Hallo zusamen.
Es ist zum Haare raufen, nützt aber auch nichts. Das Seeing bleibt mies. Am Freitagabend war es wieder so schlecht, dass bei Mars mit dem C14 erneut nichts zu holen war. Also wieder downgrade auf 7"-Refraktor.
Da geht dann erstaunlicherweise immer noch was, und wenn man die Bilder betrachtet, sogar mehr als mit dem doppelt so großen Teleskop.
Mal wieder aus der Beobachtungspraxis geplaudert: Ich habe viel herumgespielt. Normal nehme ich 2xBarlow und Verlängerung. Das gibt am Refraktor schon stolze f:31. Für Monoaufnahmen mit der ASI290MM sehr gut, mehr muss nicht.
Nun war Mono bei den Umständen nicht die erste Wahl, sondern ein Instantergebnis mit der ASI224MC vorzuziehen. Die aber hat etwas größere Pixel, das Bild wird also kleiner als Mono. Abhilfe schaffte diesmal ein Okularprojektionsadapter. Mit einem Baader 12,5mm Ortho und variablem Auszug konnte ich nun zwischen ~f:50 und f:60 spielen.
Ergebnisse anbei, in der Größe original zueinander belassen.
Dazwischen zwei Versuche mit dem C14, die schön zeigen, das dessen Bilder schlechter auflösen als die des Refraktors.
F:61 ist am Refraktor etwas overkill, aber um die f:50 kann man tatsächlich mit der Farbkamera noch nutzen.
Auf jeden Fall bin ich so zu angenehm guten Bildern gekommen, wo ich ansonsten frustriert die Kuppel zugemacht hätte. Das Tandem ist ein "Paar für alle Fälle"

)
Ein Wort zur NPH:
Wolken oder Eis?, das fragen sich sicher manche.
Nun, die Erfahrung sagt: Wolken. Die Eiskappe bildet sich unter dem Eisnebel, der Nordpolarhaube (NPH = north pole hood). Die ist also immer erst da, dann das Eis. Die NPH dehnt sich weit über die eigentliche Eiskappe hinaus in gemäßigtere Breitengrade aus. So wie jetzt gerade.
Mit ziemlicher Sicherheit sehen wir bis jetzt von der Polkappe noch nichts, sondern nur Eiswolken.
Das lässt sich auch beweisen - und zwar durch Beobachtung! Wo sich täglich was anders darstellt, ist es kein Eis (wo das erstmal liegt, bleibt es auch etwas länger). Die Wolkenstrukturen sind nachweislich in Bewegung und haben täglich anderes Aussehen gehabt.
Damit ist klar: Was wir jetzt dort sehen, sind Eiswolken, kein festes Bodeneis.
Laut ALPO Japan, die einen Beobachtungsfahrplan erstellt hat, sollte sich die NPH irgendwann im Dezember lichten, dann könnte die eigentliche Poleisfläche sichtbar werden. Aber die wird deutlich kleiner sein,. als das, was wir jetzt sehen.
CS
Rudolf