Wellmann
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Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Hipparchus.jpg
Bild 19 der "grünen :super: Serie“. Obwohl dieses Bild bei ähnlichen Bedingungen wie das Bild des vorletzten Tutorials aufgenommen wurde, mussten bei diesem Bild unerklärlicher Weise alle Register der Bildverarbeitung gezogen werden, inklusive des verpönten Retouchierens, um noch ein „anschauliches“ Ergebnis zu erzielen. Normalerweise ist das ein schlechtes Beispiel für das Ende der „grünen Serie“, aber ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bild eventuell noch zu retten ist. Da das Motiv mit der Aufnahme des Tutorials 1 (Ptolemaeus) teilweise identisch ist, kann man leicht vergleichen, und dann selbst entscheiden, ob man eine solche Bearbeitung noch toleriert. Das Bild zeigt unten den Krater Albategnius (wie auf dem Ptolemaeus-Bild des Tutorials 1) mit dem Krater Klein (links unten) und dem Krater Vogel (rechts unten). In der Bildmitte liegt Hipparchus mit den kleineren Kratern Halley und Hind (unten rechts), sowie Horroks (oben in Hipparchus). Der „abgesoffene“ Krater mit dem „Auge“ oben im Bild ist Lade, links davon nahe dem Bildrand Rhaeticus, über dem in der linken Bildecke das Ende einer Trisnecker-Rille an einem kleinen Krater zu sehen ist.
Und nun die Fortsetzung des „Tutorials“. Gedacht ist diese Information für Anfänger in Sachen hoch auflösende Mondfotografie, für Profis ist das Lesen Zeitverschwendung.
Teil 5: Bildverbesserung.
Professionelle Rauschfilter: Bei schlechteren Bedingungen gibt es einige Möglichkeit zur sehr effektiven Verbesserung des Bildes, zum Beispiel der Einsatz eines professionellen Rauchfilters. Ein solches Programm ist unbedenklich, weil es keine Artefakte schafft, im schlimmsten Fall werden aber im Bild vorhandene Strukturen „glattgebügelt“, was natürlich nicht der Sinn der Sache ist. Es ermöglicht z.B. das völlige Entfernen von starkem Rauschen in schwarzen Flächen bei gleichzeitiger Entfernung von minimalem Restrauschen in grauen Bereichen, oder die Beseitigung von winzigen Artefakten, die eventuell bei zu starkem Schärfen entstanden sind. Das alles erfolgt bei korrekter Bedienung praktisch ohne Verlust an wichtigen Details des Bildes. Bei uns kam gelegentlich eine ältere Version des Programms NeatImage Pro+ zum Einsatz. Die Angelegenheit ist nicht ganz einfach zu lernen, lohnt sich aber in jedem Fall! Hier nur ein kleiner Hinweis zum prinzipiellen Ablauf. Die Arbeit erfolgt in zwei Schritten:
• Zunächst untersucht das Programm das Rauschen im Bild, und erstellt ein Device Noise Profile. Mit einer Art „Equalizer“ können dann von Hand noch Änderungen vorgenommen werden, wenn z.B. in dunklen Bildteilen das Rauschen besonders stark gesenkt werden soll, schiebt man den entsprechenden Regler weiter nach oben.
• Dann macht man die Noise Filter Settings, dort schiebt man die Regler für „Mid“ und „Low“ auf Null, und stellt mit den Reglern „High“ (für die kleinen Details) und „Y“ den gewünschten Effekt ein (Kontrolle über ein mit der Maus gezogenes Rechteck im Bild). Der obere Regler „High“ stellt ein, bis zu welcher Größe Details als Rauschen betrachtet werden, die Regler „Y“ geben an, wie stark das Rauschen gesenkt werden soll.
Noch einen Hinweis zur Anwendung von professionellen Rauschfiltern, der auch für die Planetenfotografie gilt: Wer schon von Anfang an den Einsatz eines solchen Programms vorgesehen hat, sollte bei der Aufnahme eventuell ein etwas größeres Öffnungsverhältnis wählen, als nach unserer Formel aus SuW 6/08 für die optimale Anpassung der Kamera erforderlich ist. Damit erhöht sich wegen der geringeren Lichtstärke zwar das Rauschen, das dann aber mit einem professionellen Rauschfilter besser vom gröberen Bildsignal getrennt werden kann. Für Kameras mit ohnehin geringer Lichtempfindlichkeit ist diese Verfahren allerdings keinesfalls zu empfehlen! Auch bei der Schärfung des Bildes kann man etwas aggressiver verfahren, wenn später mit einem professionellen Rauschfilter nachgebessert wird.
Sonstige Bildverbesserung: Die ultimative Notbremse ist das Retouchieren. Bei wissenschaftlichen Aufnahmen ist das nur erlaubt, wenn eindeutig(!) erkannte Artefakte oder Fehler aus dem Bild entfernt werden können, ohne den Bildinhalt zu verfälschen, das machen professionelle Bildbearbeiter mit NASA-Aufnahmen gelegentlich auch. Für uns liegen die Hürden nicht so hoch: Bevor man ein mühsam erstelltes Bild wegwirft, könnte man z.B. eine von Registax eingefügte unsaubere Verbindung zweier MP-Bereiche mit Stempel oder dem Wischfinger bearbeiten, oder aus schwarzen Flächen in den Kratern Überschwinger der Schärfung entfernen. Retouchieren sollten aber auch wir nur, wenn eine Struktur eindeutig(!) als Artefakt erkannt ist, besser ist es jedoch darauf völlig zu verzichten, und nur beste Videos zu bearbeiten. Durch die Erstellung von Auswahlen (gegebenenfalls mit weichen Kanten), können bestimmte Bereiche des Bildes gezielt bearbeitet werden, es gibt eine Unmenge von Funktionen um ein Bild zu „verbessern“, unmöglich hier alle aufzuführen, die man jedoch nur sehr vorsichtig anwenden sollte. Wichtig ist folgende Regel:
• Je besser das Ausgangsmaterial ist, desto weniger muss "nachgebessert" werden. Man sollte daher nur ordentliche Videos verarbeiten und sich gegebenenfalls auf die Anwendung eines Rauschfilters beschränken. Alle weiteren Behandlungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Mehr Belichtungsspielraum: Bei Mondbilder tritt sehr oft der Fall ein, dass die Videokamera den extremen Helligkeitsunterschied z.B. zwischen dunklen Partien und hellen Kraterrändern nicht überbrücken kann. Das führt bei korrekter Belichtung der dunklen Bereiche zu einer krassen Überbelichtung der oft nur kleinen hellen Bereiche. Will man damit nicht leben, so muss man mit Gamma und Belichtungszeitwahl die Überbelichtung vermeiden. Das führt aber zu einer Unterbelichtung der dunklen Bereiche, die sich später bei der Bildbearbeitung kaum noch ausgleichen lässt. Ein Notbehelf ist eine Auswahl mit weicher Kante um die kleinen hellen Bereiche, um diese von der Tonwertkorrektur der dunklen Gebiete auszuschließen, wie wir es gelegentlich gemacht haben. Die einzige ordentliche Lösung wäre aber die Aufnahme zweier unterschiedlich belichteter Videos, die überbelichteten Teile (Krater etc.) können dann durch ordentlich belichtete Auswahlen aus dem kurzbelichteten Bild ersetzt werden. Ein Verfahren, dass bei Deepsky-Aufnahmen an der Tagesordnung ist. Wir haben diese Methode bei unseren bisherigen Bildern allerdings leider noch nicht ausprobiert.
Nächstes Thema: Ergebnisse der „grünen :super: Serie“.
1. Hadley-Rille - Apollo 15 im Anflug.....
2. Alpental - sogar mit Rille.....
3. Clavius - der Klassiker.....
4. Apenninen - ein ganz böses Bild.....
5. Aristoteles/Eudoxus - zwei sonnige Gesellen.....
6. Archimedes - drei zwielichtige Gestalten im Morgengrauen.....
7. Messier - Kaffeebohne mit Kometenschweif.....
8. Petavius - leider nur 5/10.....
9. Janssen - Lunar Orbiter kann einpacken.....
10. Deslandres – Vergleich mit Lunar Orbiter…..
11. Mare Frigoris - weichgespült.....
12. Terminator – interessant ist, was man nicht sieht.....
13. Terminator 2 – mal ohne Schwarzenegger...
14. Hyginusrille – Tutorial Teil 1....
15. Ptolemaeus – Tutorial Teil 2....
16. Stoefler/Lange Wand - Tutorial Teil 3....
17/18 Theophilus,Arzachel,Birt - Tutorial Teil 4....
Gruß, Peter
Bild 19 der "grünen :super: Serie“. Obwohl dieses Bild bei ähnlichen Bedingungen wie das Bild des vorletzten Tutorials aufgenommen wurde, mussten bei diesem Bild unerklärlicher Weise alle Register der Bildverarbeitung gezogen werden, inklusive des verpönten Retouchierens, um noch ein „anschauliches“ Ergebnis zu erzielen. Normalerweise ist das ein schlechtes Beispiel für das Ende der „grünen Serie“, aber ein gutes Beispiel dafür, wie ein Bild eventuell noch zu retten ist. Da das Motiv mit der Aufnahme des Tutorials 1 (Ptolemaeus) teilweise identisch ist, kann man leicht vergleichen, und dann selbst entscheiden, ob man eine solche Bearbeitung noch toleriert. Das Bild zeigt unten den Krater Albategnius (wie auf dem Ptolemaeus-Bild des Tutorials 1) mit dem Krater Klein (links unten) und dem Krater Vogel (rechts unten). In der Bildmitte liegt Hipparchus mit den kleineren Kratern Halley und Hind (unten rechts), sowie Horroks (oben in Hipparchus). Der „abgesoffene“ Krater mit dem „Auge“ oben im Bild ist Lade, links davon nahe dem Bildrand Rhaeticus, über dem in der linken Bildecke das Ende einer Trisnecker-Rille an einem kleinen Krater zu sehen ist.
Und nun die Fortsetzung des „Tutorials“. Gedacht ist diese Information für Anfänger in Sachen hoch auflösende Mondfotografie, für Profis ist das Lesen Zeitverschwendung.
Teil 5: Bildverbesserung.
Professionelle Rauschfilter: Bei schlechteren Bedingungen gibt es einige Möglichkeit zur sehr effektiven Verbesserung des Bildes, zum Beispiel der Einsatz eines professionellen Rauchfilters. Ein solches Programm ist unbedenklich, weil es keine Artefakte schafft, im schlimmsten Fall werden aber im Bild vorhandene Strukturen „glattgebügelt“, was natürlich nicht der Sinn der Sache ist. Es ermöglicht z.B. das völlige Entfernen von starkem Rauschen in schwarzen Flächen bei gleichzeitiger Entfernung von minimalem Restrauschen in grauen Bereichen, oder die Beseitigung von winzigen Artefakten, die eventuell bei zu starkem Schärfen entstanden sind. Das alles erfolgt bei korrekter Bedienung praktisch ohne Verlust an wichtigen Details des Bildes. Bei uns kam gelegentlich eine ältere Version des Programms NeatImage Pro+ zum Einsatz. Die Angelegenheit ist nicht ganz einfach zu lernen, lohnt sich aber in jedem Fall! Hier nur ein kleiner Hinweis zum prinzipiellen Ablauf. Die Arbeit erfolgt in zwei Schritten:
• Zunächst untersucht das Programm das Rauschen im Bild, und erstellt ein Device Noise Profile. Mit einer Art „Equalizer“ können dann von Hand noch Änderungen vorgenommen werden, wenn z.B. in dunklen Bildteilen das Rauschen besonders stark gesenkt werden soll, schiebt man den entsprechenden Regler weiter nach oben.
• Dann macht man die Noise Filter Settings, dort schiebt man die Regler für „Mid“ und „Low“ auf Null, und stellt mit den Reglern „High“ (für die kleinen Details) und „Y“ den gewünschten Effekt ein (Kontrolle über ein mit der Maus gezogenes Rechteck im Bild). Der obere Regler „High“ stellt ein, bis zu welcher Größe Details als Rauschen betrachtet werden, die Regler „Y“ geben an, wie stark das Rauschen gesenkt werden soll.
Noch einen Hinweis zur Anwendung von professionellen Rauschfiltern, der auch für die Planetenfotografie gilt: Wer schon von Anfang an den Einsatz eines solchen Programms vorgesehen hat, sollte bei der Aufnahme eventuell ein etwas größeres Öffnungsverhältnis wählen, als nach unserer Formel aus SuW 6/08 für die optimale Anpassung der Kamera erforderlich ist. Damit erhöht sich wegen der geringeren Lichtstärke zwar das Rauschen, das dann aber mit einem professionellen Rauschfilter besser vom gröberen Bildsignal getrennt werden kann. Für Kameras mit ohnehin geringer Lichtempfindlichkeit ist diese Verfahren allerdings keinesfalls zu empfehlen! Auch bei der Schärfung des Bildes kann man etwas aggressiver verfahren, wenn später mit einem professionellen Rauschfilter nachgebessert wird.
Sonstige Bildverbesserung: Die ultimative Notbremse ist das Retouchieren. Bei wissenschaftlichen Aufnahmen ist das nur erlaubt, wenn eindeutig(!) erkannte Artefakte oder Fehler aus dem Bild entfernt werden können, ohne den Bildinhalt zu verfälschen, das machen professionelle Bildbearbeiter mit NASA-Aufnahmen gelegentlich auch. Für uns liegen die Hürden nicht so hoch: Bevor man ein mühsam erstelltes Bild wegwirft, könnte man z.B. eine von Registax eingefügte unsaubere Verbindung zweier MP-Bereiche mit Stempel oder dem Wischfinger bearbeiten, oder aus schwarzen Flächen in den Kratern Überschwinger der Schärfung entfernen. Retouchieren sollten aber auch wir nur, wenn eine Struktur eindeutig(!) als Artefakt erkannt ist, besser ist es jedoch darauf völlig zu verzichten, und nur beste Videos zu bearbeiten. Durch die Erstellung von Auswahlen (gegebenenfalls mit weichen Kanten), können bestimmte Bereiche des Bildes gezielt bearbeitet werden, es gibt eine Unmenge von Funktionen um ein Bild zu „verbessern“, unmöglich hier alle aufzuführen, die man jedoch nur sehr vorsichtig anwenden sollte. Wichtig ist folgende Regel:
• Je besser das Ausgangsmaterial ist, desto weniger muss "nachgebessert" werden. Man sollte daher nur ordentliche Videos verarbeiten und sich gegebenenfalls auf die Anwendung eines Rauschfilters beschränken. Alle weiteren Behandlungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Mehr Belichtungsspielraum: Bei Mondbilder tritt sehr oft der Fall ein, dass die Videokamera den extremen Helligkeitsunterschied z.B. zwischen dunklen Partien und hellen Kraterrändern nicht überbrücken kann. Das führt bei korrekter Belichtung der dunklen Bereiche zu einer krassen Überbelichtung der oft nur kleinen hellen Bereiche. Will man damit nicht leben, so muss man mit Gamma und Belichtungszeitwahl die Überbelichtung vermeiden. Das führt aber zu einer Unterbelichtung der dunklen Bereiche, die sich später bei der Bildbearbeitung kaum noch ausgleichen lässt. Ein Notbehelf ist eine Auswahl mit weicher Kante um die kleinen hellen Bereiche, um diese von der Tonwertkorrektur der dunklen Gebiete auszuschließen, wie wir es gelegentlich gemacht haben. Die einzige ordentliche Lösung wäre aber die Aufnahme zweier unterschiedlich belichteter Videos, die überbelichteten Teile (Krater etc.) können dann durch ordentlich belichtete Auswahlen aus dem kurzbelichteten Bild ersetzt werden. Ein Verfahren, dass bei Deepsky-Aufnahmen an der Tagesordnung ist. Wir haben diese Methode bei unseren bisherigen Bildern allerdings leider noch nicht ausprobiert.
Nächstes Thema: Ergebnisse der „grünen :super: Serie“.
1. Hadley-Rille - Apollo 15 im Anflug.....
2. Alpental - sogar mit Rille.....
3. Clavius - der Klassiker.....
4. Apenninen - ein ganz böses Bild.....
5. Aristoteles/Eudoxus - zwei sonnige Gesellen.....
6. Archimedes - drei zwielichtige Gestalten im Morgengrauen.....
7. Messier - Kaffeebohne mit Kometenschweif.....
8. Petavius - leider nur 5/10.....
9. Janssen - Lunar Orbiter kann einpacken.....
10. Deslandres – Vergleich mit Lunar Orbiter…..
11. Mare Frigoris - weichgespült.....
12. Terminator – interessant ist, was man nicht sieht.....
13. Terminator 2 – mal ohne Schwarzenegger...
14. Hyginusrille – Tutorial Teil 1....
15. Ptolemaeus – Tutorial Teil 2....
16. Stoefler/Lange Wand - Tutorial Teil 3....
17/18 Theophilus,Arzachel,Birt - Tutorial Teil 4....
Gruß, Peter