt die Bildgüte an Hand von Auflösung (Schärfe) und Signal-Rausch-Abstand (Kontrast). Vernünftige Röhren haben Maß (FOM) von 1000, sehr teure kommen an die 3000 ran. Jedes Gerät kann als Handgerät benutzt werden, wie ein Fernglas. Nicht alle können fokal an ein Teleskop angeschlossen werden.

Die Kosten für die H-alpha-Filter habe ich nicht mit aufgeführt. 150 Euro für die meisten Geräte.

Es gibt Generationen von Nachtsichtgeräten. Für uns in Frage kommt Generation 2+. Gen-1 ist Schrott und Gen-2 (ohne Plus) deutlich schlechter. Gen-3 ist nur fürs Militär, da kommt man nicht legal ran.

1) Keine Kompromisse, aber extrem teuer: ★ OVNI-M ★
- 7k€, bei FOM 2300
- Man kann sich die Röhre aussuchen, bis hin zu FOM~3000
- Fokal ist möglich
- Verstärkung kann manuell eingestellt werden

2) Fokal schwierig, sonst keine Kompromisse. Immer noch teuer: Nachtsichtgerät NT920 / PVS14
- 3k€ bei FOM 1400
- Man kann sich die Röhre aussuchen, bis hin zu FOM~2300
- Objektiv geht abzuschrauben, aber der Backfokus beträgt 45 mm: Fokal ist am Newton schwierig bis unmöglich
- Verstärkung kann manuell eingestellt werden

3) Einfachere Röhre, keine manuelle Verstärkung, etwas billiger: Gals russisches Nachtsichtgerät / Nachtsichtmonokular + Kopfhalterung HMG22 F26 Gen2+ Jäger/Outdoor
- 1,7k€ bei unbekannten FOM (1000?)
- Standard-Objektivfassung C-Mount, fokal kein Problem
Das ist meine Empfehlung für die, welche es nicht erwarten können.

Jetzt hören die Möglichkeiten der Neugeräte auf. Gebrauchtgeräte haben alle ihre Schwierigkeiten: Keine Garantie, keine Rückgabemöglichekeit. Testen vor Ort ist größtenteils schwierig bis unmöglich, da man ja Nachthimmel braucht. Die Röhren kommen ohne Protokoll und ohne Qualitätsangabe. Trotzdem auch hier einen Überblick.

4) Recht gutes Handgerät, fokal schwierig, >1k€: ZEISS Victory NV 5.6x62
- zB. Nachtsichtgerät Zeiss Victory NV 5,6x62 T*
- 5-fache Vergrößerung ist gut, aber große Filter nötig (600€)
- C-Mount, aber der Sensor ist tief versenkt: kein Fokus am Newton
- die Geräte in Astronomenhand haben recht gute Röhren Gen2+ . Ob das immer so ist?

5) Gutes, universelles Handgerät, schlechte Röhren "unterwegs": Wolf-3
- zB. Wolf 3 Nachtsichtgerät von der Fa.: „Bushnell“ Gen. 2 TOP! Nr.217 | eBay
- Optik meist 50mm /2x: Etwas größere Filter nötig, zB. 2 Zoll
- aber eine 2x-Optik kann eingeschraubt werden, leicht zu finden
- c-Mount, Fokal kein Problem
- Viele Geräte haben nur gen-2 ohne Plus. Man muss Rückgabe aushandeln, was meist nicht erfolgreich ist

6) Swarovski NV2: Nachtsichtgerät Swarovski NV2 Gen. 2+
- Tugenden und Probleme ähnlich Wolf-3
 
Danke für diese Übersicht, Uwe. Ich möchte hinzufügen, dass meine bevorzugte Lösung in der Verbindung der Optionen 4) und 5) besteht: Das Zeiss-Objektiv am Wolf 3 Grundgerät. Auch Hans-Peter hat diesen Weg genommen, siehe sein Post #65 oben.

So sieht das aus:
P1120200.JPG

Links der Grundkörper des Zeiss NV. In der Mitte das Zeiss NV 125m f/2 Objektiv am Bushnell Wolf 3S Grundkörper. Rechts oben die gesamte aktuelle Baader-Palette der H-alpha Filter (Leihgaben um sie zu testen). Rechts unten der Sieger der Filtertests an diesem Objektiv - 3.5nm mit f/3-Preshift (was Baader "3,5nm Ultra f/3" nennt) - in einer Halterung für 65x65mm quadratische Filter.

Gruß, Christopher
 
Wollt ihr nicht lieber warten auf den einzelphotonenzählenden SPAD-Sensor, anstatt euch mit veralteter Röhrentechnologie abzugeben?

Canon bringt jetzt die erste Videokamera mit diesem Sensor mit Lawineneffektfotodioden auf den Markt, die MS-500 mit Full-Hd-Auflösung, Spektralempfindlichkeit bis ins Infrarote hinein und natürlich auch in Farbe, wenn man will
 

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Einzelheiten zu dieser Technologie sowie ein Datenblatt eines älteren Sensors

 

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Nein, das 10fache von 2000 kann ich nicht berappen. Wenn Du jetzt ernsthaft über 20.000 EUR redest: ein Teleskop in dieser Preisklasse hatte ich nie und werde es auch nie haben. Soweit mir bekannt hat das auch kaum einer der Beitragenden zu diesem Thread. Ich kenne nebenbei auch niemanden, der 2000 EUR für einen Filter ausgegeben hat, das ist wirklich absurd.

Der ganze Witz dieses Threads besteht darin Wege aufzuzeigen, wie man die Welt der H-alpha Beobachtung in noch erschwinglicher Weise erschliessen kann - sagen wir mal zum Neupreis eines hochwertigen Handfernglases.

Solange ich mich mit 2x begnügte kam ich unter 1000 EUR für das gesamte System einschl. Filter weg. Das entspricht dem Neupreis eines Fujinon FMT Fernglases.

Dann wollte ich mehr und ging - wie oben von mir in Post #75 gezeigt - auf 5x. Das gezeigte System habe ich mit 1730 EUR Gesamtkosten realisiert. Diese setzten sich wie folgt zusammen:
700 EUR - Bushnell Wolf 3S Grundgerät gebraucht
600 EUR - Zeiss 125mm f/2 Objektiv gebraucht (1400 für das komplette Zeiss NV Gerät mit Objektiv, Grundgerät wird für 800 EUR verkauft, bleibt 700 EUR Beschaffungskosten für das Objektiv)
70 EUR - Filterhalter neu
360 EUR - Baader 6,5nm 65x65 H-alpha Filter neu

Als weitere Optimierung ersetzte ich dann den 6,5nm Filter mit dem 3,5nm Filter, der 240 EUR mehr kostet. Das trieb die Gesamtkosten auf 1970 EUR. Das ist die Preisklasse eines neuen Zeiss HT Feldstechers und für mich das Ende der Fahnenstange.

Wohlgemerkt: Das ist eine Edellösung mit Zeiss-Objektiv und grossem Frontfilter. 5x geht auch wesentlich billiger mit einem 60mm Refraktor plus Reducer, was wiederum die Verwendung eines 2-Zoll Filters vor dem Reducer erlaubt und den grossen Frontfilter entbehrlich macht. Die Stückliste sieht dann so aus:
700 EUR - Bushnell Wolf 3S Grundgerät gebraucht
80 EUR - 0,5x Reducer neu
240 EUR - Baader 6,5nm 2-Zoll H-alpha Filter neu
200 EUR - 60/250 Refraktor gebraucht
Ergebnis dieses Beispiels:
1260 EUR Gesamtkosten (oder mit Upgrade auf 3,5nm: 1400 EUR Gesamtkosten)

Christopher
 
In diesen Preisregionen bewege ich mich auch, Christopher. Bei mir sind für das 75mm 1:1.4 noch 60 EUR dazugekommen.

Videokamera/Bildschirm finde ich im Grunde einen ungeeigneten Vergleich. Mehr interessiert mich die Parallelbeobachtung
von NV und Feldstechern. In meinem Fall ein Swaro NL 8x42 und Zeiss 15x60. Das hat für mich auch eine besondere Faszination -
vor allem, da ich einen abwechslungsreichen Horizont (Berge) habe.

Ick komme übrigens mit meinem Vixen 200SS auch mit dem Zeiss in den Fokus! Aber leider haben wir hier seit Wochen absolut
unbrauchbares Wetter für Beobachtungen. Sollte nächste Woche besser werden.

Ich muss aber gestehen, dass mich ein Gerät ohne Kompromisse - wie es Uwe Pilz beschrieben hat - schon sehr reizt. Ein OVNI B noch
mehr als ein M. Und da ich teleskopmäßig nichs mehr plane, wird es wahrscheinlich doch meine -letzte- (haha) astronomische Anschaffung werden.

Hans-Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Hans-Peter,

auch ich schätze besonders die Parallelverwendung von Fernglas und NV. Ich fahre demnächst einige Tage in die Hochrhön bei Neumond. Der Platz im Fahrzeug ist begrenzt, ein Teleskop kommt nicht in Frage. Ich nehme also mit: das NV mit H-alpha Filter und 5x-Objektiv, welches ein Feld von 8.7° zeigt, und ein 7x45 Fernglas mit 8.6° Feld. Ich freue mich darauf, mich für einige Tage unter gutem Himmel auf diese zwei Geräte mit identischem Feld jedoch völlig unterschiedlichem Bildeindruck zu begrenzen und konzentrieren!

Christopher
 
Lieber Christopher,

genau das meinte ich! Der unterschiedliche Bildeindruck macht den Reiz aus - da kann ich Dir nur CS wünschen! Obwohl ein paar durchziehende Wolken den Bildeindruck sogar noch steigern, aber das weißt Du ja sicher viel besser als ich...

Hans-Peter
 
Nein, das 10fache von 2000 kann ich nicht berappen. Wenn Du jetzt ernsthaft über 20.000 EUR redest: ein Teleskop in dieser Preisklasse hatte ich nie und werde es auch nie haben. Soweit mir bekannt hat das auch kaum einer der Beitragenden zu diesem Thread....
Zu meiner NV-Zeit vor 20 Jahren hab ich nach heutigem Geldwert etwa 1000 für die mehrstufige GEN2-Röhre ausgegeben und hatte auch viel Spaß damit. Im Fokus von SC-Teleskopen, denn für "aus der Hand" mit Fotoobjektiven war das Ding schon zu groß. Offenbar hab ich nicht so gut drauf aufgepasst und ja, die Lebensdauer ist nun mal begrenzt .

Nicht umsonst hat der Lajos aus Wien diese Info da verfasst:
 

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Ja, 20000 kann ich auch nicht so einfach aus der Portokassa nehmen, Andere aber gemeinsam schon. Zum Glück darf ich da ein wenig mitmachen, so als Adabei...

Stichwort RASA. Da so ein Ding drann, oh Mann...
Leider mein altes Röhrl doch schon zu blind
 
Hallo Sternfreunde,

ich kann mich noch gut an alte Beträge hier zu dieser Thematik erinnern. Da wurde der Einsatz mitunter schnell als teures Spielzeug abgetan. Hinzu kamen dann meist noch Hinweise, dass bestenfalls mit Gen III - Geräten wie in den USA etwas zu machen wäre.
Nun zwischenzeitlich hat sich ja da etliches hier in Europa getan.
Ich finde es begrüßenswert, dass immer wieder Sternfreunde über diese "Zusatzgeräte" nachdenken.
Genauso begrüßenswert finde ich die unterstützende Arbeit vom Christopher und vom Uwe. Wer ab und zu bei CN vorbeischaut, der weiß was die beiden mit ihren Geräten erreicht haben und mit ihren Berichten und Zeichnungen andere Sternfreunde an ihren Beobachtungen so teilhaben lassen.
Die Motivation zum Erwerb eines NSG wird sicherlich bei jedem Sternfreund eine andere sein.
Ich habe mein NSG nun mehrere Jahre im Einsatz, sowohl mit Filtern als auch ohne Filter. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten! Sicherlich fällt der "Gewinn" je nach Objekt unterschiedlich aus. Die oben genannten Vorzüge zB. bei H-alpha - Nebeln brauche ich nicht nochmal zu erwähnen. Objekte wie Pferdekopfnebel oder Konusnebel sind ebenfalls machbar und zwar aus der Stadt oder vom Flachland aus. Dafür braucht es keinen Hochgebirgshimmel. Was in den bisherigen Beiträgen meiner Meinung nach etwas zu kurz kam, ist der generelle Gewinn an Sternen. Ich kann zB. mit einem ED80/600 aus NGC 6934 oder 7006 einen richtigen Kugelsternhaufen machen. Ohne NSG ist da bestenfalls ein kleiner, milchiger Fleck zu sehen.
Etwas schade ist dann meist der Verlauf eines solchen threads, wenn es dann bei irgendwelchen Preisen endet. Wenn man sich in den Foren die Ausrüstungen mancher Sternfreunde anschaut, dann würde ein NSG bei vielen überhaupt nicht auffallen. Es müssen keine 7.000,- oder gar 10.000,-€ sein. Die Hälfte dürfte bestimmt reichen. Es kam ja schon der Hinweis bzgl. der Einsatzstunden. Neue NSG werden zwischen 10.000 und 15.000 Stunden beworben. Bei normalem Gebrauch also (für mich) eine Anschaffung für´s ganze Leben!
Mein NSG hat eine Echo - Gen II - Röhre. Klingt erstmal nicht so sensationell, aber der Unterschied zu Harder - Gen III - Röhren ist nicht groß. Beim letzten HTT gab es zwischen den Wolkenlücken einen kurzen Vergleich mit einem Gen III - Gerät von OVNI-M und mir ist da eigentlich nichts wesentliches aufgefallen.

cs eike
 
Grüße,
Gen-3 ist nur fürs Militär, da kommt man nicht legal ran.
ist diese Aussage der aktuellen Gesetzgebung entsprechend? Oder ist es eher so, dass bestimmte Leistungsklassen die Gen III entsprechen, durchaus mit Jagdschein bzw. Waffenbesitzkarte geführt werden dürfen?
Was muss ein Naturfreund/Astronom de facto vorweisen, um legal Gen III in DE besitzen und an Optiken (nicht Zieloptiken) führen zu dürfen?
 
...
Etwas schade ist dann meist der Verlauf eines solchen threads, wenn es dann bei irgendwelchen Preisen endet. ...
Hallo Eike,

stimmt, ... und dabei handelt dieser Faden doch von den "einfacheren" Geräten, die man sich evtl. für die nicht astronomische Beobachtung angeschafft hat.
Also mit minimalem Aufwand etwas am Himmel erkennen zu können.

Das es auch für 500€ geht zeigt mein Beispiel. Das Zeiss 5,6x60 gebraucht beim Händler für tatsächliche 290€ bekommen, den Halpha 6,5nm 65x65mm für 200€ und das Bastelzeugs für 10€.
Der Test bei mir wird noch erfolgen und ich werde berichten.
Und nein, ... ich wäre jetzt nicht bereit nur für Astro-Halpha 2000€ zu investieren.

Viele Grüße
Frank
 
Neue NSG werden zwischen 10.000 und 15.000 Stunden beworben.
Vorsicht bei solcher Reklame. Beworben wird hier die maximal mögliche Lebensdauer bei sparsamster Verwendung und jeglicher Vermeidung von Blendung.


Hab an "unserer" Sternwarte mal angeregt, ob man nicht doch eine Anschaffung in Richtung NSG in Erwägung ziehen sollte. Schließlich gibt es hier neben dem größten RASA sogar ein hervorragend gutes 50cm-RC. Die Antwort war:

"Wozu? Wer will den heute noch visuell durchgucken, vom Stammpersonal mal abgesehen: Nur Anfänger! Ja die könnte man mit gleich live sichtbaren hell leuchtenden HII-Nebelfetzen schon beeindrucken, und dann? Die Besucheranzahl ist seit Jahren hier rückläufig, trotz gutem Alpenhimmel und freiem Eintritt. Wir selbst brauchen es ja nicht unbedingt live, wir haben ja hochwertige Kameras"

Dabei wären die Betreiber dieser (meiner?) Sternwarte sehr wohl in der Lage, sich ein Spitzen-NSG zu leisten. Man hätte auch kurzbrennweitige Lichtriesen hier, wie ein 65mm 1:0.75 oder ein Kodak Aero Ektar mit 10cm Öffnung. Wenn ihr mir überzeugende Argumente an die Hand geben könntet, kann ich das Thema NSG am Okular später ja wieder bei meinen Leuten hier ansprechen.

Apropos Anfänger: Die immer zahlreicheren EAA Smart-Teleskope am Markt sind halt auch bald eine Konkurrenz zu NSG.
 
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