es ist angerichtet: APM 150mm 90° SD Bino

Hallo Mario,

Dein Post bringt alles auf den Punkt, inclusive meinem Dilemma :)

Ich möchte "echt" binokular bleiben, auch nicht zurück zu großen Spiegeln wechseln und vor allem möchte ich nicht mehrere Instrumente haben müssen.
Es geht darum NV primär am 150er APM einzusetzen aber auch den Himmel mit 1x abzuscannen oder z.B. ein 10x50 Fernglas davor zu klemmen.

Ich werde ja auch nicht jünger und habe jetzt schon Angst vor der Zeit, wenn ich mein 150er nicht mehr nutzen kann, hier würde mir NV ermöglichen die Apertur zu reduzieren ohne allzu große Einbussen zu haben.

Wie Du schon sagst, ich sehe ich NV vor allem die Option mir zusätzliche Öffnung einzukaufen ohne die Nachteile "Echter" Öffnung wie Größe und Gewicht zu haben.

An Galaxien soll NV in etwa Dinge zeigen, die der doppelten Öffnung entsprechen, das wären in meinem Fall 300mm, denn dass man beim Blick auf 2 Phosphorschichten weiter den Faktor 1.41 für die binokulare Addition ansetzen kann bezweifle ich eigentlich, das Bild ist ja eh schon hell genug.

Klar ist das schon ein Sprung, aber nach meiner Erfahrung ist das für Galaxien immer noch nicht "berauschend", ich hatte ja schon einen sehr guten 12.5" Dobson.

Vielleicht sollte ich mich aber auch nicht so sehr in den Galaxien verbeissen sondern NV für das nutzen, wo sie wirklich glänzt, nämlich Nebel und PN
In Sachen Nebel bin ich bei Dir, da wird der Doppelrefraktor mit kurzer Brennweite wirklich irre Dinge zeigen können, für PN fehlt dann möglicherweise schon wieder die Vergrößerung.

Ein weiterer Faktor. der mich verunsichert ist mein guter Himmel um SQM 20, denn NV bringt ja insbesondere bei lichtverschmutzem Himmel Vorteile, unter gutem Himmel wird der Unterschied geringer.

Eine schnelle Entscheidung wird es bei mir sicherlich nicht werden, dafür geht es auch um zu viel Geld und ich muss mir überlegen, ob mir Nebel und PN das wert sind.
Natürlich wäre es extrem hilfreich NV mal mit eigenen Augen testen zu können ...

Und das digitale NV macht ja auch sehr schnelle und gewaltige Fortschritte, wenn ich mir die Livevideos der Sony A7S anschaue und die Nebel dort dann sogar noch in Farbe sehe überlege ich , ob man nicht noch abwarten sollte wie da die Entwicklung weitergeht.
Günstiger als analoges NV wird das auf jeden Fall sein, aber es ist halt auch mehr ein Beobachten von Bildschirmen, egal wie klein und nah vor unseren Pupillen die dann auch sein werden.

Auch muss ich mir überlegen, ob es mir vielleicht schon reichen würde die Objekte auf dem aufs Bino geschnallte iPad zu beobachten.
Es wäre halt noch ein schritt weiter weg von den ursprünglichen oder auch verstärkten Photonen und am ende kann ich mir dann gleich ein Youtube Video ansehen.

Für den Moment und die nächste Zeit bleibt es jedenfalls erstmal bei echten Photonen auf Netzhaut :-)

Grüße Jochen
 
Heute habe ich zwei Ethos 8mm Okulare bestellt um meinen Okularkoffer zu vervollständigen.

Ansonsten habe ich in den letzten Tagen sehr viel über Restlichtverstärker gelesen und bin mit einigen Nutzern in intensiven Kontakt um mich beraten zu lassen.
Die Entscheidung ist aber schon gefallen, mittelfristig werden bei mir zwei PVS-14 einziehen.
Die Möglichkeit mit recht wenig Aufwand Objekte sehen zu können, die einem sonst verborgen bleiben, ist einfach extrem verlockend.

Viele Benutzer schwärmen auch vom Einsatz bei geringen Vergrößerungen von 1x bis 10x, z.B. durch konventionelle Ferngläser.
Gerade auch das Canon 10x4IS soll sich da sehr gut machen, NV in Kombination mit Stabi klingt auch wirklich nett :-)

Bei Meteoriten lässt sich wohl auch das Zerbrechen in Einzelteile sehr gut beobachten.

Das alles sind für mich extrem reizvolle Optionen, und deshalb werde ich diesen Weg einschlagen und nicht länger über größere Instrumente nachdenken :)

Analoges NV ist für mich auch immer noch "echtes" Beobachten, was ich beim Einsatz von Kameras und Bildschirmen vor den Augen so nicht mehr so empfinden würde.

Grüße Jochen
 
interessant Jochen, was ist denn der Unterschied zwischen den PSV-14 und den ONVI, dass PVS-14 ist das Gehäuse, richtig?
 
Hallo Willy,

Ich fasse das mal zusammen, wie ich es bisher gelernt und verstanden habe :)

Das ONVI-M ist ein von Jonathan speziell für den Astrobetrieb umgerüstetes PVS-14
In beide passen also auch dieselben Röhren.

Das PVS-14 hat ein fest installiertes 1x f/1.2 Objektiv, welches qualitativ sehr hochwertig sein soll.
Allerdings kann man das PVS-14 deshalb nicht ohne Okular im prime Fokus eines Teleskops verwenden.

Jonathan baut das so um, dass man sein ONVI-14 im prime Fokus verwenden kann, gleichzeitig liefert er ein 1x Objektiv mit, welches aber nicht an die optische Qualität vom originalen Objektiv des PVS-14 rankommen soll.
Früher gab es wohl Okulare in hoher Qualität zu kaufen die man mit dem OVNI verwenden konnte, aber die gibt es inzwischen leider auch gebraucht praktisch nicht mehr.

Nutzt man den Verstärker alleine ohne weitere Optik als 1x Instrument braucht man natürlich dieses 1x Objektiv.
Auch beim Einsatz am Teleskop hinter Okularen oder hinter Ferngläsern wird es benötigt.

Nach allem, was ich bisher gehört habe ist der Einsatz im Prime Fokus für mich uninteressant.
Der Verstärker verhält sich dann wie ein 27mm Okular, und das ist bei 150mm Öffnung wohl zu dunkel.
Ein Benutzer mit einem 100mm Doppelrefraktor sagt jedenfalls bei ihm ginge es nicht und er vermutet bei mir wäre es höchstwahrscheinlich auch nicht der Burner.
Die prime Fokus Anwendung macht bei großen Öffnungen Sinn, die alleine durchs Objektiv (Spiegel) schon genügend Licht sammeln.

Bei kleinere Öffnungen muss man kurzbrennweitige Okulare vorschalten, um mehr Licht zum Verstärker zu bringen.
Meist wird ein 55mm Plössl verwendet, es gibt sogar noch einen Konverter, der aus dem 55er ein 67er macht.
Damit bekommt der Verstärker dann auch genügend Licht und man hat die gewünschten weiten Felder.
Bei mir wird wohl auch das 40mm Plössl gut funktionieren, vielleicht mit Einschränkungen auch noch das 32er.

Das bedeutet aber auch, dass mit meinem 150er APM keine Hochvergrößerungen von Galaxien und PN möglich sein werden, dafür braucht man mindestens ein C11, eher mehr.

Ob das wirklich so ist muss ich sehen, ich denke wenn ich aktuell bei 150x Galaxien schon gut sehe, müsste ich sie doch mit nachgeschaltetem Restlichverstärker noch besser sehen.
Aber möglicherweise ist die Rechnung nicht so einfach wie ich mir das vorstelle, denn dann hat man natürlich auch wieder mehr Rauschen.

Generell muss man wohl viel mit Filtern arbeiten, denn natürlich wird der helle Bildhintergrund bei Austrittspupillen von bis zu 12mm auch mitverstärkt und um den benötigten Kontrast zu bekommen muss man eben filtern.

Es ist halt wie immer, die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei NV nicht.
Entweder weite Felder und beeindruckende Nebel, oder Hochvergrößerung mit einem Spiegel und schöne Galaxien.

Gavin ist jedenfalls von seinen beiden PVS-14 am 100mm Doppelrefraktor sehr begeistert aber halt eben bei den passenden Objekten.
Möglicherweise geht mein 150er da etwas weiter, aber generell habe ich mich ja auch bei der Beobachtung mit Glasokularen mehr auf Felder denn Vergrößerung festgelegt.
Deshalb denke ich, das wird schon passen und die Bilder dazu sind extrem vielversprechend.

Generell sagen viele Nutzer, dass sie einen Großteil ihrer NV Beobachtungen ohne zusätzlichen Optiken bei 1x machen, das muss wirklich sehr eindrucksvoll sein und ich denke, das macht auch mir sehr viel Spass.

Grüße Jochen
 
super, danke Dir.
Ich frage mich jedoch was eine AP > 6mm bringen soll. Was hilft das viele Licht wenn es nicht gesehen werden kann. Das ist wohl eine Sache die man testen muss.
Verstehen tue ich das nicht ganz, wenn geschrieben wird, dass die in Elektronen konvertierten Photonen 70.000mal multipliziert werden, habe ich schon erwartet das dies eben mit den im Primärfokus oder des Focus des Okulares befindlichen Photonen passiert. Sie schreiben ja nicht das dies nur mit sehr hellen Licht geschieht, sondern mit dem "sichtbaren" Licht. Ist wohl eine Frage der Helligkeitsschwelle.
 
Hallo Willy,

das mit der zu großen AP dachte ich zuerst auch, aber die AP "beleuchtet" in diesem Fall ja nicht unsere Pupille sondern die Verstärkerröhre.
Und deren aktive Fläche hat wohl 20mm Durchmesser, sprich sie kann APs von den Okularen bis 20mm nutzen.

Je mehr Licht die Röhre bekommt desto besser.
Deshalb werden ja auch z.B. die C11 bei NV mit Reducern betrieben.

Klar wird alles sichtbare Licht verstärkt, aber bei wenig Licht geht der Kontrast wohl im Rauschen unter.

Grüße Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh je, dann geht bei dem 120er APM nur das TV 40mm Plössl mit 40x bei immerhin noch 1,08°.
ABER: Es geht ja immer noch die Variante NV mit Fotoobjektiv(e) !
 
Hallo Willy,

für die Variante mit den Fotoobjektiven benötigt man ein NV Gerät ohne fest verbaute Linse.
Das PVS-14 scheidet dann also aus und die Mod.3 Geräte mit C-Mount Anschluss sind in Europa nicht verfügbar, haben aber auch andere Nachteile.
Mit den OVNI Geräten gehen soweit ich weiss Fotoobjektive, dafür haben die dann eine optisch nicht so gute Linse für afocale Nutzung.

Wie schon gesagt, das universelle NV Gerät das alles kann gibt es leider nicht, man muss sich vor dem Kauf entscheiden, wie man es einsetzen will.

Grüße Jochen
 
Ich sehe grad: 458 Posts haben wir schon hier! :D :eek: :coffee:

Auch nicht schlecht...

lg
Niki
 
Zum Thema AP beim Nachtsichtgerät kann ich nur sagen, dass ich mit meinem Nachtsichtgerät (PVS-7) afokal die besten Bilder bekomme, wenn die AP bei etwa 15-18mm liegt. Das Maximum, dass das Nachtsichtgeräts verwerten kann liegt bei etwa 20mm.

Dafür ist das 67mm TeleVue Plössl (also das 55mm mit der Zusatzlinse die es dazuzukaufen gibt) an meinem Dobson ideal. Damit komm ich im 16" Dobson auf eine AP von 16mm und ein Sichtfeld von rund 45° (was ausreicht um das 40° Sichtfeld des PST-7 auszuleuchten).

Okay, die Koma bei effektiven f/1,7 ist schon grausam, lässt sich aber immer noch durch einen Paracorr Komakorrektor vollständig beheben.

Grüße, Mario
 
Die Würfel sind gefallen, ich werde die Apertur meines Binos mithilfe von 2 OVNI-M Restlichverstärkern etwas vergrößern:

https://www.ovni-nightvision.com/en/content/11--ovni-m-

Hier ein Link zu einem Nutzer, der 2 Restlichtverstärker im 100mm EMS Bino einsetzt:

https://www.cloudynights.com/topic/692417-night-vision-binoscope/

Aber auch ohne zusätzliche Optik kann man mit solchen Dingern viel Spass haben:

https://www.cloudynights.com/topic/640375-pvs-14-night-vision-binoculars/

Dank dem C-Mount Anschluss kann man natürlich auch jede Menge Cine Objektive zum Einsatz bringen.

Hier mal ein paar Beispiele, was solche Geräte an einem C11 liefern, da werde ich mit binokularen 150mm zwar nicht ganz hinkommen, aber vielleicht zumindest in die Nähe:

https://www.cloudynights.com/topic/640375-pvs-14-night-vision-binoculars/

Bis es soweit ist werden aber noch ein paar Monate ins Land gehen, ich muss erst noch ein "fundraising" starten :-)

Grüße Jochen
 
Das ist ja spannend, Willy :)

Ich habe Dir mal ne PN geschrieben ...

Grüße Jochen
 
Mission completed :-)

IMG_1350.jpeg


APM XWA 3.5 und 4.7mm
Ethos 6mm - 17mm
Kasai 32mm

Das war es dann in Sachen Glas :-)

Grüße Jochen
 
Der Kofferdeckel ist die universelle Okularkappe :)

Da ich die Okulare alle oben abgedreht habe um für die binokulare Nutzung mehr Platz für die Nase zu bekommen würden auch gar keine Kappen mehr halten.

Grüße Jochen
 
Und das digitale NV macht ja auch sehr schnelle und gewaltige Fortschritte, wenn ich mir die Livevideos der Sony A7S anschaue und die Nebel dort dann sogar noch in Farbe sehe überlege ich , ob man nicht noch abwarten sollte wie da die Entwicklung weitergeht.
Bedenke dass OVNI bzgl. analoger farbiger Nachtsicht zwar einen Aprilscherz dieses Jahr gebracht hat, aber man tatsächlich daran arbeitet:
Ich kann mir nur vorstellen dass es vom Prinzip wie https://colortacnightvision.com/ arbeitet, nur ggf. mit Filtern die für Himmelsobjekte optimiert sind.
 
Vielleicht auch fürs Thema auch interessant - einfach als Impressionen:

Der Anblick sollte live mit zwei hochwertigen OVNIs als Bino, wie du es planst, nicht viel anders sein.
In meinem Gerät ist live der Kontrast etwas schwächer und das Szintillieren zu sehen, aber mit noch besseren Werten und 2 Geräten auf beiden Augen müsste der Anblick ungefähr hinkommen.

Man sieht gut die verzerrten Sterne, gerade am Rand. Das ist fokal nicht so massiv wie hier afokal (vielleicht liegt es doch an der Linse des Nachtsichtgerätes?).
Dazu das Halo um helle Sterne, dass ich Nachtsichtgerät entsteht.
Und auch, dass der Rand ordentlich vignettiert, wenn man das 67mm afokal + Reducer nutzt. Dafür hat man ein großes Sichtfeld - ist immer die Frage was man gerade braucht.

Mario
 
Farbiges NV klingt natürlich spannend, wird aber (neben saftigen Preisen) auch einen ziemlichen technischen Overhead bedeuten.
Man sieht ja wie bulky die beiden drehenden Filter auf beiden Seiten des PVS14 sind.
Möglicherweise geht das auch wieder mit einem Verlust an Auflösung einher.

Ich weiss auch wirklich nicht, ob der Verzicht auf Farbe wirklich so dramatisch ist.
Abgesehen von Mond und Planeten ist die restliche visuelle Astronomie ja auch eine recht graue Angelegenheit :)
Allerdings bin ich auch ein Fan von Schwarz / Weiss Aufnahmen, egal ob Astro oder nicht, und mir geht es mehr um Strukturen und Details denn um Farben.
Will ich Farbe schau ich Hubble :)

Was mich an der analogen NV so reizt ist gerade die Einfachheit, ein kleines, leichtes Ding wie ein Okular und es eröffnet sich eine völlig neue Welt.

@ Mario: Deine Bilder hatte ich schon in der Facebookgruppe bewundert.
Ich fragte mich als erstes, wie sich wohl die 30s Belichtungszeit mit dem visuellen Eindruck am Okular vergleichen lässt, aber hier im Thread hast Du es ja erklärt.

Grüße Jochen
 
@ Mario: Deine Bilder hatte ich schon in der Facebookgruppe bewundert.
Ich fragte mich als erstes, wie sich wohl die 30s Belichtungszeit mit dem visuellen Eindruck am Okular vergleichen lässt, aber hier im Thread hast Du es ja erklärt.

Grüße Jochen
Wie gesagt, das ist schwer zu beschreiben.
Visuell ist der Kontrast zwischen Nebel und Hintergrund geringer, aber ansich ist alles sichtbar was man auf den Bildern auch sieht.
Dazu kommt (je nach Qualität des Nachtsichtgerätes) das Szintillieren, das ein Foto natürlich einfriert.

Bei einem Einzelfoto ist das Szintillieren daher gut sichtbar und sieht wie viele schwache zusätzliche Sterne am Bild aus, da es eben dieses einfriert. Beim Livestack wird dieses Szintillieren weitgehend herausgerechnet bzw. wird zu einer leichten gleichmäßigen Hintergrundaufhellung, die ich hier mit dem nachträglichen erhöhen des Kontrasts wieder eliminiere.

Die 30 Sekunden Livestacks sind vielleicht etwas besser als der reale Liveanblick im Gerät, aber definitiv näher an der Realität als ein Einzelfoto. Unser Gehirn ist recht gut darin das Szintillieren zu ignorieren, während ein Foto oder Video es gnadenlos einfängt.
Für mich sind die Bilder die ich gemacht habe sehr nahe an dem, wie ich persönlich den Anblick im Nachtsichtgerät empfinde, wenn ich ein Objekt darin einige Zeit beobachte.

Mag aber sein, dass auch diese Wahrnehmung individuell unterschiedlich ist.

Grüße, Mario
 
Dass man Beobachtungsspaß mit jenen Restlichtverstärkern haben kann, mag auf jeden Fall sein, zwei Dinge aber noch als Randbemerkung:

1) Bitte nicht einfach so auf die Idee kommen und mit dem frisch erworbenen Nachtsichtgerät im Fluggepäck z.B. nach Namibia oder in die Türkei reisen - je nach Leistungsdaten sind die Geräte ausfuhrgenehmigungspflichtig. Aber der ja ebenfalls in der EU ansässige Hersteller wird das näher ausführen können, denn Dual-Use-Anforderungen sind EU-weit gleich.
2) Auch die langlebigsten Restlichverstärker altern und verlieren kontinuierlich ihre Empfindlichkeit - was aber stark von der Nutzung abhängt. Auch dazu würde ich den Hersteller befragen.

Besten Gruß,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

danke für die Hinweise.
Flugreisen unternehme ich generell nicht aber in die Alpen möchte ich mit so einem Teil schon ganz gerne mal.
Speziell bezüglich der Schweiz muss ich mich da auf jeden Fall genau informieren.

Ja, die Röhren haben eine Lebensdauer, Alterung findet aber nur bei Benutzung also wenn Strom fliesst statt.
Ich habe das auch mal grob durchgerechnet, auch wenn ich wahrscheinlich öfter mal Abend kurz mit dem Verstärker vor die Tür gehe als ich mein Bino aufbauen werde, könnten auch meine Enkel das Gerät noch mit Freuden nutzen - bis dahin ist es aber technisch völlig überholt :)
Die Röhren die ich kaufe werden auch neu und nicht gebraucht sein.

Grüße Jochen
 
2) Auch die langlebigsten Restlichverstärker altern und verlieren kontinuierlich ihre Empfindlichkeit - was aber stark von der Nutzung abhängt. Auch dazu würde ich den Hersteller befragen.
Naja - ein typisches Nachtsichtgerät der 3. Generation hat eine Lebensdauer von 15.000 Stunden Betrieb und lässt frühestens nach 10.000 Stunden an Leistung leicht nach.

Selbst wenn ich zweimal pro Woche immer 6 Stunden durchgehend beobachte (und das schaff ich erfahrungsgemäß nie), sind die ersten Leistungsprobleme nach 16 Jahren zu erwarten.
Ich denke das kann man ziemlich vernachlässigen.

Mario
 
Ich meinte auch nicht die Lebensdauer - denn Ende Lebensdauer = kaputt. Das dauert natürlich - aber es ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass die Leistungsdaten bei Auslieferung im laufenden Gebrauch erhalten bleiben. Häufige Nutzer sehen so etwas, nehmen aber auch (aufgrund ihres "Nutzungsprofils" ;-)) im Beobachtungsalltag auf altersbeschleunigende Faktoren weniger Rücksicht...

CS,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

danke für die Hinweise.
Flugreisen unternehme ich generell nicht aber in die Alpen möchte ich mit so einem Teil schon ganz gerne mal.
Speziell bezüglich der Schweiz muss ich mich da auf jeden Fall genau informieren.

Schweiz ist kein Problem, ist zwar nicht E.U., ist aber exportrechtlich gleichgestellt - und die Befreiung der Ausfuhrgenehmigungspflicht entfällt auch bei Reisen Richtung USA, Kanada, Norwegen, Australien, Neuseeland und Japan.

CS,
Stefan Korth
 
Danke für die Info, Stefan, dann steht einem Besuch des Gornergrats mit dem Nachtsichtgerät ja nichts im Weg :)

Grüße Jochen
 
Gestern Nacht war es wieder soweit, der Mond zeigte eine schmale Sichel und ging früh unter, die Vorhersage war vielversprechend:

Bild 14.06.21 um 22.39.jpg


Ich war von 22 Uhr bis 1 Uhr draussen und am Ende der Session war die Milchstrasse mit bloßem Auge zu sehen.
Dennoch war der Himmel nicht richtig dunkel, speziell Richtung Osten sieht man die Lichtglocke des 30km entfernten Mannheim doch deutlich.

Zum Warmlaufen in der Dämmerung beobachtete ich den Mond mit allen mir zur Verfügung stehenden Okularen.
Jede Vergrößerung von 25x bis 240x hat ihren Reiz, im Laufe der Beobachtung konnte ich auch noch eine Sternbedeckung durch die Dunkle Mondscheibe beobachten - sehr imposante Himmelsmechanik live.
Gestern war auch abgeschattete Teil des Mondes leicht erhellt und man konnte so immer die komplette Kontur sehen, was ich sehr mag.
Besonders toll ist der sehr fein auslaufende Teil des Terminators an dessen Enden, das macht mit hoher Vergrößerung richtig Spass.
Das Seeing war wirklich gut und die 240x problemlos nutzbar, ich bevorzuge aber doch die 180x, das Beobachten ist damit deutlich entspannter.

Wirklich schön sind die 100° Okulare, die mir immer einen sehr großen Bereich zeigen.
Etwa in der Mitte des beleuchteten Bereichs waren einige sehr interessante Strukturen und hier sieht man mit 2 Augen einen sehr deutlichen und tollen 3D Effekt.
Das Bild wirkt regelrecht plastisch.
Der direkte Vergleich mit einem zugekniffenen Auge macht den Unterschied sehr deutlich.

Das sind die Momente in denen ich weiss, mit dem 150er Bino die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Ich machte dann eine Pause um abzuwarten, bis der Mond hinterm Berg verschwunden ist und der Himmel dunkler wurde.

Dann habe ich als erstes natürlich kurz den StarSense an einem hellen Stern eingerichtet, das mache ich inzwischen mit dem Kugelkopf und nicht mehr in der App.
Das geht schneller und ist genauer.
Danach muss man sich um die Software keine Gedanken mehr machen, die Treffgenauigkeit ist 100%

Zum Stativ und Fluidhead muss ich nicht mehr viel sagen.
Das Stativ wird mit den 3 Schrauben an den Füssen einmal ins Wasser gestellt und der Fluidhead einmal ins Gleichgewicht verschoben, dann sind die ganze Beobachtungszeit keine Änderungen mehr notwendig.
Man kann die Technik dann einfach vergessen und nur noch benutzen.
Die Leichtigkeit, mit der das schwergewichtige Bino in beiden Achsen bewegt werden kann und nach dem Loslassen in jeder Position stehen bleibt ist immer wieder unfassbar gut.
Auch die Kurbelsäule funktioniert perfekt, ich habe speziell nich mal darauf geachtet, das Kurbeln ist für mich keine unangenehme oder anstrengende Prozedur, es geht in beiden Richtungen extrem leicht und gehört dazu wie das Schwenken des Binos.

Natürlich habe ich auch wieder Sterntests mit beiden Tuben gemacht, das ging gestern besonders gut denn so ein gutes Seeing hatte ich bisher noch nicht.
Beide Optiken sind absolut perfekt, aber das wusste ich ja schon vorher :)

Da ich mich auf die Beobachtungsnacht nicht vorbereitet habe nutze ich den Starsense - dieses mal mit vorher komplett auf rot geschaltetem Display, zur Objektsuche.
Dazu zoome ich in die App rein bis mir Galaxien, Sternhaufen und Nebel angezeigt werden, diese fahre ich dann nacheinander an und bin gespannt, ob ich sie in den Okularen sehen kann.
Das klappt wirklich hervorragend und ich kann mir wirklich nichts besseres Vorstellen um schnell, unkompliziert und treffsicher auch schwache Objekte anzufahren.

Leider stehen die meisten Objekte inzwischen schon wieder tief, die Virgo Galaxien zusätzlich auch in der Lichtglocke von Mannheim.
Dennoch war ich erstaunt alle von der App angezeigten Galaxien deutlich in den Okularen sehen zu können.

M81/82 musste ich natürlich auch besuchen, auch wenn diese nicht mehr so schön im Zenith stehen wie bei der letzten Beobachtung.
Hier habe ich auch mit den Vergrößerungen gespielt und ging bis 140x, wo der Hintergrund dann auch schön dunkel wird.

Besondere Highlights waren die Bumbbell Galaxie und M57, auch hier habe ich mich durch die Vergrößerungen gearbeitet um Erfahrungen zu sammeln.

Früher war der Okularwechsel immer eine aufwändige Geschichte.
Instrument klemmen, Umstecken, Stern zum Fokussieren suchen, Fokussieren, Objekt wieder aufsuchen.
Vor allem der letze Punkt war bei höheren Vergrößerungen nicht immer einfach.
Heute ist das dank Starsense völlig unproblematisch ich kann mir auch einen weiter entfernen Stern zum Fokussieren wählen und dank der App bin ich in einer Sekunde wieder im Zielbereich.
Die Nacht besteht nun wirklich aus Beobachten und nicht aus Suchen...

Nebel konnte ich keinen einzigen im Okular erkennen, aber das hatte ich auch nicht erwartet.
Dazu bräuchte ich einen deutlich dunkleren Standort und müsste auch Filter einsetzen.
Aber diesem Bereich werde ich ja bald mit dem Restlichtverstärker auf die Pelle rücken :-)

Gegen Ende der Session sind auch der Doppelhaufen und Andromeda hinter den Bäumen Richtung Norden aufgetaucht und natürlich musste ich das noch mitnehmen.

Hi/Chi wie immer traumhaft schön, egal ob mit 25x und viel Feld drumrum oder mit 140x feinste Sterne beobachten, es ist eine reine Freude.
Auch M31, M32 und M110 begeistern mich immer wieder.

Richtig irre ist es auch mit den Ethos 17 und 13 einfach nur durch die Milchstrasse zu wandern, da gibt es so unglaublich viele feine und wunderschöne Details sowie Sternmuster und verschiedene Sternfarben zu entdecken, auch beim Farbenspiel von Albireo habe ich einige Zeit verbracht.

Wirklich beeindruckend ist die Optische Qualität des Binos.
Wenn man sich beim Fokussieren die nötige Zeit nimmt sind die Sterne wirklich nadelfein, was mir extrem gut gefällt und ein wichtiger Grund für einen Doppelrefraktor war.

Diese Session war für mich nochmal mehr ein Testlauf als ernsthaftes Beobachten.
Ich sprang von Objekt zu Objekt, habe mit der Technik gespielt um sie noch besser kennen zu lernen und suchte die Limits.
Ich kann ohne Einschränkung sagen, dieses Bino und dieses Setup macht zu 100% genau das, was ich mir gewünscht habe und eigentlich nicht dachte, dass es in dieser Perfektion möglich sein würde.
Der Einzige Pferdefuss ist das Gewicht, aber das wusste ich ja vorher :)
Den inneren Schweinehund zu überwinden um Aufzubauen ist definitiv ein Thema, ich muss mir mal Gedanken machen, wie ich Stativ, Säule und Fluidhead permanent aufgebaut lassen kann und nur noch Bino und Okularkoffer Tragen muss.

Meine Berichte werden jetzt auch weniger werden, ich denke zum Bino und der Technik ist alles gesagt.
Es wird da auch keine Veränderungen mehr geben, da ich in keinem Bereich mehr Optimierungspotential sehe.

Zukünftig werde ich dann nur noch von speziellen Beobachtungen genauer berichten um das Potential des Binos selbst zu beleuchten.

Grüße Jochen
 
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