Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit
Hallo Tassilo,
Wenn man sich die Verkaufszahlen ansieht, dann bemerkt man, daß über 80% aller Teleskope ab einem Durchmesser von 150mm primär visuell genutzt werden. Es wird aus diesem Grund auch normalerweise kein Teleskop als "Visueller Newton" beworben, weil das der Regelfall ist.
davon dürfte ein beachtlicher Teil auf den Dobson fallen, dort liegt ja aber gar nicht unbedingt der Schwerpunkt der Kritik.
Das man zu einem Dobson nicht unbedingt noch dazuschreiben muss „visuell ausgelegt“ ist logisch, das sollte selbstverständlich sein.
Der Klassiker 200 f/6 mit 50mm FS ist schon ganz ok und wird ja auch gerne empfohlen.
Jedenfalls was das optische Konzept betrifft.
Auch wenn es wünschenswert ist das da auch mal ein richtig optimierter wie der Ninja kommen könnte.
Es geht eher um die ganzen OTAs, natürlich gab und gibt es vergleichsweise teure Lösungen.
Aber von günstiger Chinaware gibt es vom Skywatcher 150 f/8 Planetennewton mal abgesehen praktisch keines was wirklich visuell optimiert ist.
Fotooptimierte Optiken schießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden und die die Werbung dreht sich nur noch darum.
So zb der MESSIER MN-152 aus Deinem Hause.
Einen visuell optimierten Mak-Newton ala Intes MN66 sucht man bei Euch vergebens.
Wenn 80% visuell genutzt werden warum stürzt Ihr euch dann alle auf die 20% Foto?
Ein Deep-Sky Beobachter wird aber in der Regel auch sein Feld ausleuchten wollen.
Hier finde ich es sinnvoll einen Unterschied zum Rich-Field-Teleskop zu machen.
Auch hier kann man nicht alles gleichzeitig haben und es wäre ideal und heutzutage auch bezahlbar sich hier 2 verschiedene Teleskope zuzulegen.
Das kann für reines RFT auch gerne ein zu kurz FH sein.
Also: Die Wirklichkeit ist, daß die mit Abstand größte Gruppe eben die visuellen Beobachter sind. Astrophotografie ist eine Materialschlacht. Da kann viel danebengehen, und dann schlägt der Ratsuchende im Forum auf und wird wahrgenommen. Der visuelle Beobachter guckt halt durch, und hat oft jahrelang keine Gründe sich an das Forum zu wenden. Vor allem dann, wenn er ein klassischer Genusssspechtlier ohne wissenschaftlichen Anspruch ist.
Es geht hier weniger um ein Wahrnehmen von Forenbeitragen sondern um die massive Werbung der Handler und ein wahres Produktfeuerwerk für Fotografische Zwecke.
Visuell ist in den letzten Jahren praktisch keine einzige wirklich optimierte größere Optik auf den Markt gekommen.
Ich denke da ist es verständlich das sich da der visuelle Beobachter vergessen von Händlern und den Herstellern vorkommt.
@Dietrich
Also eigentümlich finde ich Deinen Vorschlag einer Zensur um des lieben Friedens willen.
Eine Diskussion lebt von kontroversen Auseinandersetzungen, auch wenn es mal etwas am Diskussionsstiel auszusetzen gibt.
Damit sollten wir umgehen können.
So ist es nun mal in der Welt, immer Friede Freude Eierkuchen ist eine Illusion und man würde sich was vormachen um den Schein zu wahren.
Es geht hier aber nicht um den Schein sondern darum das unterm Strich das hoffentlich richtige Rauskommt und das heißt zwangläufig eine Auseinandersetzung wenn es unterschiedliche Ansichten gibt und das ist gut so.
Natürlich muss diese Auseinandersetzung im vernünftigem Ton erfolgen.
Grüße Gerd