klassische Nachtsichtgeräte am Sternenhimmel ... und etwas Technik

hallo Frank,

wenn Du Vergleichsmöglichkeiten hättest, würdest Du Dich wahrscheinlich nicht so festlegen;)
Es gibt da schon leicht erkennbare Unterschiede, sowohl beim Handling als auch beim Bild.

@serenus: Mir ist irgendwie nicht klar, warum von Dir immer wieder ein RASA angeführt wird.
Ich bin davon ausgegangen, dass es hier um den visuellen Einsatz von NSG´s geht. Auch ist mir nicht klar, wenn ich deepsky - Objekte beobachte, wer oder was da mein NSG blenden sollte, mal davon abgesehen, dass da noch eine Art "Schutzvorrichtung" verbaut ist.
Hätte ich so eine skeptische Sichtweise wie Du (zB. Hinweis auf Betriebsstunden) würde ich wohl heute immer noch durch Opa´s altes 8x30 Fernglas schauen.
Die Frage ob und wozu man so ein NSG kauft, muß wohl jeder für sich beantworten.

cs eike
 
@eike68
Ist ein Öffnungsverhältnis von 1:2 den kein Argument für einen RASA? Wer sagt denn dass man da nicht auch visuell damit beobachten kann. Du brauchst nur eine Art von Zenitspiegel hinter dem Bildschirm des NSG. Allerdings kommt die enorme optische Auflösung des RASA mit NSG leider nicht zum tragen.

Und ja, ich gucke wirklich schon längere Zeit wieder lieber mit einem ganz gewöhnlichen Feldstecher. Wohl gemerkt nach ca 10 Jahren durchaus erfolgreichen NSG-Einsatz. Also dann wünsche ich weiter viel Spaß mit deinem alten NSG.
 
Hallo Nachtvisionäre,
jetzt habe ich mich auch mal getraut und mir probeweise ein Yukon NV Scope EXELON 3x50 (Gen.1+) zum NV-Erfahren zugelegt.
Ich dachte mir, vor allem nach den Berichten von Mario, Christopher, Frank und dem Probebericht von Jochen im APM-Thread,
wag es einfach mal, interessant ist es auf jeden Fall.
Die Eindrücke sind erstmal: Es gibt soviel mehr auf einmal zu sehen, auf Dauer aber ziemliche Blendung und mittlererweile ungewohnte einäugige Beobachtung mit kleiner Abbildung,ansonsten beobachte ich ausschließlich nur noch binokular mit mindestens 76°-Okularen.
Was mir besonders auffiel war die heftige Verzerrung zum Rand hin, aber auch das lange Nachleuchten der Röhre, da konnte ich echt noch, ne ganze Weile, ohne das Gerät eingeschaltet zu haben, weiterbeobachten.
Wahrscheinlich auf Dauer eine Übungssache, aber zunächst empfinde ich monokulares NV als anstrengend.
An meinen Ferngläsern und meinen für den Versuch wieder erweckten einäugigen Teleskopen, kam ich bei keinem in den Fokus, mit Sicherheit Anfängerfehler ohne Ende gemacht. Jetzt bin ich hinundhergerissen, ob ich dasYukon behalte ....
Alles sehr laienhaft, ich weiß ...:) , vielleicht hat aber der Eine oder Andere noch Tips für mich.
Machts gut,
Fery.
 
Hallo Uwe,
danke für die rasche Info, ich hatte ja Deine Auflistung vom 04.08.23 mehrfach durchgelesen, nur die Preise schrecken eben.
Also sparen, sparen, sparen und das Yukon geht zurück.
Angefixt hat mich das Thema NV schon und jetzt heißts halt geduldig die paar 1000er zusammenkratzen ;), evtl.das Dipol 203M? Mal sehen.
Schöne Grüße nach Leipzig (stamme aus Borna-Kitzscher-).
 
Vielen Dank Uwe,
mit dem Besuch wird leider erstmal nix, ich hätte "ursprünglich aus Borna stammend" schreiben müssen, jetzt lebe ich schon lange in Meck-Pom,
also ziemlich weit weg und noch paar Monate beruflich sehr eingespannt.
Dafür ists hier in der Seenplatte aber schön dunkel bei Nacht.
Sollte sichs ergeben, würde ich auf Dein Angebot gern zurückkommen, dann über PN.
Das Yukon geht übrigens zurück, für die Orientierung danke ich Dir ganz herzlich.
VG Fery.
 
LIebe EAA Fangemeinde.

Nachdem das kleine Teleobjektiv mit 65cm Länge und 23cm Durchmesser (RASA8) ja hier als nicht mehr handlich genug beurteilt worden war, hier nun Bilder von 2 kleineren Favoriten. Sie haben schon mal den Vorteil noch Lichtstärker zu sein:

65mm Brennweite, Lichtstärke 0.75
Öffnung 8.6cm


100mm Brennweite, Lichtstärke 1.5
Öffnung 6.6cm
 

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Hallo Sternfreunde,

nach einer Woche Astrourlaub in Österreich möchte ich nur ganz kurz als "Appetitanreger" auf eine erfolgreiche Sichtung des Eridanusbubble Sh2-245) verweisen.
Zu erkennen waren die beiden fast senkrecht stehenden Schwingen, wobei die östliche von beiden deutlich heller und länger war (allerdings an die im "Bracken" eingezeichneten Ausdehnungen kommt der visuelle Eindruck nicht ganz heran). Das nach Süden Y-förmig auslaufende Ende habe ich nicht gesehen.
Gerät (freihand): IEA NT920 + Antlia H alpha 4,5nm
Ort: Hochbärneck (SQL am Pol ~ 21,4m)

cs eike
 
Hallo @Schiefspiegler @UwePilz @Mario Stroblmayr @portaball und weitere Mitglieder mit Tipps und Erfahrungen zu NSG an Teleskopen.

Ich spiele mit dem Gedanken, mir ein Ovni-B anzuschaffen.
Hauptmotivation: ich will für die Beobachtung vom Stadtrand aus mehr Möglichkeiten haben, ohne a)fahren zu müssen und b) größere Optik zu benötigen.
Ich verspreche mir nicht, einfach nur meine Öffnung zu "vergrößern". Dass das Beobachten mit NSG etwas ganz anderes ist, ist mir klar. Ich habe nun unendlich viel auf cloudynights gelesen, wo einige von euch ja auch im nightvision Unterforum vertreten sind. Vieles habe ich verstanden, alles nicht.

Ich möchte euch zur Sinnhaftigkeit und weiteren Gedanken meiner Idee befragen. Ich komme vom 10 Zoll Dobson und bin nun absolut glücklich mit meinem APM 100 und weiteren kleineren Ferngläsern. Irgendwie träume ich von einem APM 150, aber nein, ich will definitiv nichts großes mehr. Also ist der Gedanke wirklich: Ergänzung mit NSG oder nichts zusätzlich zum 100er.
Zum technischen: ich habe den Eindruck, sobald es um die PVS14 NSG geht, wird es auch etwas kompliziert. Viele Anbieter gibt es ja nicht gerade und ich verliere bei den Röhren den Überblick. Auch, weil die Anbieter meist keine Datenblätter zu SNR, EBI, Auflösung und Halo bereitstellen. Dann kommt das Thema Afokal und Adapter, mögliche Okulare etc. Kurz: es zieht mich zum Ovni-B. Preislich komme ich mit 2 PVS14 auch in diesen Bereich. Mir stellt sich jedoch die Frage, ob ein Ovni-B an EINER Röhre des APM100 nennenswerte Nachteile gegenüber 2 PVS14 an je einem Okularanachluss hätte. So ziemlich genau dieselbe Frage stellte sich Jochen 2021 bzgl. des 150er, worauf es wenige Antworten gab.

Mal so allgemein: was haltet ihr mit euren Erfahrungen von der Idee? Welche Alternativen seht ihr? Ich muss dazu sagen, dass ich zwar nicht ungeschickt bin, aber 0 Erfahrung mit ernsthaftem Gebastel mit Optik und Mechanik habe (Drehen, schleifen, irgendwie anpassen).

Und noch eine ganz wichtige Frage: bei wem oder welchem Treffen wäre es vielleicht Mal möglich, ein NSG am APM 100 (auch monokular) zu testen?

Bin gespannt.

CS,
Sven
 
Hallo Sven,

am APM 100 (ich kenne es) hat die ernorme Investition für ein OVNI B wenig Sinn. Denn F5,5 ist zu langsam für einen echten Aha-Effekt bei der H-alpha Filterung. Geht zwar, aber der Kontrast ist bei diesem Öffnungsverhältnis flau. Es braucht mindestens F4, besser F3. Dazu müsstest Du die Prismen am Fernglas abnehmen um genug Lichtweg für Reducer zu haben. Das will keiner ;)

Und kommt man überhaupt in den Fokus am APM 100? Kennst du Berichte dazu? Auch in diesem Punkt hätte ich meine Zweifel, denn am Fernglas ist viel weniger freier Fokusweg als an einem Teleskop, und der Sensor des NSG liegt ein Stück oberhalb der Auflagefläche der Stecknase.

Aber passende handgehaltene Objektive sind eine feine Sache. Das 75mm F1,4 C-Mount Objektiv das auf der OVNI-Website zu sehen ist gibt es wie Sand am Meer auf Kleinanzeigen um 100 EUR herum. Die resultierende Vergrößerung beträgt ca. 3x. Die erreichbare Tiefe bei galaktische Nebel ist sehr beeindruckend sofern der richtiger Filter verwendet wird. In jenem Punkt berate ich Dich gerne, falls Du diesen Weg gehst. Ich habe nämlich filterseitig so ziemlich alle Optionen durchprobiert, ebenfalls so ziemlich alles was handgehalten noch geht.

Und wenn Du wirklich bereit bist, 7 bis 11 Tausend EUR für ein OVNI-B auszugeben, würde ich ohnehin empfehlen, ganze Sachen zu machen und ein passendes Teleskop dafür anzuschaffen.

Ich beschreibe mal meine Lösung:
  • Ein 150/750 Achromat mit gekürztem Tubus und 3-Zoll Auszug.
  • Im Auszug ein 2-Zoll Bauernfeindprisma damit ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild im Okular des NSG entsteht.
  • Ins Prisma ein 0,6x Reducer gesteckt, so komme ich auf F3.
  • Der Reducer fungiert als 2-Zoll Stecknase und ist mit dem NSG verschraubt (mein NSG hat C-Mount genau wie OVNI). Der Reducer hat ein 48mm-Gewinde an der Stecknase, d.h. 2-Zoll Filter werden einfach dort hineingeschraubt.
  • Durch diese Position des H-Alpha Filters zwischen Objektiv und Reducer bekommt der Filter nicht F3 sondern F5 ab. Das ist wichtig wegen Blueshift und macht es möglich, engste Filter zu verwenden.
Das resultierende Beobachtungserlebnis ist fernglasartig danke des aufrechten, seitenrichtigen Bildes. Wenn Du in einem solchen System ein OVNI B anstatt ein Wolf 3S (mein Gerät, zwanzig Jahre alte Technik) verwendest wird es total binokular und macht wohl wegen des besseren Sensors des OVNI einen Leistungssprung.

Ich habe am Gebrauchtmarkt für Teleskop, Prisma und Reducer zusammengenommen ca. 800 EUR ausgegeben. Das ist quasi vernachlässigbar im Vergleich zu den Kosten eines OVNI-B. Es sitzt auf derselben Montierung, die ich für das APM 100 verwende.

Das ist eine etwas ungewöhnliche Lösung, denn die meisten adaptieren ihre NSGs an einem größeren Dobson. Ich bin aber ein Weitfeldbeobachter und Fernglasliebhaber und will es so.

Gruß, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Sven, wenn du ein NSG mit einem H-alpha-Filter in der Hand hältst, dann wirst du zunächst überwältigt sein. Weil wir den H-a Himmel ja praktisch nicht kennen und dieser "einfach so" sichtbar wird. Dazu braucht es keine zusätzliche Vergrößerung und das funktioniert mit jedem halbwegs modernen NSG. Das wird noch etwas besser, wenn du das Obejktiv austauschst und mit doppelter oder dreifacher Vergrößerung arbeitest.

Es wird sofort anders, wenn du die Kopplung mit dem Teleskop ansiehst. Da gibt es 2 Probleme.
Am Refraktor bekommt man sicherlich vieles hin, aber am Dob kommt man mit den meisten Geräten nicht in den Fokus. Die Brennebene muss auf die Ebene der Fotokathode fallen. Du kannst dir die technischen Unterlagen ansehen: Das sind oft so 5 cm ab vorderem Gewinde, wo man einen Adapter ansetzen kann. Ausnahme sind die OVNI-Geräte, die sind aber super-teuer.
Zweites DIng: Ohne H-a siehst du zwar mehr Sterne, aber die Nebelobjekte nicht unbedingt deutlicher. Bei Nebeln komt es auf Kontrast an und nicht auf Licht. Licht ist genug da, so lange du die Feldblende siehst. Und mit den NSG dortdran verändert sich der Kontrast nicht. Andere Filter als H-a liegen in einem für die NSG ungünstigen Spektralbereich, so auch [O-III].
Mit H-a, wo sich vieles lohnt, hast du folgendes Problem: Für die gefilterten Bilder brauchts du ein Öffnungsverhältnis von 3, vielleicht noch 3,5. Aber nicht 4 oder gar 4,5. Nattürlich sieht man was, aber mit folgendem Effekt: Die hellen Nebelteile "kommen durch" und sind dann viel deutlicher zu sehen, vor allem, weil du kein indirektes Sehen brauchst. DIe schwachen Ausläufer sind auch bloß nicht da. Die Paradeobjekte wie Orionnebel und Hantelnebel kannst du dir so mit Gewinn ansehen. Aber mit denen bist du rasch "durch".

Lohnen könnte es sich, einen kleinen Dob, sagen wir 6 Zoll, mit passendem ÖV zu kaufen und so umzubauen, dass alles klappt. Und das als H-a-Instrument zu benutzen. Den eigenen DOb mit diesem Gerät mehr Apertur zu verschaffen, das wird für allgemeine Beobachtungen nicht gut klappen.

Ich war auch begeistert, das lies du sicher noch heraus. Aber jetzt arbeite ich wenig mit dem Gerät. Wollte es gar verkaufen, aber ein Sternfreund hat es paar Monate probiert und mir dann zurückgeschickt. Hat wohl ähnliche Erfahrungen gemacht.

Bist du in der VdS, kommst du zur Mitgliederversammlung? Dann kann ich es ins Auto legen.
 
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Hallo Sven,

entscheidend ist, was für Objekte Du beobachten möchtest.
Ich verwende mein NSG nun mittlerweile seit ~ 7 Jahren. "Eins für alles" funktioniert nicht!!! Wie oben schon geschrieben wurde, ist der größte Effekt bei H-alpha - Objekten. Für reine "Sternensachen", zB. Kugelsternhaufen, geht es natürlich auch ganz prima.
Bei planetarischen Nebeln kann es gut funktionieren. Allerdings gibt es da auch Vertreter, zB. NGC6905, da ist der Anblick ohne NSG besser ("Blauschwäche").
Bei Galaxien, die ich nun gern beobachte, gibt es meist einen Vorteil. Aber so richtig riesig fällt er meist nicht aus.
Seit einem Vierteljahr benutze ich dieses Smart Eye von Pegasus. Mein Fazit bisher - das Smart Eye schlägt die NSG´s bei allen Objekten mit Ausnahme der H-alpha - Objekte. Und das zum Bruchteil des Preises!!!
Ich hatte in der Vergangenheit mein NSG via TeleVue 55mm & 67er Linse + H-alpha - Filter zB. an einem 114/500 Newton und diese Kombi macht bei Nebeln wie NGC 7000; IC1805 und vielen Sharplessobjekten richtig Spaß.

Wenn Du ganz viel Zeit hast, dann zieh Dir mal diesen thread (11 Seiten!) rein: https://www.cloudynights.com/topic/...ni-device-but-does-it-fit-my-observing-needs/
Dieser Sternfreund hat das sehr tiefgründig hinterfragt, probiert usw.
Aber wenn ich seine Beobachtungsbeschreibungen (immerhin mit 16") zB. von Galaxien lese, so bin ich mir sicher, dass das mein Smart Eye mit einem kleinen 80er ED bestimmt genau so hinbekommt. Aber dazu braucht Dein Dob eine Nachführung!

cs eike

PS: Ich bekomme keine Provision für diese "Smart Eye - Lobdudelei"!!!
 
Nochmal ich.
Smart Eye von Pegasus: Das ist ein anderes Konzept. Es ist eine Kamera mit einem kleinen Bildschirm und Okular dran. Durch die Bildaufaddierung bekommt man natürlich kontraststärkere Bilder. Aber es ist nicht echtzeitfähig, wenn du schwenkst, gibt es Schlieren. Es ist eben eine Fotomaschine getarnt als Okular und kein Sichtgerät. Wenn du so was willst, dann kommt auch ein Smart-Teleskop in Frage. Du hast dann kein Okular, sondern musst am Smartphone zuschauen. Ist aber vile billiger, so 500€ und bringt die Nachführung mit. Das ist aus meiner Sicht eine ganz andere Strecke in Vergleich zum wirklichen Nachtsichtgerät. Dieses gibt Bilder in Echtzeit, auch beim schnellen Schwenken gibt es keine Schlieren. Der Eindruck, visuelle zu beobachten, den bekomme ich nur mit dem NSG und nicht mit Kameras im Schafspelz.
 
Hallo Uwe,
unter #100 wurde explizit nach Alternativen gefragt. Deshalb kam mein Hinweis zum Smart Eye (SE).
Natürlich hast Du Recht, dass eine "Stacking-Beobachtung" via Smart Eye nicht "live" ist. Würde ich auch so nicht behaupten.
Da ich nun sowohl ein NSG und dieses SE besitze, kann ich je nach Objekt oder Beobachtungsziel auswählen, was zum Einsatz kommt.
Wie oben geschrieben, beobachte ich gern Galaxien. Und bei so einer Beobachtung wüßte ich nicht, warum ich da hin- und herschwenken soll.
Bei einem Spaziergang durch die Milchstraße sieht das natürlich wieder anders aus.
Deshalb unter #103 mein Verweis auf die Beobachtungsobjekte.

cs eike
 
Hallo Uwe,
ich bin froh, dass ich jetzt nicht mehr vor so einer Entscheidung stehe.;) (erst recht, wenn ich die Listenpreise von OVNI sehe:oops:)
Diese beide Systeme sind schon recht unterschiedlich - keine Frage.
Man muß sich eben darauf einlassen wollen, sowohl auf ein NSG als auch auf andere Sachen.
cs eike
 
Hallo Eike, Uwe und Christopher,

Vielen Dank für eure ausführlichen Beiträge und das Bremsen beim Habenwill-Syndrom!
Für mich kommt tatsächlich nur ein NSG in Frage - kein klassischer Bildschirm. Die (empfundenen) Unterschiede wurden hier ja schon von anderen benannt. Wenn überhaupt, würde ich aus Kostengründen noch am ehesten zu einem Smartteleskop greifen, aber auch das reizt mich bisher überhaupt nicht.

Ich höre, eins für alles (sowohl beim NSG als auch Teleskop) geht nicht bzw. nur mit deutlichen Abstrichen. Ich hätte das NSG so wie die meisten gerne für Beobachtung mit 1-3fach und für die Verwendung am Teleskop. Ob ein Ovni-B beim APM in Fokus käme, weiß ich nicht, müsste ich den Hersteller fragen. Der Nutzer Revans bei CN hatte wohl zwei PVS14 am APM 82 und 100. Müsste ich mal suchen oder fragen, wie er das genau gemacht hat.

Christopher, was ich nicht ganz verstehe, ist die Aussage, dass das Öffnungsverhältnis des APM 100 viel zu langsam wäre. Auf CN berichten viele Leute, kleine Refraktoren mit 80-120mm Öffnung und f/4.5 bis f5.5 gerne und mit Erfolg zu nutzen. So wie ich das verstanden habe, auch nicht unbedingt mit einem 55mm Plössl (was bei 1.25" ja auch nicht gehen würde). Oder übersehe ich hier etwas?
Geht es um den Kontrast bei zu großem Öffnungsverhältnis? So verstehe ich den Beitrag von Uwe.

Die Idee mit dem Ovni-B klingt vielleicht auch insgesamt verrückt. Sie würde eben der Strategie folgen, gleich was "richtiges" zu kaufen, als immer wieder aufzurüsten (was bisher meist meine Herangehensweise war).

So oder so muss ich mich mit den verschiedenen Setups nochmals befassen.

Uwe, nein, ich bin an dem WE im Urlaub - ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, was die VdS ist. Das sehe ich mir nun Mal an. Danke für das Angebot jedenfalls!

CS,
Sven
 
Hallo Sven,

jetzt weiß man zwar immer noch nicht, wo Deine Präferenz bei den Beobachtungsobjekten liegt, aber Dein Bekenntnis zum NSG ist ja eindeutig und ich werde nicht versuchen, es Dir auszureden. Bevor Du auf den Bestellbutton drückst, versuch wenigstens einmal durch so ein Gerät am Teleskop durchzuschauen.
@Öffnungsverhältnis: Es ist wie in der Deepskyphotographie - je schneller das Öffnungsverhältnis, um so besser bzw. mehr Freude. Man könnte so ein NSG bestimmt auch bei f/8 oder f/10 einsetzen, nur dann wird der "Gewinn" durch die Restlichtverstärkung nicht so ausfallen wie zB. bei f/3. Ich hatte mein NSG an einem 80er ED mal eingesetzt. Mit dieser Kombi erhielt man bei NGC 6934 und 7006 aus kleinen "Nebelscheibchen"(ohne NSG) je einen kleinen Kugelsternhaufen.

cs eike
 
Hallo Eike,

Die Präferenz liegt in der handgehaltenen Variante natürlich bei großen (hA) Nebeln - das wäre ein ganz neues Feld.
Ansonsten betrachte ich besonders gerne Galaxien und als nächstes (Kugel-)Sternhaufen. Tatsächlich beobachte ich wohl mehr schwerere Objekte, als die imposanten, aber einfachen. Wobei ich natürlich nichts dagegen habe, Galaxien besser zu sehen.

Was NSG an Galaxien bringen, da gehen die Meinungen und Erfahrungen ja etwas auseinander.

Testen muss ich es auf jeden Fall vor einem Kauf, ja.

CS, Sven
 
Hallo Sven,

ich hab´s mir fast gedacht - kommt mir irgendwie bekannt vor.;)
Ich hab gut 30 Jahre lang gesucht, eh ich jetzt den für mich bisher besten Kompromiss gefunden habe.
Testen ist sicherlich ein guter Ansatz. Ich drück Dir die Damen!
(Bin gespannt, wie´s ausgeht.)

cs eike

 
Christopher, was ich nicht ganz verstehe, ist die Aussage, dass das Öffnungsverhältnis des APM 100 viel zu langsam wäre. Auf CN berichten viele Leute, kleine Refraktoren mit 80-120mm Öffnung und f/4.5 bis f5.5 gerne und mit Erfolg zu nutzen. So wie ich das verstanden habe, auch nicht unbedingt mit einem 55mm Plössl (was bei 1.25" ja auch nicht gehen würde). Oder übersehe ich hier etwas? Geht es um den Kontrast bei zu großem Öffnungsverhältnis? So verstehe ich den Beitrag von Uwe.
Lieber Sven,

ich gliedere mein Antwort mal in Objektkategorien:

wie Eike schrieb ist es recht beeindruckend, wie Kugelsternhaufen gezeigt und aufgelöst werden, besonders wenn man vorher mit ihnen mit normalen Mitteln gerungen hat. Wenn ich mein NSG in den 100/800 Refraktor stecke erreiche ich eine Tiefe und Auflösung an KS welche jener mit normalen Mitteln am C11 recht ähnlich ist. Das braucht kein schnelles Gerät. Ich empfinde F8 als günstig weil ich damit auch eine gewisse Vergrößerung habe. Aber auch bei 15x am 71/400 Refraktor (handgehalten!) ist es sehr beeindruckend, wie die KS im Ophiuchus einen regelrecht anspringen.

Es gibt auch offene Sternhaufen die sehr profitieren. Aber ihre Zahl ist gering. Wirklich dramatisch fand ich's bisher nur am DNA Cluster NGC 6802 in Vulpecula. Ich denke heute noch, Jahre nach der Beobachtung, gerne an eine Sichtung bei 15x am 71/400 Refraktor handgehalten im Liegestuhl: der Haufen länglich, die Position der Hauptachse eindeutig, erste Mitglieder blickweise hervortretend. Das unter Vorstadthimmel! Solche Dinge sind besonders beeindruckend wenn man, wie ich, jahrelang vorher an den Objekten mit normalen Mitteln herumgenagt hat.

Auch Sternwolken und die verbundenen (eigentlich in der Regel vor ihnen liegenden) Dunkelnebel können ohne Filter dramatisch profitieren, gerade bei geringer Vergrößerung, in meiner Erfahrung zwischen 3x und 9x. Unter Vorstadthimmel ist es atemberaubend, bei 5x zu sehen wie die Dunkelnebel sich vor der grossen Sagittariuswolke winden (nicht mit der kleinen Sag.wolke M24 zu verwechseln). Unter gutem Landhimmel ist es erstaunlich, welche Sternwolken sich nördlich von Scutum tummeln.

Was Galaxien betrifft habe ich in diesem Frühling den Virgo-Galaxienhaufen intensiv mit einem 150/750, also F5, mit und ohne NSG durchforstet. Ich fand nur wenige Galaxien die vom NSG mit meinem System profitierten. Aber wenn sie's tun ist das schon spannend.

Wenn es aber um galaktische Emissionsnebel geht (H-Alpha Objekte genannt, in Wirklichkeit können NII, SII und OIII durchaus auch eine Rolle bei der NSG-Beobachtung spielen), wird's - um nun auf Deine Frage einzugehen - mit zunehmend langsamem Öffnungsverhältnis zunehmend flau. Bei F6 kann man durchaus mit und auch ohne Filter den Hantelnebel mit Gewinn anschauen. Doch die Liste der gewinnbringenden Nebel ist bei F6 kurz. Es handelt sich um bekannte Paradeobjekte, die mit "nur-Glas" in der Regel interessanter sind. Wie Uwe sagt, wird's ab F3,5 richtig interessant, und je schneller das Öffnungsverhältnis desto besser.

Das stativgebundene System an dem ich nach viel Experimentieren für galaktische Nebel gelandet bin habe ich in #101 ausführlich beschrieben. Warum kein Newton? Ich bin halt kein Newton-Typ. Wobei ich das NSG schon gerne mal in ein Takahashi Epsilon stecken würde. Und ich finde es absolut wunderbar, was es auf Teleskoptreffen in einem schnellen, großen Newton um F3 herum zeigt. Danke an Kai auf dem HTT, und Reiner auf dem HuTT!

Handgehalten wechsle ich laufend zwischen 3x, 5x und 9x indem ich das Objektiv wechsle. C-Mount macht's möglich. Diese Vergrößerungssprünge machen eine Menge aus. 2x setze ich gelegentlich ein. Ich habe mit 1x angefangen und fand das toll, stellte aber schnell fest, dass der Sprung zu 2x viel Gewinn bringt, der Sprung zu 3x noch mehr. Hier sind die Öffnungsverhältnisse in einem guten Bereich. Bei 2x F1,3, bei 3x F1,4, bei 5x F2, das geht richtig tief in die Nebel rein.

Mein 9x handgehaltenes System arbeitet mit F3,4. Das ist an Emissionsnebel schon interessant, aber da stelle ich lieber das 6-zöllige Teleskop mit F3,3 auf ein Stativ, denn es hat praktisch das selbe Öffnungsverhältnis und 17x zeigt doch mehr, hinzu kommt die Bildruhe auf Stativ.

Die Filterwahl zu optimieren macht m.E. eine Menge aus. Die Fragen, die sich hier stellen, sind noch komplexer als bei der "normalen" Beobachtung mit UHC/OIII/H-Beta/Blaufilter. Sie haben u.a. damit zu tun, ob der Filter vor'm Objektiv sitzt oder zwischen Objektiv und Sensor, welcher Winkel am Himmel überblickt wirrd und welches Öffnungsverhältnis der Fillter abbekommt. Bevor ich mir die Finger dazu wund schreibe lade ich Dich herzlich ein, mich in 64342 Seeheim zu besuchen. Dann babble ich Dir die Ohren voll, zeige Dir die Filter und die handgehaltenen Optionen - und wenn es nachts und klar ist gerne mit Vorführung handgehalten sowie am Teleskop.

Ich habe auch vor, diese Dinge zum HuTT 2026 im Hunsrück mitzubringen. Heuer habe ich eine "H-Alpha Liege" dort veranstaltet. Das war handgehalten im Liegestuhl bei 3x. Nächtes Jahr will ich die Möglichkeiten mit etwas mehr Vergrößerung am Teleskop vorführen. Ist nur noch zehn/elf Monate hin ... ;)

Gruß, Christopher
 
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Lieber Christopher,

Herzlichen Dank für die Aufschlüsselung nach Objekten sowie geeigneten Setups. Das klärt nochmal einige Fragen.
Großen Dank für Dein Angebot eines Besuchs - das wäre gar nicht so weit für mich. 1 Jahr bis zum HuTT werde ich es wohl nicht aushalten. :D
Daher wird schon die Frage sein, welche Optionen sich zum Testen auftun. Ich komme bei Bedarf also gerne darauf zurück!

Ich habe mal an Ovni geschrieben bzgl. Der Frage, ob das NSG grundsätzlich in Fokus kommen würde.

Dann ist mir noch eingefallen, dass ich mit dem Acuter Elite Phoenix hAlpha noch einen kleinen 80/400 also f/5 Refraktor habe, der meines Wissens viel Backfocus hat. Klar, wäre nur als Kompaktinstrument oder für den Übergang.

CS,
Sven
 
:)Hallo zusammen,

Länger kein Beitrag von mir hier. Ich hatte zwischenzeitlich Schriftwechsel mit Jonathan von OVNI. Bevor ich mir ein solches Gerät kaufen würde, müsste ich es jedoch testen. @Mario Stroblmayr bot mir an, seines auszuprobieren und lud mich zu sich ein.

Nina und ich verbrachten zwei wunderschöne Tage auf seinem entstehenden Sternwartenhof. Er zeigte mir alles mit dem OVNI in verschiedenen Varianten. Ich war nicht weniger angefixt von der Idee als vorher - im Gegenteil!
Ergebnis: sein OVNI hat Besitzer und Eigentümer gewechselt. :cool:

Nun geht es an die Ausstattung drum herum. Ich habe mich zunächst auf einen TS 150/600 f/4 Newton festgelegt, den ich gebraucht erwerben kann. Diesen kann ich auf dem Berlebach Uni19C, auf dem ich auch mein APM 100SD und mein Acuter Sonnenteleskop betreibe, adaptieren. Mein Setup soll weiterhin kompakt und reisetauglich bleiben.

Nun geht noch die Frage an dich, Christopher @Schiefspiegler, welche Kameraobjektive mit T2 oder C-Mount du mir empfehlen könntest. 1x ist schon toll. Ich hätte gerne noch eine weitere Vergrößerung im Bereich 3-5x für handgehaltene Verwendung.

Ebenso interessiert mich, welche hAlpha-Filter deine Favoriten sind. Einstweilen habe ich Mal einen ES 12nm-Filter, den ich günstig erstehen konnte. Marios Palette zeigte mehr, aber schlecht ist der Filter für den Anfang nicht.

Gerne nehme ich natürlich auch Tipps von anderen NV-Nutzern bzgl. Objektiven und Filtern an.

CS,
Sven
 
Hallo Sven,

kongratuliere zur Anschaffung! Teleskopseitig habe ich auch häufig mit einem solchen F/4 Gerät geliebäugelt, vorzugsweise etwas schneller, z.B. ein Takahashi Epsilon. Das wäre vielleicht die würdige Basis für ein so hochwertiges Nachtsichtgerät. Kommt aber nie richtig preiswert daher.

Ich fand anfangs 1x auch ziemlich toll. Aber nach einer Weile war mir damit alles zu klein und ich wechselte zu einem 50mm F/1,4 C-Mount Objektiv, siehe Fotos anbei. Inzwischen greife ich lieber gleich zu 75mm F/1,4 wie abgebildet. Der Sprung von ca. 2x zu ca. 3x macht eine Menge aus. Diese Objektiv kommt aus dem CCTV Bereich. Es gibt sie wie Sand am Meer auf Kleinanzeigen für schlankes Geld.

Daneben ist das Objektiv eines Zeiss Victory NV 5,6x zu sehen. Mit 125mm F/2 und für NV optimiert ist dies das Beste, das ich im Bereich 5x gefunden habe.

Da in meinem Setup kein Raum zwischen Objektiv und NSG für einen Filter ist platziere ich den Filter vor'm Objektiv. Im Falle der 75mm und 125mm heisst das, die Baader 65x65 Filter zu verwenden.

Dies hat weiterhin den bedeutenden Vorteil, dass bei Frontfilterung der bei so schnelle Objektive im Strahlengang zwischen Objektiv und Sensor auftretender Blueshift kein Thema ist.

Dein OVNI ist auch im Blauen empfindlich? Dann würde ich zum Antlia ALP-T Dualband OIII/H-Alpha raten. Es gibt drei Varianten:
5nm/5nm
5nm/5nm Preshift
3nm/3nm


Nebel mit deutlichem Signal in OIII neben H-Alpha können hiervon erheblich profitieren.

Geht es dagegen um reines H-Alpha - was häufig, in meiner Praxis sogar meistens der Fall ist - hat sich für mich der Baader H-Alpha 3,5nm in der F/3 Preshift Version sehr bewährt. Auch bei F/5 liefert er das kontrastreichste Bild in reinem H-Alpha, besser als die genannten Antlias, bei schnellerem Öffnungsverhältnis erst recht.

Die fünf Baader-Typen siehst Du auf dem Foto mit dem Filterstapel. Ich empfehle die Variante mit der Beschriftung "H-a 3,5nm Ultra f/3".

Wenn Dir das zu eng sein sollte, aus welchen Gründen auch immer, kann ich den Baader CMOS H-Alpha 6,5nm empfehlen. Achtung: nicht den F/2 Preshift, das ist bei einer F/4-Optik zu viel Preshift!

12nm ist mir jedenfalls viel zu lasch. Warum so viel Noise durchlassen? Beim hochempfindlichen Sensor des OVNI ist doch Szintillation durch Photon Starving bei F/4 und 6,5nm noch lange kein Problem. Ich würde von dem Teil erwarten, dass es auch bei 3,5nm empfindlich genug ist. Der Kontrastgewinn der Emissionsnebel wächst mit jedem Nanometer Verengung an.

Bei Filterplatzierung zwischen Teleskop und OVNI ist bei F/4 Blueshift der H-Alpha Linie ein Thema. Bei F/4 und schneller ist es bei engem Durchlaß - sagen wir 5nm und enger - u.U. zwingend, eine Preshift Version zu wählen.

Na, das wurde wieder ein richtiges Traktat. Entschuldige, wenn ich Dich damit vollgetextet habe. Das Thema birgt halt doch einige Komplexitäten.

Beste Grüße, Christopher
 

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Hallo Christopher,
Vielen Dank für die Ausführungen!

Als Objektiv meinst du so eines? Finde aktuell nur dieses.
kleinanzeigen

Wo/wie ich dann einen 2Zoll Filter anschraube, weiß ich noch nicht. Ob das geht, kann vielleicht Mario sagen. (Sonst 65x65 wie du sagst)

Wenn ich dich richtig verstehe, wäre der CMOS H-Alpha 6,5nm die Option, wenn ich erstmal nur mit einem Filter starten will (für handgehalten und f/4 Newton). Mario nutzte auch einen Baader 7nm CCD.

Ob bzw. wie empfindlich das OVNI im Blauen ist, weiß Mario vielleicht - sonst müsste ich den Hersteller fragen.

Beste Grüße,
Sven
 
Richtig, genau dieses. Häufig auch unter der Marke Cosmicar. Und offenbar doch nicht wie Sand am Meer aktuell. Als ich vor drei Jahre das letzte Mal schaute war es noch so. Alles hat Phasen auf dem Markt.

Und ja, der Baader CMOS 6,5 ist auf alle Fälle ein guter Einstieg.

Beste Grüße, Christopher
 
Ich habe mir vor einigen Tagen ebenfalls ein OVNI-B bestellt und davor sehr viel recherchiert. Ich stand auch vor der Entscheidung, entweder zwei PVS-14 an meinem Borg 107-mm-Doppelrefraktor oder ein OVNI-B an meinem Askar 185 mm zu nutzen. Letztendlich habe ich mich für das OVNI-B entschieden.

Meine erste Überlegung war, dass ich bei zwei PVS-14 den Gain niedriger einstellen kann und durch die binokulare Summation etwa 40 % der Szintillation vom Gehirn herausgerechnet werden. Nach langer Recherche bin ich jedoch zu der Erkenntnis gelangt, dass bei Restlichtverstärkern der Photoneninput fundamental wichtig ist. Beim Askar 185 mm treffen etwa 3,5-mal mehr Photonen auf den Restlichtverstärker, bevor der Lichtweg gespalten wird.

Zwar ist die Szintillation dann auf beiden Augen identisch, aber durch die binokulare Summation wird das Bild nur unwesentlich dunkler, und ich muss den Gain nur geringfügig höher einstellen. Ich erspare euch die Rechnung, aber mein Fazit lautet:
  • Ein OVNI-B am Askar 185 mm wird weniger Szintillation zeigen als zwei PVS-14 am Borg 107 mm.
  • Das OVNI-B kann außerdem problemlos an meinen anderen Teleskopen sowie freihändig mit deutlich mehr Kameraobjektiven genutzt werden als zwei PVS-14 mit Bridge (die durch den Augenabstand/IPD begrenzt sind).

OVNI 75 mm f/1.5 vs. Pentax/Cosmicar/Ricoh 75 mm f/1.4

Darüber denke ich immer noch nach.
  • Zunächst einmal ist festzustellen, dass das OVNI 75 mm f/1.5 eine TTArtisan-Linse ist, die man direkt beim Hersteller deutlich günstiger bekommt als über OVNI.
  • Allerdings verfügt die OVNI-Version über einen Distanzadapter und einen Schnellverschluss. Ob es darüber hinaus weitere Änderungen gibt, weiß ich nicht.
@Christopher & Sven: Wie schwierig ist es, einen passenden Distanzadapter zu bekommen?

  • Die TTArtisan ist ein Nachbau des Zeiss Biotar und wurde bewusst für den bekannten Swirl-Effekt konstruiert.
  • Die Randschärfe der TTArtisan wird in vielen Tests als sehr schwach beschrieben, und auch die MTF-Kurve sieht nicht besonders gut aus (der Hersteller hat diese veröffentlicht).
  • ALLERDINGS nutzt die 18-mm-Photokathode nur etwa 17,3 % der Fläche, für die diese Vollformatlinse entwickelt wurde. Die Bildqualität könnte daher trotzdem gut sein.
  • Außerdem sollte die Transmission, insbesondere im Infrarotbereich, deutlich besser sein als bei alten Kameraobjektiven.
  • Die Pentax/Cosmicar/Ricoh 75 mm f/1.4 wurde ursprünglich für Video- und Überwachungskameras entwickelt, also für Sensoren mit aus heutiger Sicht extrem niedriger Auflösung.
  • Ich konnte keine MTF-Kurve für diese Linse finden, habe aber Berichte gelesen, in denen sie bei f/1.4 als „soft and glowy“ beschrieben wird.
  • Trotzdem vermute ich, dass die Pentax/Cosmicar/Ricoh 75 mm f/1.4 am Rand besser korrigiert ist als die TTArtisan.

Filter

  • Die neuen OVNI-B (Pro) haben eine gute Sensitivität im blauen Bereich. Deshalb ist der Nebelfilter von OVNI ein Dual-Pass-Filter, der auch OIII durchlässt.
  • Ob das bei den vorherigen Versionen ebenfalls der Fall war, weiß ich nicht mit Sicherheit, meine aber, das irgendwo gelesen zu haben.
  • Wenn dir der Blauanteil wichtig ist, vergiss nicht, einen BBHS-Zenitspiegel zu kaufen. Dieser hat sowohl im blauen als auch im infraroten Spektralbereich eine deutlich höhere Transmission als ein dielektrischer Spiegel (Enhanced Aluminium sollte allerdings ebenfalls in Ordnung sein).
  • Laut einem Erfahrungsbericht auf Cloudy Nights hat ein Beobachter in einem alten Kugelsternhaufen (mit vielen kühlen, infrarotstarken Sternen) mit einem BBHS-Spiegel etwa dreimal so viele Sterne gesehen wie mit einem dielektrischen TeleVue-Spiegel.
  • Ansonsten würde ich noch einen Longpass-Filter (idealerweise 685 nm) kaufen. Damit hast du bereits etwa 90 % aller Anwendungsfälle abgedeckt.
 
Hallo Leute,
Ich habe die älteren Beiträge nicht erschöpfend gelesen, interessiere mich aber auch für die Thematik.
Allerdings habe ich mittlerweile eine eher grundsätzliche Frage nach dem Sinn der Unternehmung und wieso man diesen Weg geht.
Für den Preis des Nachtsichtgerätes bekommt man ja einen grossen Dobson der Spitzenklasse, der einem auch noch alles in
Echtfarben zeigt statt in Monochrom.
Mich würden also Die Beweggründe interessieren, einfach weil mir kein logischer Grund einfällt, während mir etliche Gründe
in den Sinn kommen, günstigere Wege zu wählen. Versteht mich nicht falsch, bitte, ich stehe auch auf den Blick durch NSG,
aber beispielsweise der Gedanke, dass einen die Originalphotonen beim Blick durchs Okular treffen, anstatt auf einem Bildschirm
nur eine Kopie des Objektes zu betrachten, ist ja nicht einmal gegeben, da die Photonen im NSG absorbiert werden und dann neue
losfliegen (und selbst das ist ein eher philosophischer Gedanke).
Also ist es eine Nische, um Geld zum Fenster rauszuwerfen?
Ehrlich gesagt, würde ich auch überhaupt keine rationalen Gründe erwarten, aber es drängt sich mir hier schon ein wenig das Gefühl auf,
dass hier jegliches Verhältnis zwischen auch nur ansatzweise rechtfertigbarem Nutzen zu den Kosten aus den Fugen gerät.
Anders ausgedrückt, ca. 10.000EUR um ein paar "unechte" Sterne mehr sehen zu können?
Ich möchte niemanden verärgern, mich interessiert wirklich der zugrundeliegende Gedanke.

CS,
Henning
 
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