Hallo Ulrike,
die normale Vorgehensweise beim Teleskopkauf mit Beratung in einem Forum ist folgende:
Voraussetzungen (zB):
- man findet Maks sympathisch
- man will visuell und fotografisch den Hobby fröhnen
- man hat ein sehr knappes Budget
- man weiß nicht, was man wollen soll
Beratung:
- es kommt darauf an, was Du sehen willst, Planeten oder Deep Sky
- es gibt kein Teleskop, das alles kann
- es gibt für Dein Budget nur wenig Teleskop und Montierung und Okular
- es kommen 100 Punkte hinzu, wie Transport, Gewicht, Qualität, Einsatzzwecke, Kamera, Laptop, Stromversorgung
Fazit:
- man muss an 100 Dinge denken, an die man vorher nicht dachte
- man merkt, dass das alles offenbar nicht so einfach ist, wie gedacht
- man hat langsam überhaupt keine Ahnung mehr, was man wollen soll und warum
- man fragt sich, ob das alles nicht vielleicht doch zu kompliziert ist
Nun, das ist es und ist es nicht. Du siehst ja, wie viele Sterngucker hier unterschiedliches Equipment haben. Und meist mehr als nur ein Teleskop. Die Frage ist also nicht, wofür man sich entscheidet (wie auch sonst im Leben), sondern eher, wogegen. Mit einer Entscheidung erledigt ma ja alle anderen Möglichkeiten, die man hätte wählen können. Das heißt, man muss sich trauen, Abstriche zu machen.
Kauf einen Mak und schau Planeten, aber keine Galaxien, und schau von hinten hinein.
Montiere ihn parallaktisch und Du kannst fotografieren.
Kauf einen Refraktor und schau von hinten hinein.
Montiere ihn parallaktisch und Du kannst fotografieren.
Kauf einen Dobson und schau seitlich hinein.
Der steht auf dem Boden und Du kannst bedingt fotografieren.
Kauf einen Newton und schau seitlich hinein.
Montiere ihn parallaktisch und Du kannst fotografieren.
Kaufe ein dickes Teleskop, das ist schwer und sammelt mehr Licht.
Kaufe ein dünnes Teleskop, das ist leicht und transportabel.
Das ließe sich jetzt fortsetzen bis zur Fotografie mit Astrokamera oder DSLR, Nachführung, etc, also das volle Programm... das Problem ist, dass Du dann alles weißt, aber erschlagen bist von wichtigen Informationen. Da musst Du durch. Oder Du kaufst Dir, was sympathisch ist und wogegen erst mal nichts spricht, und beginnst mal visuell. Die Option auf Fotos sollte schon da sein, aber das will dann später auch gelernt sein, in dem man Erfahrungen sammelt.
Budget: Newton/Dobson
Planeten: Mak
Galaxien: Dobson/C6 oder C8
etc.
Mehr als verwaschene Fleckchen sind Galaxien aber visuell nicht, wie schon Antares sagte.
Es muss auch nicht teuer sein, wie "komposer" sagt und zeigt, aber er ist auch ein Bastler und Tüftler...
Lass Dich nicht verwirren, sammle mal alle Infos, dir Du hast und bekommst, und mach Dir nichts daraus, dass kein Teleskop alles kann. So geht es uns allen hier. Und irgendwie haben wir alle angefangen, und zwar ganz unterschiedlich. Erst mit dem Einstieg sieht man, was Spaß macht, deshalb ist auch der Besuch eines Vereins oder einer Star-Party vor einem Kauf eine gute Idee. Durchgucken und sehen, was Du sehen kannst. Mit einem Linsenfernrohr, einem Dobson/Newton, einem Schmidt-Cassegrain, was auch immer.
Du kannst eigentlich nicht viel falsch machen. Teleskop ist Teleskop, und jedes kann etwas recht gut. Man muss nur den Mut haben, diese Stärken einzusetzen und damit erst mal eine Zeit lang zufrieden sein.

lg
Niki