Etwas Deep-Sky mit kleiner Öffnung

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Janice

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Endlich, ja endlich Gewissheit! - Der wolkenlose Himmel, welcher sich den ganzen Tag schon angekündigt hatte, gab seine ersten glitzernden Schätze preis. Etwas Fernlicht war am Horizont über den Scheunendächern auszumachen - einem zarten Nebel gleich stieg es aus den Städten und Dörfern empor. Auch fand etwas Licht einer Straßenlaterne durch den Irrgarten an Hauswänden, Sträuchern und Hecken seinen Weg zum Objektiv. Eine Straßenlaterne, die ob ihrer grotesken Erscheinung sowieso viel eher in eine Gasse Londons oder Paris's im 19Jh. passen und mir dort wenigstens nicht die Sicht einschränken würde. Und da war noch der Mond, der hinter meinem Rücken seine Spielchen trieb.

Nun ... also Bedingungen, die eigentlich ja gar nicht mal soooo schlecht sind und mit meinem Hang zur Dramatik auch bestimmt auf 50% Einfluss zu reduzieren sind ;)

Das Teleskop bewegte sich mit der Fingerspitze am Zenitspiegel in Richtung Gamma Cygni (Sadir) - dank des 36mm Okulars mit 72° Gesichtsfeld war dieser sofort - auch ohne Telrad - im Fokus. Ich hatte da doch gestern tatsächlich Messier 29 entdeckt - den Cooling Tower also Kühlturm. Angeblich, so munkelt man im Internet, sei er ja ein soooo langweiliger und unscheinbarer Sternhaufen, dass er wohl eher selten ins Objektiv zu finden scheint. Nun, mir fiel er sofort auf und um so glücklicher (das ist etwa wie beim Pilzesuchen ;)) war ich, dass es tatsächlich ein Sternenhaufen sein sollte, was ich da gefunden hatte.

Und heute? "Heute", das "heute" ja schon zum "gestern" wird - womit sich oben erwähntes "gestern" also zum "vorgestern" relativiert :augenrubbel: ... heute hatte ich ihn bewusst aufgesucht. Bewaffnet mit Unmengen an gefährlichem Halbwissen aus dem Internet, einer Flasche besonders koffeinhaltiger Fritz-Cola und einem Teleskop, dass bei Nacht auch vielmehr an ein altes -aber mit Carbon getuntes- Flak-Geschütz erinnerte. Pimp my Flak, quasi ... ähmmm, aber Spaß beiseite und weiter mit dem Bericht:

Also, meine Katze zu Füßen und M29 im Fokus, zückte ich die winzige Rotlichtlampe, schaltete sich in den Lippen und Zahn Betrieb, griff zu Bleistift und Papier und begann zu zeichnen. Zugegeben, auch als Tochter einer Kunstlehrerin nicht unbedingt meine Paradedisziplin. Aber ich zeichnetet und schaute und zeichnete und schaute. Immer auf der Suche nach dem dunkelsten Stern, den ich gerade noch auszumachen vermochte. Ich führe nämlich ein Max-Mag-Tagebuch - immer auf der Suche nach einem Stern, der den bisherigen Rekordhalter mit etwas über mag 12 ablösen könnte. Aber dazu würde der Himmel sicher nicht taugen - was ich einfach mal annahm.

Das Bild war einfach Klasse. Der Schwan ist zur Zeit hier im dunkelsten Bereich des Himmel und offenbart auch bei moderaten Sichtbedingungen eine schiere Unmenge an Sternen. Ich liebe es einfach mit dem Weitwinkel-Okular in diesem Bereich zu wandern.

Vielleicht sollte ich einfach das Bild hochladen, oder? Bevor ich noch mehr erzähle. Alsoooooo ... das Bild wurde in Photoshop mit viel gutem Willen gestreckt und gestaucht. Und zwar solange, bis es sich mit dem Screenshot meiner Astro-Software deckte. Dann einfach die Sterne identifiziert und meine Bleistiftpunkte komplett gephotoshopt:

Link zur Grafik: http://www.zavx.com/m29.jpg

Die Sichtgrenze lag also in diesem Bereich bei etwa Mag 10,9. Ich nehme einmal an, dass das für diese Öffnung und bei solch' hellem Mondlicht zu erwarten war.

Im Minutentakt kreuzten Satelliten durchs Bild und spätestens als ich begann diese zu verfolgen - was mit einer azimutalen Montierung und so einem Okular natürlich besonderen Spaß macht ... spätestens also zu diesem Zeitpunkt beschloss ich noch einen Abstecher in Richtung Kassiopeia zu machen. Es wurde schon recht kalt und auch der Bereich am Himmel war doch stark vom Mondlicht überblendet, aber ... aber ich musste einfach noch einmal nachschauen, ob sich H und CHI Persei nicht doch schon gegenseitig aufgefressen haben. Und ich wurde belohnt! Das erste mal, dass ich die beiden Geschwister im neuen Okular bestaunen durfte - und trotz widriger Verhältnisse einfach ein Genuss. Natürlich kein Wow, eines 12" Dobsoianers ... vielmehr ein "Achhhhhhhhh" einer verzückten 4" Zeissianerin.

Deep-sky und 4" ist ein Scherz? Nein, dem mag ich einfach widersprechen. Für mich ist dieser Doppelhaufen eben das Paradebeispiel, was mit einer so kleinen Öffnung und einem guten Objektiv möglich ist. Keine Wunder, klar!

Völlig durchgefroren beendete ich die Nacht mit gewohntem Schwenk zu Mond und Jupiter. Das Okular wechselte ich dabei allerdings nicht mehr. Womit ich lediglich bestätigen kann, dass Jupiter mitsamt seiner Monde und Wolkenbänder nach wie vor die gleichen, langweiligen Bahnen beschreibt. Aber am Mond selbst natürlich das gewohnte Bild: Unglaublich scharfe und kontrastreiche Abbildung - man mag einfach gern die Finger nach ihm ausstrecken! Ich könnte - trotz minimaler Vergrößerung - stundenlang diesem Himmelskörper folgen. Könnte zeichnen oder einfach nur staunen. Vielleicht bin ich leicht zu beeindrucken ... und habe vielleicht auch einen Hang zur Sentimentalität ... aber was bleibt ist dieses unglaubliche "Achhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh", dass zwischen dem Zirpen der Grillen durch die Nacht verklingt.

Also - mit warmen Herzen und eiskalten Händen klappte ich das Stativ zusammen, trug alles ins Haus und wärmte mich am Prozessor meines Notebooks auf, während ich die Zeichnungen auswertete. Nun bin ich sicher die nächsten Wochen krank und muss von diesen Bildern zehren ;)

LG
Janice

 
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Hallo Janice,

ein feiner Bericht und es gibt viel zu sehen mit "nur" 4".
Ein Beobachtungskumpel von mir beschäftigt sich gerade mit einen riesigen Projekt. Sternkartenerstellung mit StarMapSudio, wobei er das Programm auch bedienerfreundlicher machen will. Es läuft zwar schon, man kann Karten erstellen, aber es ist noch nicht sehr bedienerfreundlich.
Rein zufällig ist das hier schon in einer ersten Version fertig.
http://vangestel.de/astro/maps/cas.pdf
Das geht ALLES mit "nur" 4", zumindest unter brauchbaren Bedingungen und die hast Du gerade in diesem Himmelsabschnitt offensichtlich.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Ganz unten im PDF gibt es eine Objektliste.

Gruß und CS
*entfernt*


 
Hallo Janice,

und was hast du sonst noch für Hobbies? Gedichte schreiben?
Das war ja mal ne wirklich schöne Story.

Gruß

Johannes
 
Andere Hobbies? Na, ich bastle gern was für mein kleines Zeissi ... zum Beispiel aus Holz und das ganz ohne Plan, Zirkel oder Maßstab ;)

Was ein toller Werkstoff!!!

Link zur Grafik: http://www.zavx.com/h2.jpg

Und so muss ich irgendwann vielleicht nicht mehr die Sterne zeichnen ;)

Aber du hast Recht - ich mag auch Gedichte ;)


Der Tau

Wenn morgens du vom Kleeblatt lachst
Und dich im Winde neigst
Dann ist mein Herz erweicht!

Wenn nachts jedoch zum Himmel steigst
und meinen Linsen milchig machst
Shit ... dass hasse ich vielleicht!


Nee Qutasch ... Danke für die netten Worte!

@*entfernt*GMS: Ich mach mich gleich mal daran das PDF zu studieren +Danke*


LG
Janice




 
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Hallo Janice!

Vielen Dank für den informativen, lehrreichen und emotionalen Bericht. Da wird einem richtig warm ums Herz. Obwohl ich hauptsächlich mit einem 8'' ACF beobachte, bin ich trotzdem ein Fan der Beobachtung mit "kleinen" Teleskopen mit 60-100mm Öffnung (dein Artikel zeigt einmal mehr, weshalb ich "klein" bei Teleskopen dieser Öffnungsklasse stets in Anführungszeichen setze).

Dein Beitrag gibt hoffentlich allen Ansporn und Mut, die sich einfach kein größeres Teleskop als 60-100mm Öffnung leisten können (die von dir angegebene Grenzgröße entspricht ja in etwas der eines 60mm-Refraktors unter Idealbedingungen). Es macht eben auch immer wieder Spaß, mit einem kleinen, unkomplizierten Teleskop, d.h. wenig Auskühlzeit, schneller Aufbau etc., die klassischen Sehenswürdigkeiten unserer Kosmischen Nachbarschaft abzuklappern.

Jedes Fernrohr hat letztendlich seinen Himmel und damit seine Berechtigung. Deine Erfolge und Emotionen müssten jedem unter die Nase gehalten werden, der meint, dass ab ca. 8'' der Deep-Sky-Spaß erst richtig los geht.

Auch in unserer Sternwarte stehen z.B. 60/900mm-Refraktoren griffbereit. Warum wohl...? ;) (Rhethorische Frage, erwarte keine Antwort.)

Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß, Emotionen und Erfolg mit deinem Gerät und der Astronomie.

CS und VG Christian

P.S.: Irgendwie beneide ich dich um deinen Original Zeiss-Vierzöller. :) :hochachtung:
 
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Hallo Janice,

Immer auf der Suche nach dem dunkelsten Stern, den ich gerade noch auszumachen vermochte. Ich führe nämlich ein Max-Mag-Tagebuch - immer auf der Suche nach einem Stern, der den bisherigen Rekordhalter mit etwas über mag 12 ablösen könnte.

Da bin ich ja doch nicht allein mit meinem Gucken nach dem schwächsten Stern. Leider bin ich dann etwas bequem und zeichne nicht, sondern versuche mich zu erinnern. Das klappt nicht immer ... hielt mich auch für sonderbar, so nach dem Suchen und der Kontrolle, wie weit runter ich mit dem dunkelsten Stern wohl heute gehen könne.

Aber wenn du schon mit einem Teleskop umherschaust, dann glaube ich ein Objekt in der Cassiopeia zu kennen, welches zurückschaut.
Yeap, genau ... zurückschaut, vielleicht auch winkend, wenn man Phantasie hat.

In dem PDF aus obigem Link ist es der C13 (NGC457) in der Karte CAS01, welcher beim Stern 'Ruchbah' (so steht's halt im PDF...) zu finden ist. Das ist der zweite Stern von links im großen W.
... ?) ... besser konnte ich es in der Kürze nicht beschreiben.

Den empfehle ich dir jedenfalls.

CS,
Stefan
 
So Stefan ...

Mission erfüllt :) Ich habe auch gleich ein Oil-Paint ... ähm ... Owl-Paint gemalt. Hab's wie immer etwas mit Photoshop korrigiert.

Ein toller Tipp!!! Danke! Auch wenn das Seeing nur mittelmäßig war.

LG
Janice

Ach Entschuldigung!! Ich habe NATÜRLICH keinen 4 Zöller!!!! Sondern nur 2,4" !!!! also 63mm ... Muss irgendwo ein Typing gewesen sein - auch wenn's schön wär'.

Schlaft gut
 

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Hallo Janice,

vielen Dank für die Kortrektur mit der Teleskopöffnung. Umso größer ist meine Hochachtung, aber auch Verwunderung über deine Beobachtung.

Die 12 mag, die du als Rekord angibst, kommen mir für 60mm Öffnung als Grenzgröße etwas zu viel vor. Hast du dich evtl. bei der Beobachtung um eine Grenzgröße verschätzt? Bei der aktuellen Beobachtung erscheinen mir die 10,5 mag in Anbetracht der Mondphase als Grenzgröße jedoch realistisch.

Nichts desto trotz ist dein Bericht ein hervorragender Motivator für Besitzer von "Kleinteleskopen". Bitte mehr davon. :)

CS und VG Christian
 
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Hallo Christian

Dann komm ich natürlich gleich mal zum relativieren. Mag 12.3 wurde nicht gezeichnet, und zählt daher - genau wie du sagst - auch als "verschätzt". Bzw. irgendwo habe ich ihn gezeichnet - aber weiß nicht mehr genau worauf und ganz sicher aber nicht in tiefster Konzentration. Ganz zu Beginn habe ich immer nur Arctur vom Balkon aus beobachtet - dort irgendwo ist es dann mit mag 12 passiert - oder eben eher auch nicht. Auch das Seeing war schlechter als hier und heute. Alles in allem: Ich nehme diesen Wert gern als Referenz - als Ziel und Herausforderung - mit 100% Sicherheit kann ich aber erst jetzt (mit ETWAS mehr Erfahrung) ein solides Max-Mag-Tagebuch führen. Und da steht bisher:

(Heraussuchen mit Mag 10,9 muss ich noch den Stern im Cooling Tower)
Hantelnebel: - Ein Begleiter von HIP98523 mit 10,85
Hantelnebel: - Ein Begleiter von HIP98505 mit 10,80


Was ich übrigens noch mache - ich habe eine unsichtbare Ziel Galaxie: NGC6207 direkt über M13 mit Mag 11,6 . Bisher nie gesehen (naja, ich könnt' schwören dass ... aber da war nix ;) ) Aber ich krieche an dieser Stelle oft für eine halbe Stunde ins Okular und gebe alles. Bisher ohne Erfolg.

Also, mir ist das Mag 12 Dilemma bewusst. Aber so völlig trennen mag ich mich eben auch nicht von diesem Event (auch wenn's vielleicht keines war).
Ich versuch jedenfalls mein Bestes am Okular :)

LG
Janice

 

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Hallo Janice,

mit der Galaxie wirst du nicht viel Glück haben, auch wenn sie von der Helligkeit her zumindest theoretisch mit dem Telementor erkennbar wäre:

Die scheinbare Helligkeit von 11,6 mag bedeutet, dass die Galaxie so hell erscheint, als wenn das Licht eines 11,6 mag-Sterns auf die Fläche verteilt wird, die die Galaxie einnimmt. Mit anderen Worten, die Flächenhelligkeit verringert sich drastisch, und das Objekt wird dunkler.

Damit man eine Galaxie visuell noch erkennt, sollte sie also mindetens eine Größenklasse heller sein als die nominale Grenzgröße des Teleskops am Stern. Mache doch mal den Test und stelle einen für dich eben noch erkennbaren Stern geringfügig unscharf. Du wirst merken, wie schnell er auch mit indirektem Sehen nicht mehr zu erkennen ist.

Ich treibe übrigens einen vergleichbaren "Sport" am Mond (Ich bin passionierter Mond- und Planetenbeobachter, Deep-Sky kommt auch vor, ist bei mir aber von der Häufigkeit her eher ein "Betriebsunfall".):

Wenn ich mal anstelle meines Achtzöllers den 90mm Maksutov nehme, ist es für mich stets ein Ehrgeiz, die kleinsten noch eindeutig identifizierbaren Details bewusst wahrzunehmen. Vielleicht auch gerade weil ich primär Teleskope mit 6-20 Zoll Öffnung nutze, finde ich es immer wieder faszinierend, was aus den relativ kleinen Geräten mit 60-90mm Durchmesser herausholbar ist.

CS und VG Christian
 
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Zitat von Janice:
Was ich übrigens noch mache - ich habe eine unsichtbare Ziel Galaxie: NGC6207 direkt über M13 mit Mag 11,6 . Bisher nie gesehen (naja, ich könnt' schwören dass ... aber da war nix ;) ) Aber ich krieche an dieser Stelle oft für eine halbe Stunde ins Okular und gebe alles. Bisher ohne Erfolg.


Hallo Janice,

na da hast du dir aber etwas vorgenommen :augenrubbel:
Das erinnert mich daran, wie sehr sich Lothar (Lots) gefreut hatte, als er diese Galaxie sogar in meinem 6" f/8 Dobson sehen konnte

Vorgestern nacht hatte ich angeregt durch deinen hiesigen Bericht mal wieder meinen Tschibo-Torpedo (Newton Teleskop 76/700) mit genommen um es an Jupiter und Mond mit meinem 150/1200 Dobson zu vergleichen. Es ist schon erstaunlich, wie viel einem so kleine Öffnung auch zeigen kann, wenn sie sorgfältig Justiert und gut fokussiert wird. Letzteres ist mir deutlich aufgefallen. Auch beim Kleinteleskop kann das genaue Treffen der Fokalebene auf den winzigsten Bruchtel eines Millimetrs noch mal Details zum Vorschein bringen, die ansonsten einfach unbemerkt bleiben. Gerade am Mond kann man das beobachten.
Ich habe mir mittlerweile an beiden Teleskopen nach Art von Dietmars "Feathertouch des ganz armen Mannes" Verlängerungshebel an die Fokussierräder gebastelt. Statt einem Löffel habe ich allerdings in einer Richtung biegsame Metallstäbe aus Scheibenwischerblättern benutzt.

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Christian ...

Ich übertrage gerade meine M13 von gestern ... Jetzt ist mir schon mal was aufgefallen Warte ich mach mal einen Screenshot -> bitte schau dir mal den Anhang an.

Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich beide Sterne neben NGC 6207 gesehen und ohne den geringsten zweifel aufs Papier gekrizelt habe. Einen deutlich, den anderen sehr sehr schwer - aber sicher! Ich habe zwei Zeichnungen, beide zeigen diese 2 Sterne sehr deutlich. Die "Konstellation ist ja definitiv nicht zu wechseln. Also: Vergleich mal bitte meine gespiegelte Zeichnung mit den beiden Sternkarten aus Stellarium und Starry Night 6.
Irrtum ausgeschlossen! Ich habe da zwei Sterne und einer hat Mag 11.31.

Du siehst, dass die anderen Sterne ja auch passen, und ich bin mir wirklich auch in Erinnerung sicher, dass ich da 2 Sterne sehe. Etwas anderes ist ja auch garnicht dort! Bevor ich sie gesehen habe, habe ich natürlich keine Sternkarte studiert und sie dort erwartet. Erst später habe ich mir die Sterne angeschaut und auch eben NGC 1607 ausgemacht. Also - gleich nochmal raus und vorgestern und gestern ins Okular gekrochen. Nein, keine Galaxie - aber 2 Sterne!

Also: Trotz Mond (im Rücken) und nicht wirlich dunklem Himmel geht doch etwas mehr als mag 10.9. - nämlich 11.31


NGC 6207 hat in Stellarium Mag 11,6 ... in Starry Night 12.1 (verwirrend hmmm, ich habe noch im Netz nachgeschlagen) ...

Also müsste ich doch unter richtig dunklen Himmel etwas sehen können, oder? Nehmen wir den Wert aus Wikipedia und Stellarium mit knapp Mag 11,6
das wären 0,3 mag dunkler als mein Stern daneben mit 11,31. Jetzt deine Rechnung, ich solle eine Größenklasse abrechnen, wegen der Flächenhelligkeit, dann wäre der Unterschied Mag 1,3 ...

Das sollte doch drin sein, wenn ich auf den Taubensuhl fahre, oder??? Was meinst du? Mein Himmel hier ist wirklich nicht so Sahne. Mond, ein paar Lampen hinter der Scheune -> eine ausgewachsener, aber nicht wirklich heller Ort eben. Aber der Horizont Richtung Herkules ist eigentlich super ok. Die Grenzhelligkeit per Auge zu bestimmen traue ich mir allerdings noch nicht zu.
Laufe aber auch ohne Lampe sicher ums Teleskop und finde meine Zettel. Also nicht wirklich stockduster.

Gibt es die Möglichkeit zu berechnen, wo die Grenze eines Teleskops genau liegt????

LG
Janice




 

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Stephan, das ist ein furchtbares Hobby!!! Jetzt kann ich wohl bei jedem neuen Kandidaten stundenlang meine Skizzen verifizieren, nochmal beobachten, die Helligkeiten raussuchen und mich fragen, warum in jedem Programm was anderes angezeigt wird (für den selben Stern zur selben Zeit) ...

Ich wünscht ich hätte nicht damit angefangen ;) Ach ja, und die Satelliten muss ich jetzt ja auch noch brav ermitteln ... puhhhhhhhhh ... das wird was :)

LG
Janice

 
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Hallo Janice,

die Sternbeobachtung scheint in der Tat wasserdicht zu sein. Ob die Beobachtung am Taubensuhl erfolgreich sein wird, kann ich nicht beurteilen, da ich den Ort nicht kenne.

Mit der Galaxie habe ich noch keine Erfahrung sammeln können, so dass ich zu den Erfolgsaussichten leider keine zuverlässige Aussage machen kann. Ich bleibe da etwas skeptisch. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt...

Man kann aber auch nicht gegen die Physik arbeiten. Wenn die Galaxie zu schwach ist, nützt der beste Beobachtungsplatz nichts.

Was für einen Okularauszug hat dein Teleskop? Sofern er einen 1 1/4 Zoll-Anschluss hat, würde ich zum Kauf eines 40mm Plössl-Okulars raten. Damit hast du zwar einen Tunnelblick, aber auch die maximale Bildhelligkeit (Austrittspupille), die bei 1 1/4 Zoll möglich ist. Denn man sieht Objekte mit geringer Flächenhelligkeit viel deutlicher, wenn die Bildhelligkeit, und damit auch die Austrittspupille, am größten ist.

CS und VG Christian
 
Christian, ich habe einen 2" OAZ 1:10 :) Irgenwann wollte ich mich soweiso weiter nach oben tasten. Aber die 4mm waren es mir nicht wert. Es gibt da einige weinige Weitwinkelokulare mit 50mm+ - die sind aber im Moment zu teuer - auch habe ich davon abgeraten bekommen, da der Himmel dann grau wird. Also nehmen wir mal ein 55mm Plössel. Das wäre bei mir eine AP von 4.1mm. Sollte ja auch ganz im Sinne des Lichts sein ;) Nur was ist mit dem grauen Himmel???

11,59, Danke Ralf. Dann habe ich also 0,3 Spiel nach oben ;) Wie verbindlich ist die Angabe? Ist Mag 12 also wirklich ein Traum??? Jetzt reizt es mich aber wirklich :)

Aber nochmal was anderes: Was mache ich, wenn mir die Astroprogramme für's gleiche Objekt unterschiedliche Helligkeiten angeben??? Und wie verläßlich sind die überhaupt?


LG
Janice
 
Zitat von Janice:
11,59, Danke Ralf. Dann habe ich also 0,3 Spiel nach oben ;) Wie verbindlich ist die Angabe? Ist Mag 12 also wirklich ein Traum??? Jetzt reizt es mich aber wirklich :)

Überhaupt nicht verbindlich. ;) Das geht nur bei optimalem Himmel, optimaler Optik und optimaler Adaption. 11,59 mag bei 63mm?? Ich weiß nicht. Das ist sehr, sehr, ehrgeizig.

Thomas

Hier eine kleine Vergleichsrechnung. Bei einem guten Himmel mit 6mag Grenzgröße für freies Auge (sagen wir mal 7mm Pupille) kommt man auf eine Grenzgröße von 6 + 5*log(63/7) = 6+4,77 = 10,77 also fast eine Größenordnung kleiner. Bei mag7-Himmel (außergewöhnlich gut!) kommt es in etwa hin.
 
Ich lese mir gleich die Website mal durch. Habe erstmal meine Zeichnung fertig gemacht und GANZ GANZ GANZ genau mit beiden Skizzen, Starry Night und Stellarium abgeglichen. -=>

Neuer Rekord!!!!!!! Tyc2588-2106-1 mit Mag 11.5

Irrtum ausgeschlossen, da die Konstellation einfach nicht zu verwechseln ist und auch kein anderer Stern in Reichweite. Aber schaut - ich hab mal eine 2te Zeichnung gemacht. Jetzt wird es wirklich spannend. Wenn ich es vielleicht diese Woche noch auf den Taubensuhl schaffe, dann will ich es wissen :)

@ThN -> falls du 11.59 ausschließt (und ich habe wirklich keinen schwarzen Himmel - aber mit dem Zeiss sicher keine schlechte Optik) Dann verunsichert mich das natürlich - aber ich weiß nicht wo ich einen Fehler gemacht haben könnte???

LG
Janice

 

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Hallo Janice,

wenn das Auge schier ins Okular hineinkriecht und die Konzentration auf ein paar einfache Lichtpunkte gerichtet ist - das Auge dann umherwandert um indirekt noch das kleinste Funkeln zu erhaschen, dann kann es Nächte geben, in denen kommen alle positiven Elemente zusammen. Eine Verlängerung der positiven Pfeile in diesem Sinne und ein Ergebnis, welches später nur schwer zu erklären ist, weil rechnerisch vielleicht nicht einfach nachvollziehbar. Doch dass man es erlebt hat, das weiß man genau.

Auch hat man in einer Folgenacht vielleicht nicht mehr diese Muße, den Himmel und die Konzentration, um das Ergebnis nochmals abzurufen.

So, da sitzt man nun dort und hat nur als Zeichnung wiedergeben, was man einmal gesehen hat. Das ist das Leid des Hobbyastronomen - man kann das Gesehene anschließend nicht teilen, da es nur durch die eigenen Augen in das Gedächtnis gelangt ist. Meistens war man auch noch allein da draußen.

Wenn du aber einen noch dunkleren Himmel aufsuchen kannst, dann würde ich es an deiner Stelle, wenigstens einmal, tun. Vielleicht erreichst du dann auch noch die gesuchte Galaxie oder zumindestens deinen Rekordstern.

Wobei sich Herkules ja bald vom Acker macht - aber nächstes Jahr kommte er wieder, das ist wenigstens sicher.

CS,
Stefan
 
Hallo Janice,
dann will ich mal etwas zurückrudern. ;) Bei der Beobachtung von Sternen ist es wohl nicht so entscheidend wie dunkel der Himmel ist. Die Durchsicht sollte allerdings gut sein - also keine Cirren oder (Hoch)nebel. Meine Rechnung ist wohl auch nicht ganz korrekt. Sie würde nur dann stimmen, wenn man am Teleskop auch mit maximaler Austrittspupille beobachtet bzw. bei optimal dunklem Himmel (Neumond, Hochalpen...), wo sich der Himmel durch höheres Vergößern nicht mehr abdunkeln lässt.

Trotzdem, die Grenzen für dein Fernrohr kommen schon noch. Versuch mal den Zentralstern im Ringnebel... :pfeif:

Thomas
 
Hi Thomas,

wohl nicht so entscheidend wie dunkel der Himmel ist
naja das kann man so ja nicht stehen lassen. Je dunkler sprich je mehr schwächere Sterne du sehen kannst, desto mehr schwache Sterne wirst du auch im Okular sehen. Klar Cirren und Hochnebel darf natürlich auch nicht vorhanden sein.

So mal Pi mal Daum. Unter einem guten Landhimmel GG~6m5 siehst du mit 100mm etwa bis 13m0 und mit 200mm bis 14m5.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots -
kommt drauf an, wie stark du vergrößerst und somit den umgebenden Himmel abdunkeln kannst. Klar, das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze - was war das, 1mm AP? Wenn dein Himmel dann immer noch aufgehellt ist, hast du schlechte Karten bei schwachen Sternen, weil die dann bei *noch* stärkerer Vergrößerung abgeschwächt werden, da nicht mehr punktförmig.

Deine Grenzgröße von mag13 bei 100mm auf 63mm umgerechnet sollte dann - falls ich micht verrechnet hab - ziemlich genau mag12 ergeben, also noch etwas Luft für Janice, vllt. sogar bei einem mag5-Himmel?

Thomas

P.S. (OT) wegen Harrington-pdf komm ich auf dich zu! :)
 
Zitat von ThN:
kommt drauf an, wie stark du vergrößerst und somit den umgebenden Himmel abdunkeln kannst. Klar, das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze - was war das, 1mm AP? Wenn dein Himmel dann immer noch aufgehellt ist, hast du schlechte Karten bei schwachen Sternen, weil die dann bei *noch* stärkerer Vergrößerung abgeschwächt werden, da nicht mehr punktförmig.

Deine Grenzgröße von mag13 bei 100mm auf 63mm umgerechnet sollte dann - falls ich micht verrechnet hab - ziemlich genau mag12 ergeben, also noch etwas Luft für Janice, vllt. sogar bei einem mag5-Himmel?

Hallo Thomas, Lothar und Janice,

was mich bei der Angelegenheit etwas wundert ist die doch relativ geringe Vergrößerung (840/36) von knapp 25x bei einer Austrittspupille von 2,7mm. Nach der Beschreibung sind ja nicht nur die Lichtverschmutzung des Rhein-Neckar-Raums, sondern auch noch der Mond als Störfaktor in betracht zu ziehen. Alleine durch eine Erhöhung der Vergrößerung in Richtung 1mm AP sollte da bei der Jagd nach dem Max-Mag-Extrem schon noch etwas Spielraum bleiben.
Ob's nun an der Wunderlinse (Zeiss!) oder dem fabelhaftem Tubusmaterial Carbon liegt ;) Irgendwie sind diese extremistischen Rekordbestrebungen nicht so mein Ding. Was mir aber an der Beschreibung von Janice sehr gut gefällt ist die Methodik, eine unvoreingenommene durch Zeichnung fixierte Beobachtung erst anschließend mit Katalogdaten abzugleichen. Daran krankt sonst nämlich die ganze fst-Bestimmung, wo man ja nach Plan nur zu verifizieren versucht, ob man bestimmte Sterne an wohlbekannten Positionen ausmachen kann oder nicht. Da ist die Gefahr sehr groß, dass der Wunsch zum Vater des Beobachtiungsgedankens wird und man sich selbst über die Wahrnemungsgrenze hinwegtäuscht.

Zitat von Janice:
Aber nochmal was anderes: Was mache ich, wenn mir die Astroprogramme für's gleiche Objekt unterschiedliche Helligkeiten angeben??? Und wie verläßlich sind die überhaupt?

Das ist eine gute Frage, die leider nicht ganz einfach zu beantworten ist. Die Astroprogramme benutzen als Daten Sternenkataloge und die sind durchaus nicht ganz Fehlerfrei. Bei den Flux-Werten (Helligkeiten in verschiedenen Spektren) gibt es auch unterschiede zwischen verschiedenen Katalogen (Datenquellen), die manchmal in zusammengefassten Datenbeständen aufeinander prallen. Was auch noch ein potentielles Problem für die diversen Grenzgrößenbestimmungen ist, ist die unterschiedliche Auflösung zwischen Katalog und Instrument. Am deutlichsten wird das am Beispiel von Doppelsternen wie z.B. Epsilon Lyrae.
Ohne Hilfsmittel ist das für die meisten Beobachter (unter normnalen Bedingungen) ein Stern von 3,9mag, der bereits mit kleinen Ferngläsern in zwei Komponenten zu 4,6 und 4,7 zerfällt. Mit noch größerer Auflösung werden es noch mehr Komponenten die maximal als 5.0mag als Helligkeit erreichen. Wenn wir nun zum Beispiel die Frage betrachten, ab wann man M13 mit bloßem Auge sehen kann, dann gesellen sich auch die beiden hellen Begleiter dazu, die man "erst" im Fernglas deutlich abgegrenzt sieht. Wenn das Auge das gesamte Licht aus einer bestimmten Richtung aufsammelt, dann kommt da unter Umständen eben auch noch mehr hinzu, als die bloßen mit hoher Auflösung definierten Katalogdaten vermuten lasen. Andererseits kann eine große Masse an verteilten schwachen "Hintergrund"-Sternen aber den Kontrast eines einzelnen in Frage kommenden Objektes auch mindern. Könnest du sämtliche Sterne der Milchstrasse mit einer Helligkeit <7mag mit einem Schalter ausknipsen, so kämen dann für das bloße Auge sicher auch noch einige schwache Sterne zum Vorschein, welche sich gegen dieses "Störlicht" so sonst nicht abheben können.

Zitat von Janice:
Wenn ich es vielleicht diese Woche noch auf den Taubensuhl schaffe, dann will ich es wissen
Man kann die guten Bedingungen nicht erzwingen. Die wichtigste Tugend des Amateurastronomen ist Geduld :) Wolken, Hochnebel oder schlechtes Seeing (Szintillation) kann dir auch am besten Beobachtungsplatz einen Strich durch die Rechnung machen.

Zitat von Janice:
[...]mit warmen Herzen und eiskalten Händen[...]
Handschuhe warme Socken und eine Mütze sind die zweitwichtigste Tugend der Amateurastronomie ;) :huhu:

Viele Grüße
Stephan

 
Hi Janice,

die 11,58 sind ja nur die visuelle Grenzgrösse. Da ich aber schon deinen Selbstbau-
Holz Fotoadapter in einem deiner Posts entdeckt hab, würde ich sagen die 12 oder
13 mag sind locker drin. Brauchst blos noch was zum Nachführen.


Grüsse

Thomas
 
Hallo, an die ganze Mannschaft ...

Nachdem ich unter Einsatz meines Lebens für eine Befreiungsaktion eines äußerst gefährlichen Wildtieres auserwählt wurde (schaust du hier ), komme ich nun endlich dazu diesen Ast zu lesen.


Also .....

Mir ist natürlich völlig klar, dass man mit großem Wunsch auch noch jedes MAg 14 Objekt im Okular finden kann. Geht mir ja bei NGC6207 gerade so. Besonders beim indirekten Sehen meint man manchmal, dass die vielleicht, für einen Sekundenbruchteil ... naja .. man meint es eben nur :) Diese Gefahr habe ich immer im Hinterkopf und daher zeichne ich meine Zufallsfundobjekte prinzipiell eben erstmal und schalte dann das Stellarium im Nachsichtmodus auf dem iPhone an. Aber auf der anderen Seite ist diese Gefahr doch zu relativieren. Klar, wenn ich den Hantelnebel gekannt hätte, dann wäre er in seiner Form sicher besser geraten. Aber so ist es eben nach viel, viel indirektem Sehen und ganz ohne Vorwissen auch eine zerfranzte 8 geworden. Ist ja garnichtmal so weit weg von dem, wass ich sofort in einem 14" Spiegel gesehen hätte :)

ABER: Was Sterne angeht ist diese Gefahr der "Einbildung" bei mir nicht wirklich gegeben. Aus mehreren Gründen:
- Ich vergesse zu 50% schon die Position eines Sternes auf dem Weg vom Okular auf's Papier!
- Sternkarte und Bild im Oku sind ja horizontal gespiegelt. Ein Dilemma, das jegliche Erinnerung - vor allem bei solchen dunklen Sternen - völlig ausschließt. Gut, mit der Zeit wird man da sicher besser mit umgehen können
- Schalte ich meine Optik im Stellarium nicht frei - wird das Bild auch noch vertikal gespiegelt.
- Im Moment kenne ich sowieso diese ganze Objekte noch nicht wirklich gut. Bin also auch definitiv mit der schieren Unmenge an Daten überfrachtet.
- Ich mache at least 2 Zeichnungen
- Und merke zu 99% beim Zeichnen eines "neuen" Sternes, dass ich den ja schon seit 10 Minuten auf dem Papier- aber längst vergessen habe.

Die Auswertung muss eben sehr sorgfälltig geschehen, klar. Dazu spiegle ich am Rechner meine Zeichnung - drehe und strecke sie mir so zurecht, dass sie über einen anderen Layer mit echter Sternkarte passt (übrigens nutze ich immer 2 Karten!!!) Jetzt lasse ich alles wirken und gruppiere Objekte in geometrisch auffällige Strukturen und zeichne - wenn ich absolut sicher bin! - meinen gesehenen Stern auf einen neuen Layer - 100% deckungsgleich mit den Karten.

Am Ende habe ich dann alle 100% sicheren Sterne ohne jeglichen Overhead. Dieses Bild lege ich über meine Planetariumsoftware und klicke die darunterliegenden Sterne an um die Infos zu bekommen. Diese trage ich dann noch im Photoshop mit ein. Bisher habe ich nur einen einzigen Stern, den ich nicht wirklich sicher einordnen konnte. Den lasse ich dann auch einfach weg. Sollte es ein Doppelstern sein, denn ich nicht trennen konnte, oder einfach viele dunkle Sterne eng zusammen stehen, dann nehme ich für den Punkt auf meiner Zeichnung immer den hellsten - klar.

Apropos eps.Lyrae -> die 2 (4) Sterne habe ich ja erfolgreich unter den Augen eines Experten getrennt. Ich glaube das ist auch irgendwie die theor. Grenze. Ach, den habe ich ja garnicht gezeichnet :)

Nun, sicher wäre die Fotografie ein probateres Mittel in der Beweisführung. Aber am Ende ist selbst das nicht besser - denn die Kamera "sieht" ja auch mehr oder eben weniger als das Auge. Zumal, ich schaue auch lieber in ein Okular als in ein Dsplay ;) Der Lerneffekt beim Zeichnen ist sicher zudem ein ganz anderer.

Aber jetzt nochmal zu der AP!! Theoretisch sollte ich ja auch einen 55mm Plössel probieren können. Meine AP mit 36mm liegt ja erst bei 2,7mm .. Aber ich verstehe es immer noch nicht! Es heißt ja, dass 6-7mm drin sind- dass wäre ja ein Okular mit 78mm!!! Aber ab wann wird der Himmel grau? Ab wann bekomme ich dieses angebliche "zuviel an Licht"?????????????
Nehmen wir mal einen Mag4, einen Mag5, einen Mag6 und einen Mag7 Himmel. Welche AP macht bei diesen jeweils wirklich Sinn????

Stephan sagt, ich solle bei meinem Himmel eher Richtung AP 1mm gehen, damit ich weniger Störlicht bekomme. Aber das ist doch ein totales Drama - dann bekomme ich ja auch weniger Licht vom Stern?!?!?!?? Ähmmmm ... Hilfe!!!!Wie bekomme ich das raus????? Nur durch testen?????? Kann doch nicht sein, oder??? Dann ist ja jeder Okular Kauf im Übersichtsbereich ein Risiko.

Oder nochmal ganz einfach: Welches Okular würdet IHR unter Mag4,5,6,7 nehmen? Wie gewohnt bei 840mm Brennweite. Oder eben - ohne die ganze Rechnerei: Welche AP sollte ich als Grenze wählen??? Wie gesagt, ich verreise viel und habe entsprechend unterschiedliche Bedingungen! Mit 36mm ist mein Himmel nicht wirklich schwarz, klar. Aber ist es jetzt gleich ein normales Grau? Also, ich sehe den Himmel im Okular nicht soviel anders als ohne und er ist eben zur zeit auch nicht schwarz, ist doch sonnenmondklar - und er sieht meinem Empfinden nach trotzdem toll aus. Nur am Rand merkt man, dass es heller wird und das eine Lichtquelle ist. Ohne Mond konnte ich halt noch nicht testen. Mit 30mm WideScan war er jedenfalls SCHWARZ wie die Nacht ... ähmmm ... ja :) War aber auch ein anderer Beobachtungsort.


LG
Janice





PS: Handschuhe habe ich. Das Problem ist ein anderes: Das Teleskop wiegt komplett mit Monti, Stativ, Okular und Tubus + Telrad nur 6Kg .. und steht auch immer aufgebaut irgendwo herum. Das führt dazu, dass ich dieses: "Ach, mal schnell" Problem bekomme und eben in 20 Sekunden im Hof stehe. Und aus: "Ach mal schnell" wird dann ein: "Ach noch ein ganz klein wenig" - und anfangs ist mir ja auch nur ein ganz klein wenig kalt ;)


@ Thomas: Fotografie ist im Moment aber noch weit weit weg! Interesse: ja - aber Erfahrung: nein! Zudem siehe oben! Außerdem kennst du dann ja auch meine Ausrüstung und da ist mag 12 sicher eine Illusion ;)

Ach: Zum Nachführen habe ich die EQ-1 *lacht* Aber ob ich die jemals wieder benutze, wo ich doch meine selbstgebaute Azi-Montierung hier einfach nur vergöttere? Hmmm ?!


Nachtrag: Siehe Bild -=>

 

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Zitat von Janice:
Stephan sagt, ich solle bei meinem Himmel eher Richtung AP 1mm gehen, damit ich weniger Störlicht bekomme. Aber das ist doch ein totales Drama - dann bekomme ich ja auch weniger Licht vom Stern?!?!?!??

Nee, du bekommst immer noch das gesamte Licht, das der Spiegel von dem Stern einsammelst - nur viel weniger Himmel und damit störendes Himmelslicht drum herum. Deshalb wirkt der Himmel dunkler, denn der kleine Himmelsausschnitt, wird stärker "verdünnt". Da der Stern bei kleinen Vergrößerungen punktförmig abgebildet wird (nur bei Übervergrößerungen bzw. schlechten Optiken wird er als Beugungsscheibchen abgebildet) wirkt der Stern nach wie vor punktförmig und gleich hell.

Anders wäre es, wenn du die *Eintritts*pupille (EP) verkleinerst, also den Spiegel (bzw. die Linse) abblendest. Aber sowas macht man nicht bei Deepsky, höchstens bei Sonnenbeobachtungen.

Thomas
 
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