Die Belichtungszeit liegt meist bei Jupiter bei 10 bis 40 s und bei Saturn bis manchmal über 100ms, Gain bleibt eigentlich immer unter 60, weil es sonst noch mehr Hotpixel und Rauschen gibt. Je höherer Gain, desto höher die ganzen "Störfaktoren".
Bisher hab ich aber alle Videos mit dem 10 Zöller ohne Plattform gemacht, weil ich mich noch nicht "getraut" habe, den draufzustellen, nur der 6 Zöller stand/steht oben öfters.
Das wird die weichen Ränder erklären. Der Himmel bewegt sich am Äquator 15"/s. Bei 100ms sind das 1,5", bei 40ms sind es 0,5"/s, bei 10ms 0,15"/s. Ohne Nachführung wirst du selbst 40ms schon merken. Da würde ich dann echt nicht über 20ms gehen.
Liegt das nicht daran, dass ich nichts derotiere ? Justiert ist der 10 Zoll Dobson bereits worden, da wo ich ihn gekauft habe. Das sollte normal nicht das Problem sein.
Jein. Kommt darauf an wie lange bei dir die Videos laufen. Die Stacker arbeiten ja Referenzbereichen. Besonders in der Planetenmitte gleicht das erstaunlich viel wieder aus. Wenn du Jupiter weniger als 1min aufnimmst, merkst du überhaupt nichts vom Derotieren. Selbst bei 2-3min ist der Effekt eher überschaubar. Mit 20ms schafft man 50fps. Das entspricht 3000 Bilder/min.
Wobei mit meiner Ausrüstung DeepSky? Also der 6 Zöller mit f/8 ist völlig ungeeignet... Der 10 Zöller hat f/5 und das kommt mir auch zu dunkel vor...
F/5 gilt in der Astrofotografie schon eher als schnelle Optik. Aber selbst f/8 schließt Deepskyfotografie nicht aus, wenn man entweder große Pixel hat oder mit Binning aufnimmt. Holger und ich haben beide schon erfolgreich Deepsky aufgenommen mit der EQ Plattform. Besonders wenn es bei Holger mit seiner Handnachführung geht, dann geht das bei jedem.
Der 10"er ist halt schon groß, wenn die Plattform auf 6" gerechnet wurde. Es kommt aber weniger auf das Gewicht an (ich hoffe mal du hast am Material nicht gespart), sondern wo der Schwerpunkt liegt. Dann das bestimmt, wieviel Last auf den Motor und das Getriebe kommt. Wenn das alles im Gleichgewicht ist, dann braucht der Motor wenig Kraft, wenn das aber nicht so ist, dann steigt die Belastung mit zunehmender Auslenkung stark an. Dann entweder lieber ganz lassen oder halt nur wenige Minuten um den Balancepunkt verwenden. Da ist die Unwucht am geringsten.
Insgesamt muss das halt stabil gebaut sein. Ich habe bei meiner beim Südlager eine M10 Schraube mit Stehlagern verwendet und Nordlager liegt auf dickem Multiplex. Die Kinderinliner sind halt nichts bei mir. Die fliegen raus. Aber selbst da sollte das Ding locker mit 100kg klar kommen, solange das Gewicht auf den Rollen und nicht auf dem Getriebe liegt. Du kannst das Getriebe ja versuchen etwas elastisch zu lagern. Dann gibt es nach und die Last geht immer komplett auf die Lager.
Der Antrieb geht über einen Motor, den man von der Geschwindigkeit regeln kann (musste man halt am Anfang machen). Südlager ist unkompliziert, quasi eine Gewindestange im richtigen Winkel. Nordlager ein Holzkreissegment mit Zahnkranz unten.
Bin ja auch kein Schreiner oder Handwerker. Bisher hab ich aber alle Videos mit dem 10 Zöller ohne Plattform gemacht, weil ich mich noch nicht "getraut" habe, den draufzustellen, nur der 6 Zöller stand/steht oben öfters.
Genauso haben Holger und ich unsere Plattformen auch gebaut. Ich finde, dass ist die einfachste Variante beim Selbstbau. Und ja, wir sind beide keine Handwerker. Zugegebenerweise baue ich aber generell gerne etwas und habe halt schon einen gewissen Maschinenfuhrpark. Das geht im Prinzip aber auch alles mit Handsäge, Feile und Akkuschrauber, solange man sein Gehirn einschaltet. Man kann sich einfache Tools bauen, mit denen man z.B. auch mit der Hand sauber senkrecht schneiden kann, mit der Feile präzise abtragen usw.
Du meinst, meine ASI 120MC reicht momentan noch völlig aus ?
Für Mond und Planeten ja. Der Chip wäre mit zu klein. Und für sowas wie Uranus wird es halt schon sichtbar rauschig. Für Mond, Mars, Jupiter, Venus und Sonne hätte ich gesagt, hängt das Ergebnis eher vom Handwerk und der Optik ab und weniger von der Kamera. Du musst dir immer überlegen, welches Sampling du wählst. Das ist das wichtigste. Das Nyquist Kriterium ist ein guter Anhaltspunkt. Pixelgröße x3,6 bis Pixelgröße x5. Bei 3,6 erreichst du schon 90% von dem was theoretisch möglich ist. Da das Seeing nie perfekt ist, schöpft das eigentlich praktisch immer schon die Möglichkeiten aus. Mit x5 erreichst du alles was geht. Dafür ist das Bild aber merklich dunkel. Wenn du Probleme mit dem Signal hast, dann gehe eher auf x3,6, wenn nicht dann kannst du weiter hochgehen. Je heller dein Bild, desto niedriger kannst du das Gain wählen, desto besser ist dein Einzelbild und mit desto weniger Frames kommst du aus.
Beim Stacken addierst und mittelst du ja Bilder mit einem gewissen Rauschlevel. Wenn z.B. eine Punktquelle hast, die das Profil einer Gaußkurve hat, dann glättest du mit den vielen Bildern die Flanken der Kurven. Je glatter die Kurve desto mehr kannst du schärfen. Wenn du schon im Einzelbild eine wenig Rauschen und damit eine glatte Kurve hast, dann brauchst du logischerweise weniger Bilder um auf die selbe Glättung zu kommen, wie mit verrauschten Einzelbildern. Das ist eigentlich ganz einfach. 16bit Aufnahmen sind hier logischerweise 8bit Aufnahmen überlegen, solange man den Dynamikumfang von 8bit überschreitet. Je stärker man ihn über schreitet desto größer der Vorteil von 16bit.
Zu viele Bilder kann man im Prinzip nie haben, aber irgendwann ist der Punkt, wo du mit deiner Schärfung so weit gehen kannst, dass sämtliche Details sichtbar werden. Weiter zu gehen, macht nur das Bild hart und es bilden sich Artefakte. Auch ohne KI.
Ich hätte da noch ein Beispiel zur Veranschaulichung

Das habe ich mit 3,25 xPixelgröße aufgenommen. Also weiter unter dem Ideal. Mache mal im neuen Tab auf und zoome rein. Messe mal die kleinsten, gerade so sichtbaren Krater aus und vergleiche sie auf lroc quickmap. Da gibt es ein Tool wo du Strecken messen kannst. Das kommt schon relativ nahe an das Rayleigh Kriterium ran.
LROC QuickMap, a powerful map interface to browse Lunar data from NASA/LRO and other missions. Explore the Moon in both 2D and 3D. Developed by Applied Coherent Technology and customized for the LROC team at ASU
quickmap.lroc.im-ldi.com
Justiert ist der 10 Zoll Dobson bereits worden, da wo ich ihn gekauft habe. Das sollte normal nicht das Problem sein.
Oh doch. Bei f/8 vielleicht nicht. Aber bei f/5 muss der jedes mal justiert werden. Und zwar penibel. Da ist die Toleranzbereich nur ca. 1mm groß. Gerade die günstigen Modelle dejustieren sich alleine schon durchs Stehen. Sobald du das hochhebst, musst du prüfen.
Grüße
Joachim